Selbstgebauter Telrad / Rigel Quikfinder

  • Hi


    Man braucht eigentlich immer 2 Sucher, besonders wenn man von einem Gerade-Sicht-Sucher auf einen Winkel-Sucher umsteigt (z.B. wegen Problemen mitden Nackenwirbeln).


    Habe mir deshalb vor und nach Weihnachten eine Art „Telrad / Rigel Quikfinder“ (für meinem Refraktor) selbst gebaut:


    Hier mein Vorschlag:


    (1) ein Stück graues Wasserrohr vom Baumarkt: Bild 1



    (2) Rückseite: ein (geschwärztes) Korkstück mit einem Loch in der Mitte: Bild 2 (sorry Gegenlicht)



    (3) Frontseite:


    Ein Fadenkreuz auf das in der Mitte eine (mit „Tipp Ex“ weiss gestrichene) schwarze Gummidichtung aufgeklebt ist; das Fadenkreuz habe ich zur besserenSichtbarkeit bei „Leuchtfolien-Beleuchtung“ auch mit „Tipp Ex“ gestrichen. Ganz oben und außen drauf befindet sich noch ein weißer Ring, den ich vom oberen Ende des Flaschenhalses einer Plastik-Milchflasche abgeschnitten habe.Das kann man sicher noch schöner machen : Bild 3



    • [Vor Anbringen des Fadenkreuzes am vorderen Ende des Rohrstücks einen Streifen selbstleuchtendes (Phosphor-)Klebeband anbringen, siehe links - innen- auf Bild 3. Zum Herstellen des Fadenkreuzes an den gegenüberliegenden Enden der Fäden (z.B. Nylonfaden oder Angelschnur ) Muttern mit Knoten befestigen. Durch das Gewicht der Mutternwerden die sich kreuzenden Fäden - vor dem Aufkleben derselben auf das vordere Rohrende - gespannt.
    • Beim Winkelsucher: Unten am vorderen Rohrende (vorher Aussparung in das Rohr eingefeilt) sieht man noch eine aufgeklebte Mutter, die von der Radnabe eines kaputtenKinderfahrrades meiner Tochter stammt. Passt genau zum Einschrauben der gängigen Sucherbeleuchtungen (mit Schraube am vorderen Ende). Aber das braucht man gar nicht, wenn man ein gutes selbstleuchtendes Klebeband hat (3 €für 1 m bei Amazon)].




    (4) Nochmal Frontseite: Bild 4

    • Links der Winkelsucher (5 x 40, gebaut aus einem alten Fernglas und einem alten Zenitprisma - bei ebay gekauft - , der Sucher hat mit dem 32 mm TS Okular - bei 150 mm Brennweite - unschlagbare 11° wahres (!) Gesichtsfeld am Himmel (= 22 Vollmond-Durchmesser), das Okular ist wechselbar.
    • - In der Mitte (direkt links unterhalb vom „Telrad“ und von diesem teils verdeckt) der Okularauszug des Refraktors: alle drei „Okularauszüge“sind mit einer Kopfbewegung erreichbar, ohne daß man sich den Kopf stösst.

    (5) Untere Befestigung des „Telrads“: Bild 5


    (6) Zur Verdeutlichung der alternativen Beleuchtungsmöglichkeit: eine andere „Radnabenschraube“ am 32 mm Okular des Winkelsuchers: Bild 6


    Clear Skies

  • Rudi, du bist ein Künstler.
    Wenn es eine Muse fürs Heimwerkeln gibt dann hat Sie Dich geküsst!


    Viel Spass mit deinen Suchern
    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1200 Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton (2x)


    https://astronomiefreunde-kn.de/

  • Hi "Kaffee",


    Pschschttt ! ... Meine Frau glaubt, ich hätte zwei Linke Hände :) .


