Ein merkwürdiger Newton

  • Ein merkwürdiger Newton 302.5/1229 (R=2458)

    http://rohr.aiax.de/dobson.htm zum Vergleich mein eigener Newton mit ähnlichen opt. Daten.

    Offenbar dürfen sie wieder verkauft werden, die rauhen, unterkorrigierten und schlecht retouchierten Newton-
    Spiegel, an deren Machart man sofort wieder den Hersteller erkennt, der seine Interferogramme dadurch er-
    zeugt, daß er die Foucault-Schnittweiten-Ergebnisse in Zemax steckt und sich dann Interferogramme rech-
    nen läßt. Orientiert man sich am Strehl, dann schrammt man ganz knapp bei 80% Strehl vorbei und der
    Händler könnte behaupten, der Spiegel wäre beugungs-begrenzt. Alle anderen Merkmale zeigen aber eher
    nach unten, und damit ist auch klar, warum der Sternfreund der Sache mal auf den Grund gehen wollte,
    sinngemäß zitiert:

    Zitat

    ... schon des öffteren aufgefallen, dass der Spiegel intra/extrafokal ein unterschiedliches Bild zeigt.
    Bei Anfrage bei der Firma ... sagte man mir, der Spiegel wäre unterkorrigiert und hätte eine sphärische Aberration, was
    aber bei f4 Newtons fast immer so wäre.


    Als "Hundekuchen"-Oberfläche hat schon Hans Rohr in seinem Buch "Das Fernrohr für Jedermann" Erstausgabe 1955
    Orell Füssli Verlag Zürich, im Bild Seite 81 / 6.Bild treffend bezeichnet. Dazu schreibt er auf
    Seite 105 folgendes:


    Spiegelschleifer wissen das also schon länger als ein halbes Jahrhundert. Schaut man sich das nächste in Kompensation
    durch eine Plankonvex-Linse gemachte Foto an mit dem Solar Continuum Interferenz-Filter, dann erlebt man, wie stümper-
    haft die Mitte retouchiert wurde, die bei der Doppelpaß Messung immer unter den Tisch fällt, natürlich auch über den
    Fangspiegel verdeckt wird. Auch eine Philosophie.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/normanSchn01.jpg]

    Alle folgenden qualitativen Tests zeigen die extreme Rauhigkeit des Spiegels mit einer deutlichen Zone, einer abfallenden
    Kante und demzufolge erhebliches Streulicht, wenn man sich einen künstlichen Stern im Fokus betrachtet.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/normanSchn01a.jpg]


    [IMG:http://rohr.aiax.de/normanSchn02.jpg]

    Derartige Fehler werden bereits im Sterntest schon bei moderater Vergrößerung abgebildet.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/normanSchn03.jpg]

    nicht wegzudiskutieren die Rinne von ca. L/2 PV der Wellenfront, der innere Teil wird von der Planspiegelbohrung ver-deckt.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/normanSchn04.jpg]

    In Kompensation ist er aber wieder zu sehen.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/normanSchn05.jpg]

    Ein Blick auf die Kompensations-Anordnung.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/normanSchn05a.jpg]

    Die Ermittlung der Abstände über ZEMAX, wehalb man mit diesem Verfahren sehr große Spiegel auf Null testen kann.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/normanSchn06.jpg]

    Die 3. Methode der Darstellung und Auswertung ist die Vermessung in RoC, bei der die Form der Parabel-Retouche nicht
    mehr direkt erkannt werden kann.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/normanSchn07.jpg]

    Deswegen die Umrechnung auf Null, ein Verfahren wie es ein ZYgo ebenfalls benutzt. Hier fällt die abfallende Kante sehr
    deutlich auf.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/normanSchn08.jpg]



    [IMG:http://rohr.aiax.de/normanSchn09.jpg]

    Am meisten ins Auge springt die rauhe Oberfläche und die ausgeprägte Zone, die dem Spiegel die hohe Qualität nimmt.
    Weder Händler noch Hersteller sind offenbar bereit, sich die Sache einmal gründlicher zu überlegen. Solange es keiner
    merkt . . . . . sind es natürlich Premium Spiegel, und andere Hersteller nicht besser!

    [IMG:http://rohr.aiax.de/normanSchn10.jpg]

  • Nachgeliefert:

    Da gibt es wunderbare Programme, die die Rauhheit darstellen können:

    [IMG:http://rohr.aiax.de/normanSchn20.jpg]


    [IMG:http://rohr.aiax.de/normanSchn21.jpg]


    [IMG:http://rohr.aiax.de/normanSchn22.jpg]

    Augenblick wird dieser Spiegel zu einem vorzeigbaren Spiegel retouchiert. Das Ergebnis wird ebenfalls wieder hier vorgestellt.

  • Hallo Wolfgang,

    Da gibt es wunderbare Programme, die die Rauhheit darstellen können


    kannst Du noch ein paar Details zur Frage liefern, auf welche Art und Weise obige eindrucksvolle Grafiken gewonnen wurden? Um welche Programme handelt es sich und wie arbeiten sie?


    Freundliche Grüße: Uwe

  • Hallo Wolfgang,


    kannst Du noch ein paar Details zur Frage liefern, auf welche Art und Weise obige eindrucksvolle Grafiken gewonnen wurden? Um welche Programme handelt es sich und wie arbeiten sie?


    Freundliche Grüße: Uwe




    Hallo Herr Süßenberger,


    das Programm heisst Image Analyzer 1.27.


    gehen Sie einmal auf folgende Seite


    http://meesoft.logicnet.dk/


    Wenn Sie noch weitere Informationen zu den obigen Bildern haben wollen,
    schreiben Sie mir eine email.


    Mit dem Programm mache ich u.a. auch optische Profilometrie.


    Die Rauheitsanalyse jedoch wird mit dem Programm SPIP (www.imagemet.com) durchgeführt.


    Viele Grüsse
    C. H. Weischer

  • auch der Spiegelträger kann das falsche Glas sein !

    Diesmal müssen sie sich bei Orion Optics regelrecht "geschunden" haben, um bei einem minderwertigen Glas
    doch noch eine akzeptable Fläche hinzu-"zaubern". Jedenfalls ist offenbar auch die Wahl des richtigen Glases
    entscheidend für eine glatte Oberfläche.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/normanSchn30.jpg]

    Zum ursprünglichen Ronchi-Bild ein gewaltiger Unterschied

    [IMG:http://rohr.aiax.de/normanSchn31.jpg]

    Im Krümmungsmittelpunkt auf Astigmatismus überprüft, ca. L/10 PV. Da er nicht signifikant ist, kann man ihn abziehen, weil er dann
    aus dem Testaufbau stammt und mit dem Spiegel nichts zu tun hat.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/normanSchn32.jpg]

    Der Strehl wurde über eine Autokollimations-Anordnung ermittelt

    [IMG:http://rohr.aiax.de/normanSchn33.jpg]

    Hier handelt es sich um ein RoC-Setup mit einem industriellen Phasenshift-Interferometer. Während dieses Certifikat
    noch Reste von Astigmatismus ausweist, muß dieses Ergebnis geringfügig schlechter sein, als mein eigenes, bei dem
    der Astigmatismus zu 100% abgezogen worden ist. Gut zu sehen isst auch die Entsprechung bei beiden Certifikaten,
    was die Wellenfront-Abweichung betrifft.

    [IMG:http://rohr.aiax.de/normanSchn34.jpg]