4 Zoll Mak oder 4 Zoll f10 FH?

  • Könnt ihr mir so auf die Schnelle sagen welches der beiden Geräte besser für Planetenbeobachtung geeignet ist?
    Der Mak hat Obstruktion und der FH kämpt wiederum mit seinem Farbfehler.

  • Hallo,


    die Frage ist auf die Schnelle schwer zu beantworten. Bei einem guten 4" f/10 FH (z. B. Vixen 102M) würde ich den FH favorisieren, wegen fehlender Obstruktion und deswegen mehr Kontrast und Schärfe. Den Farbfehler kann man mit Chromaccor oder Baader Fringe-Killer ganz gut eliminieren. Vielleicht den Vixen 102L (f/15) in Betracht ziehen? Der hat einen deutlich reduzierten Farblängsfehler, ist aber sehr lang und braucht eine stabile Monti.
    Bei meinem sehr guten 5" Mak vermisse ich schon ein wenig die "Rasiermesserschärfe" und den "brutalen Kontrast" meines Refraktors.


    Viele Grüße
    Cord

  • Hallo Kosh,


    herzlich willkommen hier.


    Ich kann Cord aus eigener Erfahrung nur zustimmen. Es kommt da sicher auf den Refraktor an. Ich hab nen Vixen 102M und hatte schon sehr oft die Gelegenheit den mit den anderen Geräten, auch grösseren Maks, am Planeten zu vergleichen. Das Bild im 102M gefiel mir (und auch meinen Kollegen) immer besser, es ist irgendwie schärfer und wirkt auch insgesamt "ästhetischer", vor allem mit Orthos oder den Baader "Eudias" Okularen.


    Der Farbfehler finde ich übrigens kaum störend und er macht sich auch eher bei den kleinen Vergrösserungen nur als leichter blauer Saum beim Jupiter und beim Mond bemerkbar. Am Saturn habe ich noch nie einen wahrgenommen. Daher habe ich auch kein Bedürfnis, den überhaupt zu korrigieren. Früher habe ich mal den Baader Kontrastbooster dafür benutzt, mittlerweile bin ich aber schon zu faul, den noch reinzuschrauben.


    lg
    Micha

  • Könnte für 100 Euro einen 4 Zoll Synta Refraktor bekommen bin aber halt am überlgen ob sich das lohnt wen ich eh schon einen 4 Zoll TravelMak habe. Montierung ist das geringeste Problem. Vixen GP hält das locker :).

  • Klar, die GP hält nen 4" Refraktor, da habe ich mein Skope auch drauf. Aber nur wenn der Syntha eine gute Optik hat, würde ich es evtl. machen. Die Qualitätsstreuung ist bei den Geräten doch deutlich höher als bei Vixen.


    Auch 102M werden dir z.T. hinterher geworfen. Vor gut 2 -3 Monaten hat jemand seinen für 80 Euro (!) im Astrotreff angeboten, weil ihn niemand haben wollte. Sonst liegt der Preis für den Tubus gebraucht bei ca. 300 Euro. Der Kollege tat mir auch richtig leid, das kann ich dir sagen.


    Meinen werde ich nie verkaufen, der gehört hier fix forever zur Sammlung. Wenn man ihn wie ich neu gekauft hat, wärs auch nen Verbrechen dafür nur noch 80 Euro zu bekommen.


    Also weiss ich 1. nicht genau, ob 100 Euro für nen 4" FH Syntha ein Schnäppchen sind und 2. evtl. ja bei sehr guter Optik.


    lg
    Micha

  • Ich hatte selber den Skywatcher 102/1000 OTA, als ich vor fast3 Jahren nach 15jähriger Pause wieder mit dem Hobby anfing, fand ich den toll. Mittlerweile habe ich auch wieder durch viele andere 4" FH's schauen können und bin im Vergleich gar nicht mehr vom Skywatcher angetan.

    Wenn du eine gute Optik bei Skywatcher erwischt, wäre das schon Glück. Also vor dem Hintergrund, dass die Gefahr eine "Gurke" zu erwischen bei den Skywatcher FH's recht gross ist, würde ich die Finger davon lassen.

    Wenn schon 4" FH, versuch einen Vixen zu bekommen, etwas günstiger und mit weniger Qualitätsstreuung als Syntha waren die alten Celestron CR-4.

