Kaufberatung und Frage zur Brennweite für beobachtungen ohne Kamera

  • Hallo alle zusammen.


    Ich recherchiere grade sehr ausgiebig welches Teleskop ich mir als Einsteigerin kaufen soll. Mein Budget würde im Optimalfall bei ca. 150€ liegen, da ich aber ungerne etwas 2 mal kaufe weil es beim ersten mal einfach nicht glücklich macht könnte ich bis ca. 300€ investieren, solange ich der Meinung bin, dass es exakt das ist, was ich suche.


    Was ist mein Ziel:
    Beobachtung von Mond (deutliche darstellung kleinerer Krater),

    Mars (unterschiedliche Farbgebung sichtbar/Polkappen grade so erkennbar),

    Saturn (Ringe gut sichtbar),

    Jupiter (roter fleck erkennbar)

    Was ist wünschenswert:

    Erkennung der 4 großen Jupitermonde (Io, Europa, Callisto, Ganymede)

    Darstellung der größten DeepSky Objekte mit zumindest groben konturen (M31, M42, M13)

    Sonnenbeobachtung (ganz unten auf der Prioritätenliste)

    Was ich NICHT suche:

    Kameraanbau oder für Kameras optimierte Teleskope. Ich habe nur Interesse an der Sicht mit bloßem Auge, auch wenn Kamerabilder sicherlich beeindruckender wirken, die Kameras die man dafür braucht werde ich mir die kommenden 5 Jahre noch nicht leisten können.


    Man könnte also behaupten ich weiß recht genau was ich erreichen möchte.

    Nach meiner Recherche bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich gerne ein Reflektorteleskop, bestmöglich mit Parabolspiegel erwerben möchte. Die Öffnung sollte zwischen 114mm und 150mm liegen. Da es mobil sein muss und ich es mit meinen schmächtigen 45kg Körpergewicht und 1.60 Körpergröße tragen können muss, fallen leider die meisten Dobson Montierungen weg, diese sind schlicht zu schwer und grade in unebenem Gelände für mich nicht brauchbar.


    Im Titel stand was von Fragen zur Brennweite?:

    Das ist richtig. Wenn ich mich zur Brennweite informiere finde ich immer wieder Informationen dazu, wie diese wichtig für die Arbeit mit Fotokameras ist und was diese dafür bedeutet. Wie oben schon beschrieben habe ich aber sehr wenig Interesse an Fotografie. Wenn ich nun mit bloßen Auge arbeiten möchte, was bedeuten die unterschiedlichen Brennweiten für mich? Mit welcher Kombination aus Brennweite und Öffnungsgröße kann ich die oben dargestellten Ziele bestmöglich erreichen?


    Meine bisherige Vorauswahl:

    300€ - Orion 0 SpaceProbe 130ST Äquatoriale Reflektor Teleskop (Auswahl für "kurze" 650er Brennweite)

    255€ - Bresser Spiegelteleskop Galaxia EQ-Sky 114/900 Teleskop mit Aluminium-Stativ, EQ-3 (Auswahl für mittlere Brennweite, leider sehr kleine Öffnung, dafür Top Preis mit viel Zubehör)

    290€ - Bresser Spica 130/1000 EQ3, parabolisches Spiegelteleskop (Auswahl für lange Brennweiten, leider sehr teuer)

    275€ - Skywatcher Dobson Teleskop N 150/1200 Skyliner Classic DOB (Extrem lange Brennweite)

    Letzteres würde ich auf Grund des massiven Gewichts nur wählen wenn mir jemand garantieren könnte, dass ich in den Niederlanden am Strand (Lighpollution dunkelgrün, leider nicht schwarz) bereits deutliche konturen von M31 erkennen könnte, was ich bezweifle.

    Weiterhin noch:

    220€ - TS-Optics Einsteigerteleskop Newton 130/650 auf EQ3-1 Montierung (Auswahl für "kurze" Brennweite) - ?Kein Parabolspiegel?

    200€ - Omegon Teleskop N 114/900 EQ-1 (Wahl für lange Brennweite / Kann man mit EQ-1 glücklich werden?) - ?Kein Parabolspiegel?

    270€ - Omegon Teleskop N 130/920 EQ-3 (Wahl für lange Brennweite / 70€ Aufpreis für EQ-3, ist es das wert?) - ?Kein Parabolspiegel?

    Leider konnte ich bei diesen 3 Teleskopen keine Angaben zu Parabolspiegeln finden. Kann mir jemand sagen ob diese einen haben? Wenn nein fliegen die sofort raus.

    Und:

    70€ - Intey Tragbares Astronomisches Teleskop 70/400 (wie viel von meinen Zielen könnte ich realistisch hiermit bereits erreichen?


    Ich hoffe ihr könnt mich ein wenig beraten, mich bei meiner Unklarheit bezüglich der Brennweitenbedeutung für das bloße Auge aufklären und vielleicht noch weitere wichtige Informationen geben.

    Andere Beiträge dieser Art habe ich mir bereits angesehen und auf Grund der dort gewonnenen Informationen diese Vorauswahl getroffen.


    Meine Fragen in Zusammenfassung:
    Wie wirkt sich die Brennweite für die Beobachtung mit bloßem Auge aus?

    Im Hinblick auf meine Ziele und Wünsche, welche ausgewählten Teleskope sind absolut nicht zu gebrauchen?

    Hat eins der 3 zusätzlich genannten Teleskope einen parabolspiegel?

    Wie viel meiner Ziele könnte ich als Einstieg mit dem preiswerten Intey 70/400 bereits erreichen?


    Ich bitte davon ab zu sehen mir noch weitere Modelle zu empfehlen, außer ihr seit euch 100% sicher, dass es sich dabei exakt um den perfekten Preisleistungssieger für meine Wünsche und Ziele handelt, da die Auswahl jetzt schon sehr groß ist. Weiterhin möchte ich mich schon jetzt für das lesen meines sehr langen Textes bedanken und natürlich für alle hilfreichen Antworten um so mehr. Gerne verkünde ich hier welches ich am Ende gekauft habe und wie meine Erfahrungen damit waren, um auch zukünftigen Interessierten beim Kauf zu helfen.


