Zwei f/9 Achromaten

  • Hallo Rudi,


    Du hast ja einen richtigen Optikbasteldrang! Herzlichen Glückwunsch nun zum Astifreien Objektiv!


    Wenn die Sterne so scharf und schön sind, weswegen dann nochmal ran? Mein erster Spiegel war falsch korrigiert (unterkorrigiert); ich hatte dann das Problem, dass ich gar keine klare Schärfe im Fokus bekam. Erst als ich diesen Spiegel abblendete war die Schärfe brauchbar und somit bewiesen, dass die Korrektur fehlerhaft war (er ging an den Hersteller zurück).


    Also, wenn die Sterne nicht fransig sind und Beugungsringe zeigen... lass es so. Die Vergrößerungsleistung ist ja eh schon perfekt! Könnte das Fransenproblem auch mit dem Seeing (evtl. auch im Tubus) zu tun haben?


    Viel Spaß mit dem Neuen Scope!


    Thomas

  • Hallo Thomas


    danke fürDeinen freundlichen Kommentar.


    Aber ich muß leider noch mal ran, an das Objektiv.

    Ich habe mich nämlich bei der Abschätzung der Dicke der Alufolie um eine Zehnerpotenz geirrt. Ich bin von 0.1 - 0.5 mm ausgegangen, aber die Alufolie hat 0.01 - 0.05 mm.


    Hier, bei wikipedia steht:


    "Die im Haushalt verwendete Aluminiumfolie ist meist 10 bis 15 µm dünn [also: 0,01 bis 0,015 mm] und wird in der Regel auf 30 cm oder 50 cm (Gastronomie) breiten Rollen in unterschiedlicher Länge verkauft".


    Deshalb (!) ist der Stern intrafokal - nahe am Fokus - noch ausgefranst. Wolfgang schrieb ja weiter oben (in dem Link) von 0.3 bis 0.5 mm.

    (Aber dies Zehnerpotenz scheint auch anderen Schwiergkeiten zumachen; siehe z.B. hier: https://www.cloudynights.com/t…atic-lens-centeringagain/

    Ich denke da hilft nur ausprobieren ("trial and error"), ... ... wenn man - wie ich - nicht die entsprechenden Meßgeräte hat.


    Der beste Abstand bei meinem alten, urprünglich unterkorrigierten, Objektiv (wo ich also - im Gegensatz zum neuen Objektiv - die Linsen näher zusammenbringen mußte) war übrigens eine bis zwei Alufolien-Dicken (ich mußte ja über die unterschiedliche Dicke der Abstandsplättchen den Keilfehler ausgleichen). Also 0,015 bis 0,030 mm (plus die Dicke des Klebstoffes).


    Bei dem neuen überkorrigierten Objektiv (wo ich den Abstand erhöhen muß) kenne ich natürlich die Dicke des Abstandsringes nicht, der ja auch drin geblieben ist, zusätzlich zur Alufolie). Aber dieser ist sehr dünn (im Verhältnis zu den schwarzen Abstandsringen, die ich bisher gesehen hatte).


    Hinsichtlich des idealen Abstandes scheint es also wirklich große Unterschiede zwischen den Achromaten zu geben (siehe auch den Cloudyights-Link). Das kann eigentlich nur an unterschiedlichen Krümmungsradien liegen (für Objektive des exakt gleichen Durchmessers - hier bei beiden Objektiven 102 mm - und fast identischer Brennweite f/9 gegen f/8,8). ... Oder ?


    Werde berichten.


    Gruß

  • Hallo Rudi,

    wenn man deine Zeilen liest spürt man Deinen Tatendrang, gespannt wie eine Feder!

    Wenn du die Alufolie 5x aufrollst und dann platt drückst liegen 10 Lagen übereinander, also eine Zehnerpotenz mehr.

    Es gibt auch Elektroniklötzinn mit 0,3 oder 0,5 mm Stärke, das könntest du ggf. auch nach Bedarf platt klopfen.

    Man muß keine 1kg-Rolle kaufen, das gibt es auch als "Briefchen" auf ein Stückchen Karton gewickelt.


    Viel Erfolg wünscht

    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1200 Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton (2x)


    https://astronomiefreunde-kn.de/

  • Hallo Rudi,


    ob es wirklich an den Krümmungsradien liegt? Hätte ich die Aufgabe solche Linsen zu erstellen würde ich zunächst Mehrfachträger wählen. Soll bedeuten, dass diese Linsen nicht in Einzelpolitur hergestellt werden, sondern auf einem Träger mit mehreren Linsen (Vermutung). Der Radius einer Einzellinse ist eher zu flach um alleine hergestellt zu werden. Auf einem Mehrfachträger ist das Problem des falschen Radius' aber eher gering. Wie so etwas aussieht: https://www.fotointern.ch/wp-u…n-Linsen-polieren-750.jpg

    Bei Einzellinsenpolitur hat man das Problem mit den Rändern und der Mitte (abfallend, Spitze). Mit dem Radius hat der Feinoptiker kein Problem, dazu stehen ihm viele Messmöglichkeiten zur Verfügung. Eventuell ist das Objektiv bewußt so ausgelegt, dass es bestimmte Wellenlängen exakt abbildet. Ob Intra oder Extrafokal - der Schärfeeindruck im Fokus ist ja letztlich entscheidend. Es ist auch nicht jedes Auge gleich empfindlich! Frag doch mal den Hersteller "Wollensak" direkt. Öfters als gedacht bekommt man auch eine brauchbare Antwort.


    Ich bin echt gespannt was Du herausfindest!

    Viele Grüße


    Thomas

  • Hallo Detlev,


    also ich habe jetzt mal "mis le pacquet", wie man auf Französisch sagt (+/- "ein Paket draufgelegt"). Dazu gleich.


    Hallo Thomas,


    das Bild wie die Linsen hersgestellt werden ist ja super. Wo hast Du das den gefunden ! ich bin immer wieder über Deine profunden Optikkenntnisse erstaunt; machst Du das beruflich ? Oder bist Du sonst irgendwie aus dem Umkreis der Optiker ?


    ---


    Also ich habe mich gestern abend daran erinnert, daß ich im Keller noch irgendwo so ein "Fühlerlehre" (heißt das so ?) herumliegen haben müßte. Nach intensiver Suche habe ich sie gefunden. ... ... Mußte erst mal den angeflogenen Rost vermittels "Schmirgeln" entfernen und ein bißchen Kriechöl draufmachen:



    Keine Ahnung, wann ich das Ding gekauft habe, aber es ist lange her. Es ist noch aus der Zeit vor China, denn ganz rechts steht "Spain", ... wurde also in Europa hergestellt.


    Voilà, dann habe ich heute morgen das neue Objektiv noch mal aufgemacht, die Alufolien-Abstandsplättchen, bzw den Kleber (mit dem Fingernagel, habt Ihr 'ne bessere Idee ?) abgekratzt und die Klebestellen (und die ganze Linse) mit Brillen-Reinigungsspray wieder blitzeblank gemacht.


    Dann habe ich den Abstandsring von dem alten Objektiv hervorgekramt, ein dicker schwarzer. (Ich trage mich, was für ein Material das ist: sieht aus wie Karton ist aber sehr, sehr hart). Ich wollte den zwischen die Linsen setzten, weil ich davon ausging, daß der ungefähr 0,2 mm Dicke hatte (siehe Cloudynights-Link betreffend Syntha-Refrakoren weiter oben).


