Selbstbau Stativ

  • Hallo


    Nun bin ich soweit das ich keine Lust mehr auf Haltungsschäden habe!
    Also muss ein Stativ her.


    Es gibt zwar haufenweise Infos im Netz aber ich würde gerne direkt über meinen Entwurf diskutieren ^^
    Also sorry für das 1000. Selbstbaustativ Thema.


    Es soll verschiedene kleine Dobsons, einen klassischen Refraktor und natürlich meine kleineren Newtons aufnehmen können.
    Und es soll natürlich sehr stabil sein.
    Höhe der Adaptionsplatte (da wo die Beine dran kommen) ca 100 bis 140cm enstellbar.


    Damit es gut transportiert werden kann soll es natürlich klappbar sein.


    Ich habe mir schon ein paar Gedanken gemacht und diese mittels Sketchup zu Papier (äh, Pixel) gebracht.


    Vielleicht kann ja mal ein erfahrener "Fuchs" drüber schauen und Kritik üben :-)




    Gerne stelle ich auch die CAD-Daten ins Forum.


    Die stabilisierende Zwischenplatte (die mit der Okularablage) ist mittels Scharnieren klappbar.
    Von der unteren Beinklemme gehen Ketten/Seile zur Mitte und dann zur Zwischenplatte.
    Diese sollen verspannt für mehr Stabilität sorgen (Mittels Drahtspanner oder Doppelhaken).
    Seitliche Beine sind 40x60mm Kanthölzer, mittlere 60x80mm.


    Klemmung der Beine erfolgt durch zusätzliche Kanthölzer (mit eingelassenen Muttern) als Gegenlager und Schrauben die die drei Beine zusammenpressen.



    Noch was Theoretisches:
    Wie verhindert man störende Schwingungen?
    Zwei Möglichkeiten fallen mir ein:
    1. Steifigkeit, dann wird die Amplitude kleiner, Frequenz höher, also der Gängige Weg.
    2. Umwandlung der Bewegungsenergie in eine für uns weniger ärgerliche, also in Wärme. Das geschieht klassisch mittels Reibung bzw. Dämpfung.


    Die zweite finde ich aber nur ganz selten in der Astronomie.


    Gibt es eine praktikable Möglichkeit ein Stativ mit hoher Dämpfung zu bauen?




    Ich freue mich auf Eure Kommentare und Anregungen.


    Gruß
    Mark

    Teleskoppark :) :
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  • Hallo Mark,
    ja so kommt eins zum anderen. Wunderbar wenn man dann auch Zeit dafür hat.
    Die Idee sich ein Holz-Stativ zu bauen liegt nahe, denn da sitzt ja das eigentliche Problem. Wenn du goggelst siehst du daß es viele Ideen dazu gibt.


    Ich hab versuchsweise mal die Metallbeine meiner Astro-3 durch 3er-Packs aus aufeinander geschraubten "Dachlatten" ersetzt. Der Unterschied war im wahrsten Sinne des Wortes "sichtbar".
    Der Hauptgrund war wohl daß die Metallbeine über Plastikstücke angeflanscht waren, die Holzbeine jedoch direkt an die Montierung geschraubt waren.


    Man kann sich eine stabile Holzscheibe schneiden und sie mit einer dicken langen Schraube die unten an der Montierung sitzt so gegen die 3 Beine verklemmen daß die Kette oder was immer man nimmt
    damit das Ding keinen Spagat macht straff gespannt bleibt. So sind die Beine fixiert, es geht weder vor noch zurück. Da kann man dann gleich eine Okularablage draus machen. Du hast ja schon eine dreigeteilte Ablage vorgesehen. Wenn du jetzt die Scharniere dazu nach unten wegklappen lässt brauchst du vielleicht nur noch eine lange Schraube in der Mitte.


    Ein mittig an einer Schnur hängendes schweres Gewicht (befestigt am Teleskop!) könnte auch helfen, denn das wirkt erst einmal jeglicher Bewegung entgegen.
    Der Berliner Funkturm hat ein dickes Gewicht das innen unter der Kuppel hängt.


    Ich hab Gummifüße zur Dämpfung ausprobiert aber es war schlimmer als ohne. Vielleicht waren die auch einfach zu weich. Es waren Gummifüße zur Dämpfung eienr Waschmaschine.