    Liebe Grüße :)

  • Hallo Marie,


    es ist eigentlich ganz einfach:


    - längere Brennweiten (auch nicht gaaanz lange, weil dann das Bild dunkler wird) sind für die DETAIL-Abbildung (= optisch) besser; stellen aber - wegen des Hebels - große Anforderungen an die Montierung (das technische Gerät auf dem das Teleskop bewegt / gedreht wird) und auch an den Transport;


    - kurze Brennweiten (so ab f/5 und "schneller", also das Verhältnis Durchmesser der Linse oder des Spiegels / Brennweite ist f/4.5, f/4, f/3 usw) sind lichtstärker (das Bild ist HELLER, aber nicht notwendigerweise besser), leichter zu transportieren und stellen auch geringere Anforderungen an die Montierung, aber dagür deutliche größere Anforderungen an die optische Qualität des Zubehörs: bei längeren Brennweiten kannst Du deshalb z. b. billigere Okulare verwenden / kaufen.


    Aber noch etwas anderes spielt eine SEHR WICHTIGE Rolle: der Durchmesser des Teleskopes. Ich verweise mal auf diesen Beitrag von Svenja : Unser erstes Teleskop?


    Wenn Du nur visuell unterwegs bist, wird es wirklich interessant ab 150 mm Durchmesser (z. B. Kugelsternhaufen-Auflösung, siehe obigen Link).


    Du hast auf Deiner Liste auch einen 150 mm Dobson, aber mit 1200 mm Brennweite. 1200/150 = 8; also ein f/8. Svenja hat ein 150er f/5 gekauft, sich aber (leider) nie mehr gemeldet.


    Der 150er Newton f/5 ist sehr gut transportabel und hat auch keinen langen Hebel und die Okulare dafür werden noch nicht zu teuer. (Das wird erst aber f/4 und f/3 und so ernst). Der f/8 Newton, den Du auf deiner Liste hast, ist schon ein bißchen ein "Drum" (bei Deinen Größen- und Gewichtsangaben).


    Ich hätte Dir also im Prinzip erneut den 750/150er = f/5 empfohlen (kleiner "Lichteimer", aber kurz = leicht und gut transportabel).


    Jetzt kommt aber noch eine "Finesse" in's Spiel:


    - Deep-Sky Objekte, wie die Andromeda-Galaxie und so sind lichtschwach (das Licht der Galaxien ist "breitgetreten", = weniger Licht pro Quadratmillimeter oder Pixel ). Da ist es wichtig, ein lichtstarkes Teleskop zu haben, also kurze Brennweite ==> f/5.


    - Planeten sind eher Lichtpunkte (wie Sterne): das Licht ist konzentriert. Um darauf Details zu erkennen (Du erwähnst Mars) ist es wichtiger höher zu vergrößern und eine bessere Tiefenschärfe zu haben und die Lichtstärke ist (ein bißchen) weniger wichtig. Das geht besser mit längeren Brennweiten (f/8 z. B.).


    Wenn Du beides willst (Deepsky und Planeten) und ich jetzt noch die Angaben zu Deiner Person berücksichtige (und den Transport), wäre vielleicht ein 150er Newton mit f/6 ideal; also ein 150er Newton mit 900 mm Brennweite.


    ... Aber da müsstest Du vielleicht Teleskop und Montierung (oder "Rockerbox" für den Dobson) getrennt kaufen. (Habe mal kurz gesucht auf dem Internet, aber auf die "Schnelle" keinen "fertigen" gefunden).


    Aber wir können ja beide noch mal suchen ! (Würde bei Deinen Wünschen auf keinen Fall etwas unter 100 mm nehmen).


    Lieben Gruß

  • Hey Marie,


    Habe nochmals auf dem Internet gesucht: hier ist ein f/6er, wie mir scheint zu einem vernünftigen Preis (und komplett, außer Okulare): https://www.teleskop-spezialis…gel::730.html?language=de Er hat auch einen kleineren Fangspiegel als der 150er f/5 Dobson von Bresser (45mm anstatt 55 mm), was für den Kontrast bei rein visuell (Andromedagalaxie) besser ist.


    (Es gibt auch einen 150er f/6 von GSO auf parallaktischer Montierung https://www.teleskop-spezialis…ng::1547.html?language=de, aber der ist zu viel teuer für Dein Budget, weil da eine gute EQ-5 Montierung dabei ist).


    Dann brauchst Du aber noch die Rockerbox.


    Teleskop Express hat eine, aber die ist sehr teuer (weil aus Aluminium): https://www.teleskop-express.d…e-mit-150mm-Oeffnung.html


    Sonst könntest Du auch den Vorschlag von hier überlegen, d.h. mal beim Verkâufer (des Teleskops) nachfragen (oder bei dem im Link genannten Händler), ob er Dir eine Rockerbox (aus Holz) baut oder besorgt (3. Beitrag): https://www.astronomieforum.at/viewtopic.php?t=4598


    Ansonsten bin ich - nach jahrzehntelanger Erfahrung - ganz bei "heli54" (dem Autor des 3. Beitrages im letzten Link): für rein visuell ist eine parallaktische Montierung und ein großes Stativ nur unnötig schwerer "Klimbim" (Transport). Es kann zwar sein, daß Du am Beobachtungsort oder im Urlaub einen Tisch / Stuhl oder eine Bank brauchst, aber das ist einfacher zu besorgen (oder sogar mitzunehmen = z. B. stabiler Campingtisch), als Montierung und Stativ zu schleppen.


    ... Also meine - ganz persönliche - Meinung wäre dann, wenn das Budget zu knapp ist und / oder der 150er f/5 Dobson von Bresser nicht in Betracht kommt, eben wegen des Durchmessers ("Lichteimer"), wiederum ein Dobson auf Rockerbox: dann eben ein 130er (ohne die - wahrscheinlich auch noch wackelige - parallaktische Montierung und das - wahrcheinlich auch noch klapprige - Stativ.).


