Namibia Impressionen - Vorsicht, jede Menge Fotos

  • Hallo zusammen :)


    2 Wochen Astrourlaub in Namibia auf der Farm Tivoli sind leider viel zu schnell vorbei ! Hier meine Endrücke, Astrobilder und auch ein paar Panoramen vom Land.


    16.000km fast ohne irgendwelche Probleme und dann macht mein Auto auf den letzten 200km noch schlapp. Dem hat wohl die Feuchtigkeit in München auf dem Stellplatz nicht bekommen. Naja, die gelben Engel habens wieder aufgepäppelt. War ein Feuchte und Kontaktproblem in der Elektronik. Die Öldruckwarnlampe ging nicht aus und glimmte vor sich hin, mal weniger, mal mehr.


    Alle Bilder mit der modifizierten Canon EOS20Da (Baader-Filter) gemacht. Entweder durch ein 10mm, 50mm oder 300mm Objektiv oder durch meinen kleinen Pentax 75SHDF. Mehr braucht man für das erste Mal wirklich nicht. Die Objekte sind riesengroß und man hat jede Menge Auswahl. Vor allem die hoch stehende Milchstraße ist überwältigend ! Aufnahmedauer pro Einzelbild ist in der Regel 5min. Außer bei den großen Sternhaufen, da habe ich 3min und 1min Einzelbilder zu einem HDR kombiniert, um das Ausbrennen (teilweise leider erfolglos) zu vermeiden. Anzahl der Einzelbilder schwankt zwischen 5 (Milchstraße bei Blende f/3,5) und 25 (Deepsky-Bildern). Man kann aber ohne weiteres noch viel länger drauf halten. Der Hintergrund wird auf den Aufnahmen einfach nicht hell, Werte so bei 10 bis 20 von 255. Größere Bilder gibts im Laufe der Zeit hier im Forum, wenn ich die Aufnahmen noch mal auf meinem richtigen PC verarbeite. Obwohl die erstaunlicherweise schon recht gut auf dem kleinen Subnotebook gelungen sind ;)


    Man kann barfuß im Sand laufen. Ist allerdings nicht empfohlen. Hin und wieder könnte sich ein kleiner Skorpion blicken lassen. Nicht tödlich, könnte aber unangenehm werden. Habe keine Schlangen und Skorpione auf der Farm sehen können. Halt ! Doch !!! 180° in die andere Richtung. Da war ein riesengroßer Skorpion mit mächtigem Stachel hoch im Zenit.


    Dafür aber jede Menge Perlhühner, komische Hup-Vögel, die wie so eine alte Blasebalghupe tröten, ein Telefon-Vogel, der wie ein altes klingelndes Telefon tut. Ja sogar ein Wellblechvogel, der sich wie ein bewegtes Wellblech anhört Und natürlich die Nutztiere. Jede Menge Schafe, Lämmer, Rinder, auch schreiende Hähne am frühen Morgen. Natürlich darf man die kläffenden Hunde nicht vergessen.


    Zu sehen gab es Springböcke, Orix, riesige Kudus, wilde Hasen, Erdmännchen, Warzenschweine, Erdferkel (jedenfalls die Löcher davon), eine komische Art von Füchsen (von dem ich einen mit dem Mietwagen platt gemacht habe :( , natürlich auch Affen, Paviane und wie geschrieben, eine unendliche Vielfalt an sich komisch anhörenden Vögeln. Keine Mücken, keine Plagegeister !


    Wasser wird von mehreren Brunnen aus der Erde gepumpt. Bestes Trinkwasser, von dem man hier in Deutschland nur träumen kann. Wasser ist kein Mangel, es ist genügend Grundwasser über das ganze Jahr vorhanden. Brauchwasser wird aufbereitet und versickert wieder im Erdreich.


    Strom kommt von einem 150km entferntem riesigen Umspannwerk, das man Nachts schon 50km vorher erkennen kann. Jede Menge Lichtverschmutzung, einfach nur helle Lampen ohne irgendwelche Abschirmung. Aber kein Problem, die Luft ist sehr trocken, unter 5% Luftfeuchte, da trägt der Dunst nicht sehr weit. Vor ein paar Jahren mußte sich die Farm den Strom selber erzeugen. Jetzt ist aber die Stromversorgung und Telefonanbindung sicher gestellt.


    Verpflegung kommt vom farmeigenen Garten, eine kleine Oase, Wasser ist ja kein Problem. Orangen, Zitronen, Kürbis, Salat ... Fleisch gibt es genügend, ob Wild oder Nutztiere. Schaf, Rind, Hühner, Orix, Kudu, Springbock. Reichhaltig und nicht langweilig. Ein kulinarisches Erlebnis und vielfältig ! *puuuhhh*


    Weitere Lebensmittel werden aus dem 200km entfernten Windhoek besorgt, oder die Farmer helfen sich untereinander aus. Den Leuten, auch den Schwarzen, geht es hier auf der Farm ganz gut. Es fehlt an fast nichts. Sonderwünsche werden auch erfüllt. Sogar Handy funktioniert ab und zu mal.


