"Gleichgerichteter" Winkel-Sucher für Newton

  • Hallo Rudi,


    Super Idee mit der Gabelmontierung. Hoffentlich verbiegt sich das nicht. Rudi, wenn es eine Muse für ATM gibt dann hat sie dich geküsst!
    Brainstorming kenn ich. Ich bin Softwareentwickler im Team, da überschütten wir uns regelmäßig mit guten und weniger guten Ideen. Schon beim Erklären des Problems und der dazu passenden Idee lichtet sich der Wald und nur die stärksten Fichten bleiben stehen...


    Ich wünsch dir noch ganz viele gute Ideen


    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1200 Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton (2x) | Frisch gepflückt: 200/1200 Dobson


    https://astronomiefreunde-kn.de/

  • Hallo,


    habe fertig ! Siehe Bild 1.


    [Hatte eine Woche keinen Internet-Anschluß, weil die „Live-Box“ kaputt war (plus keinen Telefon-Anschluß, weil das Telefon auch an die Box angeschlossenist). Hier, wo ich wohne, gibt es zwei Geschäfte meines Internet-Providers, ... aber beide „ver“kaufen nur, „Dienstleistungen nach dem Verkauf“ gibt es nur per Telefon / Internet. Aber wie macht man das, die zu kontaktieren,wenn die Box kaputt ist und man nicht noch (zufällig) zusätzlich ein Handy hat ?. Ich habe den Verkäufer in einem der Geschäfte gefragt. Er hat mir geantwortet: der Anruf ist doch kostenlos.
    Als dann die neue Live-Box da war, war der Stromanschluß kaputt (Transformator von 220 auf 12 Volt) ..., ..., ... ].


    Zum Thema zurück:
    Ich denke, ich sollte meinen Thread noch abschließen, ... mit einem kurzen Bericht über den Okularschlitten und den Drehfokussierer, sowie ein paar Worten zu den Schwierigkeiten.



    1. Okularschlitten und Drehfokussierer


    Der Okularschlitten besteht aus einem Rest-Stück Plexiglas, mit dem Plastik-„Furnier“, welches sich an dem schwarzen Sperrholzstück befand, das ich zur Befestigung des Sucher-Teleskops an der Gabelmontierung benutzt habe. (Das „Furnier“ platzte beim Sägen ab.). Der Schlitten läuft sehr gut (und präzise geführt durch die Nagelschellen) auf den Tubusstangen.(Bild 1)


    Der Okularauszug besteht aus einer schwarzen Kunsstoff-Lampenbirnen-Fassung; Bild 2 (Komme gleich darauf zu sprechen, ob ich nochmals so eine Fassung verwenden würde).
    Hatte mich zunächst gefragt, ob der verschiebbare Okularschlitten und der Drehfokussierer nicht „doppelt gemoppelt“ sind. Aber:
    a) erlaubt die Verschiebungsmöglichkeit des Okularschlittens, den Fangspiegel, bei gleichzeitig minimaler Obstruktion, voll auszuleuchten, und
    b) wollte ich einfach die Erfahrung machen, einen Drehfokussierer bauen.


    Die „Innereien“ der Lampenfassung habe ich einfach mit einer Holzraspel weggeraspelt (Bild 3).


    Bild 4 zeigt die Bohrung des Loches für den Drehfokussierer und Bild 4a die in den Fokussierer eingesetzte Mutter. Da das Material der Lampenfassung sehr spröde ist und leicht bricht und der Innendurchmesser sowieso etwas zu groß war, habe ich - auch damit die eingesetze Mutter nicht rausfällt - den oberen Rand der Fassung innen und außen mit einer Art Klett-Klebeband (vorhanden, siehe Bild 5) und dann mit schwarzem Klebeband umwickelt. Dann ein Loch für die Feststellschraube des Okulars gebohrt, welches genau auf die Mutter zuläuft. Das Gewinde des Drehfokussierer war darüberhinaus zu leichtgängig. Also auch mit Klebeband umwickelt (auf dem Bild 6 noch weiß, später schwarz), .... das Klebeband fest angezogen, damit es sich in das Gewinde reindrückt. Funktionniert wunderbar !



