Mond Saturn - was brauche ich dafür ?

  • Hi Maik,


    sieht gut aus das Fernglas und die technische Seite ist sehr ok; wenn Dich die Strichplatte nicht stört ! Oder ist die nur mit Licht eingespiegelt und man kann sie abschalten ? Das Gewicht (1,1 kg) würde mir ein bißchen Sorgen machen.

    Nimm mal irgendwas, was ungefähr 1 kg wiegt (auf der Küchenwaage testen) und halte es 2-3 Minuten vors Gesicht (Arme hoch). dann weißt Du ungefähr, wie das ist.


    Edit: zum Spiegel: bau ihn doch einfach mal aus ! ... Hinten die Position der drei Schrauben irgendwie markieren (Ring mit flüssigen Tipp-Ex um die Stelle an den Schrauben zeichnen, wo die Schraube in's Gehäuse eindringt oder ein schmales Stück Klebeband an der selben Stelle um die Schraube wickeln und außerdem markieren, welche Schraube wo hingehört (z.B. Nummern: 1, 2, 3 auf Schraube und Gehäuse. Oder auch nur die Zahl der Umdrehungen zu Herausdrehen jeder einzelen Schraube aufschreiben). Dann die Schrauben rausdrehen. Dann siehst Du was Sache ist. Danach genau wieder so reindrehen, wie es vorher war.


    Gruß

    Rudi

  • Ja über einen Ausbau habe ich auch nachgedacht. Wollte aber eigentlich warten, bis ich den justierlaser und alles da habe.


    Aber egal. Ich versuche es mal. Allerdings habe ich 6 Schrauben und weiß gerade nicht, wie ich am besten vorgehe.


    Wie Du den Fotos entnehmen kannst, habe ich am Ende des Tubus einen Abschlussring, der mit 3 Schrauben am Tubus fixiert ist.

    Auf der Unterseite habe ich je 3 justier- und 3 Feststellschrauben.

    Hier einfach die Feststellschrauben lösen?


    Ich habe gerade gelesen, dass die dem bresser messier 203 ein Offset von ca. 3 mm vorliegen müsste. Also ich habe das mal bei mir nachgemessen. Bei mir hängt der FS genau zentral.


    Was wiegen denn Ferngläser sonst so? Habe da keinen Vergleichswert.

  • Hi Maik,


    da sind 3 Zug- und 3 Druckschrauben. Nur die "Zug"schrauben (sie "ziehen" die Spiegelhalterung gegen das Gehäuse) haben ein Gegengewinde im Gehäuse. Die 3 anderen ("Druck"-) Schrauben drücken nur gegen das Gehäuse; da ist kein Innen-Gewinde gegenüber, in das die Schrauben reingehen. Mit den Druckschrauben justierst Du den Hauptspiegel durch "Druckausübung"; wenn Du mit denen nicht mehr weiter drücken kannst (außer Du willst durch zuviel Kraft die Spiegelhalterung verbiegen) , weil Du am Anschlag bist, dann mußt Du die "Zug"schrauben ein bißchen lösen und Du kannst die Druckschrauben ein bißchen weiter eindrehen (und den Spiegel dadurch verkippen).


    Also, anders ausgedrückt: die Druckschrauben dienen zum Justieren, die Zugschrauben nur um die Position des Spiegels zu "fixieren", nachdem er justiert ist. Ich vermute sehr stark, daß die kleineren Schrauben auf Deinem Bild, die "herausstehen", die Justierschrauben (also die Druckschrauben) sind, während die anderen größeren nur dazu dienen, die Spiegelhalterung gegen das Gehäuse (des Tubus) anzudrücken und somit zu fixieren.


    Ich hoffe, ich habe mich ein bißchen verständlich ausgedrückt ;).


    Wie schon gesagt: vergiß den Offset !

  • Hi ;)


    So es gibt Neuigkeiten ☺️


    Zuerst möchte ich mal von meiner Prozedur mit dem Paketzusteller dpd berichten. Nachdem der Teleskop Service mich ja bereits darüber informiert hatte, dass das 4mm Okular nachgeliefert werden muss, bekam ich Freitag die SMS der DPD. Darin der Hinweis, dass das Paket noch am Freitag ausgeliefert werde. Nun...meine Frau war informiert und hat die ganze Zeit gewartet. Nur ließ sich niemand blicken.

    Habe erst heute gesehen, dass die sogar geschrieben haben, die hätten niemanden angetroffen 😡

    Nun war es so, dass heute tatsächlich niemand zuhause war. Also dachte ich mir, dass ich es zu meinen Nachbarn liefern lasse, die auch meine Eltern sind. Da mit denen noch nichts angesprochen war, habe ich den morgigen Dienstag zum Wunschtermin gemacht. Keine halbe Stunde später, bekomme ich die SMS, dass das Paket heute ausgeliefert werde...an meine Eltern 😡😡

    Also ich meine Eltern telefonisch informiert, dass sie das Geld im Haus haben müssten und es bei mir abholen sollen.

    Tatsächlich klingelt der gute Mann irgendwann...und jetzt kommt’s...ich habe es schwarz auf weiß, sonst glaubt man es nicht: meine Eltern wohnen im 6. Stock und der Fahrer sagte Ihnen, dass er keinen Fahrstuhl fährt!!! Mein Vater wollte es dann unten abholen, aber er hatte keine Zeit...und ist wieder gefahren 😡😡😡

    Dann habe ich da angerufen. Nach 15 min nerviger Warteschleife konnte ich mich endlich beschweren. Man sicherte mir die Lieferung für heute noch zu...und siehe da...es hat geklappt ☺️ Wenn wir von der Tatsache ansehen, dass das Paket aufgerissen würde 😡😡😡😡

    Da ich in Frankfurt bin konnte ich nur keine Frau bitten, auf Vollständigkeit zu überprüfen. Scheint alles da zu sein.