    In deiner Zeichnung sieht es so aus als sollten die Beinstücke zwischen dünnen Bretten geführt werden. Stufenlose Einstellmöglichkeit ist natürlich elegent, aber ich glaube stabiler wird es wenn du in festen Abständen Löcher bohrst, Schrauben da durch schiebst und mit Flügelmuttern fixierst. Eine andere Idee wäre eine Nut oder ein Schwalbenschwanz der verhindert daß sich die Leisten gegeneinander verdrehen. Je nach Länge der ausgezogenen Beine setzt da ja ein riesiger Hebel an, da verbiegt sich selbst so manches Blech...


    Noch was zu den Abmessungen:


    Eine minimale "Arbeitshöhe" von 1m wäre mir zu hoch, dann kann man mit Newtons ja gar nicht im Sitzen beobachten. Es kommt ja noch die eigentliche Montierung drauf. Eventuell zwei "Sätze" von ausziehbaren Beinchen, lang und kurz?


    Achte darauf die Platte oben nicht zu groß zu machen sonst kommst du mit den Teleskopen nicht in den Zenit.



    Für die zweite Möglicheit könnte ich mir einen fetten Kreisel vorstellen. Aber wenn es dir dann durch einen falschen Tritt trotzdem gelingt das Teleskop umzuhauen rollt es über die Wiese davon ;-)
    Ein weniger spektakulärer Ansatz wären "Gelenke" die mit Sand oder so gefüllt werden. Ob das dann alllerdings noch stabil genug ist?


    Gruß
    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1200 Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton (2x)


    https://astronomiefreunde-kn.de/

  • Hallo Detlev



    Ein mittig an einer Schnur hängendes schweres Gewicht (befestigt am Teleskop!) könnte auch helfen, denn das wirkt erst einmal jeglicher Bewegung entgegen.
    Der Berliner Funkturm hat ein dickes Gewicht das innen unter der Kuppel hängt.


    Ich hab Gummifüße zur Dämpfung ausprobiert aber es war schlimmer als ohne. Vielleicht waren die auch einfach zu weich. Es waren Gummifüße zur Dämpfung eienr Waschmaschine.

    Schwingungen zu beherrschen ist mehr als nur ein bisschen schwierig.
    Ich habe mich mal beruflich damit beschäftigt.
    Mal eben ein Gewicht dran hängen oder Gummifüße drunter gibt meist mehr Probleme als es nützt.


    Aber grundsätzlich geht das schon.




    In deiner Zeichnung sieht es so aus als sollten die Beinstücke zwischen dünnen Bretten geführt werden. Stufenlose Einstellmöglichkeit ist natürlich elegent, aber ich glaube stabiler wird es wenn du in festen Abständen Löcher bohrst, Schrauben da durch schiebst und mit Flügelmuttern fixierst. Eine andere Idee wäre eine Nut oder ein Schwalbenschwanz der verhindert daß sich die Leisten gegeneinander verdrehen. Je nach Länge der ausgezogenen Beine setzt da ja ein riesiger Hebel an, da verbiegt sich selbst so manches Blech...


    Habe noch ein Anti-Verdrill Klotz eingeleimt. :-)
    Das sollte jetzt steif sein.
    Bisschen Elastisch brauche ich ja noch damit ich es oben verklemmen kann.




    Die verstellbaren Beine sollen kraftschlüssig aufeinander gedrückt werden, dann wird die dünne Platte nur auf Zug beansprucht.
    Falls das nicht gut klappt werde ich noch Führung Nut und Feder einfräsen.


    Loch und Schraube wollte ich vermeiden da ich in der Pampa nicht mit losen Teilen rumhampeln möchte.
    Die verteilen sich immer so schnell im Schlamm :-(
    Und Kraftschlüssig sollte es ja immer sein, sonst hat man wieder Wackeln im System.