    CS Michael

  • Hallo Kosh,


    Vorweg: ich hatte sowohl den Synta FH 102/1000mm wie auch den Sky-Watcher MC 102/1300mm in Besitz. Beide, vor allem auch der FH, hatten eine sehr gute Optik. Waren aber beides keine Zufallstreffer, sondern "selektiert".


    Wie schon einige andere gesagt haben entscheidet rein die Qualität der jeweiligen Optik über mehr oder weniger Details. Dieser MC und FH zeigen bei gleich guter Optik praktisch genau gleich viel.


    Vorteil beim FH: schneller ausgekühlt und schöneres Bild an der Sonne.
    Vorteil beim MC: kein Farbfehler, der am Mond, an Venus und an Jupiter für mich beim 4"f10 definitiv noch störend ist.


    Weiterer Vorteil des MC: deutlich kompakter.


    Insgesamt sehe ich den MC leicht im Vorteil, wenn er wirklich eine gute Optik hat und wenig bis kein Shifting. Es lohnt sich übrigens auch bei diesem kleinen MC einen Bino-Ansatz zu verwenden. Das geht auch ohne Korrektor.


    100,- Euro für den 4"f10 FH sind, wenn die Optik in Ordnung ist, auf jeden Fall ein Schnäppchen.


    Wirklich benötigen wirst du den FH neben deinem MC nicht. Du kommst auch gut ohne ihn aus. Ein 4"f5-f6 FH wäre da schon eine wesentlich bessere Ergänzung. Wenn du aber Teleskope sammeln willst dann nimm den FH.
    Sollte die Optik doch nicht gut sein, dann verkaufst du ihn für 150,- und machst so noch einen kleinen Gewinn. :D

    Bino-Tom


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  • Hallo kosh,


    Bino-Tom hat schon Recht: ein 4" FH wird im Vergleich zu Deinem 4" Mak keinen sehr großen Unterschied (auch nicht am Planeten) zeigen.
    Man müßte dann schon in die nächste Kategorie einsteigen, z.B. ein 5" Achromat wie der 127/1200, der nach Aussage eines Kollegen von mir am Planeten schon recht ordentlich sein soll. Den Farbfehler kann man mit Fringe-Killer, Kontrast-Booster oder Chromaccor reduzieren.
    Ein Beispiel ist hier zu sehen:


    http://www.teleskop-service.de…fraktor/refraktor.htm#127


    Ein solches Gerät geht schon mal (mit etwas Glück) bei ebay oder auch im regulären Gebrauchtmarkt für ca. 250 EUR über den Tisch...


    Viele Grüße
    Cord

  • Danke für die Antworten, dann lass ich das wohl sein. Hab ja noch meinen 100/600 Orion FH. Auch ein, in meinen Augen ein sehr gutes Gerät.
    Laut Ronchitest hab ich beim Mak eine perfekte Optik und mein f6 FH eine sehr gute. Ich hoff mal dass ich den Tests trauen kann :)

  • Hallo Kosh,


    Man kann das Blendrohr vom Hauptspiegel sowie das kurze Blendrohr vom Fangspiegel mit Veloursfolie auskleiden. Das bringt vor allem bei der Mond- und Sonnenbeobachtung einen deutlichen Gewinn an Kontrast aufgrund von Streulichtminderung.


    Einen kleinen Gewinn an Kontrast bringt auch eine Taukappe, innen mit Velours ausgelegt und etwa 2/3 so lang wie der Tubus. Diese Taukappe kann man auch so basteln, daß man sie über den Tubus zurückschieben kann.


    Der allerwichtigste Punkt ist natürlich die Justierung. Nur wenn das MC wirklich exakt justiert ist bringt es die volle Leistung.


    Auskühlzeit beachten! Im Winter braucht das Gerät 1,5 Stunden bis es 100% ausgekühlt ist. Beobachten kann man natürlich schon früher, aber nicht mit voller Leistung.


    Bilder zum Gerät findest du hier: http://www.binoviewer.at/equipment/102Mak.htm


    Bino-Tom


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  • Die Justierung ist bei diesen Maksutovs nur über den Hauptspiegel möglich, es wird also nur dieser verkippt. Dazu gibt es an der Rückseite 6 Imbusschrauben.


    Ein Justierlaser wird nicht benötigt. man justiert direkt am künstlichen oder echten Stern solange, bis der Fangspiegelschatten exakt zentrisch im defokussierten Stern sitz.

    Bino-Tom


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