Erfahrungen durch Sichtung

  • Hallo.

    Meiner Frau macht es ja mittlerweile auch Spaß durchs Teleskop zu schauen.

    Nun hatten wir vor ein paar Tagen einen echt schönen Abend auf der Terrasse.

    Die Kids waren im Bett, es war warm, wolkenloser Himmel, Teleskop ausgepackt.


    Wir haben uns den Jupiter vorgenommen.

    Und ihn auch gefunden.

    Und nicht nur ihn, sondern auch seine vier großen Monde. Aufgereiht wie ne Perlenkette.

    Einfach faszinierend!


    Danach haben wir Saturn ins Visir genommen.

    Und auch den haben wir gefunden.

    Allerdings nur mit viel Phantasie!


    Mit Müh und Not, Phantasie und dem Wissen das das Saturn sein MUSS haben wir den Ring erkannt.


    Lt. einem Okularrechner im Netz und meinen Daten (76/300, 4 und 20mm.Okular), hätten wir den Ring deutlicher sehen müssen.

    Und auch die Streifen von Jupiter.


    Nun kommt natürlich DIE Frage auf:

    Welche Werte müsste mein Teleskop haben um das anständig zu sehen?


    Trotzdem war es ein wunderschönes Erlebnis sowas mit eigenem Augen zu sehen. Mal nicht nur auf professionellen Fotos!


    Gruß Schreddl

  • Hallo Ihr zwei,


    also die Saturnringe müsstet Ihr gut sehen. Er stand wohl noch zu tief. Wartet mal noch ein bißchen (einen Monat oder so), er kommt dann noch etwas höher über den Horizont. Aber nicht so sehr hoch, das liegt an seiner Bahn, auf der er im Moment so tief im Süden steht. Saturn braucht 29 (!) Jahre um einmal um die Sonne zu drehen, wozu de Erde ein Jahr braucht. Die nächsten Jahre kommt er langsam wieder höher.


    Ich habe Dir eine persönliche Nachricht (über das Forum) geschrieben !


    Edit: Ihr braucht mehr Vergrösserung. Das 20 mm Okular bringt 15 fach Ich habe noch ein 16x70 Fernglas, mit dem sehe ich die Saturnringe gerade nicht. Insofern war es ein Fehlkauf. Für die Saturnringe brauche ich mindestens 20 fach, besser mehr. Aber ich habe alte Augen. Mit Euren jungen Augen könnteces sein, daß ihr sie gerade noch so erkennen könnt !


    Gruß


    Rudi

  • Guten Morgen.

    Da hätt ich es morgens um drei doch noch mal probieren sollen.

    Da standen die zwei um einiges höher und es war halt noch dunkel.

    Mehr Vergrößerung also.

    Macht die Öffnung da auch noch einen Unterschied?

    Gruß Schreddl

  • Saturn steht um den 21. Juli auf Opposition.

    Also in einer Linie: Sonne -> Erde -> Saturn.

    Demnach ist Saturn am größten und hellsten im Nachthimmel genau jetzt um diese Zeit.

    Jupiter stand vor kurzem auch in Opposition, entsprechend ist jetzt genau die beste Zeit um die beiden Gasgiganten zu beobachten. Danach dauert es wieder 13 - 15 Monate oder so bis die Erde unsere Nachbarn in ihrem Orbit wieder überholt. Da jetzt Beide gleichzeitig in Opposition stehen ist das ein bisschen seltener sind und dauert wohl nochmal um die 20 Jahre (da würde ich mir aber keine zu großen Gedanken drum machen).

    Gerade kurz nachgeschaut am höchsten steht Jupiter wohl gegen 1 Uhr morgens und Saturn gegen 1:30.

    Ich kann die Webseite https://stellarium-web.org/ nur ans Herz legen. Nicht unbedingt um sich im Nachthimmel zurecht zu finden, sondern um nachzuschauen wann welche Objekte zu sehen sind.


    Was Rudi sagt stimmt aber auch Saturn steigt bis Anfang Oktober noch etwas an Höhe bis er im November Tagsüber an seinem Zenith steht. Allerdings wird er dann nicht mehr so hell wie jetzt sein.