    Man kann sich eine stabile Holzscheibe schneiden und sie mit einer dicken langen Schraube die unten an der Montierung sitzt so gegen die 3 Beine verklemmen daß die Kette oder was immer man nimmt
    damit das Ding keinen Spagat macht straff gespannt bleibt. So sind die Beine fixiert, es geht weder vor noch zurück. Da kann man dann gleich eine Okularablage draus machen. Du hast ja schon eine dreigeteilte Ablage vorgesehen. Wenn du jetzt die Scharniere dazu nach unten wegklappen lässt brauchst du vielleicht nur noch eine lange Schraube in der Mitte.


    Ich habs noch etwas verbessert und die Schaniere mit eingezeichnet:


    Das Gewicht wollte ich mir sparen wegen Transport. Daher lieber verspannen.


    Gruß
    Mark

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  • Hallo Ihr beiden !


    Marc,
    das Ding sieht super stabil aus ! (Hatte vor meinem Portaball und nach meinem "Quelle" 20 Jahre lang ein Celestron C-8 auf GPDX mit Holzstativ).


    Ich verstehe, dass Du die Beine nicht zur "Höhenverstellung" (weiteres / engeres Spreizen der Beine) benutzten willst. Finde ich gut. Ich hatte an meinem Stativ schwere Stahlscharniere mit drei sich kreuzenden Stahl-Latten dran montiert, die verschieden weit entfernte Löcher hatten (so was in der Art: www.aliexpress.com/item-img/8-…e-1-pair/32423156408.html ). Aber diese Verstell-Möglichkeit hab ich nie gebraucht.


    Ob die Höhenverstellbarkeit, so wie Du sie vorgesehen hast, auch für einen Refraktor (im Stehen) reicht ist natürlich eine andere Frage.


    Detlev,
    ich kann deine Erfahrung mit den Gummifüßen bestätigen. Hatte sie wieder abmontiert.


    Clear Skies

  • So, das Material habe ich gekauft.


    Ich befürchte ich habe es zu massiv geplant. Die Pfosten sind recht wuchtig.


    Egal, ich zieh das jetzt Durch!
    :D


    Wenn ich es nicht tragen kann dann zerre ich es in den Garten und stelle nen Denkmal drauf :/


    Schöne Grüße.
    Mark.

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  • Hallo Marc,


    das sieht ja ausgeklügelt aus! Aber wenn ich mir vorstelle wie sich das Ablagebrett "faltet", dann ist es genau umgekehrt wie es notwendig wäre um sich mit einer langen Schraube gegen die Montierung zu verspannen.
    Wenn du alle Scharniere auf die andere Brettseite machst dann klappt es zwar anfangs nach unten weg, aber zur Steigerung der Stabilität fehlt dir dann nur 1 Schraube. Das passende Gewinde ist ja in der Montierung schon drin.
    Also: wenig Aufwand - viel Effekt! Könnte allerdings sein daß du die Größe der Scharniere nach oben korrigieren must weil sonst die Schrauben aus den Brettern gezogen werden. Vielleicht wäre es sogar besser Beschläge soweit wie möglich zu vermeiden und als Ersatz mit Holzstiften in den Brettern als Drehachsen arbeiten. Die rosten nicht, verstreuen keine Metallspäne und man kann damit im dunkeln weder der Ausrüstung noch sich selbst Schaden zufügen.


    Ich hab noch mal über meine Schnapsidee mit dem Sand nachgedacht. Im Grunde wären drei kleine relativ prall gefüllte "Sandsäckchen" unter den Füßen genau das was ich beschrieben habe.
    Ich glaub das probier ich mal aus...


    viel Erfolg bei Bau


    Detlev

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  • Hi Detlev.


    Zu den Sandsäcken:


    Sehr gute Idee.
    Probier das mal aus!


    Aber:
    Es gibt meist mehrere Schwingungen.
    Man bekämpft Schwingungen am besten an deren größten Amplitude.
    Also beispielsweise schwingen die Beine nach einem Stoß.
    Größte Amplitude zwischen Stabilisierungsplatte und Boden.
    Man könnte an dieser Stelle die Beine mittels Seil verbinden und einen schwingungsdämpfer dazwischensetzen (Stoßdämpfer).
    Nur so als Beispiel.


    Aber probiere die Säckchen erst mal aus. Das wäre doch eine elegante Lösung!
    :)


    Grüße.
    Mark

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  • Hallo Allerseits!