    Das ist der größte Sauhaufen!


    Von der anderen Front gibt es gute Nachrichten. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, den Kundenservice von bresser anzuschreiben. Aber deren Antwort war unbefriedigend, weil sie hin falschen Tatsachen ausgegangen sind. Meinten so viel wie: durch den Versand würde vermutlich die Justierung eh wieder leiden. Sie könnten sich nur eine Sichtprüfung der Spiegel vornehmen. Und aufgrund dessen wäre es eher unwirtschaftlich.

    Als ich ihm klar gemacht habe, dass ich 40 min entfernt wohne und es persönlich vorbei bringen kann, wendete sich das Blatt.

    Lange rede kurzer Sinn: ich bringe das Gerät nächste Woche hin, er prüft die Spiegel und justiert fs und hs schonmal. Und zu den Kosten: ich soll ihm nen Kaffee ausgeben 😂😂

    Na zu dem Preis ☺️ Das ist mal Kundenservice 👌

    Aber trotzdem werde ich mich am Freitag Abend mal dran setzen ☺️ Kann das neue Equipment doch nicht do rum liegen lassen 😂


    Nachdem ich ja in der Woche jetzt wieder in Hessen wohne, werde ich in den nächsten Tagen mal das andere Teleskop ausprobieren. Mal sehen, ob ich das mit dem einnorden so hin bekomme 😂

    Ich habe mir die Okulare gerade mal angesehen. Findest mal ein paar Fotos dazu 😉

    Am OAZ erkenne ich aber keine Möglichkeit, ein 1,25“ Okular zu nutzen 😞


    Schöner Gruß

  • Hi Maik,


    na da hast Du ja was erlebt heute ! Das mit en Paketzustelldiensten ist schon sehr schwierig - für beide Seiten. Ich glaube die Fahrer sind sehr schlecht bezahlt und haben ein so umfangreiches Lieferpensum (auch kilometermäßig), daß sie die ganze Zeit mit den Lieferwagen zumindest an der Grenze der Geschwingigkeitsbegrenzung, wenn nicht darüber durch Stadt und Land rasen müssen, ... und sie können ihre Arbeitszeiten von 8 Stunden trotzdem nicht einhalten. Und Essen und Ruhepausen einhalten müssen Sie ja auch noch. Das ist ein solcher Stress, das kann man mal ein paar Jahre machen, aber danch ist man fertig. Ich meine da müsste die Regierung dringend gesetzlich eingreifen. Wenn die fahrer einigermaßen ordentliche Arbeitsbedingungen haben, kommt sowas, wie das was Dir passiert ist, kaum noch vor.


    Naja, für Dich ist ja jetzt Ende gut, alles gut !


    Die Okulare sind genau solche, wie die die ich vor 40 Jahren auch hatte.


    Das 40 mm Übersichtsokular ist wohl eine achromatisches Huygens (AH); ich war damals sehr zufrieden damit; die Leute heute sagen, es habe einen Tunnelblick.


    Die 20, 10 und 6 mm sind wohl reine (nicht achromatische) Huygens oder Huygens-Mittenzwey (siehe Chris Lord vom Brayebrooks Observatory, S. 21). Der Vorteil sind wenig Linsen und ein helles, klares Bild; der Nachteil ein kleines Gesichtsfeld (40°). Da es ja ein Spiegel ist sind die Farbabweichungen (nicht-achromatisch) kaum ein Problem. Das 10 und 20 mm scheinen ja relativ große Augenlinsen zu haben, die dürften also zumindest an den Planeten schöne Bilder liefern; mit dem 6 mm wirst Du weniger zufrieden sein (kleiner Augenlinse, geringer Augenabstand), obwohl ich damit damals die Cassini-Teilung an Saturn gesehen habe.


    Von den Symmetrical Ramsden (SR, also das 4 mm) gibt es gute und schlechte; siehe z.B. die verschiedenen Meinungen hier: https://forum.astronomie.de/th…kular.106723/#post-644768


    Auf den Okularhülsen steht sicher "Japan" drauf ?


    Das mit dem Okularauszug ist schade, es gab in der Übergangszeit 1.25 Zoll OAZs mit einem (schwarzen) Ring, der auf 0.96 Zoll reduzierte; wenn man den abschraubte, konnte man das Okular direkt in die Metallhülse (ohne den schwarzen Ring) reinschieben. Aber Dein OAZ sieht so aus, als wäre er ganz auf 0.96 Zoll ausgelegt. Das bedeutet

    (1) daß, wenn Du mit den 24.5 mm Okularen nicht zufrieden bist, Du einen anderen OAZ brauchst. Die findet man aber auch gebraucht. (Es gibt auch "Erweiterungshülsen" von 0.96 Zoll auf 1.25 Zoll, aber ich weiß nicht / glaube nicht, daß das eine gute Lösung ist) und

    (2) daß Dein Gerät sehr wahrscheinlich ein "Oldtimer" ist. Aber die japanischen Geräte waren sehr solide gebaut und hatten sehr gute Optiken.


    Teste erst mal am Himmel !


    Viel Spaß

  • Hi ;)


    Also so wirklich am Himmel testen ist noch nicht 😂😂

    Ich musste heute lange arbeiten, habe dann an meinem ersten Tag in der Wohnung noch was zu tun gehabt. Nachdem ich gerade die Fotos gemacht habe, habe ich das Teleskop mal probeweise aufgebaut 😂😂 ich glaube dazu muss ich mir morgen erst mal ne Anleitung besorgen.

    Da flogen am Ende noch ein paar teile rum...füge mal Fotos dazu.

    Außerdem muss ich mir nochmal angucken, wie ich den Tubus richtig auf dem Sockel befestige. Der Sucher und das Okular waren unten am Tubus 😂

    Das werde ich mir mal in Ruhe ansehen.

