Posts by AstroRudi

    Hallo,


    kleiner Fortschrittsbericht Barlowlinse.


    (1) Da die Barlow für eine 5x Vergrößerung 24 mm vor dem alten Fokus zu liegen kommen muß, hätte ich, wenn ich den Zenitspiegel "am Platz" gelassen hätte (“Backfocus”), die Barlow in den Zenitspiegel einbauen müssen (Zur Berechnung siehe Excel-Datei im Anhang zum vorletzten Beitrag in diesem Thread).



    (2) Da ich aber nicht genügend Backfocus (96 mm) hatte, habe ich es anders gemacht.


    Weil ich nicht "geradsichtig" beobachten wollte, bei dem Wetter (= auf den Boden knien), um den Polarstern zu sehen, habe ich die Verlängerung vor dem Zenitspiegel eingeplant (was einiges “Rumgerechne” bedeutete; siehe rechte Seite des Excel-Abbildes oben). Ich mußte erst einmal den “Lichtweg” des Zenitspiegels messen (bei Lacerta steht da nichts dazu) und dann einiges abziehen und wieder hinzurechen.


    (3) Aber dann hat mich das “Goldgräber”-Glück (“Detlev”) erneut nicht verlassen. Ich habe im Bastelkeller ein Stück PVC Rohr aus dem Baumarkt gefunden, welches einen Umfang von 12,8 cm hat (keine Ahnung, wo das her stammt und ob das ein Standard ist). Das ergibt (geteilt durch π) einen Außendurchmesser 40,75 mm und einen Innendurchmesser von 1.5 Zoll.


    (4) Nach Abschrauben des 2” - Adapters vom OAZ [den hat mir Eike Runschke gemacht : http://www.jd-astronomie.de/ (nochmals Danke nach den schon einigen Jährchen !) und zwar nach einer Idee von Sven Wienstein : http://www.svenwienstein.de/HTML/explorer_395.html ],



    stellte sich nämlich heraus, daß das PVC-Rohr “wie mit dem Schuhlöffel” (da wackelt absolut nichts) in den OAZ passte,



    und der Anschluß des Zenitspiegels auf der anderen Seite nur mit wenigen Wicklungen Klebeband (1.25 Zoll auf 1.5 Zoll) umwickelt werden muß, um satt in das PVC-Rohr zu passen.


    (Ich habe das Rohr aber erstmal “auf Gehrung” auf die richtige Länge abgesägt und die beiden Seiten glattgeschliffen).



    (5) Doch damit nicht genug : Das seiner Gummiteile beraubte Oberteil des alten 13 mm LER-Okulars passte genauso “wie mit dem Schuhlöffel” (oder wie die “Faust auf’s Auge” ?, bei soviel Glück) in das PVC Rohr. Auch da brauchte ich nichts dazwischen zu legen, weil nichts dazwischen ging.



    (6) Das hat den Riesenvorteil, daß ich die Barlowlinse aus dem Okular wieder in seine ursprüngliche Fassung einsetzten kann und daß ich keine Linsenhalterung basteln muß.



    (Einziger kleiner Nachteil : das Ding passt so knapp rein, daß ich keine Veloursfolie mehr in’s Rohr kleben kann, bzw. erst dann wenn ich die Position der Barlow mitsamt dem Okularoberteil fixiert habe. Dann kann ich aber den Vergrößerungsfaktor nicht mehr - durch Hin- und herschieben - verändern. Und schwarze Farbe (Spray) hält nicht auf PVC. ... Naja, aber ich will nicht meckern !)



    Fortsetzung folgt


    Liebe Grüße

    Hallo Detlev,


    danke für Deinen Beitrag und für Dein Angebot (aber Porto nach Frankreich ist teuer, schätze mal so 10 €).


    Deine Ausührungen haben aber bei mir "gezündet" und mich auf eine Idee gebracht: ... ich werde mir eine Barlow selbst bauen. (Da habe ich auch was tun, als Rentner bei dem Wetter ;)).


    Ich habe noch ein altes "no name" 13 mm Okular aus China hier, ich glaube es war eines der ersten LERs ("long eye relief"), noch ganz aus Metall, das mir mal runtergefallen war und daher einen Muschelbruch an einer Linse hat. Ich hatte den zwar geschwärzt, aber da das Okular auch sonst irgendwie nicht so der "Bringer" war, fristet es seitdem ein Dasein in einer Kiste im Keller.


    Das Okular enthält eine schöne große (20 mm Durchmesser), achromatische (!) Barlow, die gänzlich heile geblieben ist.


    Mir ist dann noch eingefallen, daß es in einem alten zerfledderten Buch (brochiert), welches ich noch aus den Anfängen meiner Astronomie-Zeit herübergerettet habe: https://www.amazon.de/Das-Fern…dolf-Brandt/dp/3440038378 eine Formel gibt, in welchem Abstand man die Barlow vor dem Fokus einbauen muß, um welches Vergrößerungsfaktor zu erreichen. Das Buch ist zwar im Schwarzwald, aber ich habe auf dem Internet, bei der Konkurrenz, einen schönen Thread gefunden (mit detaillierten Beiträgen von Peter zur Formel), die mindestens genausogut sind, wie die Beschreibung der Eigenschaften der Barlow in dem Buch von Rudolf Brandt: https://forum.astronomie.de/threads/barlow-linse.115635/ .


