Pferdekopfnebel im 10 Zoll-Teleskop beobachten

  • Hallo liebe Forengemeinde,


    ich habe mir für den Winter vorgenommen, den Pferdekopfnebel mit meinem 10 Zoll-Newton zu beobachten.
    Die Brennweite liegt bei 1200mm.
    Jetzt stellt sich mir die Frage, welche Vergrößerung sinnvoll ist. Ich habe ein 2 Zoll Okular mit 33mm Brennweite.
    Ansonsten habe ich in 1,25 Zoll folgende Brennweiten: 4mm, 5mm, 10mm, 15mm, 25mm.
    Mit dem 33er Okular sieht man den Nebel ja wahrscheinlich sehr klein, dafür bei niedriger Austrittspupille.
    In den anderen Brennweiten bin ich mir nicht sicher, ob die Austrittspupille nicht zu klein wird.
    Was meint ihr, mit welchem meiner Okulare kann ich bei gutem Wetter am Besten beobachten?
    Oder gibt es eine andere Brennweite, die ihr mir empfehlen würdet?
    Davon hängt nun ab, ob ich einen Filter in 1,25 oder 2 Zoll kaufe.


    Gruß Johannes

  • Hallo Johannes,


    der Pferdekopf ist so eine Sache. Die einen wollen ihn schon im 8" Newton gesehen haben, die anderen nicht einmal im 14".
    Niedrige Vergrößerung ist hier die Voraussetzung neben einem wirklich perfektem Himmel. Von Münster aus sehe ich da eher "schwarz" im wahrsten Sinne des Wortes.
    Einen 0-III Filter sollte man schon haben, idealerweise in 2". Ob sich der H-Beta-Filter lohnt? Er wäre ideal dafür, aber allgemein gibt es dafür nur sehr wenige Objekte (Califonianebel ngc 1499 im Perseus zum Beispiel).


    Ein Versuch ist es allemal wert. Da meine Augen nicht mehr die allerbesten sind, habe ich extreme Schwierigkeiten, ihn in meinem 14" Lomo zu sehen (0-III Filter). Ich kann ihn nur erahnen. Andere sehen ihn darin deutlich. - Einfach mal versuchen, das 32mm in 2" wäre das geeignete Okular, du verlierst dabei nur sehr wenig Licht, benötigst aber einen um so dunkleren Standort.

  • Hallo Winfried,


    ich danke dir für deine Information. Tja das mit der Lichtverschmutzung ist so ne Sache. Ich wohne schon etwas außerhalb aber diese rote Lichtglocke ist auch ca. 10km von der Stadt entfernt noch sehr präsent. Ich habe bei mir schon den Nordamerikanebel gesehen, allerdings nicht gestochen scharf (48-fach vergrößert mit OIII-Filter). Daher dachte ich, dass ich den Pferdekopfnebel und den Californianebel dann auch schaffe.
    Ich werde dann auf jeden Fall einen 2 Zoll Filter nehmen. Schade, dass es bei mir keine wirklich stockdunkle Ecke gibt. Und ich wohn schon mitten im Grünen...


    Gruß Johannes

  • Hallo Johannes,


    leider gehören für die meisten zwei Hobbies unabdingbar zusammen: Astronomie und Autofahren....
    Die wenigsten haben die Verhältnisse, wie ich sie z.B. habe: raus auf die Terrasse, Sternwarte auf und beobachten bei fst 6.3 im Durchschnitt. Dafür muß ich eben fahren, wenn ich zum Einkaufen muß... So ist das eben, wenn man auf dem Dorf lebt.
    Aber gib mal nicht auf, den Versuch ist es auf jeden Fall wert.
    Und Filter grundsätzlich in 2" kaufen, meist beobachtet man große Nebel im Übersichtsokular. Und wenn nicht, dann bleibt der Filter im Adapter und darüber kann man die 1-1/4" Okulare wechseln, ohne den Filter dauernd umschrauben zu müssen. Das kann gerade im Winter recht gefährlich für den Filter werden, habe ich selbst erlebt. Klirr - und das Teil ist auf den Boden geflogen. Logischerweise nicht auf den Hilzboden der Terrasse, sondern auf ein Okular. Das war`s dann mit dem schönen Lumicon UHC Filter...

