Das übliche, der Neue sucht sein erstes Equipment

  • Hallo zusammen,


    Ich bin neu hier und auf der Suche nach etwas Rat.

    Aber zunächst möchte ich etwas weiter ausholen, damit ihr auch etwas über mich wisst.


    Mein Bezug zum Nachthimmel:

    Da mein Vater selbst in seiner Kindheit Raumfahrt und Weltraum begeistert war, ist es nicht wunderlich, dass er mir und meinen Geschwistern die Thematik früh nahe gebracht hat.

    In unsere Kindheit und Jugend sind wir immer mal wieder ins Planetarium Laupheim gefahren und waren jedesmal von den Vorstellungen/Filmen, aber besonders von der anschließenden freien Beobachtung begeistert.

    Da ich 3 Geschwister habe, war nie viel Geld für ein gutes eigenes Teleskop da.

    So kam es das wir eigentlich alle paar Jahre mal ein "Tchibo"- oder anderes billiges kaufhaus Teleskop bekommen haben.


    Mein Bruder und ich konnten selbst da für die Verhältnisse noch "einiges" raus holen, daran haben wir zumindest damals geglaubt.


    Ich habe mich lange nicht mit der Thematik befasst, das Interesse ist aber nie gänzlich verschwunden.

    Immer mal wieder war es mein Plan mir mal was vernüftiges zu kaufen um diesem Hobby wieder nachzugehen.

    Vor etwa 2 Jahren hat mein Bruder von seiner Frau ein Teleskop zum Geburtstag bekommen.

    Es ist ein Omegon Basic 90 EQ (Refraktor), für unsere früheren Verhältnise ein absoultes Upgrade.


    Nun habe ich mir mal die Zeit genommen und es mir von ihm geliehen. Propmt war natürlich das Interesse zurück und auch meine Frau ist für ihre Verhältnisse begeistert.

    (Wir hatten unser 2. Date in der Sternwarte Laupheim, die Vorstellung und die anschließende Sonnenbeobachtung fand sie damals wunderbar)


    Jetzt stellt sich mir natürlich die Frage, was holt man sich?


    Meine Grundzüge/Grundeinstellung:

    Ich bin nun eigenständig und verdiene mein eigenes Geld. Ich kaufe sofern irgend möglich sehr gerne sehr hochwertiges Equipment. Ich kann billig, 'von der Stange' und Plastik nicht wirklick leiden.

    Ich befasse mich allgemein gerne mal schnell mit Hardware, das interessiert mich auch einfach.

    Es kann also auch mal sein das ich dann doch lieber nichts kaufe, da es andere Prioritäten gibt und ich lieber nichts "billiges" kaufen möchte.


    Nun wollen wir auf jeden Fall mal noch etwas damit ausprobieren und das Mögliche erkunden.


    Dennoch konnte ich es nicht lassen mich schon ausgiebig mit dem Kauf zu befassen und mein Wunschequipment zusammen zu suchen.

    Denn es besteht nun der Wunsch (meinerseits) zum Herbst hin etwas eigenes zu kaufen.


    Die Frage aller Fragen (was dieses Hobby betrifft...)

    Vor einigen Jahren habe ich mich mit meinem Vater nochmal damit beschäftigt, da er sich eigentlich auch immer mal selbst (mit uns zusammen) was vernünftiges holen wollte.

    Ich konnte mich von damals erinnern, das wir ein Newton wollten, bzw. für unseren Garten eigentlich ein Dobson (Wenn ich es richtig verstehe sind Dobsons ja Newtons mit anderem "Stativ").

    Die Lichtverschmutzung ist bei meinen Eltern im Allgäu sehr gering.


    Ich habe erstmal etwas rum-gegoogled und bin dann auf eine der wohl üblichen Seiten für Equipment gestoßen. Den Astro-Shop.

    Dann hab ich versucht rauszufinden, welche Marken eigentlich eine gute Verarbeitung haben. So richtige Aussagen hab ich nicht gefunden, aber auch irgendwie nicht erwartet. Ist ja immer so.

