"Gleichgerichteter" Winkel-Sucher für Newton

  • Hallo,


    Ich will mir für meinen 12 Zoll Dobson (rein visueller Beobachter) endlich einen - zur Größe des Hauptinstruments passenden - Winkelsucher zulegen / bauen. Ich dachte an 80 mm Durchmesser.
    Mein 50 mm Geradsichtsucher bereitet mir - altersbedingt - inzwischen Nackenschmerzen.



    Es nervt / verwirrt gewaltig, daß bei Winkelsuchern mit Zenitprisma das Bild (im Verhältnis zum Newton-Hauptinstrument, wo das Bild "auf dem Kopf" steht) immer komplett "verdreht" ist (aufrecht, aber seitenverkehrt). Beim Refraktor ist das egal, weil man bei einem Refraktor sowieso meistens mit Zenitspiegel /-prisma schaut und die Bilder deshalb "parallel" sind.



    Es ist mir vollkommen unverständlich, daß die Astro-Händler die Newton-Kunden diesbezüglich (= hinsichtlich Sucher) nicht bedienen. Man findet ansolut ... NICHTS.



    Nach langen Hin- und Her-Überlegen, meine ich, daß das beste und günstigste Lösung der Umbau eines kleinen Newtons wäre, wie z.B. der 76 mm Skywatcher Infinity, den es sehr günstig zu kaufen gibt: . Ich muß natürlich das blaue Plastik demontieren und dem Newton ein neues, möglichst leichtes Gehäuse verschaffen.



    Dann muß ich zwar die Sternkarte auf den Kopf drehen, aber das Bild ist dann wenigstens im Sucher und im Hauptinstrument "gleichgerichtet".



    Andere Alternativen sind entweder teuer:
    (1) Das Pentaprisma von Kasai (http://translate.google.com/translate?u=http%3A%2F%2Fwww.kasai-trading.jp%2F&langpair=ja|en&hl=fr&ie=UTF-8) [Knopf oben links, dann Accessories/prism and Mirror] kostet allein - ohne 80 mm Sucher - schon 22.000 YEN + 167 € und außerdem ist der Lichtweg viel länger als bei einem Zenitspiegel, was bei den gängigen 70/80 mm Suchern, bei denen man die Okulare wechseln kann, Probleme bereitet. (Man müßte den Sucher kürzen).
    (2) Dem deutlich günstigeren 2 Zoll Zeiss Doppel-Spiegel (http://www.bw-optik.de/optisch…55/2-pentagon-planspiegel) ein passendes Gehäuse zu verschaffen, überschreitet meine manuellen / technischen Fähigkeiten. Außerdem erscheint mir ein 2-Zoll Doppel-Zenitspiegel zu schwer und zu unhandlich für einen Sucher.



    Oder habt Ihr noch eine andere Idee ?



    Vielen Dank



    Rudi

  • Hallo Rudi,


    soweit ich weiß hat dieses "Blaue Wunder" ein fest eingebautes "Okular" drin, die Vergrößerung wäre also
    vorgegeben.


    Hier bei "Pearl" gibt es ein 76/300 das sich vielleicht einfacher umbauen lässt.
    http://www.pearl.de/a-NX4024-4233.shtml
    Es dürfte von den Daten her identisch zum Celestron Firstscope 76 sein daß ich selber besitze.


    Zum Firstscope 76:
    Es wiegt ohne Montierung ca 700gr. , seitlich ragt eine M10-Schraube heraus
    mit der es an der Montierung befestigt wird.
    Der Tubus ist mit Dekorfolie beklebtes Alublech, der Okularauszug ist aus Plastik.
    Der Hauptspiegel ist ab Werk nicht justierbar, der Fangspiegel zumindest etwas justierbar
    (3 Schrauben drücken auf ein Stück Gummi, genau wie beim Infinity 76)
    Wenn man die Schraubenlöcher am Tubus etwas auffeilt kann man den Hauptspiegel in
    Grenzen justieren.