    Lieben Gruß und gute Entscheidung wünscht

  • Hallo,


    bei deinen Aufzählungen sehe ich ein Problem, dass sind die Montierungen. Eine EQ-1 kann einen sehr schnell den Spaß am Beobachten verderben. Beim Fokussieren schwingt dann alles und man ist kaum in de Lage abzuschätzen, ob das Bild besser geworden ist. Besonders wenn bei höheren Vergrößerungen auch noch das Seeing noch mit rein spielt. Die EQ-3 ist zwar etwa besser aber auch nicht das goldene vom Ei.

    Versuche auf einem Sternentreffen eine gebrauchte, bessere Monti preiswert zu erstehen.

  • Hallo Marie,


    Rudi hat schon einiges erwähnt.


    Dein Problem ist auch Dein veranschlagtes Budget von 300,-€.


    Ich bin ganz bei Rudi, mit dem Vorschlag eines Newton mit 150mm Öffnung und 750mm Brennweite.

    Alternativ ein 150mm Öffnung mit 900m Brennweite, oder etwas größer 200mm Öffnung mit 1000mm Brennweite.


    Auf Grund Deiner Vorgaben, Körperlich und transportabel, dann der Newton mit 150mm Öffnung und 750mm Brennweite.

    Mit dieser Öffnung hast Du schon etwas in Richtung DeepSky.

    Aber deutliche Konturen von M31 wirst Du damit nicht erreichen. Es wird ein difuses, lichtschwaches Staubwölkchen sein, evtl. mit etwas aufgehelltem Kern. Spiralarme, Ausdehnung von M31, no chance. Auch braucht es viel Übung im Sehen für M31.

    M13, Kugelsternhaufen im Herkules, ist da schon dankbarer, weil heller und kompakter.

    M42, Orionnebel, nun ja, Du wirst die Nebel, ohne Filter, erahnen können. Das kann man mit UHC- oder OIII-Filter lösen.

    Planeten, abgesehen davon, dass die in nächster Zeit alle nicht wirklich gut zu beobachten sind, ist mit solch einem Newton auch möglich.

    Saturn, die Ringe, wirst du als einen Ring erkennen, evtl. mit hoher Vergrößerung die Cassini-Teilung sehen.

    Jupiter, Wolkenbänder und Großer Roter Fleck (GRF) werden sichtbar sein, mit mittlerer bis hoher Vergrößerung.

    Mars wird ein kleines rotes Scheibchen sein.


    Grundsätzlich, für DeepSky brauchts Öffnung (Lichtsammelvermögen), so ab ca. 8" (200mm), oder auch schon, wie schon von Rudi erwähnt, ab 150mm, also 6".

    Große Öffnung übersteigt Dein Budget, auch bei einem Newton und dann kommt noch die Montierung dazu, die dann für 8" Newwton sehr teuer wird und die Handhabung wird schwieriger und das Gewicht nimmt zu. Außnahme, der Dobson, da kannst Du gebraucht schon was um 200,- bis 300,- € bekommen.

    Für Planeten brauchts Vergrößerung, um z.B. Deine kleineren Krater am Mond zu sehen.

    Da gilt als Faustregel maximale Vergrößerung doppelter Objektivdurchmesser (Öffnung des Teleskopes). Also bei 150mm 300-fache Vergrößerung, aber nur bei optimalen Bedingungen, also eher weniger. Stichworte, Transparenz und Seeing.
    Die Vergrößerung errechnet sich Brennweite des Teleskopes durch die Brennweite des Okulares.

    Bei einem 150/750 Newton und einem 24mm Okular ergibt sich 750 / 24 = 31,25-fache Vergrößerung.

    Das Problem, so ein 150/750 Newton kostet ca. 250,-€ und Du hast dann nur das Teleskop.

    Fehlt halt noch die Montierung, sprich Stativ und Achsenkreuz, egal wie Du montierst, ob nun Alt/AZ oder parallaktisch (deutsche Montierung).

    Die unterste Grenze für einen 150/750 ist m.E. die EQ3-2. Die schlägt dann nochmals mit ca. 250,- € zu buche.

    Die Kombination gibt es, so weit ich weiß, im Set. Der Preis liegt dann etwas unter dem Einzelkauf.


    Verabschiede Dich bitte auch von der eierlegenden Wollmilchsau, die gibt es leider nicht.

    Du musst immer Kompromisse eingehen.

    Ein Newton kommt einem Allrounder nahe, aber eben mit abstrichen.

    Im Preisleistungsverhältniss, also viel Öffnung für moderates Geld, ist ein Dobson einfach unschlagbar.

    Ich bin wirklich kein Freund ;) von Dobson, aber z.B. einen 203/1200 Dobson bekommst Du neu für ca. 400,- bis 500,-€.

    Um mit einem anderen Teleskoptyp dahin zu kommen, gibst Du sicher das dreifache aus.


    Bei Deinen ausgewählten Teleskopen sehe ich das größte Problem bei den Montierungen.

    Besonders die EQ1, da üben die drauf gepackten Teleskope einen viel zu großen Hebel aus.

    Selbst eine EQ3 halte ich für 900mm Brennweite für Grenzwertig.

    Das ist das Manko an diesen Sets, die Optik ist meist gut, aber es hakt an der Montierung und dem Zubehör (Okulare etc.).


    Stell Dir auch nochmal folgende Fragen:

    a) Was will ich beobachten? (Planeten, DeepSky)

    b) wie will ich beobachten? (visuell, fotografisch)

    c) wo will ich beobachten? (Stadt, Ländlich, Balkon, Garten, Terrasse, raus auf den Acker)

    d) Lichtverschmutzung

    e) Budget

    f) was erwartest Du zu sehen? (vergiss die bunten Bilder aus dem Netz, Büchern und Zeitschriften. Da oben ist alles schwarz/weiß. Bis auf wenige Sterne (z.B. Beteigeuze) die Farbe zeigen. Farbe kommt erst mit der Astrofotografie ins Spiel. Visuell evt. ab Größen von 14").


