Leichtes CARBON-Stativ für Skywatcher 120/600 mit AYOtraveler-Montierung

  • Hallo zusammen
    Situation ist die, dass ich meine Ausrüstung mit dem Skywatcher 120/600 samt Montierung und Stativ so gewichtsoptimieren möchte, dass sie tatsächlich stressfrei zu Fuss auch mal 60 Minuten einen Berg rauf transportiert werden kann - und ich somit weniger Ausreden habe ;)
    Ich hab den Skywatcher 120/600 mit besserem Okularauszug. Mit dickem Ethos- oder ES-Okular, Telrad usw. kommt das Gesamtgewicht des Teleskops sicher irgendwo auf 6 - 6.5 kg
    Die AZ 4 ersetze ich gerade durch die geniale neuere Version der AYOtraveler (wieso kennt die eigentlich keiner?); nun bleibt es noch, mein über 3kg China-Stativ durch etwas leichtes zu ersetzen; auch wenn ich nur 1 kg dabei weiter einspare.


    Aktuell komme ich auf so 11 kg für Teleskop, AZ 4 Montierung und Stativ - und die Okulare, Gewicht des Rucksacks etc. kommen auch noch dazu.
    Das ist mir klar zuviel.


    Die AYOtraveler wiegt nur knapp 1kg - das ist schonmal ne gute Gewichtseinsparung.


    Bleibt nun die Frage nach einem leichteren Stativ.
    Aus der Fotografie kenne ich die Carbon-Stative von GIZO, aber dasjenige, das ich da habe, hat nur so einen kleineren Anschluss und keine 3/8", wie sie in der Astronomie üblich sind. Es gibt natürlich solche Carbon-Foto-Stative, die den 3/8" Anschluss haben - aber ich weiss nicht, welches davon für die genannte Ausrüstung stabil genug ist, wenn ich auch mal auf 133x hochvergrössern möchte, ohne zu dolles Gezitter zu bekommen.


    Ich hab zwar noch ein Gitzo GT1541T Traveler und da könnte man auch ein Adaptergewinde auf 3/8" drauf machen, aber das wäre ja wahrscheinlich zu wackelig, oder (zumal bei der AYOtraveller ja das Teleskop an der Seite gehalten wird)?


    Hat jemand einen qualifizierten Tipp aus eigener Erfahrung (kein Spekulatius bitte ;) )
    Danke und Gruss
    Thomas

  • Hallo Thomas,


    Ich bin Fotograf und arbeite mit diversen Kameras. Alle haben das 3/8" Gewinde, ausser den KB-Kameras "neuersten Datums" wie die D3X von Nikon oder die Canons, was ich bedauere. Generell dürfte es aber kein Peoblem sein. Auch ein 1/4" Gewinde hält 50kg klaglos. Daran hatte ich mich auch erst gewöhnen müssen...
    Den 120/600 von Skywatcher habe ich auch, angeschlossen meist das 31mm Nagler (19x Vergrößerung). Es sitzt bei mit auf der Doppelbefestigung mit einem 128mm APO auf einem Berlebach Planet. Wenn alleine, dann würde ich das kleinere Berlebach wählen, den Namen kenne ich gerade nicht, irgendwas mit 28 denke ich. Dazu eine azimutele Montierung.
    Ansich würde bei einer Vergrößerung um die 20-30x auch ein ganz normales Fotostativ um die 200 Eure genügen.

  • Hallo,


    ein Fotostativ wird m.E. nicht reichen, es sei denn, du greifst viel tiefer in die Börse. Das Problem liegt nicht an der Tragkraft, mehr an den


    1. konstruktiven Anforderungen des Beinprofils und deren Befestigung am Staivaufnahmekopf,
    2. sowie an den auftretenden Hebelkräften (auf Grund der AYO spezifischen Auslegeranwendung)
    3. und Auflagefläche der Verbindungsstelle Stativ-AYO.


    Kurz und auf den Punkt:


    Ich hatte die AYO + Celestron Onyx und die einzig beste Kombi nach meinen Test´s mit vielen Fotostativen war das Berlebach 4072.
    Gib eine Suche in den bekannten Anzeigen auf, es sollte sich finden lassen. Oder nimm eines der Fa. Wolf Staive, die absolut gleichwertig sind, nur günstiger.

