Travelmax 90

  • Hallo,


    bin am ueberlegen ob der Skywatcher Travelmax Maksutov/Cassegrain 90/1250 mm eine gute Ergaenzung zu meinem 80/400 mm Richfield ist.(Nebenbei, ich war ganz erstaunt was so ein 80/400 mit einem UHC-Filter leisten kann!) Nun, der 90/1250 Max ist in einer aehnlichen Groessenordnung, schnuckelig klein, und koennte dann auch ueberall hin mit - aber: ich weiss nicht welche optische Leistung man erwarten kann. Kann man ihn in etwa mit einem 90/900 FH gleichsetzen, oder ist er durch den fehlenden Farbfehler gar besser? Tut er gut mit Orthos zusammen?
    Hab' gelesen dass dieser winzige 90er Mak sogar Justierschrauben hat - dass waere auch bei meinem 80/400 der Kick...


    argus

  • Hallo Argus,


    Verstehe sehr gut, daß du von deinem 80/400er so begeistert bist. Ich beobachte
    selbst auch mit genau so einem kleinen netten Richfielder und es ist immer wieder
    erstaulich, wieviel man damit unter einem dunklen Himmel sehen kann.


    Den 90/1250er Travelmax hatte ich bereits in Besitz und habe ihn schon nach kurzer
    Zeit gegen den etwas größeren 102/1300er Travelmax ausgetauscht, einfach um noch
    etwas mehr Details, vor allem auf Jupiter, sehen zu können. Der Unterschied ist aber
    nicht sehr groß. Auch der 90er zeigt schon erstaunlich viel, weit mehr als man aufgrund
    des geringen Preises des Gerätes vermuten würde.


    Im Vergleich zu einem Refraktor wie zb. 90/900 oder auch 102/1000 (beide kenne
    ich selbst) schlägt er sich wacker. Hat so ein Refraktor neben dem Farbfehler noch
    weitere kleinere Fehler wie zb. in der Zentrierung, so ist der Mak schon deutlich vorne.
    Der Unterschied zw. einem Refraktor 90/900 und dem 90er Mak ist in jedem Fall
    sehr gering, egal ob der Refraktor oder der Mak minimal besser ist.


    Fazit daraus:
    - gefällt dir das Äußere eines Refraktors besser (ist eben ein typisches Fernrohr) so
    nimm diesen
    - willst bei gleicher Leistung was kompaktes, kleines und feines, dann nimm den Mak.


    So ein kleiner Mak ist jedenfalls eine prima Ergänzung zum 80/400er. Man hat so
    ein hochtransportables Richfield und ein hochtransportables Planetengerät und beide
    passen noch zusammen in eine kleinere Reisetasche/Sporttasche.
    Dieses Duo ist bei mir auf jedem Urlaub mit dabei und wird dann auf einer
    EQ1-Tischmontierung betrieben. Wie das aussieht kannst du hier sehen:
    http://www.binoviewer.at/equipment/102Mak.htm


    Viel Spaß beim Entscheiden, Kaufen und Beobachten!

    Bino-Tom


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  • Hallo binoviewer,


    danke fuer Deine Wertung. Ich denke das hat meine Wahl fuer den kleinen Mak gefestigt.Wenn ich da in etwa dasselbe wie in einem 90/900 FH zu sehen krieg ist das genau das was ich suche.Hab' noch nie einen Mak gehabt.
    Du hast auch einen 80/400er FH? Ich hab' das Teil auf dem Teide gehabt. Daneben ein 8" Dobson. Ein paar Italiener wollten durch den Dobson gucken. War die Region im Schuetzen mit den ganzen Nebeln.
    Dann haben sie auch mal durchs "kleine" Teleskop geguckt - und dann nur noch dadurch. Ich hab' sie nicht genau verstanden, aber sie sagten irgendwas dass man da "viel mehr" sieht. Na ja, war ein 30mm Ploessl 'drin. Durch die Milchstrasse zu schwenken und die Nebelfetzen eingebettet darin zu sehen ist schon beeindruckend. Aber auch mal mit UHC Filter den NA und Pelikan Nebel zusammen zu sehen, so was geht gar nicht mit dem Dobs. Auf jeden Fall, wie Du sagst, unter dunklem Himmel ist so ein 80/400er grandios. Kann man fast nicht glauben bevor mans mal erlebt hat!


    argus

  • Hallo Argus,


    das kann ich mir gut vorstellen, welche tollen Eindrücke man da oben am Teide bekommt.
    Das ist ja nochmal eine Dimension über unseren Verhältnissen hier.
    Auf jeden Fall schonmal viel Freude im Voraus mit dem neuen Gerät und berichte
    doch beizeiten hier, wie es dir gefällt und was du damit alles so erlebt und gesehen hast.