    Ich habe mir nebenbei überlegt, das um die 1-Kilo-Euro Grenze herum dann doch reichen sollten. Da kommen ja dann evtl. eh noch Kosten oben drauf. To be continued...


    Nochmal ganz kurz:

    Ich bin zwar streng genommen Anfänger, aber als jemand der sich allgemein mit Thematiken von Interesse und Technik gerne und schnell befasst, sollte das gehen, oder sind 1000€ viel zu viel?

    Eckdaten zum Hilfreichen Neben-Wissen: Beruflich bin ich L(R)T-Ingenieur, privat Pilot und generell PC-bastler und vorallem virtueller Jet-Pilot.


    Obwohl ich zunächst nach Newtons geschaut habe, hab ich dann bei einem Modell folgende Aussage gelesen:

    https://www.astroshop.de/teles…ssier-hexafoc-ota/p,54351

    >>Insbesondere für Beobachter am Rande lichtverschmutzter Großstädte ist diese Objektwahl lohnend, da ausgedehnte Himmelsobjekte mit geringer Flächenhelligkeit sowieso im aufgehellten Himmel "ertrinken".<<


    Da ich selbst nun keinen eigenen Garten habe, in einer Stadt wohne und wir nur eine 65qm Wohnung haben, dachte ich, ein Makustov/MC ist vielleicht besser für uns geeignet.

    Auch der Gedanke an die Praktikabilität gefiel mir. Ich habe dann noch etwas rumgeschaut und wollte noch mehr über diese Art von Teleskop wissen.


    Nach einiger Zeit bin ich dann auf folgender homepage gelandet und habe diese Beschreibung über Schmidt-Cassigrain's gefunden:

    https://www.intercon-spacetec.…eleskop/optische-systeme/


    Das klang dann doch nach vielen negativen Punkten. Da saß ich: "Also doch Newton? Zum Glück macht mir das Spaß..."

    Also kurz nen Tee holen und wieder von vorne Suchen (bis aufs Stativ). Man kann ja doch auch mit dem Auto einfach aus der Stadt fahren, war dann der neue Grundsatz.

    Meine zweite "Konfiguration" sah dann so aus. Mhm, irgendwie die 1000 Euronen Grenze doch gut geknackt...


    -Orion N200/900 VX-8

    -Bresser Messier EXOS-2/EQ-5

    -Celestron X-Cel LX 2,3mm und 18mm Okulare (Meine Frau trägt eine Brille und da war eine gute Bewertung) Das Orion 3mm Planet und 26mm Q70 hatte ich davor auf der Liste.


    Zwischenzeitlich hab ich dann noch großes Gefallen an einem Vixen N200/800 R200SS gefunden, aber das sprengt irgendwie das ganze Konzept vom Anfangen/Anfänger mit Ambitionen, preislich gesehen.


    Naja dachte ich, lieste einfach mal so bischen ums Thema drum rum, ist ja noch nicht akkut/aktuell. Planeten- oder Deepsky-Teleskop ?

    Planeten- oder Deepsky-Teleskop ? Und warum “f/x” nicht das Öffnungsverhältnis, sondern die Öffnung darstellt

    "Ah, interessanter Bericht über das mit dem f/XY. Moment, da steht auch was über lange und kurze Brennweiten (MC und Newton) und das lange Brennweiten vielleicht doch nicht so schlecht sind..."

    "Huh, also doch M/MC/SC?, jetzt muss ich im Forum fragen..."


    Da bin ich nun und suche ein Teleskop was zu mir passt. Aber welches?


    Also was ich glaube schon zu wissen/zu wollen:

    - Eine manuelle Einstellung reicht denke ich, ich brauche/will eigentlich kein GoTo. Ein bischen fummeln gehört dazu, sonst braucht man wieder Strom, und Fotos mach ich auch keine.

    - Ein parallaktisches Stativ wäre aber schon toll. Das hat das EQ 90 auch. Daher bin ich nach wie vor gedanklich bei diesem Stativ hängen geblieben: Bresser Messier EXOS-2/EQ-5

    Ja, was will ich denn Beobachten?

