Ich will ein neues Teleskop

  • Hallo zusammen
    Ich wohne in Bern (Schweiz).
    Mein Zimmer ist im Dachstock und ist gegen Süden gerichtet.(Nicht gegen die Stadt). Deshalb stört mich kein direktes Licht nur Streulicht.
    Ich habe lange gespart und habe etwa 1500 Fr. (1000 Euro) beiseite gelegt. Die will ich natürlich gut anlegen.
    Ich benötige das Teleskop vorallem für Planetenbeobachtung. Ich habe auch nicht vor Astrophotos zu machen.
    Mein Vater hat ein Uraltes Teleskop mit dem man die Ringe des Saturns ganz knapp sieht. Tom hat Photos ausgestellt. Ich weiss das es wohl kein Amateurteleskop gibt mit dem man den Saturn so gut sieht aber so in der Richtung wie die kleinen Photos wäre Genial.
    Ich danke euch schon jetzt für eure Antworten:


    Bolti :D

  • Grüß Gott, lieber Bolti,


    recht herzlichen Dank für Deinen Beitrag und einen Willkommensgruß
    von meiner Seite: Mische mit, nicht nur im Anfänger-Board und probiere
    aus, wieviel an Informationen Du von diesem Freien Astro-Forum bekommen
    kannst.


    Dankenswerterweise hast du schon sehr deutlich gemacht, wofür Du dieses
    Fernrohr verwenden möchtest. Die für Dichg wichtigste Frage ist, mit
    Deinem ersparten Betrag möglichst viel richtiges Fernrohr zu bekommen.


    Für Planeten könnte das ein guter Newton ebenso sein. Da wir aber hier
    auch einige Händler versammeln, sollen die Dich mal vernünftig beraten.
    Die sind aber alle auf dem ITV in der hess. Rhön auf dem Vogelsberg und
    werden deshalb ein paar Tage brauchen. Vielleicht gibts Du zwischendurch
    hier irgendeine Kontakt-email an.


    Jedenfalls freuen wir uns über jeden, der dieses Forum abwechslungsreich
    und interessant macht und sich nicht scheut, auch mal scheinbar dumme
    Fragen zu stellen.

  • Hallo Bolti,


    für den Etat kannst du dir ja schon richtig was leisten. Man sollte beim Teleskopkauf aber immer bedenken, dass du auch ein bisschen Zubehör brauchst.


    Erst mal zu deiner Lage: das klingt ja ganz gut, aber ich würde mir nicht zuviel davon versprechen, mit dem Teleskop aus dem Fenster zu schauen. Wenn warme und kalte Luft aufeinander stossen, wird die Luft halt sehr verwirbelt. Das Teleskop muss da "vergrössert" durchschauen, daher hat man in der Regel ein sehr wabbriges Bild, das wirklich keinen Spass macht. Etwas anderers ist es, wenn aussen- und Innentemperatur ungefähr gleich sind. Im Sommer kommt sowas abends schon öfter vor und dann kann man auch schon mal aus dem Zimmer heraus bei geöffneten Fenster gute Bilder sehen.


    Die Ringe des Saturn faszinieren mich auch immer wieder. Wie du hatte ich v.a. Lust auf Planeten am Anfang und hab mir dann nach mehr als einem halben Jahr intensiven Internetstudiums einen Refraktor von Vixen gekauft. Generell kann man zwar nicht sagen, dass Linsenteleskope die besseren Planetengeräte sind, wie du das vielleicht schon öfter irgendwo gelesen hast, aber für einen Anfänger bieten sie viele Vorteile. Sie kühlen schneller ab, als Spiegelsystem, sind leichter zu handhaben, justieren entfällt weitgehend.


    Leider sind sie eben auch immer etwas teurer, weil die Herstellung der Linsen einfach mehr kostet, als die Herstellung eines Spiegels.


    ich hatte ja schon gesehen, dass dir das Intes MN 56 vorgeschlagen wurde, das ich ebenfalls für ein tolles Planetengerät halte. Aber bei 1000 Euro hättest du nur das Scope, aber keine Montierung und kein Zubehör.


