Meade 127 ED auf 3" umbauen

  • Hallo zusammen,


    ich möchte einen Meade 127 ED mit 952 mm Brennweite (f 7,5) mit einem 3" OAZ versehen. Mein angestrebtes Bildfeld soll 52 mm betragen. Dazu müssen unter anderem die Blenden versetzt werden. Hat jemand Erfahrungen gesammelt, wie die befestigt sind? Eventuell nur geklemmt und mit Farbe übersprüht oder gar geklebt bzw. gelötet?


    LG Jens

  • Hallo Jens,


    ich denke die vorderen Blenden, können bleiben, verschieben kannst Du ja nix sonst kommen die in den Strahlengang oder den Schatten der Vorderen! Der Stahlenkegel vom Objektiv an bleibt ja unverändert, daran muss der neue OAZ Anschluss und die Position des OAZ Rohres angepasst werden! Alles muss in einer Zeichnung zum selben Strahlenkegel führen wie vorher, nur mit Platz für den Bildfeldebner!
    Denn der muss ja in dem Strahlenkegel so eingesetzt werden, das dieser selbst keine Vignettierung verursacht!


    Wenn der Tubus gekürzt werden muss, kannst Du eine neue hintere Blende mit dem benötigtem Innendurchmesser berechnen / anfertigen, danach dort richtig platzieren und so befestigen wie Du es willst!


    Das reinragende OAZ - Rohr darf diese Blende aber nicht treffen, oder im eingefahrener Stellung nicht selbst wie ein zu kleine Blende wirken!


    Gruß Günter

  • Hallo Günter,


    erst einmal Danke für deine Antwort.


    Das mit den Blenden ist ja so eine Sache. Bei dem ED 127 sind drei Blenden eingebaut, die sich über ihren Rand gepeilt nicht in einer Linie fluchten lassen. Die mittlere Blende steht deutlich zu weit nach innen, müsste also ohnehin nach hinten verlagert werden. Möchte ich nun das Bildfeld 52 mm nutzen, sollten die Blenden nicht das Licht der außerhalb der Bildmitte liegenden Sterne abschatten.
    Das Licht eines Sternes vom Rand des Bildfeldes (das wird nachher eine Ecke im Foto) fällt parallel kommend überall auf das Objektiv ein und wird gebrochen. Damit die ganze Objektivfläche zum Sammeln des Lichtes genutzt wird, muss der Strahlengang bis in die Chipecken frei sein. Soweit mein theoretisches Verständnis.


    Hier habe ich das mal für den ED 127 ganz grob dargestellt. Gemeint sind die dünnen Linien vom oberen Objektivrand zum oberen Chiprand bzw. vom unteren Objektivrand zum unteren Chiprand. Das Rechteck vor dem Chip stellt die Lage eines Korrektors dar.




    Ich lass mich gern belehren, wenn dies so nicht stimmt.
    Wenn dem aber so ist, müssen alle Blenden nach hinten verschoben werden und ggf mindestens eine weitere eingefügt werden.


    Bisher erreiche ich dieses Bildfeld, welches deutliche Vignettierungen bzw. wohl eher deutliche "mechanische" Abschattungen durch zu enge Blendendurchlässe zeigt.


    Hat denn jemand schon einmal Blenden in einen Meade ED versetzt?


    LG und Frohes :saint: Fest
    Jens


    PS. Das Schema des ED 127 kann ich nur so klein hier einfügen, weil sonst nur der mittlere Teil dargestellt wird ?(

  • Hallo Jens,


    die mechanische Ausführung ist die eine Sache, der wirkliche Strahlenverlauf kannst Du nur selbst zeichnerisch genau darstellen, ( Die kleine gezackt Skizze sagt nichts darüber aus, wie und wo die Blenden sitzen ) und zwar vom dem freien Durchlass des Objektivs bis in den Brennpunkt!
    Diesen musst Du für dein Teleskop genau ermitteln, ( mit Projektion auf eine Mattscheibe ) , dann Aufzeichnen, nun die Positionen von deinem 70mm Gewinde bis zu den Blenden ausmessen in die Zeichnung eingetragen, dann schauen ob und wo sie den Strahlengang vignettieren!
    Diese Blenden werden bei der Montage einfach mit einem jeweils passendem Werkzeug auf die berechnete Position ein geschoben!
    Die Hersteller nehmen sich die Freiheit, bei der Endprüfung dort noch Korrekturen vorzunehmen, wo sich Auffälligkeiten zeigen, um dies mit Blendenversatz zu minimieren. Es kann also sein, dass man Die bei einer jetzigen Korrektur wieder rückgängig macht und sich andere Fehler einhandelt!


