Beiträge von AstroRudi

    Hallo Detlev und Dieter,

    irgendwie habe ich auch noch in Erinnerung, daß für Granulen der Kontrast sehr wichtig ist. ... War es eine Filter Diskussion ? ... Könnte sein. ... Und die von Detlev eingeworfenen 1 bis 2 Bogensekunden würden auch passen.

    Also leg Dir mal eine dunkle Jacke über den Kopf, wenn Du durch das Teleskop schaust, ... und/oder probiere einen UHC - Nebelfilter (oder igendeinen Planetenfilter,evtl. auch einen vom Fotoapparat), wenn Du hast.

    Rudi

    Hallo Dieter,


    wegen der Okulare - ganz aus Glas und Metall - schreib mal dem Joachim Hahn (snafu, alias vistara auf den beiden großen Foren), der bietet immer wieder mal alte Okulare an und hat sicher noch welche ganz aus Glas und Metall (vielleicht auch Huygens, ist ja egal wenn es 24.5 mm Okulare sind). Auf dieser Seite : http://home.snafu.de/vistara/astro1.htm ist unten auf der Seite eine E-mail Adresse !

    Hallo Wunni,


    willkommen im Forum !


    Also ich glaube, da muß ich passen. Ich hatte - wie gesagt - damals alle Dateien einzeln heruntergeladen und das python Script erst nachträglich gefunden und das Herunterladen an-probiert, aber nicht (nochmals) zuende geführt. Leider kann ich auch kein python programmieren.


    Aber ich hatte damals auch noch diesen Link gefunden, der noch auf meinem Komputer war.


    https://stackoverflow.com/ques…izier-ucac4-full-download


    Vizier Straßburg sagt dort, daß die das Herunterladen von großen Dateien durch Leute, die nicht genau wissen, was sie machen, absichtlich blockieren. ... Zu den Leuten gehöre ich auch ;(. Aber vielleicht kannst Du etwas damit anfangen, was da steht ? Siehe den Hinweis auf das Row-Limit.


    Im übrigen, hast Du in Straßbourg oder von dem Spiegel-Server in China runtergeladen ? Der Link in Straßburg sollte ja vielleicht heute wieder funktionieren ?


    Ansonsten wäre ich auch bereit die 9 GB irgendwo hochzuladen, ... falls Du einen Server kennst, wo man kostenlos so große Dateien hochladen kann.


    Gruß und Good luck !


    Edit: und wenn's nicht funktionniert, wie wäre es mit dem ganz neuen GAIA 2 Katalog ? http://www.gaia2.de/catalog.html

    Hallo Dieter,


    wie versprochen noch zu Deinem Punkt 4 (Punkt 3 hat Detlev ja schon ausgiebig behandelt).


    Hier mal eine einfache Anleitung zum Einnorden, die für visuelle Zwecke ausreichen sollte (letzte 3 Absätze): http://www.binoviewer.at/teleskoptuning/lidltuning.htm  


    Neben der Einstellung der Polhöhe (= "Altitude" oder geographische Breite), die "azimutale" = waagrecht-horizontale (Ost-West-) Ausrichtung auf den Nordpol / Polarstern nicht vergessen ! Da sind mestens so Zug- und Druckschrauben an der Montierung, die von links und rechts auf eine Nase drücken, die beim "Einhängen" der Montierung in ein "Loch" auf der Bodenplatte der Montierung eingreift. (Ist eigentlich nur ein einziger Satz in der binoviewer - Anleitung).



    Viel Spaß weiterhin !

    (Ich hatte auch mal eine parallaktische Montierung mit einem C 8, bin dann aber nach 20 Jahren auf eine "alt-azimutale" umgestiegen, weil ich ein rein visueller Beobachter bin, nach 48 Jahren Astronomie die Sternbilder "aus dem FF kenne" und "Sternehüpfen" einfacher finde als das ganze "Eingestelle" jedesmal. ... Aber es ist auch sehr wichtig, die parallaktische Montierung zu verstehen, weil die ja die Himmelsbewegungen "nachvollzieht").


    Gruß

    Hallo Dieter,


    das geht ja Schlag auf Schlag bei Dir ! Hochachtung.


