18" f/4 Projekt geht in die dritte Runde

  • Hallo Leute.


    Nach nunmehr einer Woche Grobschliff mit 80-er Körnung geht es heute endlich an den Feinschliff für meinen Flachmann. Die gewünschte Kurve habe ich ziemlich genau getroffen und es scheint auch schon recht sphärisch zu sein. Naja beim Feinschliff kann ich das auch wieder versauen, also mal nicht zu früh freuen. Wenn ich mal mit 2-3 Stunden Feinschliff pro Körnung rechne müsste ich mich langsam mal sputen mein Interferometer fertig zu bauen. Im Moment macht aber das Schleifen mehr spaß und ich werde mich dran machen, wennd er Feinschliff fertig ist und es an Polieren geht. Vorher kann ich es eh noch nicht einsetzen und notfalls habe ich ja noch den Foucault-Tester. :D
    Den Projektfortschritt kann man Hier verfolgen.

  • Hallo Thomas,

    Dein Abenteuer liest sich sehr aufregend. Mit dem Grobschliff hatte man früher
    erheblich mehr zu tun. Man brauchte dafür vom Carbo 80 auch entsprechend
    viele Mengen und neben dem Spiegel-Rohling türmten sich "Berge" vom Glas-
    Carbo-Schlamm. Was gründliches Ausschleifen der jeweiligen Carbo-Sorte be-
    deutet, wirst Du wissen. Was für ein Schleiftool verwendest Du? Eines aus
    Keramik-Stücken oder eines aus Glas. Bitte, soviel Bilder wie nur geht, vor allem
    für die Zeit danach, wo man sich dann fragt:

    Wie war das denn damals? Und selbst wenn man ein ganzes Buch im Verlauf
    von mehreren Jahren zusammengeschrieben hat, so wie ich, verblassen die
    Details im Laufe der Jahre.

    Beim Schleifvorgang kann weniger passieren. Wenn sich die Spiegel einmal
    festgesaugt haben, dann reicht allein das Ausdehnungs-Verhalten von Glas,
    um das wieder zu lösen, also lediglich eiskaltes Wasser auf die Spiegelrück-
    seite sollte den Spiegel so verformen, daß sich die Saugwirkung löst. Meist
    ist eine hohle Mitte dafür verantwortlich beim Schleifen. Bei einem Facetten-
    Tool wahrscheinlich eher weniger ein Problem.

    Druck und Wärme bewirken bei Glas enorm viel. Möglichst weg mit der Hand-
    Wärme. Also weiterhin viel Erfolg. Hoffe am Wochen-Ende einen 20" Spiegel
    aus Italien prüfen zu können. Die Ergebnisse stelle ich dann hier rein.

  • Ich werde bis zum Wochenende noch ein paar Bilder rein stellen.
    Mein Tool besteht aus speziellem Gips für Zahnärzte. Habe da mal bei ebay 25kg ersteigert. Zum Gießen des Tools wurde auf den geflexten Rohling eine Folie gelegt und darauf ein Ring ausdünnem Sperrholz. Das Ganze war dann nach 3 Tagen ausgehärtet und richtig trocken. So war die Grobe Kurvenform auch schon im Tool. Auf das Tool habe ich dann mittels Epoxydharz Feinsteinzeigfliesen geklebt. Diese habe ich mit dem Fliesenschneider in handliche 5x5cm Stücke geschnitten.
    Wenn mein Spiegelchen fertig ist werde ich sicher mal in persönlich in Haßfurt vorbei kommen und ihn mal testen lassen.

  • Quote from ThomasWest


    Mein Tool besteht aus speziellem Gips für Zahnärzte. Habe da mal bei ebay 25kg ersteigert. Zum Gießen des Tools wurde auf den geflexten Rohling eine Folie gelegt und darauf ein Ring ausdünnem Sperrholz. Das Ganze war dann nach 3 Tagen ausgehärtet und richtig trocken.


    Hallo Thomas,


    wie hast Du das gemacht? Bei mir hat das immer so etwa 5-7 Tage gedauert, abgebunden war die Sache immer recht schnell ( ca. 30 min.) aber wirklich trocken konnte man erst nach einer Woche sagen (trotz zeitweiser Lagerung auf der Heizung).


    Zum Thema Feinschliff kann ich nur sagen, wie auch der Wolfgang schon, jede Körnung wirklich auszuschleifen. Lieber ne halbe oder eine Stunde länger pro Körnung als im nachhinein evtl. doch noch Reste von der vorletzten Körnung beseitigen zu müssen. (dauert ungleich länger)
    Deine Bedenken Dir beim Feinschliff was zu versauen versuche ich Dir mal auszureden, in dieser Phase ist das alles noch recht unkompliztiert. Wichtig ist halt wirklich das ausschleifen der einzelnen Körnungen, eine möglikcht neutral wirkende Strichführung zu finden, und der erfolgreich verlaufende Bleistift- oder Edding-Test, und natürlich bei den feineren Körnungen (ab ca. 400'er Carbo) auf gründliche Reinigung achten um Kratzer zu vermeiden.
    Am Ende des Feinschliffes wird der Spiegel dann bei erfolgreichem Edding-Test fast exakt sphärisch sein. Erst beim polieren fängt dann der Eiertanz so richtig an, aber auch das bekommt man mit der Zeit gebacken. Wichtig ist nur eins, niemals aufgeben und immert an das selbst gesetzte Ziel glauben und darauf hinarbeiten, schließlich hat man das Projekt ja begonnen um es erfolgreich abzuschließen.

  • Hallo Thomas,


    schön, das Du an Deinem 18" weitermachst, auch ich wünsche viel Erfolg! Bin wirklich gespannt, wie sich der dünne 1" Rohling macht. F4 ist nicht Ohne, aber natürlich lösbar. Ich denke, die Lagerung ist die größte Herausforderung-wegen dem Astigmatismus beim schleifen und beim messen. Ich habe mein 18" Vorhaben auf nächstes Jahr verschoben, mal sehen, wie weit Du bis dahin kommst. :)
    Wenn Du dann noch Deine Flexmaschiene hast, würde ich die gern mal ausprobiernen! ;) Hast Du schon nen Plan wegen der Verspiegelung? Silber aus der Apotheke?


    Grüße, Henri

  • Hallo Henry


    Meine "Flexmaschine" ist schon wieder demontiert, aber sowas kann man ja fix zusammenzimmern.
    Zum Verspiegeln werde ich definitv kein Silber nehmen. Ich habe das mal bei meinem 8Zöller probiert. Es lies sich zwar prima versilbern, aber die schicht hat nicht lange gehalten. Ich lasse es wieder in der Sternwarte Hamburg machen. Da war ich sehr zufrieden und die sind auch relativ preiswert.

  • Hallo Wolfgang.
    Ist mir schon klar. Gut Ding braucht Weile. Nur im Morment ist es halt so, daß das Wetter eh nicht sonderlich gut ist zum beobachten und ich halt mehr Zeit habe. Außerdem ist die Schleifarbeit bis zum Polieren halt nicht so kritisch. Er muss halt eben gleichmäßig sein. Beim Polieren bzw. Parabolisieren nehme nich mir natürlich viiiiiieeeeeeellllll Zeit.