    klare Nächte
    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1200 Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton (2x) | Frisch gepflückt: 200/1200 Dobson


    https://astronomiefreunde-kn.de/

  • Merci Detlev,
    besonders für die Details und ganz besonders die Gewichtsangabe. 700 gr das müsste zu machen sein.
    Ich hatte so ähnliche Angebote wie das von Pearl auch schon gesehen, aber ich zögere, wegen des doch schon sehr "klobig" aussehenden Okularauszuges.
    Der Infinity-Auszug scheint mir "feiner" zu sein. Bei Interesse Deinerseits, hier ist ein Link zu einem Thread mit einem Bild vom Okular http://stargazerslounge.com/to…00-eyepiece-fallen-apart/ (und dort auch, weiter unten, ein Link zu Celestron, wo der Okularaufbau detailliert beschrieben und abgebildet ist). Am unteren Ende des - langen - Okulars muß wohl auch noch eine Umkehrlinse sitzen, denn das Bild im Infintiy ist aufrecht und seitenrichtig. Das läßt mir verschiedene Optionen beim Umbau. Ich meine / hoffe, ich kriege das irgendwie hin.
    Vielen Dank also für deine Hilfe; ich melde mich mit (oder ohne) Bilder(n), wenn ich mit dem Umbau (oder mit den Nerven) fertig bin.
    Ciao

  • Hallo Rudi,


    so wie ich die Bilder verstehe ist beim Infinity Okular und Okularauszug zu einer Einheit kombiniert. Das erklärt warum man das Okular nicht wechseln kann.
    In das was wie eine etwas lang geratene Okularhülse aussieht ist eine schräge Nut eingefräst. Dort steckt wahrscheinlich ein kleiner Zapfen drin
    und so kann man durch drehen des ganzen diesen Teil der Optik heben und senken und so den Fokus finden.
    Die "Steigung" dieser Nut sieht aber recht steil aus. Ein Vierteldrehung überstreicht den kompletten Fokussierweg. Das könnte etwas fummelig werden da den Fokus zu finden.
    Sowas hat mein Firstscope 76 nicht, dort ist ein klassischer Okularauszug mit "Zahn und Trieb" verbaut, so wie bei vielen anderen Einsteigerteleskopen auch.
    Auch damit ist es nicht einfach den Fokus zu finden. Das liegt wahrscheinlich an den "schnellen" Öffnungsverhältnis f/4.


    Steck nicht zuviel Geld in so ein 76/300 beim Kauf. Die sind alle keine Kometenjäger und wer mehr will muß eh basteln.
    Mein Firstscope ist auch gerade auf der Werkbank. Eine genauere Prüfung ergab daß der Fangspiegel schief geklebt ist und sich nicht genug justieren lässt.
    Ich überlege ob ich nicht gleich einen neuen Fangspiegelhalter aus Holz und eine gebogene Fangspiegelspinne aus einem Sägeblatt baue.
    Sowas hier:
    https://stellafane.org/tm/dob/ota/holder.html
    Zum Okularauszug:
    Gerade hab ich einige alte Objektive gekauft. Ich habe gar keine Kamera dafür aber ein samtweich laufender Drehfokussierer gebaut aus einem alten Objektiv
    hat schon so manches Teleskop verbessert. Erst mal sind andere Aufgaben wichtiger, aber bei mind. 30 Jahre alten Objektiven kommt es auf 'nen Monat nicht an.
    "Zwischen den Jahren" findet sich meist etwas Zeit.


    Viel Erfolg
    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


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  • Hallo Detlev und alle,



    (danke für Deine weiteren Ausführungen und den Link, Detlev).



    Der kleine blaue Pinguin ist gerade angekommen (Ausruf meiner Frau: "oh, wie süß") ... und bekam sofort sein "first (sun-)light".



    ich habe Fotos gemacht, siehe Anlagen:



    (1): Okularauszug abgedeckt
    (2): die "Schüssel", auf der er butterweich läuft.
    (3)+(4): Rückseite mit Schrauben und "Naht", an der man das Gerät - wohl - längs auseinandernhemen kann. Ich muß ihn also - sehr wahrscheinlich - nicht quer durchsägen. (Meine Frau war wieder zufrieden, nachdem ich ihr zuvor bereits angekündigt hatte, daß ich den Pinguin "schlachten" will).
    (5): (wohl ein) 20 mm Okular mit "Laufschienen". Hülse aus Plastik.
    (6) die "Noppen" (schwarz) innen (sorry, nicht ganz scharf) am (blauen) in das Gerät integrierten Okularauszug.
    (7) Okular von unten mit der - vermuteten (siehe im Thread weiter oben) - Umkehrlinse.
    (8) Überraschung: wenn man die untere Linse herausschraubt, kommt einem des weiteren ein MINI-MINI-Prisma entgegen (ich hoffe man sieht es auf dem Foto). Das Geheimnis der Bild-Umkehrung !!!



    Auch ohne den Umkehrsatz (Vergrösserung dann wohl 15x = 20 mm) liefert das Teleskop (am Tage) ein vollkommen farbreines und "geradlinig-linientreues" Bild (an der Nachbarhaus- und Dachkante getestet). Allerding ist der Fokusbereich sehr "kurz", dies ist deutllich besser mit dem Umkehrsatz.



    (9) Haupt- und Fangspiegel: der Hauptspiegel ist nicht abgeblendet, die Blende hat einen Innendurchmesser der genau dem Aussendurchmesser des Hauptspiegels entspricht.
    (10): Hatte auf dem Internet von einem Vater gelesen, der berichtete, daß sein Sohn das Teleskop den ganzen Weihnachstabend lang mit Aufklebern zugeklebt hätte: im Bild die Erklärung dafür.



    Weiteres nach der "Schlachtung".
    [... Mir schwebt eine "Märklin"-Konstruktion für den Sucher vor (hatte mal einen Märklin-Baukasten, als ich jung war). ... Aber der Okularauszug wird mir wohl noch ein bißchen Kopfzerbrechen bereiten, da hat Detlev recht].


    Clear Skies

  • Hallo Rudi,


    Glückwunsch zum neuen Haustier ;-)
    Es klingt fast so als wünsche sich deine Frau einen blauen Pinguin zu Weihnachten...
    Hoffentlich lässt sie es zu daß du dieses Teleskop umbaust.
    Zum OAZ:
    Eine E27 Lampenfassung soll auch funktionieren, wenn die Okulare nicht zu schwer werden
    Hier hat ein eifriger Bastler mal eben ein teleskop gebaut und dabei so eine Fassung verwendet:
    http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=106206



    viel Spass


    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


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  • Hallo,


    hier sind die nächsten realisierten Schritte:


    (1) Die zwei "Halbschalen" des Pinguin von innen, ... nach Aufschrauben der zwei Schrauben und ein bißchen Gewaltanwendung (waren zusätzlich geklebt).


    (2) Der Hauptspiegel (parabolisch) von vorne und die schwere Stahlblende, die nicht zur "Vignettierung" dient, sondern einfach als Gewicht. Siehe sogleich.


    (3) Der Hauptspiegel von hinten + Blende. Auch auf dem Hauptspiegel befindet sich hinten eine schwere Stahlplatte, die ich ersetzen will (siehe dazu die weiße Lüftungsabdeckung vorne rechts auf dem nächsten Bild). Warum die schweren Stahlplatten ?: ... Ganz einfach, weil das Kugelson-Teleskop wie ein "Stehaufmännchen" funtionniert. Zum korrekten Funktionnieren sind die Gewichte notwendig.


    Hier hätte ich eine Frage an die Experten: wenn man von der Seite in den Zwischenraum zwischen Spiegel und Stahlplatte schaut, sieht man so viereckige "doppelseitige" Klebe"pads", die beide verbinden. Wie würdet Ihr Spiegel und Platte trennen? Rein mechanisch oder mit einem chemischen Produkt. ... Habe ein bißchen Sorge um den Spiegel, wenn ich da mit der ("Schraubezieher"-)Brechstange rangehe.


    (4) Materialsammlung (... Habe auch noch'ne alte Lampenfassung gefunden, Detlev ;-)).


