Strehl und Temperatur die Zweite

  • Hallo an Alle
    Ich war mit meinen Orion UK Spiegel(12 Zoll HiluX) bei Wolfgang. DER Test fiel gut aus, bis auf dieser Unterkorrektur die den Strehl auf 70 runterdrückte. Ich kann euch nur eines Sagen, Wenn ich vorher nicht schon fast 1 Jahr damit Beobachtet hätte, Hätte ich ihn zurück gegeben. Doch warum zeigte der Spiegel an Jupiter die feinen Bänder und Zonen und den 5 und 6 Stern im Oriontrapez. So was konnte keine 70 Strehl Gurke zeigen. Das Geheimnis war gleich gelöst. DER SPIEGEL KAMM ÜBER NACHT IN DER RICHTIGEN FORM. Test B hat ergeben das er über Nacht ein Strehl von 0.923 ereichen kann. Dazu kam noch das die Fläche glatt war. Deswegen habe ich zusätzlich den Spiegel von hinten mit einer 5mm Styroporplatte gedämmt. Gestern Nacht hatte ich nach 1STD. bei 180 fach schon Probleme die Unterkorrekur zu entdecken. Ich hatte trotz mäßigen Seeing wirklich super Bilder. Ich werde das die nächste Zeit noch näher Beobachten.
    Gruß euer Astrozause Und noch ein Dankeschön an Wolfgang

  • Hallo Dieter,


    das Problem ist seit vielen Jahrzehnten unter anderem aus der Literatur bekannt,
    und bei Hans Rohr, dem Konditormeister aus der Schweiz, in seinem Buch "Das
    Fernrohr für Jedermann" nachlesbar. Newton-Spiegel müssen deswegen unter-
    korrigiert sein, weil sie beim Beobachten in der Nacht auf der Spiegel-Vorderseite
    um einen geringen Betrag kälter sind als auf der Rückseite. Das führt zu einer
    schüsselartigen Verformung des Glasscheibe. Diesen Sachverhalt habe ich vor
    einiger Zeit untersucht und beschrieben: http://rohr.aiax.de/strehl-verb.htm und
    der Effekt pendelt um die von Dir genannten 20% Strehl. Also ist es gar nicht
    verwunderlich, wenn ein unterkorrigierter aber ansonsten perfekter Spiegel bei
    fallender Temperatur perfekte Bilder abliefert, was ein 0.99 Strehl-Spiegel gar
    nicht kann, weil er schon lange zur Hyperbel "verbogen" ist. Ich habe mir also
    schon lange angewöhnt bei Newtonspiegel den absoluten und den optimalen Wert
    anzugeben. Absolut ist der Spiegel dann, wenn er im temperierten Zustand benutzt
    wird und optimal ist er, wenn er bei fallenden Temperaturen in der 1. Nachthälfte
    in seine optimale Form fällt.

    Bei einem solchen Spiegel darf nicht belüftet werden, während ein 0.99 Strehl
    Spiegel unbedingt belüftet werden muß.


    Unabhängig von der Strehl-Diskussion muß ein solcher Spiegel natürlich glatt sein,
    darf keine abfallende Kante haben und auch keine weiteren Zonen, was bei Deinem
    Spiegel alles erfüllt war.


    Besonders wertvoll an Deinem Fallbeispiel ist, daß Du mit Deinen Vorversuchen
    die Theorie und Labor-Messungen bestätigt hast und vielleicht vielen Newton-Besitzern geholfen, die Spiegel-Diskussion etwas differenzierter zu sehen.


    Abhängig vom Substrat ist natürlich die Größe der Unterkorrektur zu beantworten.


    Vielen Dank für Deinen erhellenden Beitrag.