    Bino-Tom


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  • ..seit Samstag hab' ich nun den Skymax 90 - und ich meine das ist ein ganz ordentliches Geraet. Mein Bekannter hat einen Astroview 90/900 FH und wir haben beide Geraete nebeneinander aufgebaut.
    Fuer den Mak haben wir ein 9 mm Ploessl verwendet, und fuer den FH ein 6mm. Das gibt ungefaehr die gleiche Vergroesserung.
    Obwohl es etwas diesig war haben wir auf der Mondoberflaeche gestestet(um den Mond war in grossem Abstand ein leuchtender Haloring, spektakulaer). Man hat sofort gesehen dass der Travelmax eine andere Abbildungscharakteristik hat. Es ist etwas schwierig zu beschreiben, aber ich wuerde sagen der FH haette ein haerteres Bild, der Mak ein ausgewogeneres. Um objektivieren zu koennen haben wir abwechselnd Details an Kraterraendern herausgesucht und verglichen. Jedes gefundene Detail im Mak war auch im FH erkennbar und umgekehrt.
    Als sich der Saturn etwas aus dem dunstigen Horizont herausgehoben hat, haben wir auch da mal getestet. Ich kann mich erinnern dass ich durch den FH schon mal die Cassini Teilung gesehen hab, aber letzte Nacht war sie in keinem der beiden Geraete zu sehen. Eine leichte Helligkeits- oder Farbabstufung war aber in beiden Geraeten zeitweise angedeuted.
    Es macht auf alle Faelle Spass durch den kleinen Mak zu schauen und gleichzeitig zu wissen dass er sozusagen in die Hostentasche passt.
    In Kombination mit dem 80/400 Richfield kann man doch eine ganze Menge Himmel sehen und beide zusammen kommen dem "idealen" Reiseteleskop schon sehr nahe.


    argus

  • Hallo Argus,


    da beneide ich dich erstmal gleich, daß ihr einen klaren Himmel hattet und
    beobachten konntet. Bei mir hier ist es dieses Wochenende leider total zu
    gewesen und es ging rein gar nichts.


    So ein direkter Vergleich ist immer was interessantes. Im konkreten Fall ging
    es also mit einer Pattstellung aus, was ich selbst auch erwartet hätte, wenn bei
    beiden Geräten die optische Qualität in Ordnung ist und keinerlei Fehler in dieser
    Richtung vorliegen (zb. Justierung).


    Mir selbst gefallen die langen Refraktoren vom äußeren Erscheinungsbild her ja
    wesentlich besser als diese kurzen, verstümmelten *g* Maksutovs, aber sie sind
    eben nicht schlechter und dabei noch so wunderbar handlich, daß man einfach nicht
    wiederstehen kann und so ein feines Kerlchen einfach haben muß.
    Sowas kann man praktisch überall hin mitnehmen und trotz der Kompaktheit und
    der kleinen Öffnung sind auch planetentaugliche Vergrößerungen möglich.
    Ist schon eine feine Sache sowas.

    Bino-Tom


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  • ..hallo ihr beiden !


    Wenn ich mal dazwischen fragen darf :


    Die optische Qualität scheint nach euren berichten ja recht ordentlich zu sein.
    Wie siehts mit der Mechanik aus ? man hört ja zuweilen von starkem shifting beim fokussieren....
    Ob und wie groß die Qualitätsstreung bei der serienfertigung ist, vermag wohl niemand genau zu sagen, aber wie siehts bei Euch aus ?


    Danke !


    CS Michi

  • Hallo Michi,


    Das Shifting ist bei den Sky-Watcher (Travelmax) Maksutovs im allgemeinen sehr
    gering bis kaum wahrnehmbar. So war und ist es bei meinem 90mm und 102mm
    Travelmax. Beim 102mm Travelmax beträgt das Shifting ca. 5", ist also wirklich
    minimal. Aus den Berichten anderer in den Foren kann man schließen, daß dies
    ein typischer Betrag ist.


