Dem Lucky sein Synta

  • folgender Beitrag war fertig, leichtsinnigerweise habe ich ihn nicht gesichert
    vor dem Überspielen auf dem Server. Nu isser weg, und ich muß einen neuen
    Text schreiben. Aber die Bilder sind schon mal dort, wo sie hingehören, der
    Text kommt noch - iss schon wieder geschrieben!
     
    Die als "China-Kracher" geschmähten lichtstarken Fraunhofer sind gut und
    billig, aber leider keine APO's, weshalb ganz unterschiedliche Anstrengungen
    unternommen wurden, dem Farblängsfehler auf irgend eine Art beizukommen:
    Chroma-Korrektor für teures Geld, die Baader-Filter-Lösung, weitaus preis-
    günstiger oder einfach die Erkenntnis, daß für diesen Preis in unserem Land
    keiner ein solches Teleskop herstellen würde im Jahre 2005, 1950 war das
    noch anders. Sie werden also weiterhin importiert und erfolgreich verkauft,
    diese Syntas, und sind bei maßvoller Anwendung wirklich gute Geräte,
    bezogen auf den Preis. Hier also das Objekt der Begierde.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn00.jpg]
     
     
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn01.jpg]
     
    Das Fraunhofer-Teleskop ist ein schönes Beispiel, wie der mächtig propagierte
    Sterntest an seine Grenzen stößt. Dieser Test wird zwar hoch gehandelt, aber
    er ist entstanden aus einer Computer-Simulation und nicht aus der Summe
    von Aufnahmen aus der Praxis und am Himmel, und dieser Test differenziert
    nicht nach Teleskop-Art und dessen optischen Besonderheiten, wie es der
    Farblängsfehler eines FH darstellt. Sehr schön sieht man daher am intrafokalen
    Farbsaum die Lage der einzelnen Farben: grün/geld gefolgt von rot gefolgt von
    blau/violett. Extrafokal kehrt sich die Sache um, es dominiert gelb/grün und
    in der Mitte erkennt man den Fokus von rot/blau/violett. In anderer Weise
    sind auch die Sternscheibchen-Tests bei den SC's und Mak's nicht eindeutig
    zuzuordnen und stiften bei einem logisch denkenden Sternfreund Verwirrung.
    Am ehesten kann man dem Sterntest vertrauen, wenn es sich um einen
    Newton oder einen Apochromaten handelt. Die Frage der Über/Unterkorrektur
    kann man also ebensowenig sicher beantworten, wie Koma etc.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn02.jpg]
     
    Dafür eignet sich der Ronchi-Gittertest schon eher, der über alle Spektral-
    Farben intrafokal bei 13 lp/mm eine leichte Unterkorrektur zeigt, stärker bei
    blau und schwächer bei rot. Im Idealfall sollte grün bei 550 nm perfekt sein,
    blau leicht überkorrigiert und rot leicht unterkorrigiert sein. Verkleinert man
    den Linsenabstand, dann läßt sich das koprrigieren bzw. optimieren. Da aber
    die Symmetrie der Ronchi-Linien eine leichte Krümmung nach links erkennen
    lassen, sieht man dadurch auch eine leichte Koma. Unterkorrektur und Koma
    müssen später noch quantitativ ermittelt werden.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn03.jpg]
     
    Den Foucault-TEst überspringend zeigt der PhasenKontrast- oder LyotTest
    die Koma im leicht aufgewölbten Schatten links, die Unterkorrektur über den
    flachen Kegel in der Mitte und eine zarte Zone weitab im Bereich von L/20 PV
    der Wellenfront und weniger. Dier Flächeneindruck ist ebenfalls sehr glatt.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn04.jpg]
     
    Am Interferogramm oder Streifenbild erkennt man die Koma an der Über-
    lagerung der parallelen Streifen durch ein flaches "S" das wiederum über
    ein zusätzliches flaches "W" die Unterkorrektur erkennen läßt.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn05.jpg]
     
    Zunächst muß das Streifenbild nachgezeichnet werden, was hiermit dokumentiert ist.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn06.jpg]
     