    (5) Absägen der 1m langen M6-Gewindestangen auf 33,33cm. (Brennweite des Spiegels = 300 mm). Zum Schutz des Gewindes vor den Backen des Schraubstocks habe ich die Stangen in ein (abgesägtes) Bambusrohr gezwängt, welches meine Frau beim Gärtnern benutzt. Zunächst mit der kleinen Säge angesägt, damit das Gewinde an den Schnittstellen beim Ansetzen der (großen) Säge nicht zu sehr massakriert wird (da müssen nachher wieder Muttern drübergehen), dann mit der grossen Säge durchgesägt.


    (6) Leider muß ich alle Löcher an den Enden der "Verbinder" zwischen den (nunmehr) 6 Stangen auf die Gewindestangenweite M6 aufbohren.


    (7) Aber jetzt streikt erst mal meine Bohrmaschine. Muß das Kabel wechseln, welches schon lange einen Wackelkontakt hat.





    See you

  • Hallo Detlev,



    Super Idee, das mit der Zahnseide. Merci !



    Nach Anbringen eines neuen Kabels an der Bohrmaschine, habe ich heute nachmittag noch die Löcher an den Verbindern aufgebohrt und dann den "Rohbau" des
    "Märklin-Type-Gitterohr-Dobson-Suchers" zusammengeschraubt (Bilder 1 und 2).


    Sieht nicht schlecht aus, ... oder ?



    Den Okularauszug wollte ich verschiebbar auf einem getrennten Scharnier (Bolzen rausgeschlagen) lagern (siehe Bilder 3 und 4).



    Dann hab ich mir gesagt: "Genug für heute" und aufgeräumt.



    Allerdings habe ich das "Gestell" noch schnell auf die Küchenwaage gelegt. ... ... Das wahr ein Fehler. ... Das Ding wiegt schon ohne Spiegel 625 gr.
    (Hatte mir eigentlich 700 gr als Limit gesetzt).



    Mist ! Ich wollte zuerst M5 Gewindestangen nehmen, aber die schienen mir so leicht verbiegbar.
    Gut der Spiegel ist klein und nicht so schwer.
    Ich vermute außerdem, daß mindestens 125 gr Gewicht von dem Scharnier kommt. Da muß ich mir wohl noch was Leichteres überlegen.



    Naja, morgen ist auch noch ein Tag.



    Vielen Dank für die Hilfe bisher !

  • Hallo Rudi,
    das geht ja Schlag auf Schlag!
    Ja das Gewicht, damit kämpfen wohl alle Teleskopbauer. 2m Gewindestangen, das liegt schwer auf der Waage. Märklin Metallbaukästen in allen Ehren, aber fürs Gewicht wäre Holz wahrscheinlich besser.
    Was es am Ende wiegt sieht man wenn es fertig ist.


    Noch ein paar Tipps: Beim Teleskopbau ist alles erlaubt, es darf sich nur nicht verbiegen.
    Das Dreieck ist der Star unter den Kunstruktionselementen! Ein Quadrat aus 4 Stangen nur mit Klebeband verbunden verwindet sich, ein Dreieck aus drei Stangen dagegen nicht, und eine Stange davon kann ja schon Teil des nächsten Dreiecks sein... Dabei müssen die Stangen gar nicht massiv sein, Röhren gehen auch super. Aluminiumrohre mit 6mm Außendurchmesser haben einen Innendurchmesser von etwa 4mm. Da lässt sich ganz prima ein M5-Gewinde reinschneiden.
    Oder ganz pragmatisch: Wie wäre es mit einem Kunststoffrohr? Einen halben Meter "HT DN100" Abwasserrohr gibt es für ein paar Euro.
    Generelle Frage: Muß es starr sein?
    Auf dieser Seite ist ein "Klappsucher" zu sehen
    http://www.zellix.de/selbstbau/sucher.htm


    weiterhin viel Spass und Erfolg
    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


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  • Hallo Detlev,
    Hallo alle,



    die Vorher-/Nachher-Show:



    neue Version, ... Gewicht 160 gr (Bild 1) gegenüber 640 gr vorher (Bild 2).



    Alu-Rund-hohl-stangen aus dem Baumarkt + ein sehr feines Rundholz, welches in die Alustangen hineinpaßte, in kleine Stücke zersägt. Auf dem Bild (3) sind - außer den Stangen und dem Maßband - auch noch die Unterlegscheiben und eine der sehr dünne Holzschrauben zu sehen.



