80 ED Refraktor optische Aberration / Defekt

  • Hallo M.

    bin gerade unterwegs, deshalb nur kurz. Da ist irgendwas verkippt. Das lässt sich mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit beheben.

    Ich würde ZUALLERERST auf die hintere Seite des Teleskops tippen. Die Befestigung des OAZ (3 Schrauben) hat sich gelockert / verschoben durch schweres Zubehör am Okularauszug (OAZ) ? Oder die Kamera sitzt schief auf dem OAZ ?

    Wenn Du ein Cheshire Okular hast (kostet 27 € oder so), ein nadelfeines Loch GENAU in die Mitte des Objektivdeckels machen (oder Kartondeckel basteln) und dann durch das MiniLoch von vorne nach hinten in den OAZ (mit Cheshire) schauen. Du siehst sofort, was los ist; da sind konzentrische Ringe im Cheshire, die Du mit dem Rand OAZ "fluchten" lassen musst. (Die silberne Fläche des Cheshire in Richtung -aber NICHT DIREKT AUF - die Sonne richten; ... wenn ohne Zenitspiegel zeigt das Teleskop auf den Boden).

    Wenn der OAZ es nicht ist, die Position (Verkippung?) der Kamera im Verhältnis zum OAZ prüfen. ... Erst wenn es das auch nicht ist, an's Objektiv rangehen.

    Melde Dich aber bitte nochmal, wenn Du die hintere Seite des Teleskops geprüft hast, und BEVOR Du an's Objektiv rangehst. Auch das GANZE Objektiv (und nicht unbedingt die einzelnen Linsen) kann noch verkippt zum Tubus sitzen. Das kannst Du (noch besser) sehen, wenn Du von hinten (sozusagen normal) in Richtung Sonne in das Cheshire schaust (3 "Donuts". Vorher das kleine Loch zukleben (schwarzer Klebestreifen).

    Alles Gute

    Rudi


    Addendum: Köntest Du bitte auch kurz erklären, was genau Du gemacht hast, als Du das Objekriv verdreht hast ? War das ich vermute) NACHDEM Du die "Schwänzchen" festgestellt hast ?

  • Hallo


    Ich habe das Problem bei Fotos mit einer ziemlich schweren DSLR bemerkt.


    Die Sternentests, die ich oben erwähnt habe, wurden mit einer sehr leichten ASI 178 MC-Kamera durchgeführt.


    Das Sternmuster im Fokus ist identisch mit dem Sternmuster in den Bildern, die ich mit der schweren DSLR aufgenommen habe.


    In meinen Augen würde eine Fehlausrichtung des Fokussierers zu einer eher ovalen / elliptischen Beugungsscheibe führen und nicht zu einem kleinen und schmalen Lichtschweif, wie es in den Videos zu sehen ist. Ich könnte mich jedoch irren.


    Über das Objektiv - ich habe es seit ich das Teleskop habe nicht mehr angefasst, habe es aber erst kürzlich gemacht, nachdem ich das Heckproblem bemerkt habe.


    Bei einer Sichtprüfung sitzen die Linsen so, wie sie sein sollten, ohne sichtbare Fehlausrichtung. Die Objektivfassung zeigt keine sichtbaren mechanischen Probleme und / oder Schlagspuren oder Beulen.


    Um die mögliche Ursache des Problems zu lokalisieren, entfernte ich die Linsenzelle aus dem Tubus und drehte nur das vordere Element, wobei die zweite Linse an ihrem Platz blieb. Ich habe an jedem Rand der Linse Markierungen angebracht, als ich das Objektiv zum ersten Mal auseinander nahm, da sie ursprünglich überhaupt keine Markierungen aufwiesen.


    Deshalb habe ich das erste Element um ~ 90 Grad gedreht, um zu beobachten, ob sich das Problem damit dreht, sich leicht dreht / sich etwas ändert oder überhaupt nicht dreht - in diesem letzteren Fall könnte dies ein Problem mit der Röhre selbst bedeuten und / oder oder mit dem Fokussierer.