    Nee ernsthaft, ich arbeite nicht sehr exakt und bewundere die vielen Leute, die das tun können (oder müssen).
    Ich arbeite eher (sowohl manuell, als auch intellektuell) nach der "intuitiven" Methode, und produziere damit auch oft Ausschuß, so z. B. hier (Beitrag N° 9): "Gleichgerichteter" Winkel-Sucher für Newton


    Ich glaube, die leztlich entscheidende Frage ist, wie das Verhältnis von "Ausschuß" zu "gutem Produkt" bei der (ich nenne sie mal so) "exakten wissenschaftlichen Methode" im Vergleich zur "(mehr emotionalen) intuitiven" Methode ist. Ich habe mal ein Buch gelesen, wonach es in unserem Gehirn die "äußere Rinde" des "homo sapiens" (seit der letzten Eiszeit, vor 10.000 Jahren) gibt (was also eher rezent ist), die "wissenschaftlich / logisch" arbeitet, während wir im "Inneren" des Gehirns den "Instinkt" haben (das, was wir seit der Entstehung des Menschen vor 400.000 (oder waren es 4 Millionen) Jahren - sorry, ich hab es nicht so mit den Nullen - an Erfahrungswerten "gespeichert" haben). Die Frage, ob wir - in Krisen-Situationen - ein "Held" sind oder "die Beine in die Hand nehmen" entscheidet sich infolgedessen danach ob wir uns, in der konkreten Krisensituation, für den Instinkt oder die "Großhirnrinde" entscheiden. Tatsächlich scheint in solchen Situation in unserem Gehirn "ein Film abzulaufen", der alle wichtigen Momente aus dem Leben unserer Vorfahren (4 plus wieviel Nullen waren das noch) in Sekundenbruchteilen abspielt: wenn in diesem Film ein Dinosaurier vorkommt, vor dem einer unserer Vorfahren geflüchtet ist, nehmen wir - sehr wahrscheinlich (aber keinesfalls notwendigerweise) - "die Beine in die Hand" und laufen, "was das Zeug hält". Manchmal kommt es aber auch anders (= "Held"; das kann aber auch schief ausgehen = "toter Held") :) .


    [Achtung, schwer "off topic (und von außen, aus Frankreich gesehen)": Ich glaube, daß die Frage "emotionaler / intuitiver " Ansatz gegen "wissenschaftliche Logik" (bin gerne bereit über diese eher "hilflosen" Begriffe zu diskutieren), im Moment auch die deutsche Gesellschaft umtreibt (A.Merkel gegen Seehofer)
    Ehrlich gesagt: ich frage mich was (= welcher Ansatz, nicht wer !) gewinnen wird: diese Entscheidung wird - so oder so - sehr erhebliche Konsequenzen haben].


    Danke für Deine Komplimente ("gehen runter wie Öl" bei einem "Linkshänder") !


    Good luck !

  • Hallo Rudi,


    etwas zu bauen was nicht funktioniert und es danach besser zu machen ist nichts anderes als "Lernen".
    In meinem und wahrscheinlich noch in vielen anderen Bastelkellern wird auch so maches gebaut was unbenutzt im Müll landet. Für meine Tochter hab ich mal ein faltbares Spielhaus gebaut, nach Anleitung. Hab 50 Euro verbastelt und das Ergebnis gleich danach weggeworfen. Dann kannte ich die möglichen Probleme und hab es mit anderem Material komplett neu gemacht. Jetzt hat meine Tochter ein faltbares Spielhaus und ist seit 3 Jahren begeistert davon.
    Leidenschaft und Einsatzwillen sind bis zu einem gewissen Grad hilfreich, aber man sollte sich nicht verrennen. Ab und zu ein Ist-Soll-Vergleich (gerne auch von außen) ist sicher hilfreich. Aber wer gesteht sich selbst schon gern das eigene Scheitern ein? Dazu gehört Mut.
    Das geozentrische Weltbild wurde über tausend Jahre mit viel Leidenschaft verteidigt. Wo wären wir heute wenn es damals anders gelaufen wäre?


    Offtopik:
    Wer will kann aus dem obigen Text Analogien zu Merkels oder Seehofers Flüchtlingspolitik ziehen. Da findet jeder "seine" Antwort.


