Stoyan ist ein totaler Phantast

  • Hallo Larry,


    Das heisst, er konnte den Preis um 33% senken, ohne Schaden zu nehmen.
    Das ist genau der Rabatt, den der Einzelhandel bekommt. Nur so nebenbei. Nur der Großhandel bekommt maximal 50% laut Gesetz (Maximalrabatt), in der Regel aber 45% oder das, was der Verlag anbietet.


    Generell gebe ich Dir aber recht, das Betteln um Kunden ist fast schon unverschämt. Er hätte lieber sein Heft umstellen sollen, so, wie es sich seine Kunden wünschten. Und nicht, wie es diejenigen wünschten, die dort Anzeigen geschaltet hatten. Denen hat er nämlich das Wort gewedet, wer nich Anzeigen schaltete, der hatte halt die schlechteren Waren...


    So geht es nicht und viele haben das begriffen und das Heft (so wie ich auch) gekündigt.


    Ich kann auf dieses Heft gut verzichten, Sterne & Weltraum ist neutraler, wissenschaftlicher und glaubwürdiger. Das Jounal der VdS sowiso. Ich lese beide - und das reicht auch. Man braucht kein Interstellarum.

  • Hallo,


    es wäre nicht das erste Astro-Magazin, das seinen Betrieb wieder einstellt. Den Star Observer hatte ich auch einmal
    abonniert - die Kündigung hatte sich dann erledigt. Sky and Teleskop erhielt ich ebenfalls eine Zeitlang, zu letzt
    archivierte ich die Ausgaben - zum Lesen kam ich eher selten. Auch die Schweizer Orion-Zeitschrift erhielt ich eine
    Zeitlang. Interstellarum hat jetzt offenbar auch das Zeitliche gesegnet. Lediglich SuW scheint mir treu bleiben
    zu wollen.


    Nun werde ich aber ebenfalls älter, sodaß ich mir die bange Frage stelle, wie lange ich diese Magazine überhaupt
    noch lesen werde. Damit hätte sich die Frage für mich auf natürliche Weise erledigt. Mit anderen Worten:


    Der Stoyan bräuchte mal wieder eine erfolgreiche Geschäfts-Idee.

  • Stoyan hat jetzt in einem Posting ausführlicher Stellung bezogen.


    Ich fürchte, da ist nichts mehr zu machen.


    Stoyan hat 100%ig das Profil eines Pleitiers.


    Es läuft darauf hinaus, das laut Stoyan eigentlich alles zu Besten steht.


    Mehr Kunden als jemals zuvor, Inhalte exakt dem dem entsprechend, was die Kunden wolllen.
    Aufmachung,Layout, Inhalt, Werbeeinnahmen -alles bestens.
    Nur dass man mit dem Geld halt nicht hinkomme, und mehr Einnahmen brauche.


    Mit dem zusätzlichen Geld will er Gehälter aufstocken, noch mehr Personal einstellen, und noch ambitioniertere Projekte
    in Angriff nehmen.


    Styan ist nicht zu retten.


    Ein schneller Überblick ergibt, dass sein Problem die drückenden Personalkosten und die geradezu unglaubliche Ineffizienz seiner
    Produktion sind.


    Das Kerngeschäft ist, dass sieben Vollzeitmitarbeiter, sowie weitere freie Mitarbeiter, in einem Jahr 8 Hefte mit je ca.90 Seiten Umfang produzieren,
    wobei ein substantieller Teil der Seiten aus Werbung besteht.


    Und jetzt will er noch mehr Personal einstellen. -Hoffnungslos.


    Die Geldeintreibeaktion ist zu scheitern verurteilt.


    Es ist so, dass er jetzt schon 50% Abonnenten hat.
    Die Hoffnung 100% Abonnenten zu bekommen, ist ein Wunschtraum.


    Sterne und Weltraum hat 70% Abonnenten.


    Dass Stoyan auch nur auf diesen Prozentsatz kommen kann, halte ich für ausgeschlossen.
    Das Klientel von SuW und Interstellarum kann nicht verglichen werden.


    Die Leser von Interstellarum sind viel volatiler, und kaufen die Zeitschrift, im Gegensatz zu SuW, nur, wenn etwas drinnen steht, was sie interessiert.
    Dieser Kundenkreis hat an einem Abonnement grundsätzlich kein Interesse. SuW Leser kaufen ihre Zeitschrift aus Prinzip.