    Meine persönliche Empfehlung wäre für dich auf die Schnelle wohl eine Vixen GPE-Montierung mit einem Vixen 80/1200mmm Refraktor, welches ein richtiger Planetenspezialist ist. Hier kannst du dir den mal anschauen:


    http://www.teleskop-service.de/Vixen/Instr...rument.htm#R80L


    Auf die Montierung passt übrigens auch der GSO Newton, denn du ja schon über Toms Bilder gesehen hast. Insgesamt würde ich dir als Einsteiger aber eher zu einem GSO 150/750 raten, wenn es denn dann doch ein Newton werden soll, denn der 200/800 stellt nicht nur hohe Anforderungen an die Justage, sondern auch an die Okulare. Bei dem 2er Auszug kannst du dich auch auf astronomische Zubehörpreise einstellen.


    Wesentlich günstiger kommst du weg, wenn du mit einem 1 1/4 Zoll Okularauszug beginnst.


    Es gibt auch günstigere Montierungen, die das noch tragen würden. Im Gegensatz zu den teuren Vixenmontierungen bekommst du hier ungefähr für den selben Preis noch ne Zweiachsensteuerung mit Motoren dazu (z.B. EQ-5).


    Man merkt, dass ich ein Vixenfan bin, kann daher leider nichts zur EQ-5 sagen, aber da findet sich bestimmt noch jemand hier im Board, der mich ergänzt. Mit meiner GP bin ich auf jedenfall hochzufrieden. Aber wie gesagt: bei dem Etat wäre das Vixen 80L auf EQ-5 und mehr Zubehör sicher auch sehr überlegenswert.


    Das alles nur mal als ersten Vorschlag von mir. ich hätt noch weitere Ideen, aber jetzt wenig Zeit.


    Mit solchen Kombinationen wirst du auf jeden Fall den Saturn und seine Cassini-Teilung, sowie das mittlere Wolkenband deutlich sehen. Ob du dann die Cassini-Teilung auch umlaufend siehst, hängt von einer Menge Bedingungen ab, auch davon, dass man erst durch das Teleskop "sehen" lernen muss. Das Teleskop kann das locker, die Bedingungen lassen das aber selten zu. Mit so einem Gerät hättest du als Einsteiger zumindest etwas, mit dem du eher an deine eigenen Grenzen und die der äusseren Bedingungen stösst, als an die Grenzen des Teleskops.


    Gruss
    Micha :wink:

  • Hy Micha
    Ich danke dir für deine ausführliche Antwort.
    Ich schaue Mal ob ich hier in der Nähe ein Geschäft finde um mir das Vixen anzusehen.
    Der Preis wäre auch sehr gut.


    Mfg Bolti

  • Hallo Bolti,


    erstmal herzlich Willkommen hier im freien Astro-Forum. Du bist sicher das Du nur Planeten beobachten möchtest? Nun, um ehrlich zu sein, es gibt da zwar einiges zu sehen wie Saturn und Jupiter, weniger die Venus und der Mars. Tagsüber ist natürlich auch Sonnenbeobachtung drin. Kollege Mond geht natürlich auch perfekt mit dem 80mm Refraktor. Zugegeben an Saturn und Jupiter kann man sich nicht sattsehen! Aber das wars dann beinahe schon. Viel mehr ist nicht drin mit einem 80mm Refraktor. Deep-Sky? Ausgeschlossen mit der kleinen Öffnung!