    Ein erster Blick in den Sternenhimmel konnte ich so erhalten ☺️ Aber das waren nur ein paar Zentimeter auf meiner Terrasse. Muss damit mal raus, wo ich Platz habe.

    Das Teleskop ist erstmal wieder verpackt, aber tatsächlich stand auf einigen Hülsen Japan drauf.


    Wechseln werde ich den OAZ nicht. Wie Du schon erwähnt hast, wird es ein Oldtimer sein. Wobei ich gar nicht weiß, ab wann ein Teleskop ein Oldtimer ist 😂 aber der Verkäufer / Verschenker hatte es ja auch bereits seit 30 Jahren oder so. Sowas hatte er gesagt.

    Habe ja in Marl noch meinen 8Zöller....und der kleine hier ist erstmal nur Ersatz für den Zweitwohnsitz. Und wer weiß...vielleicht vergrößerten ich mich ja irgendwann 😜 aber ich muss jetzt erstmal damit lernen und meinen Spaß haben, bevor ich schon wieder an den nächsten Umbau denke 😂


    Habe doch tatsächlich die Tage einen 8“ Dobson von skywatcher bei eBay Kleinanzeigen gesehen. 190 € Verhandlungsbasis...wobei der Verkäufer meinte, er hätte keine Ahnung davon, aber von außen würde das Gerät neuwertig aussehen. Fand die Bilder auch gut.


    War schon ein gutes Angebot fand ich. Aber das wäre halt übertrieben. Da ist das kleine zum reisen auch mal angenehm 😉

  • Hi Maik,


    ich habe zwar keine Bedienungsanleitung gefunden; aber hier - auf einem französischen Forum - sind ein paar Bilder, wie das Teleskop (oder so ein ähnliches) "aufgebaut" aussehen soll:

    https://www.webastro.net/forum…59934-une-antiquit%C3%A9/


    Die Franzosen bezeichnen es übrigens auch als "antiquité" = Oldtimer.


    Edit: Und hier eine englische Betriebsanleitung für einen Tasco 114/900. Dein Reflektor muß aber nicht unbedingt ein Tasco sein, es gab damals noch viele andere japanische Firmen, aber diese, und besonders die Montierungen waren alle ähnlich. (Nicht durch das Refraktor-Bild auf der Cover-Seite verwirren lassen): https://wiki.telescopeclassics.com/images/5/53/Tasco_1970s_11TE-5_300_Power_Reflector_Telescope_Manual.pdf


    Den Ratschlag, den Spiegel mit Alkohol zu reinigen (Ende der Anleitung), finde ich aber sehr schlecht und sogar gänzlich falsch. Ich bin irgendwann nächste Woche wieder im Schwarzwald, dann fotographiere ich Dir meine Bedienungsanleitung für das "Waschen des Babys" = des Zambuto Spiegels meines 12 Zöllers ab (habe dort keinen Scanner) und schicke sie Dir. Die ist, so finde ich, sehr gut.

    Die Tasco-Anleitung stammt von hier, eine sehr, sehr interessante Seite für Liebhaber alter Teleskope mit 100en von alten Bedienungsanleitungen. Man muß aber - jedenfalls für einige der Anleitungen - bei webastro eingeloggt sein, um sie herunterzuladen und auch dann funktionieren einige Links nicht (mehr ?). Ggfls. über die "wayback machine" probieren): https://www.webastro.net/forum…t-descriptifs-techniques/


    Gruß

  • Hallo AstroRudi,


    ich wollte mich mal wieder gemeldet haben, auch wenn es nicht viel neues zu berichten gibt.

    Es war beruflich eine sehr anstrengende Woche und ich kam immer erst sehr spät nach Hause und war extrem müde. Da kam ich nicht wirklich dazu, das Gerät mal zu testen.

    Gestern Abend war es auch unmöglich, da der Himmel hier bei mir nichts preis gegeben hat 😞 erschwerend kommt hinzu, dass der Abschluss so schleppend lief, dass mein Chef mich gebeten hat, am Montag erreichbar zu sein. Weshalb mein 10 Uhr Termin bei bresser ausfallen muss 😞 konnte ihn aber zumindest vorerst auf 15 Uhr legen in der Hoffnung, dass es bis dahin klarer ist, ob meine Unterstützung noch notwendig ist.

    Danke jedenfalls für die links. Habe mir das gerade alles mal angesehen. Ja das sollte helfen, beim Zusammenbau. Anschließend muss ich sehen, wie das mit dem einnorden läuft.

    Außerdem muss ich an meinem neuen Wohnort noch eine schöne dunkle Ecke finden. Da bin ich aber guter Dinge, weil es ein kleines totes Nest ist, umgeben von Wald 😂 hoffe, dass ich nächste Woche dazu komme.

    Ja und dann gibt es doch noch ein paar Kleinigkeiten, die neu sind...ich habe mir das binocom von bresser jetzt geholt. Habe es für 60 € geschossen, in super Zustand. War ein älterer Herr, der sich leider aus gesundheitlichen Gründen davon trennen musste...ja das Gewicht merkt man tatsächlich. Aber ich kann mir ja immer noch ein weiteres zulegen oder dieses wieder verkaufen. Mal sehen. Finde das gerade mega interessant.

    Ist jedenfalls interessant, was das Ding bei Dunkelheit gestern noch so raus gehauen hat.

    Last nur Not least: ich habe endlich meine Lieferung. Naja...das 4mm Okular fehlt immer noch 😞

    Jedenfalls habe ich jetzt keine Plastiktüte mehr über dem OAZ als Staubschutz hängen, sondern wieder ne Kappe 😂

    Mit der 5 € justierkappe habe ich nochmal den fs geprüft. Aber es scheint so, als hätte ich es beim letzten Mal doch ganz gut hinbekommen. Sieht auch dadurch alles sehr zentral und gut aus. Lediglich den hs muss ich noch justieren. Wobei der Laserpunkt „nur“ 1-2 cm von der Mittelmarkierung des hs entfernt ist.

