Okulare für 8" Dobson

  • Hallo zusammen,


    ich habe mal versucht eine bezahlbare Okularpalette für einen 8" Dobson zusammenzustellen.
    Es würde mich freuen wenn ihr Profis einmal kurz drüberschauen und mir ein Feedback geben könntet.


    An folgende Okulare habe ich gedacht:


    TS WA32 ERFLE Weitwinkel Okular - 32mm - 2" - 70° Gesichtsfeld
    TS WA20 Weitwinkel Okular - 20mm - 1,25" - 70° Gesichtsfeld
    TS WA12 Weitwinkel Okular - 12mm - 1,25" - 70° Gesichtsfeld
    TS Optics 6mm HR Planetary UWA - 60° - 1,25" Okular - voll multivergütet


    Dazu noch folgende Barlow
    Baader 1,25" Q-Turret Barlow - 1,3x und 2,25x - HT Multivergütung


    Interessieren würde mich noch inwieweit man im mittleren Bereich ein Zoomokular, z.B. dieses http://www.teleskop-express.de…etung-fuer-Teleskope.html sinnvoll einsetzen kann.


    Vielen Dank im Voraus und viele Grüße
    Christian

  • Hallo Christian,


    gute Wahl bei F6, kaum Preiswerter zu realisieren!
    Wenn Zoomokular, dann später das Zoom-Set, damit kannst Du das TS WA 20 +WA 12 mit der Baader Barlowelement und das 6mm Planetari zoomen.
    Du könntest höchsten für dich prüfen ob man mit Ww 25 + 16 mm die Staffelung (auch später mit dem Zoo-Set) noch besser hin bekommt.
    Denn auch bei Sternhaufen, Planetarischen - und Gasnebeln ist ein rantasten an die günstigste nutzbare Vergrößerung je nach Seeing von Vorteil.


    Gruß Günter

  • Moin Christian!


    Ich denke, es geht hier um einen 8" f/6-Dobson (200/1200 mm)?


    Dann ist die Wahl der Brennweiten an sich okay. Die TS-WA hatte bzw. habe ich * auch alle seit Jahren im Einsatz und sehe keinen Grund sie auszutauschen. (Einzig wegen meiner f/5-Optik und der Stadtumgebung hier bin ich von 32 mm TS-WA auf 26 mm SWA gewechselt.) Die Planetarys sind oft empfohlene, brauchbare Einsteigerokulare.


    Was die Barlow in der Aufstellung soll, ist mir rätselhaft. Die WA sind allesamt Allround-Erfle und keine ausgesprochenen Planetenokulare. Da eine Barlow einzusetzen, bringt m.E. nicht viel, denn die zu erreichenden Brennweiten sind sowieso schon mit der Aufstellung oben quasi abgedeckt. Das Planetary besitzt ein fest eingebautes Barlow-Element. Dieses Okular nochmal zu "barlowen", ist somit Nonsens.


    Von Zoom-Okularen halte ich generell gar nichts. Es macht bei der Aufstellung der o.g. Festbrennweiten auch keinen Sinn.


    * Meine Brennweiten: 20, 15, 12 und 8 mm.

  • Hallo Christian,


    die Aufstellung geht so in Ordnung. Hast Du Dir sauber zusammenestellt.
    Ich würde auf ein Zoom Okular verzichten. Macht bei dieser Zusammenstellung keinen Sinn. Die Zooms sind für mich immer eine Zwischenlösung, da im einen Bereich weitwinklig genug, dreht man aber daran, werden sie immer enger bis zum Tunnelblick. Ich schreibe das deshalb so "unscharf", weil ich mich nicht mehr daran erinnern kann, in welcher Stellung welches sGF lag.
    Zu überlegen wäre zwischen dem 12mm und dem 6mm noch ein 8mm Okular. Im Hochvergrößerungsbereich müssen die Brennweiten näher zusammenliegen, das macht oft den Unterschied zwischen sehen und nicht sehen. Unter 10mm Okularbrennweite würde ich beim Dobson unbedingt auf 82-Grad Okulare setzen. Man findet leichter und kann (Jupiter z.B.) auch mal 30-40" stehen lassen ohne nachzuführen. Bei 50 Grad sind das gerade mal 15".