    Bei der Auswertung geht es um die Frage, wieviel Prozent Strehl auf die ein-
    zelnen Fehler entfallen: In diesem FAll auf die Achskoma ca. 6% und die
    Unterkorrektur ca. 4% sodaß im besten Fall dieses Objektiv auf 0.95 Strehl
    für 550 nm gesteigert werden könnte. Dabei stellt sich aber immer die Frage,
    ob diese Steigerung nicht durch Rauhheit oder den bekannten Farblängsfehler
    relativiert wird und damit hochgesteckte Erwartungen nicht erfüllt, denn es
    ist ja immer noch ein Fraunhofer. Fotografisch merkt man es nicht und visuell
    nicht unbedingt, allenfalls, wenn man Filter benutzt. Exakt einen solchen
    Synta habe ich selbst - und es ist ein ausgesuchtes Gerät. Im Normalfall
    ist die Maximal-Vergrößerung 200-fach, mit einem Chroma-Korrektor "N"
    geht das bis 300-fach, allerdings mit einem sehr dunklen Bild, weil nur noch
    0.5 mm Austritts-Pupille und für meine 60-jährigen Augen zu dunkel.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn07.jpg]
     
    Die aus dem Igramm gerechnete Wellenfront-Abbildung findet ihre Ent-
    sprechung auch im Lyot-Testbild.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn08.jpg]
     
    Aus ästetischen Gründen noch einmal das artificial Interferogramm.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn09.jpg]
     
    Stellt sich also abschließend für den Lucky an mich die Frage, ob ich das optimieren kann oder will und wie lange das dauert. Wenn er Zeit hat, der Lucky . . .

  • Lieber JOsef,
     
     
    genau an Dich habe ich mit einem schlechten Gewissen und den TMB FH
    gedacht, weil es ebenfalls ein Fraunhofer ist. Die Frage, ob sich eine
    Optimierung von 0.85 Strehl auf 0.95 Strehl lohnt, ist sehr schwierig zu
    beantworten, weil sie auch etwas mit der Mentalität des Besitzers zu tun hat.
    Vernünftig wäre eine Beseitigung der Koma, da muß man aber schon wieder
    an das Linsen-Paket ran und ist zeitraubend.
     
    In Deinem Fall ist das klar, und wenn ich mit der Optik fertig bin, rechtfertigt
    das Ergebnis die Mühe. Schon nicht mehr so eindeutig ist das beim Lucky zu
    beantworten. Im Regelfall wird ein Strehl von 0.80 als beugungsbegrenzt an-
    gesehen, was soviel heißt, daß 80% der ankommenden Lichtenergie im Airy-
    Scheibchen konzentriert wird - ein Teil geht ohnehin über Beugung und Streu-
    licht verloren. Es spielt auch noch die Psychologie eine Rolle, ob man einen
    hochstrehligen Refraktor benutzen kann oder nicht. Die Definition mag sich
    verbessern, wenn man die geringfügige Unterkorrektur beseitigt und die etwas
    größere Koma, allerdings ändert das nichts am Einfluß des Farblängsfehlers,
    den wird man mit einem Gelbfilter eingrenzen und damit den Blau-Anteil weg-
    filtern. Wenn der Lucky genug Zeit hat, würde ich das sogar machen.
     
    Das dritte Beispiel innerhalb kurzer Zeit war das Intes Macro de Luxe M 715,
    das ich auch hier geschildert habe. Hier ging es um die "harte" Frage, warum
    ich nur L/6 PV messe über drei Interferogramme, wo doch auf dem Certifikat
    L/8.8 PV steht und von dieser Differenz der Sternfreund seine Kauf- bzw.
    Reklamations-Entscheidung abhängig machen wollte.
     
    In diesem Fall wäre ein über den Einbau verursachter Astigmatismus die
    plausibelste Lösung, weil ich an der Intes-Messung selbst nicht zweifle und
    in anderen Fällen die Intes-Messung exakt eingestellt habe.
     
    Im Falle einer Reklamation überlege ich mir natürlich auch die Chancen, die
    ein Sternfreund mit einem bestimmten Händler hat. Bei Teleskop Service legt
    man Wert auf Kundenzufriedenheit und tauscht das Gerät. Andere Händler
    stellen sich unglücklicherweise dann auf eine vermeintliche Rechtsposition,
    die einen Kunden eher verschreckt und vertreibt, das sind meist die weniger
    erfolgreichen dieser Spezies. Als Prüfer gerät man häufig zwischen die Fronten
    und damit in Beweisnot, das ist aber den Kontrahenten wurscht und mir mittler-
    weile auch.
     
    Ganz allgemein ist das der Stoff, aus dem die Haß-Tiraden sind, wie sie auf
    den schwarz-blauen Veranstaltungen in großer Zahl abgelaufen sind. Die
    Namen sind Euch alle bekannt. Würde ich z.B. den letzten Fall in aller Unschuld
    auf X.de ausbreiten, könnte ich mich vor Angriffen und Unterstellungen nicht
    retten . . .

  • Zitat


    Hallo verehrter Wolfgang !


