zwei Fluorit-APO's im Vergleich

  • Weitere Berichte zum Thema findet man hier:


    zwei Fluorit-APO's im Vergleich
     
    Wenn man dem Marken-Namen mehr Glauben schenkt, dann sollte der erste Fluorit-APO das bessere Teleskop sein, weil
    Takahashi für hochwertige Optiken bekannt ist. Glaubt man überdies den Bemerkungen bestimmter Händler, dann dürfte
    das zweite Teleskop, ebenfalls ein Fluorit-APO, aber von Vixen, an den Takahashi keines falls "heranreichen". Und weil es
    eben derartige Vorurteile gibt, dachte ich mir heute, zunächst den Tak in aller Ausführlichkeit zu untersuchen, um das
    Vixen-Gerät an ihm zu messen. Wie man sich doch irren kann!
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/@zweiAPO-00.jpg]
     
    Das sind sie nun, die beiden Fluorit-Optiken, die vor dem Test exakt kollimiert wurden. Und dabei fiel dem Tester auf
    wie "vornehm" bei Takahashi selbst die Justierschrauben ausgeführt sind: Eine solche Optik scheint offenbar perfekt
    zu sein.
     
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    Während der Sterntest bei beiden APO's nahezu unauffällig ausfällt, außer daß beim Vixen irgendetwas mit dem Rand sein
    muß, weil intrafokal der Rand etwas ausgefranst erschien und extrafokal der Beugungsring deutlich ausgeprägt war,
    schien beim Takahashi die Sache in Ordnung zu sein. siehe auch hier: http://www.astro-foren.de/showthread.php?t=5177
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/@zweiAPO-02.jpg]
     
    Schnell wurde aber beim Ronchitest 13 lp/mm intrafokal bei Weißlicht im Doppelpaß deutlich, daß der Tak tendentiell
    überkorrigiert und beim Vixen etwas mit dem Rand nicht ganz stimmt. (Würde man vermutlich bei Beiden am Himmel
    kaum bemerken.)
     
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    Sehr viel deutlicher zeigt nun der Foucault-Test, ebenfalls im Weißlicht, sowohl die Korrektur wie die Farbsituation:
    Der Tak ist leicht überkorrigiert, und während die Farben grün, gelb und rot nahezu die gleiche Schnittweite haben,
    fällt Blau mit 486.1 nm wave um ca. 0.05 mm nach hinten raus, bzw. die Schnittweite ist um diesen Betrag länger.
     
    Beim Vixen ist die Situation anders: Da fallen die Farben blau, grün und gelb nahezu in einer Schnittweite zusammen,
    und Rot fällt mit ca. 0.08 mm hinten raus.
     
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    Beim Tak ist also die tendentielle Überkorrektur und ein leichter Astigmatismus (ca. 5% vom Strehl) oder ca. L/8 der
    Wellenfront das beherrschende Merkmal, während beim Vixen zwar die perfekte Korrektur auffällt, zugleich aber der
    um ca. L/4 wave hochgezogene Rand.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/@zweiAPO-05.jpg]
     
    So liegt beim Tak das Optimum im Bereich der C-Linie mit einem Strehl = 0.967 und PV= L/5.6 oder 116.7 nm von 656.3
    beim Vixen im Bereich der e-Linie mit einem Strehl = 0.971 und PV= L/5,6 oder 97.8 nm von 546.1 wave.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/@zweiAPO-06.jpg]
     
    Die jeweils optimalen Interferogramme sind noch beigefügt. Den Sternfreund überraschte diese Ergebnis, er tendiert zum
    Tak aber deswegen, weil er geringfügig lichtstärker ausfällt. Ein Praxis-Test mit ein paar AstroFreunden soll demnächst
    klären, ob zwischen beiden ein signifikanter Unterschied feststellbar ist. Der Sternfreund will dann hier berichten.
     
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    [IMG:http://rohr.aiax.de/@zweiAPO-08.jpg]

  • Hallo Wolfgang,
     
    schöner Bericht!

    Zitat

    während beim Vixen zwar die perfekte Korrektur auffällt, zugleich aber der um ca. L/4 wave hochgezogene Rand.


