Fiterschieber - Selbstbau, wie Filter befestigen ?

  • Guten Morgen,



    ich bin dabei über den Selbstbau eines Filterschiebers nachzudenken, bzw. habe schon angefangen ihn zu bauen.


    Habe lange überlegt, ob ich den wirklich brauche, aber zwei Argumente haben mich letzlich überzeugt:


    • die Möglichkeit des "Blinkens" ("Hin- und Her- Schieben" des Filterschiebers mit UHC- / O III-Filter, bzw. mit dem "leeren" Loch") zum Aufsuchen von - bei kleineren Aufsuchvergrösserungen - sternförmigen, planetarischen Nebeln,


    • die Tatsache, daß die Grundplatte des Schiebers am Newton als Streulichtfilter funktionniert, wenn man in den Filterschieber zusätzlich ein Loch mit dem Aussendurchmesser des - ganz eingefahrenen - Okularauszuges bohrt.


    Beim Googeln bin ich auf folgenden Konstruktionsplan gestossen : http://www.mf-astro.de/app/dow…ieber+MF.pdf?t=1449614491



    Als Material habe ich:


    - Reste einer Plexiglas-Platte (später mit Velours zu beziehen für den Schieber)


    - Reste eines Alu-Profils für die Führungen.



    Jetzt habe ich aber noch ein konzeptuelles Problem für die Befestigung der Filter auf dem Filterschieber, damit die nicht aus den Löchern rausfallen. Denn erstes kann man in das Plexiglas kein M 48 oder M 32 Gewinde schneiden, und zweitens habe ich sowieso keinen Schneider um so große Gewinde zu schneiden !



    Ich wäre für Ideen dankbar !


    (Hatte schon an Gummidichtungen für Wasserohre gedacht, die ja 1 1/4, bzw. 2- zöllig sind um sie "zu klemmen, aber die Filter dürfen nicht verkanntet sitzen, weil die Wirkung ganz anders sein kann, wenn sie schief sitzen).



    Merci !

  • Hallo Rudi,


    4 Ideen:


    - die Filter sind ja eigentlich für Okulare gedacht. Wenn man jetzt eine Okularhülse in "Scheibchen" sägt, hätte man das passende Gewinde...
    Aber woher nehmen?
    - Ist M48 nicht auch ein bei Kameras verbreitetes Gewinde? Vielleicht kann man da was passendes umwidmen?
    - Filter mit je 3 kleinen Plastikschrauben (M3?) am Rand befestigen. Die Köpfe verhindern das rausfallen, und am Plastik kann nix verkratzen
    - Auf einem 3D-Drucker etwas passendes drucken lassen?


    Gruß
    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1000 Zollstock-Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton


    https://astronomiefreunde-kn.de/

  • Hallo Detlev,


    kennst Du meine Vergangenheit ? Bist Du beim BND beschäftigt ^^ ?


    Ich habe tatsächlich, in einer Schublade im Keller, noch ein Stück von der Okularhülse eines 2 Zoll 60 mm Celestron Plössl-Okulars aus den 1970igern gefunden, welches ich mir als Übersichtsokular (mit Tunnelblick) für das langbrennweitige C 8 ("gefaltete" 2 m Brennweite, da f/10) gekauft hatte, dann aber kürzen mußte, weil es eine sehr lange Okularhülse hatte und ich damit (mit dem zusätzlich verlängernden Zenitprisma) nicht in den Fokus kam.


    Das Stück reicht für zwei Filter, 2-3 Umdrehungen müssten zur Filterbefestigung reichen !


    Jetzt brauch ich nur noch was für die 1 1/4 Zoll Filter.


    Auch die Idee mit den Plastik-/Nylon-Schrauben finde ich gut, hatte schon über Schrauben nachgedacht, aber das Plastik schont die Filter.


    Aber das mit den 3D-Druckern habe ich bisher für eine "Zeitungs"-Ente gehalten. (Meine Frau hatte mir erzählt hat, sie hätte im Fernseher gesehen, wie man mit 3D-Druckern Pizzas herstellt). Habe mich aber jetzt im Netz schlau gemacht. (Ich werde halt älter und galube nicht so alles, was die da im Fernseher oder sonst wo erzählen).


    Danke

  • Hallo Rudi,


    nö, beim BND arbeite ich nicht, unsere Kunden wissen daß wir für sie arbeiten, sie bezahlen uns sogar dafür! ;-)


    Zum 3D-Druck:
    Ob man damit wirklich ein M48 Gewinde mit 0,75er Steigung drucken kann? Hier kommt jemand zu dem Ergebnis daß er ein M42 x 1mm-Fotogewinde nicht drucken kann.
    Also doch die Hülse zersägen. Wenn das mit einer 2"-Hülse gelingt, dann geht das auch mit 1,25".


    Da ich keine Drehbank besitze würde ich zwei Holzkugeln auf eine Gewindestange stecken und die Hülse dazwischen einklemmen.
    Dann ab damit auf die Ständerbohrmaschine und ausrichten bis alles gerade ist.
    Bei niedriger Drehzahl eine Laubsäge mit Metallsägeblatt ansetzen und sägen lassen. Kühlen nicht vergessen. Ersatzsägeblätter bereit halten.


    Warum keine Bügelsäge? Verklemmt sich was dann reißt das dünne Blatt sofort. Das verhindert schlimmeres.


    Gruß
    Detlev

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  • Hallo Rudi.


