Das etwas andere Planeten-Teleskop

  • Hallo zusammen:) ,

    Hallo Wolfgang:) ,
    zuerst wollte ich dir eine persönliche E-Mail senden, dann habe ich mir aber gedacht, dieses Thema interessiert natürlich auch andere.

    Ich habe auf der Seite von " Lazzarotti-Optics" ein interessantes Teleskop gefunden, das ich bis jetzt noch nie gesehen habe.



    Das Gerät ist als 10" und 12" Vetsion mit f/25 erhätlich.


    http://www.lazzarotti-optics.com/main.html

    Vertrieb: http://www.unitronitalia.it/ --> Lazzarotti Opt.


    Ich find das Konzept als Planeten-Teleskop sehr interessant und würde gerne mit euch die vor und Nachtteile eines solchen DALL-KIRKHAM Cassegrain in offener Bauweise diskutieren.

    Mir gefällt an diesem Teleskop folgendes:

    • Der Hauptspiegel ist fest
    • Feather Touch Fokussierer
    • offene Bauweise , kein Tubusseeing, schnelle Temperaturanpassung
    • Backfokus kann durch versetzen des Fangspiegels auf jedes Zubehör ( Bino ) eingestellt werden
    • keine Spikes wegen gebogener Fangspiegelhalterung
    • Obstruktion 20%
    • geringes Gewicht
    • sehr günstiger schwerpunk -> kleine (Reise)-Montierung möglich
    • in zwei Teile zerlegbar und Reisetauglich
    • theoretisch eine gute Optik: global<!--color-->wavefront error 1/25 lambda RMS (Strehl > 94%) bei 635 nm<!--color-->
    • Mit global wird wohl der Wellenfrontfehler des gesamten Systems gemeint sein...oder?
    • 10" oder 12" Öffnung
    • Windunempfindlich
    • und natürlich auch das tolle und sehr hochwertige Aussehen

    Meine Bedenken:

    • Das sehr hohe Öffnungsverhältniss von f/25
    • Mit einem 40mm Okular immer noch über 150 fache Vergrösserung
    • mech. stabilietät
    • justierstabilietät
    • Streulicht
    • wie justiere ich das Teleskop überhaupt
    • empfindlich bei Lokalen Seeing ( Körperwärme )
    • wie ist die Spiegelqualität, Strehl, Spiegelglätte, u.s.w. wirklich
    • Welcher Spiegelhersteller ist das?
    • starkes Koma?
    • leider sehr teuer

    Was meint ihr zu diesem Teleskop.
    @ Wolfgang: Hattes du schon mal so ein Teleskop auf dem Meßplatz?

    Vielen dank schon mal für eure Meinung.

    CS

    Arno

  • Obstruktion 20%...
    ...sollte ein "Planetenteleskop" mit f/25 nicht haben.
    (Da schau z. B. einmal bei ICS und den Newtons von M. Birkmaier; die haben weniger Obstruktion bei deutlich größerem Öffnungsverhältnis).


    Im übrigen taugt f/25 nur noch für Planeten, Mond und Doppelsterne; deep sky und Feld kann man vergessen; und das bei dem Preis....


    Dann lieber einen 6" Apo, der alles kann.


    Bei der offenen Konstruktion besteht außerdem die Gefahr der Beeinträchtigung des "local seeings" durch lokale Thermik, z. B. durch Abstrahlung von Körperwärme, was z. B. auch beim Kutter-System bekannt und gefürchtet ist.

  • http://www.rfroyce.com/cassegrains.htm

    Quote

    The last type of commonly encountered Cassegrain to consider is the Dall-Kirkham. This type of Cassegrain appears to have been developed in the 1930s by Horace Dall of Luton, England and uses a spherical secondary mirror combined with a primary mirror aspherized somewhat less than a full paraboloid. To understand exactly what this means, a sphere is defined as having an aspherization constant of 0 while a paraboloid is defined as -1. An ellipsoid is defined as something less than a paraboloid (and greater than a sphere) and an hyperboloid would be defined as something beyond a paraboloid or greater than -1. (The anomaly of referring to, say, -1.2 as greater than -1 and -.80 as less than -1 is accepted for this purpose.) Typically, a Dall-Kirkham might have an aspherization constant somewhere in the area of -.70 to -.80. A Ritchey-Chretien, by contrast, might have an aspherization constant of -1.12. The advantage of the Dall-Kirkham lies in that the spherical secondary is fundamentally easier to accurately construct. Figuring a convex prolate (ellipsoidal, paraboloidal or hypboloidal) surface is one of the more difficult things in optics to accomplish and can result in a rough surface. Combined with the spherical secondary and lightly aspherized primary, the system be more accurately fabricated than any other compound two mirror design. If properly designed and constructed a Dall-Kirkham can deliver the finest images of any Cassegrain type telescope. The principle problem with the Dall-Kirkham design is that it does not correct for comatic off axis images. The extent to which this is a problem is largely connected with the speed of the primary mirror; the faster the primary mirror, all other things remaining equal, the greater the off axis coma. Realistically, the Dall-Kirkham performs extremely well with primaries of f/4 or slower. Slower primaries, however, increase the physical size of the secondary obstruction. Overall focal ratios are typically not lower than 15 with the best systems at f/18 or above. A Dall-Kirkham is best viewed as a strictly narrow-field lunar, planetary and double star instrument, to which use it is admirably suited.


    Hallo Arno,


    diese Lösung wurde vor langer Zeit von Horace E. Dall gebaut und in S&T veröffentlicht, soweit ich mich erinnere mit einem sphärischen Fangspiegel und ellipt. Hauptspiegel, wie oben beschrieben. Dazu gibt es in einem alten S&T auch Bilder dazu und ich trug mich damals mit dem Gedanken, ein derartiges Teleskop zu bauen. Die Fangspiegel-Halterung damals war aber derart, daß vom Hauptspiegel ausgehend die Streben nach vorne gezogen den Fangspiegel hielten, also noch eleganter, als auf dem oberen Bild. Das war damals eine Art Reiseteleskop was man wunderbar zusammenklappen konnte. Vielleicht finde ich das Bild noch. Ob ein Cassegrain Typ überhaupt die beste Lösung für Planeten-Beobachtung ist bezweifle ich allerdings. Hier stimme ich dem Cord zu. Ein Schiefspiegler könnte noch bessere Ergebnisse abliefern, oder ein f/8 Newton mit möglichst kleinem Fangspiegel wegen der Obstruktion.


    Alois

  • Hallo Wolfgang, Alois und Cord,

    Vielen dank für eure Meinung und Links.

    Ich tendiere mitlerweile auch wieder mehr zu einem Newton.
    Evt. ein 8" MAK-Newton von Intes Micro....der MN86.

    Ich fande das Teleskop von Lazzarotti Optics aber mal erwähnenswert.
    Es gibt aber wohl Leute die schwören drauf. Ich würde doch gerne mal selber durch so ein Teleskop beobachten....vielleicht auf irdend einem Teleskoptreffen.

    CS

    Arno