17.07.2005 Sphärometer - Pfeilhöhe bestimmen

  • 17.07.2005 Sphärometer - Pfeilhöhe bestimmen


    Bei manchen Beiträgen, die man auf bestimmten Astronomie-Foren trifft, hat man
    den Eindruck, daß manches Wissen in Vergessenheit geraten ist, zumal das
    kleine Buch von Kurt Wenske SuW Taschenbuch Nr. 7 Spiegeloptik, so gut wie
    nie in den Beiträgen zitiert wird. Die Lektüre kann ich nur empfehlen.



    Im vorliegenden Fall werden naßforsch Bilder von einem "Spherometer" (http://makeashorterlink.com/?N2225327B) veröf-
    fentlicht, die überhaupt nicht mehr nachvollziehen lassen, ob der Autor dieses
    geistigen Gedankengutes überhaupt weiß, wie er damit richtig umgeht.


    Zur Unterstützung derartiger Schmalspur-Veröffentlichungen die Formeln und
    anschließend ein paar Bilder, wobei die in der Industrie verwendete Meß-
    technik zur Radien-Messung hier nicht beschrieben werden soll - weil eine
    Anwendung aus dem Amateur-Bereich.





    In oberer Darstellung ist in der allgemeinen Darstellung die Pfeilhöhe mit z bezeichnet, siehe
    bei Wenske, SpiegelOptik SuW, Taschenbuch Nr. 7, Vehrenberg-Verlag 1978, 2. Auflage, und
    die Einfallshöhe mit H, während wir intern unten für die Pfeilhöhe "h" und "a" verwendeten.
    Das ist nur eine andere Form der Darstellung, von der man sich nicht verwirren lassen möge.


    Um Radien exakt messen zu können, muß entweder über eine scharfe Kante
    der Durchmesser des Meß-Auflage-Ringes bekannt sein, oder man geht gleich
    auf die 3-Punkt-Kugelmethode über, die eine exakte Auflage garantieren. Auch
    bei diesem Meßverfahren ist eine Differenzmessung über einen exakt bekannten
    Radius genauer, als über die Ermittlung der Pfeilhöhe, auch noch bei Verwendung
    einer tausendstel Meßuhr nicht exakt genug. Man merkt es spätestens, wenn
    man mit Foucault einen Radius ausmißt. Auf dem Bild sieht man die 2mm Stahl-
    Kugeln, die in eine exakt definierte Ring-Nut eingeklebt sind.



    Eine tausendstel Meßuhr liefert etwas genauere Meßwerte ab, in diesem Fall
    spielen aber bereits die richtige Temperatur und zuviel/zuwenig Auflagedruck
    eine Rolle.




    ThomasWest
    28.12.2005, 10:48
    Bescheidene Zwischenfrage.
    Was wird in der Formel für b eingesetzt? Das findet sich nicht in der grafischen darstellung?
    Rohr
    28.12.2005, 16:18
    Hallo Thomas,


    In der Formel b = 1, ist also der Radius der 2 mm Durchmesser Kugel gemeint.
    Bei einem größeren Durchmesser den entsprechenden Radius eingeben. Weil
    bei derartigen Messungen bereits ein hundertstel Millimeter eine große Rolle
    spielt, ist das nur eine Möglichkeit, den Radius von Kugelflächen zu messen.
    Bei Newton-Spiegeln ist das nicht so kritisch. Bei opt. Systemen natürlich zu
    ungenau. Da wird man bei Hohlfächen eine Schnittweitenmessung machen,
    bei Konvex-Flächen gegen ein Probeglas prüfen etc.
    Solche Fragen stellen sich immer dann, wenn man versucht, ein opt. System
    wie z.B. ein Maksutov-System auszumessen.