Skywatcher 150/750 Newton auf HEQ5gt für Astrofotografie

  • Hallo erstmal,
    Da dies mein erster Beitrag hier im Forum ist, stelle ich mich einmal kurz vor:
    Ich heiße Markus, bin 18 und komme aus dem Osten Österreichs und hab eher mittelmäßig bis wenig Erfahrung mit Himmelsbeobachtung bzw. Fotografie durch ein Teleskop.
    Mit meiner Dslr hab ich schon ein paar schöne Weitwinkel-Aufnahmen von der Milchstraße geschafft.
    Vor ein paar Jahren hab ich mal ein "kleines" 114/1000 Billigteleskop bekommen, das mir leider sehr schnell die Lust genommen hat, da die Montierung wackelig war und die Optik selber natürlich auch nicht das gelbe vom Ei war..


    Jetzt hab ich wieder richtig lust bekommen, richtige Deep-Sky Aufnahmen zu machen und im Moment verfüge ich auch über ein größeres Budget (1300-1500€).. wobei 1500 schon die oberste Schmerzgrenze ist.
    Da ich dank meinen Erfahrungen und auch schon vielen Ratschlägen von anderen Sternenfreunden mitbekommen hab, dass die Montierung bei der Fotografie wichtiger ist als das Teleskop selbst bin ich von meine Entscheidung ein 150/750 Newton auf eine EQ3 zu bauen sehr schnell abgekommen..


    Ich hätte ein Angebot für eine HEQ5 für 1000€ und den Tubus für ~330€, jedoch brauche ich dann noch Komakorrektor und 1 oder 2 Okulare, wobei ich aber eh nicht vorhabe durch Okulare zu fotografieren oder visuell zu beobachten.


    Nun zu meinen eigentlichen Fragen:
    Steht dieser Tubus auf dieser Montierung stabil genug um bei korrekter Ausrichtung und Fokalprojektion ~30sek Belichten zu können?
    Ist der beiliegende Polsucher verwendbar oder muss ich da auch noch was dazukaufen?


    Ich hätte ein gebraucht Angebot für 1100€ mit einem 200/1000er auf einer HEQ5, trägt die Montierung den auch noch?


    Was brauche ich noch alles, wenn ich mich für das 150er HEQ5 entscheiden würde?


    Teleskop
    Montierung,
    T2 Adapter (oder lieber ein einfacher?)
    Komakorrektor (geht der in Ordnung?)
    Stromversorgung (wie lange kann ich die GoTo mit den 23 Ah ca. betreiben?)
    1, oder 2 Okulare? Wie gesagt, viele brauch ich eig nicht, vlt auf und zu mal durchschauen.
    Liegt ein 2" auf 1 1/2" Okularadapter bei?


    (mit über 1600€ zerschlägt das meine Schmerzgrenze komplett)




    Danke im Voraus :thumbup:

  • Hallo Markus,


    Die Montierung ist für 200/1000mm Newton schon wieder an der Belastungsgrenze, mit Kamera und Zubehör zur Nachführung!
    Du soltest dich entscheiden Visuell oder Fotos!
    Visuell sind 200/1000mm gut, fotografisch Anspruchsvoll in der Handhabung, Justage, Tubusseeing und Temperaturkontrolle!
    Klar, da gibst es für alles Abhilfe, die aber auch wieder daran montiert verkabelt und betrieben werden muss!


    Für Einsteiger sind Refraktoren leichter zu händeln!
    Ich denke für sehr gute Astrofotos ist ein 70 - 90 mm ED APO auf der HEQ5 die beste Lösung!
    http://www.teleskop-express.de…ug---optischer-Tubus.html
    Link zum Flattner > http://www.teleskop-express.de…0mm-f-7-ED-Refraktor.html


    Schau dir die Bilder an die damit gelingen wenn der Astrofotograf es ernsthaft anpackt!
    Mit 80mm ED http://www.astrobin.com/199734/B/ ; http://www.astrobin.com/201066/ ; und hier http://forum.astronomie.de/php…merika_zum_Pelikan#UNREAD ; mit 80mm in SW > Full Version ; http://forum.astronomie.de/php…er_Brennweite#Post1155223 ; Oder auch mit Schmalbandfilter sowas hier http://www.astroimages.at/gallery/pelikan-5.htm + hier http://www.astroimages.at/gallery/nan-pelikan-1.htm


    Für solche Bilder, musst Du mit einem 200/1000 Newton schon kräftig rudern, bis es damit auf einer voll ausgebauten EQ6 klappt!
    Dafür wird sich aber dein nötiges Budget dann verdreifachen!


    Visuell ein 200/1200mm Dobson dann das Richtige! um die Wartezeit (Belichtungszeit )gestalten zu können!


    Gruß Günter

  • Danke für die frühe Antwort.


    Warum denn ein Refraktor für Fotografie? (Sorry für die dumme Fragen, aber mit Refraktoren hatte ich noch rein gar nichts zu tun.)


    Dann werde ich wohl den 150/750er auf ner HEQ5 zu Fotografieren nehmen und den 200er auf ne Dobson Montierung packen.


    Gibts die fertige irgenwo zu kaufen, oder muss man sich die selber bauen?
    Ich würde ja schließlich nur die Dobson Montierung brauch und kein Teleskop mehr.

  • Hallo Markus,


    warum? Such mal 150mm Newton Fotos die annähernd mit den oben in den Links gezeigten mithalten können!
    Das muss doch einen Grund haben?
    Und der liegt in der Anfälligkeit eines offenen Systems, auf die vielfältigen äußeren Einflüssen,
    und Anderer, oft die unzulängliche Festigkeit der dünnen Blechtuben, die hohe Beladung auf der Tubusseite mit verbiegen quittiert!