    Lass Dich nicht entmutigen.

    Lass Dir Zeit, lies Dich ein, die Sterne laufen nicht weg ;).

  • Willkommen Marie, und ein Hallo in die Runde!


    ich habe selber erst vor ein paar Jahren angefangen durch Teleskope zu schauen, die Erinnerung an meine Anfänge ist noch frisch.

    Mit einem 76/700mm Spiegelteleskop vom Sperrmüll auf einer selbst gezimmerten Dobsonmontierung (eher ein Turm) hatte ich schöne

    Blicke auf Mondkrater, die Streifen des Jupiter und die Ringe des Saturn. Den Fleck habe ich vielleicht gesehen, aber nicht bewusst wargenommen. Die Cassini-Teilung sah ich weder mit diesem noch mit dem nächstgrößeren 114/900 Newton.

    Außerhalb des Sonnensystems ging erst mit einem 150/750mm Newton, nach größeren Umbauten weil das Bild eher schlecht war.


    Was mit bei allen Teleskopen durch die ich geschaut habe auffiel, war ein einfacher Zusammenhang:

    1. Wenn es wackelt, muß man einen Moment warten bis das wackeln aufhört.

    2. Wenn das gesuchte Objekt aus dem Blickfeld verschwindet, muß man das Teleskop irgendwie anfassen um es in Richtung Objekt zu drehen.

    3. Wenn man sein Teleskop anfasst, wackelt es. Weiteres vorgehen: siehe 1.


    Ob zwischen 1, 2 und 3 Spass beim beobachten aukommt hängt von 2 Eigenschaften ab:

    a) Wie schnell hört das wackeln auf?

    b) wie schnell bewegt sich das was man beobachtet aus dem Blickfeld? Stichworte: hohe Vergrößerung, kleines Gesichtsfeld.


    Bei kleinem Blickfeld und viel Wackelei kommt niemand zum Beobachten (hab ich selber erlebt). Wackelige Unterbauten lassen sich teuer mit Okularen die ein weites Gesichtsfeld haben "künstlich beruhigen", und preiswerte Okulare mit kleinem Gesichtsfeld lassen sich auf stabilen Unterbauten ganz gut verwenden. Mein Weg bisher ist ein selbstgebauter Dobson-Unterbau und preiswerte Okulare. Da wir gerade beim Geld sind eine schlechte Nachricht: Das Geld steckt schon nach kurzer Zeit nicht mehr im Teleskop, sondern im Zubehör: Karten, Bücher, Okulare, Sucher/Finder, Stative, Montierungen... all das kostet zusammengerechnet gerne mehr als das nackte Teleskop.

    Lass also noch ein paar Scheine im Geldbeutel.


    Was mir bei meinen ersten Gehversuchen schmerzlich fehlte war ein einfacher Weg schwach leuchtende Objekte überhaupt zu finden. Die hellen Planeten leuchten so stark, die springen dir ins Auge. Aber wie findest du diese fitzeligen Messier-Objekte?

    Meine Lösung war der Kauf des Deepsky-Reiseatlas in Kombi mit einem Rigel Quickfinder Led-Sucher. Die Idee, sich von Stern zu Stern zu hangeln ("Starhopping") ist so einfach wie wirksam.


    Egal welches Teleskop du kaufst, das beste Teleskop ist das Teleskop das auch benutzt wird. Den meisten Spass hatte ich mit dem kleinen 76/700 weil es so schnell einsatzbereit war.


    Viel Spass unter den Sternen und klare Sicht

    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1200 Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton (2x)


    https://astronomiefreunde-kn.de/

  • Hallo in die Runde,


    so, wie es Detlev beschreibt, siehst leider aus.

    Das Manko der Sets, wie schon erwähnt, ist leider die Montierung.

    Um ein Teleskop, egal ob nun Newton oder Refraktor, parallaktisch zu montieren, stellt gewisse Anforderungen an die Montierung.


    Das Gewackele, wie es Detlev beschreibt, kann sehr nervig werden.

    Vielleicht nicht bei den ersten Beobachtungen. Da ist man, so ging es mir zumindest, erstmal nur begeistert was einem so alles geboten wird, wenn man durch das Teleskop (eigentlich ja durch's Okular ;)) schaut.

    Aber mit der Zeit möchte man nicht auf das sich beruhigen des Teleskopes warten.

    Egal ob Du manuell oder motorisch nachführst, wenn der Unterbau nicht passt, wackelts.

    Wenn es ganz dumm läuft, hast Du nachgeführt, wartest auf das sich beruhigen und schon ist das Objekt wieder raus und das ganze Spiel geht von vorne los. Da kommt keine Freude auf.


    Was bei einem Newton auf einer parallaktischen Montierung noch dazu kommt, ist der Einblick in das Okular.

    Dieser Einblick kann bei längerer Beobachtungszeit recht unkomod werden. Mag bei kurzen Newton noch tragbar sein, aber so ab 150/750 wird es unpraktisch. Das Teleskop muss, wenn man keine Turnübungen veranstalten möchte, in den Rohrschellen gedreht werden. Kann man motorisch lösen, geht aber in's Geld.

    Bei Refraktoren (Linsenteleskope) ist der Einblick hinten.

    Bei Refraktoren mit 600 bis ca. 700mm Brennweite ist es noch recht bequem zu beobachten.

    Ab 1000mm Brennweite wirds dann auch unbequem. Hinknien, auf den Boden setzen sind die Folge.

    Da heißt es den Beobachtungsabend (-nacht) zu planen, dass man seine Montierung (als Montierung bezeichne ich jetzt mal Stativ samt Achsenkreuz) nach seinen Objekten aufbaut. Also die Beine des Statives mehr ausfahren oder weniger ausfahren.