    Selbst wenn er auf den Abonnentenprozentsatz von SuW käme, so wäre das ein Zuwachs von lediglich 20%.


    Wer in dieser Situation sein Geld bei Stoyan investiert, muss verrückt sein


    Was Stoyan eigentlich will, ist eine Anleihe mit angesagter Pleite.
    Also: Ich will Eurer Geld. Kommt genug zusammen, machen wir weiter, ansonsten hören wir auf, und Ihr bekommt Euer Geld zurück.


    Das feine Detail hierbei ist, dass die Geldgeber Ihr Kapital nie wieder sehen, wenn Stoyan Insolvenz anmelden muss.
    Er kann dann nicht mehr zurückzahlen, selbst wenn er will, weil er dann nicht mehr Herr über sein Vermögen ist.
    Ist dann nicht genügend Insolvenz-Finanzmasse da, um alle zu bedienen, gehen die Letzten leer aus.
    Das sind immer die Endkunden.


    Ich darf daran erinnern, dass Vehrenberg -der Inbegriff des seriösen und alteingesessenen Astrohändlers- in die Insolvenz gegangen ist.
    Das bedeutet immer, dass irgendeiner seiner Gläubiger sein Geld nicht wiedergesehen hat.
    Vehrenberg hat wider besseren Wissens solange weitergemacht, bis er aus dem Verkehr gezogen werden musste.


    Stoyan ist der gleiche Typ.
    Er lässt bis zur letzten Sekunde den Verlag mit voller Kraft laufen.


    Stellt er die Produktion ein, hat er ab da nur noch Kosten, die alleine durch die Rücklagen des Verlags gedeckt werden müssen.


    Er sitzt dabei bis ganz zum Schluss auf ungekündigten Mitarbeiterverträgen und ungekündigten Mietverträgen, die er weiter bedienen muss.


    Interstellarum ist am Ende.


    Und Stoyan ist dafür verantwortlich.
    Mit ihm gibt es keine Zukunft.


    Ich sehe die einzige Chance darin, dass sich der Verlag einem grösseren Verlagshaus anschliesst,
    die Redaktion radikal verschlankt,diese sich nur mit Inhalten befasst, und die eigentliche Produktion dem Verlagshaus überlässt.


    Sonst wirs nichts mehr.


    CS
    Larry

  • Hallo Larry,


    wäre schön, wenn Du die fraglichen Links in Deinem Text aufnehmen würdest, Dann kann man
    das besser nachvollziehen.


    Grundsätzlich erledigen sich manche Sachen von ganz von alleine . . .


    Vielleicht so:



  • Hallo Wolfgang,


    Mach ich gerne.


    Hier ist der Link.


    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=173358&whichpage=9


    Falls Dir eine ganze Seite angezeigt wird, es ist der 5. Beitrag von oben.




    Hier zur Insolvenz von Vehrenberg:


    http://www.juelich-bonn.com/jForum/read.php?4,8908,8929



    Hier die Mediadaten von Interstellarum:


    http://www.oculum.de/interstel…nload/2014_Mediadaten.pdf


    Von Intresse ist Seite 11 des PDF (Herausgeber und Verlag).


    Die Mediadaten von 2014 unterschlagen erstmals die Anzahl der Kioskverkäufe.
    In früheren Jahren wurden diese mit angegeben.


    Beweis:
    http://www.oculum.de/interstel…nload/2013_Mediadaten.pdf



    Hat er vielleicht einen Grund, die Zahlen der Kioskkäufer zu verheimlichen?




    Freundliche Grüsse von
    Larry

  • Hier der aktuelle Bettelaufruf zur Vorweihnachtszeit - ob da nicht eine Spende für "Brot für die Welt" sinnvoller wäre ?
    Jedes Jahr gehen in D tausende von Betrieben pleite ...da muss man nicht immer die Schuld bei anderen suchen, sondern mal überlegen, was man falsch gemacht hat oder ändern könnte. Es zeugt von einer armseeligen Ideen- und Konzeptlosigkeit, wenn dann nichts anderes übrig bleibt als ein Spendenaufruf...


    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=174236



    Mfg Michael

  • Danke Michael,


    das ist genau meine Meinung.
    Auch ich kämpfe mit meinem Verlag ums Überleben, wir sind halt in einer noch größeren Niesche als Stoyan.
    Es würde mir aber nicht im Traum einfallen, betteln zu gehen, da würde ich mich vor mir selbst schämen.