Hilfe beim Kauf eines Einsteiger Dobsons

  • Hallo liebe Forumsmitglieder,


    ich habe mich eine längere Zeit umgeschaut und möchte mir nun ein 8" Dobson von Skywatcher zulegen. Ich habe da auch schon ein Angebot gefunden, welches aber sehr (vielleicht zu?) günstig zu sein scheint (355 Euro). Ich bin ein kompletter Anfänger und kenne mich im Moment nur durch das ca. 2 wöchige Anlesen von Infos aus. Ich weiß, dass dieses Angebot einen Pyrex Spiegel hat. Der gleiche Artikel kostet bei eBay 399 Euro. Der gleiche Artikel bei Astroshop, ABER OHNE Pyrexspiegel, sondern mit BK7 Glas kostet 379 Euro. Jetzt weiß ich nicht wie ich mich entscheiden soll :unsure: Was haltet ihr als erfahrenere Astronomen von diesem Angebot?


    Link: http://www.hoo-germany.de/prod…cher-8--Dobson-Pyrex.html


    Ich wäre für eure Hilfe unglaublich dankbar!


    PS: Angemerkt sei noch, dass ich Student bin, und mein Budgetmaximum bei 400 Euro liegt. Über die Vor- und Nachteile eines Newtons nach Dobsonart gegenüber anderen Bauarten habe ich mich bereits informiert.

  • Hallo,


    vielen Dank für die schnelle Antwort. Hab mir die Infos gerade durchgelesen. Ich muss aber sagen, um die Qualität des Spiegelträgers nach den Anhaltspunkten der oben genannten Website zu bestimmen müsste ich das Teleskop erst bestellen und im Anschluss evtl. zurücksenden, wenn "zuviel" versprochen wurde. Weil das Teleskop aber so riesig ist und ein Rückversand und Geld zurück etc. nicht in Frage kommt (zu viel hin und her) bzw. problematisch ablaufen können, möchte ich auf diese Variante der Qualitätsbestimmung verzichten. Gibt es eine andere Möglichkeit? Hat evtl. jemand einen solchen Dobson von dieser Website? Wie und wo kann ich trotzdem "sicher" kaufen zu einem günstigen Preis wie bei der oberen Website? Lohnt sich die Mehrinvestition in Pyrexträger? Oder bin ich als Anfänger auch mit BK7 gut bedient? Ich hätte die Möglichkeit vor der Beobachtung das Teleskop für mehrere Stunden im Auto zu lassen zur Abkühlung.


    Bitte um weitere Ratschläge. Vielen Dank hierfür im Voraus!

  • Hallo,


    ich persönlich würde mir um den Spiegelträger als Einsteiger ehrlich gesagt eher weniger Gedanken machen als um ein gutes Gesamtpaket, das ja erst noch geschnürt werden muss. So wäre mir wichtig, ein paar brauchbare Okulare, für den Anfang 3-4 Stück zu haben, sowie einen guten Leuchtpeiler, z.B. Telrad oder Rigel Quickfinder und die passenden Karten dazu. Rote Lampe, bequeme aber transportable Sitzmöglichkeit und eine Justierhilfe runden das ganze fürs Erste ab.


    Ich meine, der Spiegel in meinem 10"er GSO wäre ein BK7, genau weiß ich das gar nicht mehr, ist mir aber auch wurscht, da meine Teleskope über das ganze Jahr bei annähernd Aussentemp. lagern...außer wenn ich die benutze natürlich ;)

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    CN&CS
    Toni


    Astronomen können Glühbirnen auch im Dunkeln wechseln

  • raziel28 : Danke für deine Meinung, denke du hast wohl Recht. Ich habe mir für den Anfang überlegt zu den mitgelieferten 25mm und 10mm Super Plössl noch ein 6mm und evtl. noch ein 4mm Super Plössl oder Planetary (Gold oder Blaukante) zu kaufen. Ist der erwähnte Telrad oder der Rigel dem mitgelieferten Sucher deutlich überlegen? Kann ich eurer Meinung nach den Kauf auf dem gepostetem Link tätigen? :)

  • Hallo.