    Habe auch noch eine zweite von den sher günstigen Lüftungsabdeckungen, auf die ich den Spiegel montieren wollte, gekauft und - vorne - das Gitter entfernt. Bilder 4 + 4a zeigen das Lüftungsgitter (hinten) und den zukünftigen Gitterohrtubus des Suchers. Auf Bild 5 ist der Spiegel nur - provisorisch - reingelegt.



    Was kann man mit Fehlern anderes machen, als ... daraus lernen ?



    Melde mich wieder, wenn ich fertig bin, ... oder nochmals Probleme habe.


    (Jetzt muß sich erst mal die Zahnseide bewähren).



    Ciao



    Rudi

  • Rudi, du bist ein Künstler vor dem Herrn. Hut ab. :thumbsup:
    Das Design in silber und weiss gefällt mir. Da kommt zum Schluss nicht zufällig noch ein Apfel-Logo drauf? :)
    Fast ein Pfund abgespeckt an einem Tag! Ich wünschte ich könnte auch so schnell Gewicht verlieren...


    Wenn ich durch den Baumarkt spaziere entdecke ich auch immer wieder Sachen die irgendein Bastelproblem elegant lösen obwohl sie gar nicht dazu gedacht sind. Eine Frage zu deiner Konstruktion: Die Holzstücke sitzen allein durch ihre Dicke stramm im Alurohr oder sind die irgendwie anders geklebt/geklemmt?
    Jetzt fehlt ja nur noch die Spiegelzelle, die Fangspiegelspinne und der Okularauszug.


    Ich denk jetzt mal laut nach:
    Wenn du die Okularhalterunginkl Fangspiegel wie im ursprünglichen Entwurf hin- und her verschiebbar machst hast du einen Okularschlitten und brauchst keinen Okularauszug, nur irgendetwas was das Okular festhält. Ein 8mm Alurohr sollte über die 6mm Rohre drüber passen. Das könnten die "Kufen" des Schlittens werden, die unter ein Brettchen geklebt/geklemmt werden (Rohrschellen? Lochband?) in dessen Mitte das Okukar irgendwie befestig wird.
    So ein kleiner Spiegel braucht keine 18-Punkt-Lagerung, da sollten 3 Lagerpunkte genügen. Das macht es einfach. 3 Gummi-Klebefüße auf Höhe des Spiegelrands auf ein Brettchen und fertig ist der Unterbau. Zusätzlich noch 3 kleine Stückchen vom Alurohr rundherum hochkant, durch jedes Röhrchen eine Schraube mit Holzperle (-> Bastelbedarf) drunter - fertig ist die Spiegelhalterung.
    Dann das Brettchen mit 3 Schrauben ans untere Ende deines Tubus, unter jede Schraube eine Feder. Fertig ist die justierbare Spiegelzelle. Mittenmarkierung? Leg den Spiegel auf einen Plattenspieler und richte den Spiegel mittig aus. Dann kannst du (mit gestützter Hand) in aller Ruhe mit wasserfestem Stift einen kleinen Kringel malen. Bei meinem Firstscope war es eine Berg- und Talfahrt weil der Spiegel so schief im Deckel klebt.


    Ich hab heute auch gesägt und gesägt - leider nur Holz für den Kamin.


    Viel Erfolg
    Detlev

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  • Hallo Detlev,


    danke für das Kompliment ... Höhen und Tiefen des Selbstbaus, ... ... wie im "richtigen" Leben !
    (Apple-Logo: warum nicht ? ;-)).


    Das mit dem Okularschlitten habe ich auch schon gedacht. Wollte als "Gleitmaterial" solche Tapeziernägel ( oder wie die Dinger heißen) nehmen (siehe Bild; Nagel durch Schraube ersetzen). ... Mal sehen, ob das funktionniert.


