Mein Bath I-Meter (Werdegang)

  • Hallo Alfredo:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Prismenfernglas
    http://de.wikipedia.org/wiki/Linsenfernrohr

    Das Bauprinzip heißt Kelper-Fernrohr, während das Opernglas Galilei-Fernrohr genannt wird. siehe auch hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Galileo_microscopy.png



    Kepler-Typ: zwei positiv brechende Linsen-Systeme, mit einem Zwischenbild
    zwischen Objektiv und Okular.

    Galilei-Typ: pos. brechendes Objektiv + neg. brechendes "Okular", Kein Zwischenbild.

    Auch ein Mikroskop ist prinzipiell ein Kepler-Fernrohr, weil ein Zwischenbild zwischen Objektiv und Okular entsteht.

  • Glaube, ich muß mich bei meinen Fragestellungen etwas präziser
    ausdrücken :-)


    Aaaaalso: genau diese Seiten hatte ich selbstverständlich schon
    vorher angesehen und auch verstanden.


    Aber der Unterschied zum Kepler-Fernrohr, der einach aus zwei konvexen
    Sammellinsen besteht, ist ja hier anscheinend, daß das Okular aus zwei Fernglasobjektiven (beides Achromaten, beide gleiche Brennweite) besteht, deren konvexe Seite gegeneinander schauen.


    1.) Welchen Abstand müssen die beiden 50mm Objektive voneinander haben,
    um zusammen als EIN Okular zu wirken?


    2.) Wie berechnet sich die Brennweite dieses "zusammengesetzten" Okulares?


    3.) Warum braucht man eine "VERKLEINERUNG"? Funktioniert das ganze nicht
    bei Faktor=1? Man fokussiert doch das Keplerfernrohr auf die Spiegeloptik,
    oder nicht?



    Irgendwie ist mir das alles noch nicht ganz klar...

  • Hallo Alfredo,

    Quote


    1.) Welchen Abstand müssen die beiden 50mm Objektive voneinander haben,
    um zusammen als EIN Okular zu wirken?



    1-5 mm, ist nicht so schlimm, nur die Konvex-Fläche zueunander.

    Quote


    2.) Wie berechnet sich die Brennweite dieses "zusammengesetzten" Okulares?



    Die halbe Brennweite von einem Objektiv, weil sich die Brechkraft verdoppelt.


    Quote


    3.) Warum braucht man eine "VERKLEINERUNG"? Funktioniert das ganze nicht
    bei Faktor=1? Man fokussiert doch das Keplerfernrohr auf die Spiegeloptik,
    oder nicht?


    Einfach ausprobieren. Verkleinerung hat sich bewährt.

  • Hallo Wolfgang,


    Vielen Dank für die Geduld!


    ...also eine Verdoppelung der Brechkraft, das ist ja interessant...
    D.h. in meinem Fall sollte ich, anstatt des kleinen 30mm Achromaten
    mit exakt 140mm Brennweite (was dummerweise genau die Hälfte
    von den 280mm Brennweite ist und damit den Faktor 1 ergibt)
    lieber einen kleineren mit etwas weniger Brennweite nehmen, z.B
    0.7 x 140 =100mm.
    Die Frage ist natürlich immer, woher einen 100mm Acrho nehmen. Den 140er hätte ich jetzt halt schon da.


    Na dann werd ich mal anfangen, das Bath-Interferometer
    "von hinten" zu bauen, sprich, zuerst das Kepler-Fernrohr :-)


    Wenn der Strahlenteilerwürfel ankommt, leg ich mal mit der Grundplatte
    los. Einen Kreuztisch hab ich schon von meinem Foucaulttester, bin grad dabei ihn kippbar zu machen. Nur die Höheneinstellung bereitet mir noch
    Probleme.


    Genügt es wirklich, das bischen Hebelwirkung auszunutzen? Dann bau
    ich alles auf den besagten drei Punkten A,B und C auf und steuere
    über die C-Schraube und die Hebelwirkung die Höhe?


    Alfredo

  • Nochmals Linsen-Gleichung:

    1/f_sys = 1/f1 + 1/f2 + 1/f3 ....
    Danach funktioniert die Addition der Brennweiten Deiner beiden Achromate.

    Es hat sich bewährt, wenn das "Okular" etwa 50 mm Durchmesser hat und das "Objektiv" ca. 20-25 mm. Und wenn die "Vergrößerung" nicht 1-fach, sondern kleiner, nämlich 0.8-fach ist.

