Beiträge von AstroRudi

    Hi Detlev,


    Ja das mit dem "W" (Westen = "Ouest") in Frankreich ist ganz verwirrend und sehr komisch. Osten heißt "Est".


    Eigentlich gibt es das geschriebene (deutsch-englische) "W" nur in Fremdwörtern. Die Franzosen haben das sogenannte "fränkische W" [Frank(en)reich kommt ja von den Franken, aber von den Merowingern / Mérovingiens = Chlodwig / Clovis & Co. (= Ludwig / Lovis -> Louis) und nicht von den Karolingern = Karl der Große & Co.]. Dieses fränkische "W" ist wohl aus dem Altgriechischen "ω" abgeleitet, was ja ja wie zwei aneinandergereihte "oo"s aussieht und auch - je nach Dialekt - als langezogenes "oo" oder als "ou" ausgesprochen wurde.


    Das französische W wird also "Ou" geschrieben, aber wie ein ganz kurzes deutsches "W" ausgesprochen (so wie ein Kind, das sich hinter einer Hausecke versteckt und dann hervorspringt, um andere zu erschrecken: "Oua !" oder eben "Wa !"!


    Eigentlich ersetzt das "V" das "W" im Franzöischen. Im Alphabet heißt der Buchstabe "V" = "We". Wenn Du in Frankreich BMW (Auto) sagst, dann versteht der Franzose BMV; ein BMW ist also in Frankreich ein "BM double V" (also ein "BM Doppel V"). Ein VW wird nicht abgekürzt, sonder "Wolgswagen" ausgesprochen. Man kanndas noch ewig weiterspinnen: ich habe z.B. den (auch) deutschen Namen "Viktor" in Deutschland schon "Fiktor" ausgesprochen gehört, und der "Vers" von einem Gedicht wird in Deutschland "Fers" ausgesprochen, während er in Frankreich "Wer" ausgeprochen wird (ein "s" am Wortende wird nicht ausgesprochen, siehe auch Pari(s).


    Die große europäischen Sprachenverwirrung, oder einfach nur lustig ;) !


    Gruß

    Hi,


    Detlev hat es irgendwie schon angesprochen:


    Was in Frankreich ganz gut läuft sind so regionale (z.T. auf eine Stadt oder einen Kreis bezogenene) Unterforen, meistens auf mehr oder weniger regelmässigen Absprachen von Mitgliedern basierend, die sich persönlich kennen und die einen Beobachtungsabend in der Umgebungvereinbaren (außerhalb der großen Treffen, die ja nur einmal im Jahr stattfinden). In diesen Unterforen wird dann aber queerbeet über alles diskutiert, von Tips zu Teleskopen oder Beobachtungen über Fotografie bis zu Witzen und regelrechtem Quatsch ! Ist nicht besonders technisch / seriös, aber macht Spaß (neben dem Technischen) und zieht offenbar junge Leute an.


    Hier mal ein Link zu den Diskussionen dieser Unterforen https://www.webastro.net/forum…/59-les-rencontres-astro/

    Die Aktivsten (zuletzt, morgen kann das ganz anders aussehen), waren, wie man sieht:


    Pariser Osten

    Touraine

    Elsaß (sehr aktiv, 283 Seiten !)

    Lyon

    Annecy (auch sehr aktiv, 419 Seiten !)

    Toulouse

    Nantes


    Zum Elsaß kann ich noch sagen, daß es da sehr viele, sehr aktive Mini-Astronomie-Clubs gibt (so 5-10 Leute), die das Elsaß-Unterforum nutzen um unter den Clubs zu kommunizieren. (Das Elsaß darf man sich aber nicht so groß wie ein deutsches Bundesland vorstellen, es ist viel keiner = 2 kleine (!) Départements, von denen Frankreich 96 hat, während Deutschland 16 Bundesländer hat. Da kann man abends schon mal von einem Ende des Départements (Bas-Rhin, Haut-Rhin) zum anderen fahren !)


    Wie ist das denn bei Euch, habt Ihr ein Vereinsforum oder läuft das alles über E-Mail ?


    Gruß

    Hallo Thomas,


    wollte mich nochmals für den zur Verfügung gestellten Vortrag (pdf) bedanken. Ich habe jetzt, besonders das zu zur Farbquerabweichung, nochmals genau gelesen. (Die Mathe habe ich weggelassen;)).


    Also ich verstehe, daß die Farbabweichungen im Bildfeld (nicht so sehr im Zentrum, obwohl da auch ein bißchen), z.B an den Rändern des Vollmondes auch durch die Farbquerabweichung verursacht werden.


    Was ich noch nicht so richtig verstanden habe, ist, warum die Farben links und rechts am Mondrand, aber auch links und rechts an jeder der Streben des “Besens” der Antenne auf dem Dach des Nachbarn verschieden sind: auf der einen Seite grüngelb auf der anderen blauviolett. Es sind also genau die Farben, die am nächsten am grünen Fokus sind (intrafokales Sternscheibchen: gelbgrün innen und blauviolett außen; extrafokales Sternscheibchen genau umgekehrt: blauviolett innen und grüngelb außen).


    Zuerst dachte ich, es käme von einer Verkippung des Objektivs (im Verhältnis zur Achse), aber bei meinem 16x70 Fujinon (und bei meinen Suchern) ist das - beim 16x70 an beiden Objektiven - auch so.


    Ich vermute jetzt, daß das davon abhängt, von wo das Sonnenlicht kommt; denn das fällt mir nur am Mond und an der Antenne auf (Reflektion) und nicht am Sternscheibchen (Eigenlicht des Sterns). Hier mal eine Zeichnung mit schräger Einstrahlung des reflektierten Sonnenlichts (am Mondrand).



    Blauviolett ist noch nicht im Fokus, deshalb der Ring, (dunkel-) Grün ist im Fokus und hellgrün ist schon wieder außerhalb des Fokus (auf der anderen Seite). Da das Licht schräg einfällt, sieht man auf der einen Seite die intrafokale nächste Farbe zum Fokus, auf der anderen die extrafokal nächste.


    Soweit meine Vermutung hierzu (keine Ahnung, ob das so stimmt).