    Ein paar Anmerkungen zu Punkt (1) und (2), auf die anderen Punkte komme ich noch zurück.


    Vorab aber dennoch etwas wichtiges zu Deinem Punkt (4): Es kann durchaus sein, daß Du die Deklination einstellen mußt (einmalig), aber ... hast Du richtig eingenordet ? War vielleicht mein Fehler, weil der Link mit den Teilkreisen, auf den ich verwiesen habe, davon nicht spricht. Aber das ist die Voraussetzung der ganzen Arbeit mit den Teilkreisen.



    zu Punkt (1) Doppelsterne


    Die Position der Doppelsterne verändert sich über die Jahre. Aktuelle Daten zum "PA" (Position Angle) der Doppelsterne erhälst Du am besten von einer der großen Datenbasen im Internet. Ich finde da "stelledoppie" sehr gut: https://www.stelledoppie.it/in…on=2&azione=show_popolari


    Was die Orientierung der beiden Sterne zueinander anbelangt, so ist die Position des Begleiters von Norden aus (im 360°-Kreis) zu rechnen, also im umkehrenden Teleskop im Prinzip (!) unten; ich habe dazu nur einen französichen Link (aber es geht ja um die Bilder / Darstellungen, nicht um die Sprache); siehe 4. Bild auf dieser Seite (etwas runterscrollen) : http://sebastien.caille.pagesp…range.fr/test_doubles.htm


    Du mußt dann natürlich (im Teleskop) immer wissen, wo Norden ist. Aber so schnell, wie Du Dich in die Materie eingearbeitet hast, denke ich, daß Du einer bist "der den Norden nie verliert", wie die Franzosen sagen ("il perd jamais le nord"). Der Zenitspiegel dreht das Bild des umkehrenden Fernrohrs wieder aufrecht (also Norden oben), aber seitenverkehrt (!) in Ost-West Richtung. Bei azimutalen Montierungen (Dobson) auch noch Folgendes beachten: Bilder in Beitrag Nr. 10 auf diesem Forum: http://www.cloudynights.com/topic/502674-15-bootis-proble



    Zu Punkt (2) Justierung


    Daß Du mit dem 6 mm und dem 25 mm ohne Zenitspiegel praktisch nicht in den Fokus kommst, finde ich nicht normal, fast einen Skandal ! Liegt wahrscheinlich wieder mal daran, daß die Hersteller immer alles auf "Foto" trimmen und die Interessen des visuellen Beobachters vernachlässigt werden.


    Ich habe den Beugungsring im Fokus (eigentlich die Beugungsringe, denn es sind viele) mit meinem 102/920 Uralt-Meade-Refraktor auch lange nicht gesehen. Bei mir sind das ganz, ganz feine ("haarfeine") Ringe (ungefähr so dünn wie die Linen auf einem Fingerabdruck), die man nur sieht, wen man den Fokus voll erwischt hat und wenn außerdem das Seeing sehr gut ist.


    Zur violetten Farbe extrafokal: das ist beim Achromat (Fraunhofer) normal, siehe: Bruce MacEvoy, Astronomical Optics, Part 2: Telescope & Eyepiece Combined: http://www.handprint.com/ASTRO/ae2.html#startest (unter Punkt (3) am Ende, direkt vor dem - bei mir nicht mehr vorhandenen - letzten Bild der Seite). Er sagt dort:


    "In apochromatic refractor, color should be the same; achromat will show blue in extrafocal."


    Dies ist auch meine Erfahrung. Das kommt wohl von Folgendem:


    Spiegel reflektieren Licht, Linsen brechen es. Daher haben Spiegel keine Farbabweichungen (oder nur die durch's Okular eingeführten), einfache Linsenfernrohre reagieren aber wie ein Prisma (unterschiedliche Brechungswinkel der Farben, siehe Regenbogen). Du hast einen Achromaten (Zweilinser). Der Erfinder des Achromaten, der geniale Herr Fraunhofer, hat dann eine andere Linse aus anderem Material / Glassorte (Kron / Flint) hinter die erste Linse gebaut, die die Strahlen andersherum (!) bricht ("zurûckbiegt") und im Prinzip die farbigen Strahlen wieder zu weißem Licht zusammenfügen sollte. Allerdings hat Fraunhofer es damals zwar geschafft, die beiden Extreme des Farbspektrums (rot und blau) in einem Fokus-Punkt zusammenzulegen. Dieser Punkt stimmte aber mit dem Mittelpunkt des Spektrums (grüngelb) nicht 100% überein. Siehe folgendes Bild; der Fokus von rot und blau liegt weiter außen (extrafokal).