    Ich habe hier doch auch Kepler-Fernrohre mit 3-facher Vergrößerung. Das ist nur in bestimmten Fällen sinnvoll. In den meisten Fällen ist die Verkleinerung besser. Ob allerding die exakte 1-fache Vergrößerung auch gut funktioniert. habe ich nie ausprobiert.

  • So inzwischen habe ich mein Kollimationsfernrohr fertig. Gebaut wurde es aus 2 Feldstecherobjektiven und einem Objektiv aus einem Lidl-Refraktor-Sucher.


    Damit kann ich jetzt das Interferogramm direkt im Auslenkprisma sehen. Allerdings. muss ich noch die Helligkeit mit einem dunkleren Graufilter deutlich drosseln. Mein derzeitiger reicht nicht, sodaß das Interferogramm mächtig überbelichtet ist und auch die Kamera nicht richtig fokussieren konnte.


    Das Interferogramm ist von meinem 18" F4 Spiegel (ROC=3640mm, Durchmesser 462mm mit Konischer konstante =0, also Kugelspiegel) Der speigel ist fast auspoliert. Idealerweise sollten die Linien dann Geraden sein. Ich nehme mal an, daß durch die Lagerung Astigmatismus iduziert wird und deshalb in de runteren Spiegelhälfte die Linien verzerren.

  • Hallo Thomas,

    die einfachste Art zu "dimmen" sind zwei Polfilter, die man stufenlos gegeneinander verdrehen kann. Damit bringst Du die meiste Engerie wieder weg. Du hättest natürlich auch die Möglichkeit, das Interferogramm auf eine Mattscheibe zu projizieren und von hinten her abzufotografieren.
    In Deinem Interferogramm scheint eine Coma drin zu sein, und das wäre ein Verkippungsfehler beim Testaufbau. Immerhin ist der Kontrast schon mal recht ordentlich. Hier hättest Du auch eine kleine Interferogramm-Typologie:

    http://www.astro-foren.de/showthread.php?t=4267

  • Hallo Wolfgang.


    Ich hatte auch schon überlegt einen variablen Polfilter einzusetzen. Allerdings hatte ich da die Befürchtung, das dies das Interferogramm negativ im Kontrast beeinflussen könnte. Als ich bei Dir war, hatten wir ja auch den Laser gedreht und dabei eine Polarisierung des Laserlichtes festgestellt die sich auf den Kontrast auswirkte. Wenn jetzt noch ein Polfilter hinzu käme, so könnte das noch negativeren einfluss haben nahm ich an.
    Ich habe noch einen ND13 Graufilter zu hause und auch verschiedene andere auf der Sternwarte. Da werde ich mal etwas herumexperimentieren.


    Danke für die Interferogrammauflistung. Das mit der koma könnte schon stimmen. Ich habe im Moment noch das Problem, daß die Schrauben für die Höhenverstellung unten nicht abgerundet sind. Dadurch verrutscht das komplette Imeter immer wenn ich daran drehe und der Laser trifft nicht immer die Spiegelmitte. Das muss ich dann immer wieder zurecht schieben. Ich muss da noch mal ran und was verbessern.


    Ich habe mir mal zur Auswertung der Igramme die Programme OpenFringe und FringeXP aus dem Inet gezogen. FringeXP scheint recht einfach zu sein. Also werde ich siche rmit OpenFringe arbeiten. AtmosFringe ist mir für meine Belange etwas zu teuer, wenngleich es sicher das beste Programm ist. Sobald ich ein paar sauberere Igramme habe werde ich dann bezüglich der Auswertung selbiger hier noch mal posten.

  • Hallo Thomas,


    wenn Du mit einfachen Gewindeschrauben für Feinverstellung arbeitest,
    wäre folgender Aufbau zur Vermeidung von Verkippung des I-Meter hilfreich:
    In eine gleich dicke Aluplatte drei Gewindebolzen im Dreieck fest eindrehen (kontern oder mit etwas Nagellack einkleben). Diese dann durch die I-Metergrundplatte führen und darunter mit 3 Rändelmuttern die Feinjustierung vornehmen. Oben dann mit 3 entsprechend starken Druckfedern und U-Scheiben vom Schraubenkopf aus gegen die I-Meterplatte drücken.
    Der Grundzustand ist nun mit einer Kreuzwasserwaage leicht einzustellen, und über eine Messuhr an einer Kannte, dort wo die 3. Schraube mittig in der Grundplatte ist, fein zu kontrollieren. Diese Messuhr kann dann mit mehreren entsprechenden Befestigungsbohrungen, an verschiedenen Stellen der I-Meterplatte zu Messaufgaben oder zur Einstellkotrolle benutzt werden.
    Federn, Dm 12x35 mm bekommt Du bei mir gegen einen zugesendeten frankierten Rückumschlag kostenlos (PS. diese sind auch an Hauptspiegelfassungen zur Justierung verwendbar)