    Zudem muss man, um überhaupt Details sehen zu können, recht hoch vergrößern. Was den Nachteil hat das, bedingt durch die Eigenbewegung der Erde und Planeten, die beobachteten Objekte ohne motorische Nachführung bei hoher Vergrößerung sehr sehr schnell aus dem Blickfeld huschen. Das macht ein angenehmes und ruhiges Betrachten im Okular durch das ständige manuelle Nachführen fast nicht möglich.
    Ich rate Dir da eher zu einem Allround-Instrument das auch Deep-Sky tauglich ist und sehr leicht mit einem GoTo-System nachgerüstet werden kann, womit dann auch die automatische motorische Nachführung dabei ist.
    Deshalb lautet mein Tip und da muss ich dem Micha zustimmen:


    6"-f5-Newton auf Montierung Astro-5 bei www.Teleskop-Service.de. Das Paket >GSN 150 Astro5< für 598€


    Aufgerüstet mit dem >GOTO4ALL< bei www.goto4all.de (oder einfach den Saghon hier im Forum fragen) für ca. 400€


    Die Astro-5 besitze ich selber und kann dazu sagen das sie sehr hochwertig und sehr stabil ist. Jedenfalls trägt sie absolut problemlos mein Intes-Micro MK603 samt Digikamera. Da wackelt nix!


    Eine Kombination die Dir lange Freude bereiten wird (Planeten & Deep-Sky) mit Option für z.B. Astro-Fotografie.


    CS
    Reiner

  • Hallo Bolti,


    da gebe ich Reiner völlig recht. Mein Tipp bezog sich ausschliesslich auf die Aussage, dass du nur Planeten beobachten möchtest, und da ist der Vixen 80L natürlich spitze und v.a. auch bildschön (das Auge isst bei mir mit).
    Ich bin mir aber auch ziemlich sicher, dass Planeten alleine auf Dauer etwas langweilig werden, daher ist es nicht dumm, auch mal auf ein "Allroundgerät" zu schielen, dass dir sowohl am Planeten als auch im DeepSky-Bereich einiges bietet. Allroundgerät ist vielleicht der falsche Ausdruck, denn die eierlegende Wollmilchsau gibt es eher nicht. Irgendwo macht man immer ein paar Kompromisse. Nur wer sich für jede Beobachtungssituation einen "Spezialisten" anschafft, der macht keine Kompromisse.


    Insgesamt würde ich mich daher bei deiner Suche auch eher auf den 6er Newton konzentrieren, weil er deutlich flexibler ist, als eine reines auf Planeten spezialisiertes Teleskop wie das Vixen. Ich hab halt nen grösseren Refraktor, der schon einiges an DeepSky zulässt, insofern bin ich da nicht so eingeschränkt. Das kostete aber eben auch deutlich mehr. Nur Planeten wär mir dann doch etwas zu langweilig, obwohl ich die hauptsächlich schau.


    Auf GoTo würde ich eher verzichten und dafür mehr in Okulare, Filter, ne Barlow, vielleicht ne kleine Digicam, ne Webcam, ne besser Steuerung (z.B. Boxdörfer) oder ähnliches zulegen. Das ist aber Geschmackssache. Ich gehör halt zu den Leuten, die sich auch am Himmel auskennen möchten und das Auffinden nicht gerne der Technik überlassen.


    Die Astro 5 kenn ich nicht, habe aber auch schon viel gutes von ihr gehört. Du solltest auf jeden Fall auf ne Motornachführung bestehen, da hat Reiner recht: Planeten beobachtet man in der Regel mit hohen Vergrösserungen, sie wandern daher sehr schnell aus dem Bild. Die automatische Nachführung macht das ganze erst zu einem Vergnügen ohne Ende.


    Gruss
    Micha :wink:


    Ach ja: auf jeden Fall empfehl ich dir dieses Heft: SUW Spezial: Mein Teleskop

  • Jo Micha, besser is das :wink: . Ein "nur" Planeten-Scope ist nicht der Hit! Das Teil landet schneller bei eBay als wir beide gucken können. Wette :D ?