    Aber am Sternscheibchen im Zentrum des Telekops (auf der Achse und Eigenlicht des Sterns), ist es schwieriger zu verstehen, warum die Farbreihenfolge sich ändert, wenn man den Linsenabstand verändert (das habe ich ganz klar gesehen; siehe meine Zeichnung zum Ronchi-Gitter weiter oben; man sieht es aber auch am Mondrand und an der Antenne). Zwar sagt Dein pdf auch (S.9), daß die Längsabweichung der Farben alleine auch schon eine Querabweichung produziert [siehe die Ringe in meiner Zeichnung, die ja schon - etwas (ganz leicht) “im Feld” sind, und nicht 100% auf der optischen Achse], aber das dürfte doch nicht sooo viel ausmachen?


    Während Alois und Gerd in diesem, oben schon zitierten Beitrag sagen, daß man durch den Linsenabstand nur die sphärische (und nicht die chromatische, also nicht die längsabweichende) Abberration korrigieren kann (wohl weil die Längsabweichung durch die Glassorten “fixiert” wird; Gerd drückt sich allerdings etwas weniger kategorisch aus), scheint Wolfgang das in obenzitierten Beitrag nicht so klar zu bestätigen, man könnte sogar das Gegenteil herauslesen (Passage beginnend mit: “Der Foucault-Test dokumentiert, daß man es mit einem ausgeprägten Sekundären Spektrum zu tun hat ...).


    . ... Da muß ich nochmal ein bißchen lesen


    Spannend !



    Edit: hier noch ein Beitrag von Wolfgang mit dem sugesstiven Titel: "Das Spiel mit Farblängsfehler und farbabhängigem Öffnungsfehler bei Refraktoren". Es geht da allerdings um einen Apo.

    Hallo Thomas und Detlev,


    Eure Diskussion hat mich an folgenden Beitrag von howdii aus einem österreichischen Forum erinnert, den ich noch auf dem Komputer hatte. (Er würde auch zum "Zwei Achromaten"- Beitrag passen):


    http://nightsky.at/Art/Meade_Achromat/


    Da steht (Intensiver Startest) folgendes:


    "Freilich zeigte das Beugungsbild immer noch die 8 kurzen Spikes, und natürlich waren auch die langen Spikes von der Fadenbefestigung meines Obstruktionplattls zu sehen".

    Das von Detlev vorgeschlagene "Faden-Kreuz" macht also lange Spikes !


    Wo die kurzen Spikes herkommen, steht weiter oben in dem Beitrag unter "Erste Eindrücke":


    "Zudem ist der Flansch am Tubus mit vier Schrauben befestigt, die in den Strahlengang ragen!"


    Und dann unter "FirstLight":


    "Irritierend war ein Geflirre von "Spikes" um den hellen Stern. Im ersten Moment denkt man an Pinching, also verspannte Optik. Bei genauerer Betrachtung des intra- und extrafokalen Bildes sah ich in einer Richtung Strahlen aus dem Beugungsbild, in der anderen Richtung Eindellungen am Rand, sah irgendwie aus wie ein Zahnrad. Verspannung? Hm, - halt! Da sind doch vorne vier Schrauben, die in den Strahlengang ragen! Also, das sind die Bösewichte, die Verursacher der 8 Spikes, ....


    Nur so zur Inspiration, ... keine Ahnung, ob das funktionniert ! (Du mußt ja nicht unbedingt längere Schrauben in Deine Fassung eindrehen, vielleicht kann man Plastik-Spitzen innen in der Taukappe aufkleben !)


    Viel Spaß

    Hallo Chris,


    ich bin auch müde !


    Man kommt sich vor wie der einsame Rufer im Wald. Und ich meine Detlev, der Dritte im Bunde außer Thomas und mir, hat auch schon mal so was ähnliches gesagt !


    Let it go !


    ...


    ...


    ...


    Dennoch schade !


    (Aber ob es mit Montierungen besser läuft ? ... Die Zeichen der Zeit sind einfach nicht günstig.)


    Alles Gute

    Hallo Thomas,


    danke für Deinen Beitrag. Ich komme sicher noch darauf zurück (wenn das Forum bis dahin nicht dicht ist); aber ich habe gerade meinen Bericht von gestern abend fertig und stelle den mal schnell hier ein (und dann werde ich den gesamten Thread bei mir auf dem Komputer abspeichern).


    ----------------


    Hallo,


    gestern gab es bis ca. 22 Uhr eine Wolkenlücke, wo das Seeing meiner Meinung nach sehr gut war (habe vergessen auf Meteoblue zu schauen, und ich weiß nicht wie man da die Situation von gestern sieht, oder ob das überhaupt geht).


    Hier ist die Farbreihenfolge, intra- und extrafokal, die ich an Sirius gesehen habe. Das Ganze muß man sich intrafokal sehr verschwommen vorstellen (Ringe “ausgefranst”, konnte das in Inkscape nicht darstellen) und extrafokal scharf abgegrenzte Farbringe.



    Auf beiden Seiten (intrafokal und extrafokal) gibt es einen Punkt, wo man die Farbreihenfolge am besten sieht; der ist irgendwo zwischen “kleine Scheibchen nahe am Fokus” und “etwas größere Scheibchen” (aber nicht "große" Scheiben, wo die Bilder "schöner" sind, weil weniger Details). Manche Farben bilden nur sehr schmale Ringe (wie z.B. blau extrafokal), die muß man mit einer Verstellung im mm-Bereich am Rädchen des Okularauszuges “herauskitzeln”, aber Blau z.B. war auch ganz klar da.


    Ehrlich gesagt,ich bin sehr zufrieden mit dem Objektiv; alle Farben sind vorhanden, sowohl extrafokal (grün, gelb, rot, blau, violett in zwei Tönen, der Punkt in der Mitte ist der Fokus der jeweiligen Farbe), als auch intrafokal, wo die Farben außen, d.h. violett (ganz außen, ganz schmal), blau (dominant) und rot (schmal innen) wegen der Luftunruhe ineinander verschmelzen, während noch weiter innen der Übergang von gelb zu grün “fließend” ist.


    Ich habe die Farbreihenfolge noch nie so komplett gesehen (bei meinem alten, schlechten Objektiv sah ich sowieso nur drei) und ich denke sie ist auch richtig (wenn man intrafokal das Scheibchen so einstellt, daß ein hellgrüner (dunkleres grün wäre ja Fokus) Punkt im Fokus ist, ist außen violett und blau, stellt man das Scheibchen extrafokal so eine, daß innen ein violetter Punkt ist, ist außen hellgrün / grüngelb.