  • Hallo zusammen


    Wenn alleine, dann würde ich das kleinere Berlebach wählen, den Namen kenne ich gerade nicht, irgendwas mit 28 denke ich.


    Du meinst wahrscheinlich das Berlebach UNI 28 Astro
    http://www.berlebach.de/?bereich=details&id=146
    Leider wiegt das 9 kg; damit kann ich unmöglich zu Fuss herumlaufen, es sei denn, ich lasse das Teleskop zuhause ;)



    Ansich würde bei einer Vergrößerung um die 20-30x auch ein ganz normales Fotostativ um die 200 Eure genügen.


    Ja, aber ich vergrössere mit dem 120/600 bis 120x, 133x hoch (Mond, Planeten) - und es macht mir auch noch Spass.


    Hallo,
    ein Fotostativ wird m.E. nicht reichen, es sei denn, du greifst viel tiefer in die Börse.


    Die Möglichkeit auf Erfolg unter Beachtung der genannten Bedingung klingt verlockend ;)
    Ich spare lieber länger. Wichtig ist mir möglichst geringes Gewicht und ausreichende Stabilität für 6.5 kg Ausrüstung obendrauf ohne grosses Zittern bei ca 120x Vergrösserung. Wenn sich dieser Widerspruch mal wieder nur über den Preis lösen lässt ... herrje, spar ich eben am Essen, wollte eh abnehmen ;)
    Hast Du bestimmte Stative diesbezüglich im Hinterkopf? Ich denke da automatisch an GITZO und etwas preiswerter an FEISOL


    Ich selbst habe ja noch das GITZO GT1541T, das wiegt nur um 1kg, aber die Auflagefläche für eine Astro-Montierung ist da sicher zu klein.


    Möglicherweise gut geeignet wäre das GITZO GT3541LS - die 1.7 kg wären mir auch sympathisch.


    Von FEISOL gibt es das Elite Stativ CT-3472 Rapid - mit 1.77 kg auch gut im Rahmen.





    2. sowie an den auftretenden Hebelkräften (auf Grund der AYO spezifischen Auslegeranwendung)


    Würdest Du eine andere kleine Reisemontierung bevorzugen?
    Auf Deinen Fotos zeigst Du die grosse AYO; ich hab die AYOtraveller bestellt, also diese:
    http://www.aokswiss.ch/d/mont/ayo/ayotraveler/ayo_rot.html




    Ich hatte die AYO + Celestron Onyx und die einzig beste Kombi nach meinen Test´s mit vielen Fotostativen war das Berlebach 4072.


    Das Berlebach 4072 hat halt schon wieder 3.5 kg - ein Vergleich mit den teuren (und leichteren)) Carbon-Stativen wäre hier toll ...



    Es grüsst Euch
    Thomas

  • Hallo Thomas,


    zum Stativgewinde: es gibt doch auch Adapter vom kleinen auf das große Gewinde. Die kosten nur ein paar Cent und Du bekommst sie in jedem besseren Fotoladen.
    Zum Fotografieren mit einem reinen Fotostativ und einem Refraktor brauchst Du im Gebirge aben mindestens einen sehr windgeschützten Standort. Fotostative sind ja meist im Telebereich für kurze Verschlußzeiten gedacht, Nachtaufnahmen werden da meist mit WW aufgenommen, da merkt man das Zittern nicht so stark.


    Für meine Videokamera Canon XL-2 (der "Knochen") habe ich ein Videostativ aus Carbon, das wiegt ohne Kopf 1,5kg. Die Canon mit ihren 2,5kg trägt das Stativ klaglos. Schnalle ich meine JVC-GY-5001, eine Broadcastkamera, darauf, dann geben im ausgezogenen Zustand die dünnen unteren Beine nach und machen "die Krätsche". Ausgefahren kann man diese Karbonstative also in der Astronomie kaum verwenden. Zumindest nicht diejenigen unter € 1000.-
    Schau auch mal unter Sachtler oder Vinten im Netz. Die haben Ultraleicht-Stative, die für Broadcastkameras von 10-15kg ausgelegt sind und das auch erschütterungsfrei halten. Aber wundere Dich nicht über die Preise, alles,was mit "TV" zu tun hat, ist extrem teuer, dann aber auch gut. Diese Stative gibt es übrigens auch mit flacher, d.h. Foto-Anschlußbasis. Die Kugelschale ist nur für Videoköpfe.

