Selbstbau Newton, extzentrische Spinne: Wie sind die Blechstreifen mittig befestigt?

  • Hallo Bastelfreunde,


    Viele Bauvorschläge für die Fangspiegelbefestigung habe ich im Netz entdeckt. Viele Details sind erklärt, aber einiges ist mir noch verborgen geblieben.


    Ich plane den Bau eines 8" f/6 Reise-Newtons. Der Hut wird ein Einring-Hut aus 10x10x1mm Alu.
    Die Fangspiegelspinne möchte ich aus 0,75mm verzinktem Blech machen, außen befestigt mit eingeschlitzten Messingschrauben.
    Die Spinne soll exzentrisch werden um den 44mm Spiegel gut zu halten. Oft wird ein Vierkantrohr verwendet, ich möchte diesen "Kasten" aus passenden Teilen selbst machen, denn das vorhandene 20x20x1,5 erscheint mir irgendwie zu klein. Über dem Spiegel sollen die 2 Blechstreifen (nicht 4 kurze sondern 2 lange) um zwei 5 mm Röhrchen führen in denen Schrauben stecken. So entsteht ein ">" und ein "<". Oben drüber dann ein Alustreifen mit zwei passenden Löchern, unten drunter eine runde Aluscheibe mit zwei passenden Löchern in der auch die Justierschrauben stecken (3 oder 4 Druck, 1 Zug). Darunter ein Aluwinkel an dem der Spiegel klebt.


    Jetzt die Frage: Wie halte ich die Blechstreifen am besten in Position in Bezug auf die Fangspiegelhalterung?
    Werden die mit den Röhrchen um die sie gebogen werden verklebt/verlötet/vernietet?
    Eine irgendwie geartete Befestigung erscheint mir sinnvoller als auf die Haftreibung zu vertrauen.


    etwas ratlose Grüße
    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1200 Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton (2x)


    https://astronomiefreunde-kn.de/

  • Hallo Detlev


    Wenn ich das richtig verstanden haben liegt das Problem in der korrekten Fixierung der beiden Röhrchen um die die Fangspiegelstreben am Fangspiegelhalter herumgebogen werden.
    Bei einer ideal flexiblen Fangspiegelstrebe ohne jede Reibung hätte man kein Problem, die Röhrchen würden sich selbsttätig perfekt ausrichten.
    In der Praxis sind gebogene Blechstreifen alles andere als ideal flexible.
    Der Biegeradius ist wohl so klein das ein etwas schräges Biegen der Streben die Ausrichtung des Fangspiegelhalters ruinieren würde.


    Also entweder sehr genau fertigen oder irgendwie einstellbar machen.


    Ich glaube nicht das eine Befestigung der Röhrchen an den Streben etwas bringen würde.
    Die eigentliche Fixierung ist nach der Verspannung ja eigentlich formschlüssig. Die Röhrchen können nicht an einen anderen Ort rutschen.


    Man könnte ja versuchen die Streben nicht zu biegen sondern locker einbauen und dann die Fangstreben mit samt der Spiegelhlaterung langsam stück für Stück zu spannen.
    Ich kann mir vorstellen das sich die Biegung um die Röhrchen perfekt senkrecht an der richtigen Stelle einstellt.


    Selber gemacht habe ich das aber noch nicht.
    Reine Theorie also.


    Gruß
    Mark

    Teleskoppark :) :
    Revue? ______60/910mm Refraktor
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    Bresser _____114/900mm Newton

  • Man könnte ja versuchen die Streben nicht zu biegen sondern locker einbauen und dann die Fangstreben mit samt der Spiegelhlaterung langsam stück für Stück zu spannen.

    Hallo Mark,
    ja diese Idee hatte ich auch schon. Die geschlitzten Schrauben ein paar cm länger, und dann mit Flügelmuttern die Streifen erst mal "in Form" ziehen. Später kann man die Schrauben ja passend kürzen.
    Ich hatte schon überlegt das Blech zu verzinnen und ein ebenfals verzinntes Messingröhrchen zu nehmen. Wenn alles passt erwärmen damit Zinn zu Zinn fließt.
    Leider würde das Blech dabei länger werden und alles wäre vergurkt. Also eher kleben. Vielleicht einen Splint nehmen und zusätzlich kleben?
    3 Röhrchen auf jeder Seite und das Blech da rein "weben"? Aber das passt wohl nicht in den Schatten meines kleinen Fangspiegels und irgendwo muß ich auch auf das Hutgewicht achten.