    Also müßte die Korrektur des Farblängsfehlers (chromatische Aberration) wohl eigentlich so sein, wie sie sollte. Die Bilder sind allemal so gut, wie bei dem Zeiss Achromaten von Wolfgang, auf den ich oben verwiesen habe.



    Dasselbe (im Verhältnis zum Zeiss) gilt für die Form / Qualität der Sternscheibchen. Das ist bei dem von Wolfgang gezeigten Achromaten (intrafokal- und extrafokal umgekehrt als bei mir) extrafokal auch nicht besser, als bei meinem Objektiv (intrafokal). Ich meine aber, daß da, gerade wegen der schlechteren, “ausgefranstem” Sternscheibchen intrafokal bei meinem Objektiv (und extrafokal bei dem Zeiss), noch ein geringes Verbesserungspotential bei der sphärischen Aberration besteht. Ich werde also nochmals versuchen, den Abstand zu vergrößern, ohne die Farbreihenfolge deutlich zu verändern.


    Getestet habe ich meistens an Sirius; Prokyon ging auch noch gut, Regulus war schon zu dunkel. Deswegen funktionniert das mit dem Polarstern auch nicht so richtig (obwohl der den großen Vorteil hat, daß da der Stern nicht aus dem Gesichtsfeld “rauswandert”), weil der auch zu dunkel ist. Im Sommer ist es dann wohl am besten an Wega zu testen. Dabei will ich auch noch darauf hinweisen, daß man nicht immer mit dem “stärksten” Okular testen muß. Mein “stärkstes” hier ist ein 4 mm Kasai Ortho (Vulcano Top), welches eine 220-fache Vergrösserung und eine Austrittspupille von 0.45 produziert. Das kann, je nach Seeing, einen 100 mm Refraktor schon deutlich überfordern. Ich bin gestern über 6 und 7 mm, 8 und 10 mm bis zum 12.5 Baader “Genuine” (70-fach) runtergegangen und habe die Farbreihenfolge immer noch gut gesehen (ich habe allerdings - nach zwei Objektiven - inzwischen auch ein bißchen Erfahrung mit dem Ganzen).


    Den Beugungsring im Fokus habe ich auch gesehen (sogar mehrere). Ideal wäre es, wenn man den Durchmesser des Sterns im Fokus messen könnte, weil Wolfgang in dem Zeiss-Achromat-Beitrag (nicht APO-Beitrag) sagt, daß eine falsche Farbreihenfolge den Stern im Fokus aufbläht. Aber da bräuchte man wieder ein Mikrometer-Okular und ich wollte ja Methoden finden, um ein Objektiv mit einfachen Mitteln zu testen. Das mit dem Mikrometer-Okular wäre aber auch nicht einfach, weil Sirius tief steht und die Luftbewegung immer eine Rolle spielt. Ich denke aber, das ist auch nicht nötig, weil wenn man den / die Beugungsring(e) sieht, bedeutet dies ja, daß das fokussierte Sternscheibchen nicht mit dem ersten Beugungsring "verschmilzt".


    Also ein Cheshire-Okular braucht man schon (um die Zentrierung des Objektivs sicherzustellen), ... aber die gibt’s für 39.- € neu und gebraucht noch günstiger. Ansonsten kann man - Geduld und etwas Erfahrung (= nicht beim ersten Versuch) und gutes Seeing vorausgesetzt - allein mit der Farbreihenfolge am Stern (siehe meine Zeichnung oben) und der Form der intrafokalen und extrafokalen Sternscheibchen (dazu sei nochmal Binoviewer zitiert), die Qualität / Leistung eines Objektiv ziemlich gut abschätzen.


    Was ich nicht gesehen habe, war der Begleiter von Prokyon (α CMi) im kleinen Hund: die Daten für diese Doppelstern-Herausforderung sind: m1 = 0.4; m2 = 13.0; d =4”6. Aber ich bin mir nicht sicher, ob das mit einem 4 Zoll Refraktor überhaupt machbar ist und die Luft- und Lichtverschmutzung hier im “lothringischen Ruhrgebiet”, sowie zwei Strassenlaternen mit Streulicht spielen da sicher auch noch mit.


    Ich stelle auch noch “echte Bilder” rein; mein künstlicher Stern ist fertig, aber das Problem ist, daß ich wegen des “Nicht in dem Fokus kommens” mindestens 15 m Abstand zwsichen künstlichem Stern und Refraktor(objektiv) haben muß. Das ist innerhalb meines Hauses nicht zu realisieren und außerhalb ist das Wetter zu schlecht.


    Ciao

    Hallo Simon,

    danke für deine Ehrliche Antwort.

    ... das Teleskop eher ein Sammlerobjekt ist welches Wertmässig in Zukunft noch Steigerungspotential hat.


    Den Bildern nach zu urteilen ... ... .......

    "Den Bildern nach zu urteilen" intessiert - richtigerweise - keinen (normalen) Menschen !


    Ansonsten: "Meinst Du Ehrlichkeit lohnt sich nicht" ?


    Oh, doch! Wart noch ein paar Jährchen ab. ... [Ich weiß schon, ich sage jetzt die Zukunft voraus, ... ... und das ist immer auch "Spekulation", ... ... ... aber eine (etwas) andere].
    Aber wie auch immer: "wertsteigernd" wird sich die Zukunft (bei dem Objekt, um das es geht) mit Sicherheit nicht auswirken.


    Gruß

    Hallo Simon,


    ich bin beileibe kein Experte.


    Aber, ... ich würde mir besonders das Objektiv schon sehr, sehr genau ansehen (und auch unbedingt mal länger durchsehen wollen, bei Tag und bei Nacht), denn das kann man bei so einem (teuren) Stück verlangen (gegebenfalls ein Rückgaberecht vereinbaren; ... das ist bei Auktionen nicht automatisch gegeben). Denn:

    • Erstens ist das Fernrohr 100 Jahre alt (und das Objektiv sollte es daher auch sein, sonst fällt der Wert des Gesamtstückes , auch wenn es ein gutes Objektiv ist).
    • Zweitens kann zwar auch nicht jeder die Mechanik (Montierung) reparieren, aber es gibt wenigstens ein paar Leute, die eine Drehbank haben. Aber was Leute betrifft, die ein pilzbefallenes Objektiv reinigen können, oder selbiges gar reparieren können, so muß man die mit einer sehr starken Lupe suchen. Außerdem wird die Repartur teuer.
    • Dittens ist es, wie gesagt, schwierig festzustellen, ob es noch das Original-Objektiv ist. Auf meinem Meade 100 mm Refraktor steht vorne auf dem Schraubring des Objektivs 102/900 mm Meade Objektiv, obwohl es jetzt ein Wollensak-Objektiv ist, welches 102/880 mm hat, weil der Schraubring von meinem neuen (Wollensak-) Objektiv (auf dem die Daten des Wollensak stehen) nicht auf die - viel bessere - Fassung des alten Meade Objektives passte. Und ich wollte, weil sie viel besser war (= einstellbar), unbedingt die alte Fassung behalten).