    Mit viel Genuß und Erstaunen , und Dankbarkeit (!) habe ich Dein unbeirrbares " Urteil " über den von mir kürzlich erstandenen FH gelesen . Nach tiefer " innerer Einkehr " und dem Abwägen des " Für und wieder " schreibe ich Dir hier für alle lesbar :


    ________________________________________


    Mach " Ihn" schlicht so Gut Du kannst .............!


    ________________________________________






    Fürs Erste vielen und vor allem herzlichen
    Dank für deine Mühen , hier war Bernd ,


    " Luckylohn "

  • Den Wolfgang Busch, lieber Bernd, kenne ich seit 1973, als er seinerzeit auf der
    Würzburger Frühjahrstagung sein HAB (Halbapochromat) veröffentlichte und ich
    in der Folge ca. 5-6 dieser Objektive schliff und dadurch über viele Jahre regen
    Kontakt mit meinem Namensvetter Wolfgang hatte. Wolfgang Busch ist mindestens
    schon 20 Jahre im Unruhestand, worauf ich noch 5 Jahre warten muß. Du kannst
    davon ausgehen, daß Dir Wolfgang das Objektiv wirklich vorzüglich optimiert hat.
    Wolfgang Busch ist einer der legendären Experten, die glücklicherweise am
    Internet-Zeitalter vorbeigeschrammt sind.
     
    Zum Chroma-Korrektor ist von meiner Seite augenblicklich nur soviel zu sagen,
    daß er als "N"-Typ nur dann vernünftig funktioniert, wenn das FH-Objektiv für
    grün 550 nm wave optimiert ist - einen solchen habe ich hier. Ich muß offenbar
    wieder ein paar Landschafts-Aufnahmen mit und ohne Chromakorrektor machen.
     
    Ob es punktgenau mit dem 19. Sept. klappt, weiß ich noch nicht.
     
    Übrigens wurde dieses HAB-Objektiv von Roland Christen weiterentwickelt
    und wird mittlerweile weltweit verkauft.
     
    Siehe auch hier eine ausführliche Beschreibung in Englisch.

  • Hallo Wolfgang,


    ja so ein Chromacorr wäre was, wenn der auch bei einem 8" f9 funktionieren würde, aber angeblich taugen die ja nur für die Chinakracher.
    Für diese Teleskope sind sie ja gebaut worden und Hersteller gibt es leider auch nur einen.
    Vielleicht bringen die China-Männer ja mal einen billig Korrektor auf den Markt oder spotbillige APO´S in der 6" - nach oben offen Klasse.


    Das wäre was!

  • Ein schmaler Erfolg, war das, die Optimierung vom Lucky sein Synta!
     
    Warum?
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/synta-opt00.jpg]
     
    Zunächst gilt die obere Erkenntnis: Ist der Synta im roten Spektrum perfekt
    und ist er im blauen Spektrum überkorrigiert, dann läßt sich dies durch Ver-
    größerung des Linsen-Abstandes korrigieren. Das bedeutet in manchen Fällen
    daß man den Abstand um bis zu 0.6 mm vergrößert. Nun ist aber dieser Synta
    über das gesamte Spektrum unterkorrigiert, und das bedeutet eine Verkleine-
    rung des Linsenabstandes. Groß ist der Spielraum nicht bei einem Linsen-
    abstand von 0.25 mm. Ohne Abstandsblättchen liegen die Linsen in der Mitte
    auf und zeigen die allerschönsten Newton-Ringe, was ein Beleg dafür ist.
    Will man sich keinen Astigmatismus einhandeln, sucht man die kleinstmöglichsten
    Abstandsblättchen: 0.07 mm war noch zuwenig, also der doppelte Wert, und
    das waren dann 0.14. In diesem Bereich noch Koma herausjustieren zu wollen,
    habe ich deswegen aufgegeben. (Zuvor habe ich übungshalber, den Linsen-
    abstand bis auf 0.5 mm vergrößert, was die Unterkorrektur noch vergrößerte)
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn10.jpg]
     
    Man stößt also bei dieser Situation einer allgemeinen Unterkorrektur an
    die Grenze einer Optimierung und kann lediglich den Linsenabstand nur
    soweit verringern, wie es die Radien der "Luftlinse" zulassen. Ganze drei
    Prozent-Punkte Strehl ist die magere Ausbeute, wenn man sich drei
    Stunden damit um die Ohren geschlagen hat - Leider !
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn11.jpg]

  • Hallo Wolfgang !


    Also : Es ist davon auszugehen , das DU wie immer Dein Bestes gegeben hast , etwas aus der Sache zu machen !