    Über die Güte der einzelnen Okulare kann ich nichts sagen, aber das 30mm Erfle empfehle ich auch oft, ebenso ein 15mm Erfle, die ich eben beide kenne.

  • Danke für die vielen Antworten.
    Ihr habt vollkommen Recht es geht um einen f/6 Dobson 1200/200. Ich habe ein Auge auf dieses Modell geworfen: http://www.teleskop-express.de…kop---Deluxe-Version.html


    Natürlich würde ich auch bei den Okularen mit niedriger Brennweite das maximale Gesichtsfeld haben, allein ich habe noch nichts bezahlbares in dieser Kategorie gefunden.
    Die Speers Waler UWA - 7,2mm Brennweite - 1,25" - 82° Feld sind mir mit je 169,00 € zunächst noch zu teuer. Hier würde ich lieber später einzelne Okulare austauschen.
    Für den Anfang werde ich die Barlow weglassen und stattdessen das 8mm Planetary noch hinzunehmen.


    Viele Grüße
    Christian

  • Moin Christian!


    Die TS-WA haben an sich schon große Gesichtsfelder. Ich hab' meine Brennweiten selbst mal am Sternenhimmel vermessen, denn den Angaben im Prospekt ist nur bedingt zu trauen: 20 mm 70°, 15 mm 72°, 12 mm 68°, 8 mm 65° scheinbares GF. (Mein SWA-26 übrigens hat 72° sGF.)

  • Hallo Christian,


    wenn Du das 8mm noch dazu nimmst, dann hast Du eine Okularpalette, die so ziemlich all das abdeckt, was Du brauchst.
    Austauschen kann man sie später ja Stück für Stück, aber ganz so tragisch sehe ich das nicht. Man kann mit jedem (fast jedem) Okular beobachten. Das schubsen des Dobsons lernt man natürlich mit nicht ganz so weitwinkligen Okularen besser, man muß eben genauer "zielen" und Nachführen. Nur beim Zeichnen und auf der Suche nach Details (am Jupiter z.B.) sind Ultraweitwinkel sinnvoll. Meist beobachtet man aber ja im niederen oder mittleren Bereich, da reichen die Erfle mit ihren durchschnittlich 65 Grad sGF aus. Man muß das Sehen ja erst neu lernen (durch ein Teleskop).

  • Hallo Christian,


    Ich hatte am Anfang eine Ähnliche Staffelung und musste mit der Zeit feststellen, daß das Okular um die 20mm nie zum Einsatz kam. Warum? Es ist irgendwie nichts halbes und nichts ganzes. Wenn man ausgehdehnte Nebel beobachtet nimmt man eh das Übersichtsokular. Bei allen anderen Objekten nehme ich das Übersichtsokular zum aufsuchen und gehe anschließend gleich auf 2 - 3mm Austrittspupille und vergrößer gegebenenfalls weiter.


    Gruß


    Elmar

  • Moin Elmar!


    Komisch, bei mir ist es umgekehrt: Okulare >20 mm Brennweite kommen so gut wie nicht zum Einsatz. Warum? Mit 20 mm habe ich schon ein Aufsuch-Okular, das mir unter Stadthimmel auch wirklich was zeigen kann. Was nützt mir das Riesen-Gesichtsfeld, wenn mir wegen Streulicht die DSO absaufen oder sie so klein und unscheinbar sind, daß man sie übersieht?!
    Gut, das ist dann wahrscheinlich der Unterschied in der Okularwahl unter einem ländlichen bzw. städtischen Himmel.

  • Hallo Micha,

    Quote

    Was nützt mir das Riesen-Gesichtsfeld, wenn mir wegen Streulicht die DSO absaufen


    Daraus könnte man ja den Schluß ziehen, daß Fernglasbeobachtungen aus der Stadt Unsinn sind...
    Und im Endeffekt kommt es doch auf die Austrittspupille an. Ein 32mm Okular hat bei f/6 sehr gemäßigte 5,3mm. Wo ist da das Problem?