    Also aufpassen und vorsichtig sein ! Meiner Meinung nach kannst Du (außer Du bist ein ganz großer Experte) gar nicht feststellen, ob es überhaupt und wirklich noch das Original Zeiss Objektiv von 1920 ist (sondern vielleicht eines aus China mit gleicher Brennweite) ! Es darf, um ein original zu sein, weder grünlich, noch bläulich, noch violett schimmern, denn eine Vergütung gab es damals noch nicht. Gegebenfalls unbedingt schriftlich garantieren lassen.


    [Übrigens: Sind auch die Original-Okulare (und vielleicht noch sonstiges Zubehör) dabei ? ... Selbst wenn alles andere original wäre, wäre es schade, wenn nicht, weil dann irgendwie etwas am Gesamtpaket fehlte.]


    Es gibt aber auch "Liebhaber", die wollen so was unbedingt als Schaustück bei sich im Wohnzimmer stehen haben (und gar nicht durchsehen) oder es "einbalsamieren" und "einmotten", um dann in weiteren 100 Jahren nochmals den doppelten oder mehrfachen Preis zu erzielen. ... ... ... Das ist dann etwas gaaaanz anderes ;)!


    Gruß und viel Erfolg !





    So, jetzt habe ich den Refraktor (bzw. das Objektiv) erst mal wieder in den Originalzustand versetzt, mit dem schmalen transparenen Abstandsring.

    Ich sehe, am tage, keinen Unterschied, ... außer daß die Farben an den Rändern der Dachantenne des Nachbarn verschieden sind.


    Ich fange also noch mal bei Null an. ... Ich habe kein Problem damit, so ist das Leben !


    Nach dem ersten Beitrag von Wolfgang in meinem vorigen Beitrag, scheint das Geheimnis darin zu liegen, daß man die Über-/ Unterkorrektur (schlechte Sternscheibchen-Abbildungen, also sphärische Aberration) beseitigen muß (weil die falsche Korrektur Licht in die Beugungsringe verschiebt, wie der Fangspiegel bei einem Reflektor) und dabei gleichzeitig darauf achten muß, daß die Farbschnittweiten nicht zu weit auseinanderliegen (Farblängsfehler, sekundäres Spektrum, chromatische Aberration), was die Bildschärfe (höhere Vergrößerung) verschlechtert.


    Es handelt sich also um einen Kompromiß (wie meistens im Leben) zwischen sphärischer und chromatsicher Aberration; wenn man einen Achromaten und keinen Super-APO, wie den Zeiss APQ hat (siehe oben in meinem letzten Beitrag).


    Um die Farbreihenfolge (außen am, und innen im Sternscheibchen) zu sehen, muß ich mir aber erstmal einen künstlichen Stern basteln. ich habe das mit einer Taschenlampe und einem Nadel-Loch in einer Alufolie versucht, aber das Licht war nicht hell genug; ich muß mir also eine weiße LED besorgen (habe hier nur rote rumliegen). [ Hier ist noch ein anderer Vorschlag (3. Beitrag), wie man das machen kann. Das ist eine Rarität, ein Beitrag von Wolfgang auf astronomie.de !]


    Dann werde ich die Farbreihenfolge bei verschieden Abständen der Linsen aufzeichnen oder abfotographieren und gleichzeitig auf die Qualität der Sternscheibchen achten.


    Als weitere Komplikation kommt offenbar noch die Möglichkeit eines Design-Unterschiedes hinzu, was Company Seven hier schreibt (neben dem Bild mit dem Reiher):


    "Achromatic objectives can bring either red and green or green and blue to focus. In this lens design red and green are at focus, while blue is slightly out".


    Das kommt mir im Moment noch Spanisch vor, weil ich dachte Fraunhofer Achromaten hätten zwei Fokusse; einen bei grün und einen dort, wo blau und rot zusammengelegt sind. ... Aber das scheint nicht durchwegs so zu sein. Fraunhofer bringen offenbar einfach zwei Farben (mit grün drei) zusammen.


    Aber ich habe ja Zeit !


    Gruß

    Hier noch zwei Zeiss-Objektive (in Berichten von Wolfgang auf seiner Internet-Seite) im Vergleich:


    • zunächst ein Achromat, der mir unterkorrigiert erscheint (weil die Sternscheibchen extrafokal deutlich schlechter sind), wo Wolfgang aber mit einem Ebay-Objektiv vergleicht, welches er offenbar für schlechter hält, wohl weil es noch mehr unterkorrigiert ist und bei dem die Farben ganz anders sind (3. Bild oberer Teil) : http://r2.astro-foren.com/inde…80-1600-rc-index-14dot329

    Es ist mir schon klar, daß ein Achromat kein APO ist (und umgekehrt) und daß bei dem gezeigten Zeiss-APQ alles perfekt ist, weil - zusätzlich zu den auf beiden Seiten gleichmäßigen Sternscheibchen - auch noch keinerlei Farben, bzw. -abweichungen zu sehen sind; ... es handelt sich sozusagen um die "eierlegende Wollmichsau".


    Aber die Frage bleibt, wie das bei der Sau ist, die keine Eier legt: ist eine mit intra- /extrafokal gleichmäßigen Sternscheibchen besser, oder eine, die die "richtige" Farbreihenfolge zeigt (und wenn letzteres besser ist, was ist die "richtige" Farbreihenfolge) ?


    Ich schwimme im Moment total !


    Gruß

    Hallo Thomas,


    vielen Dank. Ich freue mich riesig über Antworten, weil ich mit meinen praktischen Versuchen doch ziemlich im Nebel herumstochere.


    Ich habe leider nicht alles verstanden, was Du sagst, besonders das zum Thema Überlagerung von chromatischer Abberation mit sphärischer Aberration und zu den Farben in der Brennebene.


    Wenn Du einverstanden bist, wollte ich also nochmal mit dem anfangen, was ich beim Sterntest (intra- / extrafokal und mit dem Rochi-Gitter) gesehen habe. (Mir geht es im Endeffekt darum, mit einfachsten Mitteln, einfache Kriterien zur Beurteilung eines Refraktorobjektivs zu finden).