    Dafür --hier öffentlich-- mein aller herzlichster DANK !


    Das nicht --mehr " drin war "-- betrübt mich nicht !
    Habe zum Vergleich bei Wolfgang Ransburg einen
    NEWTON mit " 10 und 1200mm Brennweite bestellt.


    Werde in aller Ruhe , so der Himmel es hier zuläßt , vergleichen welches Teleskop mir den größeren Spass macht , und dann das vermeintlich " Schlechtere " wieder abgeben. Sollte die Wahl auf den Synta dabei fallen , kann ich Ihn jedenfalls als " optimiert " anbieten , was immer
    einen guten Zusatzerlös verspricht !


    So wäre Deine Arbeit also nicht ganz umsonst gewesen !


    Wenn Dir (od. meinem Lieblings-Teleskop-händler "Wolfi" )
    dann mal ein wirklich sehr guter Synta 150/1200 über den Weg läuft , dürft Ihr mich sogar nachts dafür aus dem Bett klingeln . Alles ab Strehl 95 ist bei mir " heiss begehrt " .


    Ich kann --das-- auch nicht mit Logik erklären , aber ich träume immer , obwohl andere Teleskope : besser-billiger-lichtstärker-etc. sind , von einem großen REFRAKTOR mit Spitzenwerten.


    Wahrscheinlich wird es aber schlußendlich so sein , das ich
    erst dann zur Ruhe kommen werde , bis auf meinem "Tubus" --Takahashi --steht , und es ebenfalls
    " 6 zoll sind......! Das , verehrter Wolfgang
    ist eine reine Frage der Geduld ( ..für mich ), diesen zu bekommen, und " nicht nur " eine Frage des Geldes.


    ENDE !


    Ich werde heute abend von Juist mit dem Spätschiff zurück
    kommen , dann nachts in Erkrath ( bei Düsseldorf ) ankommen , alles weitere dann kurz über Telefon !


    Nochmals meinen aufrichtigen


    Dank an Dich !


    Gruß


    Bernd

  • Hallo Wolfgang,


    Danke für die ausführlichen Berichte!


     

    Zitat

    Wenn Dir (od. meinem Lieblings-Teleskop-händler "Wolfi" )
    dann mal ein wirklich sehr guter Synta 150/1200 über den Weg läuft , dürft Ihr mich sogar nachts dafür aus dem Bett klingeln . Alles ab Strehl 95 ist bei mir " heiss begehrt " .


    angenommen der FH-Refraktor _hat_ den gewünschten Strehl (> 95) bei 532 nm, um wieviel - ungefähr - geht der Strehlwert dann jeweils im Blauen und Roten in den Keller?
    Mir ist zwar klar, dass diese Zahlen von Optik zu Optik differieren, aber lassen sich hierfür Schätzwerte aus der (Mess-) Erfahrung abgeben?


    Freundliche Grüße: Uwe

  • Nu iss aber Schluss !
     
    Gute Optik braucht Zeit - egal ob man sie herstellt, oder optimiert. Die meiste
    Zeit braucht man zum Nachdenken. Im Falle von "Lucky sein Synta" ging es mir
    um die Frage, ob man die Rest-Koma auch noch los wird, also um die Frage, wie groß
    ist eigentlich die Verkippung in mm, durch die die Achskoma hervorgerufen wird.
     
    Also suchte ich mit dem Interferometer/Interferogramm die Stelle, bei der man
    mit dem Abstand spielen könnte und aus dem 0.14 Plättchen wurde übergangs-
    weise ein 0.07 mm Plättchen. Das war aber deutlich zuviel und die Koma zeigte
    nun in die andere Richtung. Also liegt der Wert nur im 0.01 mm Bereich für den
    damals Bernhard Schmidt einen Gummi-Hammer benutzte und mit einem gezielten
    Schlag auf das entsprechende Bleiplättchen zwischen den Linsen schlug. damit
    es um diesen Wert nachgab. Auf diese Art versteht man auch Bernhard Schmidt
    besser.
     
    Das Ergebnis läßt sich sehen: Die Unsymmetrie des flachen "W" ist reduziert
    und damit weniger Koma.
     
