Konischer Spiegel: Beugungsringe des Airy Scheibchens, wenn keine Beugung an der Eintrittsöffnung des Tubus ?

  • ... ich vermute mal, daß Ihr Euch kennt !

    Hallo Rudi,


    nein, wir kannten uns nicht, aber Wolfgang hat sich ja nun in beeindruckender Weise vorgestellt. Ich danke Dir für Deine Klarstellungen, fürchte aber, dass diese ebensowenig Gehör finden werden wie meine.


    Gruß, Jan

  • Hallo Jan,
    da ich mich auch mit der Optimierung einiger Newton Teleskope beschäftigt habe und letztendlich auch
    die "Einarm" Version des Fangspiegel - allerdings in Verbindung mit einem Okularschlitten - als beste Lösung
    für Teleskope bis 10" Öffnung ansehe wundere ich mich, dass trotz der relativ dicken Aufhängung der Kamera
    am Tragarm deiner Freiluftanlage kein Spike zu sehen ist. (Jupiterbild)
    Selbst bei DS - Aufnahmen habe ich mit Einarm ( nur 3mm dick bei 8" Newton ) einseitig den Spike an hellen Sternen.
    Wirkt in der Fangeinrichtung noch eine zusätzliche (Loch) Blende zur Bildbeschneidung ?
    Beste Grüße, Joachim

  • Hallo Joachim,


    die Spikefrage war im Zusammenhang mit dem Einarmer in der Tat schon öfter diskutiert, und die relativ massive Kameraaufhängung mehrfach als unglücklich bis bedenklich bezeichnet worden. In der Praxis sind mir jedoch bislang keine Erscheinungen dieser Art begegnet. Allerdings nehme ich ausschließlich mit kurzen Belichtungszeiten auf, und ich vermute, dass die Spikes so lichtschwach sind, dass sie nur bei Langzeitbelichtungen sichtbar werden. Hier sind z.B. einige über Video erzeugte Sternaufnahmen zu sehen, insbesondere weiter unten (#879224) die Aufnahme von Theta^1 Orionis, die trotz "fetter" Sternabbildungen keine Spikes aufweisen. Aufgrund der vergleichsweise schwachen Kontraste an Planeten ist dort umso weniger mit sichtbaren Spikes zu rechnen.


    Gruß, Jan

  • Hallo Rudi,


    vom Gladius mal ganz abgesehen:


    Die Minimal-Bauweise habe ich zum ersten Mal bei Horace E. Dall bewundert, der ein zusammen-faltbares Reise-Cassegrain
    in SkyAndTelescope dargestellt hatte, müsste schon 40 Jahre her sein.

    Ebenso interessant fand ich die Newton-Lösung der Münchner Volkssternwarte mit einem Coulter-HS, ebenfalls in
    Minimal-Bauweise, dürften auch ca. 35 Jahre her sein. Der Gladius ist ein weiterer Vertreter dieser ziemlich alten Idee.


    Auch wenn das Jan-sche Foto einen massiven Eindruck vermittelt, so sagt es nichts darüber aus, wie das Schwingungs-
    Verhalten bei Stoß etc. so ist. Darüber hat das Foto keine Information.


    Auch wenn es offenbar bisher ignoriert worden ist: Mein Argument lautet: eine solche Konstruktion ist ziemlich
    ungeschützt vor nächtlicher Aktivität und vor allem Witterung, Tau etc. Oder will jemand mit einem Fön jedesmal
    den Hauptspiegel von der Feuchtigkeit befreien? Wer garantiert mir, daß nicht doch in einem unbedachten Augenblick
    man selbst oder ein Mitstreiter in den Hauptspiegel fasst. Auch wäre mir die grüne Abdeckung in der beobachtungs-
    freien Zeit viel zu wenig, wenn bei Witterungs-Umschwung eine solche Stahlkonstruktion kräftig "schwitzt" und damit
    alle kälteren Bauteile, an denen sich die Feuchtigkeit niederschlägt.


    Und was ich weiterhin nicht verstehe, warum hier ein 6 Jahre alter A.de Beitrag aufgewärmt wird, und dessen Autor
    dann 2x verschnupft reagiert, nur weil man Einwände anführt, die ihre Berechtigung haben. Wenn einer ein
    Teleskop baut, dann wird er lange, wirklich lange die unterschiedlichsten Varianten anschauen, und ist auch nicht
    fremden Argumenten verschlossen, die ihm nicht so in den Kram passen. Es bleibt deshalb eine Stilfrage, wie man
    sich hier als Neuling einführt.

  • Auch wenn das Jan-sche Foto einen massiven Eindruck vermittelt, so sagt es nichts darüber aus, wie das Schwingungs-Verhalten bei Stoß etc. so ist. Darüber hat das Foto keine Information.


    Auch wenn es offenbar bisher ignoriert worden ist: Mein Argument lautet: eine solche Konstruktion ist ziemlich
    ungeschützt vor nächtlicher Aktivität und vor allem Witterung, Tau etc. Oder will jemand mit einem Fön jedesmal
    den Hauptspiegel von der Feuchtigkeit befreien?

    Lieber Wolfgang,


    das könntest Du alles im Detail erfahren, wenn Du Dir mal die Mühe machst, in die oben auch von Dir zitierte Instrumentenbeschreibung und Diskussion hineinzuschauen. Vielleicht findest Du dort auch die von Dir in die Welt gesetzte Behauptung, ich würde mich hier als der Erfinder dieses Teleskoptyps darstellen ?! Tatsache ist, dass ich das Instrument als "Schüsselteleskop" bezeichnet habe im Hinblick auf die entsprechende Bauart der TV-Schüsseln auf den benachbarten Dächern, und die ist so alt wie die Radartechnik.


    Gruß, Jan

  • Lieber Jan,


    Du kennst ja nun meinen Standpunkt. Eine weitere Diskussion zwischen uns halte ich deshalb für unnötig.


    http://martinmobberley.co.uk/images/39cmDallKirkham.jpg
    http://www.astromart.com/image…/369000-369999/369934.jpg
    http://www.usm.uni-muenchen.de…r/itt/19ittschdoffal2.jpg

  • Hallo miteinander,


    es wird möglicherweise dem einen oder anderen bereits aufgefallen sein: Das gemeinsame Merkmal sämtlicher hier als "Vorlagen" zum "Schüsselteleskop" präsentierten Instrumente besteht darin, dass sie in ihrer Minimalkonfiguration einen Sekundärspiegel verwenden, der in jedem Fall einer speziellen Justierung bedarf. Im optischen Konzept ist das Schüsselteleskop wohl eher mit der Hyperstar-Konfiguration der größeren SC-Teleskope von Celestron zu vergleichen, die allerdings - im Gegensatz zum Schüsselteleskop - eher für Weitfeldaufnahmen als für hochauflösende Fotografie ausgelegt ist.


    Gruß, Jan