    Bei meinen Beobachtungen habe ich aber zwei - auf erste Sicht kontradiktorische - Dinge festgestellt.


    1 Erstens habe ich, beim Sterntest, ganz klar eine Überkorrektur gesehen, also wie auf dem folgenden Bild, aber intra- und extrafokal umgekehrt, weil das ja Bild eine Unterkorrektur darstellt (das Bild hatte ich weiter oben schon mal gezeigt).



    Also:

    • extrafokal übertrieben scharf gezeichnete Ringe und
    • intrafokal quasi überhaupt keine Ringe, ... nur Schlieren.


    ==> Die - wie ich meine - unausweichliche, logische Konsequenz ist: ... die Linsen müssen weiter auseinander ! (Edit und sorry für die mögliche Unklarheit: ... auf dem gezeigten Foto ist die Situation intra- und extrafokal natürlich umgekehrt und - vorallem auch - die Konsequenz umgekehrt: die Linsen müssen auf dem Foto (nicht bei mir !) natürlich näher zusammen, weil dort Unterkorrektur herrscht).



    2. Zweitens habe ich die Farben an den Streifen des Ronchigitters, die ich - nach der deutlicher Erhöhung des Abstandes - gesehen habe (ich habe auch Fotos mit dem Handy gemacht, aber die Farben der Fotos entsprachen in keinster Weise denen, die ich gesehen habe) mit denen des Fotos eines - sphärisch - auf grün optimierten anderen achromatischen (also im Prinzip Flint / Kron-Glas) Refraktors verglichen, welches M. Ludes (Bild unten links = Weißlicht) zufällig gleichzeitig mit meinen Beobachtungen ins Netz gestellt hat. Ich traue mich (aus Urheberrechtsgründen) nicht, dieses Foto hier reinzukopieren, aber ich habe es mal mit Inkskape nachgestellt und daneben eine Zeichnung gesetzt, wie mein Ronchi-Test nach Erweiterung des Linsenabstandes aussieht.



    ...................M. Ludes................was ich gesehen habe (grosser Linsen-Abstand)


    Man sieht, die Farben sind nicht identisch (die braunen Linien sind das Gitter). Ich bin mir aber ziemlich sicher, daß die Farben am Rand der Ronchi-Linien bei M. Ludes ziemlich identisch sind, mit denen, die ich bei Verwendung des ursprünglichen, sehr schmalen Abstandsringes bei meinem neuen Objektiv sah.


    (Edit: vergaß noch zu sagen: ich weiß nicht mehr, wie die Farben links und rechts der mittleren Gitter-Linie waren; wahrscheinlich war da nicht viel; ich habe sie deshalb weggelassen)



    ***


    So und jetzt habe ich ein “ganz kleines;) Problem: Was ist (für eine gute Abbildung) wichtiger:

    • weder Über-, noch Unterkorrektur zu haben,
    • oder die “richtigen” Farben links und rechts der Ronchi-Linien (oder intra- / extrafokal außen am Rand des, bzw. innerhalb und im Zentrum des Sternscheibchens) zu haben.


    Ich habe jetzt das Gefühl, daß die Farben egal sind.


    Ich lese das auch aus Deinem Hinweis heraus, daß bei unterschiedlichen Glassorten / Objektiven die Farbabfolge an verschiedenen Stellen der Brennebene (Zentrum / Feld / Rand) sowieso verschieden ist. Ich habe auch mal gelesen, daß alle Objektive (egal ob Achromat, ED, Halb-Apo und Apo) sowie so gerechnet sind, daß alle Farben bei einem Radius von 0,7070 (70%) des Linsenobjektivs vom Mittelpunkt aus gemessen (siehe die y-Achse Deines Takahashi-Schemas) am engsten zusammenliegen.


    Das rührt offenbar daher, daß die Optik-Rechner (wohl berechtigterweise) meinen, wenn man den Punkt der Linsenfläche optimiert, der die Hälfte der Fläche darstellt, die Veränderungen in der Mitte und am Rand vernachlässigbar sind. Ein 100 mm Refraktor hat aber eine Fläche von (π*r^2 = 3,14*(50*50= 2500) = 7854 mm^2. Die Hälfte davon ist 3927 mm^2. Der Radius der halben Fläche ist dann F/π; also 3927/3,14 =35,35.


    Der neue Radius im Verhältnis zum ursprünglichen Radius ist dann 35,35 / 50 = 0,7070.


    • (Exkurs: vielleicht sollten wir uns angewöhnen, Deep-Sky und andere Objekte nicht im Zentru, sondern bei 1/3 Abstand vom Rand des Gesichtsfeldes zu betrachten ? ...:))


    Also ich schließe eigentlich aus dem Ganzen daß es “wurschtegal” ist, wie die Farben am Rand des Ronchigitters aussehen, wenn nur die Sternscheibchen intra- und extrafokal möglichst gleich (gut) aussehen ! ... Dann ist das Objektiv optimiert ! Der Rest ist Ausdruck der Kreativität des Optik-(Be-)Rechners oder der Endkontrolle.


    ... Was mich schließlich zu “Wollensak” führt. ... Die Firma existiert nicht mehr, es handelt sich um einen gekauften “Brandname”, der überall draufstehen kann, wenn er durch die Hände von “SurplusShed” gegangen ist, d.h. der Firma, die den “Namen” gekauft hat (siehe unter “References”, 1. Eintrag hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Wollensak


    ***


    Jetzt bin ich aber selber “baff” über meine Schlüsse ! Ich hoffe ich liege nicht total daneben !


    [Was mich noch stört und mich zweifeln läßt an meinem “wurschtegal"-Schluß, ist, daß bei Deinem Takahashi-Schema (Bild in Deinem letzten Beitrag), bei 0,7070 tatsächlich auch rotblau auf der einen Seite (rechts) liegt und limonengrüngelb auf der anderen (links), was darauf hindeuten könnte, daß die Linien links und rechts von den Ronchi-Linien doch so aussehen sollten, wie bei M. Ludes. ... Aber dann sehen die Sternscheibchen ja wieder wie am Anfang / = umgekert wie das Bild oben aus (intrafokal “grottenschlecht” und das Objektiv ist wieder überkorrigiert ???]


    Was meinst Du ?