    Macht das schon viel aus?

    Heute Abend bin ich auf nem Geburtstag. Unabhängig vom Seeing werde ich also auch heute nicht dazu kommen.


    Aber was anderes...jetzt so langsam kann es ja los gehen. Was würdest du mir noch als Zubehör empfehlen? Wollte mir nun das Buch „welcher Stern ist das“ (glaube so hieß es doch oder?!) holen, und muss mich nochmal mit der Bedienung meiner sternenkarte beschäftigen. Das ist der nächste Schritt. Außerdem Montag mal beim Teleskop Service anrufen und nach dem anderen Okular fragen.


    Schönes Wochenende und lieber Gruß!

  • Hallo Maik,


    Astronomie ist kein Zwang, wie die Arbeit, sondern ein Hobby! Also laß Dir Zeit mit allem. Wenn Du alles auf einmal weißt und kannst und hast (Zubehör), fällt ein Teil des "Plaisirs" am Hobby weg. Also lieber immer nur ein kleines bißchen was Neues lernen und / oder dazukaufen; ... Weihnachtsgeschenke (für Dich) brauchst Du ja auch noch;) . ... Das gilt z.B. für Filter; die oder den (eigentlich braucht man nur einen) laß mal als zukünftiges Plaisir. Einen Sternführer brauchst Du aber tatsächlich noch möglichst bald. Ich komme darauf !



    1."Einnorden"


    Zunächst noch zum Einnorden (sie haben ja jetzt deutlich besseres Wetter als vorher für nächste Woche angesagt; ich fahre also in den Schwarzwald, obwohl der Mond stört).


    Das Einnorden ist an und für sich gar nicht kompliziert. Der Teufel steckt aber im Detail.


    Der Himmelsäquator ist der Erdäquator an die Himmelkugel projeziert. Der Himmelsnordpol ist der Endpunkt der in den Himmel verlängerten Erdachse.


    Unser Horizont, gesehen von dem Punkt auf der Erdoberfläche aus, auf dem wir stehen, ist immer eine Kreisfläche ums uns herum, die TANGENTIAL zur Oberfläche steht. Du kanst Dir den Horizont wie eine runde Scheibe auf einem Ball vorstellen. Am Nordpol steht die Scheibe waagrecht, am Äquator senkrecht und am Südpol hängt sie waagrecht unter "unter" dem Ball. (Du kennst ja den Spruch: "in Australien hängen die Leute mit den Köpfen nach unten"). Hier ist das in einer Simulation sehr schön dargestellt (Flashplayer wird benötigt und das Abspielen muß im Browser auch zugelassen sein; hier steht wie das geht)


    http://astro.unl.edu/classacti…tion/meridaltdiagram.html (Schieber in der Mitte unten mit der Maus bewegen)


    Auf den Breitengraden dazwischen steht, wegen unseres abweichenden Horizonts, die Richtung zum (Himmels-) Nordpol "schief". Weil unser Horizont "schief" steht (im Verhältnis zu dem der Erde am Nordpol oder zum Äquator) bewegen sich die Sterne (genauso wie die Sonne; in Wirklichkeit dreht sich aber die Erde) scheinbar auf einer Kurvenbahn; die nach außen verlängerte Fläche unseres Horizonts schneidet die nach außen verlängerte Fläche des Horizonts am Nordpol / des Erdäquators, was zu der Kurvenform der Bahnen der Himmelskörper führt: Ost (tief) --> Süden = Meridian (Kulmination) --> West (wieder tief).


    http://astro.unl.edu/classacti…rdsmotion/celhorcomp.html


    Will man nun, daß ein Stern immer im Zentrum des Gesichtsfeldes bleibt, muß man, wegen dieser Kurvenbahn der Himmelkörper eine alt-azimutale Montierung ständig in BEIDEN ACHSEN bewegen: in der Höhe ("Altitude" genannt, wenn von unserem Horizont aus gesehen), aber auch in der waagrechten Achse ("Azimut" genannt, wenn von unserem Horizont aus gesehen).


    Wenn man jetzt dem Teleskop aber einen BESTIMMTEN (je nach Breitengrad unterschiedlichen) ANDEREN Horizont KÜNSTLICH vorgibt (nämlich einen der dem Horizont am Nordpol "parallel" ist), indem man die Montierung "schief" stellt, entspricht (für die Montierung) der Horizont dem Horizont am Nordpol und das Teleskop dreht sich in der waagrechten Achse auch parallel zum Erdäquator. Die Sterne bleiben "auf der Linie" im Teleskop, und es genügt, daß Du mit NUR EINER der beweglichen Drehknöpfe an Deiner Montierung (oder mit einem Motor) die - dann ja waagrechte - Erddrehung ausgleichst, damit die Sterne immer im Zentrum des Gesichtsfeldes bleiben. Die auf diesen Horizont bezogenen "parallaktischen" Koordinaten heißen nicht mehr "Azimut" und "Altitude" sondern "Rektaszension" (waagrecht) und "Deklination" (senkrecht). Die beiden Teilkreise an Deiner Montierung zeigen, wenn sie "geeicht" (= eingestellt) sind, diese Koordinaten des beobachteten Sterns.


