Zwei f/9 Achromaten

  • Hallo !

    Ich verweise zunächst auf diesen Beitrag:

    FedC = "Fraunhofer eliminiert die Chromasie"

    Bei der Lektüre des dort zitierten Beitrags von Wolfgang http://r2.astro-foren.com/inde…atisierung-ueber-rc-index

    und insbesondere der sich dort befindlichen Tabelle (rechte, dritte Spalte) ist mir ein ganzer Kronleuchter aufgegangen !

    Wenn ich jetzt nochmal meine beiden Zeichnungen aus diesem Beitrag

    Zwei f/9 Achromaten

    (Beitrag vom 2.3.2019)

    heranziehe, also diese hier:


    und diese hier:

    kann man folgendes vermuten:

    Wenn man mal davon ausgeht, dass:

    (1) die Gitterlinie des Ronchis vor dem dunkelgrünen Fokus liegt, und

    (2) die "inneren" (zum Bildzentrum hin), im Zentrum gespiegelten Farben intrafokal sind und die jeweils äusseren extrafokal,

    dann ergibt sich für die beiden Bilder folgende Farbreihenfolge:

    1. Bild (dünner Abstandsring = Originalzustand):

    "edFC" = grün, gelb / blau, rot (der Schrägstrich repräsentiert die Gitterlinie des Rochis / den dunkelgrünen Fokus ?) oder "deFC" = gelb, grün / blau, rot [weil ich bei meiner Zeichnung gelb und grün nicht getrennt (gesehen ?) habe];

    2. Bild (dicker Abstandsring)

    "FedC" = blau, grün / gelb, rot (Schrägstrich = Fokus) oder "eFdC" = grün, blau / gelb, rot (weil ich bei meiner Zeichnung blau und grün nicht getrennt (gesehen ?) habe.


    Erstere Reihenfolge ("edFC") scheint die klassische Fraunhofer-Achromat Reihenfolge zu sein; siehe die unteren Refraktoren in der Liste von Wolfgang.

    Durch den dicken Abstandsring habe ich also blau nach intrafokal verlegt und und gelb nach extrafokal.

    Unabhängig von der Frage, ob das jetzt gut oder schlecht war, widerspräche das der von vielen Experten gemachten Aussage, dass man die Farbreihenfolge bei einem Achromaten nicht ändern kann .

    Edit: Wahrscheinlich meinen die, dass man die Farbreinheit nicht verbessern kann. Obwohl, mit dem dicken Abstandsring lagen blau und grün nah beieinander, während rot weiter entfernt war ("hinten rausfällt", wie Wolfgang sagt), während mit dem dünnen Abstandsring blau/rot nahe beieinander liegen und grün "weiter vorne" liegt. (Was jetzt besser ist, kann ich mit meinen Mitteln nicht messen; man müsste den Abstand jeder Fraunhofer Linie von der e-Linie messen).


    Kopfkratzende Grüsse

    Rudi

  • Hallo,


    bitte den vorigen Beitrag ignorieren. Ich lag total daneben. Muss ja auch mal vorkommen.


    Der Ronchi-Test taugt nur, um die sphärische Aberration zu testen ,nicht aber die Farbreihenfolge, weil:


    " Die Tatsache, dass am Ronchi-Gitter Beugung auftritt, ist [...] für den Test primär nicht wichtig, da er nicht die Beugung ausnutzt, wie vielleicht öfters geglaubt wird! Die Beugung am Gitter führt aber sehr wohl dazu, dass sich beim Ronchi-Test mehrere Bilder (in der Regel die der 0., -1. und 1. Beugungsordnung) überlagern und die Interpretation erschweren bzw. die Genauigkeit des Tests reduzieren".


    Siehe: http://www.blackskynet.de/ronchitest.html


    Sorry !


    Rudi

  • Hallo Rudi,


    wie ist denn aktuell der Zustand Deines Refraktors? Bist Du weitergekommen? Ich würde gerne etwas über die Schlüsse erfahren, welche Du über Deine Versuche getroffen hast.


    Hast Du für Dich eine Festlegung zur Einstellung Deines Objektives getroffen? Wenn ja, welche?


