Mond im 8" Newton

  • Hallo Leute,


    Vorgestern Abend habe ich nochmals auf den Mond gehalten und dabei die DSLR am "neuen" Newton angetestet. Ich muss sagen, es ist etwas gewöhnungsbedürftig mit DSLR am Teleskop zu arbeiten. Das Fotografieren ist zwar schneller erledigt bei solch großen Objekten, aber ich habe auch schon ein paar Nachteile bemerkt gegenüber den kleine Chips der typischen Planetenkameras, von denen ich zwei habe.


    1. Man nimmt nun leider eine Unschärfe am Bildrand wahr, da der aufgenommene Bildwinkel deutlich größer ist und somit die Krümmung der Schärfeebene wirksam wird :(
    2. Ich finde leider noch kein Programm, mit dem ich die Fotos stacken kann, da anscheinend der Arbeitspeicher für 6000*4000 Pixel nicht ausreicht X(


    Aber ich will mich nicht wirklich beklagen, denn es macht auch Spaß die Fotos schnell und ohne großes Auffahren aller möglicher Technik im Kasten zu haben. So habe ich dann am Abend des 12. Mai ca. 20 Bilder aufgenommen, die ich im Nachhinein stacken wollte. Da dies nicht funktionierte, habe ich vorerst nur ein Einzelbild mit Fitswork bearbeitet. Man sieht leider ein paar weichliche Bereiche, die wohl hauptsächlich vom abendlichen Seeing herrühren und wohl ursächlich vom Dach erzeugt wurden, über das hinweg ich aufgenommen habe.


    Hat jemand von euch einen Tipp für eine gute 2"-Barlow? Ich hoffe damit nämlich die Bildfeldkrümmung reduzieren zu können. Ich habe schonmal die televue vorsichtig im langfristigen Wunschspeicher meines Gedächtnisses abgelegt. Was meint ihr dazu?


    Hier aber erstmal das Bild incl. Aufnahmedaten.



    Nikon D7200, Adater für 2"-OAZ, vorerst keine Filter, Belichtung: 1/200 Sek, Empfindlichkeit: ISO 400, 1 Bild aufgenommen bei 1183mm Brennweite und 200mm Öffnung - Bild ist in der Darstellung auf 50% skaliert


    Sternklare Grüße
    Alko

  • Hallo Alko,


    > Man nimmt nun leider eine Unschärfe am Bildrand wahr, . . .


    Da hilft ein Komakorrektor. Der hat auch noch den Vorteil, dass der Chip der Kamera etwas vor Staub und Feuchtigkeit geschützt ist.


    > Ich finde leider noch kein Programm, mit dem ich die Fotos stacken kann . . .


    Die Frage ist, ob das beim Mond nötig ist. Denn Rauschen sollte bei solchen Aufnahmen kein Thema sein.
    Für Sternaufnahmen ist "regim" nicht schlecht. Allerdings sehr, sehr langsam. Das Programm kommt auch mit so großen Dateien zurecht.

  • Hallo Hans-Ulrich,


    dass ich daran noch nicht gedacht habe... Na klar, jetzt kommt langsam die Coma durch bei dem Winkel. Hierzu habe eine Frage. Kann ich als Kombilösung für Refraktor und Newton auch einen sogenannten Flattener nehmen, oder muss ich doppelt investieren und beiden jeweils die spezielle Brille verpassen? In meiner Signatur stehen meine derzeitigen drei Geräte. Ginge dafür eine Gesamtlösung?


    Noch eine Zusatzfrage. Ich habe vor, mir eine 2fach-Barlow zu holen, um die Vollauflösung bei der DSLR auch hinzubekommen. Dabei würde sich doch der optische Winkel halbieren. Würde das das Comaproblem nicht auch schon "lösen"?


    Sternklare Grüße
    Alko

  • Hallo Alko,


    > Kann ich als Kombilösung für Refraktor und Newton auch einen sogenannten Flattener nehmen, . . .


    Die Frage kann ich dir leide nicht beantworten.


    > Dabei würde sich doch der optische Winkel halbieren. Würde das das Comaproblem nicht auch schon "lösen"?



    Auf jeden Fall deutlich verringern. Das habe ich schon ausprobiert. Allerdings bekommst du dann den Mond nicht auf einmal auf den Chip.

  • Skylux wrote:

    Kann ich als Kombilösung für Refraktor und Newton auch einen sogenannten Flattener nehmen, . . .

    Bei einem Parabol-Spiegel muß im Bildfeld die Koma korrigiert werden, weshalb man einen mehr oder weniger gut
    korrigierenden Komakorrektor braucht.
    Bei einem Refraktor, APO oder Halb-APO muß man im Bildfeld Astigmatismus+Koma Korrigieren und die Bildfeldkrümmung,
    sodaß man entweder einen Flattener, oder einen Reducer braucht. Je nach Erwartung und Anspruch nimmt man
    einen möglichst farbreinen APO + z.B. den Riccardi-Reducer dazu. Newton oder Refraktor sind also ganz unterschiedliche
    Systeme. Vielleicht findest Du hier was:
    http://r2.astro-foren.com/inde…weiter-folgender-jahrgang
    http://r2.astro-foren.com/inde…optics-triplet-apo-90-600
    http://r2.astro-foren.com/inde…ein-apo-und-seine-reducer
    http://r2.astro-foren.com/inde…r-fuer-triplet-apo-90-600

  • Hallo Hans-Ulrich, hallo Wolfgang,


    hatte mir fast schon gedacht, dass eine Komplettlösung nicht gehen wird. Dann werde ich mich wohl vorerst für eins der beiden Systeme (Spiegel oder Linse) entscheiden müssen. Das wird nicht ganz leicht, haben doch beide Systeme so ihre ganz eigenen Vorzüge. Wahrscheinlich werde ich dem Refraktor den Vorzug geben, da er die kürzere Brennweite hat und somit das größere Gesichtsfeld bietet. Der Nachteil ist dann der Farbfehler, den ich schon bei einer Aufnahme ohne jegliche Filter feststellen durfte - was mir auch vorher schon klar war. Da sieht es dann so aus, dass sowohl Grün als auch Rot gleichgut erscheinen, aber Blau extrem weich erscheint. Ein IR-UV-Cut wird also nicht reichen. Besser schaue ich da wohl nach einem der drei Blaureduzierungsfilter. In 1,25" habe ich da bereits den Fringe-Killer, der mir ganz gut gefällt, aber in 2" eben noch garnichts.


    Was die Bildfeldgröße bei der 2fach Barlow betrifft, so würde ein Halbmond beim 200/1200 Newton noch gerade so bei Hochformat draufpassen. Was auch reichen würde, da ich dann eben ein Mosaik aus zwei Bildern erstellen würde - aber schöner wäre es schon mit nur einer Aufnahme.


    Wie ihr merkt, schwirren mir da schon ein paar Anwendungsgedanken durch den Kopf und das macht die Entscheidung nicht gerade leichter. Vorerst aber vielen Dank für eure Antworten und Ratschläge.


    Sternklare Grüße
    Alko