  • Hallo Johannes,


    damit Du eine Chance hast brauchst Du einen H-Beta Filter, am Besten in 2" Ausführung.
    Filter von Castell sind im Preis Leitungsverhältnis sehr gut.
    Bei Lajos habe ich ein solches Filter bei der AME für 75 Euro bekommen.
    Das 33mm Okular ist notwendig zum Aufsuchen.
    Wie mein Vorredner schon geschrieben hat, so weit wie möglich abseits von Lichtverschmutzung
    verbessert die Chancen für einen Erfolg.


    Ich habe B33 in den Alpen mit H-Beta bereits im 6" Kometensucher gesehen.

  • Hallo zusammen,


    wenn ich das so lese habt ihr es echt gut mit euren Bedingungen. Ich wohne ja wie gesagt schon im Grünen. Keine Ahnung, wo ich hinfahren könnte. Irgendwie ist immer irgendwo eine Störquelle in Form eines Bauernhofes, eines Dorfes, eines Flugplatzes, einer befahrenen Strasse oder sonstwas. Habe auch schon geguckt, wo es in Deutschland am Günstigsten ist. Die nächste Stelle ist etwa 70km entfernt... - Ostwestfalen. Vielleicht gönne ich mir das mal, aber jedes Mal so weit fahren ist schon (kosten)aufwendig.
    Danke für eure wertvollen Tips. Ich werde mir einen 2 Zoll-Filter kaufen. Ich hab jetzt mal eine blöde Frage. Was für ein Adapter ist das, wo man den 2 Zoll-Filter einschraubt und auch 1,25 Zoll- Okulare einsteckt? An meinem Adapterstück ist keine Einschraubvorrichtung.


    Gruß Johannes

  • Hallo Johannes,


    der Adapter steckt im 2" Okularauszug und ermöglicht es, 1-1/4" Okulare am 2" Auszug zu verwenden. Modernere haben am unteren Ende ein 2" Gewinde für eben die 2" Filter. Ältere oder billige haben dieses Gewinde oft nicht, ich habe auch eines ohne Gewinde, alle anderen haben eines.
    Ich habe nur Okulare mit 2" Steckhülsen in Verwendung. Alle 1-1/4" Okulare haben bei mir diesen Adapter dran, der so abgedreht wurde, daß ich bei keinem Okular nachfocusieren muß. Silche Standardadapter kosten wenig Geld und Du solltest Dir einen mit rückseitigem Gewinde besorgen. Ich denke, die liegen so bei ca. € 25.-

  • Hallo


    Ich habe nur einmal den Pferdekopfnebel mit dem 8Zoll Eindeutig gesehen.
    Mit den neuen 10 Zöller und zwei Zoll UHC Filter sind die Bedinungen auf eine Erfolgreiche Sichtung glaube ich besser.
    Ich benutze für den Nebel ein 26mm Meade mit 70° 22mm Nagler und 17mm Nagler.
    Mein Beobachtungsort ist eigentlich recht Dunkel,im Schnitt haben wir hier 6,5-6,9mag
    c.S. Mario

  • Naja Mario,


    da liegst Du visuell gesehen noch einiges über unserem Himmel.
    Schade, meine Augen sind eben zu alt oder zu schlecht, unter 14" ist bei mir nichts drin.
    Aber es zeigt sich doch deutlich, daß es mit 8" durchaus möglich ist (Filter vorausgesetzt). Johannes kann ich hier nur raten, sich bei optimalen Bedingungen mal auf den Weg zu machen (mit Filter ...) und einen dunklen Standort auszusuchen. Da sollten (einmalig) auch mal 150km drin sein!
    Ich bin selbst aus umweltbedingten Dingen auch dagegen, nur wegen einer Sichtung mehr als 150km zu fahren, aber irgendwann muß es ja mal sein, da kleife ich auch mal ein Auge zu (das Auge isst bekanntlich mit...)

  • Hallo zusammen,


    na dann werde ich mir so einen Adapter schleunigst kaufen. Das spart ja richtig Geld als doppelt Filter zu kaufen und wenns dann noch komfortabler beim Okularwechsel ist, umso besser.
    Ich bin gespannt, ob ich mit meinen PC-verstrahlten Augen den Pferdekopfnebel erspäen kann. Insgesamt ist mir schon aufgefallen, dass ich bei Objekten immer mehr Details sehe als am Anfang. Als ich z.B. die Andromeda-Galaxie oder auch den Jupiter diesen Herbst nach ca. 4 bis 5 Monaten Pause wiedergesehen habe, erschienen sie mir detailreicher. Ich bin gespannt, obs klappt und werde berichten!
    Was die Fahrerei angeht, vielleicht mache ich in den Weihnachtsferien mal so eine Tour.