    Ich bin an der Grenze zu den Niederlanden in einer "Arbeitersiedlung" aufgewachsen, bin seit Kindertagen von Ausländern umgeben. Viele meiner (Ex-)Kollegen waren/sind Moslems. Mit vielen komme ich klar, mit einigen nicht. Das gilt allerdings auch für Nicht-Ausländer und Nicht-Moslems. Ich folge daher einer Argumentation von Volker Pispers:



    Viele Grüße über den Rhein nach Frankreich
    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


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  • Hallo Detlev,


    auch Dir ganz herzlichen Dank; ... hatte ein bißchen "Bammel" um die Antwort auf meinen Beitrag. ... Du hast das super "gemanagt".


    Das geozentrische Weltbild wurde über tausend Jahre mit viel Leidenschaft verteidigt. Wo wären wir heute wenn es damals anders gelaufen wäre?


    Wollte aber noch mal zur "Muse" zurückkehren.


    Astronomie ist die einzige "Wissenschaft", der bei den alten Griechen eine Muse zugeordnet war, nämlich "Urania" (von "ouranos" = der Himmel). Ansonsten hatten nur "Künste" Musen.



    [Ich erzähl Dir jetzt nicht die Geschichte von der "Scheidung" von Ouranos (dem Himmel) und Gaia (der Erde) ! ... das mach ich ein anderes Mal !]


    Ich wollte auf was anderes hinaus: bei den alten Griechen, waren Astronomie und Astrologie gar nicht getrennt. [Ich höre schon die Schreie und Wutausbrüche, weil ich jetzt das Wort "Astrologie" in den Mund genommen habe]. Das war eine einzige "ganzheitliche" "Kunst-Wissenschaft".


    Die "Perzeption" (Wahrnehmung) des Ganzen hat sich irgendwie total verschoben.


    Wenn man das Ganze mal vom Wortsinn her analysiert, so bedeutet "astron" natürlich Stern. Aber dann kommt es:


    - "Logos" bedeutet: "das Wort" ! Aber nicht "irgendein" Wort, sondern das "ausgelesene" Wort. "Logos" kommt von "legein" = (aus)lesen; ursprünglich "Beeren (aus)lesen", dann später "ein Buch lesen". "Logos" meint also nicht die "schnelle Antwort", die uns oft "auf der Zunge liegt", "einfach so herausgesagt wird", also etwas, was in die in unserer Gesellschaft so wichtig scheint, sondern das "aus den Gedanken ausgelesene" Wort. Nicht "egal was" als Antwort, sondern eine "direkte Ableitung aus (tiefen) Überlegungen". Bei den alten Griechen war der Begriff "Wort" = "Logos", ohne vorher "das Gehirn einzuschalten", gar nicht vorstellbar. Unser Wort "Logik" kommt daher. Im Bereich der Astronomie findet man die richtige Deutung heute noch in "Kosmo-logie". Die Astrologen waren also die "Stern-Philosophen", wenn ich das mal so sagen darf.


    - "Nomos" bedeutet: "das Gesetz", aber auch "Gerechtigkeit". Es kommt vom Verb "nomizein" und hat mit "zählen", aber auch mit "Nomaden" zu tun. Zu Beginn der griechischen Kultur vor mehr als 2500 Jahren, gab es wohl sesshafte Griechen und solche, die mit den Schafherden unterwegs waren. Im Frühjahr nahmen die "Nomaden" die Schafe der "Sesshaften" zusammen mit den eigenen Schafen auf Wanderschaft. Wenn sie im Herbst zurückkamen, gab es aber ein Riesen-Problem: wem gehörten jetzt die Babies ? Da gab es dann eine riesige Versammlung von Leuten und eine großes Palaver. Daher rührt der Begriff "nomizein", der "zählen", "abwägen", "Gerechtigkeit" und "Gesetz" enthält. Später auch "Naturgesetz". Die Griechen verzweifelten fast an den "Schleifen" der Planeten. Es gab also Leute, die sich daran "festbissen". (Ich behaupte das jetzt mal einfach so). Das waren die Leute, die sich mit den" Gesetzen" der Planeten beschäftigten, aber fast wie "Erbsenzähler"; man könnte vieleicht mit "Himmelsmechanikern" übersetzen : das waren die Astronomen !