  • Hab noch vergessen, zu sagen, dass es mir bzgl. dieser Ausrüstung nur um visuelle Beobachtung geht.


    @Winfried: Danke für den Tipp bzgl. Sachtler oder Vinten - ich werde noch ein wenig Infos sammeln und dann mal ne Übersicht machen.

  • Hallo,


    ja, mache mal eine subjektive Übersicht über die Stative. Das dient dann auch denjenigen, die eines suchen. Auch das macht ein Forum aus: Information "rundrum".
    Auch wenn es nur wenige brauchen, aber alles was da steht, dient anderen der Findung des eigenen Equipments.

  • Hallo Thomas,


    einen Vergleich des Berlebach mit dem/einem Carbon Stativ habe ich nicht, da der Gewichtsunterschied für mich vs. Preis in keiner Relation steht.
    Denn seitens der Stabilität habe ich keine carbonspezifischen Vorteile gesehen oder bemerkt.


    Noch eine Firma, die ich interessant finde:


    Sirui


    Hier also die R Serie, evtl. kommt das R-2204 / 3202, Höhe beachten, Carbon in Frage. Die breitflächige Aufnahme ist sehr montierungsfreundlich.
    Ich habe einen Kugelkopf dieser Firma, dessen Preis Leistung weit über dem der Marktführer steht. Die Stative genießen generell abseits der Markenblinden einen sehr guten Ruf.
    Die hohe Fertigungsqualität kann auf der Herstellerseite per Video eingesehen werden. Ich meide Made of China, doch hier kann und darf man DIE Ausnahme machen.


    Ansonsten ist das Jülich Forum eine gute Informationsquelle für die Kombination Spektiv und Stativ. Dort kannst du tendenzielle Vorschläge im größeren Umfang erhalten.


    Dies nur als Alternative.


    Zu deiner gewählten AYO kann ich keine Auskünfte geben, erlaube mir doch die achskonstruktive Ausführung per Bilder als für mich "nicht in Frage kommend" einzustufen.
    Jedoch kommt es sicher auf den Einsatzzweck an.

  • Hallo,


    eine sehr interessante Diskussion, weil auch ich momentan ein Stativ in dieser Klasse suche. Zwar für Fotografie, aber in derselben Tragkraftklasse. Die von Thomas genanntern Gitzos waren auch auf meiner Wunschliste, scheiden aber preislich aus... Letztendlich bin ich bei Berlebach und Benro gelandet. Ohne allerdings eins gekauft zu haben. Auf die Auflistung von Winfried bin ich gespannt.


    Gruß
    Christian

  • Hallo Christian,


    eine Aufstellung kann ich nicht machen, da hast Du was falsch verstanden.
    Als Fotostativ "für alles" habe ich das Manfrotto 075B. "B" bedeutet schwarz, heute gibt es das aber nur noch in Solber, soweit ich mich erinnere.
    Das Stativ ist zwar schwer, aber unheimlich universell. Die Beine lassen sich einzeln spreizen, sodaß man das Stativ auch auf Treppen in unterschiedlicher Höhe einsetzen kann. Zudem kann es durch einzeln arritierbare Mittelstreben fast bis auf Bodenhöhe gebracht werden. Die Gesamthöhe liegt bei ca. zwei Metern.
    Ich verwende dieses Stativ als Profi mit der KB, der Mittelformat und der Großbildkamera 9/12cm. Für die Astronomie ist es allerdings weniger geeignet, es ist ein reines Fotostativ für sehr hohe Ansprüche. Ich habe es dem Gizo aus Preisgründen vorgezogen und es begleitet mich nun schon seit gut 20 Jahren, ohne daß jemals etwas gewesen wäre. - Meine Empfehlung. Wird allerdings nur mit 3/8" Anschluß ohne Kopf geliefert. Als Kopf habe ich einen 3D von Plaubel/Frankfurt und den großen 3D von Gizo. Letzterer ist allerdings mehr für die 9/12cm Fachkamera, da sehr hoch bauend. Mal schauen, ob ich dazu noch links finde.