    Viele Grüße


    Thomas

  • Hallo Thomas,


    bin immer noch in Südfrankreich und hab den Refraktor nicht dabei ! Wenn ich wieder zuhause bin, werde ich mal sehen, ob ich noch weiter am Objektiv rumteste. Im Moment bin ich unschlüssig, weil ich mich frage, ob die Abstandsveränderungen der Linsen bei einem einigermassen guten Objektiv dem visuellen Beobachter überhaupt was bringen. Bei meinem alten, schlechten Objektiv war das was anderes. ... Aber vielleicht mach ich trotzdem weiter, ... aus (halbwissenschaftlicher) Neugierde ;( :).


    [Das Wetter ist hier auch "aprilig", aber wohl generell ein bisschen wärmer. Marseillan ist sehr schön, warst Du auch mal in Pézenas ? Hat mich sehr beeindruckt.]


    Gruss

  • [Hallo Rudi, ja in Pezenas war ich auch, es ist eine wunderbare Gegend! Ich war mit der Familie 2014 dort: Beziers, Rouquebrun, Carcassone, Nimes... 8)]


    Die Abstandsänderungen sind ja einigermaßen gefahrlos und können rückgebaut werden. Ich bin gespannt was Du dabei herausfindest!


    Viele Grüße,

    Thomas

  • Hallo,


    Zur (abschließenden) Information:


    Ich habe zwar jetzt einen künstlichen Stern, siehe folgendes Bild:



    und der funktionniert auch gut, aber ich sehe (außer viel Gewabere) auf dem Handybild weniger oder höchstens dasselbe, wie am echten Stern.


    Dazu kommt, daß die Aufnhamen mit dem Handy, dem 4 mm Ortho und der Handyhalterung ein fürchterliches Gefummel sind.



    Ich gebe es daher auf, mit dem Handy Aufnahmen der Sternabbildung des Refraktors zu machen. Um hier weiterzukommen braucht man eine gute Kamera (Fotoausrüstung) und eigentlich eine optische Bank; ... und das kostet viel Geld und außerdem habe ich keine Lust dazu.

    Sinn meines Beitrages war es ja auch nicht, Fotos zu machen, sondern mit einfachen Mitteln eine Aussage über die Qualität eines Refraktor-Achromaten zu treffen. Meine Aussagen weiter oben bleiben daher gültig:


    (1) die Sternscheibchen sollten intra- und extrafokal möglichst gleich aussehen.

    (2) Die normalen Farben am Sternscheibchen sind, von außen nach innen:

    • extrafokal: gelbgrün, rot, blau (schwer zu finden = Millimeterarbeit am Fokussierrad), violett im Zentrum
    • intrafokal: violett, blau, rot, grüngelb im Zentrum

    (3) Der fokussierte Stern sollte möglichst nadelfein sein (an Sternhaufen testen) und einen oder mehrere Beugungsring(e) zeigen (aber an Luftunruhe denken !)


    Wenn (2) = Ringe und Farben jedenfalls auf einer Seite des Fokus alle da (und in der richtigen Reihenfolge) sind und besonders auch (3) = nadelfein + Beugungsring gegeben sind, scheint mir das "Möglichst-Gleichaussehen" (das ist, was man durch Abstandsänderung der Linsen erreichen kann = Änderung der sphärischen, nicht der Längs-Aberratio) der beiden intra- und extrafokalen Sternscheibchen - entgegen meiner eigenen, früheren Annahme und anderen Aussagen im Netz - jedenfalls visuell nicht so oder sogar kaum wichtig ! Trotz Ungleichheit der Sternbildchen intra- und extrafokal, habe ich am Mond - praktisch keine sichtbaren Farbabweichungen (den Blau-/Violettstich in grauen oder schwarzen Schattenzonen sieht man bei Achromaten immer) und ich sehe auch sonst keine Qualitätseinbußen (Kontrast).


    Edit: Der folgende Text aus einem ganz neuen Beitrag von Wolfgang hat mich auf die Idee gebracht, daß die sphärische Aberration, die ja auch Gaußfehler heißt (also die "gleichschönen Sternscheibchen") etwas mit der Abbildung im Feld, d.h. außerhalb der optischen Achse zu tun hat.