  • Hallo Wolfgang
    Heute Morgen um 4.30 Uhr habe ich noch einen Test gemacht. Habe den Spiegel die ganze Nacht in der Garage gehabt, um zu sehen wie er sich verhält wenn die Temperatur schon angepasst ist. Test war bei mein Feld um die Ecke ( Milchstraße sieht man in Zenit leicht diffus). Bei 266 Fach konnte man die UK sehen. Nächster Test war 1 STD später. Wenn man einen mittelhellen Stern so defokussiert das etwa 3-4 Ringe entstehen, dann hat man schwierigkeiten die größe des FS-Schatten auf beide seiten zu bestimmen. Kurz vor den Fokus ( 1 Ring max.) sieht man das er etwas früher kommt ( Intra). Habe dann auf den Mond gehalten (6mm Radian-ca. 266 fach, Seeing ging so ) Sehr scharf mit super Kontrast und vielen feine Rillen auf der Mondoberfläche. Habe dann sofort auf 360 Fach erhöht. Ich konnte es fast nicht glauben, die schärfe hat nur leicht nachgelassen mit fast gleicher Helligkeit. Wenn man bedenkt wie das Seeing war, nicht übel. Und jetzt kommt der Hammer. Habe bevor ich den Mond beobachtet habe auf M31 gehalten und bin richtig erschrocken. M31 zeigte sich als min. 2 Grad große Galaxie mit Staubband, ja richtig gelesen mit Staubband. Da zeigt sich doch das der Kontrast stimmt oder ? Habe dann noch auf das Oriontrapetz gehalten um zu sehen ob sich der 5 und 6 Stern unter diese bedingungen zeigen würde. Der 5 Stern hat sich gezeigt , und der 6 wollte nicht. Ich habe jetzt Heizfolie bestellt, und werde jetzt mal Aktiv an die Sache gehen. Wäre doch nicht schlecht, wenn man auf Knopfdruck die Optimale Form sofort bekommt. Habe schon eine super Idee wie ich es machen werde. ( Werde davon Bilder machen) Da ich ab Nächste Woche wieder Arbeiten werde, Wird das Projekt etwas dauern.
    Gruß Dieter

  • Hallo Dieter,


    kann noch sehr interessant werden. Wahrscheinlich sind es aber nur wenige
    Zehntel Grad Temperatur-Differenz. Solltest also nicht direkt die Spiegelrück-
    seite "heizen", sondern die 5mm Styropor-Zwischenplatte von hinten, damit die
    Wärme fein dosiert werden kann. Zu kräftiges Heizen ist vielleicht nicht zu
    kontrollieren. Bin also auf weitere Berichte gespannt. Daß man den 6. Stern nicht
    immer siehst, ist mir auch bekannt. Ob das nur am Seeing liegt, weiß ich nicht,
    habe diesen Effekt auch schon beobachtet. Außerdem steht das Trapez derzeit
    noch sehr tief, früh so gegen 05.00 Uhr.

  • Hallo Wolfgang !
    Muss ich dann bei meinem Spiegel belüften oder habe ich da was falsch verstanden ?
    Du kennst ja meinen spiegel ! B)
    Grüße Timo

    "Dunkel die andere Seite ist .....!"
    "Halt's maul,Yoda, und mach das Licht an!"


  • Hallo Wolfgang
    Auf der Styroplatte kommt Dünne Heizfolie die mit wenigen Volt betrieben wird.
    Da die HF rechteckig ist, werde ich sie gut auf der Styroplatte verteilen müßen.
    Danach werde ich auf die H.Z. Alufolie legen ( Rund ausgeschnitten 3 Lagig) um die Wärme gleichmäßiger zu verteilen. Wie stark die Wärme wird, werde ich natürlich vorher Testen bevor sie unter den Spiegel kommt. Außenrum kommt dann schwarzes Isolierklebeband damit keine Wärme nach außen tritt und schlieren produziert. Ich glaube auch, Das ich nur kurz den schalter betätigen muß.
    Gruß Dieter

  • Hallo Timo,


    wie Du an meinen Probegläsern gesehen hast, reagiert Glas äußerst empfindlich
    auf Wärme, d.h. die Probegläser verformten sich durch meine Handwärme, was
    man an der Wanderung der Interferenzstreifen sehen konnte. Auch im Fernrohr
    reagiert ein Newton-Spiegel bei fallenden Temperaturen auf ähnliche Weise: Weil
    die verspiegelte Seite etwas mehr Kälte abbekommt, als die Rückseite bei
    fallenden Temperaturen, verformt sich diese hin zu einer "Schüssel".


    Bei Deinem Spiegel liegt eine perfekte Parabel vor, die sich in Richtung Hyperbel
    verformen würde, wenn Du Deinen Spiegel ähnlich isolieren würdest wie Dieter,
    und damit wäre Dein Spiegel optisch nicht mehr ganz so gut. Um diesen Effekt
    zu verhindern, mußt Du Deinen Spiegel hinten kräftig absaugen (belüften), damit
    Dein Spiegel auf beiden Seiten gleiche Temperatur hat.



