Scheiner- oder Hartmannblende

  • Hallo,


    ich stelle die Frage im Anfängerforum, weil ich zum Thema Scharfstellen für eine Astroaufnahme auch einer bin:


    Ich las von einer einfachen Scharfstell-Hilfe die vor die Teleskopöffnung zu plazieren ist. Eine Scheiner- oder Hartmannblende besteht grob gesagt aus 2 bis n Löcher in einer Abdeckung vor der Öffnung, die im nicht fokussierten Zustand (heller Stern vorausgesetzt) 2 bis n Bilder erzeugt. Im idealen Fokus erscheint dann nur eine Abbildung des Sterns.

    Im Netz gibt es viele Beispiele an Muster (immer in Konkurenz zur Bahtinov Maske). Nun möchte ich mir eine solche Blende für meine 16 Zoll Dobson selbst herstellen und bevor ich zur Schere greife, obsiegt meine Neugierde, ob ihr Erfahrungen zum Muster und zur Dimensionierung der Löcher habt? Welches Muster lässt sich gut handhaben?


    Andernfalls bleibt mir nur die Probe...


    Viele Grüße


    Thomas

  • Hallo Thomas,

    ich bin auch auch ein Astrofotografie-Anfänger. Mit einer Bathinov-Maske gelang es mir gut eine Webcam an meinem damaligen 4,5" Newton in den Fokus zu bringen. Seit einigen Monaten habe ich eine DSLR, aber noch ohne Fokussierhilfe. Ich habe irgendwo gelesen daß man gar nicht soviel Aufwand beim Basteln treiben muß. Wenn der Stern zum Scharfstellen hell ist passt auch eine Y-förmige Maske, die soll ähnlich viele Spikes machen wie eine Bathinov-Maske. Ein Y aus Pappe, das klingt machbar...

    Für Bathinov-Masken gibt es im Netz Generatoren, aber inzwischen gibt es Erfahrungen mit den Masken die zeigen daß jede Maske funktioniert, die exakt berechnete besser als die anderen aber wirklich unbrauchbar ist keine. Deshalb hat es jemand mit dem Y aus drei Streifen probiert und es ging auch.

    Ich habe damals die Maske generieren lassen, ausgedruckt und laminiert. Danach alles weiße mit einem Cuttermesser entfernt. Leider trennte sich die Laminatfolie vom Papier, ich würde beim nächsten Versuch das Papier vorher mit Kleber präparieren.

    Klare Sicht

    Detlev


    Nachtrag: Hier mal ein Link zum Vergleich:

    https://stargazerslounge.com/t…-made-bahtinov-vs-y-mask/

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 70/350 Meade ETX-70
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton (2x)

    https://astronomiefreunde-kn.de/

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  • Hallo Detlev,


    Danke für den Link. Ich fange mal an zu basteln ... Meine Frau hat noch Fotokarton und da bediene ich mich :)

    In nehme mal zwei diametrale Löcher mit je 1/4 Öffnungsdurchmesser und berichte.


    Thomas

  • Hallo Thomas,


    ich war gerade mit meiner Canon EOS 1000D und einem 200mm Objektiv draußen. Aus 4-5mm breitem schwarzen Fotokarton habe ich mir ein Y gebaut das ich bei 200mm vor das Objektiv klebte (Tesafilm seitlich, die Linse blieb natürlich heile). Leider ist bei mir der Fokuspunkt für Sterne genau am Ende des Verstellbereichs, ich kann nur 2 der 3 interessanten Positionen ausprobieren

    Die Ergebnisse sind unerwartet.

    Mit 5 Sekunden Belichtungszeit und ISO1600 sieht das im Fokus so aus:

    Außerhalb des Fokus sind die Spikes weg und der Schatten der Maske erscheint:



    Gruß

    Detlev

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  • Hallo Detlev,


    ja super, das probiere ich auch. Die Scheinerblende mit 2 Löcher hat bei mir nicht viel genutzt. Dazu war das Bild am Monitor/Display aufgrund der Luftunruhe zu nervös. Durch das Okular hat man das Doppelbild eines Sternes gut gesehen. Aber visuell erkennt man auch ohne Hilfe den Schärfepunkt recht gut. Und schließlich hat mich das überfordert: den Dobson schubsen, scharfstellen, ... Das Y könnte hier genauere Hinweise auf die Schärfe liefern.

    Am Dobson Bilder zu machen (Zweckentfremdung) muss ich noch üben;) . Da erwacht der Wunsch nach einer EQ-Plattform.

    Thomas

  • Hallo Thomas,

    du könntest eine dicke Schnur oder Schnürsenkel nehmen die von einem umlaufenden Gummiband gehalten werden. So könntest du auch noch mit den Winkeln herumspielen. Die beiden Ärmchen von meinem "Y" waren ziemlich genau im rechten Winkel zueinander, der dritte Streifen genau dazwischen, auf der anderen Hälfte der Linse. Ich frage mich ob es was bringen würde einen "Mercedesstern" aus Pappe zu verwenden, also 3 x je 120°. Naja, beim nächsten mal...


    klare Sicht

    Detlev



    Nachtrag: Heute leider kein Foto von meiner Seite...

    Da braut sich ganz schön was zusammen am Himmel...naja, die Erde kann einen kräftigen Guss vertragen.

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  • Hallo Thomas,


    hier hat ein Astrofotograf aus Ungarn verschiedene Masken verglichen um die einfache aber deshalb nicht weniger interessante Frage zu beantworten:

    "Wie viel daneben darf es maximal sein und kann man diese (kleine) Abweichung mit der jeweiligen Maske überhaupt sicher erkennen?"

    In seinem Fall sind es 12 Mikrometer die tolerierbar sind.

    Da sind Masken dabei deren Namen ich dort zum ersten mal las: "Carey mask" und "perpendicular mask" - nie gehört!

    Eine "Y mask" ist leider nicht mit im Test

    Sein Urteil: Für Astrofotografie ist die Bahtinov-Maske (Uuups, hab den Namen den ganzen Thread hindurch falsch geschrieben. Peinlich...) am besten geeignet.

    Er hat die Muster mit einem Simulator berechnet. "Live", mit mäßigem Himmel usw. dürfte es noch einmal ein Stück schieriger sein exakt zu fokussieren.

    Die Frage ob die eigene Teleskopmechanik eine so feinfühlige Justierung überhaupt zulässt muß sich jeder selber beantworten, und die Temperaturausdehnung ist ja damit nicht abgeschaltet...



    Grüße

    Detlev

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  • Hallo Detlev,

    das ist ein wertvoller Link. Sieht tatsächlich so aus, als dass die Bahtinov Maske eine Vorteil mit der Beugung in drei Richtungen hat. Die Erfahrung zur Hartmannblende (Scheinerblende) teile ich.

    Bei Lust und Laune bastle ich eben wieder...

    Viele Grüße

    Thomas