    Die Montierung, Stativ u. Achsenkreuz, sind verdammt wichtig und wenn es stabil werden soll (muss) geht's leider in's Geld. Stahlstativ in 2" und Tragkraft des Achsenkreuzes in Kombination mit dem Stativ um die 10 bis 15Kg gehen einfach in's Geld.

    Das Beobachten des Nachthimmels ist leider kein kostengünstiges Hobby.
    Wie Detelev schon aufgeführt hat. Bücher, Sucher, Filter... ... etc. usw..


    Die Idee von Detlev mit dem "kleinen" Refraktor (76/700) halte ich für sinnvoll.

    Ich selbst nutze einen etwas größeren, 120/600 und einen 120/1000, auf einer Alt/AZ-Montierung.

    Diese Refraktoren passen noch gut auf eine EQ3-2 (nicht der 120/1000, der braucht was anderes an Montierung) oder eine entsprechende Alt/AZ-Montierung.

    Was man bei diesen kurzbauenden Refraktoren FH (nach FrauenHofer) NICHT verschweigen darf, ist der Farbfehler an hellen Objekten. Aber mit dem kann man, m.E., gut leben, besser als mit dem gewackle.

    Denoch wird damit Dein Budget von 300,-€ gesprengt. Da wirst Du irgendwo bei 500 bis 600,-€ landen.
    Bleibt als Alternative der, von mir ungeliebte ;), Dobson.

    Mehr Lichsammelvermögen für gleiches oder wohl eher weniger Geld.

  • Hallo zusammen,


    Matthias ich stimme mit dir überein, bis auf den kleinen Unterschied dass mein geliebter 76/700 ein Newton-Spiegelteleskop, ein sogenannter "Tchibo-Torpedo" war, umgebaut zum Dobson war es dann ein "Tchibson". Also keine Sorge wegen des Farbfehlers, den gibt es dort nicht, aber Sterne ganz am Rand werden zu Kometen mit einem kleinen Schweif. Der Effekt ist aber so klein dass er wirklich nicht stört. Man schaut eh meist in die Mitte, außer Mond und Sonne (nur mit Filter vor dem Teleskop!!) gibt es für dieses kleine Teleskop nichts flächiges am Himmel zu beobachten, und da fällt es nicht auf.


    Mein Exemplar eines 70/700 Linsenteleskops (Bresser "Skylux") war so grottig, einzig die Montierung ist noch in Gebrauch für Fotos. Andere sind begeistert von diesem Teleskoptyp, das lange Jahre bei Lidl gehandelt wurde. Die Exemplarstreuung ist wohl sehr groß, und als Anfänger wird ein Jahr vergehen bis man sicher ist, Schrott gekauft zu haben.


    Beim 76/700 Tchibo-Newton ist die Streuung sicher auch groß, und wer sich beim Kauf eines Newtons nicht traut mal vorsichtig an den Justierschrauben zu drehen, der hat kaum eine Chance das Potential seines Teleskop zu nutzen. Das dürfte mit ein Grund sein warum das 70/700 Linsenteleskop von Lidl einen bessere Ruf hat als das 76/700 Tchibo-Spiegelteleskop.


    Aber ohne stabilen Unterbau nützt selbst ein sehr gut eingestellter Newton nichts. Ich bin ein Heimwerker, der nur vor Wasser und Gas halt macht. Aber wer schon mal ein Spülblech in eine Küchenarbeitsplatte eingepasst hat, kriegt eine Dobson-Montierung hin, es ist wirklich keine Zauberei. In meiner Galerie sind jede Menge Bilder dazu, und wenn es nicht sofort sein muß beantworte ich auch gerne Fragen dazu.

    Mein Plan ist, zwei solcher Montierungen inklusive Adaption der Teleskope mit zwei Kindern (9 Jahre) zu bauen. Die grobe Form der Bretter lass ich mir im Baumarkt schneiden, die Aussparungen und Löcher bereite ich vor.


    Komplett verunsichert, liebe Maria?

    Suche Kontakt zu Teleskopbesitzern in deiner Nähe und schau durch ihre Teleskope. Frag ihnen Löcher in den Bauch. Nur so bekommst du wirklich ein Gefühl für die verschiedenen Optionen. Unser Verein sitzt z.B. in der Nähe von Karlsruhe...


    Ich wünsche euch allen klare Sicht

    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1200 Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton (2x)


    https://astronomiefreunde-kn.de/

  • Hallo alle,


    ich wollte zu Folgendem, was ich sehr, sehr gut verstehe :

    Was mir bei meinen ersten Gehversuchen schmerzlich fehlte war ein einfacher Weg schwach leuchtende Objekte überhaupt zu finden. Die hellen Planeten leuchten so stark, die springen dir ins Auge. Aber wie findest du diese fitzeligen Messier-Objekte?

    Meine Lösung war der Kauf des Deepsky-Reiseatlas in Kombi mit einem Rigel Quickfinder Led-Sucher. Die Idee, sich von Stern zu Stern zu hangeln ("Starhopping") ist so einfach wie wirksam.


    kurz noch anfügen, daß, wenn man wirklich ganz blutiger Anfänger ist, das Buch hier wirklich zu empfehlen ist: https://www.amazon.de/Welcher-…-beobachten/dp/3440144534


    (1) weil man damit erst mal die Sternbilder kennenlernt (bevor man sich in den Tiefen des Himmels verliert),


    (2) weil die Karten für jeden Monat nach den 4 Himmelsrichtungen dargestellt sind, was die Sache sehr vereinfacht. da ja unsere Balkone und Terassen alle in unterschiedliche Himmelsrichtungen weisen (ich habe mich auf meiner Internet-Seite von diesem Buch inspirieren lassen);


    (3) weil in den Monatskarten per Himmelsrichtung nur sehr wenige, helle DeepSky-Objekte eingezeichent sind [in den Karten per Sternbild, die es auch noch gibt, sind mehr, aber immer noch relativ wenige (siehe Blick in's Buch links im Amazon Link, Bild Nr. 10 vom großen Bären)] und man sich nicht in der Masse z.T. sehr unterschiedlich heller Objekte verliert (sogar im Messier Katalog gibt es Objekte mit 12.0 mag).