    - Also gestern konnte man selbst bei uns aus der Stadt (Ingolstadt, unweit vom Hbf) mit dem EQ 90 den Jupitor toll sehen + 4 Monde (sorry wenn ich sie aus dem Kopf nicht aufzählen kann)

    Paneten sind ein Muss für mich, das war eh und je toll anzusehen.

    - Damit man aber außerhalb der Planeten-Zeiten auch Spaß dran hat, wäre ein bischen Deep-Sky auch ganz toll. Ich denke ein paar Nebel und Galaxien können meine Frau auch überzeugen/begeistern. Da wir nur zu 2. sind und ein Auto haben wäre das aber kein Ausschlusskriterium für ein Newton.

    Ich hab Deep Sky zumindest noch sehr schön in Erinnerung.

    - Irgendwann mal Sonne wäre ganz schön. Aber erstmal will ich eigentlich keine Filter. Das könnte ja auch für den Mond eine Rolle spielen denke ich, da Newtons sehr viel Licht aufnehmen.

    (kann man mit einem 200/900 überhaupt den Mond ohne Filter anschauen, oder ist man danach fast blind...?)

    - Ich denke so ein richtiges Weitwinkel Okular zum suchen braucht man doch mit vernünftigem Sucher nicht, oder? (Auch wenn der Sucher erst justiert werden muss)

    Da dachte ich eher an ein Okular im Mittelfeld (wie oben zB. das 18mm bei einem N 200/900) Da sucht man dann halt etwas länger...


    Nun denn, was sagt ihr einem Träumer wie mir, ich bin gespannt auf Feedback. Braucht ihr noch weitere Eckdaten?


    Vielleicht ein Orion MC 150/1800 OTA? Aber das muss man wieder komplett aufbauen...

    https://www.astroshop.de/teles…p-mc-150-1800-ota/p,13915

    Wie schaut es eigentlich mit gebrauchtem Equipment aus? Ich bin da nicht so ängstlich, es muss nicht immer neu sein finde ich.

    Die meisten kaufen neu aber nutzen es nicht so viel, ich/wir vielleicht auch nicht.

    Aber man findet tatsächlich wenig. Oder Suche ich einfach auf den falschen Seiten? Wo sucht man?

    Gibt es zB so ein Vixen R200SS gebraucht irgendwo?


    Vielen Vielen Dank schon mal, vG Banana

  • Hallo Banana,


    herzlich willkommen !


    Vielen Dank für die offenen Darstellung Deiner Gedankengänge. Da ist vieles richtig an Deinen überlegungen !


    Ein klein weinig kann ich Dir vielleicht noch helfen, um Dein Dilemma aufzulösen (aber die Entscheidung selber kann Dir niemand abnehmen). Es gibt (relativ einfache) Möglichkeiten, eine reines Planetenteleskop "ein biβchen" in ein Deep Sky Teleskop umzuwandeln und umgekehrt ein Deep Sky Teleskop "ein biβchen" in ein Planetenteleskop zu verwandeln.


    Eine 1.5-fach oder 2-fach Barlowlinse (da brauchst Du aber eine gute), die zwischen Objektiv/Spiegel und Okular sitzt, verlängert / verdoppelt die Brennweite des Teleskops (es gibt auch 3-fach oder 5-fach Barlows, aber da wäre ich vorsichtig). 100% ist die "Umwandlung" aber nicht, der Kompromiβ hat natürlich seine Haken (zwei weitere Linsen = Achromat in der "Lichtbahn", beim farbreinen Speigel führst Du Farbabweichungen ein, die ein reiner Spiegel nicht hat). ... Dennoch: http://www.svenwienstein.de/HTML/barlow-test.html


