Beobachtungsvorschläge Februar

  • Hallo,


    es ist mal wieder soweit, die Hälfte des Januars ist vorüber.


    Diesmal geht's schon (echt ??) um die Frühlingssternbilder, wie die Haare der Berenike und die Jungfrau.


    Ansonsten gilt "wie immer", ... außer daß ich im Sternbild "Coma Berenices", wegen der sonst auftretenden Unübersichtlichkeit im Coma-/Virgo-Galaxienhaufen, die Grenzgröße der Deep Sky Objekte auf 10.5 mag (Fernglasobjekte) reduziert habe. Die anderen Galaxien werdet ihr schon selber finden, man kann gar nicht vermeiden, darüber zu fallen !



    Karte 0: Übersicht





    Wir sind wieder im Osten des Sternhimmels, weil von dort "das Neue" kommt (ganz wie es der Film "Im Westen nichts Neues" vorhergesagt hat).
    Die "besuchten" Sternbilder sind diesmal: der "Ochsentreiber" Bootes, mit seinem Hauptstern "Bärenhüter" (=Arkturus), die Jungfrau, die Haare der Veronika (?), der "Hinterhof" des Löwen, sowie Rabe und Becher.



    Karte 1: Doppelt gemoppelt: Bärenhüter oder Ochsentreiber - und die schönsten Doppelsterne





    Nach Richard Dibon-Smith ist der Bootes das Sternbild mit den meisten schönen Doppelsternen: http://www.dibonsmith.com/boo.htm (auf die „orangen“ Sterne klicken, man muß „cookies“ zulassen); hier ein anderer Zugang zu seiner Seite: http://www.dibonsmith.com/bin_data.htm



    Ich habe ausschließlich Doppelsterne mit (griechischen) „Bayer“-Bezeichnungen oder „Flamsteed“-Nummern ausgewählt, weil die einfacher zu finden sind. Da ich das Sternbild Bootes auf zwei Karten verteilt habe, sind manche Doppelsterne der Tabelle erst auf der zweiten Karte.



    Zur Auflösung (Abstand / Distanz) der beiden Sterne eines Doppelsterns in Bogensekunden, kann ich folgendeGeschichte erzählen:

    • Ich hatte früher mal ein C8. Wenn man die allgemeinbekannten Formeln A = 11.3 / D (Durchmesser der Optik in cm (!)) = „Dawes“-Kriterium oder A = 13.8/D = „Rayleigh“-Kriterium anwendet, kommt man für einen 8-Zöller (20 cm) auf eine Auflösungsgrenzevon 0.6“ bis 0.7“ Bogensekunden. Damals stand ζ Βootis mit 0.8“ Bogensekunden in den Katalogen; also weiter auseinander als er heute ist. (Er hat jetzt weiter „zugemacht“; siehe sogleich, zum PA). ... Ich hab also immer und immer wieder versucht, ihn zu „knacken“ ... Aber ich habe nie, auch nur die Andeutung einer Duplizität gesehen ! ... Heute weiß ich, daß nicht nur die Qualität und Justierung des Teleskops eine ganz entscheidene Rolle spielt, sondern auch das „Seeing“. ... Also nicht gleich auf den Verkäufer schimpfen, wenn die Auflösungsgrenzenicht erreicht wird.[/i]

    Was den PA („Position Angle“ = die Orientierung der beiden Sterne zueinander) anbelangt, so ist die Position des Begleiters von Norden aus (im 360°-Kreis) zu rechnen, also im umkehrenden Teleskop im Prinzip (!) unten; siehe dazu die Bilder hier: http://sebastien.caille.pagesp…range.fr/test_doubles.htm. Zur Nordrichtung, aber bitte noch Folgendes beachten (besonders bei azimutalen Montierungen); siehe Beitrag Nr. 10: http://www.cloudynights.com/topic/502674-15-bootis-problem/



    So, jetzt aber noch zum Titel dieses Abschnitts: Im Gegensatz zu allen anderen Sprachen, die ich kenne, wird der Bootes im deutschen als „Bärenhüter“ bezeichnet, obwohl das Wort im Griechischen eigentlich „Ochsentreiber“ bedeutet (von griechisch „βουσ“, lateinisch „bos, bovis“). Dagegen bedeutet Arkturus, der Name des Hauptsterns = „Bärenhüter“ (von „arktos“ = m. oder f. gleich = der/die Bär(in)). Offensichtlich wurden da schon im Altertum zwei Geschichten / Mythen miteiander verwoben:

