Lichtverschmutzung - Klage gegen Gemeinde gewonnen

  • Hallo Rudi,


    das vermeiden wollen von Präzedenzfällen erzeugt manchmal Präzedenzfälle. Hoffentlich können die Leute nach dem Umbau wieder durchschlafen.

    Astronomisch gesehen bringt es wahrscheinlich wenig bis gar nichts zwei Laternen zu verändern, der Lichtteppich wird dadurch nur unmerklich weniger.

    Wir haben zwar eine "alte" gelbe Laterne vor dem Haus, trotzdem ist da ohne geschlossene Rollos nicht an Schlaf zu denken.


    Grüße an alle gut ausgeleuchteten Teleskopbesitzer

    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 70/350 Meade ETX-70
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton (2x)

    https://astronomiefreunde-kn.de/

  • Hi Detlev,


    dennoch: ein Präzedenzfall ist ein Präzedenzfall. Und dann wird da eine Klagewelle draus. Wie beim Diesel.


    Ich weiß nicht genau, wie lange es Menschen gibt. Habe 4 Millionen Jahre in Erinnerung. Der Mond hat ihnen über 99% dieser Zeit als Nachtbeleuchtung ausgereicht.


    Ich versteh nicht, warum auf einmal die Lampen immer heller und heller werden müssen. (Auch die LEDs in den Autos, denkt man denn nicht an den fahrer auf der gegenfahrbahn ?) Was kommt nach den weißen / blauen LEDs. Zwei meiner Nachbarn haben jetzt zur Beleuchtung des Weges zum Hauseingang inzwischen so Strahler, wie man sie rund um Gefängnisse verwendet, damit die Gefangenen nicht ausbüchsen. Allerdings mit Bewegungsmelder, d.h. sie gehen wieder aus. Die leuchten, wegen des Ausleuchtungsfeldes, auch dann wenn sie auf den Boden gerichtet sind, die ganze Strasse aus und gehen jedesmal an und aus, wenn ein Auto vorbeifâhrt. Als ich sie darauf angesprochen habe, sagte eine Dame, sie habe Angst, weil abends immer Leute an Ihre Tür klopfen würden.


    Ich denke, das ist der Hauptgrund für den Beleuchtungswahnsinn der Gemeinden. ... Angst (der Bürger und der Beamten).


    Vielleicht sollten die Leute mal Carl Gustav Jung lesen. Auch vor 4 Millionen Jahren hatten die Menschen manchmal Angst. Da hat man früher ein paar Mal tief durchgeatmet, ... und gut war's.


    So kann das jedenfalls nicht weitergehen, mit dem Sicherheitswahn


    Statistisch gesehen finden die meisten Einbrüche sowieso nachmittags zwsichen 15 Uhr und 16 Uhr statt, oder sonst, wenn die Leute sonst beim Einkaufen sind.


    Gruß

    Rudi
    ----
    "good, fast, cheap, ... choose any two"

    (mit "fast" meine ich das Öffnungsverhältnis)

  • Hallo Rudi,


    die wachsende Anzahl von sinnlosen LED-Spots im Garten dürfte unter anderem am Preis liegen.

    Ich habe im Garten einen schaltbaren 10Watt LED-Strahler, der hat vor Jahren gerade mal 20 Euro gekostet. Für 5 Euro mehr gibt es den heute mit Bewegungsmelder. Mir reicht diese Lampe um Abends mit dem Gemüseabfall in der Hand den Weg zum Komposter zu finden. Andere haben höhere Ansprüche...

    LED-Beleuchtung verbraucht so furchtbar wenig, da kann jeder seine Allmachtsbeleuchtungsphantasien ausleben und sich trotzdem noch als Energiesparer fühlen.

    Ergebnis: Gefühlt ist jedes freistehende Einfamilienhaus nachts beleuchtet wie eine Kathedrale oder ein Flughafen, und jede Lampe lieber zu hell als zu dunkel, das andere Farbspektrum trägt auch dazu bei.

    Du hast Recht, Diebe wird es nicht verscheuchen. Bei unseren Nachbaren waren sie werktags zwischen 13 und 14 Uhr.


    Brauchen wir eine Lichtsteuer, mit €/Lux?

    Aber das würde doch die ganzen schönen Arbeitsplätze gefährden, und man kann doch niemandem auf seinem eigenen Grund vorschreiben was für Lampen er/sie benutzt, und überhaupt, dunkle Wege müssen ausgeleuchtet werden...
    Komisch, die Ablösung der Glühlampe geht doch auch ohne Bürgerkrieg, und wenn man das physikalisch angeht ist abgesehen vom sichtbaren Spektum jeder technisch genutzte elektromagnetische Frequenzbereich in seiner Nutzung reglementiert, einfach um den Frieden mit den anderen Nutzern dieses Frequenzbandes zu sichern. Bei sichtbarem Licht ist jeder von uns ein Nutzer, Sender oder Empfänger aber es gibt nahezu keine Reglementierung. Am besten wäre natürlich die weitere Verbreitung der eigenen Einsicht daß einem die Nacht nicht alleine gehört, aber das wird ein Traum bleiben, da bin ich mir sicher.

    New York's Leitspruch "The City that never sleeps" ist für uns nichts verachtenswertes sondern etwas positives. Würde wirklich jede Stadt diese Parole ausleben, optische Astronomie würde aus dem Leben verschwinden, ebenso wie sämtliche nachtaktiven Lebewesen. Nur ein, zwei Generationen später würde niemand etwas vermissen, so wie heute schon niemand mehr der kein Hobbyastronom ist das Band der Milchstraße am Himmel vermisst. Mein letztes Glühwürmchen habe ich vor 30 Jahren gesehen....


    nachdenkliche Grüße,

    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 70/350 Meade ETX-70
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