    Also...
    Die motorische Nachführung in beiden Achsen kostet so 220€ für die Astro-5. Dann haste aber nur die Nachführung und kannst nicht Aufrüsten, falls doch mal der Gedanke nach einer GOTO-Steuerung aufkommt, weil die Motoren samt Steuerbox kein Aufrüsten auf GOTO zulassen.
    Also alles wieder abmontieren und GOTO4ALL dran. Solch kurzsichtige Planung kostet dann aber das erste Lehrgeld. Nämlich 220€ für die serienmäßige motorische Nachführung plus die etwa 400€ für das GOTO4ALL.
    Den Himmel erkunden und die Objekte manuell aufsuchen geht auch mit der GOTO4ALL, brauchst sie dann ja nicht verwenden und benutzt nur die Nachführung :wink: . Hast aber in die Zukunft investiert und wenn es mit dem Aufsuchen absolut nicht klappen sollte, GOTO an und schon ist das gesuchte Objekt im Okular 8) .


    Fakt ist. Ohne motorische Nachführung macht Planetenbeobachtung und Deep-Sky, mit hoher Auflösung, keinen rechten Spass.


    Aber bedenke!


    DMD Astro 5 - Motorische Nachführung in beiden Achsen. Preis 220€.
    Vorteil: Preisgünstig.
    Nachteil: Technische Einbahnstrasse. Keine nachträgliche Aufrüstung auf GOTO möglich. Einnorden der Montierung mit dem Polsucher erforderlich.


    GOTO4ALL - Motorische Nachführung plus Meade497-Astro-Computer Preis ca. 400€
    Vorteil: Preisgünstigste GOTO-System inkl. Nachführung. Einnorden per Astro-Computer reicht für visuelle Beobachtung. Gehört zum besten was es in dieser Preisklasse gibt (gibts da denn was gleichwertiges?).


    Fazit:
    Astro-5 Montierung mit GOTO4ALL und einem 6"-f5-Newton = "Astro-Fun-Machine"! Mehr Astro-Spass unter 1000€ mit diesem hochwertigen Equipment gibts wohl kaum irgendwo.
    Und hier ist es samt der Astro-5 Montierung! http://www.teleskop-service.de/gsseiten/gso500.htm


    CS
    Reiner

  • Hallo Reiner, Hallo Bolti,


    danke für die interessante Aufklärung bzgl. der Montierungen. Da hast du schon recht, GoTo ist damit bei bestimmten Montierungen sicher von Anfang an am sinnvollsten.


    Schön dass man an Boltis Anfrage auch mal sieht, was ein "optimaler" Einstieg in das Hobby heute nur noch kosten muss.


    Ein 6er Newton auf ner stabilen parallaktischen Montierung hat so viele Möglichkeiten, dass Bolti sicher erst mal nein paar Jahre braucht, um die überhaupt auszuschöpfen. Und das finde ich für den Einstieg mit am wichtigsten: Das ist kein Spielzeug, was man nach ein paar Tagen frustriert in die Ecke stellt. Wenn er das erste mal den Jupiter und den Saturn drin hatte und dann noch auf den Mond schaut, wird ihn das sowieso nicht mehr loslassen :wink:


    Das Interesse für DeepSky kommt dann schon automatisch. Auch wenn er jetzt nicht fotografieren möchte, Einstellungen können sich ändern. Und das muss dann bei ihm nicht mehr teuer werden. Ich hab früher auch immer gesagt, nur visuell. Und heute? Man sieht es ja hier:


    http://people.freenet.de/skywatcher


    Und irgendwann kauf ich mir auch die fette Digicam. Aber ich lass mir dabei Zeit, ich hab noch genug andere Möglichkeiten mit meinem Scope. Es ist alles andere als langweilig. Ich bin hochzufrieden diesbzgl.


    so jetzt muss ich in die Jugendgruppe unserer Warte: Sonnenfilterbau ist heute angesagt 8)


    Gruss
    Micha

  • Hallo Bolti,


    auch ich würde Dir den 150mm Gso empfehlen.