    • einerseits die Geschichte von „Arktas“, dem Sohn von Zeus und der Nymphe Kallisto: Zeus (der immer mal wieder „fremd ging“ und mit anderen Frauen Kinder zeugte) wollte Kallisto vor der Rache seiner Frau Hera schützen. Daher verwandelte er sie in eine Bärin. Als Arktas, der Sohn der beiden, sie - unwissend - auf seiner Jagd erlegen wollte, setzte Zeus sie beide an den nächtlichen Himmel. (Deshalb muß es eigentlich „die“ große Bärin und „der“ kleine Bär heißen).
    • andererseits hatte man natürlich auch schon in Babylon erkannt, daß der Bootes und die beiden„Bären“ zirkumpolar sind. Man stellte sich aber in Babylon die „Bären“ als Ochsen vor, die an einem Brunnen angebunden waren (= am Polarstern) und "zum Wasser Hochbefördern" im Kreis gingen. Dabei wurden sie von demOchsentreiber angetrieben.

    Also wenn ihr dieses Buch noch irgendwo findet: https://www.amazon.de/Griechis…Schadewaldt/dp/B0000BN6VC ... es ist wirklich fundiert; der Herr Schadewald war Professor für altgriechische Philologie in Tübingen; ich kann es nur empfehlen !


    • [„Bootes“ kann man übrigens durchaus „Buhtes“ (wie „ou“ im Französischen) aussprechen: die zwei „oo“s hintereinander kommen wohl ursprünglich daher, daß sich an der Stelle des Wortes, wo sich die zwei „oo“s befinden, im alten Altgriechischen ein „ω“ ("omega"; sieht aus wie zwei „oo“s oder "ou", nee ?) befand und nicht zwei „o“s („omikron“) oder ein "ου" (= omikron / ypsilon), wie im Wort "βουσ" = Rind. Das „ω“ ist ist normalerweise ein langezogenes „o(hh)“. Aber bei den alten Griechen gab es auch verschiedene „Stämme“, die verschiedene Dialekte sprachen, besonders zwei sind wichtig: das „Ionische“ (Inseln und eine Stück der kleinasischen, heute türkischen, Küste) und das „Dorische“ (Athen). Bei den Ioniern wurde das „ω“ aber anscheinend wie das Französische „ou“ ausgesprochen.... Und das Ionische ist wohl älter als das Dorische. ... ... Also, man braucht sich keinesfalls die Zunge zu zerbrechen, um „Bootes“ auszusprechen].


    Karte 2: Hat die Jungfrau dem Schützen einen Kugelsternhaufen geklaut ?




    Auch die Jungfrau ist auf zwei Karten verteilt; hier der östliche Teil zusammen mit dem Rest des Ochsentreibers (mit dem Hauptstern „Bärenhüter“), das Zentrum der Jungfrau und des -haufens ist auf der übernächsten Karte (weil zunächst noch Coma Berenices kommt.)


    Zu der Tabelle auf der ersten Karte (die zu den - rot gekennzeichneten - Doppelsternen gehört) vergaß ich noch zu sagen, daß die letzte Spalte rechts in der Tabelle (Spektrum) ein Indikator für die Farbunterschiede der beiden Sterne ist: je größer der Unterschied im Spektrum, desto größer die Farbdifferenz. Früher gab es mal nur die Spektren O, B, A, F, G, K, M, die man sich mit folgendem Spruch gut merken konnte:


    Oh Be A Fine Girl, Kiss Me“.


    Heute sind noch 3 weitere Spektren dazugekommen; ... da muß sich mal jemand einen neuen Spruch ausdenken.... Je größer also der Abstand zwischen den beiden Buchstaben (jetzt mal nicht alphabetisch, sondern zwischen „Oh“ und „Kiss“ zum Beispiel, desto farbiger der Doppelstern: http://www.jouscout.com/astro/belmont/belmontd.htm.


    Auf der Karte befinden sich natürlich viele Galaxien, wir sind ja in der Nähe des Virgo Galaxienhaufens, zu dem auch die lokale Gruppe gehört.