    Umgekehrt kannst Du mit einem guten "Reducer" die (lange) Brennweite eines reinen Planetenteleskops verkürzen. Aber da muβ ich nochmal auf die Güte der Linsen hinweisen. Während eine Verdoppelung der Brennweite (siehe letzter Absatz) wohl eher kein Problem bei der Abbildungsgüte und -schärfe darstellt, muβt Du Dich bei einer Reduzierung auf max. 60% oder sogar nur 70% beschränken, sonst Bildverzerrungen); siehe (nur beispielhaft) hier: https://www.cloudynights.com/t…ocal-reducer-differences/


    Barlow an kurzem (f/5) Newton ist allerdings schwierig, aber nicht vollkommen unmöglich (wegen des zusätzlich notwendigen Fokussierwegs; hier z.B. eine - teure - Lösung: https://www.teleskop-express.d…a-Korrektor-1-5-fach.html).


    Voilà, letztendlich muβt Du Dich dennoch entscheiden ;)!


    ***


    Jetzt kommt es auch noch darauf an, ob Du auch Fotos machen willst. Wenn Du nur visuell unterwegs bist, brauchst Du eigentlich keine parallaktische Montierung, eine (meistens günstigere) azimutale reicht dicke. Bei Planeten reichen kurze Belichtungen (ohne Nachführung), also auch da genügt azimutal meistens. Wenn Du ein kurzbrennweitiges Teleskop nimmst, ist das fotografische Abbild von den Planeten sehr klein, manche nehmen dann bis zu einer 5-fach Barlow, um das Abbild im Fokus zu vergröβern, was fotographisch weniger ein Problem ist, als visuell. Aber die aus einer längeren Brennweite resultierende "höhere Vergröβerung" (des Abbildes) einer 5-fach Barlow macht auch die Erddrehung (5-fach ?, .. bin kein Physiker) schneller (!), also zwingt zu kürzeren Belichtungszeiten.


    Wenn Du DeepSky (besonders ausgedehnte Gasnebel) fotographieren willst, brauchst Du Langzeitbelichtung, also den "Ausgleich der Erddrehung" und damit wirklich die parallaktische Montierung mit Nachführung.


    ***


    Zu den Okularen nehme ich mal noch nicht Stellung: hängt von Deiner Entscheidung zum Teleskop ab.


    Lieben Gruβ

  • Hallo Rudi,


    vielen Dank für deine Antwort. Die Erklärung hat mich durchaus nochmal zum Nachdenken angeregt. Das ganze reift ja eh noch sehr, entschieden hab ich mich noch (lange) nicht.


    Also Fotos hatte ich nicht vor zu machen. Die Spiegelreflex haben wir vor gut 2 Jahren verkauft, wir hatten immer mehr Spaß am Filmen und so kam ein Camcorder her.

    Ich schau mir einfach die ausgezeichneten Fotos von euch anderen an, es geht bei mir also absolut ums visuelle Bewundern.

    Aber die richtige Montierung kann man ja später noch evaluieren, denke ich.


    Ich seh schon, man muss entweder einiges unternehmen um mit einem Gerät, dass für ein Sache 'A' gemacht ist, mit Kompromissen 'B' machen zu können, oder zwei kaufen...

    Ich habe mir nun mal diesen recht ausführlichen Bericht über Planetenbeobachtung durchgelesen:

    http://www.svenwienstein.de/HT…_planetenbeobachtung.html


    Was ich daraus mitgenommen habe ist, dass ein Makustov oder MC natürlich ganz gut zur Planetenbeobachtung geeignet ist.

    Wie sehr (bzw. wenig) ist denn so ein Teleksop mit f/12,5 (MC 152/1900) noch für DeepSky Beobachtungen zu gebrauchen, ohne einen Reducer? Garnicht? Sieht man dann überhaupt noch was?


    Und im Gegenzug, wie schaut das aus wenn man mit einem f/5 oder f/4,5 Newton ohne die Barlow Planeten und den Mond betrachtet? Wahrscheinlich viel zu hell, aber möglich?

    Nachtrag: Und kann ich mit solch einem Newton auch von meinem Balkon noch etwas sehen, oder ist außerhalb der Stadt ein Muss?


    Ich habe aus dem Bericht oben mitgenommen, dass sich ein Teleskop mit f/8 vielleicht noch einergmaßen für Planeten eignet, aber auch durchaus Deep sky ermöglicht.