    - der Newton hat eine sehr gute Spiegelqualität
    - die Abbildung ist von Haus aus farbfehlerfrei
    - das Gerät bietet schon eine gute Öffnung - wichtig für die Auflösung
    an Mond und vor allem Planeten
    - der Newton ist ein universelles Gerät


    Auf der Astro-5 steht der Ausbau in jede Richtung offen - auch in Richtung Astrofotografie.


    Wenn man Euro 200,- mehr investiert, kann man für ca. 1200 Euro auch den Newton mit fertiger GoTo Montierung von Celestron erstehen.


    http://www.teleskop-service.de/Celestronse...CG5GoTo/cg5.htm


    Für eine weitere Beratung stehe ich auch gerne persönlich zur Verfügung.


    Tipp:


    am 3. Juli ist große Neueröffnung von TS - Sie sind herzlich eingeladen.


    Wolfi Ransburg
    Teleskop-Service
    www.teleskop-service.de
    info@teleskop-service.de


  • Hallo zusammen
    Ich habe ein bischen beim
    Teleskop-service rumgeschnüffelt und das Soligor Newton-Reflektor MT-800/8'' E gefunden.
    Hat jemand von euch schon Erfahrung mit dem gemacht?
    Wäre das etwas für mich?
    Danke für eure Antworten:


    Bolti :wink:

  • Hallo Bolti,


    kannst du vielleicht den Link schicken, wo du den Newton da gefunden hast? Ich kann den dort nicht entdecken. Leider hat Wolfi keine lokale Suchmaschine installiert, was das auffinden manchmal etwas mühselig macht.


    Hab woanders herausgefunden, dass es sich um einen f4 Newton handelt, also 200mm Öffnung und 800mm Brennweite (Öffnungsverhältnis 1:4).


    Ich kenn das Tekleskop nicht, aber ich vermute, es wird ähnlich wie der GSO Newton sein. Als Anfänger würde ich dir da eher von abraten. Wenn du nur schauen willst, dann brauchst du für dieses Gerät wohl sehr teure Okulare, um die ganz Möglichkeiten auszuschöpfen. Ausserdem verlieren diese Geräte schneller die Justage und sind auch schwieriger zu justieren. Wie du am Anfang geschrieben hast, wolltest du ja erst nur Planeten schauen, solche f4 Newton sind aber eher für die Fotografie gedacht, weil sie wegen der Lichtstärke wesentlich kürzere Belichtungszeiten bei der Astrofotografie benötigen.


    Aber schick doch erst nochmal den Link, vielleicht rede ich ja gerade über ein völlig anderes Teleskop.


    Gruss
    Micha :wink:

  • Hallo Bolti,


    das ist also tatsächlich ein f4-Newton.


    Über das Gerät selbst kann ich nichts sagen, ausser was ich schon oben allgemein gesagt habe. Das Problem: Je Lichtstärker ein Teleskop wird, desto Justageanfälliger ist es auch. Ich habe schon mal durch einen f-4 Newton visuell Planeten angesehn, aber besonders umgehaun hatte mich das nicht. Er war nicht richtig justiert und das Bild ziemlich hell, meiner Meinung nach viel zu hell. Das ist aber letztendlich Geschmackssache. Bin da halt Refraktorbilder gewöhnt.


    Ich finde erstaunlich, dass der Soligor nur einen 1,25 Okularauszug mitbringt. Ausserdem sieht die Montierung sehr nach einer Skyview aus. Da würde ich dringend empfehlen mal zum Vergleich den GSO 200/800 auf der SkyView von TS heranzuziehen, ich meine nicht nur vom Preis.


    Aber ansonsten nochmal mein Rat: Kauf dir den GSO 150/750 auf einer tollen Montierung mit ein paar schönen Okularen, das wirst du bestimmt nicht bereuen.


