Kaufberatung Einsteigerteleskop

  • Liebe Sternfreunde,


    ich bin absoluter Einsteiger (muss noch schauen ob ich überhaupt bei diesem neuen Hobby "hängenbleibe") und möchte mir nun ein grundsolides (d.h. ausbaufähiges) Einsteigerteleskop zulegen. Natürlich werde ich bei den Planeten anfangen aber habe auch Interesse an Deep Sky.


    Ich hatte mir eine Obergrenze von 300€ für Einsteiger Komplettset (Stativ, einfacher Okulare) festgesetzt. Es scheint der Bereich zu sein, wo man gerade passable Qualität erwarten kann. Ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis ist mir extrem wichtig. Wenn ich mir Zubehör kaufe (evlt Okulare oder eine parallaktisches Stativ) dann sollte das Teleskop "es wert sein" ausgebaut zu werden.


    Dazu kommt noch: Es sollte nicht zu gross sein, da ich in der Wohnung und auf dem Balkon nur wenig Staumöglichkeiten habe. Ich möchte es nötigenfalls mit dem FAHRRAD transportieren können, da ich kein Auto besitze. Als alter Hobbyfotograf weiss ich, dass Lichtstärke (sprich Öffnung) sehr wichtig ist. Werde ich bei einer Lichtstärke besser als f/5 zwangsläufig immer mit Koma rechnen müssen? Sollte ich dann ein weniger schnelles Teleskop besser nehmen?


    Was haltet ihr von den vorgestellen Modellen? Welches ist qualitativ hochwertiger?



    Bresser Dobson Teleskop N 150/750 Messier DOB / (hier gefällt mir die Möglichkeit auch 2 ZOLL OKULARE befestigen zu können)

    https://www.astroshop.de/teles…0-750-messier-dob/p,58693


    oder


    Skywatcher Dobson Teleskop N 150/750 Heritage FlexTube DOB / (hier gefällt mir die Verstaumöglichkeit..habe aber Bedenken wegen des STREULICHT)


    Vergrößernhttps://www.astroshop.de/teles…tage-flextube-dob/p,67527


    oder


    TS Optics Teleskop N 130/650 Starscope EQ3-1 / (hier gefällt mir das Komplettpaket mit Stativ / was taugt die Halterung?)


    https://www.astroshop.de/teles…0-starscope-eq3-1/p,56526



    Habt ihr noch einen Alternativvorschlag? Bin ich da auf dem richtigen Wege?


    Danke!

  • Hallo Throsten,


    sorry hatte Deinen Beitrag nicht gesehen, wohl weil ich mit meinen Beiträgen beschäftigt war.


    150 mm Spiegel sind wohl der beste günstige Einstieg, die 130 mm gehen auch noch (Deeps Sky braucht wirklich 150 mm). Wenn Du mit dem Fahrrad raus willst, würde ich mir das mit der parallaktischen Montierung nochmal überlegen. Von dem Bresser Dobson (den ich auch schon mal empfohlen hatte), habe ich inzwischen aber gehört, daβ er den Fokus sehr weit auβen liegen hat, weil er einen (zu?) groβen Fangspiegel hat. Das ist dann eher was für Fotographen; visuell ist da dann kaum noch ein Unterschied zum 130er. Deine Vorauswahl gibt sich aber allgemein nicht viel.


    Auf dem Fahrrad ist der Skywatcher vielleicht der beste (Transport). Mach Dir nicht zuviel Sorgen um die "Wacklizität" (Instabilitât der Stangen), ich habe gehört, das sei (mal) so gewesen und gesehen, daβ es kein Problem ist. Streulicht ? Ehrlich gesagt, ich hab seit 15 Jahren einen Gitterohr-Dobson, ... aber meine Streulichsocke noch nie verwendet !


    (Muβt halt hinter einem Baum aufbauen, auch wenn das nicht erlaubt, in alle Richtungen zu beobachten. Aber wenn Du ein Beobachtungsprogramm für einen Abend hast, wähle nicht mehr als 3-5 Objekte !!! Die kannst Du dann so wählen, daβ sie nicht "hinter dem Baum" liegen. Und wenn dann doch noch irgendein Planet hinter dem Baum liegt, muβt Du das teleskop halt umstellen: Planeten kann man auch im Licht einer Straβenlaterne beobachten !)


