zum Thema Nachführung

  • Hallo Georgi,

    Quote

    Ich schließe mich mal der Frage an! An Wolfgang ein Problem, und Andere, könnte für andere Freunde interessant sein?!: Ich nehme a) ein Normal- Okukar, sehe hindurch und die Sterne bewegen sich entspr. der Teleskopstellung im Koordinatensystem RA/ Dec. b) ich nehme ein Strichkreuz- Okular (doppelt oder einfach) , das Strichkreuz liegt nicht in der RA-Richtung! folglich: das Strichkreuzokular drehen! Bis dahin alles ok. Setze ich jetzt aber einen "Augenersatz" ein (CCD o.ä.), dann habe ich ja ein fiktives Strichkreuz, das ich nicht als Strich sehe; wenn ich mit diesem elektron. Auge Nachführe, würde doch eine kleine Verdrehung der CCD zu ständiger DEC- Korrektur führen?! Eine fehlerhafte Stellung des Polkopfes würde doch den gleichen Effekt erzeugen?! Wie kann ich nun bei einer CCD (egal, welche Art, ob EOS, Digicam oder PurCCD) feststellen, ob die Horizontallinie des Chips parallel zur RA liegt, ich sehe ja dieses "Strichkreuz" nicht! Hat wer eine Idee? Ergo: wie kann ich die Teleskopachse (RA/ DEC) mit dem Strichkreuzokular und einem Nachführsystem auf einen Minimalfehler korrigieren? Ich hätte ja auf einem Chem. Foto ständig Striche, aber nur bei Monitor- Nachführung!
    Haut ran' Leute! georgi



    Hier schneidet Georgi ein allgemein interessierendes Thema an, weswegen wir
    heute, Fr. 08.Juli 2005 miteinander telefoniert haben. Da kam mir der Gedanke,
    daß so eine Art Telefon-Datenbank hier durchaus nützlich wäre, manche
    Sachen sind im Gespräch einfacher zu lösen. Wer will, kann ja beim Signum
    seine Tel. Nr. dazu schreiben.

    Worum ging es eigentlich?

    Ein Newton sitzt auf einer parallaktischen Montierung und ist genau "einge-
    scheinert". Das bedeutet, daß nur die Stundenachse gegen die Erd-Drehung
    bewegt werden muß. Stellt man in diesem System, also Montierung+Newton
    einen hellen Stern in die Mitte des Bildfeldes, dann wandert der Stern in eine
    bestimmte Richtung aus der Mitte weg, solange nicht nachgeführt wird, oder
    der Stundenantrieb nicht "angesteuert" wird. (In Deklination verhält sich die
    Sache ähnlich, wenn nicht exakt eingescheinert wurde.)

    Nun haben wir früher genau eingescheinert, dann ein beleuchtetes Doppel-
    fadenkreuz in die Okularsteckhülse gesteckt, den Nachführ-Stern in die Mitte
    positioniert und immer dann, wenn der Stern aus dem Zentrum herauslief,
    weil die Nachführung ein klein wenig zu langsam war, mit einem kurzen Impuls
    das Teleskop "hinterher-geschoben", damit der Stern wieder in der Mitte
    landete. Das war in der Regel zu ungenau und die Sternpünktchen bei ca.
    30-50 µ. Dann kamen die elektronischen CCD-Cameras mit einem Auto-Guiding
    system, das aber prinzipiell auch nicht anders funktioniert. Der Stern wird
    in einer bestimmten Position registriert, und jede Abweichung davon wird mit
    einem Impuls quittiert - genaugenommen für vier Richtungen. Da aber kommt
    dann zusätzlich das Spiel der Montierung ins Spiel, die eine solche sowohl in
    Stunde wie Deklination hat, weshalb es sich empfiehlt, das System in Stunde
    nur hinterherzuschieben und in Deklination auch nur immer in eine Richtung zu
    schieben.

    Trotzdem liefert das Autoguiding mindestens zwei verwertbare Impulse ab,
    die auf die richtigen Ansteuer-Motoren gelenkt werden müssen. Das sollte sich
    eigentlich herausmessen lassen, wo die Stunden-Impulse herkommen und die
    in Deklination. Jedenfalls verstand ich den Sternfreund Georgi so. Der wird
    in den nächsten Tagen sein System sicher zum Laufen bringen und vielleicht
    ein bischen mehr darüber erzählen für alle diejenigen, die es interessiert.

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