    Harrie Rutten erklärt dazu auch noch, daß die Barlow mit der konkaven Seite zum Okular hin eingebaut werden muß, ... und er muß es ja wissen.


    Ich muß also nur noch die Brennweite der Linse bestimmen (wenn die Sonne mal wieder scheint oder mit einer Glühbirne) und eine Hülse finden (gegebenenfalls aus Karton gerollt), die lang genug ist, daß ich die, im Kartonrohr - mit zwei eingeklebten Ringen - fixierte, Linse im OAZ hin und her schieben kann, bis ich den Faktor 5x erreicht habe.


    (... ... Jetzt hoffe ich nur, daß, wenn ich den Abstand so einstelle, daß der Vergrößerungsfaktor 5x ist, der Fokus noch erreichbar ist. Da der OAZ bei meinem alten Meade-Refraktor sehr lang ist, habe ich nämlich, auch weil ich am Refraktor ausschließlich mit Zenitspiegel beobachte, mal einen kürzeren Tubus eingebaut :/).


    Edit: war ganz einfach die negative (!) Brennweite der Barlow zu bestimmen: man muß nur den Punkt suchen, wo das Abbild der Glühbirne am kleinsten / schärfsten ist. Bei mir waren es genau - 30 mm. Den Rest erhält man über die oben verlinkten Formeln. In der Anlage eine Excel-Datei für den benötigten "Backfocus" je nach gewünschtem Vergrößerungsfaktor (gezippt, wil man Excel hier nicht hochladen kann).


    Bis denne

    Hallo,


    die im Titel genannte Unterschiedung bereitete mir immer Schwierigkeiten, weil beide Fehler von außeraxialen Strahlen (Strahlen am Rande des Gesichtsfeldes) herzurühren scheinen. Ich habe also den Unterschied mal für mich aufgearbeitet und wollte Euch daran teilhaben lassen.


    1. Beide Fehler entstehen durch eine unterschiedliche "Ablenkung" (Brechung / Spiegelung) der Strahlen "auf der Achse" und “im Feld". (Daher konnte ich sie nicht gut auseinanderhalten).





    Die sphärische Aberration


    2. Der Kugelgestaltsfehler (sphärische Aberration / Gaußfehler) tritt auch bei farbreinen Optiken auf (Newton-Kugel-Spiegelteleskope, reine Cassegrains), der Farbquerfehler ausschließlich bei Linsenoptiken (oder - wahrscheinlich auch - bei Kombinationen aus Linse und Spiegel, wie Schmidt-Cassegrain, Maksutov).


    3. Der Kugelgestaltsfehler ist ein monochromatischer Fehler; er tritt bei Refraktoren einzeln für jeder Farbe auf, d.h. die Brechung und der Fokusunterschied ist für jede Farbe (außeraxial und axial) verschieden. Der Fehler addiert sich zum Farblängs- und zum Farbquerfehler. Bei reinen Kugel-Spiegelteleskopen, wo das Licht ja nicht gebrochen, sondern lediglich abgelenkt wird (“Bande am Billiardtisch”) erscheint der Fehler “einheitlich” für die Kombinationsfarbe “weiß” ; er ist aber trotzdem vorhanden.


    4. Die sphärische Aberration is auch ein “Unschärfefehler”. Weil die “äußeren, achsfernen” Strahlen wegen der “Kugelform” der Linse / des Kugelspiegels stärker gebrochen / abgelenkt werden, als die achsnahen Strahlen, liegt der Fokus der äußeren Strahlen vor dem Fokus der achsnahen Strahlen (siehe Bild 1 oben). Dies führt zu einem Kontrastverlust in Form eines “Weichzeichnungseffekts”. Die Sterne haben ein Halo, was aus dem “Nicht-mehr-im-Fokus sein” der achsfernen Strahlen resultiert, wenn man auf der Achse fokussiert (beim Spiegel farblos, beim Refraktor farbig, da mono-chromatischer Fehler). Das sieht am Stern (“von hinten” = hinter dem Fokus, also vom Okular aus) dann ungefähr so aus (außen die Abbildung der Strahlen vom Rand, die vor dem Fokus fokussieren und schon wieder “unscharf” sind, und innen die Strahlen von auf der Achse = im Fokus) :



    5. Weil die Brechung der Strahlen für jede Farbe verschieden ist, kann man die sphärische Aberration am Refraktor nur für eine Farbe (meistens grün für visuell, rot für fotographisch) korrigieren. Die Korrektur erfolgt durch eine “Verdickung” des Randes der Einzel-Linse (“Verflachung” der Kurve des Kugelausschnittes, den ja eine Linse darstellt); siehe gestrichelte Linie im 3. Bild hier : https://www.univie.ac.at/mikro…en/5b_sphaerisch_korr.htm.


