Slawiks Buch reduziert

  • Moin,


    ich stimme Winfried und Dominique voll und ganz zu.


    Bücher als solches sind Kulturgüter, die essenzieller Bestandteil von
    Kunst, Wissenschaft und Geschichte sind.


    Ein gut gemachter Bildband hat seinen Preis, eine wissenschaftliche Abhandlung
    hat ihren Preis und auch die trivial Literatur steht dem in mancher Hinsicht nicht nach.


    Es steckt so viel Arbeit in jedem Buch dass es traurig ist, wenn diese nicht
    honoriert wird.
    120€ für eine Abhandlung zu chinesischen Philosophen der Hanzeit
    klingt nach viel Geld, aber die tausenden Stunden Arbeit, die in diesem
    Werk stecken und die Qualität der Informationen sind es wert.


    Buchpreisbindung ist für mich ein zweischneidiges Schwert,
    auf der einen Seite sehe ich den Nutzen für die kleineren Betriebe. Auf der
    anderen Seite finde ich die Preisbindung kann so einfach ausgehebelt werden,
    dass der Nutzen eben doch nicht so groß ist.


    Meiner Meinung nach sollte man die Mehrwertsteuer auf Literatur nicht an den
    Staat entrichten, sondern Literatur befreien und den eigentlichen Steuerbetrag an
    die Autoren/Verlage ausgeben. Dann wäre ein besseres Auskommen für die "Hersteller"
    gesichert und man könnte prüfen ob die Buchpreisbindung noch nötig ist.


    Zu ebooks:


    ich mag sie auch nicht, habe aber eines für die Lektüre der Texte
    zu einzelnen Vorlesungen.
    Denn die werden nur noch digital bereit gestellt....


    LG
    Mathias
    der sich immer noch über den Geruch von Tinte auf Papier
    und das Gefühl von Papier in der Hand freut:)

  • Die Buchpreisbindung hat doch nichts damit zu tuen wieviel der Verlag für sein Buch vom Händler verlangt, der Verlag sagt dem Händler ich will für das Buch über chinesische Philosophen 100€ habe und der Buchhänder kann dafür verlangen was er für richtig hält. In England sind die Preise nach aufheben der Preisbindung sogar teilweise gestiegen zum wohle der kleinen Händler. Die Zeit des Papierbuches für normasle Literatur ist gezählt, seit kurzem verkaufen die großen Verlage schon eigene EBookreader.

  • Hallo Reymund,


    auch wenn`s nun langatmig wird:
    Glaubst Du, daß das e-book auf Dauer Bestand haben wird?
    Oder ist es einmal wieder eine Erfindung des Zeitgeistes? - Oder, wie ich zuvor schon geschrieben habe, wer wird wirklich wichtige Artikel oder Bücher in 20 Jahren auf dem e-book noch lesen können?


    Zwischenzeitlich wird es ja schon schwierig, analoge Negative oder Dias einzuscannen. Man findet nur noch wenige, professionelle und sehr teure Scanner, die A3 Auf- und Durchlicht bewältigen können. - Schlechte Zeiten für 20x25cm Negative und Dias (wir haben auch noch welche in 24x30cm). Zum Glück habe ich meine Scanner, aber auch hier: Geht der hinüber, dann war es das, Linotype Hell bzw. der Nachfolger Heildeldruck gibt es nicht mehr (die Scan-Abteilung zumindest, wurde einfach aufgegeben, keine Ersatzteile mehr, und dieses Gerät war wahrlich kein Schnäppchen).


    Aber so spielt unsere Wirtschaft: nur das Jetzt und Heute zählt, verkauft ist verkauft, geht nach 2 Jahren was kaputt, dann heißt es, dieses "Uraltgerät" kann man nicht mehr reparieren...


    Und die Tabletts? Eine Mode? Ich bin mir da nicht sicher und habe daher auch keines, auch wenn ein Kumpel aus unserer Astrogruppe mir sein "altes" schenken wollte. - Keiner auf dem Stammtisch wollte es mehr haben! Das gibt mir schon zu denken.

    Liebe Grüße
    Winfried


    Wenn filmen so einfach wäre, dann hieße es "RTL"...

  • Quote

    Die Zeit des Papierbuches für normasle Literatur ist gezählt, seit kurzem verkaufen die großen Verlage schon eigene EBookreader.


    Und darum werden sofort Kausalitäten als richtungsweisend anerkannt?
    sapere aude sag ich da nur.


