Atmospheric Dispersion Corrector etc.?

  • Grüße Euch,


    beim stöbern im Netz bin ich auf die Verwendung von Atmospheric Dispersion Correctoren für Planetenbeobachtung /-fotografie gestoßen.

    Bringt denn so ein System tatschlich etwas bei der visuellen Beobachtung von Jupiter und Saturn wenn sie flach am Horizont stehen?


    Einen klaren Himmel wünscht


    Jörn

  • Hallo Jörn,


    hier ist ein Link zu einem Beitrag in SDW
    https://www.spektrum.de/magazi…ischen-dispersion/1283062
    Anscheinend hat da mal jemand ein Python-Script geschrieben mit dem man den Effekt simulieren kann. So steht es zumindest im Text.
    Python selbst gibt's hier

    https://www.python.org/downloads/



    Vielleicht kannst du so ermitteln um welchen Beitrag zu "schlechten Bedingungen bei niedriger Beobachtungshöhe" es geht.

    Das wabern der aufsteigenden warmen Luft und die Dämpfung der Helligkeit durch mehr Staub und Luft werden diese "Korrektoren" nicht verschwinden lassen können.

    Es geht einzig um die asymmetrische Dicke der Luftschichten, die das Licht in Abhängigkeit von der Beobachtungshöhe unterschiedlich aufspalten. Ich stelle mir vor dass da sowas wie ein

    Prisma zum Einsatz kommt dass, wenn es gut zum Horizont ausgerichtet, diese Aufspaltung in Abhängigkeit von der Beobachtungshöhe zumindest teilweise wieder rückgängig macht.


    Am Ende wird auf "ausprobieren" hinauslaufen um zu klären ob es für dein Equipment bei deinen Beobachtungsbedingungen an deinem Beobachtungsort und mit deinen Erwartungen für dich passt.

    Da helfen auch tausend 5-Sterne-Bewertungen nicht weiter ;)


    Viele Grüße

    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


    Bresser 10x50 | 150/750 Dobson | 70/700 Skylux Refraktor | 200/1000 Zollstock-Dobson
    Im Bastelkeller: 8"f/6 Spiegel | 76/700 "Tchiboskop"-Newton


    https://astronomiefreunde-kn.de/

  • Hi Detlev,


    womit wir wieder mal bei Python wären ^^


    Sehe ich mir an, aber Du liegst wahrscheinlich richtig, da wird probieren über studieren gehen.

    Momentan bin ich unsicher, wann das C8 hier eintreffen wird. Bestellt hatte ich es Mitte Dezember bei Herrn Kloss.

    Bei anderen Händlern wird als Zulauf der 31.01. angezeigt oder gar der Monat Mai. Da bleibt nur Geduld zu haben, ich mag meinen Händler nicht nerven, er kann ja den Zulauf nicht beeinflussen.


    Ein anderes Thema wäre noch ein Weitwinkel Okular für die Übersicht. Da f/10 gutmütig ist was die Okularauswahl angeht, ist mir das Baader Hyperion 36mm sympathisch. Wäre das evt. eine gute Wahl? Manche empfehlen auch ein 55mm Plössel, wobei man da fast beim doppelten Preis wäre. Eine zwei Zoll Diagonale mit SCT Anschluss und Reduzierstück auf 1,25 Zoll haben wir schon.


    Grüße aus dem verregneten "Blue County"


    Jörn

  • Enceladus

    Changed the title of the thread from “Atmospheric Dispersion Corrector?” to “Atmospheric Dispersion Corrector etc.?”.
  • Hallo Jörn,

    bei Okularen bin ich relativ blank, da ist Astrorudi der Experte. Bisher haben der Preis und die Gelegenheit meinen Okularkauf gesteuert. Mein Übersichtsokular in 2" ist ein Bresser Wide Angle Okular 25mm (70° oder so). Für 1,25" ist es ein TS 32mm Superplössl(52°). Beide kamen durch Teleskopkäufe in meinen Besitz, und ich bin zufrieden (150/750 + 200/1200 Newtons). Ich bin jetzt aber auch nicht mit Nagler-Okularen "verwöhnt" und suche explizit nach Bildfehlern. Bei meinen begrenzten Beobachtungsmöglichkeiten(Zeit+Wetter) freue ich mich einfach über alles "da draußen" was sich im Okular einfindet.


    Wenn die Lieferung länger dauert und du es gar nicht mehr erwarten kannst, kauf dir ein 10x50 Fernglas. Das ist ein sinnvolles Zubehör und es macht auch ohne Teleskop Spass am Nachthimmel.
    Meins hab ich im Onlineshop von Lidl entdeckt, und es hat ein Gewinde, um es per Adapter auf ein Fotostativ zu setzen. Es wiegt nicht einmal 1 kg und geht in jedem Urlaub mit.

