Jupiter am 17.02.2014

  • Nach gefühlt unendlichen Wochen fehlenden Astrowetters und nach ein paar Umstrukturierungen meiner Technik konnte ich die letzten 2 Nächte endlich wieder mal beobachten! Gestern war ich mit dem 80er TMB draußen. Das Seeing war schlecht, aber allein der bloße Anblick des klaren Himmels tat so gut, daß ich es heute wissen wollte und den 130er Zeiss rausschleppte. Und das war genau richtig. Jupiter war eine Augenweide und zeigte feine Details ohne Ende, besonders in den höheren Breiten. Während ich die erste Skizze aufs Papier brachte, ging der Mond auf - schon für diesen Anblick hat sich das rausfahren gelohnt. Zwischendurch ein Blick auf M82 mit der immer noch sehr hellen Nova und auf das Trapez mit heute 5 1/2 Sternen - das geht nur bei gutem Seeing! Dann noch mal Jupiter, wo sich die GRF-Gegend ins Bild zu schieben begann und die unterschiedlich großen Mondscheibchen auffielen - einfach schön! Den GRF habe ich nicht mehr abgewartet, man muß es ja nicht gleich übertreiben!
    Der Refraktor saß heute das erste Mal auf meiner neuen (gebrauchten) iEQ45. Eine sehr schöne Montierung, die die 17kg gut trägt und traumhaft nachführt, wenn man das als Visueller sagen darf! Demnächst wird noch das Stativ ausgetauscht, und dann habe ich das Equipment, wie ich es mir vorgestellt habe.
    Hier noch die Zeichnungen und ein Bild vom "Arbeitsplatz"!


    Grüße von Michael!

  • Hallo Michael,


    wirklich tolle Zeichnungen!
    Gestern war ich zum ersten mal in diesem Jahr "wirklich" draussen. Die Nacht war gut, ich wollte endlich mal die SN in M82 sehen, was auch gelang. Das Teil ist ja wirklich extrem hell!
    Jupiter war nicht so der Renner, ich muß mich wohl erst wieder einsehen, mehr als 5 Bänder habe ich nicht gesehen und das auch nur unter Anstrengung meiner Augen.
    Am Trapez konnte ich nur die "E" Komponente dingfest machen. Trotzdem mal wieder schön, endlich zum Beobachten zu kommen.
    Zum Zeichnen hat es aber nicht gereicht.

  • Vielen Dank für die Anteilnahme!


    Ich hatte gestern wieder mein Nagler Zoom im Einsatz, zum Zeichnen hatte ich 222fach als Basisvergrößerung und immer mal wieder auf 277fach hochgedreht. Bei der kleineren Vergrößerung war der Kontrast etwas besser.
    Schade, daß die Monde so weit auseinander standen. Ich hatte schon geschrieben, daß die unterschiedlichen Durchmesser und auch die Farben schön zu sehen waren, aber dazu mußte ich bei hoher Vergr. immer hin- und herfahren. Ich hatte mal das Glück, bei Spitzenwetter alle Monde dicht beieinander auf einer Seite des Planeten zu sehen. Ein unvergeßliches Erlebnis! Dafür war gestern die weitere Umgebung des Jupiter im 35er eudiask. einfach himmlisch!


    So kann's weitergehen!


    Grüße von Michael

  • Hallo Michael,


    klasse, deine Zeichnungen!!! Ich freu mich für dich und deine Beobachtungen. Bei mir ist im Moment termintechnisch am Abend alles zu. Nachher muss ich schon wieder weg :(


    Zur Montierung kann ich auch nur gratulieren. Ein Berlebach oder Holzstativ hat sie sicher nötig aber ansonsten ist sie wirklich gut. Frank, der oft bei mir ist, hat sie auch mit dem 10" ACF im Gebrauch und hat nach wenigen Modifikationen seine Freude daran. Sie lässt sich sogar über ein i-pad oder i-phone steuern. Das macht richtig Spaß.


    Nur der Sound ist noch nicht so nach meinem Geschmack. Da ist meine SXD mit den ESCAP (preislich natürlich nicht vergeichbar) im Sommer doch noch etwas Nachbarfreundlicher ;). Ja, ja, wenn sie auch alle bei offenem Fenster schlafen müssen...