    Mal generell: Die s.g. Einsteigerteleskope 8" f:6 verfügen heute über Spiegel, für die man vor 15 Jahren noch ein Vermögen bezahlt hätte. Die Entwicklung macht halt nicht halt.
    Als 14" Dobson habe ich zwar einen Lomo-Spiegel aus Sitall, wohl das beste, was es heute gibt.
    Aber mein 8" f:6 Dobson hat einen ganz normalen BK-7 Spiegel, - und - um mal ganz ehrlich zu sein, - so viel schlechter ist der auch nicht!. Denn: sind beide richtig ausgekühlt und der Außentemperatur angepasst, tun sie sich eigentlich nichts. Beide sind (dann) gut. In soweit kommt es eigentlich nur darauf an, ob man die Möglichkeit hat, sein Gerät rechtzeitig (also etwa eine Stunde) vor der Beobachtung ins Freie zu stellen, um ihn auskühlen zu lassen.


    Ein weiterer Tip: gehe auf ein Teleskoptreffen (ITV im Mai z.B. in GEDERN). Dort kann man alle Teleskope miteinander vergleichen, ein besseres Kaufverhalten gibt es nicht und die Reise lohnt sich auf jeden Fall!

  • Hallo nochmal,


    das 4mm Oku kannst Du Dir zunächst sparen, ein 32mm Weitwinkeloku zum Aufsuchen bringt da deutlich mehr Benefit für den Anfang.
    Ich empfehle immer bei den f/5 und f/6 Dobsons die Brennweiten 5mm,8mm,13mm,21mm,32mm.
    Plössl würde ich da nicht mehr nehmen, zu kleine Gesichtsfelder für den Dobsoneinsatz, außer Dir ist klar, dass das nur ein Übergangskauf sein wird.
    Die Planetary empfinde ich als recht brauchbar, die Skywatcher UWA (also diese Goldkanten) haben noch ein bisgen mehr Feld.
    Für den Anfang sind sie recht gut, man muss sich aber an den Einblick etwas gewöhnen.


    Der Telrad oder Rigel hat den tatsächlichen Vorteil der Null-Vergrößerung, du blickst durch ein Scheibchen auf das rote Kreise aufprojeziert werden.
    Beim Telrad sind es drei Kreise, 4°/2°/0,5°, der Rigel hat zwei Kreise 2°/0,5°. Nun gibt es Karten dazu, in die diese Kreise mit eingedruckt sind. So fällt es Dir am Anfang leichter abzuschätzen, wie groß das in der Karte gedruckte am Himmel aussehen muss. Beim Starhopping hilft es eben auch abschätzen zu können "ich muss noch 2 Kreise nach rechts und einen mittleren Kreis hoch", so ungefähr kannst Du Dir das vorstellen.


    Die Karten dazu bekommst Du entweder im Netz (mal unter Telrad-Karten suchen) oder als fertig aufbereitete Atlanten, z.B. den Deepsky Reiseatlas.


    House of Optics, da steckt der Robert Lebek dahinter, den müsstest Du eigentlich hier im Forum auch als User finden. Das ist also ein ambitionierter Sternfreund, der diesen Laden betreibt. Also, ja, da kannste ruhig bestellen. Wenn Du Dich noch mehr umschauen willst, achte einfach darauf, daß es ein Astrohändler ist und nicht ein Haushaltswarenverticker, der auch ein Teleskop im Angebot hat. Eher müßige Erfahrungen habe ich auch gemacht mit Optikern, die eine irgendwie geartete Teleskopecke haben, nur weils Optik ist....mhh, das erinnert mich an eine Geschichte, wo ich aus einem Optikerladen mal rausgeschmissen wurde.... ;)

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    CN&CS
    Toni


    Astronomen können Glühbirnen auch im Dunkeln wechseln

  • Moin "Winfried"!


    > Pyrex ist nicht gleich Pyrex.


    Gehst Du immer noch mit diesem Märchen hausieren?! "Pyrex" ist vor allem ein Handelsname für Borosilikatglas. Das können Schott (mit denen arbeitet Skywatcher mittlerweile auch zusammen) und chinesische Glasproduzenten unter Lizenz mittlerweile genauso gut. "Pyrex"-Spiegel von Corning/USA gibt's mittlerweile gar nicht mehr.


    "Wenn du merkst, daß du ein totes Pferd reitest, solltest du absteigen."

  • Michael,


    immer die gleichen dummen und provokanten Bemerkungen von Dir. Laß es einfach mal!


    Mit "Pyrex ist nicht gleich Pyrex" kann man auch ausdrücken, daß nicht alles, was aus Pyrex geschliffen wurde, ein sauberer und guter Spiegel ist.
    Aber das entgeht dinem kleinkarierten Hirn.