    Par File:Lens6b.svg: DrBob, Piteltravail dérivé Eric Bajart — File:Lens6b.svg, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10473477



    Das führt dazu, daß, wenn man auf grün fokussiert (weil das für unsere Augen am angenehmsten ist), rot und blau (zusammengelegt), von intrafokal, d.h. vom Objektiv her kommend, noch nicht im Fokus ist und einen- "um den Stern herumkreisenden" - blauroten Ring bildet, den man wegen der Licht-Streuung jedoch kaum sieht (an Wega aber schon, weil das ein blauer Stern ist). Demgegenüber sieht man, wenn grün auf extrafokal gestellt ist, einen intensiv blauroten Punkt im Zentrum des Sternscheibchens, weil blaurot jetzt im Fokus (oder nahe dabei) ist. Zur Verdeutlichung habe ich mal einen Ausschnitt aus obigem Bild etwas ergänzt, man sieht es auch auf den Fotos von Detlev (im vorigen Beitrag).





    Zu Schleier und fliegende Mücken auf dem Sternscheibchen: Du kannst das defokussierte Sternscheibchen ruhig etwas größer drehen, dann siehst Du die Ringe besser. Nahe am Fokus ist nur besser, wenn Du auf Astigmatismus testen willst (ovale Sternscheibchen).



    Edit @ Detlev: A propos Deine Sternscheibchen. Wenn Du mal ein bißchen Muße hast, trau Dich mal an das Objektiv ran. Die zwei Linsen müssen näher zusammen (Abstandsplättchen verdünnen, vielleicht hast Du ja auch einen Abstandsring ?); das Objektiv ist unterkorrigiert. Hängt natürlich auch davon ab, ob Du das Objektiv danach (und überhaupt) wieder justieren kannst. Alles natürlich vorher schön markieren (Position Objektiv zum Tubus, Linsen zueinander und zum Tubus, Position der Abstandsplättchen). ... Ich helf Dir.




    Gruß

    Hi Detlev,


    Merciiii !

    Jetzt hab ich verstanden. ...

    Frage mich allerdings, ob sich beim Einfahren nicht der Spreizwinkel der Beine verändert, d.h. die 3 Punkte auf den das Stativ auf dem Boden steht bein Einfahren näher zusammenrücken und beim Ausfahren weiter auseinander liegen. Muß das mal probieren.


    Hier (Bilder 3,4,5) scheint Deine Idee an der Mittelachse eine Stativs verwirklicht zu sein.

    Hallo,


    vielen Dank auch von mir.


    Hatte auch schon nach solchen fahrbaren Kreuz-Hubtischen gefahndet und die Vorschläge von Detlev sind da schon sehr gut, wie auch der Zeichenbrett-Vorschlag von Günter. Ich erinnere mich noch daran, daß mein Vater (Bauzeichner) sowas in seinem Arbeitszimmer stehen hatte, mit einem Riesen-Gegengewicht auf der anderen Seite (was auch noch irgenwie auf die Parallelogramm-Montierung zurückverweist).... Auch die Säulen-Ideen sind super !


    (Ohne zuviel verlangen zu wollen, ... aber) wenn man jetzt das Ganze gewichtsmäßig noch ein bißchen abspecken könnte, wären ja wohl die Teleskop Stative der Zukunft erfunden.