    Spache Deutsch, zumindest auf Tivoli. Mit Deutsch kommt man auch sonst ganz gut durch, wenns nicht hilft, dann reicht einfaches Englisch vollkommen aus. Natürlich spricht man auch Afrikaans und irgendwelche komischen Dialekte. So hin und wieder versteht man sogar ein Wort davon. Kommunikation ist überhaupt kein Problem.


    Ach ja, die "Quick & Dirty" bearbeitete Astrofotos :



    Die Gegend um Antares



    Der Katzenpfotennebel



    M8 und M20



    Ein Stimmungsbild zum Sonnenuntergang



    47 Tucanae neben der kleinen Magellanschen Wolke



    Der Helixnebel, riesiger planetarischer Nebel



    Die große Magellansche Wolke



    Omega Centauri geht auch gerade noch so



    Unterhalb Antares. Das rote am oberen Bildrand ist die Wand von der Sternwarte.



    Hexenkopfnebel, von Namibia aus



    Der Kohlensack



    Adler-Nebel M16



    Omega-Nebel M17



    Das südlichste Messier-Objekt : M7, ein großer Offener Sternhaufen.



    Das Zentrum der Milchstraße



    Die Milchstraße



    Pfeifenkopfnebel im Zentrum der Milchstraße



    ... Milchstraße ... leider etwas out-of-focus



    Nochmal Milchstraße



    und noch einmal Milchstraße, leider wieder out-of-focus



    eine "große" Galaxie, NGC55



    Ein Versuch, wie tief ich mit 75mm Öffnung komme. die 14,5mag "helle" Galaxie PGC21338 Bildmitte. Mitte Rechts die 11,6mag helle Galaxie NGC2427. In der Gegend tummelt sich auch ein Nebel mit dem populären Namen "Gottes Hand". Leider nur ansatzweise zu erkennen.



    Die kleine Magellansche Wolke



    nochmal die kleine Magellansche Wolke und 47 Tucanae



    ... und weils so schon war, gleich nochmal



    Und noch ein paar Panoramen :














    Was mich am meisten beeindruckt, ist der sehr dunkle Hintergrund, obwohl der Himmel recht hell von der Milchstraße erscheint. Die Adaption des Auges funktioniert perfekt, man kann fast ein weißes Blatt Papier lesen. Tagsüber der rotbraune Sand überall, endlos.


    Wer jetzt noch keine Lust auf Namibia bekommen hat, ist selber Schuld :ohmy: Ich habe jedenfalls für nächstes Jahr schon meinen Platz reserviert. Wer möchte, es gibt noch 4 freie Betten. Datum um den 1. August 2008 rum, also zur SoFi ;)


    Sodale, jetzt muß ich erst mal die Klamotten von dem roten Sand befreien. Der ist überall drin, selbst unter den Fingernägeln.


    Thomas

  • Hallo Knickohr,
    die Bilder sind echt fantastisch.
    Da kann man nur neidisch werden.

    Grüße aus Leipzig
    Henry



    [FONT="Franklin Gothic Medium"][SIZE="1"]Oh Gott, ich könnte in eine Nußschale eingesperrt sein und mich für einen König von unermeßlichem Gebiete halten, wenn nur meine bösen Träume nicht wären.[/FONT][/SIZE]
    Shakespeare

  • Guten Morgen :)


    Das erste zu Hause richtig bearbeitete Foto :



    69 einzelne Fotos zu je 1 Minute Belichtungszeit im Abstand von 2 Minuten. Canon EOS 20Da², 1600 ASA mit Sigma 10-20mm 4-5.6 EX DC HSM bei f/6.3


    Alle Fotos werden in naher Zukunft auch auf meiner Homepage in einem eigenen Album landen. Deshalb hier nur die kleinere Version. Link folgt, sobald das Album auch einen Inhalt hat.


    Thomas

  • Hallo Thomas


    wunderschöne Fotos.... da wird man ja verrückt.... Hammermässig!


    Danke fürs zeigen.
    Gruss Peter

    [SIZE="1"]Erwarten Sie nicht, beim Schauen schon zu sehen, Sehen ist eine Kunst, die erlernt werden muss.
    Wilhelm Herschel[/SIZE]

  • Guten Abend :)


    Die ersten richtig bearbeiteten Astrofotos in hoher Auflösung vom Namibiaurlaub auf der Astrofarm Tivoli liegen ab sofort auf meiner Homepage in einem Album bereit.


    http://www.sternhimmel-ueber-ulm.de/tivoli07/foto.htm


    Und es folgen mehr ...


    Viel Spaß beim Gucken und Staunen ;)


    Thomas