    Quote

    .....oder sie so klein und unscheinbar sind, daß man sie übersieht


    gerade in so einem Fall wirst Du nicht mit 20mm beobachten!

    Quote

    Gut, das ist dann wahrscheinlich der Unterschied in der Okularwahl unter einem ländlichen bzw. städtischen Himmel.


    Jo, und wenn ich das richtig sehe sitzt der Christian in Bamberg. Darf man das schon als Stadt bezeichnen:)..


    Gruß


    Elmar

  • Hallo,


    ich kann nichts beitragen zu "verschiedenen Himmeln", aber zu einem "sauberen Himmel" mit normalerweise 6 mag.
    Dazu verwende ich an verschiedenen Teleskopen normalerweise:
    31mm Nagler (könnte auch ein normales Erfle sein) zur Übersicht, für große Objekte (ngc7000 mit Filter o.ä.)
    14mm Ethos (könnte auch ein 15mm Erfle sein) für Galaxiengruppen und größere Galaxien (M51 z.B.)
    8mm Ethos (könnte auch was anders sein) Für Galaxien und Planeten, sind sie nicht optimal)
    6mm Ethos (könnte auch ein "normales" 8mm sein) für Planeten und Doppelsterne
    6mm Ethos (könnte auch ein normales.... s.o.=
    3,7mm Ethos (könnte auch, na ihr wisst ja schon...) für Planeten und Dopelsterne unter optimalen Bedingungen.


    Soweit meine Einschätzung

  • Moin Elmar!


    > gerade in so einem Fall wirst Du nicht mit 20mm beobachten!


    Doch, genau aus diesem Grund beobachte ich so. Meinen Bericht hier sauge ich mir nicht vom Hörensagen aus den Fingern, das beruht alles auf jahrzehntelangen, eigenen praktischen Erfahrungen unter hiesigem Stadthimmel.


    Und BTW: Ich habe von meinem Standort wahrscheinlich mehr lichtschwache Kometen in den letzten 10 Jahren gesehen als einige mit ständigem +6 mag-Himmel hier. Also bitte...

  • Lieber Micha,


    Quote

    Meinen Bericht hier sauge ich mir nicht vom Hörensagen aus den Fingern


    Nein, so war das auch nicht gemeint und wenn das so rüberkam bitte ich das zu entschuldigen.
    Verstehe mich nicht falsch, ich möchte nicht behaupten daß Deine Methodik falsch wäre. Jeder hat mit der Zeit seine eigenen Erfahrungen gemacht und das ist auch gut so.


    Aber etwas verstehe ich trotzdem nicht:


    Welchen Vorteil hat man bei einer Vergrößerung von 60X gegenüber einer von 80x oder 90x wenn ein Objekt so klein ist, daß man es bei 38x übersehen könnte?


    Gruß und cs


    Elmar

  • Hallo Elmar,



    Ich hatte am Anfang eine Ähnliche Staffelung und musste mit der Zeit feststellen, daß das Okular um die 20mm nie zum Einsatz kam.


    Da sieht man mal, daß es auch oft eine Sache des persönlichen Workflows ist. Wenn ich Deine Argumente sehe und die von Winnie ist mir völlig klar, daß ihr beide recht habt.


    Ich füge mal noch an:
    Wenn ich auf der Suche bin nach diesen kleinen fiesen PN's mit kaum Ausdehnung, gehe ich öfter gerne runter von 30mm auf 18mm bei der Suche, damit auch nur irgendeine Chance besteht zwischen den Sternen per indirektem Sehen einen fluffigen Plocken auszumachen. Das gelingt mir nämlich mit dem 30er regelmäßig nicht, da sinds noch alles Sterne, egal wie ich die Augen verdrehe. Und auch Aussieben mit UHC oder OIII will da nicht immer klappen, schon gar nicht, wenn man bei der Suche noch ein Sternmuster zu Hilfe nehmen muss.