    Ansonsten ist es vielfach nicht möglich den Strahlenverlauf in einen Korrektor einfach durch grade Linien darstellen kann, da hier ja in und hinter den Linsen Brechungskorrekturen vorhanden sind, die erheblich von so einer zeichnerischen Darstellung abweichen!


    Jede Linse, Fassung oder Ring bringt in einem Strahlengang eine gewisse Vignettierung ein, die aber einen gewissen Bereich zulässt, der sich in einen gegebne Bildkreis nicht störend bemerkbar macht, der Wunsch, diese Grenze dennoch überschreiten zu können, ist verständlich, oft aber physikalisch dann nicht erreichbar! 52 mm sind natürlich schon mächtig, für eine nicht explizit darauf ausgelegte Optik!
    Eine gewisse Vignettierung, lässt sich aber mit Flats in der folgenden Bildbearbeitung aber herausrechnen!


    Frohes Fest


    Gruß Günter

    http://www.g2-astronomie.de


    GSO 12" Dobson teilbarer Alu-Tubus, C8-Orange, C8-Schmidtkamera, Comet-Catcher, MTO100/1000 MAK, Skywatcher ED 80 PRO, Skywatcher 8" Dobson, Skywatcher Maksutov SKM 127 / 1500

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  • Hallo Jens,
    ich habe keine Erfahrung mit dem Umbau eines Meade ED, aber ich habe mich mal intensiv mit einem alten 102/920 Meade Achromaten beschäftigtund in einem anderen Forum darüber berichtet: http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=84716


    Ich habe das Gerät heute noch !


    Die erste Frage, die Du Dir stellen musst ist: Wie werde ich mich fuehlen, wenn etwas schief geht ! Kann ich einen (Teil-)Verlust der Qualität des Instruments verkraften. Bei mir war das kein Problem, weil mich der Refraktor 60 € gekostet hat.


    Aber es gibt etwas, was Dir bei der Entscheidung hilft. Der konservative Ansatz. = Alles was Du machst, muss sich rückgängig machen lassen. Nichts machen, was sich nicht wieder rückgängig machen lässt.


    Du sagst, Du musst wahrscheinlich sowieso Blenden versetzen, bzw. ersetzen. Ich würde damit anfangen, das Teleskop von hinten zu öffnen und den genauen Abstand der letzten und der Blende, die zu weit in den Strahlengang hineinragt, vom hinteren Teleskopende abzumessen und zu notieren. Dann versuchen, die hintere Blende nach hinten herauszuziehen. Ich weiß nicht mehr genau wie ich das damals gemacht habe. Du bräuchtest ein Instrument so ähnlich wie ein Regenschirm, welches Du durch die Blende schieben kannst, dann aufspannen und die Blende am Stock des Regenschirms herausziehen. Danach die zweite. Die erste würde ich drin lassen.


    ABER: Immer an's Rückgängig-Machen denken. Ich will nicht dafür verantwortlich sein, wenn Du findest,dass der Schaden zu gross ist ((siehe die erste Frage, die Du Dir stellen musst).


    Ich frage mich im übrigen, ob Du danach überhaupt neue Blenden einsetzen musst. Ich habe bei mir Veloursfolie eingeschoben, OHNE die Folie von der klebende Seite abzuziehen (!) einfach nur reingeschoben, und bun sehr zufrieden mit dem visuellen Ergebnis. Ich betreibe allerdings keine Fotografie. .... Aber zum Testen kannst Du das auf jeden Fall mal probieren (wenn Du es schaffst, die zwei Blenden herauszukriegen ohne etwas zu bveschädigen !


    Viel Spass, ... Wen Du Dich entscheidest ES zu tun .


    Wie gesagt: OHNE Garantie !