    Gruß

    Hallo Detlev,


    Zitat aus diesem Faden (ich mach mal einen neuen auf, weil das ganze mit Doppelsternen nicht so viel zu tun hat :


    "Bei Rudis Beschreibung musste ich an einen Frisierstuhl mit "Pump-Pedal" denken. Eine Nummer kleiner, also Bürostuhl (ohne Rollen) könnte so etwas eine Plattform für das gesamt Teleskop sein. Wenn der Stuhl 100kg trägt, dann auch ein Teleskop von insgesamt vielleicht 30kg. Aber wie hindert man einen Bürostuhl daran sich zu drehen ohne die Höhenverstellung zu blockieren? Und wie kriegt man das wieder runter wenn es ausgefahren ist? Zusätzlich ist die Bastelei mit Gasdruckkartuschen auch nicht ohne. Bei Montagefehlern hätte die Kartusche genug Wumms um dicke Sperrholzplatten zu durchschlagen!"


    Genau die zwei Ideen (Schreibtisch- und Frisörstuhl) hatte ich auch schon ausgiebig hin und her gewälzt, nicht nur wegen der Zenitproblematik
    beim Refraktor, sondern auch wegen der Balkonbrüstungsproblematik beim Dobson. (Wenn Du mit Dobson horizontnah beobachten willst, stört oft eine Balkonbrüstung).


    Habe aber auch noch nichts 100%iges gefunden, ... aber so was muß doch gehen und muß es irgendwie geben. Habe z.B. diese Hydraulik Mini-Wagenheber gefunden; ... so was müßte man doch auf ein Stativ unter seine alt-/azimutale oder parallaktische Montierung bauen können. Beim Dobson bräuchte man allerdings einen größeren Durchmesser der Hubplattform, weil das Ding ja die ganze Rockerbox, in der Dobson gelagert ist, anheben soll, ähnlich wie bei einer Äquatorialplattform.


    Wenn also jemand noch Ideen in der Richtung hat, ... "je suis preneur" (= ich nehme gerne an).


    Gruß

    Hallo Detlev,

    vielen Dank für den Hinweis mit den apk's. Hatte das auch schon ml irgendwo gelesen und werde das jetzt mal probieren.

    (Hab meinen Komputer wieder, der das vielschichtige und nervige Problem des "intermittent black screen at cold startup" hatte; aber die Reparateure scheinen das definitiv gelöst zu haben !)

    Gruß


    Edit: Es funktionniert nicht mehr, siehe: https://windowsarea.de/2017/12…d-apps-windows-10-mobile/

    Es gibt zwar noch eine andere Möglichkeit: https://www.windowslatest.com/…d-apps-windows-10-mobile/

    aber nachdem ich die ganzen Programme heruntergeladen htte, stieß ich auf folgende Zeile im 2. Link: "Windows 10 Mobile Build 10240 is extremely buggy and it might be unusable". ... Da hab ich das Ganze dann sein gelassen !

    Hallo Dieter,


    Glückwunsch zum Erfolg !


    Ja, es ist schwierig mit dem Refraktor im Zenit zu beobachten.

    Von einem Winkelsucher bin ich auch nicht soo überzeugt, weil da muß man beim suchen "um die Ecke schauen", was mir fast unmöglich erscheint.

    über Rektaszension und Deklination, bzw den Stundenwinkel geht es sicher, siehe hier: http://www.die-talianer.de/html/teilkreise.html , aber da musst Du das Teleskop vorher immer möglichst genau einnorden, was den Spass an der Beobachtung verderben kann.

    Eine andere Möglichkeit ist sich in der Mitte des Stativs eine leicht bewegliche Stange anzubringen, die Du möglichst leicht rauf (Zenitbeobachtungen) und runter (Horizontbeobachtungen) bewegen kannst, ... wie bei einem Photostativ. ... Aber das ist bei einer alt-/azimutalen Montierung einfacher als bei einer parallaktischen.


    Eine 1000ige Lösung scheint es da nicht zu geben.


    Ich freue mich aber riesig, dass Du Dir trotz der Anfangsschwierigkeien, die Freude am Nachthimmel bewahrt hast.


    Also Du kannst natürlich unter diesem Thema weiterberichten. Es ist aber genauso richtig, einen neuen Beitrag aufzumachen. Die Leute schauen auf den Titel und "Justierung" interessiert andere Leute als "Doppelsterne".