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn12.jpg]
     
    Das Einlesen des Interferogrammes bei 532 nm wave und die Summe der Rest-
    Fehler
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn13.jpg]
     
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn14.jpg]
     
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn15.jpg]
     
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn16.jpg]
     
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn17.jpg]
     
    nur noch ca. 2% Restkoma, die man noch mit dem Gummihammer bearbeiten
    könnte und ca. 3% zu Lasten der Unterkorrektur an der nichts mehr zu ändern
    ist.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn18.jpg]
     
    Derartige Überlegungen gelten jedoch nur für den grünen Spektral-Bereich,
    weil der Öffnungsfehler farbabhängig ist und für dieses Objektiv das Optimum
    im blauen Bereich liegen würde. Trotzdem hätten wir eine Steigerung von
    0.85 Strehl auf 0.92 Strehl, damit dürfte man das Ende der Möglichkeiten
    erreicht haben und deswegen mein oberer Satz: Nu iss aber Schluß!

  • Hallo Uwe,
     
     


     
    In meinem Bericht über den Gaußfehler der SC's, die im roten Sprektrum recht
    gut korrigiert, und im grünen Spektrum ziemlich überkorrigiert reagierten, war
    die Strehl-Abweichung recht erheblich.
     
    Für den Lucky-Synta habe ich übers Spektrum (F-, e-, d-, C-Linie) keine
    eigenen Interferogramme, um Deine Frage dort exakt zu beantworten. Es gibt
    aber eine andere überschlägige Möglichkeit zu diesem Thema:
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/@zeiss07.jpg
     
    F-Linie, 486.1 nm, Strehl = 0.719 = Überkorrektur
    e-Linie, 546.1 nm, Strehl = 0.967 = leichte ÜKorr
    d-Linie, 587.6 nm, Strehl = 0.991 = nahezu perfekt
    C-Linie, 656.3 nm, Strehl = 0.805 = Unterkorrektur
     
    Mit FringeXP kann man diese Interferogramme selbst auch noch einmal aus-
    werten und wird auf ähnliche Werte, wie mit AtmosFringe kommen, was ich
    für meine Auswertung benutze.

  • Hallo Wolfgang,


    Rohr schrieb:


    Rohr schrieb:

    F-Linie, 486.1 nm, Strehl = 0.719 = Überkorrektur
     e-Linie, 546.1 nm, Strehl = 0.967 = leichte ÜKorr
     d-Linie, 587.6 nm, Strehl = 0.991 = nahezu perfekt
     C-Linie, 656.3 nm, Strehl = 0.805 = Unterkorrektur


    danke für die Details. Es ergibt sich also (für die Zeiss-Optik) im sichtbaren Bereich - bei einem angenommenen Durchnittswert von .855 Strehl - eine wellenlängenabhängige "Schwankung" von etwa +/- 13,5 Strehl-Punkten. Wie Du weiter oben schon bemerkt hattest:

    Zitat

    Derartige Überlegungen gelten jedoch nur für den grünen Spektral-Bereich,
    weil der Öffnungsfehler farbabhängig ist und für dieses Objektiv das Optimum im blauen Bereich liegen würde.

    Siehe auch diesen thread.


    Freundliche Grüße: Uwe

  • So ähnlich wird es beim Bern/Lucky auch sein, lieber Uwe:
     
    Zur Abwechslung und zur Beruhigung von Bernd und der Frage, wieviel Strehl
    man denn am Himmel sieht, habe ich meinen eigenen Synta nochmals über
    Farbspektrum vermessen. Das geht mit einer normalen Halogenlampe und
    entsprechenden engen Interferenzfiltern für die typischen Linien.
    Bekanntermaßen braucht der Bath-Interferometer keine Kohärenz-Länge,
    weshalb Interferogramme mit normalem Licht möglich sind. Die ca. 12 mm
    im Durchmesser großen Filter kosten ein "Schweine-Geld" und dann ist die
    Bandbreite oft nicht eng genug. So bekommt man eine recht stattliche
    Sammlung von Interferenz-Filtern zusammen.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/@SyntaRohr01.jpg]
     
    Wieviel "Unruhe/Artefakte" die Laserdiode ins Interferogramm einführt, sieht
    man sehr deutlich im Vergleich. Dafür sind die IGramme sehr viel heller und
    etwas "schärfer". Auch die Fokussierung spielt bei der Einstellung eine Rolle
    und gibt unterschiedliche Werte für die Koma, wenn man 532 nm mit 546.1 nm
    miteinander vergleicht. Die Wiederholgenauigkeit hängt also nicht nur von der
    Luftunruhe oder Raumschwingungen ab sondern von der Einstellung der
    Interferogramme beim Meßaufbau, Fokussierung etc. Trotzdem kann der
    Bath-Interferometer mit einem ZYgo recht gut mithalten !
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/@SyntaRohr02.jpg]
     
    Der Farblängsfehler beim Synta(Lucky)
    e-Linie = Fokus
    D-Linie + 0.11 mm
    C-Linie + 0.65 mm
    F-Linie + 1.10 mm
     