    Aber dann habe ich die zwei Abstandsringe, hinsichtlich ihrer Dicke, mal fotographisch verglichen. Ich hoffe Ihr könnt es erkennen (gegebenfalls in das Bild reinzoomen, unten rechts auf die Lupe, dann auf das Viereck mit dem Pfeil nach rechts oben klicken): oben ist der transparente dünne Abstandsring des neuen Objektivs und unten der der schwarze des alten Objektivs.



    ... Und da kam mir jetzt irgendwas wirklich "Spanisch " vor !


    Also habe ich mal die spanische Fühlerlehre genommen und die Dicke des schwarzen Rings gemessen:



    Ich kann mich irren, aber ich sehe da 1,45 mm, ... ... ... also nochmals ein Zehnerpotenz höher als mein Irrtum von gestern ! ??


    ---


    Aber egal, ich zieh das jetzt durch. Also habe ich den alten Abstandsring zwischen die neuen Linsen gelegt:



    Leider ist der Abstandsring ein klein bißchen größer als der Linsenrand der alten Linsen, sodaß ich nicht fühlen konnte, wie die die beiuden Linsen des Achromaten in die richtige Zentrierposition "einschnappen". [In dem Cloudynights-Link oben ist erklärt, daß die modernen Linsenschleifer das schleifen so gut können, daß die Linsen von alleine in die beste Position "snap-in". (Ich habe das übrigens heute morgen auch mal probiert, weil ich, nachdem ich - nach dem Reinigen der Linsen - nicht mehr wußte, wie herum die obere, doppel-konvexe, in die untere, konkav-(sehr schwach)konvexe Linse (konkav = "man kann Kaffee hineinschütten") hineingehört. Aber das kann man ganz einfach testen: man legt die Linsen aufeinander (ohne Abstandsplättchen, also nicht verdrehen (!), weil das kleinste Stäubchen zwsichen den Linsen beim Drehen zu kreisausschnittsförmigen Kratzern führen kann) und die richtige Seite "saugt sich" an der unteren Linse fest (die andere Seite wackelt auf der konkaven Auflage der unteren Linse).


    Der Abstandsring ist aus so harten und sprödem Material, daß ich mich nicht getraute, den mit der Nagelschere rundum zu reduzieren. Also habe ich die zwei Linsen mit eine Streifen Tesafilm rundum fixiert. Ist ja auch egal, wenn sie nicht 100% "snap in" in sind, was die Zentrierung anbelangt, ... denn ich bin überzeugt, die 1.45 mm sind viel zu viel (und ich muß da - nach dem Sterntest heute abend - noch mal ran ).


    Schließlich habe ich mit dem Cheshire (Blick von vorne durch ein 100% zentrisches, nadelgroßes Loch im Objektivdeckel, bei eingebautem Objektiv) nochmals die Position des OAZ kontrolliert (hier ein Bild für die, die noch nicht gesehen haben, wie es aussieht, wenn man "falsch herum" in den Cheshire schaut, ganz außen der Rand des OAZ):



    Heute mittag werde ich dann nochmal "ungefähr" das Objektiv justieren (Blick von hinten in den Cheshire), um die "Donuts mehr oder weniger übereinanderzulegen" (die Donuts sind durch den 45° Winkel im Cheshire eingespiegeltes, von hinten auf das - abgedeckte (!!!) - Objektiv geworfenes Sonnenlicht) :



    [Das Bild stammt von der "stern-freund"-Internetseite von Frank und Peter Ziegenhein: http://www.stern-freund.de/index.php?id=67. Weil es mir nicht gelungen ist, mit dem Handy die "Donuts" durch das kleine Loch des Cheshire zu fotographieren, habe ich - im Interesser der Darstellung im Zusammenhang- das Foto von deren Internetseite "geklaut" . Im Impressum der Internetseite steht, daß man das darf: "Auf nicht kommerziellen Seiten können Kopien unter Quellenangabe verwendet werden"].


    ---


    Ich lege die Donuts nur "mehr oder weniger" übereinander, weil ich überzeugt bin, daß das Objektiv mit dem dicken Abstandsring jetzt total unterkorrigiert sein wird !


    Dann bis heute abend, nach dem Sterntest ! (Aber "Spanisch" kommt mir das ganze mit den Abständen im Hundertstel-, Zehntel- , und/oder Millimeter- Bereich immer noch vor).

  • Hallo Rudi,


    siehe "über mich": https://astro-foren.de/wcf/index.php?user/3321-tgd16/#about


    Schade, dass man gerade Deine Bilder nicht sehen kann. Ich bin gespannt was Du berichtest. Hoffentlich sind Deine Linsen in der korrekten Lage. Hier noch - sofern es nicht nervt - ein bisschen Linsenvokabular:


    Es gibt:


    Plankonvexe und Plankonkave Linsen - eine Seite ist Plan und die andere Seite ist bauchig (konvex) oder "kaffeeaufnahmebereit" (konkav) :thumbsup:


    Der zweite Teil des Wortes gibt in der Regel die Wirkung der Linse an: konvex = sammelnd; konkav = zerstreuend


    Darüber hinaus gibt es natürlich Bikonvexe und Bikonkave, wobei die Radien oft unterschiedlich sind. Hier die Einbaurichtung beachten!


    Die Natur der Linsen hat auch Konkavkonvexe und Konvexkonkave hervorgebracht. Erste sammelnd, zweite zertreuend. Der kleinere Radius bestimmt die Wirkung der Linse.


    Das sind die sphärischen Linsen, hinzu kommen die asphärischen Typen - wobei diese im Fernrohrbau bislang noch nicht vorkommen (zumindest habe ich noch nichts davon gehört/gelesen). Im Objektivbau findet man die Asphären schon länger.


    Zum Studium der Eigenschaften einer Optik sind auch immer Schnittweiten-Graphen der Optikrechner interessant (Beispiel Takahashi): http://takahashi-europe.com/en/SKY-90.optics.php


    Glasklare Grüße


    Thomas

  • Danke Thomas,


    und vielen Dank; bei Optik Wissen bin ich gerne "Nehmer". Die Materie hat mich schon in der Oberstufe beim Physikunterricht fasziniert, als unser Lehrer (es war die 68er Zeit) sich im Physikunterricht eine Zigarette anzündete, um die Regenbogenstrahlen des durch eine Prisma laufenden Lichts - im Rauch - vor dem Auftreffen auf den Schirm zu zeigen.

    Die Rubrik "über mich" hatte ich total vergessen, sorry !


    Zum Sterntest:


    Also das Ergebnis hat mich dann doch einigermaßen überrascht: trotz Wellenlängen des sichtbaren Lichts im 400 bis 750 Nanometer-Bereich (Millionstel-Millimeter, nicht -Meter), also 0,4 bis 0,75 μm (Tausendstel mm), kann man den Abstand im vollen mm-Bereich (also 1000 Mal höher) verändern, ohne daß sich am Bild am Himmel drastisch was ändert. Es ist keinesfalls so, daß sas Bild jetzt eine klare und deutliche Unterkorrektur zeigt, da müßte ich wohl den Abstand noch größer machen ! Ganz nahe am Fokus erscheinen die Ringe des außerfokalen Bildes sogar immer noch (!) heller (= immer noch leichte überkorrektur ???).