    Liebe Grüsse


    Rudi



    Hallo,


    so ich denke, ich habe es jetzt !


    Die Frage war: Warum entsprechen - bei einer mittleren Okularbrennweite von 18 mm (= Mitte der Durchschittsokularpalette eines Amateurastronomen) - 60° scheinbares Gesichtsfeld = 1° (60’) wahrem Gesichtsfeld am Himmel; und dies unabhängig von der Fernrohrbrennweite ?


    Die Antwort ist: weil der Winkel unter dem man die Feldblende (des Okulars) betrachtet, vom Objektiv / Spiegel aus gesehen (= wahres Gesichtsfeld = Winkel α im ersten Bild meines ursprünglichen Beitrags oben) bei 60° scheinbarem Gesichtsfeld des Okulars zufällig IMMER ungefähr 60 mal kleiner ist, als der Winkel (= ε) unter dem man dieselbe Feldblende vom Okularbrennpunkt aus betrachtet (= scheinbares Gesichtsfeld).


    (Meine Zeichnung ist natürlich absolut nicht maßstabsgerecht, bin schon froh, das überhaupt so hinbekommen zu haben).


    Bei einem Okular mit 60° entspricht der Durchmesser der Feldblende immer ungefähr der Okularbrennweite ! (Zu dem "ungefähr" komme ich noch, siehe grüner Text weiter unten)


    Warum? ... Weil wir es - bei 60° - mit einem gleichseitigen Dreieck (= grün) zu tun haben; siehe linke Zeichnung. (Die optische Achse, die den 60° Winkel in zwei exakt gleiche Hälften teilt, führt dazu, daß das Dreieck gleichseitig sein muß.) ! Bei einem solchen Dreieck sind alle Seiten gleich lang und die 3 Winkel des Dreiecks haben jeweils 60°. Der Durchmesser der Feldblende des Okulars ist die «Querverbindung» des Dreiecks. Und diese «Querverbindung» ist genauso lang wie der Radius eines Kreises um den Brennpunkt des 60° Okulars (= +/- Okularbrennweite).





    Mit 6 Okularen des 60° Typs (= linke Zeichnung) kann man also den ganzen 360° Himmelskreis (entweder vertikal oder horizontal) übersehen (an Kugelberechnungen trau ich mich nicht ran; Trigonometrie ist bei mir das Maximum).


    Bei der Sicht von der Objektivlinse auf die Feldblende (= rechte Zeichnung) ist der Radius des Himmels-Kreises (=Fernrohr- und nicht Okular-Brennweite) um den Brennpunkt natürlich viel größer (hier wurde - zur Verdeutlichung - der Brennpunkt des Fernrohrs einfach auf die andere Seite gesetzt, ist ja egal solange die Fernrohrbrennweite gleich bleibt).und die Feldblende entspricht natürlich nicht dem Radius des Kreises, weil hier kein gleichsetiges Dreieck vorliegt


    So: und jetzt trage ich den Durchmesser der Feldblende (die «rote» Linie in der Zeichnung) auf die Kreise (um den jeweiligen Brennpunkt von Fernrohr und Okular) mit dem Radius


    (a) Okularbrennweite und

    (b) Fernrohrbrennweite

    auf.


    Dabei ergibt sich:


    (a) daß ich den Feldblendendurchmesser ungefähr 6 x auf den Kreis mit Radius Okularbrennweite auftragen kann (stimmt natürlich nicht genau, den der Kreis ist eine Kurve und der Weg «in der Kurve» ist länger als die Kombination der 6 geraden Strecken der 6 "Quervervindungen» der gleichseitigen Dreiecke mit 60 ° Winkel; siehe hier 2. Bild = gif-Animation rechts: https://de.wikipedia.org/wiki/Radiant_(Einheit) , und


    (b) daß ich denselben Feldblendendurchmesser (rote Linie) IMMER ungefähr 60 x MEHR auf den Kreis mit Radius Fernrohrbrennweite auftragen kann, und das beinahe vollkommen unabhängig von der Fernrorhrbrennweite von Amateurteleskopen.


