Selbstbau einer Rockerbox für 150/750 Newton - Geht das noch auf 'ner Schallplatte?

  • Hallo Bastelfreunde,


    diverse Werkzeugausfälle verzögern mein Zollstockdobson-Projekt (200/1200), und so langsam hab ich mich am Tchiboskop (76/700) sattgesehen.
    Also die bisherige Teleskopecke im Keller zu Geld gemacht, Sparschwein angezapft und auf die Lauer gelegt. Eigentlich war ich auf der Suche nach einem gebrauchten 5-Zoll Newton, aber dank eines interessanten Angebotes ist es jetzt ein 6-Zöller f5 geworden, allerdings OTA.
    Naja, die paar Bretter kann man sich ja schneiden lassen, da sinkt der Werkzeugbedarf.
    Mein 3-Zöller saß auf einer Rockerbox die sich auf einer Schallplatte drehte, die Höhenräder waren 110mm Abflussstopfen aus dem Baumarkt
    die gegen Rolladengurtband liefen.
    Hat jemand von euch Erfahrung ob so ein "System" auch für ein 150/750 Newton (5-6kg) noch passt?
    Die Schallplatte ist ja nur 300mm im Durchmesser. Ob die Kunststoffdeckel so ein Teleskop noch tragen?
    Eventuell mit einer Holzscheibe füllen...?


    Danke für eure Antworten


    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1200 Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton (2x)


    https://astronomiefreunde-kn.de/

  • Hallo Detlev,


    ein Foto, eine Skizze oder sowas wäre hilfreich für eine Antwort. sonst kann ich augenblicklich nur mit
    diesem Link dienen: http://r2.astro-foren.com/inde…ur-rockerbox-20-dobson-f4
    Auf Teleskop-Treffen habe ich häufig äußerst verschiedene Dobsons fotografiert. Vielleicht findest Du was auf dieser Seite:
    http://r2.astro-foren.com/inde…fen-haeufige-fachbegriffe

  • Hallo Wolfgang


    du hast ja Recht, Bilder sagen mehr als tausend Worte.


    Also dannn...
    Mein altes 3" Newton hatte so eine Rockerbox:


    Der Teller unten hat ziemlich genau 31 cm Durchmesser, die Höhenräder liegen etwa 75cm hoch und haben 11cm Durchmesser.
    Die gefräste Aufnahme für die Höhenräder ist 2mm größer als die Räder, die Lücke füllen je 2 kurze Stückchen Rolladengurtband.
    Die Bretter in die die Aufnahmen gefräst wurden sind ca 14 cm weit auseinander.


    Der Drehteller sieht so aus (2 Scheiben Birke Multiplex, 12mm glaub ich)

    Die Plexiglasscheibe ist durch eine Schallplatte (LP, 30cm) ersetzt. Die Achse ist eine M10 Schraube in einer passenden Aluhülse.
    Unten sitzt die Schraube in einer Einschlagmutter.


    Dieses "Türmchen" kann ich natürlich nicht 1:1 übernehmen, die neue Rockerbox muß breiter sein. Die Höhe dürfte sich kaum ändern, altes und neues Teleskop sind ungefähr gleich lang. Der Abstand der Höhenräder muß ca 22cm sein.Wenn ich da eine runde 30cm Scheibe als Drehteller nehme hab ich kaum was zum festschrauben.


    Das neue Teleskop (Bresser Messier) hat stabile Tubusschellen mit Gewinden auf zwei Seiten. Wenn ich die Tubusklemmen so drehe daß die Gewinde links und rechts vom Tubus sind kann ich die Höhenräder daran befestigen. Um jedes Gewinde ist eine Auflagefläche von rund 3x4 cm.


    Die beim alten Teleskop verwendeten Kunststoffdeckel als Höhenräder könnten sich bei 5-6kg "Ladung" verbiegen. Höhenräder aus Holz mit der Fräse zu bauen ist aber kein Problem, die Fräse ist eines der Werkzeuge die noch funtionieren. Da könnte ich Kantenumleimer draufbügeln. Ebony hab ich nicht zur Hand. Was wären die passenden Gegenstücke? Teflonklötze? Gurtband?


    Zum Drehteller: 3 auslegende Beine drunter würde das Umkippen wirkungsvoll verhindern, aber genügt für so ein Teleskop ebenfalls ein Drehteller bei dem die 3 Auflagepads im 15cm Radius verbaut sind? Wenn die Achse aufgrund von Toleranzen etwas verkippt ist steigt der Druck dem Drehen auf die Pads ja an, und je kleiner Radius desto schlimmer ist es. Schlimmstenfalls heben die 2 anderen Pads ab bevor es irgendwann doch plötzlich weiterrutscht. So ein "Stottern" würde ich gerne verhindern. Hängt wahrscheinlich auch vom Spiel der Achsenschraube ab. Ich bin kein Maschinenbauer, hab daher kein Bauchgefühl dafür. Ich bin eher elektrisch vorbelastet.


    Die Bretter für die Aufnahme der Höhenräder wollte ich aus 9mm Birke Multiplex nehmen, ggf oben doppelt für breite Aufnahmen.