    Ganz anders der Spiegel von Dieter, der nicht ganz die Parabelform hat, weil er
    sich bei fallenden Temperaturen zur perfekten Parabel hin bewegt. Um das zu
    unterstützen, darf man diesen Spiegel also nicht belüften, sondern muß ihn
    isolieren gegebenenfalls sogar feinfühlig "heizen", was man aber austesten muß,
    ob das überhaupt notwendig ist, oder ob die Styropor-Lösung nicht schon ausreicht.


    Das wäre das Interferogramm von Dieters Spiegel. Die "W"-förmig verformten
    Streifen zeigen die Unterkorrektur an.



    Du hast also bei beiden Spiegeln eine völlig unterschiedliche Situation:


    Dein Spiegel muß unbedingt belüftet werden,
    Dieters Spiegel darf nicht belüftet werden!

    Trotzdem sind diese beiden Beispiele typisch für viele Dobsons. Nicht alle
    Newton-Spiegel dürfen belüftet werden, die unterkorrigierten Spiegel jedenfalls
    viel weniger.

  • Hallo Wolfgang !
    danke für die Info !
    Da werde ich mir etwas einfallen lassen !
    Dieter hat glaub ich noch einen Lüfter mal schauen vielleicht bekomme ich den !
    Grüße Timo

    "Dunkel die andere Seite ist .....!"
    "Halt's maul,Yoda, und mach das Licht an!"

  • Quote

    Originally posted by waltertimo@Sep 10 2004, 09:18 AM
    Hallo Wolfgang !
    danke für die Info !
    Da werde ich mir etwas einfallen lassen !
    Dieter hat glaub ich noch einen Lüfter mal schauen vielleicht bekomme ich den !
    Grüße Timo


    Hallo Timo
    Du bekommst ihn sogar Gratis. Ich hatte ja Wolfgang erklärt was passier wenn ich ihn Anblase. Der Spiegel bekommt so eine Kräftige Unterkorrektur, Das ich den Stern richtig aufdrehen muß, um wieder den FS-Schatten zu sehen. Wenn ich an meiner Holzbox unten den verschluß wieder aufsetze, habe ich nach einer halben Std. die Situation das der FS-Schatten deutlich früher erscheind. also müßte es ja klappen wenn ich das gegenteil mache. Wenn man den Test sieht was passiert wenn nur 2 Grad unterschied herrschen , Da wird ein 99 Strehl Pyrex Spiegel zu einer 65 Strehl Gurke. Deswegen zerreist mich Kurt warscheinlich in A.de. Klar kann ich meine UK nicht weglügen, aber über Nacht wird das deutlich weniger. Zwar nicht 100 % weg aber deutlich weniger. Es gab auch schon Nächte da habe ich geglaubt sie ist garnicht vorhanden.( Erst bei hoher Vergrößerung)
    Dann am Januar die Traumbedingung wo ich leider nur einmal hatte. Saturn mit Bino bei ca. 340 fach richtig scharf mit intensiver große und ruhige Cassi-teilung und farbige Planetenkugel. Ich hatte nur noch die Abwärme von meiner Wohnung über den Defokusierten Stern gesehen ( Da wäre vieleicht noch mehr gegangen)
    Gruß Dieter

  • Hallo Dieter,


    schon ziemlich mühsam, die Argumentation aller Experten auf dem A.de-Forum
    Abteilung Optik mit Gleichmut zu verfolgen. Solange die Freunde dort ein mehr
    oder weniger angelesenes Wissen haben, und z.B. beim Gauß-Fehler erst einmal
    nachschaun müssen, was das ist, kann es auch mit den anderen Erklärungen
    nicht sehr weit her sein. Auch verwechselt dieser Herr die konische Konstante mit
    dem Strehl:



    Die konische Konstante dient der Beschreibung des Kegelschnittes, also Ellipse
    liegt zwischen 0 und -1, da ist dann exakt die Parabel daheim, und alles was
    kleiner als -1 ist, nennt man bereits Hyperbel. Der Strehl jedoch errechnet sich
    üblicherweise aus dem RMS-Wert der Wellenfront nach der Formel:



    oder als Reihe



    In dem für uns wichtigen Genauigkeits-Bereich reagiert Glas wie Gummi, also
    hochsensibel auf Druck und auf Wärme. Erstens steht es sehr oft in der Literatur,
    ist allen erfahrenen Spiegel- und Linsen-Schleifern sehr gut bekannt und für alle
    Ungläubigen habe ich das mal ausprobiert, der Alois Ortner übrigens auch und
    ist alles nachzulesen , falls man sich dazu hernieder-läßt. Wenn also schon Pyrex
    deutlich auf Temperatur-Differenzen zwischen Vorder- und Rückseite reagiert, wie
    sich im Test zeigen läßt, dann gilt dies auf jeden Fall auch für Suprax, das etwas
    stärker auf Temperatur-Veränderungen reagiert, also auch auch Temperatur-
    Differenzen zwischen Vorder und Rückseite. Diesen Effekt hat man auch bei
    Refraktoren. Mein TMB-Voll-Apochromat reagiert mit Überkorrektur, wenn er
    kälter ist, als die Raumtemperatur. Beim Prüfen eines 300-er Planspiegels aus
    Duran auf Regelmäßigkeit der Fläche hatte ich das Problem, daß die Streifen etwas
    durchgebogen waren, ca. 2 Lambda PV, also leicht konvex. Ein kurzer Föhn-Luftstrom
    von etwa 1 Sekunde im Abstand von ca. 50 cm auf die Spiegelrückseite reichte
    bereits aus, aus den gebogenen Streifen, gerade Streifen zu machen. Ich erinnere
    mich auch an einen Versuch, bei dem die Handwärme etwa 20 cm über zwei Plan-
    platten völlig ausreichte, die obere gegen die untere zu verformen.


    http://www.schott.com/digitalprojection/en...reflectors.html


    siehe auch hier http://www.pgo-online.com/intlframes/pyrexset.html


    Die sind alle viel gescheiter, wie Du, jedenfalls tun sie so und verhalten sich, wie
    einst ein Sternfreund, der auf einem Teleskop-Treffen ungefragt jedem einreden
    wollte, wie schlecht doch sein Teleskop sei. Wer nicht offen ist für die Erfahrung
    anderer, mit dem ist ganz schlecht diskutieren, der hat immer recht, weil er es
    offensichtlicht so braucht. Der reklamiert dann sogar Fotos als sein geistiges
    Eigentum, die er nie selbst "geschossen" hat, schrecklich, was es für Leute gibt.


  • Hallo Wolfgang
    Gestern hatte ich gesehen was passiert wenn man ihn leicht anwärmt. Mein Testaufbau hatte ich ja beschrieben. Die Heizfolie wo normalerweise mit 12 Volt betrieben wird, wurde nur mit 8 Volt in betrieb genommen. Die Wärme konnte ich nicht messen (Kein Thermometer) müßte aber deutlich kälter als bei deinen Testaufbau gewesen sein. Ich hatte erst gedacht, Das langt nie um was zu sehen.
    Ich konte auch nicht warten bis der Spiegel abgekühlt war (Bewölkung) Also hatte ich meine Heizfolie gleich unter Strom gestellt. Nach einer Minute hatte es schon angefangen zu reagieren. Nach exakt 2 min erschreckend. Intrafokal konnte man kurz vom Fokus noch den helleren äußeren Ring sehen. Dann nach 3 Minuten war es umgekehrt. Jetzt war der hellere äußere auf der anderen Seite ( Extrafokal).
    Durch die ungenaue plazierung der Heizfolie, hatte ich ein leicht deformiertes Beugungsbild. Es kann aber auch sein, das er zu stark an meiner Seitlichen HS klammerung gedrückt hat. Auf jedenfall sollte man auf gleichmäßige verteilung achten. Ich habe den Eindruck das ein dünner 12er Spiegel noch viel stärker auf Temperatur reagiert (Je größer um so stärker) als bei deinen Beispiel. Wenn man das Beugungsbild kurz vor den Fokus anschaut, sieht man ganz genau wo sich die Heizfolie befindet ( Und das bei ca. 3 Minuten). Mehr konnte ich nicht sehen weil der Himmel dann dicht war.
    Gruß Dieter

  • Hallo Dieter,


    genau so habe ich das vermutet. Zumindest ist das ein wunderbarer Bericht, was
    bei Temperatur-Differenz zwischen Vorder- und Rückseite eines Parabol-Spiegels
    passiert. Der Lutz Bath, bekannt als Erfinder des Bath-Interferometers, hat bei der
    Verwendung der AstroKamera mit hyperbolischem Hauptspiegel aus Duran immer
    zwei Temperatur-Fühler beobachtet: Einen Außenfühler am Tubus-Ende und einen
    Innenfühler in Hauptspiegel-Nähe. Bei einer Differenz von nur 2 Grad Celsius
    hörte er mit dem Fotografieren auf, weil er genau wußte, wie sehr Duran sich
    bereits bei dieser geringen Differenz verformt. (Die Kamera hat in einem Feld von
    40 mm eine Auflösung von 10 Mikron, wie wir unter dem Mikroskop nachweisen
    konnten. Bei einer Hauptspiegelverformung veränderte sich das sehr schnell.)