    6. Das Ergebnis ist eine A-sphäre (= Anti-Kugel), d.h. die Linse ist kein Ausschnitt aus einer Kugel mehr und hat weiter außen einen anderen Linsenradius als in der Mitte der (konvexen) Linse. Bei einem Spiegel (und bei einer konkaven Linse) wird der Rand “verflacht” (“Parabel”, oder - dreidimensional - "Parabolioid"), was aber dort (weil umgekehrt) zu einer “Verdünnung” des Spiegels / der konkaven Linse am Rande führt (im Verhältnis zu Kugelform-Ausschnitt). Ich habe die Bilder von Wikipedia (wie dort erlaubt, unter genauer Angabe der Quelle) ergänzt :


       


    7. Bei Objektiven, die aus mehreren Linsen bestehen (besonders beim A-chromaten, schwierig beim Apo-chromaten) kann man die sphärische Aberration durch Ändern des Linsenabstandes (dickere oder schmalere Abstands-Plättchen) in gewissem Rahmen (z.B. von rot-optimiert auf grün-optimiert oder umgekehrt) korrigieren. Eine Korrektur für alle Farben ist, wie gesagt, nicht möglich, da man die Linse (bzw. deren Abstände) für jede Farbe anders optimieren müßte.




    Farbquerfehler


    8. Der Farbquerfehler ist neben dem (Rest-) Farblängsfehler der zweite Fehler der (multi)-chromatischen Aberration. (Er addiert sich also zum Farblängsfehler). Der Farblängsfehler ist entlang der optischen Achse ausgerichtet, also so : ” --” (nicht nur längs der Achse (inklusive im Fokus), sondern überall im Gesichtsfeld, auch am Rand), der Fabbquerfehler ist, wie sein Name sagt, quer zur optischen Achse ausgerichtet, also so : ” I ”.


    9. Richtigerweise müßte man den Farbquerfehler so : ”V ” (in allen Richtungen um das Zentrum des Gesichtsfeldes) darstellen (die optische Achse ist unten am “V”, der. Rand des Gesichtsfeldes ist oben am ”V ”). Man versteht also den Farbquerfehler am besten, wenn man das Ganze “nicht von der Seite” (Längschnitt durch’s Fernrohr) betrachtet, sondern wenn man sich in die Position hinter dem Okular begibt (Querschnitt durch’s Fernrohr).


    10. Aber bleiben wir noch mal kurz beim Längsschnitt: Nach dem Fokus (“Brennpunkt”) gehen die Strahlen ja wieder auseinander. Die Strahlen, die vor dem Fokus am weitesten auseinander waren (vom Rande des Feldes kommen), sind nach dem Durchgang durch den Fokus wieder am weitesten außen (Bild 1 oben). Allerdings nicht so weit außen, wie vorher: wir betrachten ja mit den Augen ein verkleinertes Ab-Bild des Originals, welches nach dem Fokus auf die “Lupe” (Okular) projeziert wird, also so :


    > F <, wobei F=Fokus.


    11. Das rechte Dreieck (= Brennweite des Okulars) ist natürlich viel kürzer als das linke (= Brennweite des Objektivs / Spiegels) ; der Abstand zwischen den zwei Schenkeln des rechten Dreiecks (” < ”) ist das scheinbare Gesichtsfeld des Okulars, der Abstand zwischen den zwei Schenkeln des linken Dreiecks (” > ”) ist das wahre Gesichtsfeld am Himmel.


    12. So und jetzt denken wir quer ! Wenn der Abstand zwischen den Farben (beim Achromaten) im Zentrum gering ist (nehmen wir einen möglichst farbreinen Achromaten), wird der Abstand zwischen den Farben durch das Wieder-Auseinanderstreben der Strahlen nach dem Fokus immer größer, je weiter außen im Gesichtsfeld wir ein Objekt betrachten. Das Sternabbild wird weiter außen ganz leicht größer. Dazu gibt es ein sehr schönes Bild, wieder von Wikipedia, wo jemand weiße Kreise in verschiedenen Abständen “auf sein Objektiv geklebt” hat (man muß nah an den Bildschrim ran, um es zu sehen):



    13. Nochmals aus der anderen Perspektive (Längsschnitt): Je weiter außen im Gesichtsfeld man (von hinten durch’s Okular) beobachtet, desto größer wird der Abstand zwischen den durch die Korrektur eigentlich nahe zusammengelegten (wir reden von ja Achromat oder Apochromat) Farben. Im Zentrum sieht man bei einem gut korrigierten Objektiv keinen Farbquerfehler, am Mondrand sieht man ihn.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Chromatische_Aberration (gemeinfrei)

    14. Am Newton-Teleskop gibt es den Farbquerfehler natürlich nicht, ... ... aber dafür gibt es da die Koma. Aber das ist wieder ein anderes Thema.



    Der Unterschied ist also :


    - sphärische Aberration: die außeraxialen Strahlen werden vor dem Fokus der achsnahen Strahlen gebündelt : es entsteht (hinter dem Fokus, im Okular) ein Halo um die Sterne überall im Gesichtsfeld; auch beim (Kugel-)Spiegelteleskop, wo der Halo dann weiß ist. Es könnte sein, daß auch der Kugelfehler-Halo außeraxial größer ist als auf der Achse, das würde erklären, daß Kugelspiegel bei langen Brennweiten akzeptabel sind, aber ich hab das jetzt nicht recherchiert. Das wäre dann eine Gemeinsamkeit mit dem Farbquerfehler.