    Für die Justierung des Hauptspiegels schweben mir 3 kleine Rädchen vor (= Muttern, in schwarze Hartgummi-Scheibchen für Wasserhahn hineingepresst ??) vor ("Zug"), die auf 3 Schrauben mit ganz flachem Kopf (oder versenkt) laufen, die - vor Aufkleben des Spiegels - durch die Grundplatte hinter dem Spiegel durchgesteckt werden und nach hinten rausstehen, auch noch durch den Rand des weißen Lüftungsgitters gehen, und auf die zum Abschluß je eine Unterlegscheibe und Flügelmutter kommt ("Druck"). Alles natürlich in Miniaturausgabe. Die Rädchen sollen am Rande des Spiegels leicht überstehen, damit man sie mit dem Zeigefinger leicht verdrehen kann.


    Laß Dich überraschen !


    Rudi

  • Hallo Rudi,
    die Idee mit den seitlich rausstehen Rädchen würde eine werkzeuglose Justierung ermöglichen, wahrscheinlich sogar mit Handschuhen. Gute Idee!Spiegel festkleben? Warum nicht, es ist ja nur ein kleiner Spiegel, der ab Werk ja auch geklebt war.
    Das was ich auf dem Foto sehe kenn ich unter dem Begriff "Nagelschelle". Die Dinger sind aber oft sehr
    wabbelig weil sie für Kabeldurchmesser von...bis gemacht sind. Eigentlich halten sie die Kabel nur dadurch daß man sie unter die Kabel montiert und die Kabel drauf liegen. Das einzig gute daran sind die Nägel.
    Stabiler sind da "Quickschellen" in die man Kabel-Installationsrohre einschnappen kann, aber die gibt es glaube ich erst ab 15mm.


    Vielleicht doch einfach ein 6mm Loch durch ein Stück Holz bohren? Bremsen könnte man dann durch verkanten.


    Gruß
    Detlev

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  • Hallo,



    vielen Dank, Detlev und Günther, für die Tips mit den "Rohrklemmen" !



    Habe heute keine so große Lust viel zu schreiben, deshalb Bilder + Stenogramm-Stil:



    (1) + (2) Rädchen: Gummi von Fußbodenschoner von altem Stuhl(-bein) - seit mindestens 20 Jahren nutzlos in meinem Werkzeugkasten - abgesägt = Rädchen. Mit (Papier-)Locher ein Loch in die Mitte des Gummis"rads" gestanzt und die Mutter reingedrückt. (Die Schwierigkeit war, das Gummirâdchen an die richtige Stelle unter dem Locher zu schieben, um das Loch in die Mitte zu kriegen). Naja, dann eiern sie halt ein bißchen.



    (3) + (4) Grundplatte für den Spiegel. ... Lange Suche im Haus, ... schließlich habe ich aus purer Verzweiflung die eine Seite von einer (mit dem Kabel gekauften, billigen) Kabelrolle genommen. ... Ob das so 'ne gute Entscheidung war ? Das Plastik ist nicht wirklich "rigide" (verbiegt sich ein bißchen). ... naja, vielleicht geht es für einen Sucher. Stört Euch bitte nicht an dem nicht-zentrischen Steg der Grundplatte, der war vorgegeben.



    Frage an die Experten: Die 7-Punkt-Auflage des Spiegels, ist das so ok ?



    (5) + (6) Grundplatte mit den Rädchen montiert, von oben und von der Seite.




    (7) Die ... halten ganz gut 'es macht ein Geräusch wie wenn man etwas einklipst. ... Aber ich bin noch keineswegs entschieden. Habe mich heute überhaupt nicht darum gekümmert.




    Clear Skies und ...
    Ihr seid ein tolles Team !