    Eine sehr schöne „edge-onGalaxie ist NGC 5746 (11.0 mag): https://www.noao.edu/kpvc/observers/n5746.html


    NGC 5363 / 5664 gehören zu einer kleinen Gruppe, z.T. interagierender Galaxien, die beiden hier gezeigten sind heller als 11.5 mag. http://www.capella-observatory…TMLs/Galaxies/NGC5364.htm



    Ähnliches gilt für die NGC 5846 Gruppe http://martingermano.com/N5846group.htm


    Obwohl es im Bootes von (Arp-) Galaxienhaufen nur so wimmelt, ist NGC 5248 (10.9 mag) wohl die einzige, mit kleineren Teleskopen erreichbare Galaxie im Ochsentreiber: http://www.caelumobservatory.com/gallery/n5248.shtml



    Der Kugelsternhaufen M 5, (schon) in der Schlange, ist sicher wohlbekannt, ... der kleine, aber helle Sternhaufen NGC 5634 (9.5 mag) dagegen kaum, da er im „Hype“ um die Jungfrau-Galaxien untergeht. Dabei ist er eine schöne Abwechslung zu den Galaxien: http://observing.skyhound.com/archives/may/NGC_5634.html. Der 8 mag Stern direkt neben dem Haufen trägt noch zur „Schönheit“ des Anblicks im Okular bei.


    Der Haufen wurde anscheinend - von den Gezeitenkräften der Milchstraße - der Sagittarius Zwerggalaxie (der „elliptischen (!)“, es gibt auch noch eine „irreguläre“) entrissen.



    Karte 3: Wem "Ph"erenike ihre Haare opferte und warum sie zu Veronika wurde



    Die „Haare der Berenike“ sind ein kleines, aber, wenn auch noch in der Antike, sehr spät eingeführtes Sternbild. Durch den sich dort befindlichen Coma Galaxienhaufen (der nach neueren Erkenntnissen viel weiter „hinten“ im Raum liegt, als der - von unserer Sichtlinie her - mit ihm fast verschmelzende Virgo-Haufen) hat das Sternbild seine große Berühmtheit erlangt.


    Berenike war eine Ptolemäer-Prinzessin. Die Ptolemäer waren eine makedonisch-griechische Dynastie, die - nach der Eroberung Ägyptens durch den Makedonier Alexander den Großen - dort ein Reich griechischer Kultur aufgebaut hatten, das den Untergang Athens (Mutterland) teilsweise überdauerte, ... bis auch in Ägypten die Römer ihrer Herrschaft ein Ende setzten.


    Sie hat ihre schönen, langen Haare auf dem Altar geopfert, damit ihr Geliebter / Mann gesund aus einem der vielen damals geführten Kriege nach Hause käme. Am nächsten Morgen waren die Haare aber verschwunden. (Wohl auch, um seine Haut zu retten, weil er nicht aufgepasst hatte), hat der Priester dann erklärt, daß die Haare in die Sterne versetzt worden seien.


    Berenike wurde wohl ursprünglich mit „φ“„(phi“) am Anfang geschrieben und „ph“ gesprochen. Es kommt von griechisch „pherein“ = bringen und „nike“ = der Sieg (siehe die Sportschuhfirma). Aus dem „ph“ wurde dann- durch Lautverschiebun g- in manchen Sprachen ein „b“ -> "Bérénice", in anderen ein „v“ -> „Veronika“.


    Die Nadelgalaxie NGC 4565 (10.4 mag) gehört wohl zu den schönsten „edge-ons“ des Nordhimmels (mit NGC 891): https://apod.nasa.gov/apod/ap120705.html. Sie befindet sich innerhalb des offenen Haufens Mel 111 (schön im Fernglas), der die Locken der Berenike repräsentiert.


    Südöstlich davon die ebenfalls sehr schöne „Blackeye“-Galaxie, M 64 (9.3 mag) mit dem „schwarzen Lidschatten“ (der Lidschatten ist ab 6 Zoll unter guten Bedingungen zu sehen): http://www.messier-objects.com/messier-64-black-eye-galaxy/


    Aber wenn ihr die zwei gesehen habt, müßt ihr unbedingt in den Virgo Haufen eintauchen. M 49, M 60 und M 87 befinden sich im Zentrum desselben; das Zentrum des Coma-Haufens mit schwächeren, weil, weiter entfernenten Galaxien befindet sich auf der Linie β - γ Com, näher bei ß, bei einem 7.2 mag hellen Stern, der genau auf der Linie liegt und deshalb (auf der Karte) schwer zu sehen ist. Ich habe NGC 4989, die Zentralgalaxie des Coma-Haufens mal eingezeichnet (11.5 mag), obwohl die Grenzgröße der Karte - wegen der Übersichtlichkeit - sonst bei 10.5 mag liegt.


    Doch zurück zum Virgo-Haufen: Einfach die Linie β Leo („hinterster“ Stern des Löwen) - ε Vir („Vindemiatrix“) mit dem Teleskop / Fernglasabfahren“. Ich habe ausschließlich die Messier-Objekte gekennzeichnet. Das heißt aber nicht, daß die NGCs nicht zu sehen wären: ... fahrt mal die „blaue“ Linie auf der Karte ab, ihr werdet „sehen und staunen“, was ihr alles seht (auch im Fernglas !).