    Der Effekt ist also hinlänglich bekannt. Da aber Suprax etwas stärker reagiert,
    muß man solche Effekte einkalkulieren. Auch schlug er vor, dem Spiegelrand
    einen Styropor-Mantel zu verpassen, weil sich dann der Spiegel wie eine unendlich
    große Glasplatte verhalten würde. (Auch der Spiegelrand entwickelt ein
    thermisches Eigenleben.)


    In Deinem Fall reichen vermutlich ganz kurze Heiz-Versuche aus, weil man die
    Wärme-Aufnahme anders nicht steuern kann. Die Kontrolle über die Sternscheib-
    chen läßt sich visuell sicher noch in einer Tabelle "wissenschaftlich" darstellen,
    obwohl mir Deine Darstellung bereits völlig ausreicht. In Deinem Fall geht es um
    die Frage, wo liegt das Optimum in Abhängigkeit zur Umgebungs-Temperatur.


    Anregung:


    Nachdem beim Absaugen kühle Umgebungs-Temperatur an der Spiegelrückseite
    vorbeigeführt und mittig abgesaugt wird, ist doch denkbar, diese Luft in Deinem
    Fall vorher leicht anzuwärmen, also nicht über die Heizfolie direkt auf die Spiegel-
    Rückseite, sondern über erwärmte Luft, die aber keinesfalls in den Tubus gelangen
    darf, aus dem gleichen Grund, weshalb man die Spiegelrückseite nicht anblasen
    darf. Steuern läßt sich das dann über den von Dir benutzten Sternscheibchen-Rand:


  • Hallo Wolfgang,

    Quote

    Auch schlug er vor, dem Spiegelrand
    einen Styropor-Mantel zu verpassen, weil sich dann der Spiegel wie eine unendlich
    große Glasplatte verhalten würde.


    kannst Du bitte etwas näher erläutern, was damit gemeint ist?


    Grüße: Uwe

  • Lieber Uwe,


    übertrieben gedacht, würde bei einem nicht isolierten Spiegelrand, das Glas sich
    am Rand ähnlich "zusammen-ziehen", wie es bei der beschichteten Spiegel-Vorder
    Seite nachweisbar passiert, wie man sogar am Himmel gut nachweisen kann über
    das Aussehen der Sternscheibchen.


    Wenn aber der Rand so ähnlicher Schrumpfung unterliegt, dann ändert das nicht
    nur die Verformung des Rotations-Paraboloids, sondern beeinflußt die opt. Fläche
    in Richtung abfallende Kante, weil die Kälte von außen ins Glas eindringt. So
    gesehen wird also die 0.99 Strehl-Oberfläche auf zweifache Weise verändert, über
    die kältere Vorderseite und über den zylindrischen Rand. Auch dies könnte man
    in einem Experiment simulieren, bzw. ist in meinem Test bereits enthalten.



    Wenn man mit dieser Überlegung den Spiegelrand isoliert, dann läßt man nur die
    Temperatur-Differenz von Vorder und Rückseite zu und simuliert damit eine
    unendlich große Glasplatte. So hat's mir damals (20 Jahren) der Lutz Bath erklärt.
    Ich habe es nur noch nicht untersucht, aber es erscheint mir plausibel. Daran
    magst Du erkennen, wie wenig sich unsere Spiegelschleifer bisher mit der Physik
    ihrer Spiegel-Körper auseinandergesetzt haben.