    Der Fehler drehte sich entsprechend um ~ 90 Grad

  • Hallo,


    ok. Bin immer noch unterwegs und hatte Deine Videos vorher nicht angeschaut. Nach Betrachtung derselben, bin ich aber immer noch der Meinung, daß es sich um eine Verkippung handelt. Was mir jetzt bei der Betrachtung der Youtube-Videos aufgefallen ist, dass in beiden Videos (künstlicher und echter Stern) WOHL (?) INTRA-fokal = am Ende des Videos (ich gehe davon aus, dass Du den Fokussierer von aussen nach innen gedreht hast) jeweils ein Stück vom Rand abgeschnitten ist (Sekante am Kreis).


    Was mich dabei erstaunt ist, dass die "Sekante" bei den beiden Videos um 90* gedreht ist. Hast Du ein Video vor Drehung der vorderen Linse und eines danach aufgenommen ?


    Alles weiter ist jetzt reine Spekulation, weil

    1. Ferndiagnosen immer schwierig sind und

    2. ich nicht zuhause bin und meine "Linksammlung" nicht hier habe.


    Aber ich denke immer noch es ist eine Verkippung. Wenn die hintere Seite des Teleskopes ausgeschlossen werden kann, dann entweder eine Verkippung des ganzen Objektivs zum Tubus, oder der vorderen Objektivlinse zur hinteren. Es gibt eine schöne Erklärung von Wolfgang, wie man die Linsen zueinander bewegen muss, um die Achskoma zu beseitigen. Aber, wie gesagt, ich komme hier auf dem Handy jetzt nicht an meine Linksammlung.


    Die "Drehung" der "abgeschnittenen" Seite des Sternscheibchens zwischen den beiden Videos musst Du erklären.


    Bin gespannt !


    [Ich habe mir nach dem Essen eines Eises hier einen Eislöffel mitgenommen siehe Bild:

    Der ist aus Plastik und besser geeignet, als ein Schraubenzieher um - nach Lockern (nicht Abschrauben) des Frontringes vor dem Objektiv - die vordere Linse leicht hin- oder her zu schieben, um die Verkippung zu beseitigen. ... Aber, wegen der abgeschnitten Kante am Sternscheibchen, tippe ich immer noch zuerst auf eine Verkantung der Fixierung des ganzen Objektivs zum Tubus.

    ... ... Wenn alles nichts hilft, musst Du leider mit unterschiedlichen Dicken der Abstandsplättchen arbeiten; ...aber das würde mich wundern, weil ursprünglich war das Ganze ja mal ok. (Hast Du beim Drehen eines der Abstandsplättchen verschoben, von ganz aussen nach weiter innen auf der Linse ?).]


    Edit: oder noch was: sind die Abstände der Abstandsplättchen AUF DER LINSE noch gleichgross ? Messen ! (Wenn Du Dir die drei Abstandsplättchen als die Eckpunkte eines Dreiecks vostellst, muss das Dreieck GLEICHSEITIG sein ! Ein Abstandsplättchen könnte sich beim Drehen mitgedreht haben !)

    Aal Guddes


    Rudi

  • Hallo Mirceear,


    bin wieder zuhause, hier sind zwei Links zu Wolfgangs Beschreibungen zur Entfernung der Achskoma (Schwänzchen):


    TMB FH - nachgebessert (5. Bild)


    http://astro-foren.com/index.p…f-und-fotografie&catid=10 (4. Bild)


    Aber es scheint mir, als müssten die "abgeschnittenen" Sternscheibchen VORRANGIG behandelt werden, und da bin ich mir ziemlich sicher, daß das was anderes ist. Was kann den Lichtkegel so abschneiden ? Es kann natürlich sein, daß bei der Videoaufnahem, der Stern aus dem Feld gelaufen ist. Aber zweimal ? Dann, ... Verkantung / Verkippung der Linsen (einzelne oder beide) und "Abschneidung" durch den Tubus / die Taukappe ? Auch wenn die beiden Linsen rundum (kreisförmig) gleichmässig aufeinanderliegen, kann der Endkontroller festgestellt haben, daß eine (!) Linse nicht genau rotationssymmetrisch ist (also der Mittelpunkt nicht genau in der Mitte liegt) und diese Linse so verschoben haben, daß es paßte (Mittelpunkt auf Mittelpunkt liegt), was aber am Rand zu einem (kleiner als) Millimeter Überstand auf einer Seite führt (und "Unterstand" auf der anderen Seite), sodaß man das zu Beginn (bzw. vor Verdrehen) nicht gesehen hat. ... Deshalb der Tip mit dem Eislöffel.