  • Hallo Rudi,
    bist ja fast fertig!
    Experte bin ich nicht, aber durch die Recherche zu meinem Teleskop habe ich erfahren daß der Grund für Viel-Punkt-Auflagen die Verbiegung des Spiegels unter seinem eigenen Gewicht ist. Das Problem dabei:
    Wie kriegst du das auf den Mikrometer genau hin und drückst schön gleichmäßig? Wenn der Spiegel wie die Prinzessin auf der Erbse auf einer Beule liegt verbiegt sich der Spiegel.
    Die Lösung: Wippen und mittig auf dreh-/kippbaren Achsen gelagerte Dreiecke. Die Ebene auf der der Spiegel liegt ist wahrscheinlich nicht 100% parallel zu der Ebene auf der diese Sachen montiert werden, aber justiert werden muß ja eh am Ende, daher ist das ok.
    Im Gegensatz dazu sind 3 Lagerpunkte geradezu simpel. Sie sind immer auf einer Höhe, es geht gar nicht anders, und da muß nichts dreh/kippbar gelagert werden. Reichen denn 3 Punkte?
    Wenn ich mal das Programm "MyNewton" nehme und einen 76mm Spiegel mit 8mm Stärke aus einfachem Fensterglas eintippe, dann sagt es mir daß 3 Lagerpunkte am Rand genügen. Dickere Spiegel verbiegen sich noch weniger. Mit 7 Punkten schaffst du wahrscheinlich mehr Probleme als du löst.


    Frohes Schaffen
    Detlev

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  • Hallo Detlev,


    vielen Dank !


    Hatte heute keine Zeit zum Basteln; es gibt ... leider (?) ... auch noch andere Dinge im Leben.


    Ja ich bin fast (!) - die Betonung liegt auf fast - fertig. Der Okularauszug und der Fangspiegel sind, glaube ich, ruckzuck angebracht.


    Aber nicht nur das, ... ich denke gern voraus (oft "parallel" zur aktuellen Arbeit). Und da hänge ich - geistig - momentan an der - azimutal beweglich sein sollenden - Halterung am Hauptinstrument fest. Habe da ein par Ideen, weiß aber noch nicht mal, ob ich im Sucherschuh oder direkt am Tubus befestigen soll. Bin im Moment nur sicher, daß ich keine Ringe mit Stellschrauben um den Gitterohrtubus will. (Wollte ich von Anfang an nicht).


    Holz ist jedenfalls dabei. Deine Idee mit der Längsbohrung durch ein Holzbrett (+ "auf die Stangen schieben") wollte ich auf jeden Fall für die Unterseite realisieren (Anschluß zur Befestigung am Haupttubus). Aber nachdem der Sucher ein bißchen "stylisch" à la "iphone" ist (silber und weiß), wollte ich auch für den, über den Anschluß am Sucher hinausgehenden, Teil der Halterung etwas "Elegantes".


    Da bin ich noch am grübeln !


    "Probieren geht über studieren" ist jezt mal nicht angesagt. Sonst mach ich irgendwas (wie gestern die Grundplatte aus schlechtem Plastik), ... und nachher gefâllt es mir nicht.


    "Eile mit Weile" oder "was lange währt, wird endlich gut".



    Liebe Grüße



    Rudi

  • Hallo Rudi!
    Ja es gibt zum Glück noch den Rest der Welt der einen daran erinnert daß man zwar ein schönes Hobby hat, ein Hobby aber eben nur ein Hobby ist.
    "Stylisches" Material?
    Naja, Alustangen aus dem Baumarkt hast du ja schon gefunden, und eine Dose silberner Sprühlack macht aus jedem Stück Holz eine 60er-Jahre-Space-Designstück.


    Mark bastelt gerade an einem Okularauszug. Ich hab ihn auch auf dein Projekt hingewiesen. In dem Thread ist ein Link zum absolut minimalsten OAZ zu finden den ich je gesehen habe. (Eigentlich ein Okularschlitten)
    Hoffentlich gibt das mit dem hin- und hergelinke jetzt keine pfeifende Rückkopplung ;)


    Wenn dir Holz zu fade ist, dann probier es doch mit was anderem:
    Durch meine Elektronikausbildung kenne ich "Platinenbasismaterial". Das kann aus Hartpapier("Pertinax") oder Glasfaser sein und ist sowohl ein- als auch beidseitig kupferbeschichtet lieferbar. Da kann man dann nach herzenslust dran rumfeilen. Das Pertinaxzeug kostet weniger, bricht aber leicht. Glasfaser verbiegt sich nicht, sondern federt bis zu einem gewissen Punkt einfach zurück, und auf die Kupferschicht kann man alles mögliche drauflöten (LötKolben). Es gibt dieses Material in verschiedenen Stärken, und mit 0,5mm ist es für Spinnenarme gut geeignet. Was bei mir im Keller liegt hat glaube ich 1 mm. Würde bestimmt auch funktionieren. Die glatte Kupferfläche lässt sich bestimmt
    gut mit Spray "versilbern" oder mit Folie bekleben. Die Mikrometer-Angaben bei dem Material beziehen sich auf die Stärke der Kupferschicht. Kann dir ja egal sein.