    - Farbquerfehler: der Farbfehler am Rand der Sterne (am Mondrand) ist umso ausgeprägter, je weiter man von der Achse entfernt ist, weil die Farben in der Bildebene, d.h da wo wir sie - nach dem Fokus - mit dem Okular betrachten, am Rand weiter auseinanderliegen, als im Zentrum. Man könnte das auch als ein Halo bezeichnen, ein Farb-Halo, (was die Unterscheidung vom Kugelgestalts-Halo, jedenfalls bei Refraktoren, aber schwierig macht. ... Aber das wußten wir ja schon vorher).


    Nochmal anders zusammengefasst: Der farbige (Refraktor-) bzw. weiße (= Kugelspiegel-) Halo der sphärischen Aberration ist überall im Gesichtsfeld gleich vorhanden, auch im Zentrum und auch bei (Kugel-Spiegeln); der "Halo" der lateraten Aberration (Farbquerfehler) entsteht nur am Refraktor und ist am Rande deutlich stärker, als in der Mitte. Der Kugelgestaltsfehler ist in der Form des Objektivs / Spiegels angelegt und produziert einen Fokus der Außenstrahlen vor dem Fokus der Innenstrahlen, auch unabhängig von der Farbbrechung, der Farbquerfehler ergibt sich aus dem Wieder-Ausseinanderstreben der unterschiedlich gebrochenen Farben nach dem Fokus.


    Also ich glaube, habe jetzt den Unterschied zwischen Kugelgestaltsfehler (sphärische Aberration) und Farbquerfehler (laterale chromatische Aberration) verstanden. Ihr auch ?


    Liebe Grüße

    Zweiter Versuch:


    am künstlichen Stern in einer Ecke des Gartens. Trotz guter Vorbereitung, war das nichts !


    1. Das mit dem nicht zentrischen Karton lag daran, daß ich den Tesafimstreifen nur einfach geknickt hatte; die Karton-Obstruktion stand auf der gegenüberliegenden Seite ab und warf einen schiefen Schatten. Man muß also den Tesastreifen zweimal knicken.


    2. Zum künstlicher Stern: Veloursfolie ist lichtdurchlässig ! Wußtet ihr das ? Vorne auf meine Taschenlampe geklebt (um einen künstlichen Stern herzustellen), sieht das so aus:



    Schön, aber nicht effizient !


    3. Aus weißem Klebeband Dreiecke ausgeschnitten (inklusive Ersatz, falls was im Dunkeln runterfällt), um den Fokus zu markieren.




    ... ... Aber es nützte alles nichts: ... Die Vergrösserung reichte nicht aus. Ich hatte das schon befürchtet. Bei 30x sieht man in 2.8 mm Abstand vom Fokus die künstliche Obstruktion gleich gar nicht. ... Weiter außen / innen schon, aber man darf ja nicht defokussieren. Eddgie schreibt auf CloudyNights: "Dont' cheat about the 10 waves".


    Also, jetzt bräuchte ich entweder eine Barlow (und zwar eine starke, z.B. 5x), die ich dann aber nie wieder brauchen werde. Das ist mir das Geld nicht wert.

    Oder, als Alternative, bleibt noch, die Strichplatte irgendwie (in eine Farbfilterfassung reinlegen ?) so an ein 5 oder 6 mm Okular anzu"docken", daß die Meßskala scharf ist. Ich habe ja noch so ein paar alte Plössls und Orthos, wo das eventuell gehen könnte, weil bei denen die die Feldblende ganz außen (Richtung Objektiv) liegt.


    Also bis bald !

    Hallo,


    erster Versuch heute abend. ... Leider sah man nur das Sommerdreieck, bestehend aus Wega, Deneb und Altair durch den Nebel an der Mosel. Der Polarstern mit 2 mag war nicht zu sehen. ... Aber man hörte die Wildgänse auf dem Weg nach Süden (schon seit Tagen, ... wir liegen genau auf der Vogelfluglinie und hier sind außer der Mosel noch ein paar "Zwischenlandeplätze" in Form von Bagger- und natürlichen Seen und Überlaufbecken).


    Erste Testresultate:


    - negativ: der Obstruktionsschatten war leider nicht zentrisch. Ich muß noch bei Tage testen, ob ich die 33% Karton-Obstruktion nicht zentrisch aufgeklebt habe oder ob Objektiv / Okularauszug noch mal nachjustiert werden muß. Ich glaube eher das ersteres der Fall ist.


    - positiv: die Meßskala im Okular war - ohne Zusatzbeleuchtung - vor der Wega klar und deutlich zu sehen. Es ist also einfach, mit dem Meßokular die Größe der Obstruktion im Verhältnis zum Durchmesser des Gesamtsternscheibchens zu messen: ... bei einem Abstand von 10 λ = 2.28 mm (gilt nur für meinen 100mm f/9 Achromaten) vor und hinter dem Fokus.