    Ich habe jetzt einen Tag an meinem Stativ gebastelt und will eine kleine Zwischenbilanz ziehen.


    Bisherige Kosten sind ca. 50€ für Holz und Schrauben.
    Ich habe nur das billigste Holz genommen, also sägerauhe Pfosten, ein massives Leimholzreststück 30mm und 0,25m² Dreilagige Schreinerplatte 20mm.
    Zuhause hatte ich noch 3mm Leimholz und 5mm Leimholz (Sperrholz).


    Dazu kommen dann noch ein Haufen Schrauben M10 und passende Unterlegscheiben, Muttern und Flügelmuttern.


    Ein professionelles Vermesserstativ bei Ebay wird wohl auch nicht mehr kosten.


    Sehr ungeschickt habe ich die Hauptplatte an die die Beine montiert werden konstruiert.
    Sie lässt sich nur sehr schlecht fertigen und ist daher krumm und schief geworden.
    Eine computergesteuerte Fräse währe toll :-)
    Wahrscheinlich werde ich die Platte später noch mal neu machen.


    Schwierig waren auch die klemmblöcke die die Beine aufeinanderpressen.
    Aber da habe ich Lösungen gefunden die funktionieren.


    Eine Versenkte Mutter ist der Gegenhalter der Spannschraube die wiederum auf eine einseitig befestigte Aluplatte drückt.
    Dadurch wird vermieden das sich die Schraube in die Beine drückt.


    Die geplanten Flügelmuttern sind zu schwach.
    Man bekommt nicht genug Drehmoment auf die Schrauben, die Flügelmuttern müssten mindestens doppelt so groß sein.
    So etwas gibt es wohl, war aber im Baumarkt nicht vorhanden.
    Ich habe mir erst mal mit normalen Muttern geholfen, dann muss man halt einen Schraubenschlüssel dabei haben.


    Hier ein paar Bilder:




    Dann bis bald
    Mark

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  • Hallo Mark,


    Zum Thema Flügelmuttern:
    Ich musste vor einigen Tagen "mal eben" ein Stativ für einen Beamer bauen und hab das Stativ meiner EQ1 dafür genommen. Die Montageplatte blieb dran, nur die Montierung selbst hab ich abgeschraubt. Oben drauf eine Multiplex-Platte 300x300. Befestigt ist sie mit einer M10er Gewindestange die oben in einer Einschlagmutter steckt. Unten steckt sie ebenfalls in einer Einschlagmutter, die in einer kleinen aber ausreichend dicken Multiplex-Platte sitzt. Die kann man dann als "Drehgriff" benutzen um die obere Platte zu fixieren. Ich hab sie mit einer Lochsäge rund ausgeschnitten, das war ok für den Zweck. Eine eckige Form hätte noch mehr Gripp um sie noch fester zu ziehen. Eine Flügelmutter könnte ich nie so fest anziehen ohne mir die Finger zu verletzen.


    Wenn dich die Optik stört, dann nimm doch normale Muttern und bau eine "Ablage" ein für einen "Fahrradknochen".


    Viel Erfolg
    Detlev

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  • Hallo Mark,


    sieht doch gut aus !


    betreffend Flügelmutter: ... wie wenn Du auf beiden Seiten eine solche anbringen würdest? Oder kommen die sich dann gegenseitig in's Gehege ?
    Dadurch daß sie gegenseitig drehen mußt kannst Du schön fest klemmen.
    (Den Schraubenkopf absägen und die Rest-Gewindestange (der 3 Schrauben) ein bißchen abfeilen so daß beim gewinde nichts mehr "überzustehen" scheint. Dann auf der "guten" Seite der Restschraube zwei Muttern gegeneinander verdrehen und dann mit einem Schraubenschlüssel (an der Doppelmutter) - eine nach der anderen - durch eine (zu opfernde und danach wegzuwerfende) Mutter im Schraubstock drehen, um das Gewinde auf der anderen Seite wieder herzustellen. Du wirst sehen, es braucht nicht viel "Gewalt" und höchstens 2 Umdrehungen bis das Gewinde "läuft".


    Edit: ich meinte für die Flügelmuttern "oben" an der Ablageplatte; ja "unten" sieht es so aus, als bräuchtest du stärkere



    Viel Spaß

  • Noch was Mark, eventuell zur "Inspiration".