    Ich habe heute noch einen Beitrag von Alois (einem Praktiker, von dem ich sehr viel halte) auf einem anderen Forum gefunden (7. Beitrag des Threads; 29.09.2018, 23:27:39):

    http://www.astrotreff.de/topic…229579&whichpage=1#813446 (ich lese daraus, daß man Über- / Unterkorrektur korrigieren muß !)


    Kopfkratzende Grüße

    Hallo Thomas,


    Das Folgende Ist (ingesamt) "off topic":


    Ich habe genau das gleiche Problem mit Google Earth. Jedesmal, wenn ich mir - irgendwo in Europa - etwas genauer anschauen will, z.B. Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Hotels oder so was, ... kommt "Captcha" / Robot.


    [Du bist einfach eine aussterbende Ausnahme: ... Du weißt noch, was "Datenschutz" bedeutet :)! Leider ist das 99% aller Internet-Menschen "sch..ß.gal. ... ... Die haben halt noch nicht verstanden, daß das das frühzeitiges Ende ihrer Freiheit bedeutet / sein wird; .... genauso wie die Lichtverschmutzer nichts verstanden haben.]


    :?:Von Folgendem weiß ich (noch) nicht so richtig, ob es Wahrheit oder Karikatur ist:


    Wenn ich in meinem Browser (ohne daß der läuft !!!), ... bei mir ist es " Firefox", Cookies zulasse, habe ich kein Problem mehr mit Robots und Captcha bei Google Earth. ... Daraus folgt m.E.:

    1. die logische Frage: was ist die (ökonomische) Beziehung zwischen Firefox und Google Earth ? ... ... ... Kann eigentlich nur Korruption sein, denn Firefox ist (ursprünglich mal) als DER "Privacy"-Browser angetreten.
    2. Wenn ich mich (datenschutzmäßig) nackt ausziehe (weil ich den hochkriminellen "Datenklau" samt "Datenhehlerei" (Geldverdienen durch Weiterverkauf meiner Daten) zulasse, dann darf ich (bei Google Earth) sehen, wohin ich möglicherweise in Urlaub fahren (und wo ich Geld ausgeben) werde. Wenn ich das nicht tue (Cookies zulassen), muß ich - aus Informationsmangel - leider zuhause bleiben (he, he, ... ooh !).
    3. Das ist die Konsequenz von aufgezwungener Reklame: ... die Leute lesen sie einfach nicht mehr, selbst wenn diese RIESENGROSS und in blinkender LEUCHTSCHRIFT bei ihnen ankommt. Sie suchen sich dann andere Wege, um ihren Urlaubsort zu finden !

    Ergo: man kann den Datenklau auch gleich ganz sein lassen. ... ...


    (Aber bis die Datendiebe das merken werden (nämlich, daß sie ignoriert werden), brauchen die noch mindestens 100 Jahre :evil::evil::evil:!) :?:


    Rudi

    Hallo,


    Thomas, Dein Sternhaufen M 52 ist sehr schön geworden; ... ganz in der Nähe wäre noch der “Bubble”-Nebel. ... ... Aber es gibt ja auch noch andere Dinge im Leben; man kann nicht jeden Abend Astronomie betreiben. Aber man fühlt sich quasi verpflichtet, wenn es bei uns einmal so eine stabile Wetterlage gibt !


    Wollte nur noch mal kurz berichten, wie das mit dem Achromaten weitergeht. Also ich habe jetzt - immer noch mit dem dicken Abstandsring, d.h. ohne das Objektiv noch mal aufzumachen, die Linien links und rechts vom Fokus genau analysiert:

    - am Tage an einem weißen Kabel, welches zur Antenne auf dem Dach meines Nachbarn führt, und

    - bei Nacht an Sirius mit dem Ronchi-Gitter, auf das ich einfach mit Klebeband das abgeschraubte Obterteil eines 6 mm Plössl Okulares befestigt habe (150-fache Vergrösserung).


    An dem Antennenkabel sehe ich jetzt auf der einen Seite / Kante gelbe und rote Linien; auf der anderen Seite / Kante blaugrün. Dasselbe an Sirius an den Rändern der schwarzen Streifen im Ronchi-Okular (auf 3 oder 4 Linien reduziert). Und die Linien im Rochi sind gerade !


    Wenn man sich jetzt überlegt, was an einem Achromaten passiert, bei dem ja die roten und die blauen Linien des Spektrums zusammengelegt werden, dann könnte man sich das folgendermaßen vorstellen:


    Man nehme ein Spektrum (das folgende stammt von wikipedia und unterliegt einer GP-Lizenz):



    und knicke das spektrale Maßband



    bei 550 nm ab (ganz genau bei 546 nm; siehe den Link auf die Reklame von M. Ludes weiter oben), sodaß die linke und die rechte Seite (vom Knick an) übereinander liegen. Sonst kann das Ergebnis ja nicht dieses sein (Bild auch von wiki).





    Da im Spektrum die Grenze zwischen Rot und Gelb 50 nm weiter oben (rechts) liegt als Grün (längere Wellenlänge, d.h. bei 600 nm) und die Grenze zwischen Blau und Grün 50 nm weiter unten (links) liegt (kürzere Wellenlänge als Grün, also bei 500 nm), müßte durch das “Abknicken des Maßbandes” beim Achromaten also nicht nur rot (650 nm) und blau (450 nm) am Ende des Spektrums übereinander zu liegen kommen, sondern (u.a.) auch die Farben an den Grenzen Grün / Blau und Gelb / Rot müssten übereinander liegen. Sie liegen ja beide - in entgegengesetzten Richtungen - jeweils im gleichen Abstand von 50 nm von Grün = in der Mitte).


    Da ich diese beiden Farbkombinationen (Gelb-Rot und Grün-Blau) bei leichtem Unscharfstellen jeweils direkt links und rechts (intra- und extrafokal) des fokussierten weißen Antennenkabels und der dunklen Linien des Ronchi-Gitters an Sirius sehe, müßte ich mit dem Abstand der Linsen (dicker Abstandsring von 1.4 mm) jetzt eigentlich richtig liegen.


    Hoffentlich ist da jetzt kein Raisonnements-Fehler drin; ... vorher, mit den dünnen "Alufolien"-Abstandsplättchen waren die Farben jedenfalls an den Kanten "Limonengrüngelb" auf der einen und "BlauRot-Violett" auf der anderen Seite, was logischerweise darauf hindeuten müßte, daß die Mitte (= der "Abknickpunkt des Maßbandes") auf dem Spektrum vorher weiter links lag (vielleicht bei 510 nm, also "blauverschoben" hin zu den kürzeren Wellenlängen und nicht bei Grün (550 bzw 546 nm)).