    Zu deinem Liefertermin: Ich hab irgendwo gelesen dass die Lieferengpässe nicht durch die Waren sondern durch fehlende Container verursacht werden. Bei brummendem weltweitem Handel sind überall welche, aber jetzt sind sie ungleichmäßig auf der Welt verteilt.


    Gruß

    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


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  • Hi Detelv,


    als Fernglas haben wir noch das alte 8x56, es wiegt 720g nach dieser Webseite: http://www.fernglasmuseum.at/m…t_nachtdialyt_8mal56.html. Es besitzt kein Gewinde für ein Stativ. Da suche ich mir immer eine Kante zum auflegen, sonst "fallen mir nach kurzer Zeit die Arme ab". Wenn hier Abends mal zwischendurch Wolkenlöcher vorhanden sind schnappe ich meist den Refraktor und schaue im Orion daher.


    Grüße Jörn

  • Hallo Ihr zwei,


    also ich sage es mal ganz offen (obwohl ich es nicht weiβ und nicht getestet habe): ich glaube nicht an die ADC's. Ich denke Aufwand und Ertrag stehen da in einem sehr schlechten Verhältnis, weil wie auch Detlev schon sagt, es ja darum geht das Ding einzusetzen, wenn die Planeten tief stehen (nur dann macht der ADC Sinn) und da noch viele andere Einflüsse, neben der atmosphärischen Dispersion, wahrscheinlicherweise eine entscheidendere Rolle spielen.


    Hinsichtlich des Okulares ist das 36 mm aspherische Hyperion sicher eine sehr gute Wahl, wenn Du es (zunächst) nur an 1.25 Zoll nutzen willst. Hast Du schon 2 Zoll Zubehör, wird die "Qual der Wahl" gröβer, aber viele liegen da auch bei "nur" 30 mm Okularbrennweite. Bei der langen f/10 Brennweite des Teleskopes machen die 6 mm zusätzliche Okularbrennweite schon noch was aus (Gesichtsfeld). Andererseits hast Du mit dem 36 mm, wenn Du es am 1.25 Zoll Auszug nutzt, schon etwas Vignettierung (mehr wie 32 mm geht schon bei einem Plössl (mit 52° Gesichtsfeld) in 1.25 Zoll nicht ohne Vignettierung; hier hast Du aber 72° sGf). In zwei Zoll gibt es aber noch mehr Okulare, auch günstigere (f/10 Teleskope sind ja, wie Du selbst sagst, nicht okularkritisch; da gibt es sogar eines mit 80° Gesichtsfeld: https://www.apm-telescopes.de/…pm-okular-uw-30mm-80.html).


    Gruβ

  • Hallo Jörn,

    na das ist mal ein Schätzchen ;-) Aber bei der Länge auch nicht einfach zu halten.
    Aber du hast ja noch das andere Teleskop, das hab ich ganz vergessen!


    Zum Thema Fernglas und Stativ: Wie wäre es wenn du eine flache, gepolsterte Holzplatte auf ein Foto/Videostativ montierst? Die größeren Stative haben eine Schnellwechselplatte.
    Die gibt es als Ersatzteil, und die könnte man einfach unter ein Holzbrett passender Größe schrauben. Obendrauf noch eine passende Ablage aus Styrodur geschnitzt,
    oder mit Bauschaum im dünnen Müllbeutel (mit einem Spritzer Wasser, sonst wird das Zeug nicht hart) durch einfaches auflegen und hart werden lassen "modelliert", das Fernglas noch mit Klettband sichern und schon hat auch so ein Veteran sein Stativ und du abseits von Mauern und Autos einen entspannten Blick zum Nachthimmel.


    viele Grüße

    Detlev


    PS: Hallo Rudi!

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


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  • Guten Morgen,


    witzige Idee mit dem Stativ Detlev. Ich hatte ja letztens mal die EQ2 Montierung ausprobiert, mochte ich aber nicht vom Handling her. Das Stativ der EQ2 könnte ich dann für das Fernglas modifizieren, die Idee gefällt mir.


    Rudi, einen 2 Zoll Diagonalspiegel haben wir schon, d. h. das 36mm Baader könnte ich schonmal in die engere Auswahl nehmen. Was ADC betrifft bin ich auch skeptisch, Danke für Deine Einschätzung.


    Ein angenehmes Wochenende wünscht


    Jörn

  • Hallo Jörn,

    noch ein Nachtrag zur EQ2: Es ist eine parallaktische Montierung. Aber wenn du die "Polhöhe" auf 0° oder 90° einstellst, dann hast du im Grunde keine parallaktische, sondern eine azimutale Montierung. Das bedeutet in der Praxis, du hast je eine verstellbare Achse für rauf/runter und eine für links/rechts. Das ist viel intuitiver als eine Ausrichtung auf den Himmelspol.