    An meinem Skywatcher Alu-Stativ für den Refrakor ist nur die "untere" Klemmung "unverrückbar" fest, die "obere" ist beweglich und hat "außen" zwei Flügelschrauben (und nicht nur eine "in der Mitte", wie die untere.


    Siehe Bild:



    Ich denke mal, so etwas müßte sich auch aus Holz machen lassen, gegebenfalls auch mit zwei sich "gegendrehenden" Flügelmuttern.

  • Hallo Detlev


    Unten steckt sie ebenfalls in einer Einschlagmutter, die in einer kleinen aber ausreichend dicken Multiplex-Platte sitzt. Die kann man dann als "Drehgriff" benutzen um die obere Platte zu fixieren


    Ja, das ist eine gute Idee.
    Ich dachte an eine Holzscheibe aus Schichtplatte in die der Schraubenkopf eingepresst wird. Dann hat man eine ausreichendes Drehmoment.
    Muss noch testen ob das Einpressen reicht oder ob noch eine Drehmoment stütze benötigt wird.
    Vielleicht einfach eine Karosseriescheibe (größere Unterlegscheibe) mit zwei kleinen löchern versehen und mit Holzschrauben an der Holzscheibe fixiere.
    Die Karosseriescheibe mit einer Mutter gegen den Schraubenkopf kontern.


    Gruß
    Mark

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  • Hallo Rudi


    betreffend Flügelmutter: ... wie wenn Du auf beiden Seiten eine solche anbringen würdest? Oder kommen die sich dann gegenseitig in's Gehege ?
    Dadurch daß sie gegenseitig drehen mußt kannst Du schön fest klemmen.


    Ins Gehege kommen würden die sich nicht, da ist genug platz.
    Aber das bringt nichts gegenüber einer einseitigen Flügelmutter.
    Eine Beidseitige Verschraubung halbiert - entgegen landläufiger Meinung - eben nicht die aufzubringenden Drehmomente.
    Auch wenn man für jede Strebe eine eigene Schraube nehmen würde müsste man bei beiden das gleiche Drehmoment aufbringen.
    Und das tut bei den Kleinen Flügelmuttern dann weh. ;-)



    Schau mal wie ganz früher die Fixierung von Zeichenbrettern (Din A0) kontruiert wurde.
    Dort hat man ca jeweils 10 Bleche an der Halterung und 10 Bleche am Brett befestigt und abwechselnd geschichtet.
    Durchgebohrt, Schraube durch und ein Feder die die Bleche aufeinander gedrückt haben.
    Mit einem Pedeal konnte man dann den Federdruck vermindern und damit das Brett bewegen.
    Weil sich die Kräfte der Feder nicht an den Blechen aufteilen sondern an jedem Blech auftreten.
    Die Reibung wird also mit jedem Blechpaar größer, bei gleicher Betätigunskraft.
    So kann man super Bremsen für Vollbremsungen konstruieren.


    Sorry, viel Rede wenig Sinn :-(


    Gruß
    Mark

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  • Hallo Zusammen


    Ich habe jetzt die etwas wackelige Kopfplatte verstärkt.
    Ist jetzt auch einfacher herzustellen.


    Egal was jetzt für Verwindungskräfte kommen, sie wird erheblichen Widerstand leisten!
    :-)


    Sie steht noch auf dem Kopf und die Beine sind noch an der alten Platte befestigt.
    Habe ich als Montageständer benutzt.



    Ich habe drei Balkenstücke vom Typ der Mittelbeine auf die vorhandene Platte geleimt und zur zusätlichen Stabilisierung noch eine Gegenplatte an die Unterseite Geleimt (in den Bildern steht es auf dem Kopf)
    Die Beine werden noch an die Pfostenstücke versetzt.
    Vorteile sind:
    + Mit normaler Werkstatteinrichtung wesentlich einfacher und präziser herstellbar.
    + Wesentlich verwindungssteifer
    + Pfostenstücke sind Reststücke von den Beinen.