    Wichtig ist aber die Aufbauhöhe des Teleskops. Auf dem Balkon geht ein kleiner Tisch sehr gut. Sarah (auf einem anderen Forum) geht immer mit einer groβen (Woll-) Decke raus und baut auf der Decke auf dem Boden auf. Das ist toll, ... aber nicht bei Minusgraden im Winter (... und die Wintersterne sind die schönsten).


    Kannst Du nicht eine Stelle finden, wo so ein Platz mit Holzbank und Vesper-Tisch für Wanderer ist ? (Du weiβt schon, was ich meine).


    Alles Gute (und ohne Garantie; ich kenne die Geräte nicht, ... ... habe aber so meine Erfahrungen gemacht).


    Liebe Grüβe


  • Hallo Thorsten (und hallo Rudi!),


    Vor einigen Jahren war ich in deiner Situation. Neugierig bis in die Haarspitzen aber wenig bis keine Ahnung was für ein Teleskop es werden könnte.
    Auch ich habe hinterm Haus nicht die besten bedingungen und muß mein Gerödel aufs Fahrrad oder einen Anhänger packen.

    Das bedeutet, einen Kompromiss zwischen Größe und Leistung zu finden.

    WAS willst du denn beobachten?


    Ob dir die Beobachtung des Nachthimmels Freude macht, kannst nur du entscheiden. Rückblickend würde ich zuerst ein Fernglas kaufen. Ein brauchbares 10x50

    gibt es schon für 50 Euro, und damit siehst du schon einiges am Nachthimmel. Dazu ein Fotostativ und ein Adapter, damit die Arme nicht lahm werden.


    Und wenn es doch ein Teleskop sein soll?

    Ich habe so einige Newtonteleskope gehabt, immer gebraucht, also älter. Durch die Bank waren es immer die Stative und Montierungen, die Stress machten.
    Ich hoffe Rudi hat Recht und es ist besser geworden.

    Die Teleskope selber waren aber durchaus brauchbar, aber hatten natürlich ihre Grenzen. 76/700 und 114/900 eigneten sich gut um spontan mal Mond und Planeten

    anzuschauen. Wunder durfte man aber nicht erwarten. Jupiter hatte ein paar Streifen, Saturn einen Ring. Mars aber blieb ein kleiner blassroter Fleck. Außerhalb

    des Sonnensystems ging ihnen schnell das Licht aus. 130mm habe ich nie gehabt, da kann ich nichts zu sagen. Ein 150/750 besitze ich und es war für
    mich der Schritt Richtung Deepsky, also Objekte außerhalb des Sonnensystems. Mit 200/1200 klappt das noch viel besser ;-)

    Wenn du einen langen Treckingrucksack hast, passt der Tubus eines 150mm Newtonteleskops mit 750mm Brennweite dort hinein. Das weiß ich weil ich es so

    schon transportiert habe. Ich habe mir erst gar kein wackeliges Stativ dafür gekauft sondern gleich nur den Tubus (nennt sich "OTA") und eine "Rockerbox" selber

    gebaut (oder ist doch es ein "Rockerturm"?).


    Wir haben ein (Holland-)Fahrrad mit Lastenträger vorne, da geht so einiges drauf. Thermoskanne in die Satteltasche, Tubus in den Rucksack, Rockerbox und Koffer

    vorne drauf und los geht's. Es geht auch ohne Fahrrad, mit einem Handwagen


    Die Einarm-Tisch-Dobsons gibt es noch nicht so lange, aber die machen einen vernünftigen Eindruck. Ist denn da wo du beobachten möchtest ein stabiler Tisch?
    Wenn du so ein stabiles Einarm-Dobson auf einen 20-Euro-Klapptisch stellst, hast du im Vergleich zu einem klapprigen Dreibein nichts gewonnen, außer dass du einen

    Tisch mitgeschleppt hast auf dem du deinen Tee abstellen kannst. Ohne Tisch geht's runter auf die Knie, und das die ganze Zeit. Das wäre nichts für meine Knie...


    Wenn du mehr Details zu meinem 150/750 (Bresser Messier) wissen willst, meld dich hier.


    Klare Nächte

    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1000 Zollstock-Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton


    https://astronomiefreunde-kn.de/

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