    Ich habe das Ganze ausgiebig simuliert:

    • wenn ich die Durchschnittsbrennweite des Fernrohrobjektivs auf die Mitte zwsichen 800 mm und 1500 mm lege, wie in der ersten Excel-Tabelle (pdf) und in meinem Beitrag oben erklärt, komme ich auf einen Faktor (= wieviel mal mehr kann die Feldblende auf den großen Kreis aufgetragen werden) von knapp unter 60x;
    • wenn ich die Durchschnittsbrennweite des Fernrohrobjektivs auf die Mitte zwsichen 700 mm und 2000 mm lege, wie in dem zweiten pdf (Excel-Tabelle) in der Anlage zu meinem Beitrag oben, komme ich auf eine Faktor (wieviel mal mehr kann die Feldblende auf den großen Kreis aufgetragen werden) von 65x;
    • und schließlich habe ich noch was ganz Extremes probiert: wenn ich ein Opernglas mit 100 mm Brennweite auf der einen Seite und ein C 11 mit 2800 mm Brennweite auf der anderen nehme, und daraus die Mitte ziehe, komme ich auf einen Faktor von 69x.


    Die Beziehung zwischen Kreisumfang und Radius ist aber:


    (1) Kreisumfang = 2 * π * r (adius),


    und in Umkehrung:


    (2) Radius = Kreisumfang / 2 * π



    Und da der Kreis 360° hat, ist halt das Ergebnis:

    • beim kleinen Kreis (Winkel zur Feldblende bei Kreis mit Brennweite des Okulars = Durchmesser Feldblende) = 360 / 6 = 60° (siehe 6 gleichseitige Dreiecke für den ganzen Himmel) und
    • beim großen Kreis (Winkel zur Feldblende bei Kreis mit Brennweite des Fernrohrs) = 60x weniger (!) = 360 / (60*6) = 360 / 360 = 1°.

    [Hat also auch damit zu tun, daß ein gleichsetiges Dreieck mit 60° Winkel 6 x in einen Kreis geht und 2 * π (= 2 * 3,14) = 6,28 (aus der Kreisumfangsformel) ganz nahe bei 6 liegt).


    ... Uff !

    Hallo Dieter,


    ok, Du hast die 2.9" des ε Boo nicht auf Anhieb getrennt ... ... Das ist aber keine Katastrophe.


    Auch astronomisches Sehen will gelernt sein. Und da gibt es auch noch andere Zusammenhänge, wie z.B. eine Veränderung des Positionswinkels der beiden Komponenten über die Jahre. Mich hat der ζ Boo (auch ein Doppelstern) mal jahrelang genarrt; siehe meine Anekdote in meinen Monats-Beobachtungsvorschlägen zum Monat Februar hier (unter 1. unterhalb der Doppelsterntabelle): Beobachtungsvorschläge Februar


    Epsilon Bootis heißt auch "Izar"; hier ein Auszug aus einer bekannten Internet-Datenbasis, "Stella doppie", der aber zeigt, daß der Abstand von 2.9" aktuell wohl noch so besteht: https://www.stelledoppie.it/in…on=2&azione=show_popolari

    Und hier (links) noch ein Bild, wie die Sterne zueinander stehen; der schwächere steht praktisch genau nördlich: https://en.wikipedia.org/wiki/Epsilon_Bo%C3%B6tis


    Mach Dir also nicht zu viele Gedanken, weil es nicht auf Anhieb geklappt hat !


    Ich würde - gefühlsmäßig und aus Erfahrung (bin auch schon über 60) - das Ganze auf keinen Fall zuerst auf die Augen schieben. Und auf die Okulare auch nicht (jedenfalls nicht zuerst).


    Ich würde folgende Reihenfolge empfehlen:


    (1) Zuerst würde ich mal noch andere Doppelsterne mit weiteren Abständen versuchen und mich an die Doppelsterne herantasten. Vielleicht fehlt Dir einfach die Beobachtungserfahrung. Wie wäre es, wenn Du zuerst mal α CVn ("Cor Caroli") in den Jagdhunden probieren würdest; der steht so rechtwinklig vom Bootes ab (Richtung Westen) und ziemlich einzeln da. Die Daten sind 2.9 mag und 5.5 mag (fast wie bei ε Boo), aber der Abstand ist 19" ! Oder auch noch Mizar (ζ UMa), der oberste Deichselstern des großen Wagens, der zusammen mit Alkor (dem "Reiterlein") den mit bloßem Auge sichtbaren, sogenannten "Augenprüfer"-Doppelstern bildet. Mizar ist selber wieder doppelt (und die Komponenten sind heller als bei ε Βοο / α CVn) : 2.3 mag und 4.0 mag in 14" Abstand.