    Interessant, dass der Rand nicht ausgeprägter im Strehlwert (negativ) zu Buche schlägt.

    Zitat

    Den Sternfreund überraschte diese Ergebnis, er tendiert zum
    Tak aber deswegen, weil er geringfügig lichtstärker ausfällt. Ein Praxis-Test mit ein paar AstroFreunden soll demnächst klären, ob zwischen beiden ein signifikanter Unterschied feststellbar ist. Der Sternfreund will dann hier berichten.


    Das Ergebnis würde mich sehr interessieren.
    Noch schöner wären natürlich zusätzlich parallele Planeten (oder Mond-)aufnahmen bei gleichen Bedingungen.
    Kommt der Vixen völlig ohne Blenden aus - so wie es die Frontalaufnahme suggeriert?
     
    Freundliche Grüße: Uwe

  • Hallo Uwe,
     

    Zitat

    Interessant, dass der Rand nicht ausgeprägter im Strehlwert (negativ) zu Buche schlägt.


     
    Das Punktmuster zeichnet AtmosFringe über "Fringe Auto Tracing" selbst. Bei einem kleineren Punktabstand "verläuft"
    sich hingegen das Programm in die Artefacte hinein zu ganz "wilden" Ergebnissen, die man dann nachbearbeiten muß.
    [IMG:http://rohr.aiax.de/@zweiAPO-10.jpg]
     
    Genau an dieser Stelle unterscheidet sich eine Auswertung über ein traditionelles Interferogramm von der Auswertung
    über ein Phasenshift-Interferometer. Während beim Zygo die gesamte Wellenfront-Fläche über die Punkte des Auf-
    nahme-Chips erfaßt wird und damit jede Unregelmäßigkeit besonders hinsichtlich des PV-Wert ins Gewicht fällt, zeichnet
    man bei der traditionellen Auswertung lediglich die Streifen nach und hat es zu allem Nachteil auch noch mit einem zu
    groben Punktabstand zu tun. In diesem Raster verschwindet dann so ein hochgezogener Rand fast völlig. Ob ein dichteres
    Punktraster eine höhere Genauigkeit bringt, muß ich noch sehr lange untersuchen. Eine verdreifachung der Punkte am
    Rand zur besseren Erfassung bringt keine Änderung. Da sind noch einige Diskussionen mit Massimo, dem Programmierer,
    fällig. Am Strehl-Wert hingegen ändert der Sachverhalt jedoch weniger. (Beim Zygo genügt bereits ein Staubkorn, und der PV-
    Wert würde völlig zu Unrecht "in-den-Keller" gehen. Und gerade aus diesem Grunde ist der PV-Wert bei einer ZYGO-Messung wieder sub-
    optimal. Das wird aber noch lange dauern, bis das alle Sternfreunde, und damit auch die AstroHändler begriffen haben. Wir bräuchten
    quantifizierbare Aussagen zum Kontrast und zur Auflösung eines konkreten Teleskops als verständliche Norm.)
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/@zweiAPO-11.jpg]
     
    http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=41233 Bei dieser Auswertung hingegen, wie sie über den quantitativen
    Foucault- oder Caustik-Test erfolgt, hat man schließlich nur noch eine Linie durch die Mitte, also das Profil durch die
    opt. Achse, an dem Werte wie PV, RMS und Strehl ermittelt werden. Das ist dann nochmals um mindestens eine Zehner-
    potenz ungenauer. Somit ist die Interferogramm-Auswertung, wie wir sie im Amateurlager mangels finanzieller Mittel
    betreiben, das Genaueste, was man unseren Optiken antun kann - und man erreicht über die Averaging-Funktion
    eine weitere Steigerung: http://www.astro-foren.de/showthread.php?t=6761
     
    zu den Blenden im Tubus hätte ich ein überbelichtetes Bild, das Blenden (Baffles) erahnen läßt.
    BaffleA, BaffleB, BaffleC. BaffleD