    - Schwerer


    Grüße
    Mark

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  • "Eine Beidseitige Verschraubung halbiert - entgegen landläufiger Meinung - eben nicht die aufzubringenden Drehmomente"

    Sorry Mark,


    ich habe wirklich absolut keine Ahnung von Mechanik oder so was - aber dieser Satz schien meiner Lebenserfahrung zu widersprechen (nicht nur z.B. mit einem Drehkreuz-Schlüssel beim Reifenwechsel, sondern auch an meinem Stativ).


    Damit wir nicht aneinander vorbeireden: ich meine, daß Du mit der linken Hand die Flügelmutter auf der Gewindestange / abgesägte Schraube an der linken Seite und - gleichzeitig - mit der rechten Hand an der rechten Flügelmutter an der rechten Seite drehst.


    Das scheint mir eine Erhöhung der gemeinsamen Kraft zu bewirken, die auf die "Klemmung" einwirkt. Ob das das "Drehmoment" ist, weiß ich nicht !


    Ich habe also mal gegoogelt:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Kr%C3%A4fteparallelogramm


    http://www.leifiphysik.de/them…nd%20Kr%C3%A4ftezerlegung


    Und ich meine da steht (bzw. in dem Java Applet kann man sehen), daß sich die Kraft zwar nicht "verdoppelt", aber doch deutlich vergrössert (siehe Vektor), wenn am Radkreuz zwei Hände ansetzen. Wenn man an den entgegengesetzten Enden der - durchgehenden (!) - Gewindstange / Schraube in entgegengesetzter Richtung dreht, müßten sich die zwei Kräfte doch auch irgendwie (nicht 100 %) aufaddieren.


    Im Umkehrschluß müßte doch eigentlich die (sonst nur auf einer Seite; - ich bin einverstanden mit dem "Aua Finger") "aufzuwendende" Kraft für jede der beiden Hände reduziert werden, wenn man an beiden Seiten entgegengesetzt dreht. ... Oder ?


    Kannst Du das noch mal erklären?


    Wie gesagt, ich habe von so was keine Ahnung.


    Schöne Weihnachten

  • Hallo Rudi


    Sorry für die späte Antwort, war ziemlich beschäftigt.

    Und ich meine da steht (bzw. in dem Java Applet kann man sehen), daß sich die Kraft zwar nicht "verdoppelt", aber doch deutlich vergrössert (siehe Vektor), wenn am Radkreuz zwei Hände ansetzen. Wenn man an den entgegengesetzten Enden der - durchgehenden (!) - Gewindstange / Schraube in entgegengesetzter Richtung dreht, müßten sich die zwei Kräfte doch auch irgendwie (nicht 100 %) aufaddieren.

    Ja beim Radkreuz erhöht sich die Kraft wenn man an beiden Seiten des Kreuzes dreht. Dann sogar um 100%-
    Das entspricht in etwa wenn man mit zwei Händen an der Flügelmutter drehen würde.


    Das Kräfteparallelogramm zeigt die Resultierende Kraft wenn mehrere Kräfte in unterschiedliche Richtungen wirken. Es hat in unserem Fall keine Anwendung weil die Kräfte dort in die gleiche Richtung laufen (wenn auch mit unterschiedlichen Vorzeichen).


    Schau Dir mal die Zeichnung mit dem Wagen und den zwei Federn (Kräften) die links und rechts angreifen.
    Wenn man an einer Seite doppelt so fest zieht dann bringt man automatisch auf der anderen Seite die gleiche Kraft auf.


    Oder nimm zwei Radkreuze die aneinander geschweißt sind (mit der Schraube in der Mitte).
    Wenn man an einem eine Kraft ausübt dann muss der gegenüber die gleiche Kraft aufbringen.Sonst dreht er sich.
    Es müssen sich also beide anstrengen.
    Befestigt man ein Radkreuz beispielsweise indem man es irgendwo einbetoniert dann übernimmt die Wand das gegenhalten.
    Es muss sich für das gleiche Drehmoment nur noch einer anstrengen.


    Irgendwie kann ich das nicht so gut erklären. :-(


    Gruß
    Mark

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  • Hallo Zusammen


    Mittlerweile bin ich mit meinem Stativ wieder etwas weiter gekommen.
    Erste improvisierte Tests waren sehr vielversprechend.
    Leider ist es so schwer geworden das ich es kaum tragen kann.
    Daher habe ich erst einmal die schweren Ausziehbeine durch ausfräsen abgespeckt.