    Im Vergleich der Interferogramme für die vier Spektral-Farben erkennt
    man deutlich die allgemeine Tendenz der Unterkorrektur, sodaß dieser
    Synta bei Blau-Grün, ca. 500 nm, den geringsten Öffnungsfehler hat,
    was sich aber leider nicht nicht in Richtung 550 nm "schieben" läßt.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn20.jpg
     
    Für Liebhaber von Sekundär-Spektren, wie sie im Zusammenhang mit einem
    künstlichen-Stern-durch-Halogen-Lampe und einem Ronchi-Gitter 50 lp/mm
    entstehen, noch das folgende Bild. Eine Quantifizierung ist das jedoch nicht,
    nur eine deutliche Darstellung des Farbfehlers, wie er über ein FH-Objektiv
    entsteht im Vergleich zu einem farbreineren ED-Objektiv oder gar einem Apo-
    chromaten. Der Purpur-Saum in der Mitte entsteht aus der Mischung von
    Rot und Blau hinter dem Fokus von Gelb und Grün.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn19.jpg]
    -------------------------------------------------------------------------
    Diese Beispiel soll also zeigen, daß man Optiken auch "verschlimm-bessern"
    kann, und es deshalb oft sinnvoller ist, nicht das äußerste aus einer Optik
    herausholen zu wollen. Am Himmel würde man es nur in der Theorie merken
    und natürlich bei jenen allzu hitzigen Diskussionen . . .
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/suw-1977-10-C.JPG]
     
    http://rohr.aiax.de/suw-1977-10-A.jpg
    http://rohr.aiax.de/suw-1977-10-B.jpg
     


    Der TMB-Apochromat in den einzelnen Spektral-Farben.

    Optische Abbildung und Abbildungsfehler
     
    http://de.wikipedia.org/wiki/Abbesche_Sinusbedingung
    http://de.wikipedia.org/wiki/Optische_Abbildung
    http://de.wikipedia.org/wiki/Abbildungsfehler
    http://de.wikipedia.org/wiki/A…ten_von_Abbildungsfehlern
    http://de.wikipedia.org/wiki/Astigmatismus
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bildfeldw%C3%B6lbung
    http://de.wikipedia.org/wiki/Verzeichnung
    http://de.wikipedia.org/wiki/Vignettierung

  • Hallo Wolfgang,


     

    Rohr schrieb:


    Danke für die detailierten Werte. Was bedeuten die Angaben hinter den Strehlwerten, die jeweils mit -C und -A gekennzeichnet sind?


    Hier ein kleines Diagramm zu den beiden Wertereihen (beim 80/840 fehlt der 532nm-Wert):

    [IMG:http://www.geocities.com/suess…erde/150_1200vs80_840.jpg]


     

    Zitat

    Zitat

    Zitat

    Für Liebhaber von Sekundär-Spektren, wie sie im Zusammenhang mit einem künstlicher-Stern-durch-Halogen-Lampe und einem Ronchi-Gitter 50 lp/mm entstehen, noch das folgende Bild. Eine Quantifizierung ist das jedoch nicht (...)

    Aber je "breiter" das Spektrum der jeweiligen Optik (bei standardisiertem Versuchsaufbau) ist, desto größer ist dann auch der Farblängsfehler, oder?


    Zitat

    Diese Beispiel soll also zeigen, daß man Optiken auch "verschlimm-bessern" kann, und es deshalb oft sinnvoller ist, nicht das äußerste aus einer Optik herausholen zu wollen.


    Hab´ich nicht verstanden. Kannst Du bitte nochmal beschreiben, was genau an Deinem 150/1200 Synta "verschlimmbessert" wurde?


     

    Zitat


    Werden diese Optiksets noch angeboten?


    Freundliche Grüße: Uwe

  • Entschuldigung, Uwe, habe ich vergessen:
     
    der erste Strehlwert ist der real gemessene Wert, unter Abzug von -K oma
    entsteht der bessere Wert, und unter Abzug von -A stigmatismus entsteht der
    noch bessere Wert, damit man die Wirkung dieser beiden Fehler einschätzen
    kann. Ich habe sie also nacheinander abgezogen, hätte sie auch unabhängig
    voneinander abziehen können. Die anderen Fragen nachher, wenn ich gewählt
    habe. Nu habe ich gewählt - bin mal gespannt !

    Zitat

    Hier ein kleines Diagramm zu den beiden Wertereihen
    (beim 80/840 fehlt der 532nm-Wert):


    Die AS-80/840 Streifenbild-Reihe entstand vor mindestens einem Jahr unter
    einem anderen Aspekt, weswegen das 532 nm wave IGramm fehlt.