    (Sorry für Tippfehler, schreibe vom Handy).


    Und noch schöne Weihnachten

  • Thema Bildfeld 52 mm:


    Diese Frage stellt sich nur, wenn man mit dem Meade 127 ED fotografieren möchte, und dazu braucht man in jedem Fall
    einen Flattner oder Reducer. Diese beiden funktionieren aber auch nur, wenn sie zum vorderen Objektiv einen richtigen
    bzw. optimalen Abstand haben. Und das kann man ausmessen. z.B. am Himmel.


    Wenn man den Meade 127 ED für visuelle Zwecke umbauen möchte für ein Feld von 52 mm, dann braucht man eine
    niedrige Vergrößerung mit einem Okular, das bis zum Rand "scharf" abbildet. Dieser zweite Fall ist eher nicht so sinnvoll.


    Fazit: Bevor man etwas umbaut, sollte man sorgfältig überlegen, welcher neue Zweck damit erreicht werden soll.
    Der "Umbauer" muß also erst einmal ganz konkret sagen, was er erreichen will. Erst dann kann man vernünftige
    Anworten geben.


    Zum System Meade 127 ED ist in diesem Zusammenhang erst einmal gar nichts gesagt.
    http://r2.astro-foren.com/inde…s-und-frauenhofer-systeme
    http://r2.astro-foren.com/inde…140-die-kunst-des-klebens

  • Hallo Günter, hallo Rudi,


    vielen Dank, das bringt mich ein Stück weiter. Bei der rein visuellen Betrachtung des ausgeleuchteten Bildfeldes (Die Aufnahme mit dem "Turm" in meinem Beitrag oben ist auf einer matten Zeichenfolie entstanden) denke ich, dass das mit einem Flat korrigiert werden kann. Mein Bestreben zur Optimierung brachte die Idee zur neuen Blendenanordnung. @Günter: Du hast recht, den Abgang der "Randstrahlen" auf der Innenseite des Objektives kenne ich nicht, kann ihn wohl wirklich nur praktisch mit einer Mattglasscheibe in Richtung Brennpunkt verfolgen. Das wird praktisch zwischen den vorhandenen Blenden im Tubus am eingebauten Objektiv schwierig.
    Trotzdem bleibt bei mir die Frage:


    Müssten nicht die drei Blenden beim Fluchten aus Okularsicht eine gerade Linie hin zum Objektiv bilden?


    Als Fazit neige ich nun dazu, erst einmal auf einen 3" OAZ mit 77 mm Durchlass auf ca 182 mm umzurüsten, um dann neu zu beurteilen, ob weitere Maßnahmen nötig werden. Der Anschluss am Tubus ist ein M130x1 Gewinde, also problemlos rückbaubar.


    LG Jens

  • Hallo Jens,


    . . . "Wolfgang" reicht völlig . . .


    dann hast Du die Wahl unter mehreren Flattnern bzw. Reducern, wobei sich wieder die Frage stellt,
    welcher Reducer paßt zum Meade 127 ED.
    Das Meade 127 ED ist aber als Grundgerät nicht so toll, Du wirst also Kompromisse eingehen müssen.
    Es funktioniert aber auch nur, wenn der (richtige) Reducer an der richtigen Stelle steht. Wenn Du das
    unter Kostengesichts-Punkten siehst, dann wäre die Anschaffung eines APO's + Reducer sinnvoll, bevor
    Du Dich in ein solches ungewisses Abenteuer stürzt - soll heißen, das Ergebnis wird nie perfekt sein.
    Für ein Bildfeld von 52 (?) mm Durchmesser brauchst Du einen ca. 600.- Euro teuren Riccardi Reducer.
    Brauchst Du das? http://r2.astro-foren.com/inde…ein-apo-und-seine-reducer


    B033 * Meade USA ED-Halb-APO mit Zonenfehlern 127/1140 mm
    B034 * Meade ED Halb-APO 127/1140
    B035 * Meade ED 127/1140 mit "weicher" Fassung
    B036 * Meade USA ED-Halb-APO mit Zonenfehler/Mitte 152/1370
    B037 * Meade USA ED-Halb-APO 152/1370 Diskussion Polychromatischer Strehl