    (1) Intra-/extrafokale Identität der Sternscheibchen (getestet an Sirius):


    • die Gleichheit der Scheibchen scheint jetzt - auf den ersten Blick - noch besser zu sein; allerdings sehe jetzt auf beiden Seiten leichte "Ausgefranstheit" am äußeren Ring, aber nicht mehr so stark wie vorher intrafokal; dafür jetzt auch extrafokal;
    • etwas weiter weg vom Fokus sind die Ringe (innerhalb des Sternscheibchens, ich rede nicht von dem/den Beugungsringen) aber deutlich schlechter zu sehen (verschwommener), man könnte meinen, sie seien jetzt auch im inneren des Scheibchens ausgefranst;
    • Rot und Blau scheinen jetzt zusammen (und genau gegenüber Grün) zu liegen, was ja beim Achromaten normal sein sollte, siehe: http://rohr.aiax.de/FH-Achromat.jpg. Das ist besonders sichtbar intrafokal am äußersten, jetzt blauroten Ring des Sternscheibchen und extrafokal am leuchtenden, jetzt blaurot "verschmierten", Punkt im Zentrum, wogegen vorher ein (bordeaux)Roter Ring (getrennt vom Blauvioletten extrafokalen Zentrum) zwischen den gelben Ringen lag.
    • Grün hat jetzt noch eine andere Farbnuance, die zwischen Blaugrün und Limonengelbgrün liegt, aber eher bei letzterer Nuance und nicht mehr so "leuchtend"-Grün, wie ich es mit dem dünnnen Abstandsring und den Alufolien-Plättchen (bei schlechterer Abbildung intrafokal) gesehen habe;
    • Die auffälligste und wohl wichtigste Veränderung: im Fokus scheint der Stern jetzt "aufgeblähter" (größer im Durchmesser) zu sein (nicht so nadelfein, wie er bei vorherigen Betrachtungen war, ... aber Sirius steht tief und das Seeing war heute abend auch deutlich schlechter als vor ein paar Tagen);


    (2) Schärfe


    Dennoch: am Trapez im Orion kann ich immer noch (mit 30-fach) alle Sterne (auch den den schwächeren vierten) klar getrennt sehen und die Plejaden sind sind immer noch sehr schön (wie gesagt, die Sterne vielleicht nicht so nadelfein).


    ---


    ==> So what ?


    Ist es - VISUELL (!) - wirklich so wichtig, ob das Objektiv auf rot oder grün oder blau optimiert ist ?


    Keine Ahnung ! Ich muß erstmal drüber schlafen. ... ... ...


    Aber es scheint mir jetzt, nach dem ersten Eindruck, eher unwichtig.

    Das stellt aber die Theorie in Frage, daß das Sternscheibchen intra- und extrafokal ungefähr gleich aussehen muß (siehe Binoviewer-Link, weiter oben).

    Jedenfalls scheint mir dieser Gesichtspunkt nicht prioritär.

    Wichtiger scheint mir eine nadelfeine Abbildung des Sterns im Fokus (also "Schärfe"; ... Danke Thomas)


    Ich werde wohl irgendwie ein Lösung zwischen den beiden getesteten Linsen-Abständen suchen (vielleicht teste ich jetzt mal 0,5 mm), wo:


    (a) die Sternscheibchen immer noch gleich aussehen (intra- und extrafokal), und

    (b) die Ringe in den Sternscheibchen noch deutlich ausgeprägt und nicht so verschwommen sind, wie im letzten Experiment mit dem dicken Abstandsring, und

    (c) Blau und Rot möglichst zusammenliegen, und

    (d) der Stern im Fokus wirklich nadelfein ist.


    Hört sich aber an, wie die "eierlegende Wollmilchsau", nee ?


    [Den Test mit dem Ronchi-Gitter hatte ich vergessen; und auf den Mond zu warten, um auch dort die Schärfe zu testen, hatte ich keine Lust mehr].


    Kommentare sind gerne willkommen !


    Gruß

  • Hallo Rudi,


    Dein Bild mit der Fühlerlehre ist ein Bild mit einem Messschieber (das ist der aktuelle Begriff). Ich lese auch 1,4mm ab. 1,45 ist eher akademisch bei einem solchen Messgerät. Da gibt es Messfehler im 1/100 Bereich zu hauf...


    Wenn Du Deinen Refraktor vor allem visuell benutzt, schau in erster Linie auf eine nadelfeine Abbildung der Sterne.


    Zu den Wellenlängen: Es ist schon wichtig wie eine Achromat optimiert ist. Das hängt u.U. mit der Empfindlichkeit des menschlichen Auges zusammen. Siehe auch : https://de.wikipedia.org/wiki/V-Lambda-Kurve


    Das Ganze verkompliziert sich noch, da im Gegensatz zu einem Spiegelteleskop, bei einem Refraktor es zwei Arten der Abberation gibt. Über die chromatische Abberation reden wir gerade. Die sphärische Abberation aber ist (aus meiner Sicht) nur schwer mit den Linsenabständen zu korrigieren. Bei einem Spiegel, das ist das Schöne dabei, brauchst Du Dir um die chromatische Abberation keine Gedanken zu machen.


    Meine Meinung ist: Hauptsache Du siehst keinen Astigmatismus (ob nun von Zonenfehler oder Verkippung) und Du hast in der Schärfeebene ein Bild das Dich glücklich macht!


    Viele Grüße, ich schau jetzt mal nach den Sternen, denn es scheint schön klar zu sein!


    Thomas

  • Hallo Thomas,


    danke für Deine Hinweise.


    Deinen letzten Satz respektiere ich gerne: Ich komme gerade von draußen, es ist 22.00 Uhr und man kann ja im Moment schon ab 19.00 Uhr beobachten.


    Was die sphärische Aberration angeht, so tut es mir leid, daß wir ein Mißverständnis hatten: mir ging es - ehrlich gesagt - die ganze Zeit und von Anfang an ausschließlich um die sphärische Aberration. Ich war der Meinung, das könne man auch schon ein bißchen am Titel des Threads ablesen. Es geht ja um zwei wirklich sehr ähnliche Achromaten. Und deren longitudinale Farbabweichungen zu vergleichen scheint mir ziemlich müßig.


    Nee mir ging es wirklich darum, ob das neue Objektiv auf blau oder grün (was ist visuell besser) oder rot (fotographisch) optimiert ist. Das Thema interessiert mich seit langem, ich habe 2016 schon mal was dazu geschrieben (als ich diesbezüglich noch deutlich ahnungsloser war): Zur Abgrenzung von Tag-, Dämmerungs- und Nacht-Sehen bei der astronomischen Beobachtung


    Also es wäre toll, wenn Du trotzdem noch weiter mitdiskutieren würdest, ... aber Du mußt nicht ;).


    Gruß

  • Hallo Rudi,


    uups, da habe ich wohl Wasser in den Rhein getragen...sorry, ich wollte nicht "besserwisserisch" erscheinen.


    Ich bin bislang immer von Überlagerungen der verschiedenen Abberationen ausgegangen.:/

    Schlägt sich nicht alles (chromatische und sphärische Aberration, Koma, Astigmatismus und immer wieder die Zentrierfehler) in der Grenzauflösung der Optik nieder? Alle Abbildungsfehler führen zu einer Unschärfe im Fokus, mit Farbe, ohne Farbe, überlagert, verzerrt...

    Vielleicht ist der ultimative Test eines Fernrohres ja doch der Test an sehr engen Doppelsternen (immer im Vergleich zu dem aktuellen Seeing/ Transparenz der Atmosphäre)? Ich glaube, dass ich an dieser Stelle tatsächlich keine sachdienlichen Hinweise mehr geben kann.


    Ich kämpfe da in der Praxis (Standort Dorf) im Moment mit den LED Straßenlampen und muss mal in einem separaten Thread fragen, ob es nicht spezielle Filter gibt, welche dieses Spektrum sperren. Ich hörte von "Hutech LPS"...


    Mein parallaktisch montiertes Rohr steht im Moment gen Norden, heute war M52 dran, mal sehen, morgen vielleicht NGC 6939 und 6946, wobei ich letzteren visuell bislang noch nicht erwischte- beide stehen ja im Moment recht tief.