    Gruß
    Detlev


    Edith:
    Nanu, das sind ja 3/8"-Schrauben die in den Tubusklemmen stecken ?!
    Zum Glück sind 4 Stück dabei, vom Griff und von der Prismenschiene.

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1200 Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton (2x)


    https://astronomiefreunde-kn.de/

    The post was edited 1 time, last by Kaffee ().

  • Hallo Detlev,


    dazu hatte ich Dir schon mal, was Stabilität solcher Höhenräder angeht, geschrieben!
    > Höhenräder <
    Das geht mit den umgedrehten größeren orangen Abflussrohr Verschlusskappen, bis zum 10" Dobson!
    Den Tubus kann man mit Filz oder Veloursfolie vor Kratzern schützen.



    Als Unterlage bietet sich verschiedene Riffelbleche aus dem Baumarkt an!


    Gruß Günter

  • Hallo Günter,


    Danke nochmals für den Hinweis, das mit den umgedrehten Verschlusskappen hab ich noch im Kopf.
    Mir war allerdings nicht bewusst daß das auch für größere Teleskope funktioniert.


    Die roten Deckel hab ich im Gegensatz zu den grauen auch schon größer als 11cm gesehen.
    Zwei rote 11cm Deckel hätte ich hier liegen, hatte ich mal auf Verdacht gekauft.
    Oder sollten die Deckel größer sein?


    Ich muß mal probieren wie ich diese Deckel überhaupt mit den Metall-Tubusklemmen
    kombinieren kann.


    Klare Nächte


    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1200 Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton (2x)


    https://astronomiefreunde-kn.de/

  • Hallo Detlev,


    schaut doch recht professionell aus. Die Verschlußkappen kann man eventuell innen mit einer Holz-Scheibe
    verstärken, im schlimmsten Fall kann man sie mit Beton füllen. Die Befestigung am Tubus mit zwei Schloß-Schrauben
    sollte eigentlich kein Problem sein. wenn die Höhenverstellung "klemmt" dann kann man Filzauflagen bei
    17:00 Uhr und 09:00 Uhr anbringen, dann liegt das meiste Gewicht bei 17:00 Uhr.


    Die Bodenscheibe könnte man auf die von TS verkauften Nadel-Lager legen, wie ich das hier auch schon habe.
    Schau mal bei meinen Berichten in Kapitel 4 nach.

  • Hallo zusammen,


    das geht ja Schlag auf Schlag hier!


    Im schwarzen Forum fand ich Hinweise darauf daß eine Schallplatte bei 8" Newtons noch aus Drehteller geht. Glück gehabt.


    @Wolfgang
    Ausbetonieren? Das krümelt doch, oder? Naja, muß man eben abdichten und vorher sicher sein daß die Schrauben richtig sitzen.


    Hier in deinen Berichten habe ich gesehen daß ein Pad in der Mitte des Drehtellers verwendet werden kann um Druck von den Laufpads zu nehmen. Gute Idee, werde ich im Hinterkopf behalten!


    @Günter
    Soll das Riffelblech für die Höhenräder oder für den Drehteller benutzt werden?


    So Feierabend für heute. Gute Nacht


    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1200 Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton (2x)


    https://astronomiefreunde-kn.de/

  • Hallo Detlev,


    für den Drehteller, darauf gleiten die Teflonpads ausgezeichnet und es muss nicht unter Umständen gebremst werden wie bei den Rollenlagern, die aber so ab 12" ( Volltubus ) schon Sinnvoll werden können!



    Gruß Günter

  • Hallo Detlev,


    nur für den Fall, dass es mit dem Durchmesser der Schallplatte nicht reicht, noch eine "fallback"-Idee:


    Wie waere es mit einer Gabel (horizontal nicht beweglich) auf einer Holzpyramide (Basis breiter als oben und quadratisch) oder einem "Zuckerhut" aus Holz (Basis rund) ?


    Edit: Wegen des Zenitproblem muesste dann die Gabel aber leicht versetzt oder aber die Gabel lang und die Pyramide nur ein"Stummel" sein.


    Gruss

  • Hallo zusammen,


    das sind ja wertvolle Tipps die hier rauspurzeln, vielen Dank!


    Die Vorstellung eine Pyramide zu bauen lässt mich grinsen, so unweit von Karlsruhe. Der Stadtgründer lag auf dem Marktplatz unter einer solchen begraben... ;-)


    Momentan beschäftigt mich noch die fachgerechte Verpackung meines "Tchibsons" und einer EQ1.
    Aber ich verpass ja nix, die typischen "ich hab eine neues Teleskop"-Wolken waren pünktlich da und sind es noch.


    Viele Grüße
    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1200 Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton (2x)


    https://astronomiefreunde-kn.de/

  • Hallo Detlev,


    à propos: Pyramide


    wenn ich es mir so richtig überlege ist, wenn man Raum und Zeit als eine Einheit ansieht, der Wunsch des Menschen den Zenit überhaupt, und dann auch noch unbedingt heute, hier und jetzt erreichen zu wollen, vollkommen unsinnig. Er könnte allenfalls gerechtfertigt sein, wenn man sich ständig am Nord- oder Südpol aufhielte.