    2. Okular


    Ein russisches 19 oder 21 mm Intes-Okular, mal bei M. Ludes gekauft, mit 65° oder 70° scheinbarem Gesichtsfeld (es gibt unterschiedliche Angaben sowohl zum Gesichtsfeld, als auch zur Brennweite).Das besondere ist, daß es ein 3-linsiges König Okular ist. Deshalb habe ich es immer behalten (siehe meine Unterschrift ...).


    Das Fadenkreuz habe ich aus einem Nylon-Faden aus dem Nähkästchen meiner Frau gemacht (so eine Art Angelschnur); Bild 7.


    Der Sucher ist also ein 15 x 75 -Sucher (mit - hängt von der Formel ab - ca. 5 Grad wahrem Gesichtsfeld). Da passt der Vollmond 10 x rein und die Andromeda-Galaxie fast 2x.



    3. Schwierigkeiten



    Ehrlich gesagt, wenn man mich fragen würde, ob ich den Drehfokussierer nochmals aus dem spröden Plastikmaterial der verwendeten Birnenfassung machenwürde, ich wüßte nicht, was ich antworten sollte. Das Zeug ist beim Bearbeiten an verschiedenen Stellen gesprungen (habe es geklebt) oder ausgebrochen und die Oberseite der Fassung, dort wo das Okular hineingesteckt werdensoll, ist sehr dünnwandig. Eine Lampenfassung aus Metall wäre wahrscheinlich besser (aber da dürfte es mit normalen Heimwerkermitteln - es gibt auch super-ausgestattete Heimwerker - schwierig werden, die „Innereien“aus der Birnenfassung herauszukriegen. ... Aber ich sage nicht, daß es mit der Plastik-Fassung nicht geht.


    Das Loch für die Fangspiegelhalterung in der Plexiglasscheibe saß außerdem nicht in der Mitte (habe ich erst beim Justieren gemerkt). Siehe Bild8. Also hier ganz genau arbeiten. (Lag wohl an den zwei aufgeklebten „Furnier-Hälten“, die nicht genau gleich breit waren).


    Das „Rädchensystem“ zur Justierung des Hauptspiegels war zunächst eine glatte Fehlkonstruktion. Wenn man das Rädchen nach unten drehte, klappte, aufgrund des Gewichtesdes Hauptspiegels, - natürlich - die „Unterlage“ des Hauptspiegels misamt dem Hauptspiegel nach unten, ... und gewonnen war gar nichts. Lösung: eine weitere Mutter an der Schraube unterhalb der Spiegelauflage. DurchDrehen des Rädchens (mit der inwendigen) Mutter entstand nun wirklich ein (sich vergrößernder oder verkleinernder) Abstand zwischen der Spiegelauflage und der (weißen) Rückseite des Stangentubus.


    Aber die (Gummi-) Rädchen hatten noch ein weiteres Problem. Die „Reifen“ sprangen immer von den „Felgen“ (= den Muttern) herunter, weil ichsie Muttern nur in die (mit dem Papierlocher) gestantzten Löcher reingedrückt hatte. ... ... ... Kleben hat da geholfen.


    Ja ich glaube das war’s.


    (Ah ja, ... noch was. (Trau’ ich mich gar nicht zu sagen): die Stangen des Gitterrohr-Dobsons waren zu kurz. Der Okularschlitten war ganz am oberen Ende, wenn ich scharfstellen wollte ... ... ... !??).


    Ciao

  • Glückwunsch zum Erfindungsgeist!