    Das Einnorden ist also ganz einfach und bedeutet lediglich, daß Du die UNTERE Achse Deiner deutschen Montierung GENAU auf den Polarstern ausrichtest (über eine Einstellmöglichkeit an Deiner montierung, die auf dem im zweiten Bild hier mit "H" bezeichnet ist). Vorher mußt Du noch sehen (Wasserwaage), daß die Montierung möglichst waagrecht auf dem Erdboden steht (Länge der Stativbeine !?).


    http://www.teleskop1x1.de/einordnen.asp


    Das Problem an der Sache ist das "genau". Wir Deutsche sind ja generell sehr exakt; aber eigentlich ist es für visuelle Astronomie egal, ob die Stern- oder Planetenbahn im Gesichtsfeld ein bißchen von der Idealkurve abweicht (für Fotographen muß, wegen der langen Belichtungszeiten, die Einstellung tatsächlich sehr genau gemacht werden) . ... Aber wenn man dann den Planeten im Gesichtsfeld hat, da nagt dann der deutsche Genauigkeitswahn / Perfektionnismus und dann fängt es an, kompliziert zu werden (ich hatte 20 Jahre lang ein Celestron 8 auf parallaktischer Montierung).

    • Erstens ist der Polarstern nicht genau am Himmelsnordpol, sondern letzterer ist ein bißchen neben dem Stern.
    • Zweitens: Weil die zirkumpolaren Sternbilder sich ja um den Himmelsnordpol drehen, ändert sich die Richtung, in der man vom Polarstern abweichen muß ständig.
    • Drittens: Der Abstand vom Polarstern ändert sich auch noch (Präzession der Erdachse).
    • Viertens hat Deine Montierung kein Polsucherfernrohr (Durchbohrung der unteren Achse), also mußt Du an der Achse entlang peilen.
    • Füntens: Wenn die Montierung ein Polsucherfernrohr hätte, bräuchte man noch eine Polsucherbeleuchtung, weil das Bild in dem kleinen Fernrohr zu dunkel ist. Da braucht man dazu noch Batterien, die dauernd leer sind.
    • Sechstens: Das Polsucherfernrohr selbst muß justiert werden.
    • Siebtens: Zum Einstellen und Anpeilen muß man sich auf die Erde knien. Wenn die Erde feucht ist, ... ... ... (manche Leute kaufen dann noch eine Umlenkprisma für das Polsucherfernrohr, echt !),
    • ... usw, usf.

    Wenn Du jetzt noch die Sterne nach Rektaszension und Deklination einstellen willst (also nach den Teilkreise an deiner Montierung) wird es ganz kompliziert. Die einfachste Anleitung dazu, die ich kenne, stammt von den Talianern:


    http://www.die-talianer.de/html/teilkreise.html


    .... aber auch da (trotz guter Erklärung) wird's Dir schon vom Durchlesen schwindlig (und außerdem muß für das Aufsuchen von Sternen über die Koordinaten die Einnordung wieder sehr genau sein).


    Also mach es einfach so: richte die untere Achse ungefähr auf den Polarstern (Höhe). Da ist bestimmt eine Skala oder zumindest eine Schraube an Deiner Montierung (= "H" weiter oben), wo Du Deinen Breitengrad einstellen kannst. Dann hast Du schon ungefähr die Höhe und mußt allenfals noch gering nachjustieren. Das "waagrecht" Einstellen machst Du entweder am Fuß der Montierung (da müssen so Schrauben sein zum "Links/Rechts verstellen") oder - oft einfacher - indem Du das ganze Stativ so verstellst, daß die untere Achse möglichst genau nach Norden ausgerichtet ist (das "Waagrechte" kannst Du auch mit einem Kompaß machen, das genügt für visuell). ... Fertig. (Und vergiß die Teilkreise und den ganzen anderen Klimbim).



    Edit: Ach so ja, der Polarstern ist nicht besonders hell; wie man ihn (im Sternengewimmel) trotzdem leicht findet, steht hier, im Survival-Blog :) : 5x die beiden hinteren Sterne des Leiterwagen-Kastens verlängern: http://survival24.org/polarstern-mit-grossen-wagen-finden/



    2. Sternführer


    Ja, ich finde "Welcher Stern ist das" sehr gut. Die Ausrichtung der Karten nach Himmelsrichtungen erleichtert das Auffinden und vorallem das Kennenlernen der Sternbilder sehr und außerdem sind da genügend Beobachtungsobjekte drin (in den Karten eingezeichnet), daß es bestimmt für 2 Jahre reicht.


    [Es gibt auch noch "Welches Sternbild ist das" (auch aus dem Kosmos Verlag), ein Buch im Westentaschenformat, was ein Vorteil ist, ... aber ich glaube mich zu erinnern, daß da auf den Karten keine "Deep Sky"-Beobachtungsobjekte eingezeichnet sind (--> gegebenfalls nachfragen)].


    Ansonsten gibt es noch (für später ?) den "Deep Sky Reiseführer" aus dem Oculum Verlag und den "Karkoschka", z.B. bei Astro-Shop (mit Bindestrich) aus Hamburg (nicht Astroshop ohne Bindestrich aus Oberbayern); die haben auch sehr gute Filter (Astronomik; es gibt aber auch sehr günstige von SV Bony auf Amazon, die auch nicht viel schlechter sind; ich habe so einen für meinen Refraktor). ... Aber ich denke der Filter (UHC oder O III, einer von beiden) hat noch ein bißchen Zeit. ... [Du mußt auch drüber nachdenken, ob Du den in 2 Zoll willst, falls Du mal ein großes Übersichtsokular kaufst (z.B. Zirrusnebel). Du kannst ihn ja in die Reduzierung von 2 auf 1.25 Zoll einschrauben, die meisten haben ein Gewinde, wenn du 1.25 Zoll Okulare verwenden willst].


    Weiterhin viel Spaß

  • Hallo AstroRudi,


    ja ich hatte das Thema heute noch zuhause...das ich jetzt eigentlich soweit fast alles zusammen habe, was ich für die ersten Erfahrungen benötige. Wollte es jetzt tatsächlich langsamer angehen...es ist ja auch nicht jeder Abend tatsächlich geeignet und ich habe nun zwei unterschiedliche Systeme in Marl und in Dreeich (Hessen) und muss ja mit beiden erstmal umzugehen verstehen.