    In dem Beitrag sagt Wolfgang Folgendes:

    • "Der Prüfer - noch neu im Geschäft - hat also über ein Interferogramm mit dem Bath-Interferometer Koma festgestellt,wobei auf dem erstellten Datenblatt schon nicht mehr ersichtlich ist, in welcher Wellen länge gemessen worden ist: Entweder bei 532 nm wave, wie im Text erkennbar, oder bei 656.3 nm wave, wie im Bild erkennbar. Bei einem Refraktor wäre das wegen des Gaußfehlers von großer Bedeutung.

      Im Zusammenhang mit der Astro/Feld-Fotografie interessiert die Abbildung von Sternen im Bildfeld, die möglichst auch punktförmig, wie auf der opt. Achse sein sollte - es aber nicht ist, weshalb eine Reihe von guten Feldkorrektoren angeboten wird. Aus diesem Grunde ist es interessant, zu wissen, welche Fehler im Bildfeld entstehen, auch wenn ein Objektiv grundsätzlich nur auf der opt. Achse qualifiziert wird".

    Wenn die verschieden Farben mit unterschiedlichen Wellenlängen - nach Durchgang durch die zwei Linsen des Achromaten - nicht, in engem Abstand, schön parallel abgebildet werden, so wie hier: (((((, sondern z.B. so liegen (l(l(, dann wird der Abstand der Farben voneinander im Feld natürlich größer als auf der Achse ("bauchiges" oder "Engpass"-Ronchibild bei den Farben mit großem Abstand von grün) und die - fokussierten - Sterne könnten dann (durch den größeren Farbabstand im Feld als auf der Achse) im Feld "aufgeblähter" sein und nicht mehr so nadelfein-punktförmig, wie auf der Achse, wo die Farben enger beieinander Liegen . Wenn dem so wäre, wäre das also das, was man mit der Abstandsänderung der Linsen beim Achromaten verändern / korrigieren könnte. ... Aber das wäre dann wohl eher fotografisch wichtig (möglichst gleicher Farbabstand bei allen Sternen überall im Feld).


    Das ist jetzt aber reine Spekultation meinerseits, die ich (noch) nicht durch Nachlesen überprüft habe.


    ***


    Damit möchte ich diesen (langen) Beitrag beenden.


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    Rudi

  • Hallo,

    mußte nochmal ändern, weil ich im Beitrag teilweise Unter- und Überkorrektur durcheinandergeworfen habe. Ich konnte das nicht so falsch stehen lassen. Änderungen in "pink" !


    Ich habe gesehen, daß ich Euch bzgl des Ergebnisses meiner Versuche und meiner Nachforschungen ein bißchen hängen gelassen habe. Hier also meine Schlußfolgerungen (2 achromatische Objektive) noch mal anders formuliert bzw. zusammengefasst:


    Man sollte sich zunächst folgende Fragen bzgl seines Objektivs stellen :


    (1) Sind die Sterne nadelfein ? (Am offenen Sternhaufen zu testen).

    (2) Wie hoch kann ich (unter Idealbedingungen, jedenfalls aber kein katastrophales Seeing) vergrössern, ohne das die Sterne / das Bild unscharf / flau werden ?


    (a) ohne Probleme bis 1,5x und sogar 2x Objektivdurchmesser in mm oder

    (b) nur knapp über 1x Objektivdurchmesser in mm


    ==> Wenn 2 (a), dann ist alles ok, der Farblängsfehler ist bei Achromaten halt da und idealerweise auf einen Blaustich der grauen / schwarzen Schatten beschränkt.


    ==> Wenn 2 (b), dann gibt es (mindestens) zwei Fehlerquellen: den Gaußfehler und Astigmatismus.


    Um deren Wirkung auf die “Schärfe” zu erklären, muß ich erst mal kurz ausholen. Zunächst also zwei Postulate, die ich vorher nicht kannte:


    • Beim Achromaten dominiert der Farblängsfehler, beim Apochromaten der Gaußfehler

    Dazu siehe Wolfgang hier : http://r2.astro-foren.com/inde…-und-strehlwert-29juli-10


    “Nun haben wir es bei einem Refraktor mit zwei maßgeblichen Farbfehlern auf der opt. Achse zu tun: dem a) Farblängsfehler und b) Gaußfehler. Bei Achromaten dominiert der Farblängsfehler, der Gaußfehler eher zweitrangig, bei APO's kommt der Gaußfehler stärker ins Spiel.