    [IMG:http://rohr.aiax.de/@zweiAPO-09.jpg]
     
    siehe auch http://www.celesta.no/tak-fs102.htm

  • Hallo Wolfgang,


    Zitat

    zeichnet man bei der traditionellen Auswertung lediglich die Streifen nach und hat es zu allem Nachteil auch noch mit einem zu groben Punktabstand zu tun. In diesem Raster verschwindet dann so ein hochgezogener Rand fast völlig. Ob ein dichteres Punktraster eine höhere Genauigkeit bringt, muß ich noch sehr lange untersuchen.


    sind die Punkte im letzten Interferogramm http://rohr.aiax.de/@zweiAPO-10.jpg per Hand gesetzt? Falls ja, würde ich versuchen, die Punkte im kritischen Randbereich (z.B. oberster Streifen links) enger zu legen.

    Zitat

    Am Strehl-Wert hingegen ändert der Sachverhalt jedoch weniger.


    Hast Du´s mal ausprobiert?


    Freundliche Grüße: Uwe


    P.S.: Hast Du mal Deinen Spalttest an beiden Optiken gemacht? Würde mich ebenfalls sehr interessieren!

  • Hallo Uwe,
     

    Zitat

    sind die Punkte im letzten Interferogramm http://rohr.aiax.de/@zweiAPO-10.jpg per Hand gesetzt? Falls ja, würde ich versuchen, die Punkte im kritischen Randbereich (z.B. oberster Streifen links) enger zu legen.

    Habe ich bereits ergänzt, eine Änderung des PV-Wertes ergibt sich aber nicht.
     
    Der Tak ...
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/@zweiAPO-12.jpg]
     
    Das Vixen ... mir noch nicht ganz erklärlich ist der Farbsaum links und rechts. Rechts könnte der Farblängsfehler von + 0.08 mm sein. Auch sind beide Aufnahmen unterschiedlich hell und für einen Vergleich weniger geeignet.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/@zweiAPO-13.jpg]
     
    Während beim Tak am linken Rand ein leichter Blausaum erkennbar war, den man mit einem schwachen Gelbfilter mühelos abschneiden kann, erschien die Situation beim Vixen etwas ausgeprägter, wobei mir nicht klar ist, wieweit der hochgezogene Rand hierbei eine Rolle spielt.

  • Hallo Wolfgang,
     
    sehr interessanter Bericht mit ausführlichen Ergebnissen!
     
    Zitat (die Zitatfunktion funktioniert bei mir leider nicht...):

    Zitat


    "Wenn man dem Marken-Namen mehr Glauben schenkt, dann sollte der erste Fluorit-APO das bessere Teleskop sein, weil
    Takahashi für hochwertige Optiken bekannt ist. Glaubt man überdies den Bemerkungen bestimmter Händler, dann dürfte
    das zweite Teleskop, ebenfalls ein Fluorit-APO, aber von Vixen, an den Takahashi keines falls "heranreichen".


     
    Bei den "Praktikern" ist schon lange bekannt, dass die Vixen FL Apos zur absoluten Spitzenklasse gehören und auch einmal einen Tak am Himmel "versägen" können (z. B. Vixen FL 102 vs. Tak FS-102). Deine Messungen haben das ja in diesem Fall in theoretischer Hinsicht bestätigt, obwohl hier ein 5-Zöller mit einem 4-Zöller verglichen wurde.
     
    Viele Grüße
    Cord
     
    hab Dir ein bißchen geholfen; Gruß Wolfgang

  • Wenn Du, lieber Stefan, etwas für die Allgemeinheit tun willst, dann suche Dir ein paar Kriterien,
    mit denen Du das jeweilige Teleskop beschreiben kannst
    a) unter visuellen und
    b) unter fotografischen Gesichtspunkten
    aber schon so genau, daß diese für eine Kaufentscheiden taugen würden.


    Ich setze Deine Berichte dann schon hierher.


    Im Falle von Istar http://r2.astro-foren.com/inde…der-fuer-astro-fotografie
    hätte ich schon gerne von Dir eine Rückmeldung gehabt, wie sich das damalige Teleskop am Himmel benimmt,
    um den Unterschied zwischen opt. Bank und der Praxis heraus-zu arbeiten:


    Um eben die "Strehlis" oder "Gurken-Experten" von ihrem Sockel auf die Praxis zu holen.
    Die Grundsatzfrage lautet immer noch:
    Wieviel Optik braucht die visuelle Beobachtung, wie viel die Astro-Fotografie.

