Motorisierte Einarm-Barndoor mit korrigierter Geschwindigkeit

  • Hallo Bastelfreunde!


    Eine Einarm-Barndoor wird gern als Einstieg in die Astrofotografie verwendet. Leider ergibt sich im weiteren Nutzungsverlauf ein Problem. Wenn man einfach eine gerade Gewindestange (oder ruhig auch was präziseres) nimmt das von einem Motor konstant gedreht wird, und das obere Brett hat eine Mutter oder ähnliches als passendes Gegenstück dann stimmt die Winkelgeschwindigkeit mit der sich die Bretter öffnen nicht. Am Anfang passt es, aber später wird der Unterschied zwischen dem Winkel den man überstreichen will und dem der überstrichen wird immer größer. Der beliebte Ausweg ist eine Zweiarm-Barndoor (Ein Brett schiebt ein anderes) bei der der Fehler deutlich kleiner ist.

    Aber zurück zur Einarm-Barndoor...

    Ein Schrittmotor in Kombination mit einer passenden Ansteuerung und einem Mikrocontroller kann für konstante Drehzahlen sorgen, muß aber nicht. Im Prinzip ist jeder beliebige Verlauf der Drehzahl denkbar, es muß sich nur per Software im Mikrocontroller beschreiben lassen. Und da kam mir die Idee, daß man ja entweder per Trigonometrie jedesmal ausrechnen könnte was falsch läuft und es korrigiert oder (wahrscheinlich praxistauglicher) das einmal vorher ausrechnet, eine Tabelle mit Stützwerten erstellt und der Mikrocontroller basierend auf diesen Stützstellen die Korrekturen zur Laufzeit interpoliert. Das Ergebnis wäre einfacher zu bauen als eine Zweiarm-Barndoor und hätte die verbesserte Nachführeigenschaften.

    Eine gebogene Gewindestange wären nicht erforderlich, die stabile Dreiecksform bliebe erhalten.

    Das einzige Problem wäre daß man der Software irgendwie mitteilen muß wo der Start ist, aber da könnte ein Taster helfen der beim zusammenfahren automatisch (nicht)gedrückt wird.

    Bin ich der einzige der so verrückte Ideen hat?


    Klare Sicht

    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1200 Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton (2x) | Frisch gepflückt: 200/1200 Dobson


    https://astronomiefreunde-kn.de/

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  • Hallo Detlev,


    ich habe wirklich nicht tief darüber nachgedacht, ... aber gibt es keine "Gelenk"-Schrauben, mit denen man das Problem mit dem Winkel lösen könnte, [wenn das Gelenk in der Mitte der Schraube (bei voll geöffneten Winkel) sitzt] ?

    So was in der Art: https://www.halder.com/at/Prod…schrauben/Gelenkschrauben.

    (Ich weiß, das Gelenk müßte irgendwie mitdrehen).


    Gruß

  • Hallo Rudi,

    die ungleichmäßige Gewindesteigung der Schraube, das Taumeln bei falscher Zentrierung und die von dir erwähnte Befestigung kommen als Probleme ja noch oben drauf....

    Das Problem das mich hier umtreibt ist dass das (in Idealfall) konstante herausdrehen der Schraube eigentlich überhaupt nicht zu der Aufgabe passt

    das Brett mit der Kamera mit einer konstanten Winkelgeschwindigkeit zu schwenken. Einige Tüftler bauen sich deshalb einen Viertelbogen aus Gewindematerial und lassen darin ein Zahnrad mit Gewinde in der Mitte drin wie einen Mühlstein drehen während der Bogen dadurch rein/rauswandert. So entspricht die Gewindesteigung (im Idealfall) genau der Winkelbewegung.


    Glück im Unglück, für kleine Winkel von wenigen Grad passt das mit der geraden Stange so halbwegs. Aber wer eine längere Serie von Bildern macht stellt fest dass die ersten gut sind, nach hinten raus wird es aber immer schlimmer. Ich Kann mich noch an Berechnungen rund ums Pendel im 1.Semester erinnern, da galt rund um den Nulldurchgang auch sin(x) = x um die Rechnungen zu vereinfachen.

    Und wenn da schon ein kleiner Computer werkelt um die konstante Bewegung zu ermöglichen, dann könnte dieser statt konstanter Geschwindigkeit gleich eine sich regelmäßig ändernde Geschwindigkeit liefern aus der sich eine (relativ) konstante Winkelgeschwindigkeit ergeben würde.

    So zumindest die grobe Idee...


    Klare Sicht

    Detlev

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  • Hi Detlev,


    Re: "Mühlstein": Also meine Äquatorialplattform für den Dobson funktionniert tatsächlich nach diesem Prinzip. Da ist so ein ReibRollen-Aufsatz auf einer angetriebenen Schraube, mit Mini-Metallnoppen oder -spitzen drauf, so ähnlich wie der hier, aber noch rauher: https://shop.goped-scooter-tun…er-Go-ped-Sport-X-Ped-etc, der gegen eine sehr sauber (wohl naß) gebogene Holzlatte läuft (die Biegung zu bestimmen wird schwierig sein), auf der eine sehr dünne aber sehr harte, ebenfalls aufgeraute, Plastik-Auflage angebracht ist (sieht aus wie Linoleum, ist aber sehr hart; ich weiß das weil da eine kleine Ecke abgebrochen ist). Die gebogene Latte (und die Reibrolle) stehen auch noch schräg, also in einem Winkel verkippt (wohl weil die Stern-Bewegungsbögen, je nach Deklination verschieden sind). Wenn ich mal wieder im Schwarzwald bin, mach ich Dir gern ein Bild. (Wenn Du willst kann ich auch die Biegung ausmessen).


    Zusätzlich kann man noch die - konstante - Geschwindigkeit verändern. Läuft sehr gut, wenn man gut eingenordet hat (Kompaß + Magnetlinien-Abweichung reicht); Planeten bleiben ca. 1 1/2 Stunden sehr genau im Zentrum, dann muß man zurückstellen.


    Deine Idee mit der veränderlichen Geschwindigkeit geht sicher auch, aber das scheint mir echt komplex zu sein.


    Good luck !