    Das einzige, was in der neuen Ausgabe anscheinend nicht mehr vorhanden ist (nach dem "Blick in's Buch" auf Amazon zu beurteilen, ich habe eine uralte Ausgabe) ist die Kennzeichnung von Doppelsternen und Veränderlichen auf den Monatskarten per Himmelsrichtung, sowie nähere Angaben zu diesen und den Deepsky-Objekten (mit Angabe ob für Fernglas, 3- Zöller oder 4-6 Zöller), die ein Plus der alten Ausgabe waren.


    Clear Skies

  • Hallo,


    sorry an alle, ist ein langer Text geworden und ich hoffe das Maria a weng was rausziehen kann.


    ups... ;), sorry, da hab ich doch einfach Deinen Newton als Refraktor deklariert.

    Das lag nicht in meiner Absicht.

    Der Newton hat natürlich keinen Farbfehler.


    Aber wie Du schon schreibst, die beste und optimalst justierte und eingestellte Optik nutzt mir rein gar nichts, wenn der Unterbau nicht passt.


    Aber wenn man, so wie ich, kein Heimwerker ist, bleibt meist nichts anderes übrig, als in den Geldbeutel zu greifen.


    Als ich vor gut zwei Jahren (bezeichne mich auch noch als Anfänger) mit dem Beobachten angefangen habe, haben mich die Preise dann auch etwas abgeschreckt.

    Ich bin da auch recht blauäugig in den Astronomieladen (da wohnte ich noch in einer anderen Stadt und der allseits wohlbekannte astroshop war kein zehn Autominuten weg) gegangen.

    Nach gut eineinhalb Stunden und vieler, vieler neuer Begriffen musste ich das erst mal sacken lassen.

    Nach viel Lektüre, Bücher und Astro-Magazinen, und der, m.E., guten Informationsfülle und Beratung im Astroladen entschied ich mich für einen 150/750 Newton auf einer EQ3-2.

    Wie schon gesagt, die ersten Beobachtungen waren mit reichlich wow-Erlebnissen gefüllt :thumbsup:.

    Mir viel das, zwar nicht übermäßige, gewackele nicht wirklich auf.

    Mag sein, das ich eine recht gut eingestellte EQ3-2 erwischt habe, denn die Nachführung mit den biegsamen Wellen war "butterweich" und das "geruckele tendierte gegen Null.


    Dies bezüglich Deiner Qualitätsstreuung der "Stangenprodukte". Da bin ich ganz Deiner Meinung Detlev, das da die Streuung wohl von miserabel bis optimal reicht.


    Dennoch würde ich, jetzt nach gut zwei Jahren und ich die EQ3-2 für eine gute Montierung halte, solch einen Tubus nicht mehr auf eine EQ3-2 packen, eher auf eine EQ5.

    M.E. war dieses Starterset für meinen Start gut geeignet, um mich weiter in die Hobbyastronomie zu treiben.

    Denke aber, dass es recht individuell ist, wie man mit den Mankos seines Setups umgeht.


    Das gleiche gilt auch, m. E., für Refraktoren FH.

    Ja, Farbfehler gibt es. Kein Zweifel. Ist halt schlichte Physik/Optik.

    Ich komme mit dem Farbfehler gut klar bei meinem 120/600 und dem 120/1000. Kann natürlich wieder gut sein, dass ich gute Qualität, wieder die Qualitätsstreuung ;), bekommen habe und die Teleskope nahezu, für einen FH, am Optium zusammen gebaut wurden.

    Ehrlicherweise muss ich natürlich sagen, dass ich die Beiden nicht primär an Mond/Planeten nutze. Die Teile sind für Weitfeld und ansatzweise für nicht ganz so helle DeepSky-Objekte.

    Aber Farbeimer, Farbwerfer, Farbfernseher usw. kann ich nicht wirklich nachvollziehen.


    Es ist und bleibt nicht einfach in das Beobachten einzusteigen.

    Das Ganze ist auch mit nicht unerheblichen Kosten verbunden.

    Dein Ratschlag, Detlev, sich bei anderen zu informieren, auch praktisch mal durch gucken, sich die Gerätschaften mal live ansehen usw. usv. ist sehr zu befürworten.

    Mir persönlich hat das lesen geholfen, um zumindest ein theoretisches, Verständnis für die Zusammenhänge zu bekommen.


    Nach den jetzt gut zwei Jahren, denke ich, dass ich meine Setup('s) gefunden habe.

    2 Refraktoren FH und ein neu angeschaffter C8 :thumbsup:, alles (nicht zusammen ;)) auf einer iOptron AZ Pro GoTo.

    Jetzt geht es nach und nach an das Feintuning, mit dem ich schon angefangen habe.

    Ein Refraktro ist mit einem anderen OAZ ausgerüstet worden und der C8 hat einen ClickLock 2" Adapter bekommen.

  • Hallo zusammen,

    oje Mathias, da hab ich dir doch glatt ein "t" zuviel in den Namen gemogelt...'tschuldigung!


    Die optischen Fehler sind nicht das KO-Kriterium, man ist ja froh über jeden Blick in den Himmel der gelingt.

    Ich hab meinen 150/750 auch mal auf die "Astro3"-Montierung vom 70/700 Skylux geschnallt. Es hat erbärmlich geknackt beim schwenken, ich hab es sofort wieder entfernt. Deine Montierung ist da wohl ein gutes Stück stabiler. Und wenn alle Teleskope im Wechsel auf deine Montierung passen (besonders der neue Celestron C8!) dann ist ja alles super.


    Ja Rudi, "Welcher Stern ist das" von Joachim Herrmann, das ist ein Buch, das in jeden Astronomiekoffer gehört. Wenn man wenigstens ein paar Sternbilder erkennt, hilft das schon sehr beim auffinden. Googles "Sky Map" ist zwar heute auf jedem Smartphone drauf, aber die Zeichnungen im Buch reduzieren die Information auf das wesentliche, so dass nur das in diesem Moment wichtige zu sehen ist.