    Weiter unten schreib er eine Liste, mit denen er "sehr nett" Paneten angeschaut hat. Da war bspw. ein 150/1200 Newton dabei.

    Ich denke ich schau mal nach sowas. Oder ist das ein Kompromiss der in keinem Gebiet zufrieden stellt?


    viele Grüße, Banana

  • Hallo Banana,


    (nicht böse sein, Dein Avatar hat mich dazu inspiriert; ... ... ich war genau 1 Jahr alt ;), als der Song erschien).


    Also je mehr ich antworte, desto schwieriger wird es für mich zu antworten. Ich hatte - für längere Zeit = Jahre - genau vier Teleskope in meinem Leben und kann nur über meine Erfahrungen mit diesen Geräten wirklich berichten (habe aber durch viele andere geschaut):


    (1) einen 76/700 Newton (f/9) von Quelle (zu meinem 15. oder 16. Geburtstag erhalten, nachdem ich meinen Vater ständig mit der Frage "genervt" hatte, warum der "kleine Wagen" im Süden stand, wenn mein Diercke Schulatlas sagte, er müsse im Norden stehen: ... ... es war "die Plejaden");


    (2) ein Celestron 8 (= f/10, Typ SCT) , welches ich, nachdem ich inzwischen (ein biβchen) Karriere gemacht hatte, mit ungefähr 30 Jahren gebraucht auf dem - damals noch nicht von Händlern dominierten - "Astronomischen Tausch und Trödel Treff" (ATT) in Essen erworben habe;


    (3) meinen Portaball-Dobson, den ich mir zu meinem 50igsten geleistet habe, ein 12 Zoll f/5 Newton. Ich wollte damals unbedingt VIEL Deepsky.


    (4) Schlieβlich einen "auf dem Flohmarkt" für 70 euro gekauften alten Meade Refraktor 102/920, also wieder einen f/9.


    ****


    Um es kurz zu machen: Jedes Teleskop habe / hatte ich so 15 bis 20 Jahre (ich bin halt so; ... wohl meine "konservative" Seite). Den 76/700 Newton habe ich an einen Freund verschenkt, das C8 habe ich auch verschenkt; nach 15 oder 20 Jahren kriegst Du für Astro-Instrumente nicht mehr viel, ... und schenkn macht Freude !


    (a) Bei dem f/9 Newton erinnere ich mich noch dran, daβ ich mit dem 6 mm Huygens Okular in 0.96" (also bei ~ 120-fach) die Cassinii-Teilung am Saturn gesehen habe.


    (b) Das - f/10 - C8 war "klasse". Nachdem ich mir einen 2 Zoll-Adapter besorgt hatte (und 2 Zoll Zenitprisma, ebenfalls gebraucht auf der ATT gekauft), sah ich damit zum ersten Mal den Zirrusnebel (eine Hälfte) mit einem günstigen 40 mm 2 Zoll Okular in den bayrischen Alpen. Also absolut kein Problem mit Deepsky. (... Was mich mit der Zeit genervt hat, war die parallaktische Montierung und das "Einnorden").


    (c) Das "Portaball"-Dobson war schlieβlich jahre- bis jahrzehntelang das "Ultimum". Pete Smitka, bei dem ich das Teleskop gekauft hatte, bot einen 8-Zöller, einen 12-Zöller und einen 14-Zöller an. Ich wollte - natürlich - den 14 Zöller. Pete schrieb mir damals Folgendes (ich zitiere):