    Gruß Günter

    http://www.g2-astronomie.de


    GSO 12" Dobson teilbarer Alu-Tubus, C8-Orange, C8-Schmidtkamera, Comet-Catcher, MTO100/1000 MAK, Skywatcher ED 80 PRO, Skywatcher 8" Dobson, Skywatcher Maksutov SKM 127 / 1500

  • @ Günter: hört sich sehr gut an, die Methode zum Verkippen, werd
    mir auch noch eine Grundplatte auf mein Kreuztisch nach
    deiner Beschreibung montieren :-)


    @ Thomas: In welchem Abstand von deinem Auslenkspiegel muß das
    Objektiv des Keplerfernrohrs in etwa sein? Was für Linsen
    (Brennweiten) hast du dafür letztendlich verwendet?


    @ Wolfgang: Was für eine Oberflächengenauigkeit sollte ein Flatspiegel
    haben, wenn ich in Autokollimation Refraktoren testen will?
    Genügen 1/10 Wavefront ? Da gäbs bei surplus noch einen
    günstigen mit 100mm Durchmesser...

  • Hallo Alfredo,

    Quote

    @ Wolfgang: Was für eine Oberflächengenauigkeit sollte ein Flatspiegel
    haben, wenn ich in Autokollimation Refraktoren testen will?
    Genügen 1/10 Wavefront ? Da gäbs bei surplus noch einen
    günstigen mit 100mm Durchmesser...<!-- / message -->



    L/10 der Wellenfront wäre L/20 der Oberfläche und damit völlig ausreichend!

  • Quote

    In welchem Abstand von deinem Auslenkspiegel muß das
    Objektiv des Keplerfernrohrs in etwa sein? Was für Linsen
    (Brennweiten) hast du dafür letztendlich verwendet?


    Hallo Navis.
    Ich habe dazu mal auf meiner Homepage ein Seite angelegt. Die ist zwar noch nicht ganz fertig aber es gibt dort die Informationen, die Du brauchst.

  • Hallo,


    ganz nett geworden, deine Homepage, gratuliere. Das Keplerfernrohr
    ist mittlerweile auch schon fertig :-)


    Als letztes Bauteil fehlt mir jetzt noch ein grüner Laser mit
    genügend breitem Strahl. Was ist denn momentan
    so der Stand der Dinge, welcher liefert denn den breitesten
    Strahl? Der für 60.- Euro hat ja anscheinend unter 3mm,
    gibt es einen mit tatsächlich ca. 5mm Strahl?


    Oder hast du, Wolfgang mittlerweilen den Stein der Weisen in Sachen
    grüne Laserdiode gefunden?


    Bin für jeden Tipp dankbar...

  • Hallo Alfredo,

    Meine IndexSeite: http://www.astro-foren.de/showthread.php?t=6084
    findet man im "Schrank" OPTIK im ersten Schubfach oben, und dort wieder an erster Stelle. Dort gibt es auch Links für gute Laserdioden:

    Übersicht Hier:
    http://www.picotronic.de/laser/index.php?action=showproduct&lasertyp=greendot&height=2000

    die ich verwende:
    http://www.picotronic.de/laser…eets/DD532-5-3(20x80).pdf

    Meines Wissens gibt es auch welche bis 7 mm Bündel-Durchmesser.

    Type : DD532-5-3


    Picotronic GmbH
    Rheinuferweg 5
    56076 Koblenz
    Germany
    info@picotronic.de
    www.picotronic.de


    Fon +49-261-97349350
    Fax +49-261-97349351
    ----------------------------------------------------------------

    dann hier:
    http://www.laserfuchs.de/laser…---lfd532-5-3(12x60).html


  • Hallo,


    nachdem ich nun einen Laser mit sehr dickem Strahl (8mm)
    und Studentenrabatt (immer diese Langzeitstudis ;-) auftreiben konnte
    den der Wolfgang für ok befunden hat, soll es jetzt langsam weitergehen mit
    dem Bath-Interferometer. Habe nun einen kleinen Linearschlitten
    bekommen, den ich für die Höhenverstellung auf meinen alten
    XY-Kreuztisch fest montieren will.