    Mir war aber auch wichtig, dass mir nicht etwas wichtiges fehlt, was mir dann den ganzen Spaß versaut. Jetzt habe ich alles um die Spiegel zu kollimieren, habe geeignete Okulare (naja eins fehlt noch)...die letzten „Kleinigkeiten“ sind eben die Lektüren um sich orientieren zu lernen.

    Den optischen Sucher und das 2“ Übersichtsokular setze ich mir für Weihnachten auf den Zettel.

    Damit habe ich auch das thema angeschnitten. Will ja definitiv mal 2“ testen, und werde mich da in Richtung eines Übersichtsokulars umsehen. Das Thema können wir dann gerne nochmal aufnehmen.


    Will mich aber jetzt erst etwas mit den Sternenbildern auseinander setzen. Den Polarstern kenne ich.

    Also die Seite des großen Wagen (Leiterwagen Kasten) um das 5fache verlängern. Damit habe ich auch gleich den kleinen Wagen. Der kleine Wagen ist allerdings nicht immer so leicht für mich zu erkennen mit bloßem Auge.


    Herkules erkenne ich inzwischen auch ganz gut, sowie Kassiopeia. Das ist nicht wirklich viel, macht mir die Orientierung aber schon leichter ☺️ Und deswegen habe ich ja jetzt auch das Fernglas. Damit fällt es leichter, die sternenbilder richtig sehen zu können...so meine Hoffnung 😂


    Deine links und Tipps zum einnorden und zur Benutzung...das ist harter Stoff 😂 das muss ich mir glaube ich gleich nochmal in Ruhe durchlesen und alles der Reihe nach nachvollziehen. Wäre vielleicht hilfreicher, wenn ich das Gerät mitgenommen hätte und es direkt daran ausprobieren könnte 😂


    So ich habe mich gerade an die Justierung der Spiegel gemacht. Hat mich nochmal nerven gekostet 😂 zunächst hat der Laser nicht die Mittelmarkierung des hs getroffen. Musste also nochmal den fs ausrichten. Nachdem das gepasst hat, sah es aber durch den OAZ nicht mehr sehr zentriert aus. Hat mich einige Versuche gekostet, das alles in Einklang zu bekommen. Und muss zugeben, dass ich es mit dem bloßen Auge nun längst nicht mehr so schön zentriert sehr wie vorher. Benutze ich aber die justierhilfe für den fs, dann sieht es doch wieder zentriert aus. Scheine da von Natur aus einen schiefen Einblickwinkel zu haben 😂

    Aber werde ja trotzdem Montag mal den Check bei bresser machen lassen. Da sollen die mein Justierergebnis mal einschätzen 😂


    Mal sehen, ob ich heute etwas zu sehen bekomme.


    Schönen Sonntag!

  • Hi Maik,


    re: schiefer Blick !


    Es kann sein, daß Dein Fangspiegel schon um 2-3 mm "versetzt" auf seinen Träger aufgeklebt wurde (wegen des "Offset"). ... ... Nichts hält den (nur sogenannten) Fortschritt auf ;(. Bin sehr, sehr froh, daß mein Fangspiegel zentrisch aufgeklebt ist !


    [Ehrlich gesagt, den "Offset" können sich die Leute dahin stecken, wo ich denke. "Erbsenzählerei" kann in seltenen (!!!) Fällen im Leben wichtig sein, in der Mehreit der Fälle nervt es aber nur die anderen Menschen. Zu unterscheiden, wann "Erbsenzâhlerei" wichtig ist, und wann nicht, gehört aber zum Sinn des Lebens eines Individuums. (Wenn ich mit vorstelle, daß Teleskop-Händler mir vorschreiben (Fangspiegel im Teleskop von vornherein "schief" aufgeklebt), daß ich "Erbsenzählen" muß, geht mir der Hut hoch. Ich würde das beim Verkäufer als "Fehler" der Optik reklamieren !)].


    So, jetzt bin ich erst mal weg. Melde mich gegebenfalls über's Handy.


    Liebe Grüße

  • Hallo Maik und Rudi,


    es kann einen aber auch wirklich verwirren, selbst wenn der Offset bereits bei Kriege/Berry beschrieben wird. Wenn man sich den Strahlengang mal aufmalt, ist der Offset nichts anderes als der Kampf um die optimale Lichtmenge (die "Salamischeibe des Fanspiegels wird richtig platziert"). Aber die Größe des Fangspiegels (Obstruktion) ist wahrscheinlich der wichtigere Wert und bei kleinen Newtons macht der Offset eher wenig Sinn.


    @ Rudi: tolle, umfang- und hilfreiche Beiträge von Dir!


    Viele Grüße,


    Thomas

  • Hallo Thomas,


    danke für die Blumen !


    Ich glaube aber nicht, daß es "um das letzte Quentchen Lichtausbeute" geht, denn der Tubus eines Newtons hat ja generell einen Durchmesser, der mindestens 2 cm dicker ist, als der Hauptspiegel. Dies ermöglicht eine gering-winklige Verkippung des Fangspiegels (und in der Konsequenz auch des Hauptspiegels, da letzterer ja auf ersteren ausgerichtet wird) zur "Tubus-Parallelität". Wie gesagt, das geht innerhalb eines gewissen Rahmens (habe ich weiter oben in diesem Thread schon erklärt), ohne daß eine Beschneidung / Vignettierung durch den Tubus erfolgt.


    (1) Es geht meiner Meinung nach darum, den Käufer, der Anfänger in der Astronomie ist, zu verwirren, um ihm "noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen". Wenn der Fangspiegel nicht zentrisch ist, sondern 2-3 mm versetzt, versteht er nicht mehr, wie er justieren muß. Also wird er - nachdem er verschiedene Foren konsultiert hat, wo ihm Leute, die keine Ahnung haben, oder die Händler-Lobbyisten sind, "den Kopf zudröhnen" - sich letzendlich einen Laser- Justierer kaufen, der aber auch nicht hilft (oder was es sonst noch so an teuren Justierhilfen gibt). ... ... Geld zum Fenster rausgeworfen ! ALLEIN mit dem Auge kann man einen Newton sehr gut justieren (Es gibt ein Video von John Dobson dazu; das habe ich aber jetzt nicht gefunden).