    Also :


    (b1) Gaußfehler / sphärische Aberration (auch noch Öffnungsfehler und Kugelgestaltsfehler per Farbe genannt):


    Die sphärische Aberration (Kugelgestaltsfehler) kann man nur für eine Farbe optimieren, am besten auf die Mitte = Grün. Ist der Refraktor sphärisch auf Rot (= fotographisch) optimiert, d.h. dahin, wo das Auge nicht mehr viel sieht, sehr wahrscheinlich überkorrigiert (d.h. liegen hinter dem Fokus der axialen Strahlen der Farbe, auf die sphärisch optimiert wurde). Man wird dann :


    bei der visuellen Beobachtung [...] mit diesen System nur bis zum Öffnungsdurchmesser in mm vergrößern können”.


    Quelle : Ein ausgeprägter Gaußfehler - nur falsch optimiert


    bzw, wenn die Situation umgekehrt ist

    ”mit der Unterkorrektur [Anm : der anderen Farben - in dem Fall als Blau -], die einen Teil der Energie in die Beugungs-Ringe verschiebt, [nicht zufrieden sein] ... Wenn man also mit den besprochenen Einschränkungen zurecht kommt und die Vergrößerung bis max. 160-fach [Anm = Objektivdurchmesser] beläßt, wenn man den f/8.8 Refraktor auf f/15 bzw. 120 mm Durchmesser abblenden würde, dann könnte man die Situation erheblich verbessern”.


    Quelle : http://r2.astro-foren.com/inde…80-1600-rc-index-14dot329



    Warum ? Weil das System als Ganzes (alle Linsen des Refraktors) falsch korrigiert ist !


    • Im Detail : Wolfgang (Rohr) sagt hier (3. Beitrag) : "Lidl"-Refraktor Skylux 70/700 zu den dort gezeigten Sternabbildungen intra- und extrafokal Folgendes :
    • “Der Refraktor ist noch unterkorrigiert, das erkennt man am deutlichen Farbring intrafokal und am ausgefransten Rand extrafokal”.
    • Das dazugehörige (verlinkte) Bild fehlt, ich hatte es aber noch auf meinem Komputer, Daher kann ich es zeigen:


    • ==> Was an Wolfgangs obiger Aussage seltsam erscheint, ist, daß er den Begriff “unterkorrigiert” offenbar nicht auf eine einzelne Farbe bezieht, sondern auf das / die Sternbildchen als Farbkombination von blau bis rot, also über das ganze Spektrum. Meistens (in anderen Beiträgen) spricht er aber von Über- / bzw. Unterkorrekur nur bei einzelnen Farben, so z.B. hier : Ein ausgeprägter Gaußfehler - nur falsch optimiert (Überkorrektur - die sich im Ronchi durch den (übergewichtigen) Bauch zeigt - bei Blau und Grün).
    • “Bei Unterkorrektion liegen die Schnittpunkte der realen Strahlen vor (in Lichtrichtung gesehen) dem paraxialen Bildpunkt [= Fokus auf der Achse], bei Überkorrektion dahinter. Reale Einzellinsen mit sphärischen Flächen haben stets einen Öffnungsfehler, wobei Sammellinsen unterkorrigiert und Zerstreuungslinsen überkorrigiert sind. Beim FH-Objektiv ist der Öffnungsfehler korrigiert. Durch die Kombination einer Sammel- und einer Zerstreuungslinse wird erreicht, dass der Strahlschnittpunkt einer Einfallshöhe im paraxialen Bildpunkt liegt und die Schnittpunkte für Strahlen mit anderen Einfallshöhen in der Nähe des paraxialen Bildpunktes liegen. Diese Korrektur ist von den Linsenradien, dem Linsenmaterial, dem Abstand der Einzellinsen und den Linsendicken abhängig. Ich vermute, dass die Linsengeometrien auch bei Billigrefraktoren technologiebedingt in engen Toleranzen eingehalten werden. Deshalb dürfte die Ursache für Öffnungsfehler im Wesentlichen ein falscher Linsenabstand sein (dies wurde auch schon häufig beschrieben). Wie hier schon geschrieben wurde, kann man den Öffnungsfehler durch Änderung dieses Abstandes korrigieren”.
    • ==> Es gibt also beides : Das ganze Linsen-System (die 2 Linsen des Achromaten), d.h. alle Farben kann / können also über- / unterkorrigiert sein, oder aber auch nur einzelne Farben.... Wahrscheinlich ist es so, daß man von der Farbe ausgeht, auf die die sphärische Aberration optimiert wurde. Liegen die anderen Spektralfarben vor dem Fokuspunkt der Farbe, auf die optimiert wurde, wird das ganze System als "überkorrigiert angesehen, weil alle anderen Farben, außer der, auf die optimiert wurde, überkorrigiert sind. Liegen die anderen Farben hinter dem paraxialen Schnittpunkt der Farbe, auf die sphärisch optimiert wurde, wird von Unterkorrektur des ganzen Systems gesprochen, (obwohl ja die Farbe, auf die optimiert wurde, weder über- noch unterkoorigiert ist.]
    • [Frank schreibt im letzten Link auch noch :
    • “Wie der Öffnungsfehler sich mit dem Linsenabstand verändert, hängt vom Objektiv ab. Ich habe mal ein 70/700 Objektiv nachgemessen und unter der Annahme dass BK7 und F2 als Gläser verwendet wurden nachgerechnet. Wie sich der Öffnungsfehler mit dem Linsenabstand verändert habe ich hier (http://www.stern-freund.de/index.php?id=43 dargestellt, (im Bild 1 ist der Betrag der maximalen Schnittweitendifferenz dargestellt, die Schnittweitendifferenzen links des Optimums haben negative Vorzeichen)”.