    Wegen der Neigung der Erdachse von 23 Grad reicht es aber ansonsten aus, sich dem Zenit bis auf 23 Grad anzunähern, dann kommt der Zenit, durch den Wechsel der Jahreszeiten, sozusagen automatisch bei einem vorbei (und alle Sterne die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt im Zenit befinden, und vielleicht momentan unerreichbar sind kommen eine im Laufe des Jahres "doch noch vor die Flinte".


    [*]Wenn man also "unter der Pyramide begraben" liegt, dann ist das, weil man sich absolut dauerhaft im Zenit halten wollte, was -ausser am Nordpol - wohl "gegen die Natur" ist. ;-)
    [*]Viel wichtiger erscheint mir, beim Menschen, die überwindung der Begrenzung durch den Horizont ... ...
    [/list]
    Philosophische Grüsse

  • Hallo Rudi,


    ich hab eine Idee. Ich bau das alte Teleksop vor dem verschicken noch mal auf und belade es mit 6kg.
    Dann kann ich ja testen wie sich eine Schallplatte mit Teflonpads verhält.


    Ansonsten hab ich jetzt den Kopf voller Ideen und leg einfach mal los...


    Zur Pyramide:
    Wenn ich das richtig im Kopf hatte wurde er in einer Kirche begraben, an dessen Stelle später der erweiterte Marktplatz mit der Pyramide kam. Ob er selbst eine Pyramide wollte weiß ich gar nicht. Es geschah wohl zu der Zeit als das betuchtere Europa schwer an "Ägyptomanie" erkrankt war. Ist natürlich sehr präsent auf dem Marktplatz, aber kein goldüberladener Protzbau. Irgendwie ein "Ufo" aber gerade deswegen auch zeitlos diese Pyramide aus rotem Sandstein.


    Momentan ist alles in Bretter gepackt von "U-Strab"-Bautrupps damit beim Bau der teilweise unterirdisch verlaufenden Straßenbahn-Trassen möglichst nichts kaputt geht.


    schöne Grüße
    Detlev




    Nachtrag: 6 x 1,5l also ca 9kg Wasser auf den alten Drehteller gestellt und trotzdem kann ich ihn mit dem Druck eines Fingers bewegen. Mit dem Hebel des Tubus dürfte das noch leichter gehen. Eine Schallplatte gegen Möbelgleiter aus Teflon ist OK als Gleitlager glaub ich. Später auf was anderes (Riffelblech) wechseln kann ich ja immer noch falls es zu schwergängig wird.

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1200 Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton (2x)


    https://astronomiefreunde-kn.de/

    The post was edited 1 time, last by Kaffee ().

  • Noch eine Frage an die Statiker:


    Ich möchte den unteren Teil des Drehtellers auf 3 Vierkanthölzer (48x48, ca 700mm) setzen um mehr Kippsicherheit zu erreichen. An den äußeren Enden sollen dann (Gummi?)Füßchen drunter. Da die Pads dann dorthin auf den Drehteller kommen wo darunter die Hölzer verlaufen muß der untere Drehteller doch gar nicht so stabil sein, oder? Die Vierkanthölzer würde ich auf 60° sägen und mit ihnen ein Dreieck (keinen "Mercedes-Stern") formen. Die Dreiecksfläche wäre nur unterhalb des Tellers, jeweils ein Holzende wäre ungefähr bei 1/3 an das nächste Holz geschraubt. So müsste der Teller kaum Kräfte von den Hölzern aufnehmen.
    Der obere Teller darf sich nicht verwinden, den würde ich aus 14mm Multiplex machen (hab ich grad da)
    Für den unteren Teller hätte ich 6,5mm Multiplex vorrätig. Weglassen möchte ich den Teller nicht weil damit die Schallplatte geschützt ist.



    Genereller Aufbau:
    Die bisherigen Skizzen zeigen daß der Drehteller min. 330mm Durchmesser haben wird. Links und rechts vom Teleskop sind 2 Stück 9mm Multiplex-Bretter geplant, jeweils 200mm breit und ca 750 mm lang. Die Aussparung für die Höhenräder wird nicht mittig sein sondern 2cm aus der Mitte heraus damit der Tubus in den Zenit kommt und garantiert nicht vorher anschlägt. Zum Ausgleich werden die Bretter um 2 cm versetzt so daß die Achse wieder mittig bleibt. Der Abstand der Bretter wird etwa 210mm sein. Vorne kommt zum stabilisieren noch ein 400mm langes 9mm Brett dran, dessen Oberkante wird passend zum Tubus ausgespart und gepolstert. Vorschläge für "Erleichterungslöcher" werden gerne angenommen.



    Warum frag ich? Weniger Gewicht bei gleicher Funktionalität, welchem Rücken gefällt das nicht?


    Gruß
    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1200 Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton (2x)


    https://astronomiefreunde-kn.de/