  • Den unsäglichen 180er hatte ich doch gleich zurückgeschickt. Ich ärger mich doch nicht mit schrott herum.
    Für die Allgemeniheit will ich nichts tun, die tun auch nichts für mich.

  • Wir haben es bei Atik2 mit einem ausgesucht höflichen und höchst altruistischen http://de.wikipedia.org/wiki/Altruismus
    Zeitgenossen zu tun, dessen Charakter-Eigenschaften ihm noch mals auf die Füße fallen.
    Die Welt einmal aus dem Blickwinkel anderer Zeitgenossen zu betrachten, wäre in seinem
    Sinne einfach anmaßend. Ich verfolge ihn eher kopfschütteln und stumm. Als Leser von
    Gerhard Roth http://www.amazon.de/Wie-das-G…Seele-macht/dp/3608948058
    siehe Leseprobe unten, verfolge ich ihn wie Schimpanse und Gorilla mit denen wir biologisch verwand sind.
    Bedauerlicher Weise hat dieser "hunk" schon oft versprochen, sich ganz aus den täglichen Geschäften
    zurück zu ziehen - klappt nur noch nicht so richtig


    Die von Beat und Dominique gemachten Beiträge sind ernster zu nehmen. Mit einem Foren-Software-Wechsel
    begann Anfang 2014 das ganze Ungemach, in dessen Verlauf ich durch massive Linkfehler ca. 50% meiner
    Berichte nicht mehr fand. Um vor weiteren dieser Update-Überraschungen gefeit zu sein, wich ich von
    astro-foren.de (Inhaber Saghon) auf die ähnlich klingende Domain astro-foren.com aus, deren (rechtlicher
    Inhaber Rohr) ich bin, nachdem mein Versuch, dem Saghon die Domain abzukaufen, gescheitert war.
    http://r2.astro-foren.com/index.php/de/
    Das gab mir zugleich die Möglichkeit, meine 10-jährige Arbeit auf dem ursprünglichen Forum in einer
    etwas besserer Übersicht darzustellen und ohne die Bindung an astro-foren.de (also das bisherige alte Forum)
    aufgeben zu sollen. Prinzipiell ist astro-foren.com auch ein Forum mit der Möglichkeit, sachbezogene
    Beiträge abzuliefern - allerdings thematisch angehängt und an meine Einzel-Beiträge gebunden.
    Wer sich also stärker an Sachbeiträge orientieren möchte, kann sich auf http://r2.astro-foren.com/index.php/de/
    frei äußern. Ein Forum im Sinne von A.de oder AstroTreff.de ist es allerdings nicht. Meine Zugriffszahlen zeigen
    im übrigen, daß http://r2.astro-foren.com/index.php/de/ regelmäßig genutzt wird.


    http://www.amazon.de/Wie-das-G…Seele-macht/dp/3608948058

    Zitat

    Die jüngsten Fortschritte der Neurowissenschaften in Kombination mit modernen Forschungsmethoden machen es möglich, fundierte Antworten darauf zu geben, - wo im Gehirn die Seele zu verorten ist - wie der Aufbau der Persönlichkeit verläuft - worauf psychische Erkrankungen beruhen - warum die Wirksamkeit von Psychotherapien nicht gut belegt ist - warum alte Muster immer wieder unser Verhalten bestimmen und so schwierig zu verändern sind - warum Menschen mit antisozialen Persönlichkeitsstrukturen nur schwer behandelbar sind - wie man im Rahmen der Psychotherapie oder mit Medikamenten auf die Psyche einwirken kann.


    In diesem Sinne nehme ich deshalb die Situation so, wie sie gerade ist.

  • Dieser Bericht stammt vom 06. Mai 2006. Beginnend mit Beitrag Nr. 07 fasse ich die Beiträge von ATIK2 als
    sachfremde Spams auf, um die ich diesen User nicht gebeten hatte.
    Alle weiteren derartigen Beiträge muß ich deshalb löschen.