    Es sah gefühlsmäßig sehr gut aus (Größe vor und hinter dem Fokus identisch), ich habe aber nicht genau gemessen und vorallem nicht fotographiert, weil die Obstruktion nicht zentrisch war und Wega sich - im Gegensatz zum Polarstern - bewegt.


    Aber die paar "Macken" beim Testaufbau kriegen wir auch noch weggebügelt: "Mit Geduld und Spucke, fängt man eine Mucke".


    Gruß

    http://www.astrotreff.de/topic…243872&whichpage=1#842683


    Noch ein Donald Trump / Boris Johnson. Also mit Verlaub, es gibt da in letzter Zeit viel zu viele davon. Das hat mit schlechten Astro-Geräten absolut nichts zu tun, sondern hauptsâchlich mit bodenloser Selbstüberschätzung. Ist wohl an Arroganz nicht mehr zu überbieten und der Fall in's schwarze Loch ist vorprogrammiert !


    Vielleicht sollte der Herr Sternilein sich in ja einen neuen Usernamen zulegen; z.B. "Schwänzilein": https://www.spiegel.de/sport/f…gezeichnet-a-1293484.html

    Der zweite Cloudynights-Thread weiter oben enthält übrigens noch einen Link zu einer Superseite mit klaren und sauberen, echten Sterntest-Bildern von rund 40 verschiedenen Telskopen, die aus 2002 datiert und unter Mitwirkung von Markus Ludes zustandegekommen ist.


    Was man da sieht, entspricht wirklich dem, was man beim Sterntest sieht. Das ist viel, viel besser als die einfarbigen, grau-schwarzen Bilder, die man sonst so sieht oder die von Aberrator 3.0 !


    http://aberrator.astronomy.net/scopetest/index.html


    Bei der Lektüre dieses Tests (100 mm, Refraktor Nr. 1) : http://aberrator.astronomy.net…/html/refractor100_1.html


    habe ich übrigens noch was gelernt. Markus Ludes oder Cor Berrevoets schreibt da:


    "... counting the rings ... is ... a clear guess of the amount of defocus".



    ==> Das bedeutet also: 10 (helle) Ringe = 10 λ Defokus !



    Das ist ja wunderbar: ist wie bei den Bäumen, wo man durch Zählen der Ringe am Schnitt das Alter ermitteln kann :):).

    So macht "Amateur-Wissenschaft" Spaß !



    Weitere Vorbereitungen.


    Leider ist, trotz guter Aussichten, das Wetter wieder nichts geworden. Deshalb hier enfach nur ein paar Bilder über meine weiteren Vorbereitungs-Schritte:



    Lineal auf den Okularauszug geklebt (zum Messen von (10) λ) ,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,Karton ausgeschnitten (volle Objektivgröße); da hat gerade die Sonne gescheint

     



    ........Der Karton mit dem vollen Durchmesser hilft dabei, die innere Kartonschablone mit 33,33% zentrisch zu plazieren.


                                                




    Die Meßskala im Okular habe ich auch noch - im abgedunkelten Keller - auf Sichtbarkeit getestet. ... Also wenn die Helligkeit des Himmelshintergrundes hier im lothringischen Ruhrgebeit nicht hilft, werde ich wohl - zusätzlich zum Polarstern - noch mit einer roten LED von vorne ins Objektiv leuchten müssen. Das Hineinkleben eines selbstleuchtenden Klebebandes (hatte da noch was von früher übrig) in's Okular hat nichts gebracht. Vor dem Mond ist die Skala gut sichtbar, ... aber vor dem Polarstern ? Ich habe da meine Zweifel.


    Mal sehen !


    Clear Skies

    Hallo Detlev,


    ja mein "kleines Projekt" ist schon für demnächst geplant. Habe mir schon ein Meßlineal an meinen OAZ geklebt und werde den Polarstern benutzen.

    Aber das "Seeing" sollte schon sehr gut sein und das ist im Moment nicht wirklich gegeben.


    Allzu kalt (also später im Jahr) sollte es aber auch nicht sein, denn ich will ja auch das Ergebnis fotografieren und das ist ein ganz schönes "Gerödel" mit meinem Handy auf der Halterung. Wovor ich allerdings ein bißchen Befürchtungen habe ist, daß das Meß-Okular nicht stark genug vergrößert, denn 10 λ Abstand vom Fokus scheint mir nicht viel und das Sternscheibchen ist da wohl noch ziemlich klein. Und eine Barlow habe ich nicht. Aber ich denke wenn die Fotos scharf sind, kann ich ja nachvergrößern und dann am Bildschirm die 33% ausmessen.


    Bei den 33% (siehe "Edit" im ersten Beitrag dieses Fadens) ist mir auch (noch ?) nicht klar, ob ich den Durchmesser oder die Fläche nehmen soll. Das liegt daran, daß ich die Begründung für die 33% künstliche Obstruktion nicht so richtig verstehe; die Begründung für die 10 λ steht im ersten CloudyNights-Link im (Beitrag Nr. 4 von TOMDEY). Wolfgang hat bei der Messung des Farblängsfehlers (nicht der sphärischen Aberration !) immer gesagt, daß man allgemein bei 0,7 des Radius messen sollte, weil das die Hälfte der Fläche ist. Vielleicht hat es damit zu tun ? 66% ist aber nicht 0,7 <X ?