    Gruß Johannes

  • 1) Das Wetter muss passen. Am besten ein Rückseitenlage, also ein Aufklaren nach Regen. Eine länger anhaltende Schönwetterperiode ist schlechter geeignet, dann ist zuviel Staub in der Luft
    2) Der Standort muss streulichtarm sein. Die Milchstraße in der Cassiopeia sollte reich strukturiert sichtbar sein
    3) Filter benutzen. Im 8-Zöller mit Hß war der Nebel möglich, mit UHC hat es nicht geklappt. Im 12er hat auch ein UHC gereicht
    4) eine genaue Aufsucharte mitnehmen
    5) Geduldig schauen. Zuerst musst du den Vordergrundnebel IC 434 ohne Probleme sichten. Danach kommt die Suche nach der Einbuchtung. Mehr als das wird es fürs erste nicht.

  • Sehr gut erklärt, Uwe!


    Dazu noch ein Tip: Im Katalog von ICS (www.intercon-spacetec.de), der dort auch im Netz steht, gibt es ein Vergleich mit und Ihne Filter für den Pferdekopfnebel (ohne, UHC, 0-III und H-beta Filter). Die Zeichnungen verdeutlichen recht gut, was sichtbar und was nicht sichtbar ist. Die (schwache) Einbuchtung sehe ich häufiger, den gesamten Komplex konnte ich noch nicht dingfest machen. Aber es macht immerwieder Spaß, danach zu suchen. Man schult das Auge dabei.

  • Hallo Uwe,


    okay, dann werde ich es so probieren. Ich hoffe, dass die Parameter alle passen werden. Gerade das Wetter ist ja hier so ne Sache...
    Ist es so, dass man als Anfänger nur schemenhaft etwas sieht, also dauert es Jahre, bis man wirklich einen Pferdekopf sieht?


    Gruß Johannes

  • Hallo zusammen,


    ich habe den "Pferdekopf"-Nebel an meinem 10" ACF ohne Filter dieses Jahr im Frühjahr nach mehrjähriger "Jagd" erstmals erhascht. Gesehen habe ich die Einbuchtung in der großen Nebelwand. Es war eine Ausnahmenacht mit hervorragender Luftruhe und toller Transparenz. Unsere Grenzgröße hier liegt, wie Winfried schon beschrieben hat so bei 6,5mag. Manchmal mag es auch ein bisschen mehr sein.



    Sehr geholfen hat mir die Sky-Safari-App auf Franks Tablet. Sein Apple-Display ist wunderbar dimmbar und ist auf dem Schoß ein echter Gewinn. Hätte ich früher nicht gedacht. Aber es funktioniert.


    Ich denke, dass man nicht so ohne weiteres die Pferdekopfform erkennen kann. Aber das hängt vom Gerät ab und ob man noch Filter einsetzt.
    Für mich war es immer die härteste Nuss und eine große Herausforderung, das Hottehü "einzufangen".

  • Hallo Pferdekopfspechtler und Novizen,


    wie der Uwe geschreiben hat ist die Transparenz der Schlüssel zu einer erfolgreichen Beobachtung dieses wunderbaren Objkets,
    dem Pferdle im All. Ich werde kommende Woche von meiner Lieblingsinsel (La Palma)aus versuchen den B33 mit 120mm Öffnung zu erhaschen.
    Der 16" ist mit dabei , da guckt das Gäule hinter der Stalltür hervor und zwinkert uns zu.
    Wir werden auch ohne Filter versuchen, aber als Option sind die Üblichen (UHC , H-Beta) mit im Köfferchen dabei.

  • Hallo Gerd,


    dann nimm aber den 16-ender, damit siehst Du nicht nur s`Pferdle, sondern auch s`Äffle...
    (schade, daß die heute nicht mehr kommen, die waren 1000x besser als diese blöden Mainzelmännchen)

  • Hallo zusammen,


    ich habe in Kürze den Lumicon H-Beta-Filter zur Verfügung. Wenn dann dieses ekelige Novemberwetter endlich verschwindet, kann die Jagd losgehen.
    Von der Position her dürfte der Pferdekopfnebel ja leicht zu finden sein. Bin gespannt, was ich so sehe.
    Ich werde berichten...


    Gruß Johannes