    Die TS-Maksutovs hingegen sollen in der Regel ein deutlich größeres bis sehr großes
    Shifting haben. Das war auch der Hauptgrund, warum ich zum Travelmax gegriffen
    habe, denn eine gute Optik nützt nichts, wenn die Kollimation aufgrund von Shifting
    nicht erhalten bleibt.

    Bino-Tom


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  • Hallo argus,

    Quote

    ...wuerde gern beitragen, aber ich weiss nicht wie ich das "shifting" messen kann.

    ... indem Du zwei Sterne ins Gesichtsfeld nimmst, deren Winkelabstand bekannt ist. Das Fokussiershifting lässt sich dann problemlos durch die hierbei im Gesichtsfeld stattfindenden Verschiebungen (shifts) abschätzen.


    Freundliche Grüße: Uwe

  • Quote

    Originally posted by argus@Nov 2 2004, 11:41 PM
    ...wuerde gern beitragen, aber ich weiss nicht wie ich das "shifting" messen kann.


    mit Deinen Argusaugen könntest Du es leicht mit einem Messfeldokular oder einem Doppelfadenkreuzokular mit bekanntem Fadenabstand messen. :D
    Gruß

  • Hallo Argus,


    das Shifting kann man auch recht einfach abschätzen, indem man einen Planeten
    an den Rand des Gesichtsfeldes bringt, sodass er gerade noch ganz sichtbar ist und
    dann beim Fokussieren beobachtet, wieviel vom Planeten aus dem Gesichtsfeld
    wandert.
    Vorteilhaft dabei ist eine möglichst hohe Vergrößerung.

    Bino-Tom


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  • ...ok, ich hab' folgendes gemacht.Zuerst zum Himmel 'raufgeschaut und gesehen dass es da nix zu sehen gibt. Dann den Mak an der Schiene in einen Schraubstock gespannt und am anderen Ende vom Gang in 10 m Abstand ein graphisches Linienraster Testlayout mit drei 0.1 mm breiten Strichen mit 0.1 mm Abstand gehaengt und mit einem 500 W Halogenstrahler von schraeg vorne beleuchtet. Zum Testen hab' ich ein 6 mm Ortho in den Okularstutzen gesteckt, scharfgestellt und solang 'rumgekaspert bis der mittlere Strich der 3 Striche des Testlayouts gerade noch am Rand des Sichtfelds bemerkbar war.
    (Hab' kein Fadenkreuzokular).
    62831 mm ist der Umfang eines Kreises mit 10 m Durchmesser. Das sind dann 360 grd. 1 grd ist 174 mm, 1 Minute ist 2.9 mm, 1 Sekunde sind ca. 0.05 mm und 0.1 mm (die Strichbreite) sind 2 Sekunden (verrechnet?).


    Beim leichten hin- und herfokussieren ist kein Strich verschwunden oder neu aufgetaucht, d.h. shifting kleiner +/- (Strichabstand + Strich) oder kleiner +/- 4 Sekunden.

    Hab' nur geguckt obs nach der Seite shiftet, nicht ob nach oben oder unten - meine Aussage "mittlerer Strich gerade noch am Rand des Sichtfelds" ist auch etwas wischiwaschi.


    Kann man das so machen, wenn ja warum nicht ?


    Ich weiss nicht ob ich ueberhaupt am Himmel testen kann, hab' nur eine Lidl Nachfuehrung mit Handkurbel, ohne Motor.


    argus

  • Hallo Argus,


    würde sagen du bist korrekt dabei vorgegangen. Komme ebenfalls auf ca. 2
    Bogensekunden pro 0.1mm Breite (hattest aber vorhin einen Schreibfehler,
    meintest wahrscheinlich Radius statt Durchmesser).


    Damit hast du das Shifting bereits sehr genau ermittelt und es liegt im
    selben Bereich wie bei den Geräten die ich selbst kenne.


    Beim Fokussieren wird ja der Hauptspiegel am Blendrohr verschoben.
    Wenn du auf 10m fokussierst liegt der Spiegel weiter vorne als beim
    Fokussieren auf Unendlich. Theoretisch könnte es sein, daß das Shifting
    bei Himmelsbeobachtung also ein kleines bischen von deinem jetzt ermittelten
    Betrag abweicht. Dürfte aber wenn, dann nur ein sehr geringer Unterschied sein,
    egal ob besser oder schlechter.