    Man kann das ganze auch auf die Farbe Grün beziehen : Bei Überkorrektur (mit Grünfilter sind die Linien im Ronchi = bauchig) sind die Linien bei Rot gradlinig ; bei Unterkorrektur von Grün (mit Grünfilter im Ronchi bilden die Linien einen Engpass) müssten sie bei Blau gerade sein (obwohl man nicht vergessen darf, daß der Abstand in nm zwischen 482 nm = der blauen F-Linie und 546 m = der grünen e-Linie einerseits mit 66 nm geringer ist, als der zwischen Grün (546 m) und Rot (C-Linie 656 nm) mit einem Delta von 110 nm).


    Um die Situation zu verbessern, muß man bei Überkorrektur den Abstand vergrössern, bei Unterkorrektur den Abstand verringern.


    Hier ist das nochmals sehr schön erklärt :


    ich weiß nicht mehr, wo ich das her habe (aus welchen Beitrag von Wolfgang das stammt), aber ich hoffe er wird mir verzeihen.

    Und hier noch eine gute englische Erklärung :


    https://www.cloudynights.com/t…correction-in-refractors/


    *


    Ist der Refraktor dagegen sphärisch auf Blau optimiert (anstatt auf Grün), also (insgesamt) unterkorrigiert, ist das - für Astronomen - weniger bemerkbar, wegen des Nachtsehens : http://rohr.aiax.de/@Muster_Curve.png und auch hier :

    http://r2.astro-foren.com/inde…80-1600-rc-index-14dot329

    Die Korrektur ist auch schwieriger, weil die Linsen näher zusammen müssen, was irgendwann an Grenzen stösst (Linsen stoßen aufeinander, kein Abstand mehr).




    (b2) Astigmatismus :


    Man sieht ovale Sternscheibschen, die sich kreuzen, wenn man von intrafokal auf extrafokal wechselt und ein Kreuz im Fokus, anstatt eines runden Sternbildes (mit Beugungsscheibchen). Auch dieser Fehler kann dazu führen, daß man nicht hoch vergrössern kann, siehe diesen Link : https://www.cloudynights.com/t…matism-affect-on-imaging/ (Marsbild im Beitrag Nr. 10 herunterladen; dazu auf das Bild klicken, dann unten rechts “Save”). Es handelt sich um ein Bild im gif Format, welches aus 3 hintereinandergeschalteten Bildern besteht, die sich automatisch "umschlaten" und unterschiedliche Grade von Astigmatismus zeigen, sowie deren Auswirkungen auf die Bildschärfe und den Kontrast darstellen).


    Urache des Astigmatismus können Verspannungen, aber auch Verkippungen der Linsen sein (korrigierbar) oder aber ein Keilfehler (bedingt korrigierbar, siehe hier : http://www.binoviewer.at/teleskoptuning/lidltuning4.htm ) und schließlich Asti im Glas (nicht korrigierbar).


