Autoguiding - aber wie?

  • Hi,
    (vielleicht nicht im richtigen Ordner, aber auf den ersten Blick passte es am besten)
    da das Zubehör so langsam wächst, nur die Ahnung nich, wollt ich jetz einfach mal drauf los fragen:
    Wie funktioniert das Autoguiding (speziell mit der Nachführung von Astrotrac TT320X-AG)?


    noch bin ich Anfänger und bastel bei klarem Himmel immer meine Nikon D90 mit nem 35mm f1,8 auf mein Stativ und hab dann grade mal 15sec, wobei das meistens, dank hohen ISO-Wert, nur nach *würg* aussieht.


    Im Moment ist eine "Russentonne" (Maksutov MTO-11CA, 1000mm, f10) unterwegs zu mir, wobei da die max. Belichtungszeit ohne verzogene Sterne ja erheblich sinkt.
    Nun werd ich mir nach einiger Lese- und Bedenkzeit die Astrotrac TT320X-AG (mit passender Polhöhenwiege und Polsucher) zulegen. Nun schreiben aber auch viele, dass selbst mit der Nachführung ohne "Autoguiding" keine extremlange Belichtungszeit möglich ist.


    Nun wollt ich mich mal schlau machen, wie denn dieses "Autoguiding" funktioniert. Aber ich finde nicht überwältigend viel. Und das was ich finde, versteh ich nich :/


    Vielleicht kann ja jemand die Funktion des Autoguidings mal für Anfänger beschreiben, sehr gern auch sehr ausführlich =)


    Grüße und Danke

  • Hallo Namenloser,


    die Astrotrac ist meiner Meinung nach für Brennweiten über 135 mm nicht mehr sinnvoll einsetzbar, bzw. der Aufwand wird mir persönlich viel zu hoch und das benötigte Zubehör zu schwer (für z.B. eine Bergtour mit Rucksack). Bsp.: Sehr Steifes Stativ, Polhöhenwiege bzw. Getriebeneiger. Exaktes Ausrichtung der Montierung mit Hilfe von Webcam, Laptop und entsprechender Software, etc. Hast du mal überlegt welche Nachführgenauigkeit du für 1m Brennweite benötigst, damit sinnvolle Belichtungszeiten herauskommen?
    Wenn du bei 35mm keine 15 Sekunden schaffst, dann versuche besser deine Technik an dieser Brennweite zu verbessern bis du auf eine bis mehrere Minuten kommst. 1 Meter Brennweite wird dir an dieser Montierung keine Freude bereiten.


    PS: Zur AG-Version der Astrotrac kann ich leider nichts beitragen, da ich noch die Vorgänger-Version habe.

  • Hallo,



    Nun wollt ich mich mal schlau machen, wie denn dieses "Autoguiding" funktioniert. Aber ich finde nicht überwältigend viel. Und das was ich finde, versteh ich nich :/
    Vielleicht kann ja jemand die Funktion des Autoguidings mal für Anfänger beschreiben, sehr gern auch sehr ausführlich =)


    Ganz vereinfacht ist Guiding nichts anders als ein (zusätzlich zum Fotografieren) Beobachten eines Sternes in der näheren Umgebung zum Fotoobjekt. Dabei wird geschaut, dass dieser Stern nicht auswandert.
    Man macht das also entweder mit einem 2. Fernrohr, dem sog. Leitrohr, das nicht zwingend auf die gleiche Stelle schauen muss wie das Foto-Teleskop, oder, früher verbreiteter, man benutzt einen sog. Off-Axis-Guider. Das ist einfach ein kleines Prisma, das zwischen Foto-Teleskop und Kamera eingeschoben wird, einen kleinen Anteil des Bildes ausspiegelt, welches man dann via Okular kontrolliert.


    Beim AUTOguiding nun überlässt man diese Sternkontrolle einer Kamera, die ihre Daten entweder einer Software auf einem Rechner übergeben oder in ein Stand-Alone-Gerät, dem eigentlichen Guider. Ob Rechner oder Kästchen, die Software darauf schaut nun mittels der Kamera, ob der eingestellte Leitstern ruhig steht. Droht er von seiner aufgenommenen Postion auszuwandern, steuert die Software entsprechend dagegen.


    Es entsteht somit also ein Regelkreis, der im ursprünglichen Sinne Getriebefehler der Montierung ausgleichen kann, teilweise auch Ungenauigkeiten bei der Einnordung.