    Jedenfalls ist das Shifting deines Geräte unbedeutend und optisch ohne Belang.


    Selbstverständlich kannst du mit dem Gerät auf der Lidl-Montierung beobachten.
    Die Nachführung machst du dann einfach per Hand über die biegsame Welle.

    Bino-Tom


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  • Hallo binoviewer,


    ja, mit dem Durchmesser hab' ich mich verdaddelt, Radius ist richtig. Ansonsten sind die paar Winkelsekunden shifting fuer mich nicht signifikant - sekundengenaue Positionsbestimmung von Sternen hab' ich nicht vor. Die Lidl Montierung kommt mehr als gut mit dem Mak zurecht - haett' mir was leichteres genommen wenn ich das Lidl-Teil nicht schon gehabt haette.
    Aber ... ich hab' jetzt ein ganz anderes Verstaendnissproblem. Der Mak hat eine theor. Aufloesung von 1.3 Winkelsekunden. Trotzdem hab' ich die drei 0.1 mm Striche(10 m Abstand) wirklich deutlich gesehn. Jetzt hab' ich versucht 0.08 mm Striche aufzuloesen, geht auch, und dann 0.05 mm (=1") , geht auch (immer 10 m Abstand). Kleinere Striche hab' ich nicht, aber ich bin sicher noch kleiner geht auch.
    Aber das ist ja kleiner als die theor. Aufloeseung? Das darf der Mak doch gar nicht !? Oder was?


    argus

  • Hallo Argus,


    Ich bin mir sicher, du könntest auch noch deutlich kleinere Striche auflösen.
    Die Erklärung ist, daß das theoretische Auflösungsvermögen auf Basis der
    Intensitätsverteilung einer Punktabbildung (Airydisc) berechnet wird
    (siehe auch hier: http://www.greier-greiner.at/hc/aufloesung.htm).


    Für flächige Objekte mit hohem Kontrast, wie deine schwarzen Striche
    auf weißem Hintergrund, ist diese Berechnungsmethode aber nicht zutreffend.


    Dieser Umstand ist eigentlich nichts neues und schon lange auch in Amateurkreisen
    bekannt. So ist es zb. möglich die nur 0.05 Bogensekunden breite Encke-Teilung
    im Saturnring bereits mit 7" Öffnung als Strich zu sehen, obwohl mit 7" Öffnung
    eigentlich nur 0.76 Bogensekunden aufgelöst werden können. Die Encke-Teilung
    ist also 15x so schmal wie das theoretische Auflösungsvermögen, welches aber
    eben nur für zwei benachbarte helle punktförmige Lichtquellen gilt und nicht für
    eine dunkle Linie auf hellem Grund.


    Selbst mit freiem Auge kann man dieses Phänomen beobachten. Probier mal eine
    Strom- od. Telefonleitung in zb. 1km Abstand zu beobachten. Es wird kein Problem sein,
    obwohl das Auge eine so dünne Linie in diesem Abstand, dem theoretischen
    Auflösungsvermögen nach, nicht erkennen dürfte. Dasselbe kann man auch bei
    Drahtzäunen, Strommasten oder Sendeanlagen beobachten.


    Leider kann ich dir keine Berechnung für diese dunklen flächigen Objekte auf
    hellem Hintergrund liefern, da müßte mal ein echter Physiker ran.

    Bino-Tom


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  • Hallo binoviewer,


    verstehe, das mit der Aufloesung gilt nicht fuer beliebige Details. Je nach dem
    "Drumherum" kann es viel besser sein. Ueber die Aufloesung von Streifenmustern hab' ich nix im Internet gefunden, aber ueber die Abschattung durch einen Fangspiegel - manche sehr feine Details sollen dadurch theoretisch sogar noch ein klein wenig besser sichtbar sein. Fuer mich heisst das einfach nur, wenn jemand etwas gesehen hat, dann hat er das so gesehen.
    Vorgestern hab' ich mir mit dem Mak bestimmt ueber 1 Stunde den Saturn angeschaut. Rechts und links im Ring konnte ich die Cassini Teilung sehen (140x). Das hat schon sehr gut ausgeschaut. Rein subjektiv, so vom durchschauen her, wuerde ich mal sagen der Mak schoepft sein Potential voll aus - wie Du sagst, einfach ein feines Kerlchen.


