Schmidtplatte sebst herstellen?

  • Hallo


    Hat jemand schon mal eine Schmidtplatte selber hergestellt?


    Wenn ja,auf was muß man achten.


    Ich habe vor mir aus einem Optischen Fenster selbst die Schmidtplatte zu schleifen.


    Habe mir die Kurve von einem C8 mal durchgerechnet und habe festgestellt das es sich dabei im äußeren Randbereich um eine 3 hunderstel mm vertiefung handelt die zu Rand auf 2 hundestel wieder ansteigt, zur Mitte sind es von 2 hunderstel bis null.


    Desweiteren muß man die Sp noch an den Hauptspiegel Anpassen. Mit ein paar Test müste das doch klappen. Oder?


    Das kann doch nicht so Schwer sein so etwas zubewerkstellen. Oder liege ich da falsch?


    Anregungen sind erwünscht.


    Gruß U.CS


    Achim

  • Hallo, Du mutiger Achim,
     
    irgendwie mußt Du ja Deine Schmidtplatte prüfen. Und Du hast ja dazu passend auch noch einen Fangspiegel, der in dieses System gehört, wenn es nicht ein ausgesprochenes Fotografisches Gerät werden soll. Selbst bei Lichtenkneckers Flat-Field Kamera wäre noch ein FaAngspiegel dabei. Der Kurt Wenske, SuW, Taschenbuch 7, Spiegeloptik, S 104/Schmidt-CAssegrain Systeme beschreibt ein solches System, wobei die Schmidtplatte ziemlich weit vom Fangspiegel entfernt ist. Auch in Sky and Telescope Mai Juni 1965 gibt es eine Beschreibung auch hinsichtlich der Herstellung, die man damals wohl in einem UnterdruckTopf und dem Einschliff einer Sphäre erledigte. Es ginge natürlich auch eine lokale Retouche, also erst der Schliff, dann die Politur. Das Hauptproblem ist die Frage der Prüfung, die eigentlich nur gegen einen Planspiegel erfolgen müßte, wenn es genau werden sollte. Auch Harrie Rutten wäre als Optik Designer anzusprechen, nur zur Fertigung wird er weniger sagen können. Die Ansaugmethode scheint mir die erfolgsversprechenste zu sein. In der Szene kenne ich derzeit keinen, der sich an die Herstellung einer Schmidtplatte gewagt hätte. Hier wäre wieder einmal Pionie-Arbeit gefragt - nur das ist mit Arbeit verbunden. Testen kann ich Dir die Sache später. Auch der Wolfgang Busch, Ahrensburg, wäre ein möplicher Ansprechpartner. Im Zweifel maile ich Dir seine TelNummer.
    http://www.wolfgangbusch.eu/Seiten/hab.html

  • Hallo


    Hat jemand schon mal eine Schmidtplatte selber hergestellt?


    Ich irgendwo einmal gelesen, dass eine Schmidtplatte ehemals so hergestellt wurde: Eine Glasscheibe wird eingespannt und von unten wird Unterdruck erzeugt. Darauf hin biegt sich die Platte durch. Oben wird sie dann plan geschliffen (unter Druckbelastung). Im entsapnnten Zustand ergibt sich die gewünschet Geometrie.


    Ich weiss, dass dies heute nicht mehr so gemacht wird, aber vielleicht ist das als Ansatz für eine Heimwerkermethode geeignet.

  • Hallo,


    dafür muss die Ansaugplatte aber genau die gewünschte Negativform haben (genau heißt hier dann: gefräst, geschliffen und fein poliert sowie Größe und Verteilung der Ansaugschlitze, die nicht neue Fehler in die Schmidtpaltte einbringen. Das Vakuum muss unter der Ansaugplatte über den ganzen Herstelungsprozess hin stabil gehalten werden können.
    Sowie ich bei Lichtenknecker in Hasselt damas gesehen habe, eine Vorrichtung von erheblichem Umfang, die einiges tüfteln erforderte, da mit den spärlichen erhaltenen Unterlagen von Bernhard Schmidt, diese
    nicht sofort so für eine maschinelle Fertigung verwenden konnte.
    Man könnte es so wie Schmidt auch, mit einer geeigneten gedrechselten und geschliffene Holzplatte (aus sehr feinfaserigen dichten Holz versuchen, dass nur wenig aufquellt bei der Bearbeitung mit Wasser. Vielleicht vor und nach der Bearbeitung mit Leinöl - Firnis behandeln. und gut abtrocknen lassen)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Schmidt 
    Auch bei der Sternwarte Hamburg - Bergdorf kann man einige Infos dazu finden


    Gruß Günter

  • http://www.digilife.be/club/jo…%20Bernhard%20Schmidt.htm
     
     
     
    Hallo
     

    Zitat

    dafür muss die Ansaugplatte aber genau die gewünschte Negativform haben (genau heißt hier dann: gefräst, geschliffen und fein poliert sowie Größe und Verteilung der Ansaugschlitze, die nicht neue Fehler in die Schmidtpaltte einbringen.