    Wünsche eine Gute Nacht!


    Thomas

  • Hallo Thomas,


    Du hast Recht: die Lichtverschmutzung macht alles kaputt, und meine obigen Überlegungen zur Sphärochromasie sinnlos. Insofern bin ich ein reiner Theoretiker, (obwohl ich am echten Stern und nicht mit komplizierten, teuren Apparaturen im Trockenen und Warmen teste).


    Allerdings: gerade gibt es wieder einen neuen (kommerziellen) Beitrag von M. Ludes zu dem Thema: https://forum.astronomie.de/th…r-perfektionisten.270844/


    Ich wollte wirklich keinesfalls Deine immer (!) sehr konstruktiven Beiträge in Frage stellen; ... hatte aber gestern abend irgendwie den Eindruck, Du hättest keine Lust mehr ! ... Vielleicht war es ja auch die Luftverschmutzung ?


    Also ich weiß nicht, wie gut Dein Himmel ist, aber der Kepheus steht gerade so tief, tiefer geht kaum. Und das sehr schöne Doppelobjekt NGC 6939 und 6946 steht auch noch an der unteren Seite des Kepheus, Richtung Nordhorizont, (22° hoch ?). Da hast Du Dir aber wirklich eine harte Nuß rausgesucht, wenn der Himmel nicht perfekt ist. Und mir schien der gestern nicht perfekt. (Sterne haben sehr stark geflimmert, ... habe nicht auf Meteoblue nachgeschaut).


    Wir haben hier auch immer hellere Lichter; ich habe LEDs aber nur hinter dem Haus = Norden (neues Wohnheim für ältere Personen; vorher war da Jahrzehnte gar nix !), im Süden (Terrasse) noch normale Straßenlaternen; dafür aber gleich 2. ... Und im Osten jetzt einen Nachbarin, die Angst vor Einbrechern und so hat, und deshalb eine Lampe installiert hat, wie sie auf Gefängnismauern gesetzt werden, um Ausbrecher anzuleuchten; die geht aber gottseidank nur ab und zu an (wenn z.B. eine Katze vorbeikommt) ... ;(


    An Filter für LEDs glaub ich nicht so richtig, weil die überall strahlen, und nicht nur auf bestimmten Wellenlängen; habe aber hier mal was gelesen; keine Ahnung, ob das pertinent ist.


    ... Vielleicht sollten wir uns ja mal im Schwarzwald treffen ?


    Edit: hier noch ein Bild von meinem neuen Tubus (Material für 3,33 euro; siehe weiter oben im Thread). Der Sucher ist noch nicht dran; ich arbeite gerade an einer Konstruktion, daß ich gleichzeitig mit dem rechten Auge in den Sucher und mit dem linken ins Teleskop schauen kann (so 'ne Art Binoviewer-Sucher ;)).

  • Hallo Rudi,


    Dein Refraktor ist sehr schön geworden! :thumbup: Wie hast Du denn die Verbindung zwischen Objektiv und Rohr hinbekommen?


    Also, ich habe schon noch Lust mitzudiskutieren. In einer geschriebenen Unterhaltung hat es halt für alle Parteien (mich eingeschlossen) doch viel Raum für eine Interpretation "zwischen den Zeilen". Mein Optikwissen ist aber auch eher "breiter" als "tiefer" ...


    Nun bitte nicht lachen: Da ich ein parallaktischer Anfänger bin, steht mein Refraktor im Moment am Fenster in Richtung Norden. So kann ich den Auf- und Abbau üben und muss nicht so sehr in die Kälte 8). Auf der Terrasse sehe ich den Polarstern nicht, auf das ungemütliche Gras will ich nicht und das Scheinern habe ich auch noch nicht geübt.


    Und so kommt es, dass ich nur eine beschränkte Auswahl an Objekten habe und nicht über ca. 35° Höhe beobachten kann. Zudem versuche mich auch ein bisschen in der Astrofotografie, die auch mein Hauptgrund bei der Anschaffung einer motorisierten HEQ5 war.


    M52 zeigt sich nach dem Stacken so:

    20 Lights, je 3min, ISO800, DeepSkyStacker, Photoshop



    Du hast Recht, der Himmel war eher bescheiden. Meteoblue meldete Index1=4, Index2=2 bei 1,78 arcsec. Der DarkSkyMeter zeigte immerhin 6,1-6,2m.


    Heute fällt mein Sternegucken aus, es siegt die Müdigkeit:sleeping:


    Viele Grüße


    Thomas

  • Hallo,


    Thomas, Dein Sternhaufen M 52 ist sehr schön geworden; ... ganz in der Nähe wäre noch der “Bubble”-Nebel. ... ... Aber es gibt ja auch noch andere Dinge im Leben; man kann nicht jeden Abend Astronomie betreiben. Aber man fühlt sich quasi verpflichtet, wenn es bei uns einmal so eine stabile Wetterlage gibt !


    Wollte nur noch mal kurz berichten, wie das mit dem Achromaten weitergeht. Also ich habe jetzt - immer noch mit dem dicken Abstandsring, d.h. ohne das Objektiv noch mal aufzumachen, die Linien links und rechts vom Fokus genau analysiert:

    - am Tage an einem weißen Kabel, welches zur Antenne auf dem Dach meines Nachbarn führt, und

    - bei Nacht an Sirius mit dem Ronchi-Gitter, auf das ich einfach mit Klebeband das abgeschraubte Obterteil eines 6 mm Plössl Okulares befestigt habe (150-fache Vergrösserung).


    An dem Antennenkabel sehe ich jetzt auf der einen Seite / Kante gelbe und rote Linien; auf der anderen Seite / Kante blaugrün. Dasselbe an Sirius an den Rändern der schwarzen Streifen im Ronchi-Okular (auf 3 oder 4 Linien reduziert). Und die Linien im Rochi sind gerade !


    Wenn man sich jetzt überlegt, was an einem Achromaten passiert, bei dem ja die roten und die blauen Linien des Spektrums zusammengelegt werden, dann könnte man sich das folgendermaßen vorstellen:


    Man nehme ein Spektrum (das folgende stammt von wikipedia und unterliegt einer GP-Lizenz):



    und knicke das spektrale Maßband



    bei 550 nm ab (ganz genau bei 546 nm; siehe den Link auf die Reklame von M. Ludes weiter oben), sodaß die linke und die rechte Seite (vom Knick an) übereinander liegen. Sonst kann das Ergebnis ja nicht dieses sein (Bild auch von wiki).





    Da im Spektrum die Grenze zwischen Rot und Gelb 50 nm weiter oben (rechts) liegt als Grün (längere Wellenlänge, d.h. bei 600 nm) und die Grenze zwischen Blau und Grün 50 nm weiter unten (links) liegt (kürzere Wellenlänge als Grün, also bei 500 nm), müßte durch das “Abknicken des Maßbandes” beim Achromaten also nicht nur rot (650 nm) und blau (450 nm) am Ende des Spektrums übereinander zu liegen kommen, sondern (u.a.) auch die Farben an den Grenzen Grün / Blau und Gelb / Rot müssten übereinander liegen. Sie liegen ja beide - in entgegengesetzten Richtungen - jeweils im gleichen Abstand von 50 nm von Grün = in der Mitte).


    Da ich diese beiden Farbkombinationen (Gelb-Rot und Grün-Blau) bei leichtem Unscharfstellen jeweils direkt links und rechts (intra- und extrafokal) des fokussierten weißen Antennenkabels und der dunklen Linien des Ronchi-Gitters an Sirius sehe, müßte ich mit dem Abstand der Linsen (dicker Abstandsring von 1.4 mm) jetzt eigentlich richtig liegen.