    argus

  • Hallo ihr Linienauflöser,
    in einer älteren Interstellarum gab's mal einen Artikel dazu, ich glaube im Zusammenhang mit der Sichtbarkeit der Saturnringteilungen, von Ronald Stoyan. Nach verschiedenen Quellen gibt es Angaben zwischen <10"/D und etwa 30"/D in mm (D= Öffnung). Im Mittel also 20"/D, für eine 100mm Öffnung also etwa 0,2" Linienabstand oder Breite.....
    Es gab auch mal ne Internetquelle zu Versuchen mit der Sichtbarkeit von Drähten, da wurde auch diese Relation angegeben (ca. 20"/D mm). Erstaunlich. Erklärt aber warum man mit 60mm Öffnung die Cassiniteilung noch sehen kann.

  • Hallo Randolf,


    die Bandbreite zwischen < 10"/D und 30"/D ist interessant. Glaubst Du
    dass das auch vom Beobachter abhaengig ist? Ich glaube fast das gesamte visuelle Wahrnehmungskollektiv Auge bis Informationsverarbeitung im Gehirn optimiert sich unbewusst fuer jedes optische Element das man und durch das man betrachtet. Ich denke da auch an den Unterschied zwischen erkennen und wiedererkennen. Was man erst mal gesehen hat erkennt man viel leichter wieder. Ich denke dabei auch an die Entscheidung Refraktor/Reflektor/Katadioptrik. Wenn einer erst mal rausgefunden hat wie man mit einem der Konzepte am besten schaut, wird er es bevorzugen wie seine Muttersprache, von der er auch weiss wie man sie am besten von allen Sprachen verwendet- und auch versteht - nicht nur die Woerter, auch alle Zwischentoene und Akzente.
    Ich hab' einen Reflektor, Refraktor und jetzt den Maksutov. Und alle sind von ihrer visuellen Charakteristik unterschiedlich. Damit meine ich nicht so sehr was man sieht, sondern wie man schaut. Beim direkten Vergleich des 90 mm Maksutov mit dem 90 mm Fraunhofer (oder heisst es Frauenhofer?) ist mir das besonders aufgefallen. Beide waren nebeneinander gestanden und ich hab' abwechselnd durch das eine und das andere geschaut. Und immer hab' ich das Gefuehl gehabt dass es laengere Zeit braucht vom ersten reinschauen bis zum sehen, als wenn man mal eine kurze Pause macht und dann durch das gleiche Instrument schaut. Na ja, sind subjektive Erfahrungen, wie auch immer.


    argus

  • Quote

    Originally posted by argus@Nov 8 2004, 11:08 PM
    Hallo Randolf,


    die Bandbreite zwischen < 10"/D und 30"/D ist interessant. Glaubst Du
    dass das auch vom Beobachter abhaengig ist? Ich glaube fast das gesamte visuelle Wahrnehmungskollektiv Auge bis Informationsverarbeitung im Gehirn optimiert sich unbewusst fuer jedes optische Element das man und durch das man betrachtet. Ich denke da auch an den Unterschied zwischen erkennen und wiedererkennen. Was man erst mal gesehen hat erkennt man viel leichter wieder. ........ Damit meine ich nicht so sehr was man sieht, sondern wie man schaut. Beim direkten Vergleich des 90 mm Maksutov mit dem 90 mm Fraunhofer (oder heisst es Frauenhofer?) ist mir das besonders aufgefallen. Beide waren nebeneinander gestanden und ich hab' abwechselnd durch das eine und das andere geschaut. Und immer hab' ich das Gefuehl gehabt dass es laengere Zeit braucht vom ersten reinschauen bis zum sehen, als wenn man mal eine kurze Pause macht und dann durch das gleiche Instrument schaut. Na ja, sind subjektive Erfahrungen, wie auch immer.


    argus


    Ja klar ist das so...je erfahrener ein Beobachter, desto leichter fällt das Erkennen von Details, z.B. bei feinen Mondrillen, kleinen Kraterchen in der 1-2km Region. Cassini- und Encke....kontrastschwachen Details.
    Klar hängt das auch von der Qualität des eingesetzten Werkzeugs, sprich Optik und eigenen Augen ab!
    Interessante Diskussion im amerikanischen ATM-Board:
    http://astro.umsystem.edu/atm/ARCHIVES/DEC97/msg00178.html