    Zitat

    Aber je "breiter" das Spektrum der jeweiligen Optik (bei
    standardisiertem Versuchsaufbau) ist, desto größer ist dann auch der
    Farblängsfehler, oder?


    Dieser von Grzybowski benutzten Darstellung konnte ich bisher weniger
    abgewinnen. Warum? Beim sekundären Spektrum geht es darum, wieweit die
    Abstände in mm der Schnittpunkte der einzelnen Spektralfarben auf der Achse
    verteilt sind. Je mehr sie in einem Schnittpunkt/Fokus zusammenfallen, umso
    farbreiner erscheint uns das System. Je deutlicher ein Spektrum bei diesem
    Test zu sehen ist, umso größer ist der Farblängsfehler, mehr allerdings nicht.
    Und dieser Sachverhalt wird bereits im Sterntest in seiner Wirkung deutlich,
    wenn man beide Bilder miteinander vergleicht:
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn02.jpg]
     
    Mit doppelter Genauigkeit sieht man intrafokal den Rot- und Blau-Saum in
    aller Deutlichkeit, extrafokal dominiert gelb/grün im Fokus zwischen rot/blau.
    Man wird also am Himmel vermutlich zwischen der Schnittweite von grün und
    rot fokussieren, da man blau weniger wahrnimmt, oder mit einem schwachen
    Gelbfilter "abschneidet"
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Lohn19.jpg]
     
    Der farbabhängige Öffnungsfehler ist damit noch nicht ausgedrückt, auch der
    Farbquerfehler noch nicht, das ist der farbliche Versatz der Bildpunkte. Es ist
    also nur ein allgemeiner Vergleichstest hauptsächlich für Refraktoren, wes-
    wegen ich ihn nie forciert habe.

    Zitat

    Hab´ich nicht verstanden. Kannst Du bitte nochmal beschreiben,
    was genau an Deinem 150/1200 Synta "verschlimmbessert" wurde?


    Bei meinem Synta oder dem von Lucky könnte man mit viel Geduld auch noch
    die restliche Koma beseitigen. Häufig tritt man aber dann derart auf der Stelle,
    daß man immer noch irgendwo eine Restkoma findet, und sich im Optimie-
    rungs-Gestrüpp so verfranst, daß man schließlich mit einem schlechteren
    Ergebnis entnervt aufgibt, ohne exakt zu wissen, ob man diese Unterschiede
    von wenigen Strehl-Prozent-Punkten am Himmel überhaupt merkt. Noch
    gravierender wirken sich solche Verschlimmbesserungs-Versuche beim Polieren
    von Optiken aus, weshalb man umso langsamer machen muß, je näher man
    dem Ziel kommt und viel und lange darüber nachdenkt. Das erlebe ich haupt-
    sächlich auch manchmal an den enttäuschten Gesichern, wenn ein Intes
    Mac statt Lambda/9 PV der Wellenfront plötzlich leider nur noch Lambda/6
    PV hat, nur weil ein marginaler Astigmatismus die schönen Werte stört und
    der Sternfreund dann ernsthaft überlegt, ob er die Optik reklamieren soll.
    Aus dem Stoff sind dann die X.de Diskussionen.
     

    Zitat

    Werden diese Optiksets noch angeboten?


     
    Ich habe hier noch zwei fertige 130-er HAB Optiken, die man überholen kann
    und einen 150-er Bausatz, den ich irgendwann selbst schleifen wollte, fragt
    sich nur wann. Vielleicht hat der Wolfgang Busch noch solche Bausätze,
    ansonsten müßte man sich die Linsen fräsen lassen und selbst schleifen, es
    sind übliche Gläser und die Radien und Abstände habe ich ja veröffentlicht
    und können mit jedem Design-Programm neu gerechnet und optimiert werden.
    Man lernt eine ganze Menge dabei.

  • Hallo Wolfgang !
     
    Ein erster Report :
     
    Sehr schön kontrastreiches Bild ! Sehr schöne und ausführliche CD-Rom .
     
    Zeitgleich ( im gleichen "UPS"-Wagen ) kam auch der " 10 Newton vom Wolfi Ransburg .
     
    Er hat eine sehr sehr gute kontrastreiche Abbildung , werde gleich bei völliger Dunkelheit -- an die Rohre gehen !
     
    Welcher Genuss : CLEAR SKY -- und das noch für 2 - 3 Tage angekündigt ! Keine Wolken ! Der Petrus hat Mitleid mit mir .
     