    Um möglichst wenig Steifigkeit zu verlieren habe ich Dreiecke von Beiden Seiten Gefräst. In der Mitte wurde eine ca 1cm dicke Holzschicht stehengelassen.


    Damit es halbwegs gleichmäßig gelingt habe ich mir eine Frässchablone mit Führung gebaut:



    Ausgefräst wurde mit einer einfachen Oberfräse.


    Leider ist das Ausfräsen eine Schweinearbeit.
    Jede Seite eines Balken hat zwölf ausgefräste Dreiecke. Gefräst werden muss in zwei Durchgängen.
    Also 48 Fräsungen pro Bein.
    Macht bei drei Beinen mal eben 150 Fräsungen.
    Das zieht sich und macht mordsmäßig dreck.


    Das Ergebnis ist aber ganz gut.
    Ca. 50% Gewichtsersparnis bei den Ausziehbeinen.


    Jetzt kann ich das Stativ ganz gut tragen.


    Später fräse ich vielleicht noch die Standbeine seitlich aus.


    Gruß


    Mark

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  • Hallo liebe Astro Freunde


    Mein Stativ nähert sich nun langsam der Fertigstellung.


    Ich habe die Stabilisierungsplatte für die Beine provisorisch eingebaut.



    Um das Stativ etwas niedriger einstellen zu können habe ich die Platte größer als ursprünglich geplant ausgeführt.
    Die Platte ist zusammenklappbar und führt die Beine gleichmäßig.
    Im vollständig gespreizten zustand stabilisiert sie sich so das das Spiel in den Gelenken nicht mehr vorhanden ist.
    Dann sollte das Stativ die maximale Schwingungssteifigkeit haben.


    Natürlich kann es auch steiler aufgestellt werden.
    Dann ist der stabilisierende Effekt der Platte geringer.


    Bisher ist die Platte(n) erst provisorisch befestigt da ich nicht genug Scharniere zur Hand hatte.
    Nach der endgültigen Justage werde ich die Wirkung noch testen.


    Schöne Grüße


    Mark

  • Hallo Mark,


    sieht nicht nur stabil aus, sondern ist auch noch formschön und - vorallem - professionnel !


    Herzlichen Glückwunsch.


    (Die "150 mal das gleiche Übung" ist beeindruckend; ... ich hoffe Du bist nicht böse, daß ich nicht weiß, was eine Fräse ist und wie man fräst. :(


    Für die andere Antwort brauche ich auch noch ein bißchen Zeit; ... ... sagen wir mal, ich bin zu 75% überzeugt ! ?(


    Dann mal "Gute Vollendung"

  • Hallo Rudi

    sieht nicht nur stabil aus, sondern ist auch noch formschön und - vorallem - professionnel !


    Herzlichen Glückwunsch.


    Vielen Dank für das nette Lob!
    Leider sieht es in natura nicht wirklich professionell aus.
    Vieles ist sehr ungenau gearbeitet, durch Versuch und Irrtum haben sich reichlich unschöne Spuren eingeschlichen und ein Finish fehlt auch noch.
    Aber es wirkt schon aufgrund seiner schieren Masse ;-)



    (Die "150 mal das gleiche Übung" ist beeindruckend; ... ich hoffe Du bist nicht böse, daß ich nicht weiß, was eine Fräse ist und wie man fräst.

    Schau mal hier:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Oberfr%C3%A4se
    https://www.google.de/search?q=Oberfr%C3%A4se&espv=2&biw=1590&bih=754&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ved=0ahUKEwjPlfr80JPKAhXFqw4KHYEeAJcQsAQIXg


    Im Prinzip eine sehr schnell Drehende Bohrmaschine auf einem kleinen Ständer die man auch seitwärts bewegen kann. Damit lassen sich dann beliebige Formen in eine Holzplatte fräsen.


    Gruß
    Mark

    Teleskoppark :) :
    Revue? ______60/910mm Refraktor
    Firstscope ___76/300mm Newton
    Heritage ____130/650mm Newton
    Eigenbau____76/700mm Newton 2" OAZ, In Arbeit
    Bresser _____114/900mm Newton