    • "Thanks for your interest in my PortaBall line of telescopes. I'm flattered to be included in your "short list". I'll do my best to answer your questions. It's apparent you have learned all the limitations imposed by creating the all purpose telescope (SCT's) which promised to do everything and do nothing well. A well designed Newtonian telescope is undeniably the best design for a visual telescope, as it can be of sufficient aperture to see things, that small refractors and the SCT's need to photograph. I think you can have everything you desire, light grasp, light weight, superlative optics and mechanics, easy transportability, without having to sacrifice the ability to use most eyepieces. I would also like to suggest you expand you list to include our 12.5" f/5 model, as it has practically the same visual impact as the 14.5", but at f/5 is less demanding on eyepieces, so unlike the 14.5" which is the same focal length, and therefore an f/4.3, it does not require a coma corrector (ParaCorr), plus for less than the cost of the 14.5" it can be equipped with a drive, which makes long term, group, and planetary viewing far more pleasurable.
    • Just so you understand, I have no bias as to which scope you choose as I make about the same margin on all sizes. I'm merely trying to offer you what I consider a viable alternative. The difference in image brightness in the 14.5 vs. a 12.5 is visually insignificant as it is only ~1/3 a magnitude, while the cost for that extra little bit of aperture, and a lower f/ratio is significant. The reason for that fact is that the human brain's perception of brightness is not linear, but logarithmic. It takes close to a magnitude increase in brightness (which translates into a ~2.5 or more correctly, the 5th root of 100) to really notice a change. Starting with Galileo's 2" telescope, to get ~ a 1 magnitude increase in light gathering ability you'd develop the following series of sizes: 3", 4", 6", 8", 12.5", 20", 30", 1m, 2m, 3m., 4m, 6m, 8m, etc. If those look familiar -- that's why. Note that there is a two inch increase in the range most amateurs are familiar with, but that stops at 8", the next step is a 12.5" and from there to a 20" -- all the stuff in between, is simply playing to the male ego ("mine's bigger than yours!"). If we started from another point, the results would be different. You can derive the elements comparing the squares of any radii. To see a noticeable difference, on needs to increase the square of the radius by at least 2 -2.5X (a magnitude). It is my opinion that the better "bang for your Euro" is get a 12 and equip it with a drive platform. The comfort of using a driven scope will more than offset the slight brightness gain of a 14 in terms of what you will perceive at the eyepiece, plus the expenditure for the combination is actually less".

    ... Ein Händler, der ein kleineres Teleskop empfiehlt ? Damals gab es das noch. ... Und das Teleskop war und ist wirklich super, für rein visuelle Beobachter wohl der beste 12-Zoll Newton, den es auf dem Markt jemals gab (siehe meine Internet-Seite; letzte Seite) !


    (d) Schlieβlich habe ich mir, um wirklich mitreden zu können (davor hatte ich nur Spiegel), noch den gebrauchten 4 Zoll Refraktor (f/9) angeschafft.


    ***


    So jetzt interssiert Dich sicher, was ich herausgefunden habe. Ganz einfach: ich meine, daβ ich die Planetendetails bei den f/9s (76/700 und 102/920)) und dem f/10 (C8) - immer proprotional zu deren Öffnung gedacht - besser gesehen habe, als am f/5 Newton. Das kann aber auch daran liegen, daβ 12 Zoll in unseren Breiten kaum jemals ihre Möglichkeiten ausspielen können ("Seeing"), 8 Zoll und 6 Zoll ist da besser. Das ist aber wirklich der einzige Nachteil, den ich am (f/5) "Portaball"-Newton erkennen konnte. In allen anderen Bereichen ist der Newton-Dobson (für visuell) unschlagbar.


    Schlieβlich ist aber noch Gewicht (!!!) und "Sperrigkeit" zu berücksichten. (Dazu komme ich gelich noch mal).


    ***


    Also zusammengefaβt: Du wägst (wegen Planeten UND Deepsky) f/8 gegen f/6 ab. 150 mm Durchmesser ist, würde ich HEUTE sagen, der - nötige - Durchmesser für den wirklichen Einstieg in Deep Sky. (Ich habe zwar mit 76/700 angefanngen, aber DAMALS waren 150 mm Durchmesser unbezahlbar). Ich habe mal (bei Intercon-Spacetec) geschaut, ob es f/8 in 150 mm gibt. ... Ja gibt es.


    Ich meine auch f/6 ist für Planeten UND Deepsky durchaus auch noch gut "verträglich".