    Zu deiner Frage an "welche Werte" dein Teleskop haben muss. Ich glaube ihr solltet mit eurem Teleskop noch etwas mehr sehen können. Vielleicht war Saturn nicht ganz im Fokus, oder die Atmosphäre wollte nicht. Im Sommer ist Astronomie nicht nur schwerer weil die Tage länger sind, sondern auch weil die Atmosphäre eine größere Temperaturdifferenz hat. Heiße Luft von der Oberfläche möchte aufsteigen und kältere kommt herunter. Das verursacht eine Art flimmern (so ein bisschen wie an einem heißen Sommertag über dem Asphalt). Du schriebst ja selbst, dass es warm war.

    Habt ihr das 4mm Okular probiert zu verwenden? Das sollte euer Bild größer machen als das 20mm. Die Vergrößerung errechnet man indem man die Brennweite des Objektives (in eurem Fall 300mm) durch die Brennweite des Okulars teilt. Also 300/20=15 bzw. 300/4=75. Entsprechend ist das Bild welches ihr mit dem 4mm objektiv bekommt wesentlich größer.

    Allerdings wenn ihr den Ring Saturns nicht erkennen konntet lag es wahrscheinlich eher an einem der anderen Gründen.


    So als Hinweis zu Teleskopen generell: Das wichtigste ist eigentlich die Größe der Öffnung vorne. Stell dir dein Teleskop wie einen Lichttrichter vor: Größere Öffnung heißt mehr Licht heißt bessere Auflösung. Deswegen hilft ein Fernglas oft schon enorm. Unsere Pupillen sind nunmal ziemlich winzig.

    Die Vergrößerung ist eher Nebensache, und lässt sich im Zweifel mit einem Okular noch anpassen.


    Aaron

  • Guten Morgen.

    Danke für die Infos.


    Leider ist es ja im Moment ziemlich bewölkt. Zu einem späteren Zeitpunkt hochschauen geht also grad nicht. Aber ich bleibe dran!


    Ja, mit dem 4mm haben wir auch geschaut.

    Mit dem 20mm sieht man Deteils nur am Mond.


    Würde der Umstieg auf ein 114er Teleskop sich dann merklich lohnen?

    Natürlich werden wir unser kleines noch weiterhin nutzen.

    Falls wir uns was anderes zulegen, wird das nicht überstürzt und ist für die nächsten Monate auch nicht geplant.


    Gruß Schreddl

  • Ich denke der Schlüssel wie bei allen "Hobbies" verwende solange dein Equipment und werde besser in der Verwendung bis du das gefühl hast dass dein Equipment das schwächste Kettenglied ist.

    Aber ehrlich gesagt kann ich dir was zu equipment angeht nicht viel erzählen. Ich hab nur ein Teleskop und hab mich wenn es hoch kommt erst seit etwa einem Monat wirklich viel mit Equipment beschäftigt. Zugegebener maßen bin ich bei so Sachen dann immer sehr obsessiv, aber es wäre mir lieber wenn einer der erfahrenen Leute hier noch das OK drüber gibt.


    Falls ihr kein Interesse an Astrofotografie hast ist glaube ich für euch das beste ein so genanntes "Dubson Teleskop" (eng: Dubsonian). Das sind relativ große Teleskope mit großen Öffnungen und langen Brennweiten. Und vorallem relativ günstig.

    Wenn ihr eine große Öffnung habt kann man dadurch sogar Nebulae, andere Galaxien und andere dunkle Objekte erkennen (erwartet nur nichts was aussieht wie ein Foto von Hubble).


    Die haben drei Probleme:

    1. sind die wirklich zu groß um auf eine Motor betriebene Montierung zu passen. Entsprechend keine Langzeit Aufnahmen mit einer Kamera weil die Erde sich zu schnell bewegt. So wie bei eurem Teleskop jetzt auch.

    2. Sind die wirklich groß. Also wenn ihr nur eine kleine Wohnung habt oder keinen Keller ist das wahrscheinlich auch nicht das richtige.

    3. Sind so Spiegelteleskope die ein bisschen schwieriger in der hanghabung weil diese regelmäßig kollimiert werden müssen. Das ist ansich nicht so schwer, aber das macht das alles natürlich komplexer. Was das genau ist kannst du Auf Youtube dir mal anschauen. Falls du Englisch kannst ist hier ein Beispiel:

    Generell bedeutet besseres Equipment aber auch schwieriger in der Handhabung weil es mehr Fehlerquellen geben kann bzw. Fehler mehr auffallen.