    http://www.google.de/imgres?start=298&client=firefox-a&hs=Qb5&sa=X&rls=org.mozilla:de:official&biw=1024&bih=636&tbm=isch&tbnid=iCh7g2HbNB6nbM:&imgrefurl=http://www.foba.ch/deutsch/kopf/kopf.htm&docid=ZkfglHg3unlFnM&imgurl=http://www.foba.ch/clips/kopf/foto1.gif&w=400&h=252&ei=y0AkUoiVEcO3hQeFoICYCw&zoom=1&iact=hc&vpx=701&vpy=4&dur=5598&hovh=178&hovw=283&tx=245&ty=127&page=14&tbnh=130&tbnw=198&ndsp=28&ved=1t:429,r:4,s:300,i:16


    Hier der Kopf Asmia, der ist wohl der Nachfolger des meinen.

  • Hallo,


    ich hätte in dem Zusammenhang folgende Frage:
    Wie unterscheiden sich die Berlebach Stative von den guten alten Holzstativen aus der Vermessungstechnik?
    Ich habe leider keine Vergleichsmöglichkeit, da ich nur Stative von Nivelliergeräten habe. Die sind gebraucht wesentlich günstiger als ein Berlebach...
    Eine Montierung bekommt man auf die Stativplatten immer irgendwie drauf.


    Soviel Technik ist an denen ja nicht dran. Daher die Frage nach dem Unterschied.
    Vielleicht kann das jemand ein bisschen erläutern?


    Viele Grüsse
    Günter

  • Hallo Günter,


    schau Dir einfach mal die Seite von Berlebach an und vergleiche die Stative mit den bekannten Vermessungsstativen. Dann wird Dir klar, warum Berlebach so teuer ist. Mit den Dingern (dem Planet z.B.) kannst Du zur Not auch noch beim Reifenwechsel das Auto aufbocken....(wenn es nicht so hoch wäre!).
    Natürlich sind sie etwas überdimensioniert, aber "bildschön". - Das auge isst bekanntlich mit und wenn ich einen schönen Refraktor habe, dann muß (bei mir) das Stativ auch dazu passen, - man gönnt sich ja sonst nichts ...

  • Hallo Winfried,


    ich antworte erst so spät, weil ich noch auf das original Stativ für die Zeiss T-Montierung gewartet habe.(eBay)


    Die Bilder von den Berlebach Stativen habe ich mir nochmal genau angesehen. Die Stativbeine werden bei denen oben mit einer Schraube fixiert, bei den Vermessungsstativen sind sie meist nur geklemmt. Weiter kann ich keine wesentlichen Unterschiede erkennen. Eine Ablage und eine Kette für die Spreizung kann man in die Stative der Nivelliergeräte auch einbauen.
    Es muss doch einen Grund geben warum die Berlebach Stative so beliebt sind...
    Benutzen die andere Hölzer, sind die Kopfplatten stabiler, passen die Beine sauberer in ihre Führung oder was macht den Unterschied aus?


    Es gibt eine Abbildung wo ein ETX 70 auf einem Report montiert ist, auf meinem Stativ sieht das nicht wackeliger aus, meine ich.


    Meine Stative v.l.n.r.


    Vermessung, Zeiss t-Mon., Verm. mit ETX70, Verm., HEQ5pro, Verm, LX90 8" Vermessung.
    Die "alten Holzstative " können es zumindet mit dem Astro Stativen die ich habe aufnehmen. Auf das Grüne kann man sich getrost draufsetzen...
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    Das blaue Stativ im Vordergrund ist ein Teleskopstativ mit einem Flakglas in einer alten Meade Gabel.


    Ich hab noch nie ein Berlebach aus der Nähe gesehen oder gar in der Hand gehabt. Vielleicht sollte ich mal in ein Geschäft oder zu einer Astro-Messe gehen und mir die Dinger genauer anschauen.


    Viele Grüsse
    Günter