  • Hallo Wolfgang
    Die Idee mit der Isolierung am Rand , ist mir auch schon gekommen. Das Material liegt schon unten im Keller, fertig zugeschnitten. Werde das mal ranmachen. Das reklärt auch, warum ich in der Abkühlphase immer leicht deformierte Sternscheibchen sehe.
    Da ich jetzt selber das mit meinen eigenen Augen gesehen habe, werde ich mal etwas Experimentieren.
    Gruß Dieter

  • Hallo Dieter,


    die Diskussion ist offenbar noch nicht beendet. Jedenfalls versucht mich ein ge-
    wisser Zeitgenosse mit PM's zu traktieren, statt die offene fachliche Auseinander-
    setzung zu suchen. Er bräuchte meinen "Wärme-Test" nur zu wiederholen nach
    seinen eigenen Worten: Versuch macht kluch !


    Ein paar Anmerkungen, die ich in einem eigenen Thread erläutern will:


    Wer sich mit Optik-Rechnung auskennt, weiß, daß neben den Radien, den
    Abständen, den Medien u.a. die konischen Konstante gehört. Also ein Parameter
    für Kegelschnittflächen oder Flächen höherer Ordung wie der Schmidtplatte.
    Im Falle der Unterkorrektur eines Spiegels ist die konische Konstante in jedem
    Strahlendurchrechnungs-Programm nicht -1 sondern {-1 < x < 0} und das wäre
    die Sphäre selbst. Über ZEMAX mit dem ich rechne, kann man diese Fälle also
    simulieren auch hinsichtlich eines synthetischen Interferogrammes und der
    anderen quantitativen Werte, u.a. dem Strehl.


    FringeXP rechnet auch hinsichtlich dieser conischen Konstante. Sonst könnte man
    mit FringeXP nicht eine Parabel aus dem Krümmungsmittelpunkt auf Null umrech-
    nen. Also erkennt FringeXP, welche konische Konstante hat und wo das Optimum
    dieses Streifenbildes liegen würde, nachdem ja jeder weiß, welche thermischen
    Bewegungen optische Glas-Flächen machen.


    Wir haben also den Fall, daß man die praktische Beobachtungen, die Dieter an
    seinem unterkorrigierten Newton-Spiegel bei fallenden Temerpaturen machen
    konnte, auch über ZEMAX oder FringeXP simulieren bzw. berechnen kann.


    Dieser Sachverhalt scheint mir einem Vertreter der Optik-Szene noch gar nicht
    klar zu sein und entsprechend groß ist sein Lern-Widerstand derzeit. Wollen wir
    hoffen, daß er es noch "packt".


    Das Problem, das dahinter steckt, heißt: Wie beurteilt man einen richtig unterkorrigerten Spiegel strehl-mäßig? Würde man ihn nur über die Absolut-
    Messung beurteilen, negiert man die thermischen Gegebenheiten und deklassiert
    einen hochwertigen Spiegel als "Gurke". Denn den schlechten Strehl hat er nur,
    wenn er lange genug in einem Raum temperieren konnte. Am Himmel macht der
    nämlich, was er gerade will.


    Ich mache es mir also nicht so leicht in der Beurteilung von Newton-Spiegeln,
    nachdem ich mindestens schon 500 dieser Teile vermessen habe.


  • Hallo Wolfgang
    Ich sollte ihn mal die Bilder Mailen von den Testaufbau. Auf jedenfall bin ich jetzt schlauer , weil ich es mit eigenen Augen gesehen habe ( Oder sollte ich sagen, eine Erfahrung mehr im Leben.)
    Gruß Dieter

  • Hallo Wolfgang
    Gestern hatte sich Ilhan das mal angeschaut bein Startest. Am Anfang sah er die UK,was eigentlich egal ist wegen der Temperatur anpassung. Wir hatten dann um 11 Uhr noch ein Test gemacht ( Polaris) Jetzt fing es an das der FS-Schatten im Extraf. Bild früher sichtbar war als am Anfang. Intrafo. nahm das Licht am äußeren Ring ab. UM 0.30 Uhr hatte Ilhan probleme zu sehen wo der FS-Schatten früher kam. Ich mußte dann kurz vor den Fokus gehen um zu sehen wo er früher kam. Ab und zu hatte man gedacht das er Extrafo. früher kam was ich auf der Luftunruhe schob. Also bei diesen Wetterbedingungen scheint es gut zu funktionieren. Man sieht dann nur noch ganz maginal den Unterschied. Auf jedenfall bleibt er unten Isoliert. Für mich ist dann das Thema endlich gefressen weil mich die Bilder überzeugen und ich mich wieder auf tolle Beobachtungen konzentrieren kann ( Ist ja auch mein Hobby)


    Gruß Dieter