    Ich habe noch kein Foto mit 3 - 7 Stunden Gesamtbelichtung von einem 150mm Newton gefunden, halten die 1-3 Stunden lange am Stück nicht durch?
    Thermodrift, beschlagen oder vereisen, klar kann man alles mit extra Geräten + Kabel auch noch drannhängen + beseitigen!
    Mit dem entsprechendem Aufwand ist das sicher alles machbar! Nur wie viele gute Nächte hat man, dunkler Aufnahmeplatz aufsuchen, aufbauen und Alles einrichten, da freut man sich wenn der Aufwand so klein wie möglich bleibt!


    Gruß Günter

  • Hallo Markus,


    erstmal sich damit vertraut machen bei Mond und Sonnen( natürlich mit Filterfolie Dichte 5 ) Beobachtungen machen und zeichnen,
    so lernt man richtig, das Auge zu positionieren und beim Okularbeobachten einen ruhigen Einblick zu finden!
    Dabei findet man die kleinsten Details zwischen Bergen und Katern auf dem Mond, die man bei flüchtigem hinsehen verpasst!


    Danach erst mit Fotos mit Kamera und Objektiv huckepack auf dem Teleskop mit Fadenkreuzokular nachführen, dabei erlernt man das Händling beim Positionieren und Nachführen am besten!


    Ist da da schon recht Fit, auch in der Bildbearbeitung am Rechner kann man mit Gudingkamera zu nachführen auch durchs Teleskop versuchen!


    Jede Ungeduld auf tolle Farbfotos ist verständlich, bring einen aber nicht zum erhofften Ziel!


    Hier entwickelt sich auch was zu dem Thema!
    Astrofotografie - allererste Schritte


    Gruß Günter

  • Hallo Markus,


    auch von mir kommt (wie immer) der Tip, erstmal das meiste Geld in eine stabile Montierung zu stecken. Die HEQ5 ist da schon eine brauchbare Basis, solange Du eben nicht mit einem großen Newton Astrophotos machen willst.
    Ein 6" Newton ist zum Beobachten schon ein guter Einstieg. Damit habe ich auch angefangen. Aber warum der 750er? Wenn Du zum 900er greifst, kommst Du auf F6, womit Du deutlich weniger Geld in teure Okulare stecken mußt, um eine gute Abbildung zu bekommen. Photographisch ist eine HEQ5 natürlich mit so einem Newton überlastet.


    Wie schon von Günter geschrieben, auch von mir der Vorschlag, den Einstieg in die Astrophotographie mit einer Spiegelreflexkamera und einem Zoomobjektiv zu beginnen. Du wirst erstaunt sein, wieviel damit schon machbar ist! Hier ein paar Aufnahmen, die ich so mit einer Canon EOS 450D (ohne IR Filter) und nur Objektiven gemacht habe.


    http://www.astrobin.com/193467/
    Das ist eine Milchstraßenaufnahme, erstellt mit einem Tamron Zoomobjektiv auf 18mm.


    http://www.astrobin.com/193478/
    Hier die Andromedagalaxie M31. Aufgenommen mit einer billigen Canon 50mm Festbrennweite. Leider hab ich das Abblenden vergessen, deshalb sehen die Sterne am Rand nicht schön aus.



    http://www.astrobin.com/179417/
    Und hier ein Ausschnitt vom Orion mit dem großen Orionnebel, Pferdekopfnebel und Flammennebel. Auch wieder mit dem Tamron.



    Solche Aufnahmen bekommst Du ohne Teleskop recht schnell hin und brauchst meist nicht einmal Guiding. Wenn Du dann an die Grenzen stößt, dann hast Du genug Erfahrung gesammelt, um zu wissen, in welche Richtung es denn wirklich gehen soll. Dann wäre die nächste Anschaffung z.B. ein ED-APO Refraktor und vielleicht ein Autoguider, um sich an die wirklich schwierigen Objekte zu wagen. Steigst Du sofort voll ins Geschäft ein, verbrätst Du womöglich viel Geld und stellst am Ende fest, daß Du für Dein Interessensgebiet eigentlich etwas ganz anderes bräuchtest.



    Gruß Rene

  • Danke für die super Infos.


    Ich hab mich jetzt mal für den 150/750er auf einer eq5 entschieden, wegen eines Top-Angebotes, das ich fast nicht ablehnen konnte..


    Mit der Zeit wird sichs eh sowieso zeigen, wie lang ich mich für das Hobby begeistere bzw ob ich nacher noch einmal eine stärkere Montierung mit "richtigem" Teleskop kaufe.



    Welcher Komakorrektor wäre für das Rohr fotografisch zu empfehlen?


    MPCC von Baader
    oder
    Gpu Gyulai


    Ist der teure wirklich das Geld wert?

  • Hallo Markus,


    der 150/750 ist ein richtiges Teleskop, richtig eingesetzt vom einem ambitionierten Sternfreund kann man damit solche Bilder machen
    Astrofotos mit 150/750mm newton


    vorschau.jpg vorschau.jpg aus > http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=124776 hier sind weiter unten Fotos aus einem Astro - Foto Wettbewerb, die zeigen das es nicht auf größere Optik ankommt!
    NGC7293.jpg mit 72mm APO


    oder hier aber auf der schwächeren EQ5:
    http://www.teleskope.at/telesk…newton-mit-eq5-synsky.php



    Gruß Günter

  • Wow, die Bilder sind echt super.. ich bin neugierig ob ich jemals sowas schaffe.. hoffentlich mit viel Geduld.


    Ich hab das Set um 930€ bekommen, ein 5mm Baader Hyperion Okular (Sollte gar nicht so schlecht sein, hab ich gelesen) und den Komafilter krieg ich noch nachgeliefert.