    Also, etwas passendes zwischen 30mm und 13mm macht schon auch Sinn.

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    CN&CS
    Toni


    Astronomen können Glühbirnen auch im Dunkeln wechseln

  • Hallo Toni,


    danke, jetzt dämmerts!


    Es handelt sich hier also um eine reine Aufsuchhilfe bei besonderen Bedingungen (Deep Sky bei aufgehelletem Himmel oder Objekte an der Wahrnehmungsgrenze) Richtig?


    Nun gut, das verstehe ich. Ich orientier mich in so einem Fall anhand von Sternen, aber wie Du schon sagst jeder hat da seine Methodik.


    Wenn ich das aber richtig verstanden hab geht es in diesem Thread um eine bezahlbare Okularpalette für einen Einsteiger.
    Braucht der denn so ein Okular oder wäre es nicht sinnvoller hier zu sparen und anderswo zu investieren?


    Gruß
    Elmar

  • Hallo Elmar,


    Quote

    Welchen Vorteil hat man bei einer Vergrößerung von 60X gegenüber einer von 80x oder 90x wenn ein Objekt so klein ist, daß man es bei 38x übersehen könnte?


    Weil viele Astonomen vergessen, dass der HIMMELSHINTERGRUND auch ein "Objekt" ist!
    Und eben genau vor diesem sollen sich ja DIE Objekte wenn möglich deutlich abheben.


    Die Zusammenhänge sind in der Sehgewohnheit des Auges zu suchen. Wenn du höher vergrößerst, setzt du Bildfeldhelligkeit herab, kleinere AP. Der Himmelhintergrund als flächiges Objekt vergrößert sich und wird also dunkeler. Sicher, dass zu beobachtende flächenhafte Objekt im selben Maß, z.B. ein PN. Der Bildkontrast hat sich nicht verändert.
    Doch trotz herabgesetzter Billdfeldhelligkeit und unveränderten Kontrastumfang empfindet unser Auge dies als Gewinn und kann durch die vergrößerte Abbildung des Objektes dieses im Detail besser erkennen und sich daruaf besser konzentrieren, der Informationsgewinn steigt.
    Das ist auch einer der Gründe, warum Fernglasfreunde je nach Himmel ein z.B. 10x50 vor einem an sich lichtstärkeren 7x50 vorziehen.


    Somit erklärt sich auch evtl., dass es Sinn macht die Okularpaltte im Bereich vll. ab 20 nach unten mit Qualitäten zu wählen, die eine gute Tranmission und einen guten Kontrastumfang besitzen, den du im oberen Bereich, quasi im Aufsuchokular für den Ausschnitt am Himmel, nicht unbedingt benötigst. Da du hier, wie oben beschrieben und erwähnt, das Objekt eh nicht richtig erkennst.


    All dies ist aber von deinem Standort abhängig.

  • Hallo Elmar,



    Es handelt sich hier also um eine reine Aufsuchhilfe bei besonderen Bedingungen (Deep Sky bei aufgehelletem Himmel oder Objekte an der Wahrnehmungsgrenze) Richtig?


    Jein, das wäre zu einseitig. Ich beschrieb ja nur ein Beispiel für den Einsatz meines 18mm Oku.
    Wie Dominique schon ganz recht schreibt, je nach (hellerem) Himmel kann ein 18er der Vorzug vor dem 26er sein.


    Quote

    Braucht der denn so ein Okular oder wäre es nicht sinnvoller hier zu sparen und anderswo zu investieren?


    Right, und da bin ich auch dabei, ein 18er wäre in diesem Zusammenhang sicher nicht in der ersten Reihe der Anschaffungen.
    Davon abgesehen, ich kenne auch genügend Leute, die (bei f/6-f/4) zwischen 24mm und 13mm gar nichts machen.

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    CN&CS
    Toni


    Astronomen können Glühbirnen auch im Dunkeln wechseln