    (2) Du hast vollkommen Recht mit den kontrast-tötenden viel zu grossen Fangspiegeln an den Newtons (und den daraus resultierenden viel zu langen Okularauszug-Türmen), die, genauso wie der erzwungene "Offset" (um den es weiter oben geht), der Fotographen-Lobby geschuldet sind. Fotographen brauchen ein bis zum Rand des Fangspiegels perfekt ausgeleuchtetes Bild; daß dabei der Kontrast baden geht, stört sie nicht. Aber da ist natürlich auch wieder Geld im Spiel. Ein Fotograph gibt Tausende von Euros mehr an fotographischem Equipment und Zubehör aus, als ein visueller Beobachter. Also richtet man - da man aus Rentabilitätsüberlegungen keine zwei Teleskope pro Oeffnungsverhältnis herstellen will (ich habe eine, einzige rühmliche Ausnahme im Hinterkopf) -, die Teleskope an den Wünschen der Fotographen aus, und betrachtet die visuellen Beobachter eben als "Kollateralschaden". Dieser Teleskop- "Einheitsbrei" ("one size fits all") ist aber für visuelle Beobachter eine Katastrophe: Sie brauchen nun eben mal kleine Fangspiegel und möglichst kurze Okularauszüge.


    Ich glaube, ich werde mal einen Beitrag hier zu dem Thema schreiben !


    Ich werde mich übrigens auch auf der AME umsehen !


    Gruß

  • Hallo Rudi und Maik,


    ich zitiere mal Kriege/Berry: "...However, the offset distance is small and you can ignore it if you do not feel like bothering with it. Your telescope will still work well..." und weiter: "...The far side of the secondary now catches all the light from the outer edge of the light cone, and there is no "wasted" part of the secondary on the side closer to the eyepiece..."


    Ich habe mir dann das ganze mal 1:1 für meinen 16 Zoll Dobson aufgemalt und habe einen Offset von ca. 6 mm (im Weg, 4mm in der Achse) ermittelt. Das schien mir dann Grund genug den Fangspiegel mit Offset aufzukleben. Ob ich damit jetzt glücklicher bin? Weiß ich nicht, aber geometrisch hat der Offset in jedem Fall seine Begründung. Anbei meine Skizze dazu. Die Obstruktion ist bei 19% (79mm kleine Achse zu 410mm HS).



    Um die Justierung zu vereinfachen habe ich in der optischen Achse, also am Offsetpunkt des Fangspiegels (nicht die geometrische Mitte des Fangspiegels) einen kleinen Punkt mit einem wasserfesten Stift angebracht.


    @ Maik: Ein Dobson ist auch immer eine Baustelle (positv gemeint). Man lernt unheimlich viel durch Ausprobieren. Wenn Dich der Offset stört, kannst Du auch den Fangspiegel von der Halterung lösen und neu aufkleben (da gibt es aber auch Regeln! Also fragen oder im Internet suchen). Nur bitte sei vorsichtig mit den optischen Bauteilen. Am Besten dünne Baumwollhandschuhe tragen.

    Und sollte der Tubus innen noch nicht mit schwarzem DC-Fix Velour ausgekleidet sein, kann auch das ein weiterer Zeitvertreib werden...erhöht den Kontrast, weil Streulicht verschluckt wird. Dann noch eine Blende gegenüber dem Okularanschluss (das schwarze unförmige Teil rechts), damit kein Fremdlicht in den OAZ schlupft... und, und, und... :thumbsup:



    Viele Grüße

    Thomas


  • Hallo Thomas,


    Zitat:

    "... aber geometrisch hat der Offset in jedem Fall seine Begründung"


    Das mag ja sein, aber die Geometrie bringt kein Resultat, bzw nur am Rande wo sowieso kein Mensch hinschaut. Ich halte die ganze Offset-Diskussion weiterhin für eine sinnlose, - aus europäischer oder internationaler Sicht - typisch deutsche Erbsenzählerei; besonders wenn wir über visuell reden.


    Kleine Fangspiegel von unter 20% des Hauptpiegeldurchmessers (bei denen der Kontrastverlust mit dem Auge nicht mehr sichtbar ist), führen zu Randabschattungen, die ja nicht total sind, aber mit einem Stern-Grössenklassenverlust am Rand des Gesichtsfeldes von 1 mag (1.25 Zoll Okular) bzw. 2 mag (2 Zoll Okular) einhergehen. Das entspricht ungefähr einem Lichtverlust von 25% bzw. 50% am Rand.


    Wo dagegen bei den deutsche Astronomen kein Zählen der Erbsen, bzw besser der Linsen, in der Suppe stattfindet, ist bei der Transmission von Okularen. Ein 10-linsiges Televue oder ein 12-linsiges Nikon Okular haben die jeweilge doppelte Anzahl von Glas-Luftübergängen, also 20, bzw. 24. Ein orthoskopisches Okular hat, weil 3 der 4 Linsen zementiert sind, nur 4 Glas-Luftübergänge. Selbst wenn man annimmt, dass "Superduper-Starbright-Coatings" den generelles Lichtverlust durch Reflektion pro Glas-Luftübergang von 0.4 auf 0.1% reduzieren können (woran ich aber zweifele), wäre das Licht, welches bei einem 10 linsigen Okular nach 20 übergängen ankommt = 0.99y^x = 0.99^20 = 81%, während es bei dem ortho mit 4 übergängen = 0.99^4 = 96% sind.