    Der Synta liegt zum Einsatz bereit und wird später am Mars sein Können zeigen , leider habe ich als kleinstes Okular ein 9.6 mm.
     
    Aber eine Televue Powermate 4 x habe ich !
     
    Ansonsten interessiert mit mal was der große Newton kann , hab ihn selbst justiert , hatte noch ein Chersie ( ? ) - Justierokular hier.
     
    War auch bitter nötig nach dem Transport m. UPS !
     
    Man sollte sich angewöhnen seine Fernrohre abzuholen


    -- selber -- wenn man es schätzt !!



    Einen schönen Abend Dir , hattest Du meinen neuen Beitrag ( hier ! )


    ( ......nur 30 Sec. ) im Forum gelesen .


    Gib mir mal Tips für Belichtung/digitalcam ( ein , zwei reichen ja ) , so Du Zeit findest........


    Gruß


    an Alle hier !


    Bernd

  • Hallo Wolfgang !


    Nun " isset " passiert , der optimierte " Chinacracker " mit Strehl 92 hat seine Feuertaufe am nacht-schwarzen Himmel hinter sich . Es ist jetzt 1.30 " in the morning time " -- und I am verry amused !


    Nein im Ernst : Das Ding ist gut , sehr gut ! Habe Ihn zuerst am Standartobjekt MOND getestet ,


    k n a c k i g s t e r - K o n t r a s t !


    Dann zum Mars , es war ja nicht weit ! Und auch da : sehr gute Definition des Bildes . Da ich kurz davor
    den NEWTON ( 250 / 1200 ) drauf hatte ( EQ6 ) konnte ich sehr gut vergleichen.


    Und : es gibt ein " remis " -- wie beim Schach , he he , keiner gewinnt .


    Die leichten Farbsäume stören mich beim Synta nicht so , dafür ist er wirklich
    ausgesprochen scharf . Der NEWTON kann das auch - mit der Schärfe und dem Kontrast , am Planeten meine ich -- war der Synta eine Spur besser .


    Das liegt aber da dran , das eben wegen der viel größeren Öffnung des NEWTON auch mehr Luftunruhe mit ins Spiel kommt , wäre das nicht so ,
    wäre auch noch erheblich mehr beim Newton gegangen . Der CELESTRON NEWTON 250/1200 bietet ein sehr helles und scharfes Bild , Sterne sind Sterne und keine Sternschnuppen , sehr schöner bildfüllender Kontrast.
    Durch die Lichtstärke konnte ich hier , praktisch über Düsseldorf , den ein oder anderen Kugelsternhaufen sehen , irgendwann werde ich auch wissen welcher es war , muss gleich mal schauen - bin nämlich noch im
    " begriff des Begreifens " -- kurzum muss lernen !


    Wäre ich heute nacht bei Dir lieber Wolfgang in Bayern , oder gar auf der ALM
    in Kärnten gewesen , wäre ich wohl garnicht mehr aus dem Staunen rausgekommen .


    Ich resümiere : Deine Arbeit war erfolgreich , vielleicht darf ich Dich bei Zeiten
    nocheinmal mit so etwas nerven ( dann mit mehr Zeit für Dich !! ) , und ansonsten gehe ich exakt JETZT ( um 1.40 ) nochmal auf meine "Aussichtsplattform" ( Balkon mit Super Aussicht ) und schaue nochmal durch den " 92-Strehler " . Machs gut , und schreib mal was ,..... nachdem mich der


    übergenaue , hochintelligente , spitzenmäßige --A.Cremer-- von astronomie.de für 2 Monate auf Eis gesetzt hat , weil ich Ihm mal meine Meinung gegeigt habe bin ich nur hier tätig , aber iss auch nicht schlimm,
    ich kanns gut ertragen !


    Clear Sky `s


    Bernd .....the LUCKYMAN

  • Hallo Bernd,


    freue mich für Dich, wenn die Aktion zu Deiner vollsten Zufriedenheit ausge-
    fallen ist. War ja Zweck der Übung. Auf der CD sind auch Spalt-Test-Bilder
    drauf, die eine sehr gute Auflösung versprechen, lediglich der Farblängsfehler
    störte bei mir das Vergnügen etwas, weswegen ich einen grünen Interferenz-
    Filter eingesetzt habe. Am Himmel dürfte sich das weniger bemerkbar machen.
    Vielleicht versuchst Du visuell enge Doppelsterne zu trennen und berichtest
    hier darüber. Auch auf Deine Bilder sind wir hier gespannt.
     
    In allen optischen Fragen weiterhin zu Diensten!