    Ob du das Tariergewicht weglassen kannst, musst du selber entscheiden. Gut austariert liegt die Last auf der Achse, ohne ausgleichends Gewicht zerrt das Gewicht der Optik an den Zähnen der Zahnräder, egal wie fest du klemmst. Der Verschleiß der Zahnräder ist dadurch ein ganz anderer. Es ist nicht sicher dass da drin kein Plastik verbaut ist. Ich selber habe eine Montierung bei der die Räder auf die die Klemmschrauben drücken aus Plastik sind. "Sparen wo es keiner sofort sieht" war wohl das Motiv dieser Änderung.


    Wenn dein Tariergewicht zu schwer ist, probier mal nur die Stange, oder die Stange mit einer handvoll passender Unterlegscheiben drauf. Ein Gewicht aus Blei wäre 50% dichter und damit 1/3 kompakter, aber giftig. Zinn ist als Ersatz zum löten schon lange im Einsatz. Es ist aber von der Dichte her mit Eisen vergleichbar. Kompakter als die Unterlegscheiben wird ein solches Zinngewicht also nicht. Ein gegossener Zinn- oder Bleiblock würde dir durch den Abrieb aber alles was er berührt grau einfärben, vor allem die Transportkiste. Messing wäre etwas dichter als Eisen, aber nicht viel. Es lässt sich aber auf der Drehbank besser bearbeiten, und auch die Optik ist ansprechender. Wenn es also "schön" werden soll und du einen kennst der einen kennt der eine Drehbank hat... ;)


    Viel Erfolg

    Detlev

    "Das Universum ist nicht dazu verpflichtet für dich irgendeinen Sinn zu ergeben!" (N. D. Tyson)


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  • Hi Detlev,


    bei dieser EQ2 Montierung wundert mich, dass sich zwar mit Hilfe der Winkelskala die Polhöhe einstellen lässt, die zweite Achse (Rektazension?) sich auch drehen lässt, aber der Zeiger der Winkelskala "festgebacken" ist. Ist aber nicht wichtig, weil ich die Montierung nicht nutzen werde.

    Vermutlich werde ich einfach ein Brett statt der Montierung auf das Stativ schrauben, auf welches ich dann die Ellenbogen aufstützen kann wenn ich das Fernglas nutze.


    Viele Grüße


    Jörn

  • Hallo Jörn,

    das ist auch eine gute Idee.

    Wenn du das Brett groß genug machst kannst du deine Karten darauf ablegen.

    Vergiss das Loch für den Kaffeebecher nicht!


    Viel Erfolg und am Ende immer noch 10 Finger wünscht

    Detlev

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    Edited once, last by Kaffee ().

  • Hallo Jörn,

    ich habe hier eine EQ1 oder EQ2, weiß nicht genau. Was handliches auf jeden Fall.
    Auf deinem unteren Bild ist eine Skala zu sehen. Die hab ich auch und kann sie drehen wie es mir passt. Der Blechzeiger "da drüber" ist bei mir "da drunter",

    aber ebenso starr mit der Montierung verbunden. Wenn ich die Klemmung löse bewegt sich die Skala anders als der Zeiger.

    An der zweiten Achse ist die Skala nicht frei drehbar. Auch dort gibt es einen Blechzeiger, der sich bewegt wenn ich die Klemmung löse und die Aufnahme für das Teleskop drehe.

    Das passt aus meiner Sicht, denn die eine Achse kann sich ja wild ändern, je nach Ort und Uhrzeit, die andere eher weniger.


    Wenn ich diese Montierung ernsthaft nochmal parallaktisch benutzen wollte, müsste ich wohl erst mal die Skalen erneuern.

    Da schien anscheinend jahrelang die Sonne drauf bevor das Ding im Schrott landete. Auf der Schattenseite ist alles gut zu lesen, auf der Sonnenseite gerade noch zu erahnen ;)


    Was dreht sich denn bei deiner Montierung nicht, was sich aber drehen sollte? Ist die Handschraube über dem Zeiger die Klemmung?
    Hakt die vielleicht?


    Grüße

    Detlev

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  • Hallo ihr beiden,


    ich hatte auf meinem Komputer noch einen alten Link aus meiner "parallaktischen Monitierungs -Zeit" zu den Talianern, der immer noch funktionniert (!): http://www.die-talianer.de/html/teilkreise.html


    Das war damals die beste (und kürzeste) Erklärung, die ich im Netz finden konnte, und ich finde sie ist immer sehr noch gut (ist ja logisch, denn Detlev hat ja mitgearbeitet ;)). Erstmal das Theoretische ("Sternzeit") weglassen (ist aber auch nicht kompliziert) und direkt zu Beispiel 1 gehen !


    Viel Spaβ