    Das wahre Feld wird mit einem 75/300 Spiegel bei 15-facher Vergrößerung betragen:


    scheint. GF / Vergl. = 70 / 15 = 4,66°

  • Ganz allgemein, das Problem hat jeder, der einen Dobson baut. Rohr-Dobson 315/1619 zweiter Bericht[/b] . Da ich mehrere Dobsons
    gebaut hatte, habe ich immer einen Punkt-Sucher in die Nähe des OAZ gesetzt, sodaß ich bequem zunächst an den Punkt-Sucher, und
    hernach an den OAZ/das Okular herankam. Der Weg sollte ja möglichst kurz sein. Auch der OAZ am Tubus sollte leicht nach oben
    zeigen, damit die Okulare nicht versehentlich herausfallen. Auf meinen fotografischen Streifzügen durch viele Teleskop-Treffen
    habe ich viele unterschiedliche Lösungen geknipst, aber einfache und praktische Lösungen haben mich immer am meisten beeindruckt.


    Das System Newton hat ein eingebautes Zenit-Prisma. Umkehr-Systeme dafür würden aber die Abbildung eher verschlechtern,
    also läßt man das.

  • Hallo Rudi,
    herzlichen Glückwunsch zum neuen Sucher. Probleme gibt es immer, und sie sind da um gelöst zu werden.
    Ich hab 'ne ganze Weile gebraucht um zu begreifen wie denn jetzt plötzlich die Stangen zu kurz sein können. Aber wenn der Schlitten schön breit ist...
    Egal, es läuft ja jetzt.


    Jetzt muß nur noch das Wetter mitspielen für ein schönes Firstlight.


    EInen schönen Abend
    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


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  • Wow, dann wiegt dein Sucher ja "schlüsselfertig" weniger als der Tubus meines Firstscope 76.
    Das ist ja mal ein Leichtbau. Hut ab!


    Und jetzt: Klare Nächte
    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


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  • Hallo Rudi


    Wie sieht es mit der Stabilität des Stangentubusses aus?
    Ist der nicht sehr empfindlich gegen Verdrehen usw.?


    Wenn man einige dünne Platte zwischen den Stangen befestigen oder einige Stangen diagonal so anbringt das sich Dreiecke bilden sollte der Tubus doch sehr steif werden.
    Oder ist das bei den kleinen Abmessungen alles völlig übertrieben?


    Gruß


    Mark

    Teleskoppark :) :
    Revue? ______60/910mm Refraktor
    Firstscope ___76/300mm Newton
    Heritage ____130/650mm Newton
    Eigenbau____76/700mm Newton 2" OAZ, In Arbeit
    Bresser _____114/900mm Newton

  • Hi Mark,


    da verdreht sich gar, aber auch rein gar nichts (auch nicht mit hoher Kraftaufwendung). Kann aber auch an der Halterung / Gabelmontierung liegen, die stabilisierend wirkt und - vielleicht - noch etwas überdimensioniert ist (und daher viel zu den 600 gr beiträgt). .... Jedenfalls scheint mir die dicke Querschraube (M 8) nicht unbedingt nötig ... .Wollte die "Montierung" sowieso noch mal abbauen, um deren isoliertes Gewicht festzustellen. Dann probier ich den Tubus nochmals zu verdrehen und melde mich.


    Clear Skies

  • Ja das ist tatsächlich so, ohne die Montierung lässt sich der Tubus (mit mittlerem Kraftaufwand) verdrehen. Ich werde also die M8 Schraube drin lassen (wie kommt denn der Smiley in meinen vorherigen Beitrag?).


    Es sollte also ausreichen, zwei Stangen irgendwie „fix“ miteinander zu verbinden, um eine sicher ausreichende Verwindungs-Stabilität zu erhalten.Der Okularschlitten auf an den beiden gegenüberliegenden Stangen (und „oben“, während die „Montierung“ wegen des Schwerpunktes „unten“ sitzt) wirkt vielleicht auch noch, aber nur etwas, stabilisierend.