    Edit: Ah doch, Eddgie (Beitrag Nr.4 im zweiten CoudyNights-Link) schreibt, daß es 33% vom Durchmesser sein müssen ! ... Aber die Begründung habe ich immer noch nicht.


    Und er schreibt auch noch: "And don't cheat about the 10 waves (10 λ)". Das ist auch noch so eine Sache. Denn die Formel zur Umrechnung des Abstandes von λ in mm auf dem OAZ (aus dem ersten CloudyNights-Link, Beitrag Nr. 8 von MKV) : d = ((8 * λ * (f/D)^2) / n) * 10 enhält auch den Term "n". Und "n" ist der gemeinsame Brechungsindex der beiden Gläser des Objektivs. ... Aber den kenne ich nicht. Allerdings ist der Unterschied bei verschiedenen Gläser bei Achromaten nicht besonders groß; er liegt irgendwie bei/um 1,50 bis 1,55 (Abbe-Zahl 9); siehe:





    Quelle: Wikipedia, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Abbe-diagram_2.svg (Bob Mellish / Eric Bajart)


    ***

    P.S.: Ich habe eine .zip Datei mit der Berechnungsformel in Excel zur Simulation mit verschiedenen Öffnungen / Teleskopen angehängt (bei einem Spiegel ist "n" = 1 = Luft)

    ***


    On verra !

    Hallo Detlev,


    schön von Dir zu hören; ... und daß Du bald fertig bist :thumbsup:.


    Den Hauptspiegel (bzw. das Gesamtsystem, bestehend aus Haupt und Fangspiegel) kann man mit einem Rochi-Okular (unbedingt 10-Linien !) am Stern sehr gut testen:
    http://www.blackskynet.de/ronchitest.html


    (Wenn Du willst bringe ich Dir, wenn ich das nächste mal in den Schwarzwald fahre, mein Ronchi-Okular vorbei und hole auf dem Rückweg wieder ab ).


    Aber ich denke, Deine beiden Hauptspiegel geben sich nicht viel und das Risko, daß Du mit den Hauptspiegeln unter 80% Strehl fällst (beugungsbegrenzt) *,scheint mir - dank Fortschritten bei der Ausgangskontrolle bei den Chinesen - heutzutage ziemlich gering.


    Das Problem liegt eher bei den Fangspiegeln:


    - die sind, erstens, oft schlecht (Asti): http://astro-foren.com/index.p…ualitaet-bei-einem-newton


    - und da gibt es, zweitens und vorallem, keinen einfachen Test. Man kann Fangspiegel ("Flats") eigentlich nur bei einem Optiktester prüfen lassen (Interferometrie).


    Es gibt zwar den "Wasser-Test" nach Raleigh, aber vorallem der Testaufbau ist (obwohl von "Bastlern" durchaus zu bewältigen) ziemlich komplex (ich habe ihn nicht gemacht, weil ich meinem Händler/Hersteller vertraue, aber man muß, wie in den folgenden Videos erkennbar, schon ziemlich exakt arbeiten: alles muß exakt "im Lot" stehen, die Plattform sollte "nivellierbar sein", das Wasser darf den Fangspiegel nur ca. 1 mm bedecken, man braucht noch eine (einfache) Linse / Lupe mit einem Durchmesser größer als der Fanspiegel und die Lichtquelle sollte offenbar auch eine bestimmte Wellenlänge haben (idealerweise monochromatisch, die neuen Energiespar-Birnen funktionnieren aber anscheinend).


    In den folgenden Youtube-Videos wird gezeigt, daß der Wasser-Test einem Ronchi Test ähnelt (es sollten - durch Abstandsänderung der Lichtquelle erreichbar- möglichst wenig Linien gezeigt werden, sagen wir so 3-5) :


    (1) (nur) Testaufbau:



    (2) Ein (nicht so tolles) Ergebnis an einem großem runden Flachspiegel (Spiegel für intererometrische Test im "Doppelpass"):



    (3) Und ein (ebenfalls offenbar nicht so toller) Fangspiegel:



    (4) Die Linien sollten idealerweise ganz gerade sein: https://www.advancedoptics.com/optical-flat-tech-info.html


    ***


    Aber vielleicht kannst Du ja einfach die Fangspiegel mal austauschen ? Nichts geht über das unbestechliche Auge als Tester !


    Lieben Gruß


    ---

    * siehe auch noch hier (den sehr guten Beitrag Nr. 7 von Spatz1): beugungsbegrenzt = max. λ/4 Abweichung von der Idealglätte der Spiegeloberfläche = 80% Strehl ist eigentlich nur 80% von 84% = 67,2% weil ein obstruktionsfreies System nur max. 84% eines Lichtpunktes ins zentrale Beugungsscheibchen bringen kann; der Rest ist in den Ringen = sog. PSF (Punkt-Spreiz-Funktion). Für den (100%) Strehl wird also 84% sozusagen auf 100% (Licht im zentralen Beugungsscheibchen) "hochgerechnet".