    Hier die Kategorie Dubson Teleskope in den großen Teleskop Shops:

    https://www.astroshop.de/teles…ung.Montierungstyp=Dobson

    https://www.teleskop-express.d…/c2_Dobson-Teleskope.html


    Das Licht sammeln steigt zum Quadrat. Also 20cm Durchmesser sammelt vier mal so viel Licht wie ein 10cm Durchmesser Teleskop. Deswegen würde ich mich nur von der Größe der Öffnung vorne hinreißen lassen, nicht von anderen Faktoren wie Brennweite.


    Außerdem solltet ihr euch auch selbst erkundigen. Ihr müsst selbst wissen was ihr kauft und welche vor und Nachteile das hat. Aber so kennt ihr den Weg und wie viel Geld dieser in etwa kosten würde.

    Außerdem solltet ihr euch mit unserem Universum auseinandersetzen. Also akademisch. Ich hab Glück und hab vor ein paar Jahren für extra credits Astro in der Uni belegt aber es gibt auch super Videos auf YouTube. Falls ihr englisch gut genug könnt würde ich euch diese Serie empfehlen.

    Hier wird alles eigentlich logisch aufeinander gebaut.

    Was deutsche Ressourcen angeht kann ich leider nichts empfehlen.


    Aber es ist wichtig abzuwägen: Kann ich noch was mit meinem Teleskop machen? Möchte ich den nächsten Schritt gehen und Geld ausgeben? Wenn ja wie viel Geld?

    Es ist in allen Hobbies immer so die Sache, dass man sich gern aus seinen Problemen raus kaufen möchte.

    Ich kenne das bei mir. Da hab ich die eine Sache schon denke ich über das nächste nach, aber das ist so nicht richtig.

    Also genießt unsere Planeten und fragt euch lohnt es sich 400€ in die Hand zu nehmen um hin und wieder ein riesen Teleskop ins Auto zu packen um irgendwo hin zu fahren wo es dunkel ist nur um die Andromeda Galaxie oder ein kleines Bild der Krsbbennebula sehen zu können? Oder reicht es euch zu wissen, dass es diese Objekte wirklich gibt und ihr schaut euch lieber Fotos an: https://hubblesite.org/image/3…ory/35-supernova-remnants


    Beste Grüße

    Aaron

  • Hallo.

    Puuh.... Weiß gar nicht wo ich anfangen soll. :)


    Equipment "ausreizen"!

    Logisch! Ich vergleichs mal mit meinem ersten DMX Lichtmischpult.

    Das hatte ich nach ca. 2 Monaten ausgereizt. Da hab ich aber auch täglich damit probiert, programmiert, gespielt!

    Beim nächsten hab ich mir ewig den Kopf zerbrochen was als nächstes kommen soll, Funktionen, Preise, Bedürfnisse verglichen und analysiert. Zum Schluss hab ich mich, mit Kompromissen, für eine Softwarelösung entschieden. Die mittlerweile nur rumsteht und nicht gebraucht wird. Stattdessen nutz ich wieder mehr mein erstes Pult.

    Irgendwie blöd.

    So wird es mit dem Teleskop definitiv nicht laufen.

    Wir haben und machen uns da auch schon richtig Gedanken. Und da wir nichts überstürzen wollen werden wir auch noch viel Zeit haben unser jetziges auszureizen.

    Bis wir tatsächlich was neues holen wird das noch Monate dauern.

    Klar ist aber im Moment das wir wohl eher nicht irgendwo hinfahren um zu beobachten.

    Das wird eher spontan auf der Terrasse gemacht.

    Und auch wenn wir genug Platz hätten um ein 200mm oder mehr Teleskop zu verstauen werden wir sowas nicht holen.

    Es muss wirklich was spontanes sein. Griffbereit, hinstellen, kucken und genießen.


    Die Videos.

    Bissl Englisch können wir.

    Zumindest ich werd mir die Videos mal in Ruhe anschauen.


    Erwartungen.

    Das ich diverses nicht so sehe wie im Netz ist uns bewusst. Wir freuen uns ja schon wie Bolle das wir die großen Jupiter Monde gesehen haben.

    Ob wir uns jetzt wirklich auf die Suche nach so nem Nebel o.ä. machen wage ich zu bezweifeln.

    Aber man weiß ja nie.


    Ob du jetzt Vollprofi bist oder auch erst (wie wir) seit kurzem dabei bist, ist mir erstmal egal.

    Schön finde ich es alleine schon darüber zu quatschen.

    Das öffnet immer neue Sichtweisen. Und die helfen schon bei solchen Ideen und Überlegungen.