    Die Zeit des auf Papier gedruckten Buches, wie auch viele andere tot gesagten kulturellen Werte, wird noch eine Blütezeit erleben.
    Da warte es mal ab, bester Reymund.


    Wäre doch nicht das erste mal in der Epoche der Menschen, dass sie erst im Nachgang ihren vorherigen vernichtenden Schwachsinn erkennen.


    Statistiken belegen den Abverkauf der hier beispielsweise verkauften eBooks und suggerieren den Mainstream. Statistiken der nach anfänglicher Begeisterung digibücher-Abtrünnigen gibt es nur latent, indirekt. Besser ist hier an dieser Stelle ein Konsens.


    Das eine hebt das andere nicht auf, mehr ergänzen sie sich anwenderspezifisch, wie in vielen Bereichen von alten und neuen Technologien.

  • Hallo Dominique und Reymund,


    dazu möchte ich noch anmerken, daß viele Zahlen, die den immer mehr wachsenden e-book Handel als richtungsweisend ansehen, simpel und einfach geschönt sind. Die Realität sieht ganz anders aus.


    Auf der Frankfurter Buchmesse z.B. wurden im vergangenen Jahr e-books wie Pornomagazine fast schon "unter dem Ladentisch" gehandelt. Gesehen habe ich kaum welche. Allerdings läuft dieser Handel ja auch direkt vom Verlag zum Endkunden, dazu braucht es eben auch keine Buchmesse (die ich im übrigen auch nicht mehr brauche, eine sinnlose und teure Veranstaltung ohne Nutzen).


    Ich finde diese Diskussion interessant, zeigt sie doch auch auf, wie unterschiedlich die Meinungen auch hier sind. ... Fast schon auf "Polystrehl-Niveau" - allerdings auf gehobenerer Ebene ohne Krach und Lärm und nur sachlich...


    Danke, daß niemand abgleitet!

    Liebe Grüße
    Winfried


    Wenn filmen so einfach wäre, dann hieße es "RTL"...

  • Liebe Diskussionsteilnehmer,


    ich war gerade in meiner geistigen bzw. seelischen Heimatstadt (alma mater) Göttingen und habe meinen besten Freund besucht, der seit ein paar Jahren in einer Seniorenresidenz lebt. Er war Professor für Mathematik und es hat ihn über Umwege in unser Land verschlagen. Er liebt Bücher und hat eine stattliche Sammlung (ein paar davon hat er selbst geschrieben). Doch jetzt sitzt er im Rollstuhl und kann nur mit Hilfe eines anderen Menschen oder mit einem Rollator ins Freie gehen. Im Korb des Rollators liegt ein eBook! Er hat mir gesagt, daß diese Technik es ihm ermöglicht, bequem, mit nur noch einer funktionsfähigen Hand, seine geliebte Literatur zu lesen.


    Ich bin der Überzeugung, daß das gedruckte Buch uns, der Menschheit, erhalten bleiben wird, daß wir aber auch die Möglichkeiten, die uns die Wissenschaft aufzeigt, nutzen werden, um zu kommunizieren, sei es sachlich, sei es utopisch, was auch immer.


    Lieben Gruß,
    Michael

  • Hallo Michael,


    in diesem Zusammenhang kann ich die Entscheidung nachvollziehen, anders geht es halt nicht mehr.
    Hauptsache, man bleibt auf dem laufenden und ist geistig noch mit dabei. Sehe ich auch bei meiner Mutter. Viel lesen, wenn`s mit der Fortbewegung hapert. Sie ist nun 93 und geistig noch topfit.
    Aber für die "moderne Technik" konnte ich sie nie begeistern. Läuft alles über Telefon. stundenlang. Mail? Internet? Für sie leider unbekannt.

    Liebe Grüße
    Winfried


    Wenn filmen so einfach wäre, dann hieße es "RTL"...

  • Hallo,


    vielleicht sollte ich mir überlegen, neben unserem Astrofilm noch so ein paar Slapsticks zu drehen!
    Ich hätte da so einige Ideen wie Hauptspiegelreinigung, Kollimation von Spiegelteleskopen, Optiktests und ähnlichem. Es gibt da einen tollen Streifen, den wohl ein Ami in Zeitraffer gedreht hat: der Unterschied im Aufbau eines parallaktisch aufgebauten Refraktors gegen einen Dobson. Es waren, soweit ich mich erinnere, beides Meade Geräte. Leider weiß ich nicht wo ich suchen sollte.

    Liebe Grüße
    Winfried


    Wenn filmen so einfach wäre, dann hieße es "RTL"...