    Gruß
    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


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  • Hallo,


    nochmals ganz herzlichen Dank, Detlev, für die vielen Ideen und Tips, die Du ganz spontan weitergibst.


    Wo ich gearbeit habe, war of "Brainstorming" ("Gehirnsturm") im Team angesagt. Bildlich gesprochen sollte - in einem ersten Schritt - jeder seine Ideen in einen großen Topf in der Mitte des Tisches legen. In einem zweiten Schritt wurden dann die Ideen einzeln rausholt und analysiert. Die spontanen Reaktionen der Leute führen automatisch dazu, daß - im zweiten Teil - nur die besten ideen diskutiert werden. Jeder hat mal 'ne dumme Idee. Aber obwohl die dummen Ideen immer im Topf liegen blieben, weil keiner mehr daran dachte, hatten unheimlich viele Leute Probleme mit dem "Brainstorming" und trauten sich nichts zu sagen.


    Du jedenfalls hast keine Probleme damit, ... davon bin ich überzeugt. ... Kompliment !



    Zum Sucher-Thema: ich hatte heute nachmittag Lust auf Weitermachen.



    Ihr werdet es nicht glauben, aber ... es ist eine Gabelmontierung geworden.


    ... ... Eine Gabelmontierung als Sucherhalterung ? .. .. .. Ja !!!




    Hatte noch ein Reststück von einer Alu-Latte herumliegen (= "stylisch", ... das war Deine Idee, Detlev, inklusive des Mac-Logos! ^^


    Die Alu-Latte habe ich zur Gabel gebogen. Zwischen die zwei (längs und quer durchbohrten) dicken Sperrholz-Stücke (ebenfalls Reste), die:


    (1) zur Befestigung des Suchers auf der Halterung dienen (Längsbohrung), und
    (2) die "Achse" der Gabel aufnehmen und dadurch die vertikale Justierung des Suchers ermöglichen (Querbohrung)


    habe ich - zur Blockierung - noch ein Reststück von den Aluröhrchen des Suchers gesetzt, damit die Längsrohre durch die durchgehende - überdimensionierte (?) Schraube und durch das Anziehen der FLügelmutter nicht zusammengedrückt werden (Bilder 1 - 4).



    Für die azimutale Horizontalbewegung habe ich die Gabel auf der Unterseite durchbohrt und eine "Einlage" für den am Hauptinstrument vorhandenen Sucherschuh aus dem o.a. dicken Sperrholz angefertigt. Letzteres war eine bißchen ein "Challenge": Wie sägt man eine Holzstück mit 7 cm Länge mit Heimwerkermitteln "schräg" (in einem Winkel von - vielleicht - 60°), aber dennoch so, daß die resultierende FLäche gerade ist, damit sie in den Sucherschuh paßt. Das allerletzte Reststück der Alu-Latte, rechts auf die "Einlage" genagelt, schützt das Holzstücks im Sucherschuh vor dem "tiefen Eindringen" der Klemmschraube (Bild 2).


    Zur horizontalen Klemmung kam wieder die "Rädchen"-Methode (hier ein - wohl auch überdimensioniertes - Rad) zum Einsatz. Es handelt sich um eine Montierungs-Fixierschraube am Skywatcher Stativ, die für die Befestigung meiner alt-azimutalen Montierung meines Reise-Refraktor (den ich für 60 euro im Internet erstanden habe) zu kurz war, und seither ein Schattendasein in meinem Werkzeugkasten fristete. da sie zu kurz war, hab ich sie noch eine Stück abgesägt. Aber jetzt hat sie wenigstens was zu tun :D .Zur Unterseite der Sucherschuh-"Einlage", siehe Bild 5.



    Clear Skies