    Zusätzlich zur minimal notwendigen Optik (und anderen Angaben) enthält untenstehende Tabelle die Flächenhelligkeit (nach dieser Formel (über den Durchmesser) gerechnet):



    • [Die allgemeinbekannte, andere Formel (über die Fläche) für die Flächenhelligkeit funktionniert bei Galaxien nicht; sie ergibt immer Resultate über 22, also dunkler als der - mit einem SQM gemessene - dunkelste Himmel, weil sie die (passive) „Beleuchtungsstärke“ errechnet (= mit welcher Beleuchtungsstärke wird eine Fläche von einer - externen - Lichtquelle beleuchtet ?; ... also wenn die „Erdlinge“ absolut keine Lichtquellen eingeschaltet haben, liegt die Be(!)leuchtungsstärke des Nachthimmels bei 22) und nicht die (aktive) Selbst-Leuchtkraft einer Lichtquelle, wie die einer Galaxie. (Einzige, plausibel erscheinende Ausnahme beim Ergebnis ist der Kugelsternhaufen M 53 = mit "blauer" Formel gerechnet). Ich hatte mir hier dazu mal den Kopf zerbrochen; siehe auch hier: http://www.joern-lenhardt.de/astro/flaechenhelligkeit.html
    • Ich bin deshalb bei „meiner“ Formel (die aber nicht „auf meinem Mist gewachsen“ ist) geblieben; sie braucht den Vergleich mit den Angaben des Saguaro Astronomy Clubs (SAC) nicht zu scheuen (siehe pdf am Ende des Beitrags hier: )].


    Der Stern 24 Com ist übrigens ein wunderschöner Doppelstern: https://bestdoubles.wordpress.com/tag/24-coma-berenice/.



    Karte 4: Der Virgo-Galaxienhaufen und ein mexikanischer Sonnenhut




    Hier habe ich mal die Grenzgröße für die Galaxien im Virgo-Haufen auf 11.5 mag erhöht, ... und schon fängt es an unübersichtlich zu werden. Das rot-gestrichelte Dreieck kennzeichnet die 3 Galaxien (M 49, M 60 undM 87) im Zentrum des Haufens. Ich denke, es ist müßig hier Links zu Bildern einzustellen.


    Die beiden Komponenten von γ Vir, auch „Porrima(„Weissagerin“) genannt, sind mit jeweils 3.5 mag exakt gleichhell. Er war deshalb früher, als noch ein Abstand von 1.5“ bestand, ein ganz harter Test-Doppelstern für die Auflösung. In 2005 hatte er aber nur noch 0.9“ Abstand (die Umlaufbahn-Kurve war am engsten Punkt), seitdem wird der Abstand wieder größer, aber dennoch: er ist wohl nur für 8-Zoll und größer als Teststern interessant.


    Und schließlich ist da noch M 104,die Sombrero Galaxie (9.0 mag) mit dem (auch in kleinen Teleskopen erkennbaren) schwarzen „Hutrand“. Es handelt sich um eine Galaxie, die trotz ihr perfekten, symmetrischen Form, nach neuen Erkenntnissen, aus 2 Galaxien besteht: http://www.jpl.nasa.gov/spaceimages/details.php?id=PIA07899. Am einfachsten ist sie über das Sternbild „Rabe“ zu finden (auf der übernächste Karte, die den Zugang besser darstellt). Aber man kann sich ja schon mal das „Dreieck“ merken, welches vom Raben auf die Galaxie M 104 verweist.


    Zur Mythologie des Sternbilds Jungfrau bei den Griechen kann man hier nachlesen (der Stern α Vir heißt auch „Korn-ähre“, hat also etwas mit Ackerbau und der Ernte zu tun): http://meinekleineastrowelt.bl…r-sternbilder-das_27.html, ... aber die Ursprünge stammen anscheined aus Mesopotamien = Irak (Gilgamesch-Epos, 2000 vor Christus). ... Doch da kenne ich mich nicht so aus.





    Karte 5: Ein Schäfchen im "Hinterhof" des Löwen



    Das Sternbild Löwe hat - südlich von M 65 und M 66 - so eine „Ausbuchtung“ (Enklave) nach Süden. Ich nenne das den „Hinterhof“ des Löwen: http://sternpate.de/sternbilder/loewe/. Aber dieser „Hinterhof“ ist (wohl auch wegen der Nähe der Jungfrau und den dortigen Galaxien), ein „No-Man’s-Land“.