    ***


    Fazit :


    Ich habe bei meinem alten Refraktorobjektiv versucht, die Unterkorrektur zu beseitigen, weil ich dachte, das der Gaußfehler die Ursache war, daß ich nicht hoch vergrößern konnte. Es ist mir auch gelungen, durch Abstandsänderung der Linsen die Sternscheibchen intra- und extrafokal gleich gut aussehen zu lassen. Aber das Problem mit der Vergrößerung blieb, weil die tatsächliche Ursache ein Astigmatismus im Glas, bzw. ein Keilfehler war, der nicht korrigierbar ist und keine hohen Vergrößerungen erlaubt.


    Jetzt habe ich ein neues Objektiv, was hohe Vergrösserungen erlaubt; aber es ist überkorrigiert. Trotzdem sind die Sterne schön scharf und ich kann hoch vergrössern.


    Seltsam, nee ?


    Ich vermute mal, (kann das aber nicht beweisen, weil ich dazu die Messgeräte nicht habe), daß mein neues Objektiv sphärisch auf Rot optimiert ist.


    Weil die Sterne scharf und klein sind und weil auch der Farbfehler sehr gering ist, werde ich die Überkorrektur (= Sternscheibchen nicht gleichmässig ; extrafokal besser) aber so belassen.


    Bei einem Achromaten (an einen APO würde ich mich nicht rantrauen) kann man also zur Verbesserung des Sternabbildes, besonders bei einem schlechten Objektiv - den Linsenabstand ändern; aber man muß ganz genau wissen, was man macht (siehe dazu besonders auch den Link zu Cloudynights unter dem letzten Bild in diesem Beitrag weiter oben, wo jemand das gemacht hat und jetzt sagt, er würde es - bei einem - offensichtlich - guten Objektiv - nicht (noch mal) machen !


    Wie man ein gutes und ein schlechtes Objektiv unterscheidet ? : Meine neue Erkenntnis ist: am Sternbildchen im Fokus (nadelfein, Beugungsringe) und weniger an der Gleichheit der Sternbildchen intra- / extrafokal. ... Und natürlich an der Möglichkeit hoch zu vergrössern (... aber Achtung, wenn man nicht hoch vergrössern kann, kann das auch mal an schlechtem Seeing liegen).



    ***


    So jetzt ist aber Schluß mit dem Thema !


    Ciao

  • Hallo Rudi,


    Ich hab gerade meinen funktionierenden ETX-70 Refraktor verkauft, und bei meiner Skylux-Gurke weiß ich das sie suboptimal ist.

    Von daher bin ich froh "nur" mit dem neuen 200/1200 Dobson klarkommen zu müssen.

    Aber die Geduld mit der du das Thema vorangetrieben hast verlangt großen Respekt!


    Chapeau!

    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1200 Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton (2x)


    https://astronomiefreunde-kn.de/

  • Hallo Detlev,

    hallo Thomas,


    ja, ich glaube, ich bin ein "Wühler". ... Eine Arbeitskollegin hat das mal diplomatisch ausgedrückt: ... eine "Wühlmaus" !

    [Nota bene: Ich glaube nicht, daß es eine einzige positive Stellungnahme zur Wühlmaus auf dem deutschen Internet gibt. Deshalb hier mal ein Bild: https://www.florissa.at/garten…t/pfirsich/wuehlmaus.html]


    ... ... ... Aber: Es gibt ja - zum Glück - nicht nur das TEUTSCHE Internet ! :thumbdown:


    Im übrigen:


    Gut und Richtig sind zwei paar Stiefel. ... ... Man kann einen Wühler auch als Terrier ansehen.

    Dazu zitiere ich gerne mal eine TAGTÄGLICHE Reklame aus dem ZDF:



    Aber besser wird die Situation dadurch nicht !


    LG

  • Hallo Rudi,


    was richtig ist, ist relativ (100 Jahre Lichtablenkung = Einstein hatte recht... und was hat er jetzt davon?).

    Was gut ist, das ist für Dich und mich, jetzt und hier, wichtig. Und egal ob extra- und intrafokales Bild unterschiedlich sind... Gut ist = für Dich wichtig, dass die Sternabbildungen im Fokus Dich zufriedenstellen.


    Viele Spaß mit Deinem visuell super scharfen Refraktor!


    Viele Grüße


    Thomas