    Die Sache mit der Montierung erinnert mich an die Diskussion, was teleskopmäßig auf einen Balkon passt...


    Liebe Maria, hast du dir schon Gedanken darüber gemacht wo du beobachten möchtest, und wie du mit allem Zubehör dorthin kommst?

    Wieviel Fußweg "mit Gepäck", wie oft müsstest du zwischen Fahrzeug (Auto, Fahrrad mit Anhänger) hin- und herpendeln bis alles dort ist wo es gebraucht wird?


    Ich habe in 2km Entfernung einen dunklen Fleck in der Landschaft, der ganz gut zu erreichen ist. Wenn es noch dunkler sein soll müsste ich in den Schwarzwald fahren. Ich habe versucht aus einem Dachfenster zu beobchten. Man sieht was, aber man sieht es nicht so gut wie es sein könnte. Selbst von der Terasse, eingepfercht zwischen zwei Häusern, geht ein bischen was, aber der Blick ist natürlich eingeschränkt, und es steht und fällt alles mit der Lichtverschmutzung drumherum. Die Häuser strahlen ihre Wärme ab, Planeten wabern ein bischen wenn sie denn mal so hoch stehen dass ich sie von der Terasse sehen kann. Aber wenn die Zeit knapp ist, dann geht's raus auf die Terasse. Lieber 10x mittelmäßig beobachten als 0x mal richtig, so mein Ansatz.


    Es gibt auch einiges an nichtastronomischem Zubehör, die gerne vergessen werden: Warme Klamotten! Skihose, -jacke, Mütze, Handschuhe, und vor allem Schuhe mit vernünftiger Sohle, bei denen die Füße warm bleiben. Und eine Thermoskanne mit Tee oder Kaffee ist auch eine gute Idee. Es ist immer wieder erstaunlich, wie kalt es selbst im Sommer Nachts außerhalb der Siedlungen wird. Und die Temperatur fällt und fällt, bis die Sonne aufgeht. Witzigerweise kann man sich Nachts unter einem Sonnenschirm oder Vordach etwas aufwärmen, denn das schirmt die Kälte des Weltalls ab, und hält ein wenig die Wärme des Bodens fest.


    Und wenn der Himmel dann mal mitspielt, dann gibt es was zu sehen, ansonsten sieht man nix, wie so oft.

    Ich hab mir jetzt 'ne Gitarre gekauft, quasi als alternatives Abendprogramm...


    Klare Sicht

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1200 Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton (2x)


    https://astronomiefreunde-kn.de/

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  • Guten Morgen zusammen,

    mach Dir keinen Kopf um meine Namensschreibweise, da hab ich schon einige Variationen gesehen :D, selbst von Ämtern =O.


    Das Buch "Welcher Stern ist das" und auch "Deep Sky Reiseführer" in Kombination mit dem "Deep Sky Atlas" finde ich auch richtig gut.

    Dazu noch eine Planetariums-Software wie Stellarium, die kostenlos ist, ist man, m.E., für den Anfang gut aufgestellt.

    Drehbare Sternenkarte, in annehmbarer Größe, ist sicherlich auch zu empfehlen.

    Um einen Überblick über das Jahr zu bekommen, finde ich das "Kosmos Himmelsjahr 20xx" auch sehr interessant.


    Hmm... irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass wir im Moment für Maria nicht ganz so hilfreich sind.

    Ich (wir) vermischen weiterführende eigene Erfahrungen mit Start-Fragen.

    Aber man kommt da wohl nicht wirklich drumherum.

    Detlev, da finde ich Deinen Hinweis auf den Beobachtungsstandort und der Lichtverschmutzung sehr wichtig.

    Bin mal gespannt ob Maria sich nochmal meldet oder abgeschreckt wurde.


    Trotzdem zur Montierung was:

    Meine Montierung, genauer die iOptron AZ Pro GoTo, ist einfach genial.

    Habe aber auch lange überlegt und gesucht, denn der Preis liegt in einem Bereich, bei dem ein absoluter Anfänger "tot umfällt" ;). Zumal man noch eine Säulenverlängerung anschaffen sollte (muss), wenn man, wie ich, lange Refraktoren drauf nutzen will. Dann noch die "Hebel für Höhenklemmung", die zwar nicht zwingend notwendig sind, aber das Festellen und Lösen der Alt-Achse sehr erleichtern.


    Dazu kommen die "out of the box" Features, wie GPS, WiFi und diverse Sensoren.

    Alles in allem bin ich da ungefähr bei der EQ6 R.


    Trotz der "Nachkauf-Geschäfts-Politik" von iOptron ;), lohnt sich diese Montierung m.E..

    Das Teil bietet tatsächlich ein fast-vollautomatismus.

    Aufstellen ohne Einnorden, Teleskop drauf packen, einschalten und ca. 3 Minuten warten, dann sind Längen- und Breitengrad drin, Höhe, Datum, Uhrzeit und das Alignment Objekt (da werden auch Planeten/Mond genutzt) ist grob angefahren. Jetzt kommt der manuelle Teil (fast-vollautomatismus ;)). Das Alignment Objekt, je genauer man es macht umso besser, im Okular zentrieren und bestätigen. Danach werden alle GoTo-Objekte gut bis sehr gut angefahren.

    Natürlich sind alle anderen gängigen Features, wie man sie von anderen GoTo's kennt, vorhanden.

    Befreit einen aber nicht davon sich am Nachthimmel auszukennen.


    Das Gewicht des Kopf liegt bei 4,5Kg, das 2" Stahlstativ (sehr zu empfehlen, es gibt auch ein 1,5") kommt auf 8Kg. Also alles transportabel. Der eingebaute und ausbaubare Akku hält ca. 10 Stunden (nicht vergessen wieder zu laden ;)). Die Geräuschentwicklung ist so gut wie gar nicht vorhanden, sehr angenehm für die Nachbarn, wenn man, wie ich, auf dem Balkon beobachtet. Maximale Zuladung liegt bei 15 Kg. Ich zieh gerne etwas ab, man kennt die Herstellerangaben <X, dann liege ich bei ca. 12 bis 13Kg, was für mich vollkommen ausreichend ist.