    Hoffentlich ist da jetzt kein Raisonnements-Fehler drin; ... vorher, mit den dünnen "Alufolien"-Abstandsplättchen waren die Farben jedenfalls an den Kanten "Limonengrüngelb" auf der einen und "BlauRot-Violett" auf der anderen Seite, was logischerweise darauf hindeuten müßte, daß die Mitte (= der "Abknickpunkt des Maßbandes") auf dem Spektrum vorher weiter links lag (vielleicht bei 510 nm, also "blauverschoben" hin zu den kürzeren Wellenlängen und nicht bei Grün (550 bzw 546 nm)).


    Allerdings sind andererseits die Abbildungen der Sternscheibchen (siehe Binoviewer-Link weiter oben) intrafokal und extrafokal noch nicht so schön, wie sie sein sollten. ... Ich werde also bei Gelegenheit den Abstand noch mal etwas reduzieren, ... und hier berichten.



    ***


    Übrigens mein Binoviewer Sucher ist jetzt fertig.


                  


    Die Konstruktion zittert ganz leicht, wenn man an den Sucher dranstößt (aber nur ein bißchen, nicht sehr, weil sie aus Holz ist; ich hatte zunächst eine Konstruktion aus Aluleisten, die zitterte wie Espenlaub).


    Ich habe ihn gestern abend am Eskimo-Nebel ausprobiert. Wenn ich das 30 mm Aufsuch-Okular nehme, geht der Doppel-Einblick natürlich nicht, weil das Okular wegen seiner Größe zu hoch kommt (und der PAZ auch weiter nach außen gedreht werden muß, sodaß die Einblicke nicht nebeneinanderliegen), aber mit dem 10 mm eudiaskopisch ging es sehr gut (hatte den Eskimo mit dem rechten Auge im Sucher und mit dem linken im Refraktor). Man muß beim Eskimo sowieso höher vergrößern (100 x ?) , um ihn zu finden, sonst sieht er aus wie ein (Doppel-)Stern (ein Stern findet sich direkt oberhalb im Zenitprisma). Oder mit UHC / O III suchen (stechend grünes Licht) des vermeintlichen Sterns.



    Clear Skies

  • Hallo Rudi,


    aus meiner Sicht beschreibt das Bild mit dem "Achromatic Doublet" nur die chromatische Abberation der Randstrahlen, da die gleichen achsfernen Strahlen betrachtet werden. Für das gesehene Bild wird die chromatische Abberation in Überlagerung mit der sphärischen Abberation (Öffnungsfehler) interessant.

    Das "Achromatic Doublet" Bild ist tauglich um die verschiedenen Brechungsindizes der verwendeten Gläser zu beschreiben: Ein Kronglas bricht das blaue Licht stärker und ein Flintglas steut das blaue Licht stärker. Nun gibt es zig Kron-Sorten und zig Flint Sorten... der Optikrechner spielt damit und mit dem Durchmesser, den Radien, der Brennweite, dem Linsenabstand zueinander, etc.


    Ich denke es ist auf die Abweichung der Farben in der Brennebene zu achten. Hier ist für jedes Objektiv ein solches Diagramm (Abberationskurven) verfügbar: In Abhängigkeit der Achsnähe und der Wellenlänge wird der Fokuspunkt beschrieben.


    Fluorit Achromat (Takahashi)


    Man kann daraus interpretieren, dass blaue Strahlen am Linsenrand eine größere Schnittweite und blaue Strahlen in der Mitte geringere Schnittweiten aufweisen. D.h. über das Bildfeld verhalten sich die Farbabweichungen entgegengesetzt.

    Ein weiteres Beispiel findest Du hier: S. 27 Abb 9 https://books.google.de/books?…ramme%20achromate&f=false


    Beispiel Achromat mit F= Grünblau 486 nm, C= Rot 656 nm, e= grün 546nm, in Abhängigkeit der Öffnung (sphärische Abberation)


    Meine Empfehlung ist, von Wollensak dieses Diagramm für Deine Art von Objektiv anzufordern. Das Diagramm wird Dir viele Fragen beantworten können.


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    Dein Binoviewer ist eine echte Innovation! Super! Der Augenabstand ist sicherlich für Dich eingestellt. Diesen verstellbar zu machen --> daraus würde ja fast eine schützenswerte Idee! Glückwunsch!


    Viele Grüße


    Thomas

  • Hallo Thomas,


    vielen Dank. Ich freue mich riesig über Antworten, weil ich mit meinen praktischen Versuchen doch ziemlich im Nebel herumstochere.


    Ich habe leider nicht alles verstanden, was Du sagst, besonders das zum Thema Überlagerung von chromatischer Abberation mit sphärischer Aberration und zu den Farben in der Brennebene.


    Wenn Du einverstanden bist, wollte ich also nochmal mit dem anfangen, was ich beim Sterntest (intra- / extrafokal und mit dem Rochi-Gitter) gesehen habe. (Mir geht es im Endeffekt darum, mit einfachsten Mitteln, einfache Kriterien zur Beurteilung eines Refraktorobjektivs zu finden).


    Bei meinen Beobachtungen habe ich aber zwei - auf erste Sicht kontradiktorische - Dinge festgestellt.


    1 Erstens habe ich, beim Sterntest, ganz klar eine Überkorrektur gesehen, also wie auf dem folgenden Bild, aber intra- und extrafokal umgekehrt, weil das ja Bild eine Unterkorrektur darstellt (das Bild hatte ich weiter oben schon mal gezeigt).



    Also:

    • extrafokal übertrieben scharf gezeichnete Ringe und
    • intrafokal quasi überhaupt keine Ringe, ... nur Schlieren.


    ==> Die - wie ich meine - unausweichliche, logische Konsequenz ist: ... die Linsen müssen weiter auseinander ! (Edit und sorry für die mögliche Unklarheit: ... auf dem gezeigten Foto ist die Situation intra- und extrafokal natürlich umgekehrt und - vorallem auch - die Konsequenz umgekehrt: die Linsen müssen auf dem Foto (nicht bei mir !) natürlich näher zusammen, weil dort Unterkorrektur herrscht).



    2. Zweitens habe ich die Farben an den Streifen des Ronchigitters, die ich - nach der deutlicher Erhöhung des Abstandes - gesehen habe (ich habe auch Fotos mit dem Handy gemacht, aber die Farben der Fotos entsprachen in keinster Weise denen, die ich gesehen habe) mit denen des Fotos eines - sphärisch - auf grün optimierten anderen achromatischen (also im Prinzip Flint / Kron-Glas) Refraktors verglichen, welches M. Ludes (Bild unten links = Weißlicht) zufällig gleichzeitig mit meinen Beobachtungen ins Netz gestellt hat. Ich traue mich (aus Urheberrechtsgründen) nicht, dieses Foto hier reinzukopieren, aber ich habe es mal mit Inkskape nachgestellt und daneben eine Zeichnung gesetzt, wie mein Ronchi-Test nach Erweiterung des Linsenabstandes aussieht.



    ...................M. Ludes................was ich gesehen habe (grosser Linsen-Abstand)


    Man sieht, die Farben sind nicht identisch (die braunen Linien sind das Gitter). Ich bin mir aber ziemlich sicher, daß die Farben am Rand der Ronchi-Linien bei M. Ludes ziemlich identisch sind, mit denen, die ich bei Verwendung des ursprünglichen, sehr schmalen Abstandsringes bei meinem neuen Objektiv sah.