    Gruß Schreddl

  • Hi,


    Also ich bin nicht ganz einverstanden mit Aaaron (obwohl vieles richtig ist, was Aaron sagt): Vergrößerung bringt bei PLANETEN schon was. Und 75-fach mit dem 4 mm Okular sollte bei 76 mm Durchmesser Teleskop noch immer schön scharfe (ok, bei kleineren Vergrößerungen ist das Bild eigentlich IMMER schärfer) Bilder liefern (1x Objektivdurchmesser ist 1mm Austrittspupillle, da sollte das Bild am Planeten eigentlich perfekt sein).


    Wenn das jetzt nicht der Fall ist (Saturnringe nicht oder kaum zu sehen), gibt es mehrere Möglichkeiten (ich habe das 4 mm Okular im Verdacht und fange deshalb damit an):


    (1) das Okular ist schuld

    (2) der Planet steht zu tief

    (3) Seeing (starke Luftunruhe)

    (4) der Rest der Optik (außer Okular), d.h.

    (a) Justierung

    (b) Fangspiegel- Qualität

    (c) Hauptspiegel.


    Da muß man jetzt durch Eliminierung in obiger Reihenfolge versuchen, das Problem wegzubekommen.


    Rudi

  • Hallo Rudi.

    Das mit der Austrittspupille hab ich mir schon zig mal durchgelesen.... Ich kapiers net! :D

    Aber egal.... Kommt vllt noch...!


    Zu 1 und 4):

    Könnt ich mir vorstellen, da die Okulare ja die Original beigepackten sind.

    Außerdem haben wir das Teleskop ja nicht Neu gekauft. Das hab ich bei Exxy Kleinanzeigen für 20€ gekauft.

    Es war zwar gut verpackt, aber ich weiß halt nicht wie alt es ist und wie damit umgegangen wurde.

    Ich dachte mir halt, für 20€ machste nix falsch.

    Zu 2):

    Definitiv. Die zwei sind ja grad über den Häusern gewesen.

    Zu 3):

    Denke das hängt mit Punkt 2 zusammen.


    Ich hoffe jetzt mal auf einen wolkenfreien Himmel am Wochenende damit ich wenigstens Punkt 2 und 3 ausschließen kann.

    Punkt 1 und 4 ist für mich ja nicht so einfach das zu testen.... Denk ich mal.


    Bringt es was wenn ich mal Fotos von den Okularen oder vom Teleskop hier hochlade?


    Gruß Schreddl

  • Austrittspupille = Durchmesser der Optik (oder Öffnung) durch Vergrösserung.


    Damit hat es Folgendes auf sich: Jäger, die gern mit Ferngläsern in der Dämmerung Wild beobachten, haben den Begriff "Nachtglas" erfunden, und zwar für das 7x50 Fernglas. Dieses Fernglas hat gleichzeitig 7-fache Vergrösserung und 7 mm Austrittspupille, weil 7x7 =50 (Umkehrung der oben angegebenen Formel, gerundet).


    Jetzt muss man noch wissen, dass die menschliche Augenpupille (Eintrittspupille) weiter aufgeht, je dunkler es wird. Maximale Öffnung bei Nacht ist 7 mm. Im Fall des Nachtglases entspricht das vom Fernglas kurz hinter dem Fokus produzierte kreisrunde (das Objektiv ist ja rund) Abbild der Realität (Austrittspupille) also genau der Grösse der Eintrittspupille des menschlichen Auges in dunkler Nacht. Es wird kein nanometer Licht verschenkt, beide passen 100% zusammen.


    Vergrössert man im Beispiel weniger (z.B. 6x oder 5x) wird die Austrittspupille des Fernglases 8 mm gross oder mehr, das Auge, was nicht mehr als 7 mm aufmachen kann, kann nicht mehr alles Licht "einfangen", was das Fernglas im vorgibt: es geht Licht an der Augenpupille vorbei.


    Vergrössert man mehr, wird die Austrittspupille des Fernglases kleiner als die Augenpupille des Menschen. Man verschenkt also eigentlich Licht. Abe wenn das Objekt hell ist, wie bei Planeten, macht das nichts. Im Gegenteil, der Bild- Hintergrund wird dunkler, weil das Auge nur einen "Lichtring" in der Mitte seiner Pupille sieht, der äussere Teil der Augenpupille ist "abgeschnitten", also schwarz. Das erhöht den Kontrast (hell-dunkel Kanten und damit kleine Details am Planeten werden besser besser gesehen).


