gut, daß wir verglichen haben . . .

  • gut, daß wir verglichen haben . . .

    Dies ist der Werbespruch aus einer ansonsten "ich bin doch nicht blöd"-Werbung,
    die auch die Astro-Szene zuweilen überzieht, nach dem Motto: "Geiz ist geil!"
    Dabei geht es nicht um eine perfekt Optik, Gottseidank, also deutlich astigmatisch,
    das Beispiel, und es geht auch nicht um das Auswertprogramm AtmosFringe, mit dem
    man ein Interferogramm fehlerspezifisch auswerten kann. Diesmal geht es um die
    Frage, ob ein und diesselbe Optik mit zwei unterschiedlichen Interferometern
    trotzdem ähnliche bis gleiche Ergebnisse abliefert. Das sollte zumindest die
    Zweifel in die Interferometrie abbauen helfen und das Vertrauen stärken, daß die
    Interferometrie eine recht gesicherte quantitative Meßtechnik sei, neben vielen
    anderen qualitativen Meß-Verfahren:
    Stern Ronchi Foucault Caustic Lyot Spalt Interferometrie Auswertung

    Die Messung des opt. Tubus erfolgte in Autokollimation bei 532 nm wave und
    ergab das linke Interferogramm mit dem Twyman-Green, und das rechte Interfero-
    gramm mit dem Bath-Interferometer. Gut erkennbar ein deutlicher Astigmatismus
    über den ansteigenden Streifenabastand von unten nach oben, eine Coma, die als
    flaches "S" über dem mittleren Streifen zu sehen ist und eine Überkorrektur
    in Form einer sphärischen Aberration. Die beiden Interferogramme mit gleicher
    Streifenanzahl zeigen trotz der unterschiedlichen Interferometer nahezu gleiche
    Form der Streifen, was doch sehr beachtlich ist. Und wenn man beim Twyman-Green
    Interferometer an der Genauigkeit von Teilerwürfel und Referenz-Spiegel herum-
    mäkeln könnte, was beim Bath-Interferometer aus Gründen der Kopmpensation keine
    Rolle spielt, sind die Ergebniss ziemlich identisch und im Rahmen der Streuung,
    die auch bei nur einem Interferometer bzw. dessen Streifenauswertung entstehen
    würde.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/vergleich01.jpg]

    Das wäre also die Auswertung des Twyman-Green-Interferogrammes


    [IMG:http://rohr.aiax.de/vergleich02.jpg]

    Das wäre also die Auswertung des Bath-Interferogrammes

    [IMG:http://rohr.aiax.de/vergleich03.jpg]

    Die Überkorrektur entsteht über den Gaußfehler, den dieses System bei
    532 nm wave hat. bei 650 nm wave ist der Gaußfehler erheblich geringer,
    aber das ist die Sache des Herstellers, und ich habe das woanders schon
    einmal detailliert beschrieben.

    Den Karl-Ludwig Bath wird es freuen, wie brauchtbar sich immer wieder
    der Zitat: "liebgewonnene Bath" in der Praxis herausstellt.

    Twyman-Green Interferometer

    [IMG:http://rohr.aiax.de/Mich04-P39.jpg]

    Bath-Interferometer

    [IMG:http://rohr.aiax.de/Bath-Imeter04.jpg]