    Allerdings sind andererseits die Abbildungen der Sternscheibchen (siehe Binoviewer-Link weiter oben) intrafokal und extrafokal noch nicht so schön, wie sie sein sollten. ... Ich werde also bei Gelegenheit den Abstand noch mal etwas reduzieren, ... und hier berichten.



    ***


    Übrigens mein Binoviewer Sucher ist jetzt fertig.


                  


    Die Konstruktion zittert ganz leicht, wenn man an den Sucher dranstößt (aber nur ein bißchen, nicht sehr, weil sie aus Holz ist; ich hatte zunächst eine Konstruktion aus Aluleisten, die zitterte wie Espenlaub).


    Ich habe ihn gestern abend am Eskimo-Nebel ausprobiert. Wenn ich das 30 mm Aufsuch-Okular nehme, geht der Doppel-Einblick natürlich nicht, weil das Okular wegen seiner Größe zu hoch kommt (und der PAZ auch weiter nach außen gedreht werden muß, sodaß die Einblicke nicht nebeneinanderliegen), aber mit dem 10 mm eudiaskopisch ging es sehr gut (hatte den Eskimo mit dem rechten Auge im Sucher und mit dem linken im Refraktor). Man muß beim Eskimo sowieso höher vergrößern (100 x ?) , um ihn zu finden, sonst sieht er aus wie ein (Doppel-)Stern (ein Stern findet sich direkt oberhalb im Zenitprisma). Oder mit UHC / O III suchen (stechend grünes Licht) des vermeintlichen Sterns.



    Clear Skies

    Ok, "let's wait and see" !


    [Ich bestreite nicht, daß das Ganze in guter Absicht geschehen ist. Ich sage also nur noch, daß es einen schönen deutschen Spruch gibt, der da lautet: "jemandem einen Bärendienst erweisen" ! Und wenn der falsche Dienst (in guter Absicht und für eine gute Sache) erst mal geleistet ist, ist es hinterher egal, ob es ein kleiner oder ein großer Bär war].


    Good luck Torsten (ehrlich) !

    Hallo Teo,


    was soll das ?

    Ich hätte gerne auch einen Zuschuß zu meiner Privatsternwarte !


    Also ich kann mir nicht vorstellen, daß die Auswahl der Entscheider in Karlsruhe zu Euren Gunsten dadurch begünstigt wird, daß Du Aktionen startest (habe auch Deine Aufrufe auf anderen Foren gesehen) , die irgendwelche Leute in Deutschland und Europa dazu auffordern, ohne jegliche Abwägung von pro und contra per Handy irgendwie ein "Like" oder "Daumen hoch" Zeichen setzen. ... Das ist reinster Populismus.


    Mich würde das als Entscheider, der gesetzlich verpflichtet ist, bei seiner Entscheidung objektive Kriterien anzuwenden, so eine Aktion eher abschrecken ! Und ich denke (ich weiß das aber nicht), daß die Entscheider sowieso verpflichtet sind, regionalen (Karlsruhe und Umgebung) Kriterien (es geht um Vereine !) den Vorzug zu geben.


    Edit: Hier geht es um Geld , welches von einer Gemeinde zur Verfügung gestellt wird, ... und nicht um sogenanntes "Crowd Fincancing", wo jeder Abstimmende gleichzeitig einen Geld-Beitrag leistet !


    Also denk noch mal nach !

    Nichts für ungut.

    Hallo Thomas,


    Du hast Recht: die Lichtverschmutzung macht alles kaputt, und meine obigen Überlegungen zur Sphärochromasie sinnlos. Insofern bin ich ein reiner Theoretiker, (obwohl ich am echten Stern und nicht mit komplizierten, teuren Apparaturen im Trockenen und Warmen teste).


    Allerdings: gerade gibt es wieder einen neuen (kommerziellen) Beitrag von M. Ludes zu dem Thema: https://forum.astronomie.de/th…r-perfektionisten.270844/


    Ich wollte wirklich keinesfalls Deine immer (!) sehr konstruktiven Beiträge in Frage stellen; ... hatte aber gestern abend irgendwie den Eindruck, Du hättest keine Lust mehr ! ... Vielleicht war es ja auch die Luftverschmutzung ?


    Also ich weiß nicht, wie gut Dein Himmel ist, aber der Kepheus steht gerade so tief, tiefer geht kaum. Und das sehr schöne Doppelobjekt NGC 6939 und 6946 steht auch noch an der unteren Seite des Kepheus, Richtung Nordhorizont, (22° hoch ?). Da hast Du Dir aber wirklich eine harte Nuß rausgesucht, wenn der Himmel nicht perfekt ist. Und mir schien der gestern nicht perfekt. (Sterne haben sehr stark geflimmert, ... habe nicht auf Meteoblue nachgeschaut).


    Wir haben hier auch immer hellere Lichter; ich habe LEDs aber nur hinter dem Haus = Norden (neues Wohnheim für ältere Personen; vorher war da Jahrzehnte gar nix !), im Süden (Terrasse) noch normale Straßenlaternen; dafür aber gleich 2. ... Und im Osten jetzt einen Nachbarin, die Angst vor Einbrechern und so hat, und deshalb eine Lampe installiert hat, wie sie auf Gefängnismauern gesetzt werden, um Ausbrecher anzuleuchten; die geht aber gottseidank nur ab und zu an (wenn z.B. eine Katze vorbeikommt) ... ;(


    An Filter für LEDs glaub ich nicht so richtig, weil die überall strahlen, und nicht nur auf bestimmten Wellenlängen; habe aber hier mal was gelesen; keine Ahnung, ob das pertinent ist.


    ... Vielleicht sollten wir uns ja mal im Schwarzwald treffen ?


    Edit: hier noch ein Bild von meinem neuen Tubus (Material für 3,33 euro; siehe weiter oben im Thread). Der Sucher ist noch nicht dran; ich arbeite gerade an einer Konstruktion, daß ich gleichzeitig mit dem rechten Auge in den Sucher und mit dem linken ins Teleskop schauen kann (so 'ne Art Binoviewer-Sucher ;)).

    Hallo Thomas,


    danke für Deine Hinweise.