    Das geht aber nicht unbegrenzt. 1 mm Austrittspupille ist bei Planeten ideal (also wenn die Vergrösserung = Durchmesser der Optik / die Öffnung ist, weil dann kommt bei der Formel oben hinten "1" raus, 0.75 mm ist auch noch gut, aber dann ist Schluss (ausser man hat einen Super-Apo, da ist dann 0.5 mm auch noch gut).


    Gruss


    Rudi

  • Nachdenk!!!!......

    Also.....in meinem Fall.....

    Brennweite Rohr / Brennweite Okular = Vergrößerung

    300/4=75

    Dann....

    Durchmesser Rohr / Vergrößerung = Austrittspupille

    76/75=1,01

    Also eigentlich ideal!?!?


    Ich hab mal gelesen das die max. sinnvolle Vergrößerung 2x der Rohr Durchmesser ist.

    Bei mir also 152.

    152fache Vergrößerung würde ich durch ein Okular mit 1,97mm Brennweite erreichen.


    Bei 76/152 käme dann 0,5mm Austrittspupille raus.

    Richtig?

    Und das wäre dann wiederum Quatsch.


    Also wäre bei mir die wirkliche max. Vergrößerung (wenn ich mit deinen 0,75mm rechne) bei 101fach.

    Was einem Okular von ca. 2,9mm Brennweite entspricht.

    Richtig?


    Puuh... Komm mir vor wie in der Schule! :D


    Gruß Schreddl

  • Hallo Daniel,


    ist alles richtig was Du sagst !


    Wir haben die Kurve fast gekriegt. Aber nur fast. Jetzt kommt noch ein Aspekt hinzu: die Brennweite.


    Dein Newton hat 76/300 (= f/4), mein 76er von vor vielen Jahren hatte 76/700 (f/9). Ich glaube man geht das Problem des Öffnungsverhältnisses am besten vom Markt aus an: warum gibt es keine 2 mm Okulare und nur sehr wenige 3 mm Okulare auf dem Markt ? Weil nur sehr kurzbrennweitige Fernrohre / Teleskope solche Okulare brauchen. Mein 76/700 erreichte 120-fach (die AP von 0.75) mit dem 6 mm Okular.


    Kurze Öffnungsverhältnisse wie Dein f/4 "stressen" die Okulare, aber nicht nur. ALLE optischen Teile werden gestresst. Auch Haupt- und Fangspiegel bei Deinem Newton und das Objektiv eines Achro- oder Apochromaten (f/4 gibt's da gar nicht).


    Der "Stress" besteht darin, dass alle optischen Teile mit einem breiten Öffnungswinkel (so: > = "Breitmaulfrosch") nur dann zurechtkommem, wenn sie extrem gut korrigiert sind. Extrem gut korrigiert bedeutet viele Linsen beim Okular, eine sehr exakte Parabel beim Hauptspiegel, extrem "plan" beim Fangspegel und Sondergläser zur besseren Farbkorrektur beim Apo. In allen Fällen wird das (sehr) teuer. ... Und das alles warum ?


    Um den Stress der Okulare und von Spiegel oder Objektiv zu beseitigen, muss man bei f/4 also viel Geld ausgeben. Hier z.B. der Preis eines (guten) 3 mm Okulares: https://www.intercon-spacetec.…akahashi-toe-3-3-mm-.html


    "Spitzmaulfrosch"- Teleskope mit geringerem Öffnungsverhältnis und kleinerem Öffnungswinkel (>), so ab f/5 (f/6 und kleiner ist noch besser), sind da viel gutmütiger, was den "Stress" der optischen Teile anbelangt. Wie gesagt, zuerst den Stress der Okulare, aber auch dem von Haupt- und Fangspiegel. Deshalb würde ich, bei Deinem Teleskop (ich habe nie ein f/4 Teleskop gehabt, kann also nur "aus dem Gefühl heraus" Empfehlungen geben), mit der Vergrösserung keinesfalls über 100-fach gehen. Sonst siehst Du die Fehler der optischen Teile immer mehr, heißt unscharfe Bilder, Verzerrungen, Farbabweichungen, etc.


    So jetzt haben wir aber "die Kurve gekriegt", d.h. Du weißt was Du beim nächsten Teleskopkauf beachten mußt.


    Lieben Gruß


    Rudi

  • Hallo.

    DAS musste ich mir jetzt erst ein paar Mal durchlesen bevor ich irgendwas verstanden hab. :D


    Ich hab auch irgendwie ein Problem damit das f/4 "größer" ist als f/6.