    Aber nichts für ungut. Es geht voran mit den Beobachtungsnächten im Jahr 2014!!! Ran an die Bleistifte!!!

  • Hallo Michael,
    ich habe auch schon regelrecht Entzug! Immer wenn ich Zeit und Lust gehabt hatte, war es bewölkt, an den Tagen wo ich terminlich oder einfach körperlich nicht konnte war es klar! Ich möchte endlich wieder Jupiter klar und detailliert sehen - dir scheint es geglückt zu sein. Tolle Zeichnungen und danke für das Bild deines Equipments. Das passt visuell doch super zusammen! Ich denke das Stativ noch getauscht und du hast das Setup für's Leben. Mehr braucht man doch nicht!
    Das Trapez des Orion mit E und F muß ich auch noch mal knacken. Leider scheine ich hier nördlich von Berlin eine Seeingempfindliche Lage zu haben. Bisher war ich mit meinem 100er TMB erfolglos.


    Gruß Holger

  • Hallo Uwe und Holger,
    ja, da kann ich mitheulen, auch bei mir sind in der letzten Zeit ein paar brauchbare Nächte an andere Verpflichtungen verloren gegangen. Aber jetzt ist wenigstens mein Equipment einsatzbereit.
    Mein neues Stativ wird ein Elephant von Gerd Neumann, also eher eine Säule. Ich habe diese schon im Feldeinsatz erlebt - die Vorfreude ist groß, wenn sogar das original Stativ gestern schon brauchbar war! Eine Änderung werde ich noch vornehmen: ich lasse mir zur Zeit ein weiteres 5kg Gegengewicht aufbohren. Auf dem Foto sieht man die Gegengewichtsstange mit Verlängerung, das schwingt natürlich auch zusätzlich. Wenn dann alles dicht am Drehpunkt sitzt - nicht auszudenken!-)
    Den Nachführsound der iEQ finde ich gar nicht so schlimm, ein hörbares, aber nicht aufdringliches Summen. Was anderes ist natürlich das Goto-Jaulen! Aber ich beobachte weit weg von Nachbarn. Apropos Goto: bis jetzt hatte ich nicht mal einen Sucher im Einsatz, aber mit dem Goto habe ich mich schon angefreundet! Nach der Jupiterzeichnung schnell mal M82 eintippen und Enter - und schwupps, da ist die Supernova! Macht Spaß! Das Goto der iEQ ist übrigens sehr genau!


    Gruß, Michael

  • Hi Michael,
    ich habe ja eine heq5 pro, also auch mit GoTo und ich stimme dir voll zu. Nach vielen Jahren Astronomie macht es einfach Spass ein Objekt einzugeben und schwupp ist es im Gesichtsfeld. Einen wichtigen Punkt hast du auch angesprochen, den Schwerpunkt der Gegengewichte mőglichst nah an das Zentrum zu legen. Das bringt zusammen mit einem guten Stativ enorm viel Stabilität.
    Gruss Holger

  • Hallo Michael,


    Einen schönen Apo hast du da. Wie bist Du denn dazu gekommen? Hast Du ausser "B 130/1110" noch weitere Spezifikationen, die Du teilen könntest? Handelt es sich z.B. um einen vollständig luftspaltgetrennten B-Typ, oder sind 2 der 3 Linsen verbunden? Wenn ja, die vorderen oder die hinteren zwei? Und wie gross ist das Gewicht des Geräts?
    Gemäss Uwe Laux ("Astrooptik") seien für den B-Typ Öffnungsverhältnisse von f/10 bis f/20 als sinnvoll erachtet worden. Was hat Zeiss wohl bewegt, hier f/8.5 (und Deinen schönen Zeichnungen gemäss offensichtlich mit Erfolg!) zu verbauen? Handelt es sich um eine Einzelauflage oder sind noch mehr von diesem kurzbrennweitigeren Typ gemacht worden?


    Gruss: Beat

  • Hallo Beat!


