Fokallage verschiedener Okulare und der Stellweg eines Drehfokussierers

  • Hallo Freunde der Nacht,


    wieder einmal ist eine Erkältung halbwegs überstanden und auf den Tisch liegt der Ordner mit den ersten
    Zeichnungen zu meinem Selbstbau-Teleskop. Der Himmel ist auch schon wieder grau in grau...


    Ich besitze einige Okulare (Plössl und einige andere) und habe sie schon an meinem 76/700 Newton benutzt. Den Mond im Fokus habe ich einen Zollstock benutzt um den Abstand zwischen Tubus und Oberkante Okularauszug zu messen. Ergebnis: In einem Bereich von einem Zentimeter sind alle Okulare im Fokus.
    Kann ich dieses Ergebnis 1:1 vom 3-Zoll f/9,2 Newton auf mein noch nicht gebautes 8-Zoll f/6 Newton übertragen?
    Und das viel interessantere:
    Diese Messung ermittelte nur den benötigten Bereich, aber nicht die absoluten Positionen.
    Wie kriegt ich denn den absoluten Wert für die Position ermittelt?


    Meine Idee wäre, gar nicht die Position vom Hauptspiegel aus zu ermitteln sondern vom Fokuspunkt aus.
    Dazu würde ich Butterbrotpapier vor den leeren OAZ zu kleben, den Mond ohne Okular auf dem Butterbrotpapier in den Fokus zu setzen und die so gefundene Position wäre dann mein "Nullpunkt". Der wird markiert. Dann am besten noch mal alle Okulare messen um die Werte mit Bezug auf diesen Nullpunkt zu ermitteln. So könnte ich mein Teleskop so bauen daß der Punkt der größten Schärfe für alle meine Okulare (und hoffentlich einige andere) im Stellbereich des Drehfokussierers liegen wird. Letzte Millimeterarbeit erfolgt dann ggf über die Höhe des Hauptspiegels, aber da will ich aus Platzgründen keine 5cm Stellweg einplanen, eher nur 1cm. Eine der drei Stellschrauben soll am Ende gar nicht mehr verstellbar sein, damit der Spiegel nicht rauf oder runter wandert.


    Kann das funktionieren oder mess ich dann Blödsinn?
    Die Brennweite des 8"-Spiegels habe ich ähnlich ermittelt, allerdings ohne Fangspiegel.


    Klare Nächte euch allen
    Detlev


    Nachtrag:
    Mit einem rund ausgeschnittenen Stück Papier über dem OAZ fand ich den erbsengroßen Mond, konnte aber nur schwer bestimmen ob er scharf fokussiert ist oder nicht. Die Lösung war ein Tropfen Öl auf dem Papier. Jetzt war es durchscheinend, aber der Mond immer noch klein. Mit dem umgedrehten 32er Okular als Lupe ging das scharfstellen dann ganz gut.


    Die Ergebnisse auf etwa 1mm genau, genauer brauche ich es eh nicht:
    Positive Werte bedeuten der OAZ wurde herausgedreht,
    negative Werte bedeuten dementsprechend das der OAZ eingedreht wurde.


    Ohne Okular : +/- 0 (Referenzpunkt)
    6mm TS Superplössl: 0
    9mm TS Superplössl: +1
    25mm Celestron Plössl: 0
    32mm TS Superplössl: -1
    6mm TS HR Planetary: +1
    8-24mm Seben Zoom @ 8mm: -1
    8-24mm Seben Zoom @ 24mm: -1
    Bastel-Okular aus einem defekten 8x30 Fernglas: +22 (!)


    OK, das Bastelokular verdirbt das Bild, aber das hab ich eh nur genommen weil es
    mir gerade in die Hände fiel.

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1000 Zollstock-Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton


    https://astronomiefreunde-kn.de/

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