    Gruss
    Micha :wink:


  • Hallo Micha
    Ein Newton mit F-4 ist nicht Justieranfälliger wie ein z.b. F-5.
    Justieranfällig sind beide. Eher müßte man sagen das man an einen F-4 das eher am Defokusierten Stern sieht als bei einem F-6er. Wenn die mechanischen Teile wie FS-Halterung, HS-Halterung die Spiegel sauber halten, ist alles in Ordnung. Wenn beide Newton nicht Justiert sind, werden beide keine guten Bilder im Okular zeigen. Cihan Newton war zum Zeitpunkt wo er ihn gekauft hat, total Dejustiert ( F-8er) jetzt wo ich Hand angelegt habe ist er zufrieden. Wir haben letzte Nacht das Teleskop auf den Mond gehalten, bei einer AP von 0.8 und tiefstehender Mond.
    Hier hat man schon gesehen das sich die Mühe gelohnt hat. Für ein Planeten gerät würde ich auch lieber einen ab F-5 Spiegel nehmen weil die Korrektur meisten besser ist ( Leichter herzustellen) Für ein F-4 Spiegel brauch man auch einen größeren FS was natürlich für Planeten nicht so gut ist (Kontrast) Bei einen F-6 oder noch besser ein F-8er, kann man den FS richtig klein halten was natürlich ein besseren Kontrast liefert. Cihan Newton hat F-8 und einen kleinen FS (20% Obstruktion) Ideal für Planeten.
    Gruß Dieter

  • Hallo Dieter,


    danke für die Aufklärung. Bzgl. Newtonjustage bin ich halt bisher immer von der reinen Theorie ausgegangen, da ich aus der Refraktorfraktion bin und damit ein Justagedepp.


    Im Netz findet man haufenweise Threads zu Problemen mit der Kollimation von f4-Newton. Im Vergleich zum f5 scheint mir nach deinem Beitrag der Begriff Anfälligkeit (wie ich es oben genannt habe) jetzt falsch gewählt. Das bezieht sich dann wohl weniger auf die Häufigkeit, sondern eher auf die Schwierigkeit genau zu justieren?


    Das würde mich mal interessieren, was genau der Unterschied zwischen f4 und f5 da ist?


    Leiben Gruss
    Micha


  • Hey Micha
    Na ja , Als Justagedepp sollt man sich nicht gerade nennen ;)
    Den Unterschied kann ich nur aus meiner eigener Erfahrung sagen, da mein alter Dob ein F-4,5 war. Irgendwie reagiert das System empfindlicher auf kleinste Hs verschiebung ( Leichter dreh an der HS-Fassung). Wenn ich z.b an einen F-8 das gleiche mache, und danach die Justage am Stern beobachte, sieht das irgendwie harmloser aus. Vieleicht gibt es jemanden im Forum wo dieses in der therorie erklären kann :unsure: Wie du siehst kann ich dir das auch nicht 100%ig erklären.
    Aber was Justieren angeht bin ich ganz pingelig :D Deswegen sollte man sich schon mit der justage beschäftigen. Wenn man es mal begriffen hat , wird man sich wundern wie leicht so was geht. Ich habe da schon rekorde gebrochen in dem ich ein FS einbaue plus exakte Justage in weniger als 15 Minuten ( Kein Witz).
    Cihans FS war leicht nach rechts verdreht, dadurch war der HS nicht ganz im FS zu erkennen. Ich wußte sofort wie ich das Teil drehen mußte um ihn in die richtige position zu drehen. Danach mußten alle Flächen wieder ausgerichtet werden. Ihr könnt mal Cihan fragen wie lange es gedauert hat ;)
    Gruß Dieter

  • Hallo AstroZausel/Dieter,


    Deine Frage läßt sich leicht erklären, wenn man ein Strahlendurchrechnungsprogramm wie ZEMAX, Oslo oder irgendein anderes einschlägiges Programm hat:



    Zunächst der Unterschied zwischen einem Kugelspiegel und einem Parabolspiegel im Fokus auf der optischen Achse. Die Kugel erzeugt eine sog. "Brenn-Linie", weil die Strahlen aus den unterschiedlich hohen Zonen des Spiegels unterschiedliche Brennweiten haben. In diesem Fall sucht man sich die kleinste Einschnürung des Lichtkegels. Bei der Parabel ist das ein einziger Punkt, weit unter dem Airy-Scheibchen-Durchmesser (erste beiden Spotdiagramme) Kippt man nun den Kugelspiegel um 0.2 Grad zur Achse, dann ändert sich wenig an dieser Situation bei der Kugel, aber der Parabol/Newton-Spiegel reagiert heftig mit der sog. Koma. Weg ist die schöne Bild-Definition auf der Achse. (Das Beispiel gehört zu einem F/4 Spiegel.



    Jetzt rechnet ZEMAX ein F/8-System, also 250/2000, unteres Spotdiagramm. Die Verkippung wird simuliert mit einem Achsabstand von 0, 1, 2 mm, also ganz geringe Beträge. Die Koma-Figur hat immer noch beim Achsabstand im Fokus von 2 mm eine Größe von der Hälfte des Airy-Scheibchens, also noch sehr schön scharf.


    Wenn Du nun ein F/6-System, also 250/1500 nimmst, also oberes Spotdiagramm, dann ist bei gleicher Verkippung von 2 mm die Koma-Figur bereits so groß wie das Airy-Scheibchen, bei einem F/4-System min- destens 5-6 mal größer als das Airy-Scheibchen. Daraus folgt: Je größer die Öffnung eines Newton-Spiegels - und darunter fallen alle F/4-Systeme, umso kritischer ist die Justage sowohl von Fang- wie Hauptspiegel, das habe ich in Strehl umgerechnet und wirkt sich katastrophal aus auf die Abbildungs-Qualität des Newton.


    siehe etwas ausführlicher hier:


    http://rohr.aiax.de/strehlnewt.htm
    http://rohr.aiax.de/dejustage.htm


  • Hallo Herr Rohr
    Das ist jetzt sehr gut für mich erklärt worden. Deutlicher kann man das nicht mehr Zeigen. Ich bin ja mit Timo am Dienstag bei ihnen, und bin schon ganz neugierig wenn mein Orion-Spiegel auf der Prüfbank liegt.
    Gruß Dieter

  • Hallo Wolfgang,


    vielen Dank für die anschauliche Erläuterung sowie die interessanten links
    http://rohr.aiax.de/strehlnewt.htm
    http://rohr.aiax.de/dejustage.htm


    Quote

    Daraus folgt: Je größer die Öffnung eines Newton-Spiegels - und darunter fallen alle F/4-Systeme, umso kritischer ist die Justage sowohl von Fang- wie Hauptspiegel,


    Die direkte Abhängigkeit der Koma (bei konstanter Fangspiegeldejustage) vom Öffnungsverhältnis leuchtet ja auch vor dem Hintergrund der geometrischen Gegebenheiten ein: Der Winkel Lichtkegelmantel / optische Achse beträgt beim f8-System ca. 3,5°, beim f4 bereits ca. 7° - da führen also bereits gleichgroße Fangspiegelabweichungen zu deutlich größeren "Verschmierungen" des Airy-Scheibchens.
    Andererseits schreibst Du, dass auch die Hauptspiegeljustage beim kurzbrennweitigen System (wohlgemerkt bei gleichem absoluten Betrag der jeweiligen Dejustage) schwerwiegendere Folgen habe als beim längerbrennweitigen. Das will mir vor dem Hintergrund der oben gemachten geometrischen Annahmen nicht ganz einleuchten: Als Laie stelle ich mir die Abweichung des Airyscheibchens von der optischen Achse durch eine Hauptspiegeldejustage (sagen wir mal Verkippung um 0.5° gegen die optische Achse) beim langbrennweitigen System deutlich schwerwiegender vor, aufgrund des längeren "Hebelarms". Wo liegt ggf. mein Denkfehler?


    Grüße: Uwe