    Da hilft wohl nur noch zu einem Händler zu gehen und "das Ding" anzuschauen. Wie schwer ist es, wie gut passt es in den Kofferraum, etc ? Bei f/6 könntest Du vom Gewicht her auch noch an 8 Zoll (200 mm Durchmesser) denken (was viel brngt im Verhältnis zu 150 mm); bei f/8 (und Volltubus, nicht Gitterrohr) sind 200 mm - transportmäβig - schon ein "Koloss". Da könnte man dann auch an das "kurze und dicke" (trotz f/10, wegen des "geknickten" Strahlengangs) Celestron 8 denken (was vom Transport her einfach unschlagbar ist)!


    Wie Du siehst, ... ich drehe mich auch im Kreis ;) !


    Liebe Grüβe

  • Hi Rudi,


    das Video/Lied muss ich mir mal anschauen. Der Zugriff auf Youtube ist hier im Netzwerk z.Z. nicht gestattet.

    Für Späße bin ich immer zu haben.


    Also deine ausführlichen Erfahrungn mit deinen Geräten sind auf jeden Fall viel wert.

    Nachdem was ich auf deinen Beitrag hin noch so im Netz gelesen und gesehen habe kann durchaus sagen, dass ein 150/1200 Newton wohl ganz gut für meine Bedürfnisse passen könnte.


    Ein Celestron C8 schaut von den Werten her natürlich toll aus, transportabel, tolle Planeten-Bilder, usw.

    Aber ich denke das sprengt den Rahmen. Ich habe ein gebrauchtes gefunden, das ist von mir nur 10km dort hin, also um die Ecke!

    C8 in Lenting


    Aber aus den 70-80ern, was sagst du/was sagt ihr dazu? Anschauen könnte es man ja mal.

    Falls der Herr/ die Dame es schnell verkaufen will, wäre ich eh raus. Ich will nun erstmal etwas mit dem Omegon EQ 90 (90/1000) meines Bruders rumspielen.

    Dafür wird erst am Wochenende Zeit sein, solang das Wetter gut ist.


    Eine Kombination aus C8 und später mal sowas wie ein Vixen R200SS wäre natürlich ein absoluter Hammer, aber ich merke da bauen sich große Träume auf.

    Erstmal schauen wie es der Frau taugt.


    Um auf mein Budget zurück zu kommen, ich habe Gefallen am Orion Optics UK VX6L gefunden (N 150/1200 -> Öffnungsverhältniss von 8 )

    Ich denke das könnte ganz gut passen. Mit 2 bis 3 Mid-Range Okularen wäre vielleicht noch eine Parallaktische Führung drin.

    Oder bedeutet der Preis um die 480,- nicht zwingend gute Qualität? Die Werte lesen sich gut, Okularauszug mit fein-justierung, Spiegel in Lambda 1/10 verfügbar (merkt man das?)

    Skywatcher & Co scheint ja eher "von der Stange" zu sein.


    Nochmal ein Abstecher richtung "Foto". Fotos hatte ich ja nicht vor zu machen, aber ich habe mich gestern Abend gefragt ob man mit unserem Camcorder mal filmen könnte.

    Unser Canon Legira HF-G50 hat zwar nur einen recht kleinen Sensor, aber sonst hat er ganz gute Performance.

    Hat sowas schon mal jemand getestet? Vielleicht um mal einen Transit zu Filmen, oder ist das absolut unrealistisch/nicht machbar mit sowas?

    Wobei das absolute Zukunftsmusik ist. Danach würde ich sehr ungern ein Teleskop aussuchen, das soll kein "Requirement" sein.


    Und gleich wieder eine Frage:

    Was hat es mit der recht seltenen Bauform eines Makustov-Newton auf sich?

    Hat sich das nicht durchgesetzt oder ist das noch recht neu? Bringt es außer höherem Kontrast und der geringfügigeren Abschattung sonst noch Vor- oder Nachteile zum Standart-Newton?

    Längere Auskühl-Zeit, aber nie Staub drin... ?


    Vielen Dank und bis dahin, die Banane