    So: und wer war jetzt der "Wissenschaftler" und wer der "Künstler" ?


    Das wollte ich eigentlich in meinem vorherigen Beitrag schon zum Ausdruck bringen; aber ich hatte da, wie angedeutet, nur "hilflose" Begriffe gefunden !




    Vielen Dank also für Deinen Hinweis auf das geozentrische Weltbild: es hat mich wieder auf die richtige Spur ("on track") dessen gebracht, was ich eigentlich sagen wollte



    Lieben Gruß Richtung Karlsruhe

  • Hallo Rudi,


    Sonnatg war "Tag im Schnee", daher erst jetzt eine Antwort.


    Ein interessanter Aspekt der Sprache. Da haben wir die Bedeutung inzwischen vertauscht.
    Das verstehen des (von den Göttern gelenkten) Geschehens durch beobachten des Himmels war also Wissenschaft, während dem (anscheinend sinnlosen?) Beobachten des doch eh ziemlich unveränderlichen Himmels eher als Kunstform gesehen wurde - Schön, aber ohne direkten Zweck?


    Ja, die "alten Griechen" hatten noch genügend Zeit und Muße, sich mit dem Himmel zu beschäftigen um am Ende eine "Theorie" zu haben, ein Verständnis von dem genau beobachteten, erlangt allein durch langes, scharfes Nachdenken. Ausprobieren war ja was für Leute wie Archimedes und seine Sandkastenspiele...


    Daß sich Wortbedeutungen, verschieben ist anscheinend normal. Die Bedeutung der "schlechten Sterne" (Disaster) ist ja auch nicht mehr die ursprüngliche, und das "Tohuwabohu" aus der Genesis bedeutet eigentlich auch nicht das Durcheinander mit dem wir es verbinden. Hat sich da die altgriechische Idee "Vom Chaos zum Kosmos" in der Übersetzung dieser Bibelstelle niedergeschlagen? Aber auch die nicht-importierten Wörter kann es treffen. Wer sich "einen Ast lachte", der krümmte sich früher vor lachen so sehr daß es aussah als habe er einen Buckel, und "geil" waren vor noch gar nicht so langer Zeit Pflanzenstengel die ohne Blatt in die Länge geschossen sind weil es ihnen an Licht fehlte.


    Wieder was gelernt: Sprache im steten Wandel...


    Gruß
    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


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  • Das verstehen des (von den Göttern gelenkten) Geschehens durch beobachten des Himmels war also Wissenschaft, während dem (anscheinend sinnlosen?) Beobachten des doch eh ziemlich unveränderlichen Himmels eher als Kunstform gesehen wurde - Schön, aber ohne direkten Zweck?


    Nein,
    was ich sagen wollte ist, daß gestern "Mechanik" = "Kunst" war.


    Ein Anachronismus, Du hast Recht !

  • Rudi, jetzt sind wir kurz vor "Früher war alles besser" ;-)


    Es gab eine Zeit, da war Handwerk auch Kunst. An alten Bahnhöfen findet man manchmal noch aufwändig geschmiedete Eisenstangen zum Abspannen von Dächern etc.,
    oder denk an Schnitzereien in tragenden Balken. Schon die ersten Töpferarbeiten lange vor unserer Zeitrechnung waren verziert.


    Heute wird zwischen Design und Funktion unterschieden.
    Vieles was dir ein Handwerker macht funktioniert heute besser, aber es wird manchmal einfach schöner wenn man drüber tapeziert oder eine Vertäfelung davor ist ;-)



    Klare Nächte
    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


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  • Hey Detlev,


    nee, ehrlich gesagt, ich meine nicht früher war alles besser. Da hätte ich ja auch auf vor 200 Jahren abstellen können. Ich rede aber von etwas, was vor 2500 Jahren mal gewesen sein könnte (keiner weiß das so 100%ig, weil alles überlieferung ist)


    Was ich meine ist das man Dinge auf verschiedenen Wegen erreichen kann. Auch das "Herstellen von Apparturen oder Geräten" oder wie Du das nennen willst, (ich meine das, was wir hier basteln).