    (Edit: vergaß noch zu sagen: ich weiß nicht mehr, wie die Farben links und rechts der mittleren Gitter-Linie waren; wahrscheinlich war da nicht viel; ich habe sie deshalb weggelassen)



    ***


    So und jetzt habe ich ein “ganz kleines;) Problem: Was ist (für eine gute Abbildung) wichtiger:

    • weder Über-, noch Unterkorrektur zu haben,
    • oder die “richtigen” Farben links und rechts der Ronchi-Linien (oder intra- / extrafokal außen am Rand des, bzw. innerhalb und im Zentrum des Sternscheibchens) zu haben.


    Ich habe jetzt das Gefühl, daß die Farben egal sind.


    Ich lese das auch aus Deinem Hinweis heraus, daß bei unterschiedlichen Glassorten / Objektiven die Farbabfolge an verschiedenen Stellen der Brennebene (Zentrum / Feld / Rand) sowieso verschieden ist. Ich habe auch mal gelesen, daß alle Objektive (egal ob Achromat, ED, Halb-Apo und Apo) sowie so gerechnet sind, daß alle Farben bei einem Radius von 0,7070 (70%) des Linsenobjektivs vom Mittelpunkt aus gemessen (siehe die y-Achse Deines Takahashi-Schemas) am engsten zusammenliegen.


    Das rührt offenbar daher, daß die Optik-Rechner (wohl berechtigterweise) meinen, wenn man den Punkt der Linsenfläche optimiert, der die Hälfte der Fläche darstellt, die Veränderungen in der Mitte und am Rand vernachlässigbar sind. Ein 100 mm Refraktor hat aber eine Fläche von (π*r^2 = 3,14*(50*50= 2500) = 7854 mm^2. Die Hälfte davon ist 3927 mm^2. Der Radius der halben Fläche ist dann F/π; also 3927/3,14 =35,35.


    Der neue Radius im Verhältnis zum ursprünglichen Radius ist dann 35,35 / 50 = 0,7070.


    • (Exkurs: vielleicht sollten wir uns angewöhnen, Deep-Sky und andere Objekte nicht im Zentru, sondern bei 1/3 Abstand vom Rand des Gesichtsfeldes zu betrachten ? ...:))


    Also ich schließe eigentlich aus dem Ganzen daß es “wurschtegal” ist, wie die Farben am Rand des Ronchigitters aussehen, wenn nur die Sternscheibchen intra- und extrafokal möglichst gleich (gut) aussehen ! ... Dann ist das Objektiv optimiert ! Der Rest ist Ausdruck der Kreativität des Optik-(Be-)Rechners oder der Endkontrolle.


    ... Was mich schließlich zu “Wollensak” führt. ... Die Firma existiert nicht mehr, es handelt sich um einen gekauften “Brandname”, der überall draufstehen kann, wenn er durch die Hände von “SurplusShed” gegangen ist, d.h. der Firma, die den “Namen” gekauft hat (siehe unter “References”, 1. Eintrag hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Wollensak


    ***


    Jetzt bin ich aber selber “baff” über meine Schlüsse ! Ich hoffe ich liege nicht total daneben !


    [Was mich noch stört und mich zweifeln läßt an meinem “wurschtegal"-Schluß, ist, daß bei Deinem Takahashi-Schema (Bild in Deinem letzten Beitrag), bei 0,7070 tatsächlich auch rotblau auf der einen Seite (rechts) liegt und limonengrüngelb auf der anderen (links), was darauf hindeuten könnte, daß die Linien links und rechts von den Ronchi-Linien doch so aussehen sollten, wie bei M. Ludes. ... Aber dann sehen die Sternscheibchen ja wieder wie am Anfang / = umgekert wie das Bild oben aus (intrafokal “grottenschlecht” und das Objektiv ist wieder überkorrigiert ???]


    Was meinst Du ?


    Ich habe heute noch einen Beitrag von Alois (einem Praktiker, von dem ich sehr viel halte) auf einem anderen Forum gefunden (7. Beitrag des Threads; 29.09.2018, 23:27:39):

    http://www.astrotreff.de/topic…229579&whichpage=1#813446 (ich lese daraus, daß man Über- / Unterkorrektur korrigieren muß !)


    Kopfkratzende Grüße

  • Hier noch zwei Zeiss-Objektive (in Berichten von Wolfgang auf seiner Internet-Seite) im Vergleich:


    • zunächst ein Achromat, der mir unterkorrigiert erscheint (weil die Sternscheibchen extrafokal deutlich schlechter sind), wo Wolfgang aber mit einem Ebay-Objektiv vergleicht, welches er offenbar für schlechter hält, wohl weil es noch mehr unterkorrigiert ist und bei dem die Farben ganz anders sind (3. Bild oberer Teil) : http://r2.astro-foren.com/inde…80-1600-rc-index-14dot329

    Es ist mir schon klar, daß ein Achromat kein APO ist (und umgekehrt) und daß bei dem gezeigten Zeiss-APQ alles perfekt ist, weil - zusätzlich zu den auf beiden Seiten gleichmäßigen Sternscheibchen - auch noch keinerlei Farben, bzw. -abweichungen zu sehen sind; ... es handelt sich sozusagen um die "eierlegende Wollmichsau".


    Aber die Frage bleibt, wie das bei der Sau ist, die keine Eier legt: ist eine mit intra- /extrafokal gleichmäßigen Sternscheibchen besser, oder eine, die die "richtige" Farbreihenfolge zeigt (und wenn letzteres besser ist, was ist die "richtige" Farbreihenfolge) ?


    Ich schwimme im Moment total !


    Gruß

  • So, jetzt habe ich den Refraktor (bzw. das Objektiv) erst mal wieder in den Originalzustand versetzt, mit dem schmalen transparenen Abstandsring.

    Ich sehe, am tage, keinen Unterschied, ... außer daß die Farben an den Rändern der Dachantenne des Nachbarn verschieden sind.


    Ich fange also noch mal bei Null an. ... Ich habe kein Problem damit, so ist das Leben !


    Nach dem ersten Beitrag von Wolfgang in meinem vorigen Beitrag, scheint das Geheimnis darin zu liegen, daß man die Über-/ Unterkorrektur (schlechte Sternscheibchen-Abbildungen, also sphärische Aberration) beseitigen muß (weil die falsche Korrektur Licht in die Beugungsringe verschiebt, wie der Fangspiegel bei einem Reflektor) und dabei gleichzeitig darauf achten muß, daß die Farbschnittweiten nicht zu weit auseinanderliegen (Farblängsfehler, sekundäres Spektrum, chromatische Aberration), was die Bildschärfe (höhere Vergrößerung) verschlechtert.


    Es handelt sich also um einen Kompromiß (wie meistens im Leben) zwischen sphärischer und chromatsicher Aberration; wenn man einen Achromaten und keinen Super-APO, wie den Zeiss APQ hat (siehe oben in meinem letzten Beitrag).


    Um die Farbreihenfolge (außen am, und innen im Sternscheibchen) zu sehen, muß ich mir aber erstmal einen künstlichen Stern basteln. ich habe das mit einer Taschenlampe und einem Nadel-Loch in einer Alufolie versucht, aber das Licht war nicht hell genug; ich muß mir also eine weiße LED besorgen (habe hier nur rote rumliegen). [ Hier ist noch ein anderer Vorschlag (3. Beitrag), wie man das machen kann. Das ist eine Rarität, ein Beitrag von Wolfgang auf astronomie.de !]