    Obwohl da noch drei andere Galaxien sind, zeige ich die Gegend eigentlich nur wegen einer einzigen, der südlichsten: NGC 3521. Sie ist eine sogenannte „wollene“ Galaxie (= floculent“ galaxy = „very mottled“, wie die Amerikaner sagen), also ein „Schäfchen im Hinterhof des Löwen“, mit 11.0 mag. Sie wird auch „Bubble“ Galaxie gennannt: http://www.spacetelescope.org/images/potw1538a/


    Also wenn ihr mal bei M 65 / M 66 seit, könnt ihr ja mal noch ein bißchen südlicher gehen und versuchen sie zu finden.


    Man findet sie am besten, indem man die Linie α Sextanti -> β Sextanti (nicht auf der Karte; das Sternbild Sextans ist allerdings auch ziemlich unscheinbar; nur ein Stern ist heller als 5 mag) um ungefähr das 1,5 fache verlängert. Wenn man das macht, stößt man senkrecht zur Suchlinie auf 3 Sterne im Bereich 6.0 mag, genauer gesagt auf den mittleren, HD 95771. Die beiden anderen sind 61 und 62 Leo, wobei HD 95771 näher bei 62 Leo steht. Von 62 Leo findet man NGC 3521 sehr einfach. (Die anderen „blauen“ Linien auf der Karte dienen nur der generellen Orientierung, für den Fall, daß man auch die anderen Galaxien - alle heller als 11.5 mag - aufsuchen will).



    Karte 6: Wie der Becher zur Schlange kam und warum der Rabe nach ihr pickt



    Nach der griechischen Mythologie wurde der Rabe von Apollon ausgesandt, um Wasser in einer Schale zu holen. Doch der Rabe sah einen Feigenbaum und ließ sich die leckeren Früchte schmecken. Wegen des Zeitverlustes, flog er dann ohne Wasser direkt wieder zu Apollon. Er erklärte, die Wasserschlage sei Schuld, weil sie ihn angeblich nicht an die Quelle kommen lassen habe. Apollon erkannte aber, daß der Rabe log und bestrafte ihn, indem er ihn, zusammen mit dem Becher bei der Wasserschlange an den Himmel versetzte. Die Schlange verhindert nun für alle Ewigkeiten, dass der Rabe aus der Schale trinken kann. Deshalb sitzt der Rabe auf ihrem Rücken und pickt sie !


    Zunächst noch mal zu M 104 der Sombrero Galaxie. Hier sieht man besser, als auf der vorletzten Karte, wie man sie aufsuchen kann. Vor der Spitze des "Pfeil-Dreiecks", in Richtung auf M 104, befindet sich noch eine „Drei-Stern Konstellation“ („reinzoomen“).


    δ Corvi (2.9 mag) ist noch so ein Doppelstern mit hohem Farbkontrast (gelb / hellviolett; http://www.jouscout.com/astro/belmont/belmontd.htm), allerdings ist der Größenklassenunterschied, ganz ähnlich wie beim Polarstern, gewaltig, da der Begleiter nur 9.3 mag (Abstand 24“) hat.


    NGC 4038 / 4039, die „Antennengalaxien“, sind ein stark interagierendes Paar in Kollision, das auch mit einem„Embryo“ oder einer kleinen „Krabbe“ verglichen wird. Jeder hat das Bild wahrscheinlich schon mal gesehen: https://en.wikipedia.org/wiki/Antennae_Galaxies


    NGC 4105 /4106 sind ebenfalls ein interagierendes Paar. Wie die anderen Galaxien auf der Karte sind sie heller als11.5 mag.


    Der relativ große (1’ x 1.5’) planetarische Nebel NGC 4361 (10.3 mag) wurde von Stephen Coe visuell mit einem Fußball verglichen, weil er so dunkle und helle „Flecken“ hat: https://www.noao.edu/kpvc/observers/n4361.html. Der Zentralstern hat 12.0 mag.


    Ja und dann ist da noch der Kugelsternhaufen Messier 68 in der Wasserschlange (9.3 mag), einer der tiefststehendsten Objekte des Messier-Katalogs. Er hat einen Durchmesser von 12’. Bei guter Horizontsicht und Seeing kann ein 6-Zöller die Randbereiche auflösen.



    ***


    Voilà, das war's schon wieder !
    (Schreibt mir mal, ob und was Ihr so gesehen habt !)


    Liebe Grüße