    Die Frage ist nun folgende: die X und die Y Verstellung erfolgen ganz fein
    über Micrometerschrauben. Der Linearschlitten für die Z-Höhenverstellung
    hat aber nur eine M8 Schraube als Spindel drin, so daß man da wohl nicht
    ganz an die Feinverstellung der beiden anderen Achsen rankommt.


    Wie feinfühlig muß die Höhenverstellung funktionieren? Genügt so eine
    grobe Steigung der Spindel dafür oder soll ich doch lieber eine andere
    Lösung finden?

  • Der gute Alfredo hat von Surplus einen hochwertigen Flat geliefert bekommen, und wollte nun wissen, wie gut
    das Teil ist. Da ich Planspiegel vorwiegend in Kontakt prüfe bis zu einem Durchmesser von 165 mm, habe ich
    entweder die Wahl, den Spiegel abzulaugen, was Alfredo sicher nicht gut findet, oder aber einen geringen
    Kontrast in Kauf zu nehmen. Es gäbe natürlich einige andere Verfahren, mehr Kontrast zu erhalten, dafür
    handelt man sich wieder andere Fehler ein. Jedenfalls wurde meine Referenz-Planplatte von Peter Rucks am
    23. Mai 1995 wie folgt certifiziert;

    PV 0.047 wave
    RMS 0.008 wave
    RadCrv - 5 923 397 m laut Zertifikat oder ca. Lambda/1000 PV

    Die Pfeilhöhe bei einer Parabel = H^2/(2*5 923 397 000) und damit 0.000 000 54 mm oder ca. L/1000 surface.
    Hier nun das kontrast-arme Streifenbild: Deutlich erkennbar die leichte Durchbiegung der Streifen, was nach erneuter
    Überprüfung möglicherweise dem Planspiegel zuzuordnen ist. (Mehrere Stunden Auskühlzeit) Für die Prüfung von Optiken in Autokollimation ist das völlig belanglos. Entscheidend wäre die Regelmäßigkeit der Fläche, und die ist völlig in
    Ordnung. Coma ist abgezogen, weil es dafür keinen optischen Grund gibt, ein leichter Astigmatismus ist noch vorhanden,
    den aber genau definieren zu wollen, wäre sinnlos. Er drückt sich hauptsächlich über die Streifenabstände aus, und da
    ist das Streifenbild einfach zu unscharf. Der Scale bei Prüfungen auf Kontakt ist 1. Wenn dann bei einem Strehl von 0.98
    ein PV-Wert von L/8 herauskommt, dann darf man annehmen, daß dieser Wert mindestens und wahrscheinlich sogar bei
    L/10 und besser liegt. Und dort liegt die Grenze unserer Meßgenauigkeit.






    Also Alfredo, mit Laserdiode und Planspiegel kannst Du glücklich werden.

  • Guten Abend Wolfgang,


    na das ist aber eine schöne Nachricht! Die Amerikaner hatten
    mir zwar eine Genauigkeit von l/20 Oberfläche also l/10 Wave auch nochmal schriftlich per e-mail zugesichert, aber ganz ohne Prüfprotokoll blieb doch irgendwie ein komisches Gefühl, danke!!! :-))


    Die Streifen sind wirklich sehr regelmäßig, ich erinnere mich an zwei
    Interferogramme, die du mir mal vor Jahren von zwei elliptischen Planspiegeln
    für meinen Selbstbaudobson gemacht hast, und die waren im Vergleich zu diesem hier wesentlich schiefer und unregelmäßiger (wenn sie auch keine
    schlechten Spiegel waren), allerdings mußten sie auch nicht als Referenz wie
    dieser Planspiegel hier herhalten.


    Ich habe eh nicht vor, in Zukunft mit diesem Spiegel 6 Zoll Apos in Autokollimation zu vermessen, sondern nur 4 Zöller, vielleicht höchstens mal einen 5 Zöller. Werde mal dieses Interferogramm gleich in Atmosfringe reinladen, und die Auswertung für einen Durchmesser von nur ca. 4 Zoll durchführen lassen, bin gespannt, was für ein Strehl bzw. P/V Wert dann dabei herauskommt...


    Wie es sich aber jetzt schon gezeigt hat, war jedoch dein Tipp mit
    surplusshed.com wirklich Gold wert, an einen echt günstigen und guten
    Planspiegel zu kommen...


    Schönen Abend nochmal,


    Alfredo :-)