    Damit das Ganze via Autoguider aber funktioniert, muss die Montierung über einen Autoguidereingang verfügen, sonst kann der Guider der Monti ja keine Korrekturbefehle senden.
    Ob das mit der Astrotrac möglich ist, weiß ich nicht, ich habe aber auch noch nie von Guiding in Verbidung mit der Astrotrac gelesen, da diese meist mit Fotoobjektiven kleinerer Brennweite betrieben wird, wo Guiding eigentlich noch keine Rolle spielt.

    --------------------------------------------------
    CN&CS
    Toni


    Astronomen können Glühbirnen auch im Dunkeln wechseln

  • Nach wiederholter langer Lesezeit in den Weiten des Internets und unermüdlichen Ehrgeizes bin ich nun doch ein wenig schlauer.
    Erstmal Danke für eure Antworten.
    Roman :
    -die Aufnahmen bei 35mm sind ja ohne Nachführung, wirklich einfach nur Kamera+Objektiv aufs Stativ geschnallt und nach oben gerichtet (siehe Bild) [ATTACH=CONFIG]4875[/ATTACH]
    -die große und schwere Ausrüstung spielt für mich erstmal (noch) keine Rolle
    -bist du ansonsten Zufrieden mit dem Vorgängermodell? Kaufempfehlung?


    Bin nun wie gesagt nach ner Weile Suchen auf die Software "PHD" und den Autoguider "ALccd5-II" gestoßen. Sollen laut einigen Besitzern doch gute Ergebnisse liefern.
    Mal schauen. Nun is erstmal Sparen angesagt und dann schaun wir weiter =)


    Grüße und eine angenehme Nacht
    namenlos (Karl)

  • Hallo Karl,



    -die Aufnahmen bei 35mm sind ja ohne Nachführung, wirklich einfach nur Kamera+Objektiv aufs Stativ geschnallt und nach oben gerichtet


    Gut, Blende 1,8 bei 15sec Belichtung,... kann ich so bestätigen. Wenn Du nun die AstroTrac drunter machst, geht um einiges mehr an Belichtungszeit, sofern die D90 hier nicht zu sehr zu rauschen anfängt.

    --------------------------------------------------
    CN&CS
    Toni


    Astronomen können Glühbirnen auch im Dunkeln wechseln

  • Hallo Karl,


    die Astrotrac ist ja nicht gerade billig.
    Warum nummst Du nicht eine EQ5 als "richtige" Montierung. Die ist einfacher zu bedienen und trägt auch die Russentonne.
    Oder liegt es am Gewicht?

  • Ja, die Astrotrac is durchaus nich billig :/
    Habe bereits ein Skywatcher Teleskop N 200/1000 Explorer BD mit der NEQ-5 zu Hause stehn. Da die Montierung (zumindest das Exemplar was ich hab) doch eher schlampig zusammengeschustert aussieht, bin ich von dem Ding nicht richtig überzeugt.
    Zudem das Gewicht bei der HEQ5 mit 7,4kg im Vergleich zu den 2kg der Astrotrac doch schon deutlich größer ist. Und die Astrotrac trägt auch 15kg, somit sollte die Russentonne+D90+Kugelkopf mit ca 4kg nich das Problem darstellen.


    Könnte man die NEQ5 problemlos umrüsten aus eine mit Nachführung? Bekommt das ein normaler Mensch hin?

  • Hallo Karl,


    da habe ich dich wohl missverstanden. Ich ging (wohl fälschlicher Weise) davon aus, dass du bereits eine Astrotrac hast und nun die AG-Version kaufen willst um längere Belichtungszeiten zu schaffen.
    Die Astrotrac ist insgesamt ein netter Kompromiss. Ich mag sie vorallem weil sie leicht ist, bzw. das Gewicht der Monierung im Verhältnis zur "normalen" Fotoausrüstung die ich ohnehin dabei habe kaum eine Rolle spielt. Mehrere Minuten Belichtungszeit bei kurzen Brennweiten sind ohne Guiding gar kein Problem. Kaufempfehlung? Schwierige Frage. Wenn dir die Montierung nicht zu teuer ist, und du mit relativ kurzen Brennweiten kein Problem hast, ja. Für deine Russentonne, nein. Vor dem Kauf kannst du ja mal versuchen eine Astrotrac auszuleihen. Vielleicht lässt sich (d)ein Händler auf einen nächtlichen Test ein. Oder du leihst dir die Montierung von einem Sternenfreund.