    Deinen letzten Satz respektiere ich gerne: Ich komme gerade von draußen, es ist 22.00 Uhr und man kann ja im Moment schon ab 19.00 Uhr beobachten.


    Was die sphärische Aberration angeht, so tut es mir leid, daß wir ein Mißverständnis hatten: mir ging es - ehrlich gesagt - die ganze Zeit und von Anfang an ausschließlich um die sphärische Aberration. Ich war der Meinung, das könne man auch schon ein bißchen am Titel des Threads ablesen. Es geht ja um zwei wirklich sehr ähnliche Achromaten. Und deren longitudinale Farbabweichungen zu vergleichen scheint mir ziemlich müßig.


    Nee mir ging es wirklich darum, ob das neue Objektiv auf blau oder grün (was ist visuell besser) oder rot (fotographisch) optimiert ist. Das Thema interessiert mich seit langem, ich habe 2016 schon mal was dazu geschrieben (als ich diesbezüglich noch deutlich ahnungsloser war): Zur Abgrenzung von Tag-, Dämmerungs- und Nacht-Sehen bei der astronomischen Beobachtung


    Also es wäre toll, wenn Du trotzdem noch weiter mitdiskutieren würdest, ... aber Du mußt nicht ;).


    Gruß

    Danke Thomas,


    und vielen Dank; bei Optik Wissen bin ich gerne "Nehmer". Die Materie hat mich schon in der Oberstufe beim Physikunterricht fasziniert, als unser Lehrer (es war die 68er Zeit) sich im Physikunterricht eine Zigarette anzündete, um die Regenbogenstrahlen des durch eine Prisma laufenden Lichts - im Rauch - vor dem Auftreffen auf den Schirm zu zeigen.

    Die Rubrik "über mich" hatte ich total vergessen, sorry !


    Zum Sterntest:


    Also das Ergebnis hat mich dann doch einigermaßen überrascht: trotz Wellenlängen des sichtbaren Lichts im 400 bis 750 Nanometer-Bereich (Millionstel-Millimeter, nicht -Meter), also 0,4 bis 0,75 μm (Tausendstel mm), kann man den Abstand im vollen mm-Bereich (also 1000 Mal höher) verändern, ohne daß sich am Bild am Himmel drastisch was ändert. Es ist keinesfalls so, daß sas Bild jetzt eine klare und deutliche Unterkorrektur zeigt, da müßte ich wohl den Abstand noch größer machen ! Ganz nahe am Fokus erscheinen die Ringe des außerfokalen Bildes sogar immer noch (!) heller (= immer noch leichte überkorrektur ???).


    (1) Intra-/extrafokale Identität der Sternscheibchen (getestet an Sirius):


    • die Gleichheit der Scheibchen scheint jetzt - auf den ersten Blick - noch besser zu sein; allerdings sehe jetzt auf beiden Seiten leichte "Ausgefranstheit" am äußeren Ring, aber nicht mehr so stark wie vorher intrafokal; dafür jetzt auch extrafokal;
    • etwas weiter weg vom Fokus sind die Ringe (innerhalb des Sternscheibchens, ich rede nicht von dem/den Beugungsringen) aber deutlich schlechter zu sehen (verschwommener), man könnte meinen, sie seien jetzt auch im inneren des Scheibchens ausgefranst;
    • Rot und Blau scheinen jetzt zusammen (und genau gegenüber Grün) zu liegen, was ja beim Achromaten normal sein sollte, siehe: http://rohr.aiax.de/FH-Achromat.jpg. Das ist besonders sichtbar intrafokal am äußersten, jetzt blauroten Ring des Sternscheibchen und extrafokal am leuchtenden, jetzt blaurot "verschmierten", Punkt im Zentrum, wogegen vorher ein (bordeaux)Roter Ring (getrennt vom Blauvioletten extrafokalen Zentrum) zwischen den gelben Ringen lag.
    • Grün hat jetzt noch eine andere Farbnuance, die zwischen Blaugrün und Limonengelbgrün liegt, aber eher bei letzterer Nuance und nicht mehr so "leuchtend"-Grün, wie ich es mit dem dünnnen Abstandsring und den Alufolien-Plättchen (bei schlechterer Abbildung intrafokal) gesehen habe;
    • Die auffälligste und wohl wichtigste Veränderung: im Fokus scheint der Stern jetzt "aufgeblähter" (größer im Durchmesser) zu sein (nicht so nadelfein, wie er bei vorherigen Betrachtungen war, ... aber Sirius steht tief und das Seeing war heute abend auch deutlich schlechter als vor ein paar Tagen);


    (2) Schärfe


    Dennoch: am Trapez im Orion kann ich immer noch (mit 30-fach) alle Sterne (auch den den schwächeren vierten) klar getrennt sehen und die Plejaden sind sind immer noch sehr schön (wie gesagt, die Sterne vielleicht nicht so nadelfein).


    ---


    ==> So what ?


    Ist es - VISUELL (!) - wirklich so wichtig, ob das Objektiv auf rot oder grün oder blau optimiert ist ?


    Keine Ahnung ! Ich muß erstmal drüber schlafen. ... ... ...


    Aber es scheint mir jetzt, nach dem ersten Eindruck, eher unwichtig.

    Das stellt aber die Theorie in Frage, daß das Sternscheibchen intra- und extrafokal ungefähr gleich aussehen muß (siehe Binoviewer-Link, weiter oben).

    Jedenfalls scheint mir dieser Gesichtspunkt nicht prioritär.

    Wichtiger scheint mir eine nadelfeine Abbildung des Sterns im Fokus (also "Schärfe"; ... Danke Thomas)


    Ich werde wohl irgendwie ein Lösung zwischen den beiden getesteten Linsen-Abständen suchen (vielleicht teste ich jetzt mal 0,5 mm), wo:


    (a) die Sternscheibchen immer noch gleich aussehen (intra- und extrafokal), und

    (b) die Ringe in den Sternscheibchen noch deutlich ausgeprägt und nicht so verschwommen sind, wie im letzten Experiment mit dem dicken Abstandsring, und

    (c) Blau und Rot möglichst zusammenliegen, und

    (d) der Stern im Fokus wirklich nadelfein ist.


    Hört sich aber an, wie die "eierlegende Wollmilchsau", nee ?


    [Den Test mit dem Ronchi-Gitter hatte ich vergessen; und auf den Mond zu warten, um auch dort die Schärfe zu testen, hatte ich keine Lust mehr].


    Kommentare sind gerne willkommen !


    Gruß