    Dann werde ich die Farbreihenfolge bei verschieden Abständen der Linsen aufzeichnen oder abfotographieren und gleichzeitig auf die Qualität der Sternscheibchen achten.


    Als weitere Komplikation kommt offenbar noch die Möglichkeit eines Design-Unterschiedes hinzu, was Company Seven hier schreibt (neben dem Bild mit dem Reiher):


    "Achromatic objectives can bring either red and green or green and blue to focus. In this lens design red and green are at focus, while blue is slightly out".


    Das kommt mir im Moment noch Spanisch vor, weil ich dachte Fraunhofer Achromaten hätten zwei Fokusse; einen bei grün und einen dort, wo blau und rot zusammengelegt sind. ... Aber das scheint nicht durchwegs so zu sein. Fraunhofer bringen offenbar einfach zwei Farben (mit grün drei) zusammen.


    Aber ich habe ja Zeit !


    Gruß

  • Hallo Rudi,


    schau mal in diesem Vortrag über Abbildungsfehler nach: https://www.rumiana.de/Abbildungsfehler.pdf


    Interessant finde ich im Zusammenhang mit Deinen Fragen das Bild 7 auf Seite 9. Dort ist erklärt, wie aus einem Farblängsfehler ein Farbquerfehler wird und somit die "Reihenfolge" der Farben folgt.


    Weiter führt der Verfasser aus, dass die sphärische Aberration eine monochromatische Aberration ist, die vor allem von der Öffnung und dem Einfallswinkel der Strahlen auf der Linsenoberfläche abhängig ist (je stärker eine Linse gekrümmt ist, desto stärker die sphärische Aberration). Bei achsparallelen Strahlen (aus dem Unendlichen kommend) ändert sich der Einfallswinkel auf die Linsenoberfläche je weiter man sich von der optischen Achse entfernt.


    Gilt das auch für ein konvergentes oder divergentes Strahlenbündel?


    Ich denke ja - dann kann das auch die Erklärung für das Phänomen "Abstand der Linsen beeinflußt die Sphärische Aberration" sein.
    Zum Beispiel liegt, sofern die erste Linse eine Sammellinse ist, ein konvergentes Strahlenbündel im Luftzwischenraum vor. Rückt man die zweite Linse mit Ihrer konkaven Seite näher an die erste Linse ran, ändert sich der Einfallswinkel der Strahlen auf der konkaven Fläche = die Randstrahlen treffen zumindest marginal früher, somit in einer größeren Höhe auf diese Linsenoberfläche. Rückt man die zweite Linse weiter weg, so treffen die Randstrahlen (mit den Randstrahlen kann man sich die Sache gut vorstellen) später und somit in geringerer Höhe auf die konkave Fläche. Eine geringere Höhe bedeutet einen anderen Einfallswinkel, als die größere Höhe. (Mit Höhe meine ich den Abstand zur optischen Achse)


    Bemerkenswert finde ich Deinen verlinkten Beitrag zu Wolfgang's Test mit dem 180er Objektiv und das aus zweierlei Gründen:

    Zum einen ist dort das Linsenpaket falschherum eingebaut, was mich daran erinnert, dass bei der Montage von Linsen mit ähnlichen Radien es immer wieder zu Verwechslungen der Lage der Radien kommen kann. Dies hat auf den gerade diskutierten Einfallswinkel der Strahlen sicherlich stärkeren Einfluß als eine kleine Abstandsänderung.

    Zweitens erwähnt Wolfgang aus meiner Sicht die Überlagerung der chromatischen und sphärischen Aberration: nur mit einer Wellenlänge ist das Objektiv brauchbar.


    Dann wäre da noch die Wellenoptik (siehe ab Seite 27), welche die Beugungsscheibchen erklärt.


    Zusammengefasst also lauter Kompromisse. Aber aus der Wellenoptik (Punktbildfunktion) geht aus meiner Sicht hervor, dass eine nadelfeine Abbildung mit schwachen Beugungsringen ein Zielzustand sein sollte. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, hast Du mit den Variationen der Linsenabstände eine nährungsweise Gleichheit der Intra- und Extrafokalen Abbildungen erreicht, aber Dein Fokusbild verschlechtert?


    Das mit dem künstlichen Stern finde ich eine gute Idee um die Bedingungen konstant zu halten, während Du Dein Objektiv manipulierst und immer wieder überprüfst.


    Viel Spaß beim Testen!


    Thomas

  • Hallo Thomas,


    danke für Deinen Beitrag. Ich komme sicher noch darauf zurück (wenn das Forum bis dahin nicht dicht ist); aber ich habe gerade meinen Bericht von gestern abend fertig und stelle den mal schnell hier ein (und dann werde ich den gesamten Thread bei mir auf dem Komputer abspeichern).


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    Hallo,


    gestern gab es bis ca. 22 Uhr eine Wolkenlücke, wo das Seeing meiner Meinung nach sehr gut war (habe vergessen auf Meteoblue zu schauen, und ich weiß nicht wie man da die Situation von gestern sieht, oder ob das überhaupt geht).


    Hier ist die Farbreihenfolge, intra- und extrafokal, die ich an Sirius gesehen habe. Das Ganze muß man sich intrafokal sehr verschwommen vorstellen (Ringe “ausgefranst”, konnte das in Inkscape nicht darstellen) und extrafokal scharf abgegrenzte Farbringe.



    Auf beiden Seiten (intrafokal und extrafokal) gibt es einen Punkt, wo man die Farbreihenfolge am besten sieht; der ist irgendwo zwischen “kleine Scheibchen nahe am Fokus” und “etwas größere Scheibchen” (aber nicht "große" Scheiben, wo die Bilder "schöner" sind, weil weniger Details). Manche Farben bilden nur sehr schmale Ringe (wie z.B. blau extrafokal), die muß man mit einer Verstellung im mm-Bereich am Rädchen des Okularauszuges “herauskitzeln”, aber Blau z.B. war auch ganz klar da.


    Ehrlich gesagt,ich bin sehr zufrieden mit dem Objektiv; alle Farben sind vorhanden, sowohl extrafokal (grün, gelb, rot, blau, violett in zwei Tönen, der Punkt in der Mitte ist der Fokus der jeweiligen Farbe), als auch intrafokal, wo die Farben außen, d.h. violett (ganz außen, ganz schmal), blau (dominant) und rot (schmal innen) wegen der Luftunruhe ineinander verschmelzen, während noch weiter innen der Übergang von gelb zu grün “fließend” ist.


    Ich habe die Farbreihenfolge noch nie so komplett gesehen (bei meinem alten, schlechten Objektiv sah ich sowieso nur drei) und ich denke sie ist auch richtig (wenn man intrafokal das Scheibchen so einstellt, daß ein hellgrüner (dunkleres grün wäre ja Fokus) Punkt im Fokus ist, ist außen violett und blau, stellt man das Scheibchen extrafokal so eine, daß innen ein violetter Punkt ist, ist außen hellgrün / grüngelb.


    Also müßte die Korrektur des Farblängsfehlers (chromatische Aberration) wohl eigentlich so sein, wie sie sollte. Die Bilder sind allemal so gut, wie bei dem Zeiss Achromaten von Wolfgang, auf den ich oben verwiesen habe.



    Dasselbe (im Verhältnis zum Zeiss) gilt für die Form / Qualität der Sternscheibchen. Das ist bei dem von Wolfgang gezeigten Achromaten (intrafokal- und extrafokal umgekehrt als bei mir) extrafokal auch nicht besser, als bei meinem Objektiv (intrafokal). Ich meine aber, daß da, gerade wegen der schlechteren, “ausgefranstem” Sternscheibchen intrafokal bei meinem Objektiv (und extrafokal bei dem Zeiss), noch ein geringes Verbesserungspotential bei der sphärischen Aberration besteht. Ich werde also nochmals versuchen, den Abstand zu vergrößern, ohne die Farbreihenfolge deutlich zu verändern.