  • Hallo nochmal,



    Ich empfehle immer bei den f/5 und f/6 Dobsons die Brennweiten 5mm,8mm,13mm,21mm,32mm.
    Plössl würde ich da nicht mehr nehmen, zu kleine Gesichtsfelder für den Dobsoneinsatz, außer Dir ist klar, dass das nur ein Übergangskauf sein wird.
    Die Planetary empfinde ich als recht brauchbar, die Skywatcher UWA (also diese Goldkanten) haben noch ein bisgen mehr Feld.
    Für den Anfang sind sie recht gut, man muss sich aber an den Einblick etwas gewöhnen.


    absolut, da würde ich auch gleich beim kauf des teleskops nachfragen, ob statt der beigelegten plössl gegen verrechnung weitwinkelokulare genommen werden können. ich konnte statt dem 9mm plössl gegen knapp 20€ aufpreis das 9mm TS-SWM bekommen.
    das 9mm soll auch aus der serie das beste einblickverhalten haben zum vergleich mit den 20 und 6 mm (kanns leider nicht beurteilen hab de annern 2 nicht, aber das 9er ist echt ok)


    was mich beim den kleinen (ab 6mm) planetary stört ist das kleine gesichtsfeld , die angegebenen 60° stimmen leider nicht, sind nur um die 56° . eventuell noch warten und auf baader hyperion(68°) oder explore scientific(82°) sparen.

    gruß denis


    erfahrung ist wie eine laterne, die nur das stück des weges beleuchtet, das bereits hinter dir liegt.


  • Lieber Winfried,


    ich stimme meinem Namensvetter hier zu: Das "Pyrex ist nicht gleich Pyrex"-Thema wird gerne (wohl nicht von Dir) mit dem Hinweis "Chinaschrott" und anderen unpassenden Meinungsäußerungen verbunden. Es lohnt nicht darüber zu reden oder gar zu streiten.


    Zu Sital möchte ich nur anmerken, daß die Grundidee und das Produkt "Zerodur" ist, von der Firma Schott in Mainz. Damit werden bis heute Großteleskopspiegel hergestellt (z.Bsp. Keck I, ESO-VLT) und jetzt auch zum Teil das E-ELT. Sital ist die russische Variante mit ähnlichen Eigenschaften. Sital als das Beste, was es z.Zt. zu kaufen gibt zu bezeichnen halte ich deshalb für etwas gewagt.


    Lieben Gruß,
    Michael

  • Hallo Michael,


    Sital und Duran sind diejenigen, die den geringsten Ausdehnungskoofizienten haben.
    Mein 14" Lomo-Spiegel z.B. ist aus Sital und ich bin sehr zufrieden damit.


    Aber ansich ist das Streit um Kaisers Bart, sind alle Derivate ausgekühlt, dann tun sie sich gegenseitig eigentlich nichts. - Habe ich jedenfalls als Laie festgestellt. Der Spiegel meines 8" Dobsons ist aus BK7 und auch damit bin ich sehr zufrieden.

  • Lieber Winfried,


    jetzt geht's aber so langsam o.T. mit uns ...


    Aber trotzdem noch eine kleine Korrektur von mir: Duran ist Borosilikatglas und nichts weiter als ein Markenname. Die "Mischung" stammt übrigends ebenfalls von Schott. Duran ist aber keine Glaskeramik, wie Zerodur oder eben Sital. Im Übrigen ist der Temperaturausdehnungskoeffizient eben gerade nicht das allein ausschlaggebende Merkmal für einen guten Spiegelträger. Zunächst ist da die Wärmeleitfähigkeit (d.h. wie schnell passt sich das Material an eine andere Umgebungstemparatur an) und dann, wie gut kann man dem Material eine gute optische Oberfläche "verpassen" - Glätte, z. Bsp.


    Naja, o.T. und damit soll es von meiner Seite aus auch gut sein.


    Lieben Gruß,
    Michael


    p.s.: Ja, es ist für uns Amateurastronomen wirklich ein Streit um des Kaisers Bart: einfach lange genug 'raustellen und dann ist es gut (genug). Wer von uns will oder muß (oder kann) schon Messungen im Sub-Bogensekundenbereich machen?

  • Nix für ungut, Michael,


    aber der Threadstarter hat ja in diesem Falle auch was davon. (Habe mal wieder Duran mit Zerodur verwechselt...)
    Daher (letztmals) auch o.T. von mir zu Deinem Letzten (Nach-)satz: Wenn ich mir die Beurteilung von Spitzenfotos so betrachte und da meint einer, da sei ein Sternchen "links oben" etwas eiförmig, dann frage ich mich, ob Du da wirklicht recht hast... So und jetzt wieder zum Thema, Entschuldigung!