    Oder, was mir jetzt noch eingefallen ist: Hast Du Blenden im Tubus ? Eine (im Abstand) falsch- oder (eher) schiefstehende Blende könnte auch den Strahlengang abschneiden.


    Bin gespannt, was Du findest !

  • Hallo


    Das künstliche Sternvideo wurde mit aufgesetztem und verlängertem Tauschild aufgenommen.


    Das Altair-Video wurde einige Tage später mit entferntem Tauschild aufgenommen, nachdem ich das Frontelement um 90 Grad gedreht hatte.


    Wenn ich eine Kamera an diesem Teleskop benutze, richte ich normalerweise die Unterseite des Rahmens senkrecht zur Deklinationsachse und parallel zur Teleskopschiene aus. Theoretisch ist der 90-Grad-Unterschied in der Drehung die Änderung, die sich nach dem Drehen des Frontelements ergibt.


    Das Teleskop hat eine Art Prallelement, das in die Rückseite der Objektivzelle eingeschraubt wird, aber zum Zeitpunkt der Videos noch nicht installiert war. Das Rohr hat keine weiteren Leitbleche.


    Beide Videos wurden aufgenommen, indem der Fokussierer von außerhalb des Fokus nach innerhalb des Fokus bewegt wurde.


    Beide Sterne, der künstliche und der Altair, waren im Rahmen zentriert, um so weit wie möglich auf der Achse zu sein.


    Die Objektivfassung des Zenithstar 80 ED kann ohne Spezialwerkzeug leicht von Hand zerlegt werden.


    Die Vorderseite der Objektivfassung (was Sie in der Bildmitte unten sehen können) ist das Hauptteil des Objektivs, während das hintere Teil (rechts im Bild) dasjenige ist, das hat abgeschraubt werden, um an die Linsen zu gelangen.


    Was ich vor einiger Zeit getan habe, aber NACHDEM mir das optische Problem des Refraktors aufgefallen ist, war die Installation eines Gummi-O-Rings zwischen diesem Rückenteil, der in den Objektivhalterungskörper und die Rücklinse geschraubt wird, so dass ich einen haben werde Kein bewegliches Metall auf Glaskontakt. Die Abweichung ist jedoch gleich geblieben.


    Der Linsenabstandhalter ist ein flacher schwarzer Kunststoffring mit einer Dicke von 0,43 mm - ich habe ihn mit einem Mikrometer gemessen. Bei einer Sichtprüfung ist es in einwandfreiem Zustand, ohne irgendwelche Probleme.


    Vielen Dank für die Mühe, ich habe mir die von Ihnen bereitgestellten Links angesehen, aber da der Linsenabstandhalter ein einteiliger Kreisring ist, glaube ich nicht, dass dies hier der Fall ist.


    Nächste Woche werde ich mit vielen Leuten auf einer Starparty sein, die mir vielleicht einen Einblick in dieses Problem geben. Ich werde danach zurückkommen.


    Danke nochmal

  • Ok, dann tippe ich auf den Gummiring ! Hat der sich vielleicht verschoben ?

    Aber die Idee mit dem Teleskoptreffen finde ich gut. Es ist besser, wenn ein erfahrener Sternfreund das diekt vor Ort sieht, als so Ferndiagnosen zu machen.

    Du kannst übrigens gerne Du sagen, auf dem und auf anderen Foren machen das alle so !

    Viel Glück !


    Edit: noch eine Idee: der Zenitspiegel (falls Du einen solchen benutzt) ! Sitzt der ganze Spiegel (das Gehäuse) gut/zentrisch im OAZ ? ... Darüberhinaus habe ich auch schon von (reinen) Spiegeln gehört, die schief im Zenitspiegel-Gehäuse sitzen.