    Hallo Ihr,


    Weil das Wetter so bescheiden ist und mir sonst nichts einfiel, wollte ich Euch mal meine neueste Errungenschaft im Detail vorstellen: ein Meßokular für 27 Euro.



    Es handelt sich um ein russisches (Lomo) Okular, Typ Kellner, aus einem Restposten von BW-Optik: https://www.bw-optik.de/restpo…/263/messokular-8x/f-30-6


    [Ich war immer schon von den alten russischen Okularen überzeugt, deshalb habe ich mir es zugelegt. (Hatte unter anderen auch mal einen Tal-Sucher mit einem sensationellen Okular, den habe ich aber zusammen mit meinem Celestron 8 hergegeben)].


    Das Okular besteht aus einem Achromaten als Augenlinse und einer Feldlinse (also aus 3-Linsen); siehe die Zeichnung = 2. Bild im BW-Optik Link.


    Es hat 30,6 mm Brennweite (Herstellerangabe; die Faustformel zum Umrechnen von Angaben auf Mikroskop-Okularen lautet 250/x, also 250 / 8(x) = 31,25 mm).


    Mit eingebauter Feldblende hat es ein typisches Kellner Gesichtsfeld von 41° (Herstellerangabe). Ohne die - abschraubbare - Feldblende kommen noch ein paar Grad hinzu.


    [Es ist mir nicht klar, was die Angabe "23" auf dem Okular bedeutet. ... Da Mikroskop-Okulare ja normalerweise einen Durchmesser von 23,2 mm haben, könnte ich mir vorstellen, daß es früher mal als Mikroskop-Okular verkauft wurde, und später auf 31.25 mm "umgebaut" wurde].


    Das Okular ist ganz aus Metall und sehr professionnel gemacht.


    Die Vergütung ist noch die alte violette; siehe schon 1. Bild und hier die Feldlinse (ohne Feldblende):




    Man kann den Abstand zwischen Augenlinse und Feldblende verändern (siehe Gewinde); dies hat den Sinn, daß man das "Meßlineal" getrennt vom (und sozusagen "vor" dem zu beobachteten) Objekt, welches ja über den OAZ scharfgestellt wird, ultra-scharf stellen kann.




    Das Meßkreuz besteht aus einer geätzten Strichplatte mit Zahlenangaben von - 9 bis + 9 in waagrechter Richtung; der senkrechte Teil des Kreuzes besteht nur aus einem Strich. Die geätzte Glasplatte wird gut verpackt und getrennt in einem beigen "Pillendöschen" geliefert (siehe Bild) und kann in die - abschraubbare - Feldblende des Okulars einbaut werden. Die "Feldblende" entpuppt sich nämlich letztendlich als - aufschraubbare und in zwei Teile zerlegbare - "Filterhalterung" (siehe Bild rechts). [Es ist mir leider nicht gelungen, die Strichmarkierung mit dem Handy scharf abzubilden].



    [Habe noch nicht probiert, ob man die Glasplatte auch in normale Filter (mit dem üblichen 1.25 Filtergewinde) einbauen kann, die "Feldblende" des Meßokulars hat eine anderes Gewinde. Aber das würde nur Sinn machen an "klassischen" Okularen, an denen die Feldblende ganz weit vorne liegt, wie z.B. an alten Plössls oder Orthos oder so (und nicht - wegen der eingebauten Barlow - "innen" hinter der Barlow) , ... wenn man denn überhaupt "nahe genug" an die Feldblende herankommt, um die Strichplatte scharf zu bekommen].


    Da die Glas-Meßplatte - weil ja auf der Ebene der Feldblende - genau im Fokus sitzt, muß man sie natürlich sehr sauber halten, weil man auf dem Glas jedes Stäubchen sieht. Ich helfe mir mit einem Komputer-Luftspray zur Reinigung; ein Blasebalg aus der Apotheke geht natürlich auch.


    ***


    Ja, aber was kann man nun mit so einem Okular machen ?


    Meine ursprüngliche Idee war es, die sphärische Abberation an meinem Refraktor zu messen, aber dazu bin ich wegen des schlechten Wetters noch nicht gekommen. ... Das ist aber schon eine sehr komplexe - von Suiter vorgeschlagene - Anwendung, siehe dazu die Diskussion auf CloudyNights: https://www.cloudynights.com/t…s-distance-for-star-test/


    • Edit: zum "Nachvollziehen" der theoretischen Grundlagen des Suiter-Tests zur sphärischen Aberration braucht man - zusätzlich zu obigem Link - noch diesen zweiten CloudyNights-Link (33% künstliche Obstruktion) : https://www.cloudynights.com/t…tant-are-the-inner-rings/ (Warum die Obstruktion überhaupt und warum gerade 33% habe ich noch nicht verstanden; die 10 λ aus dem ersten Cloudy Nights-Link beziehen sich auf die Verstellung des OAZ. Es ist der Durchmesser der künstlichen Obstruktion, der mit dem Meß-Okular gemessen werden muß! Die sphärische Aberration ist perfekt, wenn bei 10 λ Verstellung des OAZ (vom Fokus aus, entsprechend der Formel aus dem ersten CloudyNights Link in mm umgerechnet), der Obstruktions-"Schatten" in der Mitte des Sternscheibchens, sowohl intra-, als auch extrafokal, genau 33% des Sternscheibchens ausmacht)


    Es gibt aber auch schon viel einfachere Anwendungen, wie z.B. den Durchmesser von Mondkratern zu messen (habe ich schon als 17-Jähriger auf einem International Astronomical Youth Camp in Zwolle /NL gelernt) oder die Abstände von Doppelsternen, die sich ja ständig ändern.