    Getestet habe ich meistens an Sirius; Prokyon ging auch noch gut, Regulus war schon zu dunkel. Deswegen funktionniert das mit dem Polarstern auch nicht so richtig (obwohl der den großen Vorteil hat, daß da der Stern nicht aus dem Gesichtsfeld “rauswandert”), weil der auch zu dunkel ist. Im Sommer ist es dann wohl am besten an Wega zu testen. Dabei will ich auch noch darauf hinweisen, daß man nicht immer mit dem “stärksten” Okular testen muß. Mein “stärkstes” hier ist ein 4 mm Kasai Ortho (Vulcano Top), welches eine 220-fache Vergrösserung und eine Austrittspupille von 0.45 produziert. Das kann, je nach Seeing, einen 100 mm Refraktor schon deutlich überfordern. Ich bin gestern über 6 und 7 mm, 8 und 10 mm bis zum 12.5 Baader “Genuine” (70-fach) runtergegangen und habe die Farbreihenfolge immer noch gut gesehen (ich habe allerdings - nach zwei Objektiven - inzwischen auch ein bißchen Erfahrung mit dem Ganzen).


    Den Beugungsring im Fokus habe ich auch gesehen (sogar mehrere). Ideal wäre es, wenn man den Durchmesser des Sterns im Fokus messen könnte, weil Wolfgang in dem Zeiss-Achromat-Beitrag (nicht APO-Beitrag) sagt, daß eine falsche Farbreihenfolge den Stern im Fokus aufbläht. Aber da bräuchte man wieder ein Mikrometer-Okular und ich wollte ja Methoden finden, um ein Objektiv mit einfachen Mitteln zu testen. Das mit dem Mikrometer-Okular wäre aber auch nicht einfach, weil Sirius tief steht und die Luftbewegung immer eine Rolle spielt. Ich denke aber, das ist auch nicht nötig, weil wenn man den / die Beugungsring(e) sieht, bedeutet dies ja, daß das fokussierte Sternscheibchen nicht mit dem ersten Beugungsring "verschmilzt".


    Also ein Cheshire-Okular braucht man schon (um die Zentrierung des Objektivs sicherzustellen), ... aber die gibt’s für 39.- € neu und gebraucht noch günstiger. Ansonsten kann man - Geduld und etwas Erfahrung (= nicht beim ersten Versuch) und gutes Seeing vorausgesetzt - allein mit der Farbreihenfolge am Stern (siehe meine Zeichnung oben) und der Form der intrafokalen und extrafokalen Sternscheibchen (dazu sei nochmal Binoviewer zitiert), die Qualität / Leistung eines Objektiv ziemlich gut abschätzen.


    Was ich nicht gesehen habe, war der Begleiter von Prokyon (α CMi) im kleinen Hund: die Daten für diese Doppelstern-Herausforderung sind: m1 = 0.4; m2 = 13.0; d =4”6. Aber ich bin mir nicht sicher, ob das mit einem 4 Zoll Refraktor überhaupt machbar ist und die Luft- und Lichtverschmutzung hier im “lothringischen Ruhrgebiet”, sowie zwei Strassenlaternen mit Streulicht spielen da sicher auch noch mit.


    Ich stelle auch noch “echte Bilder” rein; mein künstlicher Stern ist fertig, aber das Problem ist, daß ich wegen des “Nicht in dem Fokus kommens” mindestens 15 m Abstand zwsichen künstlichem Stern und Refraktor(objektiv) haben muß. Das ist innerhalb meines Hauses nicht zu realisieren und außerhalb ist das Wetter zu schlecht.


    Ciao

  • Hallo Thomas,


    wollte mich nochmals für den zur Verfügung gestellten Vortrag (pdf) bedanken. Ich habe jetzt, besonders das zu zur Farbquerabweichung, nochmals genau gelesen. (Die Mathe habe ich weggelassen;)).


    Also ich verstehe, daß die Farbabweichungen im Bildfeld (nicht so sehr im Zentrum, obwohl da auch ein bißchen), z.B an den Rändern des Vollmondes auch durch die Farbquerabweichung verursacht werden.


    Was ich noch nicht so richtig verstanden habe, ist, warum die Farben links und rechts am Mondrand, aber auch links und rechts an jeder der Streben des “Besens” der Antenne auf dem Dach des Nachbarn verschieden sind: auf der einen Seite grüngelb auf der anderen blauviolett. Es sind also genau die Farben, die am nächsten am grünen Fokus sind (intrafokales Sternscheibchen: gelbgrün innen und blauviolett außen; extrafokales Sternscheibchen genau umgekehrt: blauviolett innen und grüngelb außen).


    Zuerst dachte ich, es käme von einer Verkippung des Objektivs (im Verhältnis zur Achse), aber bei meinem 16x70 Fujinon (und bei meinen Suchern) ist das - beim 16x70 an beiden Objektiven - auch so.


    Ich vermute jetzt, daß das davon abhängt, von wo das Sonnenlicht kommt; denn das fällt mir nur am Mond und an der Antenne auf (Reflektion) und nicht am Sternscheibchen (Eigenlicht des Sterns). Hier mal eine Zeichnung mit schräger Einstrahlung des reflektierten Sonnenlichts (am Mondrand).



    Blauviolett ist noch nicht im Fokus, deshalb der Ring, (dunkel-) Grün ist im Fokus und hellgrün ist schon wieder außerhalb des Fokus (auf der anderen Seite). Da das Licht schräg einfällt, sieht man auf der einen Seite die intrafokale nächste Farbe zum Fokus, auf der anderen die extrafokal nächste.


    Soweit meine Vermutung hierzu (keine Ahnung, ob das so stimmt).


    Aber am Sternscheibchen im Zentrum des Telekops (auf der Achse und Eigenlicht des Sterns), ist es schwieriger zu verstehen, warum die Farbreihenfolge sich ändert, wenn man den Linsenabstand verändert (das habe ich ganz klar gesehen; siehe meine Zeichnung zum Ronchi-Gitter weiter oben; man sieht es aber auch am Mondrand und an der Antenne). Zwar sagt Dein pdf auch (S.9), daß die Längsabweichung der Farben alleine auch schon eine Querabweichung produziert [siehe die Ringe in meiner Zeichnung, die ja schon - etwas (ganz leicht) “im Feld” sind, und nicht 100% auf der optischen Achse], aber das dürfte doch nicht sooo viel ausmachen?


    Während Alois und Gerd in diesem, oben schon zitierten Beitrag sagen, daß man durch den Linsenabstand nur die sphärische (und nicht die chromatische, also nicht die längsabweichende) Abberration korrigieren kann (wohl weil die Längsabweichung durch die Glassorten “fixiert” wird; Gerd drückt sich allerdings etwas weniger kategorisch aus), scheint Wolfgang das in obenzitierten Beitrag nicht so klar zu bestätigen, man könnte sogar das Gegenteil herauslesen (Passage beginnend mit: “Der Foucault-Test dokumentiert, daß man es mit einem ausgeprägten Sekundären Spektrum zu tun hat ...).


    . ... Da muß ich nochmal ein bißchen lesen


    Spannend !



    Edit: hier noch ein Beitrag von Wolfgang mit dem sugesstiven Titel: "Das Spiel mit Farblängsfehler und farbabhängigem Öffnungsfehler bei Refraktoren". Es geht da allerdings um einen Apo.