    Hab inzwischen ne andere Variante entdeckt.
    Die Blechstreifen werden zusammen zwischen zwei dickeren Stückchen Blech eingeklemmt und verschraubt. Darauf sitzt ein Blech dessen Profil einem Hockeyschläger
    ähnelt und das kann dann justiert werden.


    Gar nicht so trivial das Thema...


    Gruß
    Detlev

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  • Hallo Wolfgang,


    Vielen Danke für die Fotos. So ähnlich soll das werden, nur den Kasten durch den die Streufen laufen wollte ich selber machen.
    Da könnte ich die untere Seite gleich als Oberseite der Justiereinheit nehmen und mir die Gewindestange sparen.
    Schiel ich oder ist das eine symmetrische Spinne?


    Gruß
    Detlev

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  • Hallo Detlev

    Hab inzwischen ne andere Variante entdeckt.
    Die Blechstreifen werden zusammen zwischen zwei dickeren Stückchen Blech eingeklemmt und verschraubt. Darauf sitzt ein Blech dessen Profil einem Hockeyschläger
    ähnelt und das kann dann justiert werden.


    Ich glaube Du machst Dir zu viel Sorgen um die Verklebung/Befestigung der Streben an dem Fangspiegelhalter.
    Wie ich das sehe sind die selbstausrichtend.
    Also bei dem verspannen werden sie von der Statik genau in die eine mögliche Position gezwungen.
    Da muss nichts mehr fixiert werden.
    Eine Verklemmung nur um der Verklemmung willen wird nichts besser machen.


    Und wenn die einmal ordentlich verspannt waren haben sie die Knicke an der richtigen Stelle so das eine wiederholte Montage noch viel einfacher ist.


    Gruß
    Mark

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  • Ich glaube Du machst Dir zu viel Sorgen

    Da hast du wahrscheinlich Recht. Ich bau das einfach mal und dann werde ich im wahrsten Sinne "sehen" was los ist.
    Danke für die Erdung.


    Detlev

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  • Nachtrag:
    Im Malerei-Bedarf gibt es für die Tapeten Abreiss-Lineale. So ca. 1.50 m lange, 60 cm breit und ca. 0.6 mm dick.
    Dieses Lineal ist aus Federstahl, also ziemlich stabil. "Fädelt" man den jeweiligen Streifen (es sind zwei) durch
    das mittlere ALU-Rechteckrohr (das im übrigen Würfelform hat) so muß man sich nur noch überlegen, wie man
    das jeweilige Ende in der Tubus-Wand verspannt. Ich hab's so gelöst: Der kleine ALU-Zylinder hat vorne einen Schlitz
    in den das Stahlband eingeführt wird, dann wird das seitlich angebohrt, und von hinten mir einer M6 Schraube
    zur Tubuswand/Halterung etc. verspannt. Iss ziemlich stabil und kann auch noch zentriert werden, wenn man
    den mittigen "Würfel" irgendwie drehend in einen Schraubstock spannt.


  • Hallo Wolfgang,
    ja so ein edles Finish wird es wohl nicht werden, aber von der Idee her sind wir nahe zusammen. Eingesägte Gewindestangen müssen für mein erstes Teleskop reichen, und die Spinnenarme säg ich mir aus verzinktem Blech. Wenn ich das Blech auf ein Brett lege verbiegt es sich nicht beim sägen.
    Oder mal testen was die Dekupiersäge dazu sagt...


    Ich hab eine Weile gebraucht um zu verstehen was du mit "drehend im Schraubstock" meinst.
    Gerade ist es mir klar geworden! In den Schraubstock wird etwas eingespannt was als Achse dient, z.B ein passender Bohrerschaft. Da sitzt dann der Würfel drauf, und beim drehen des Huts auf seiner Achse kann man genau sehen wo es eiert.
    Genial!


    Klare Nächte und warme Füße
    Detlev

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