     
    Nein, damit beschreibst Du nur die heutige industrielle Herstellung. Bei Bernhard Schmidt wurde die Platte am Rande auf einen Unterdruck-Topf aufgelegt und angesaugt - vermutlich mit Öl oder Wasser, weil Luft zu instabil wäre. Dadurch verformt sich die Platte in Richtung einer höheren Kurve.
     
    In AMATEUR TELESCOPE MAKING, Book Three, 8.Auflage 1974, Scientific American, Inc. steht zwischen Seite 340-375 eine lange Abhandlung u.a. zu Herstellung der Schmidtplatten, u.a. wie Bernhard Schmidt selbst diese Platte hergestellt hat: S 371. Die vom Unterdruck-Topf angesaugte Planplatte verformt sich zu einer Kurve höherer
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/Schmidtplatte.jpg]
     
    Ordnung, in die dann wiederum eine Sphäre eingeschliffen wird. (S 371) im entspannten Zustand hat dann diese Platte die gewünschte Form. Es ist allerdings jede Menge Mathematik mit dabei, und eine Meßuhr sollte auch die Ansaugtiefe kontrollieren. Natürlich kann dabei auch die Glasplatte zu Bruch gehen. heutige Schmidtplatten haben eine Dicke in der Gegend von 12 mm, es wird also einiges an Ansaugdruck nötig sein. Außerdem muß vorher die Planplatte, Floatglasscheibe auf Homogenität geprüft werden, wenn man nicht seine blauen Wunder hinterher erleben will.
     
    Es gibt aber auch die Lösung mit Lokal-Retouchen, auf S 349 beschrieben. In jedem Fall muß man auf irgendeine Weise den Erfolg seiner Schleifund Polierbemühungen prüfen können. Die haben gegen eine Flüssigkeits-Oberfläche geprüft: S343
     
    Also mal die älteren Veröffentlichungen wälzen - die Americans sind in dieser Hinsicht sehr viel experimentierfreudige und informative. Unsere deutschen Spiegelschleifer theoretisieren dafür lieber.

  • :DHallo


    Danke für Eure vorschläge, ich werde sie vieleicht anwenden.


    Beim Celestron C8 ist die Schmidtplatte 5mm Dick und aus klarem ohne grünlichem Schimmer an der Kante, ich nehme an das es Optiwite Floatglas ist.


    Preis für Instandsetzung 650 Euros, ich denke man bekommt einen neuen Spiegelsatz? Einzelene Schmitplatte gibt es nicht.


    Deswegen die Idee des duit your self verfahrens. Ich werde es einfach ausprobieren.


    Eine Optiwite Glasplatte von 5mm x 210mm kostet ca. 20 Euros da kann ich einige Schrotten bis ich an 650 Euros komme.


    Und wenn es nicht 1000% ist, ist es mir auch egal besser eine halb so gute wie keine. Da meine ansprüche nicht so hoch sind und ich keine hochleistungs Fotomaschiene machen möchte, Ich möchte nicht aus einem Goggo einen Ferrari machen.


    CS


    Achim

  • Hallo Achim,
     
    wenn Dein Ergebnis dann so aussieht, dann hättest Du in etwa den Ist-Zustand vieler SC-Systeme.
    Fließstrukturen im Glas, Ansaugschlitze.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/@C11Jul07-03.jpg]
     
    Retouche auf Fangspiegel oder Schmidtplatte.
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/@C8Kling04.jpg]
     
    dto
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/C-acht03.jpg]
     
    Fließstrukturen der Glasplatte
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/duskau04.jpg]
     
    Ansaugschlitze
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/fouphas11.jpg]
     
    Fließstruktur
     
    [IMG:http://rohr.aiax.de/lyot01-sc.jpg]

  • Hallo Achim,
     
    das könnte optisch egal sein. Bei einem C11 wäre laut Design jedoch die Schmidtfläche die zweite Fläche, also innen. Bei vielen Schnittzeichnungen schaut die Schmidtfläche ebenfalls nach innen. Ob das jedoch zwingend ist, müßte ich simulieren. Es gibt aber auch diese Version:
    http://www.pci.unizh.ch/pfiste…lanetium/schmidt-cass.jpg

  • Hallo Wolfgang


    Laut Lichtbrechung müsst die Krümmung nach innen.


    Wenn die Krümmung nach außen zeigt, wird doch die gerade Seite auch wieder als Linse benutzt und den Strahlenverlauf umkehren oder sehe ich das falsch!


    Ich habe nur festgestellt das wenn Sie getauscht wird, ändert sich der Brennpunkt ein wenig, es sind nun mal 6mm Weg zu gehen,oder?


    Gruß Achim