    Die beiden schwarzen Holzstücke an der „Montierung“ (besser Sucherhalterung) werden noch über ein Stück Alurohr „auf Abstand gehalten“,damit die zwei beteiligten Stangen durch das Anziehen der Flügelmutter nicht zusammengedrückt werden.


    Die jeweils 6 Holzschrauben, die in „Holzdübeln“ sitzen (in Stücke zersägte Holzstange), und sich am oberen und unteren Ende des Stangentubusbefinden, muß man wohl ab und zu nachziehen. Aber weil die „Holzdübel“, die ich schon von Anfang an ziemlich in die Alurohre hineinpressen mußte, von der Schraube noch gespreizt werden (mußte die Stangen in den Schraubstockspannen, um sie reinschrauben zu können), halten die sehr gut.


    Die Montierung wiegt ziemlich genau 100 gr. Ich hoffe mal, daß mein Dobson mit den 680 gr Gesamtgewicht (mit Okular) nicht in am Kopfende zu schwerwird. Konnte das noch nicht testen, weil ich den nicht hier habe. ... Aber ich habe keine einzige Okular-„Handgranate“ (mit 1000 gr oder so). Ich mag die nicht !


    Hoffentlich wird das Wetter bald mal wieder besser !

  • Guten Rutsch (an alle und besonders an die beiden anderen der "Die Drei von der Tankstelle") !
    Und Super-Astronomie-Wetter für 2016 !


    wünscht


    (anliegend ein Foto des 76 mm Newton Suchers am Hut des 12-Zöllers vor meiner "Sternwarte" (2x3m Dachterrasse) im Schwarzwald. Wegen des einsetzenden schlechten Wetters musste ich abbauen, bevor ich den Sucherschuh an den -fuß angepasst hatte).

  • Hallo Wolfgang,


    meine Erkenntnis von heute morgen ist:


    Sind schwarze Löcher wirklich so schwarz, wie man immer meint ? Meines sah jedenfalls heute morgen so aus:




    Was die Zeit anbelangt, kann ich allerdings bestätigen, daß ich mich - überrascht als ich aus dem Fenster sah - "hors du temps" (übersetzt ungefähr: "außerhalb von Zeit und Raum" befindlich) fühlte.


    Aber das war ja ein Gefühl, ... eigentlich sollte so etwas im Winter ja normal sein! ...


    Vielleicht müßte mal jemand untersuchen, ob schwarze Löcher Jahreszeiten haben :/ .


    Liebe Grüße

  • Hallo,


    ich habe die Halterung meines "gleichgerichteten" Winkel-Suchers verbessert und umgebaut, weil der Abstand zum Hut (siehe Beitrag 33) zu groß war und vorallem, weil die Gabel (und damit der Sucher) sich immer von selbst verstellte. Der Sucher ist jetzt zweifach befestigt, auf dem unteren und dem oberen Hutring.


    Die hintere Gabel hab ich verkleinert, sie dient jetzt nur nocgh dazu, das "Hinterteil" des Suchers in beiden Achsen beweglich zu gestalten; sie sitzt auf dem unteren Ring des Hutes des 12-Zöllers::


    (1) Gabel
    (2) Fuß mit "Mickey Mouse"-Flügelschraube, sowie "Schuh"
    (3) Fuß von unten






    Das "eigentlich Neue" ist die zweite Befestigung auf dem vorderen Ring des Hutes:


    (1) Höhenverstellung = "verbogenes" Scharnier mit Druckfeder und Flügelschraube


    (2) Seitliche Verstellung = Sucher auf "gebogenem" Schlitz in Aluleiste "vorne" rechts / links verschiebbar


    (Die Gabel "hinten" folgt der Verstellung "vorne" automatisch, weil in allen Richtungen beweglich)



    Sorry für die "Unschärfe" der Bilder, die Dämmerung brach herein !


    Gruß