    Ich würde die Gewinde nicht nutzen sondern den Schieber mit Löchern versehen bei denen der Metallrand der filter noch aufliegt.
    Dann bis zur halben Materialdicke ein etwas größeres Loch so das die Filter seitlich fixiert sind.
    Eventuell noch eine Lage Plexiglas mit kleiner Bohrung darüber dann kann nichts herausfallen.


    Gruß.
    Mark

    Teleskoppark :) :
    Revue? ______60/910mm Refraktor
    Firstscope ___76/300mm Newton
    Heritage ____130/650mm Newton
    Eigenbau____76/700mm Newton 2" OAZ, In Arbeit
    Bresser _____114/900mm Newton

  • Hallo Mark,
    auch 'ne schöne Idee und wahrscheinlich einfacher zu fertigen als "Gewindekringel".


    Die Filter dürfen ja auch minimal in der Halterung klappern und sich bewegen.
    Einzig bei Polarisationsfiltern wäre es schön wenn da überhaupt kein Spiel drin wäre,
    den jede Bewegung ändert ja den Filterwert.
    Ein kleiner Silikonknubbel oder ein Stück Schaumstoff am Rand des Lochs als "Bremse" dürfte jede Bewegung unterbinden ohne den Filter zu verbiegen.


    Gruß
    Detlev

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  • Hi,


    das ist ja ein Thread mit richtig vielen Leuten geworden :) !


    Vielen Dank für alle Eure Tipps.


    Leider habe ich nur so ein billiges Rundloch-Lochsägen-Set mit (ich denke mal) 8 vorgegebenen Grössen, was die Idee mit einmal von unten mit kleinerem Durchmesser bohren und einmal von oben mit grösserem schwierig realisierbar macht.


    Ich habe die M 48 Löcher schon gebohrt und der Okularhülsenrest passt genau. Das grosse Loch habe ich auch schon und eines der 2 M 30 Löcher. Aber das scheint mir irgendwie zu groß für die 31.75 mm Okulare / Filter. Da muß ich wohl noch was reinkleben, deshalb habe ich jetzt das letzte Loch noch nicht gebohrt.


    Ich probier jetzt einfach mal das Okularhülsen-Reststück für zwei Zoll zu zersägen, wenn es schief wird kann ich ja immer noch mit dem Schleifrad auf der Bohrmaschine korrigieren.


    (Ich hab ein bißchen Erfahrung mit "Gewinde reparieren", weil ich jahrelang keine Gewindeschneider hatte - und wegen der seltenen Gelegenheiten, wo ich sowas brauchte, auch keine kaufen wollte - und mir in Alu mit "Schrauben durch gebohrte Löcher drehen" (um Innengewinde herzustellen) oder "abgesägte Schrauben durch (nachher wegzuwerfende) Muttern drehen" geholfen habe. (Habe Gewinde auch schon mit einem Schraubezieher repariert; ... wenn er die richtige Grösse/Breite hat braucht man nur mehrfach mit der flachen Seite den einzelnen Linien entlangfahren, geht vorallem bei Alu).


    Also nochmals vieeeelen Dank für Eure vieeeelen guuuuten Tipps. Der eine oder andere kommt bestimmt noch zur Anwendung.



    @ Dietmar:


    Ändert denn das Einschrauben eines Filters den Fokus ? Ist mir noch nie aufgefallen ! (Wie auch, denn wenn ich einschraube, habe ich ja keinen Vergleich mit / ohne).


    Clear Skies

  • Hallo allerseits,


    also ich bin auch ein bißchen weiter gekommen.


    Habe jetzt das erste Stück von dem Reststück der Hülse meines alten Celestron Okulares abgesägt.




    Hier der Schieber mit den Führungen; links oben der 1. abgesägte Ring (für die die 2 Zoll Filter) und rechts eine konische "Siphon-Dichtung" (32 mm) für die 1 1/4 Zoll-Filter. Einer ist schon eingeklebt (mußte in aufschneiden und ein Stück rausnehmen).




    Leider war das Plexiglas-Reststück nicht mehr breit genug; ich mußte daher "stückeln". Auf die Rückseite, habe ich ein Stück "Laminat-Platte" geklebt.





    Hier noch der erste abgesägte Ring im Detail (nach Behandlung mit / auf dem Schleifpapier).



    Und schließlich der Ring auf das Kopfende meines alten Celestron Okulares aufgeschraubt. Gewinde "läuft" also.




    Hoffentlich wird das Wetter bald mal besser

  • Ach ja,


    übrigens, mein Filterschieber ist fertig.



    "Nicht schön, ... aber selten" ;( .


    [Die abgesägten zwei Zoll Hülsen konnte ich wunderbar einfügen, aber weil ich keine (alte) 1,25 Zoll Hülse hatte, habe ich in die kleineren Löcher Siphon-Dichtungen eingeklebt, die wohl aus (hartem ?) Silikon bestehen. Ich habe mindestens 5 Mal (mit verschiedenen Klebern, darunter Silikon) geklebt und bin immer noch nicht sicher, ob das auf Dauer hält. ich habe keine "Bremsen" eingebaut. Der Schieber hält allein in der Position in dem schmalen Alu-Profil und kann, weil am Anfang ein Widerstand zu überwinden ist (die versenkten Schrauben zur Befestigung der Querträger) auch nicht nach unten (auf den Hauptspiegel) rausfallen. Die Querträger sind leicht geknickt, zur Anpassung an den Hut für den 12-Zöller.]


    Clear Skies

  • Hallo Rudi,
    na das sieht doch professionell aus. Da bin ich mal gespannt ob das in der Praxis gut funktioniert.
    Glückwunsch!


    Detlev

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