    Auch habe ich die Option einen zweiten Montierungssattel nachzurüsten ("Nachkauf-Geschäfts-Politik") um z.B. einen kurzen Refraktor gleichzeitig zum C8 zu betreiben.

    Zu erwähnen wäre noch, dass ich die Variante mit Transportkoffer gewählt habe. Sehr praktisch.


    Stimmt, Farbfehler ist für mich auch kein KO-Kriterium.

    Die kurze Auskühlzeit, das kontrastreiche, scharfe Bild, bei Öffnungen um 120mm und Brennweiten bis 1000mm noch bestens zu handhaben und vom Gewicht her kein Ding, wiegen das absolut auf.

  • Ich glaube, Maria liest nicht mehr mit. Es war wohl ein wenig zuviel des Guten.


    Vielleicht noch ein paar Worte an sie und andere angehende SternenguckerInnen:


    Es ist als Anfänger nicht leicht aus der Menge an Antworten die man bekommt seine eigene Antwort zu finden.

    Niemand kann die Randbedingungen der eigenen Beobachtung erraten, niemand kennt die gesundheitlichen

    Einschränkungen, die verfügbare Zeit und die Vorstellung von dem, was die eigene Erwartung ist, wenn man durchs

    Teleskop blickt. Kein Fremder kann diese Fragen beantworten, und wenn man die Antworten selbst nicht kennt

    gibt es nur die Möglichkeit es auszuprobieren und so etwas zu lernen.

    100 Stunden googlen können einem nicht sagen ob man noch eine Nacht "da draußen" vebringen möchte wenn man schon

    eine Teleskopnacht erlebt hat.

    Mein Nachbar hatte Bilder wie vom Hubble-Teleskop im Kopf und war sehr enttäuscht als er zum ersten mal durch

    sein Teleskop sah. Beobachtung mit den eigenen Augen haben eben nichts mit den tollen Hochglanzbildern gemeinsam.

    Seine Weigerung, mit dem Teleskop mal die eigene Terasse zu verlassen führte zum schnellen Ende dieses Hobbys

    und zum Verkauf des Teleskops.

    Freunde von mir haben ein "ordentliches" Teleskop für einige Tausend Euro gemeinsam gekauft, und es zeigt ein tolles

    Bild. Leider wiegt es so viel dass der Transport und Aufbau zwei Personen erfordert. Es sieht kaum Sternenlicht,

    vielleicht 1x pro Jahr.

    Ein brauchbares Fernglas mit 50mm Linsen und 10-facher Vergrößerung (="10x50")zeigt zwar nicht viel bei den Planeten,

    kann aber schon einige Objekte außerhalb des Sonnensystems zeigen. Mit einem so großen Bildfeld durch die Milchstraße

    zu "surfen" ist einfach toll. Kommt später ein Teleskop dazu, wird es zum sinnvollen Zubehör. Ist der Spass am Sternenhimmel

    nur von kurzer Dauer, so kann es in so manchem Urlaub verwendet werden um die Gegend zu betrachten. Neuere Modell aus

    Kunststoff wiegen viel weniger als die alten Schätzchen. Mein modernes 10x50 wiegt nur halb soviel wie Omas 8x30 von 1985,

    das am Himmel nichts zeigt was man nicht auch mit freiem Auge sieht.


    Wer den Blick durch ein Teleskop kennt ist begeistert einen blassen Fleck am Rande der Sichtbareit zu entdecken.

    Wer nur die Bilder aus den Büchern kennt fällt beim identischen Anblick aus allen Wolken.

    Da hilft nur eins: Teleskopbesitzer besuchen und durch so viele Teleskope schauen wir möglich. Ein eigener Eindruck

    ist durch nichts zu ersetzen.


    Ob Anfager oder alter Hase/Häsin, ich wünsche euch allen klare Sicht


    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1200 Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton (2x)


    https://astronomiefreunde-kn.de/

  • Hallo Detlev,


    ich glaube nicht, daß es eine Frage des "Mitlesens" ist. "Mitlesen" tun viele. ... Das Problem ist, daß sie nicht antworten oder schreiben. Warum ? ... Weil sie mit Ratschlägen "zugemüllt" werden (und der Meinung sind, es nutzt ja doch nichts).


    Weil, es gibt ja auch noch die "Lobbyisten" (immer mehr), die klammheimlich genau gegenseitige Interessen verfolgen, als die, die sie vorgeben zu vertreten.





    Also (was Foren anbelangt):


    Foren werden immer sinnloser. Das einzige was hilft sind "Frau zu Mann" - Gespräche ("Mann zu Mann" und "Frau zu Frau" hilft auch nicht) !


    Sorry pessimistisch (bin ich eigentlich nie) !


    Viva o ceu !

  • Hallo Rudi,

    man kann nicht jeden Tag lachen, man kann es nicht allen Recht machen und vor allem kann man Menschen nur VOR den Kopf gucken.


    Da zitiere ich doch gleich

    Paul Simon, und eines seiner stärksten Lieder:


    [...]

    “And in the naked light I saw
    Ten thousand people, maybe more
    People talking without speaking
    People hearing without listening
    People writing songs that voices never share
    And no one dared
    Disturb the sound of silence

    "Fools, " said I, "You do not know
    Silence, like a cancer, grows
    Hear my words that I might teach you
    Take my arms that I might reach you"
    But my words, like silent raindrops fell
    And echoed in the wells, of silence

    And the people bowed and prayed
    To the neon god they made
    And the sign flashed out its warning
    In the words that it was forming
    And the sign said, "The words of the prophets are written on the subway walls
    And tenement halls"
    And whispered in the sounds of silence“


    Pitschnasse Grüße aus dem Regen

    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1200 Dobson
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    https://astronomiefreunde-kn.de/