Jean Texereau ist tot

  • Wie eben aus französischen Foren zu entnehmen, ist Jean Texereau am 6.Februar im Alter von 95 jahren verstorben.


    Texereau war der Verfasser eines der wichtigsten ATM Bücher überhaupt:"How to make a Telescope"


    Das Buch lässt in seiner zweiten Auflage keine Frage zum Teleskopselbstbau offen und wird seinen Verfasser weit überleben, da es zeitlos gültig ist.


    Nach Tom Johnson von Celestron und John Dobson ist damit die letzte der grossen Persönlichkeiten der Amateurastronomie von der Bühne des Lebens abgetreten.


    Wer ihr Erbe antreten wird steht in den Sternen.

  • 95 Jahre sind ein gesegnetes Alter.
    Wenn Monsieur Texerau die letzten Jahre wie John Dobson bei guter Gesundheit erleben durfte
    hatte er hoffentlich ein langes und erfülltes Leben.


    1989 bekam ich von der IHK einen Buchpreis. Seit dem steht Texeraus Buch bei mir im Regal.


    Es gibt viele Sternfreunde welche die Evolution des Amateurteleskops weitertreiben
    nur werden Sie noch nicht entsprechend wahrgenommen.:smartass:

  • http://www.astrosurf.com/ubb/Forum2/HTML/040145.html



    damit er uns besser in Erinnerung bleibt. Leider hatte ich nie Gelegenheit, ihn
    persönlich kennen zu lernen.




    David Vernet hat viel von Texereau gelernt und ist weltweit wohl einer der besten Spiegelschleifer.
    Ein paar Anekdoten, beigesteuert von Rolf Arcan:


    David Vernet, der viel von Texereau gelernt hat, erzählte mir mal Folgendes: Bei dem Projekt von 1992 eines
    ultradünnen 1,52 m Meniskus von 24 mm Dicke für das Projekt OVLA von Antoine Labeyrie mit F 1,7 hatte
    Texereau zunächst ernsthafte Zweifel, ob so etwas gelingen könnte. Er meinte, damit solle er keine Zeit ver-
    lieren, da es nicht realisierbar wäre. Zwei Jahre später haben sie dann gemeinsam auf das Gelingen dieses
    Projekts angestoßen.

    Noch eine andere Anekdote über Texereau : In den sechziger Jahren hat ein wohl Verrückter mit seinem Revolver
    auf den 2Meter Spiegel des amerikanischen Observatoriums Mc Donald in Texas geschossen. Daraufhin wurde
    Texereau zu einer Expertise eingeladen. Er soll vor Ort gesagt haben : « Nun ja, die Optiker, die diesen Spiegel
    poliert haben, haben ihm Schlimmeres angetan als der Revolver. »


    Texereau war Weinliebhaber und seine besondere Vorliebe galt alten Burgunderweinen; Vernet und ein paar andere
    enge Freunde gehörten zu dem Kreis, die wohl des öfteren in den Genuss dieser Kollektion kamen.

  • lieber Larry,


    Nicht ganz ernst gemeine Anmerkung:


    Quote

    Nach Tom Johnson von Celestron und John Dobson ist damit die letzte der grossen Persönlichkeiten der Amateurastronomie von der Bühne des Lebens abgetreten.


    Wer ihr Erbe antreten wird steht in den Sternen.


    auf den beiden anderen Foren scharren doch einige schon kräftig mit den Hufen . . .

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    Am "Echo" auf AstroTreff läßt sich gut abschätzen, ob sich diejenigen, die dort das große Wort führen, sich
    überhaupt der Persönlichkeit von Texereau bewußt sind - vermutlich steht denen das eigene EGO schon
    sehr im Weg.


    Jedenfalls trifft man in der Szene häufig die eher stillen Zeitgenossen, die an fachlicher Größe Überragendes
    für die Hobby-Astronomie geleistet haben - und deren Leistung überdauert die Jahrzehnte, wennn nicht
    sogar die Jahrhunderte.


    Ich ja seit 56 Jahren in der Hobby-Astronomie aktiv und habe demzufolge höchst unterschiedliche
    Charaktere kennengelernt - die Maulhelden ebenso wie die fachlich kompetenten Sternfreunde, die
    ich mir zum Vorbild genommen habe.


    Im Internet-Zeitalter spült es erneut die Maulhelden nach oben, weil diese offenbar Angst haben, daß
    nicht alle Welt auf ihre großartigen Ergüsse aufmerksam werden. Ob einer etwas geleistet hat, entscheiden
    in der Regel seine Mitmenschen, weil es ihnen etwas nützt. Also wirbt genaugenommen eine persönliche
    Leistung für sich selbst und muß nicht unbedingt überall "hinaus-trompetet" werden. Das erleben wir im
    Augenblick am Thema "Micromamelonnage" oder am Thema "Lylot Test Auswertung".


    Texerau hatte damit viel Erfahrung gesammelt, David Vernet kennt ebenfalls die Feinheiten dieses
    Testes in der täglichen Anwendung. Plötzlich muß er sich von so ein paar popeligen Deutschen erklären
    lassen, wie das alles richtig funktioniert. Ich gehe aber davon aus, daß er das kaum registiert, wozu auch.


    Nur auf unsere deutschen "Experten" wirft das schon ein ganz schräges Licht. Brauchen die das ?