    Hier NICHT Erbsen, bzw Linsen zu zählen, ist also ebenfalls unsinnig. Aber gebau das wird mehrheitlich gemacht. Man schaut wiederum auf den Rand und will dort perfekt abgebildete Sterne, wo kein Mensch beim Beobachten hinsieht, und zählt hier aber keine Linsen ???, obwohl diese einen enormen Transmissionsverlust herbeiführen.


    Das verstehe wer will. Aber eines ist sicher: Bzgl beider obengenannter Punkte (einmal Erbsenzählen, wo es unnötig ist und einmal Nicht-Linsenzählen, wo es nötig ist), ist die ganz grosse Mehrzahl der deutschen Hobbyastronomen-Gemeinde (auf allen Foren), ganz schwer auf dem Holzweg ! Sowohl mit dem Offset der sich nur am Rand auswirkt, wo er wegen des Lichtverlusts am Rande des Gesichtsfeldes sowieso vollkommen unwichtig ist, als auch mit dem Nicht-Linsenerbsenzählen: der Reflexions-/Transmissionsverlust an den Luft-Glasübergängen ist ein Naturgesetz, was man nicht wegdiskutieren kann (was aber ständig gemacht wird).


    Siehe noch hier, 2 Beiträge von Harry Rutten, nach denen Rolf Mündlein einräumt, daß "real" nach Durchgang durch 2 Linsen nur 97% Licht ankommmt: https://forum.astronomie.de/th…uegt.224123/#post-1189028


    Gruß

  • Hallo Rudi,


    Du hast vollkommen Recht.

    Beim Dobson ist man halt bei hohen Vergrößerungen mit dem Schubsen/ bzw. ziehen beschäftigt und da ist ein großes Bildfeld zumindest für mich sehr wertvoll. Deswegen mag ich meine Viellinser. Ich beobachte auch keine Sterne am Rand und ich liebe den Blick durch ein 100° Okular mit einigermaßen scharfen Sternen am Rand <3

    Für meinen nachgeführten Refraktor überlege ich mir aber auch eine knackiges Ortho anzuschaffen... halt, Moment! Ich habe ja noch ein 6mm Vixen Ortho (0,96") in meiner Kruschtelkiste. Mal sehen wie das gegenüber den Pentaxen und ETHOS performt...


    Viele Grüße


    Thomas

  • Hallo zusammen und vielen lieben Dank!


    Meine Güte...war jetzt wirklich mal ein paar Tage nicht hier, und es hat sich richtig was getan 😂

    Also ich danke Euch beiden, für die interessanten - allerdings meinen Sachverstand übersteigenden - Informationen.

    Ich denke ich muss meinen eigenen Weg finden. Mir ist halt nur wichtig, dass die Grundvoraussetzungen stimmen. Jetzt muss ich halt ein wenig Geduld haben und beobachten. Für mich selbst schließe ich daraus, dass - Offset hin oder her - ich auch so in der Lage sein sollte, ein paar tolle Einblicke zu erhalten. Das reicht mir völlig und den Rest bringt die Zeit. Ich weiß nun was der Offset ist...aber tiefer damit beschäftigen kann ich mich dann auch immer noch später...wenn ich meine Erfahrungen gemacht habe und an ein mögliches „Tuning“ denken kann.


    Letzte Nacht habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, den Mond ins visier zu nehmen. War ja mein erster Vollmond, den ich zu Gesicht bekommen habe.

    Allerdings kam ich erst sehr spät rein und habe vom Balkon geguckt. Der Mond stand ungünstig und es war etwas umständlich, das Teleskop auszurichten.

    Leider hatte ich das Gefühl, dass mein 6,5 mm Plössl nicht so viele Details wie beim letzten Mal preis gegeben hat.


    Aber der Blick durch die 9mm Goldkante hat mich noch mehr verstört. Wenn ich richtig durch geguckt habe, hatte ich das Gefühl, dass das Bild einfach dunkel geworden ist...habe hinterher festgestellt, dass das Gerüst von Balkon gestört haben könnte.

    Und das Seeing war gestern auch schlecht bei uns.

    Mal heute Abend wieder einen Versuch starten.


    Ein Update zu meinem noch immer nicht gelieferten 4mm UWAN - nachdem man die Kollegen vom Teleskop Express schwer erreichen kann, habe ich denen eine Mail geschickt. Voraussichtlich wird das Okular erst zum Ende des Jahres wieder vom

    Hersteller geliefert :(


    Liebe Grüße und vielen Dank!

  • Hi Maik,


    also ich habe schon von - ganz wenigen = 2 - Leuten gehört, die bei den Goldkanten BEI TAGESLICHT Probleme mit Abdunkelungen (sog. "kidney beaning") hatten. Es kann durch eine eingebaute Barlow verursacht sein. ... ... Und der Vollmond ist ja wie Tageslicht.


    Probier mal an Jupiter und Saturn (und am Mond, wenn er nicht voll ist; bei Vollmond sieht man - wegen der überstrahlung der Krater usw. - sowieso nicht viel). Dann sollte der Effekt eigentlich nicht auftreten. Es ist auf alle Fälle nur ein Gewöhnungseffekt (Einblicksverhalten / Position des Auges).


    Gruß

  • Hi AstroRudi,


    nachdem das bestellte Okular ja nun wohl nicht vor dem 31.12.2019 eintreffen wird, habe ich überlegt, ob ich handeln soll. Es steht zur Option, dass 2“ Übersichtsokular, was für Ende des Jahres geplant war, nun vorzuziehen.

    Was sagst du zu diesem (rein von den technischen Werten natürlich):

    https://www.teleskop-express.d…-mm---72--Weitwinkel.html


    Oder ein anderes mit hoher Vergrößerung? Aber nachdem das 4mm ja irgendwann kommt und ich noch das 6,5 und jetzt das 9mm habe...was wäre sinnvoll?