    Aber unsere Gesellschaft ist zu mathematisch / präzise orientiert und ganz "verkniffen" auf "Millisekunden", "Nanometer" und "CNS gefräst" fixiert (fixiert im Sinne von Freud). Das mathematisch, 1000%-Genaue, in einem "just in time" Rahmen scheint uns alle zu "versklaven".


    Mein Bruder ist Handwerker. "Artisan" (von "Art" = "Kunst" im Französischen. Er ist Werkzeugmacher. Er beklagt sich, daß, wenn er eine Kleinserie an der Drehbank laufen hat, kommt garantiert irgendeiner, der bis morgen früh ein Spezialteil hergestellt haben will, ... mit Naometer-Genauigkeit. Dann muß er seine Kleinserie unterbechen, die Maschine umbauen (20 Kg schwere Teile), auf's Tausendstel genau einrichten, usw. .... Was das kostet !


    Wenn ich in einer mir unbekannten Großstadt bei Rot über eine Ampel fahre, und mich beschwere, daß ich, wegen der extrem komplexen Verkehrsituation und weil ich aus einen Tunnel kam, subjektiv die Rotlich-Überschreitung gar nicht vermeiden konnte, bekomme ich einen Brief mit einem Satz als Antwort: sie sin 0,44 Sekunden nach dem Umschalten über die Ampel gefahren. ... ... ... 0,44 Sekunden ! Ja objektiv bin ich über rot gefahren, aber subjektiv bin ich nicht schuldig. Da muß ich dann bis zum Bundesgerichtshof prozessieren, und in den Vor-Instanzen sitzen auch lauter Erbsenzähler, das kostet ein Heidengeld, Aufwand, usw. ... Da akzeptiere ich halt ide Ungerechtigkeit. Aber das ist alles nur, weil irgendein "Planetenschleifen"-Mechaniker irgendwie - für eine 08/15- Ampel und nicht für die konkrete Verkehrsituation and dieser Stelle - entschieden hat, jeder Mensch muß in jeder Situation in der von ihm vorberechneten Zeit an der roten Ampel zum Stehen kommen.


    Oder Bobfahren: da entscheiden 3/1000 oder 1/1000 Sekunde darüber, wer eine Gold-/Silber oder gar keine Medaille bekommt. ... Aber die fahren ja gar nicht alle zur selben Zeit; so eine Veranstaltung dauert Stunden. Und ich bin mir sehr sicher, daß die Frage, ob sich in dem Moment, wo der eine fährt, gerade eine Wolke vor die Sonne schiebt oder nicht, einen viel größeren Einfluß hat, als die 3/1000 Sekunden.


    Also zusammengefasst: man kann ganz viele Dinge, darunter das Herstellen von Teleskopen und sonstigen Teilen / Produkten auch anders machen. ... Siehe den Herrn Dobson. ... Und "das anders Machen" hat mit menschlichen Eigenschaften zu tun, wie Pragmatik, Intuition, Improvisation, etc., ... also mit den Eigenschaften eines Künstlers. Aber wegen des "verbissenen", mathematisch/wissenschaftlich exakten, "just in time" Wahns / Fetischismus in unserer Gesellschaft, der alle auf die eingefahrenen Gleise der "Planetenschleifen" zwingt, werden solche Leute - jedenfalls scheinbar - immer weniger.


    Voilà, jetzt habe ich mich mal "ausgeko..t".


    Zum Glück ist die Astronomie nicht nur Wissenschaft, sondern hat auch eine Muse :) !


    [... Hoffentlich kommt demächst mal ein Galielo oder Kopernikus. ... ... ... Aber das wird dann auch noch Jahrhunderte dauern, bis der obenbeschriebene Wahn beseitigt ist].