    Ein Apo ist es nicht wegen der kurzen Brennweite. Aber es ist ein B-Objektiv mit 2 Luftspalten, auch nach der Gravur auf der Fassung. Eine Besonderheit: es sind zwei Fassungen, eine für die vorderen zwei Linsen und eine für die hintere Linse. Die Fassungen sind gegeneinander justierbar.
    Natürlich habe ich Nachforschungen zur Herkunft betrieben, aber es gibt keine "amtlichen" Unterlagen mehr. Ein Astrohändler, der es in den 1990er Jahren auf den Astromarkt gebracht hat, erzählte, es sei ein Fernrohr für militärische Erdbeobachtungen gewesen. Im Zeiss-Archiv gibt es zur Seriennummer keine Unterlagen mehr. Das Baujahr war etwa 1920, damals wären Sonderanfertigungen nach Kundenwunsch nicht unüblich gewesen. Wahrscheinlich ist es ein Einzelstück.
    Gefunden habe ich das Fernrohr in "Sterne und Weltraum" bei den Kleinanzeigen!-)
    Wie gesagt, es ist kein Apo, aber die Abbildung ist hervorragend, ein kleiner Blaufehler ist bei hellen Objekten zu sehen. Trotzdem sind Kontrast und Schärfe immer wieder überzeugend.
    Vor ca. 2 Jahren hatte ich parallel einen 130/780er TMB, Du fragtes damals, warum ich den verkaufen will. Ein Grund war mein zweiter 130er "Apo", nämlich dieser Zeiss. Im direkten Vergleich war der TMB fast perfekt farbrein, aber das "schönere" Bild lieferte immer der Zeiss.
    Ein Grund, warum ich damals den TMB gekauft hatte, war die Handhabung. Das Zeiss-Rohr wiegt 17kg, davon 9kg Objektiv! Inzwischen habe ich aber wieder alles passend zusammengestellt und bin froh, daß ich die alte Röhre noch habe. Für den Fall, daß der Rücken mal zwickt, habe mir einen langen, aber leichten Newton besorgt. Aber der Refraktor hat mich inzwischen wieder so überzeugt und begeistert, daß es sicher noch viele Zeichnungen von/mit dieser Optik geben wird!


    Gruß, Michael

  • Hallo Michael,


    dein Zeiss 130/1110 ist sicherlich dein "Endgerät". Die Öffnung und die Brennweite haben ihren Reiz. Ich selbst besitze ja einen 115/805 TMB der mir wunderbare Planetenbeobachtungen und hübsche Anblicke bei großflächigen Objekten liefert.


    Trotzdem haben Ralf Mündlein und ich beschlossen für uns einen 130/1200 Refraktor zu bauen. So farbrein wie´s geht und so leicht wie möglich. Dazu sollte er im Gegensatz zu einem Dreilinser schnell auskühlen (also schnell einsatzbereit sein). Wir bauen also einen Zweilinser, der dann schätzungsweise ca. 7 kg wiegen wird.


    Mittlerweile haben wir Tubus (von APM), die Fassungen (sind gerade beim Eloxieren) und die Optik beieinander. Die zweiten Linsen müssen noch geschliffen und dann alle vergütet werden. 130mm ist für uns von der Öffnung her ideal, noch recht gut händelbar, relativ seeingunabhängig und trotzdem geht neben Planetenbeobachtung auch schon im Deep-Sky Bereich einiges.


    Wir sind sehr gespannt, was rauskommt... :)

  • Ja, dieser Refraktor ist mir richtig ans Herz gewachsen! Ich habe ihn jetzt fast 15 Jahre, habe in dieser Zeit etliche Fernrohre probiert, aber er blieb immer, und immer kam ich irgendwie zu ihm zurück. Aber nicht nur schöne Beobachtungen verdanke ich diesem Teleskop. Es hat letztendlich zur Bekanntschaft mit Wolfgang Busch geführt, eine der "großen" Begegnungen in meinem Leben. Roger Ceragioli hat es begutachtet und in seiner Refractor-Design-Monografie erwähnt. Und schließlich habe ich viel recherchiert, gelesen und viel über Optik gelernt. Mein "Endgerät" ist es insofern, daß ich es wohl erst testamentarisch hergeben werde! Ich muß mal sehen, wie sich mein Newton macht (150/1300, wird gerade neu verspiegelt), und wenn mir ein FS-128 über den Weg laufen würde...
    Uwe, euer 130er Apo-Projekt verfolge ich mit großem Interesse! Bin gespannt, was da rauskommt!


    Grüße von Michael!