    Weißt was ich meine?


    Wenn ich es in der Summe aber richtig verstanden habe heißt das, dass mein Teleskop mit f/4 sehr anfällig für optische Fehler im System ist.

    Hätte ich ein 76/700, also f/6, würden die Fehler mehr toleriert werden. Sprich sie fallen nicht gleich auf.

    Richtig?


    Ich dachte nicht das Teleskopkauf mit soviel Rechenarbeit verbunden ist!

    Werde mir jetzt aber testweise ein paar Teleskope rauspicken und mit meinem jetzigen Erfahrungen durchrechnen.


    Gruß Schreddl

  • Ich hab auch irgendwie ein Problem damit das f/4 "größer" ist als f/6.

    Weißt was ich meine?

    Ja hab ich vor ein paar Jahren auch gehabt als ich mich mehr mit Fotografie auseinander gesetzt habe.

    Das f/X errechtnet sich durch Brennweite/Durchmesser Oeffnung des vordernsten elements (auch f/D)
    Beispiel: 50mm Brennweite 35mm Oeffnung 50/35 = f/1.4
    Wenn der Nenner groesser wird (Also die Oeffnung des Elements) bei gleichem Zaehler (also gleiche Brennweite) wird das ergebnis kleiner Wenn der Zaehler groesser (also die Brennweite (mehr Tele)) und der Nenner gleich gross bleibt (also die Oeffnung Vorne) wird das ergebnis groesser
    Kleinere Zahl heist also mehr Licht

  • Na bin ich froh das es nicht nur mir so geht!

    :D


    Wobei mir grad beim drüber nachdenken auffällt, daß selbst wenn ich jetzt nun weiß wie sich manche Dinge rechnerisch auswirken, weiß ich immer noch nicht was sie bedeuten.

    :D


    Aber Nee Jungs.

    Ein Crashkurs in Teleskop Technik möcht ich jetzt nicht. Würde mir jetzt auch nix bringen.


    Gruß Schreddl

  • Nur durch sowas (Beiträge, Diskussionen) "lebt" ein Forum.

    Aus anderen Foren kenn ich es auch so das vieles garnicht mit dem eigentlichem Forum zu tun hat.

    Aber es ist da und es wird geredet, geschrieben und sich ausgetauscht.

    Wie zB das Thema "Vinyl Boden reparieren" im Opel Forum!!! ^^

    Oder..... Nee wartet.... Hab da noch ne Idee.... Muss die nur bissl vorbereiten.

    Da kann dann jeder mitmachen!


    Was das eigentliche Thema angeht.

    Vllt gibt's morgen was neues zu berichten von meiner Seite aus.


    Gruß Schreddl

  • Hallo.

    War eine lange Nacht! :sleeping:

    Wenn ich mir deine Checkliste nochmal anschaue tippe ich nun auf Punkt 2 und 3.


    Ich habe die ganzen neuen Okulare durchprobiert.

    Und siehe da: Ich hab nicht nur den Saturn gesehen, sondern auch den Ring. Mit einem deutlichen "Absatz" zu dem Ring.

    Das hat diesmal mit dem 6, 4 und dem 3,6mm (Danke) Okular funktioniert.

    Wie Spock 🖖 schon sagte: "Faszinierend"!

    ^^


    Beim Jupiter (erinnert mich grad an Asterix und Obelix :D) konnte ich sogar die Streifen mit dem 3,6er erkennen.

    Wobei mir auffiel das es sehr schwer ist ein scharfes Bild hinzukriegen.


    Den Kometen hab ich leider nicht gesehen / gefunden.

    Was ich aber gefunden hab, kurz vorm Bett, ist eine Anzeige.

    Ein TS Optik Newton.

    Stativ, Montierung, 150/1400, einiges an Zubehör für 160€. Und bei mir in der Nähe.

    Wär ne Überlegung wert! :/

    Nach zwei Schorle und ständigem gähnen musste ich mich dann aber doch hinlegen.

    ^^


    Gruß Schreddl

  • Achtung, der 150/1400, wenn "kurz und dick" könnte ein Katadiopter sein (mit eingebauter Korrekturlinse, die nicht richtig gerechnet ist). Nachfragen und wenn ja, dann Finger davonlassen <X.


    Das ist auch noch ein Nachteil von f/4, daß der Fokus sehr, sehr kurz ist. Bei "Spitzmaulfröschen" ist der Bereich, wo das Bild scharf ist, viel länger !