    Da kriegst Du ein Gefühl für den Abstand und kannst einschätzen wie "nah" 2.9" sein müssen und Du wirst sehen, ob das Trennen von Doppelsternen überhaupt nicht klappt, oder ob es eine Frage der "Feinheiten" ist. Doppelsterne gelten übrigens auch schon als getrennt, wenn man eine 8 sieht (stehend oder liegend, je nach Position des Begleiters), sog. "Rayleigh"-Kriterium.


    (2) Danach würde ich auf die Justierung des Fernrohrs tippen. Ich habe verstanden, daß Du einen Refraktor hast (ein Omni XLT gibt es auch als Newton: https://www.astroshop.de/teles…0-750-omni-xlt-150/p,7881 ). Der Refraktor geht nicht so einfach zu justieren, wie ein Newton. (Gegebenenfalls müßtest Du da die Reklamationfrist beim Händler im Auge behalten). Aber: man kann die Justierung am Stern testen !

    Suche Dir einen möglichst hellen Stern (z.B. Aldebaran Arcturus = α Boo) und die Maximalvergrößerung (das 6 mm Okular, was Du hast) und dann stelle ihn leicht unscharf (nur wenig), bis Du klar ein Scheibchen siehst. Und dann achte auf die hellen und dunklen Ringe im Sternscheibchen. Sind die zentrisch und möglichst gleich hell oder dunkel ? Hier ist ein Beispiel von Binoviewer in seinem Artikel "Teleskop Tuning", wie das Ganze ungefähr aussehen sollte (oder besser nicht): http://www.binoviewer.at/teleskoptuning/lidltuning2.htm (runterscrollen, 3. Bild). Weil Du einen Refraktor hast, wirst Du zusätzlich noch Farben sehen. Aber die ignorieren wir erst mal. Es geht nur um die hellen und dunklen Ringe.


    Das ganze machst Du einmal intrafokal (Okularauszug - vom Brennpunkt / Schärfepunkt - nach innen gedreht) und einmal extrafokal (OAZ - möglichst gleichweit wie nach innen, = z.B. halbe oder 3/4 Drehung des Rades am Zahntrieb - nach außen gedreht). Es kommt vorallem darauf an, daß intra- und extrafokales Bild möglichst gleich aussehen. Ganz gleich sehen die Ringe aber auch bei den besten Refraktoren nicht aus.


    Dann sehen wir weiter.


    Mach's gut


    Rudi

    Hallo lieber Astropapa und Sohnemann,


    herzlich willkommen ihr beiden.


    Wenn man noch nicht so richtig weiß, wie es weitergeht mit der Astronomie (Kinder sind ja da sprunghaft), empfehle ich immer das hier:

    https://www.amazon.de/Kosmos-B…ernbild-ist/dp/3440117138


    Mit 4.95 € kann man da nichts falsch machen. Das Mini-Buch passt in jede Jackentasche, es enthält - außer anderen Informationen - für jeden Monat (zu möglichst kinderfreundlichen Uhrzeiten, ... obwohl im Hochsommer wird es spät) 5 Karten mit dem Anblick des Himmels (Sternbilder) in den 4 Himmelsrichtungen Ost, Süd, West, Nord, sowie Zenit. Daneben lernt man also gleichzeitig die Himmelsrichtungen, sozusagen mit dem Rücken gegen die eigenen 4 (Haus-) Wände.


    Ansonsten würde ich eine Himmelstour (im Sommer) auf dem Rücken im Gras liegend (oder Liegestuhl) mit Opa's Feldstecher empfehlen.

    Und Besuch einer Sterwarte / Planetarium.


    Viel Freude wünscht