    Dazu muß das Meßokular aber geeicht werden ! Es wird zwar keine Bedienungsanleitung mitgeliefert, aber ich habe im Netz eine deutsche Anleitung zu einem anderen Okular gefunden, die ich für sehr gut halte: https://nimax-img.de/Produktdo…de-Messokular-12mm-DE.pdf.


    ***


    Alles in allem ein im Preis-Leistungsverhältnis unschlagbares, präzises Meß-Instrument für wissenschaftliche Spielereien. (Und - ohne Feldblende - auch als Übersichtokular zu nutzen).


    Gruß

    Hallo,


    In einer Diskussion mit Maik ist obige Frage kürzlich mal wieder aufgetaucht. Ich wollte deshalb noch mal was dazu schreiben.


    (1) Es ist unbestritten, daß ein Fangspiegel durch den Beugungseffekt und die Obstruktion zu einem Kontrastverlust bei der Abbildung feiner Details (z.B. auf Planeten) führt. (Der Kontrast beantwortet die Frage, ob genug Licht da ist, um Hell-Dunkel-Kanten oder Übergänge noch zu unterschieden, ... man denke z.B. an die Cassini-Teilung auf dem Saturnring = schwarz auf weiß oder an Doppelsterne vor dem dunklen Himmel = weiß auf schwarz). Was aber sehr kontrovers diskutiert wird, ist der Umfang des Kontrastverlustes gegenüber einem unobstruierten System. Ich will hier nicht auf diese Diskussion eingehen, aber man findet z.B. in dem alten und berühmten Beitrag "Optik-Mythen" von Christian Losch, der in NightSky 4/2003 erschienen ist, einer nicht mehr existierenden Astronomie-Zeitschrift, die Wolfgang mal hier abgespeichert hat (Seite 17) deutliche Hinweise darauf, daß eine ganze Reihe von Faktoren einen wesentlicheren Einfluß auf die Abbildungsgüte / den Kontrast haben können, als die Obstruktion.


    (2) Der Kontrastverlust für verschieden große Details wird meistens mit der MTF (Modulation-Transfer-Function), auf Deutsch "Modulations-Übertragungs-Funktion" dargestellt. Die - fallende - schwarze Ideallinie auf dem mittleren, folgenden Bild stellt die Kontrastübertragungsfunktion eines Systems ohne Obstruktion dar, die roten Linien entsprechen verschiedenen Fangspiegelgrößen.


    https://www.telescope-optics.n…/central_obstruction0.PNG


    (3) Trotz der sehr schönen Erklärung von Gerd dazu, ist der dabei verwendete Begriff der "Ortsfrequenz" aber sehr schwer verständlich und sogar verwirrend. Deshalb möchte ich die beiden Achsen (x- und y Achse des Diagramms) kurz erklären, bevor ich zum Fangspiegel komme.


    Die senkrechte y- Achse stellt einfach den Kontrast dar (von 0 unten bis 100 oben). Die waagrechte x-Achse stellt die Größe der - auf den Kontrast zu anlysierenden - Details dar (z.B. auf Planeten), wobei kleinere Details sich rechts befinden und größere links (obwohl die Skala - auf dem nur als Link dargestellten Bild oben - von 0 bis 1 ansteigt !). Letzteres ist das Verwirrende an den "Ortsfrequenzen". Der Begriff "Ortsfrequenz" kommt daher, daß man sich die Frage stellt, wieviel Linien man innerhalb eines gewissen "Ortes", z.B. innerhalb eines Millimeters (und bei einer definierten "Beleuchtung") noch getrennt sehen kann, bevor die Linien verschwimmen, d.h. ineinander übergehen.


    Siehe hier (von obigem Wikipedia-Link betreffend die Modulations-Übertragungs-Funktion) :



    Kleinere Details entsprechen mehr Linien pro Millimeter als größere Details, weil die "Frequenz" der Wellen höher ist (mehr "Pendelausschläge" der Sinuskurve der Welle auf gleichem Raum); siehe https://www.brainsim.de/studium/diplomarbeit/node12.html


    Also: es ist genau umgekehrt, als man naiv denken könnte: höhere Frequenzen bedeuten kleinere Details und niedrigere Frequenzen größere Details.


    (4) Doch nun zur Beziehung zwischen Fangspiegelgröße und Kontrast. Wie man an der MTF sieht, stört bei mittleren Ortsfrequenzen (mittelgroßen Details) die Obstruktion am meisten (die roten Kurven "bilden einen Bauch"/ "hängen durch"). Bei kleinen Details (großen Ortsfrequenzen) bringt die Obstruktion sogar eine Verbesserung (!) im Verhältnis zum unobstruierten System (die rote Kurve "springt" leicht auf die andere Seite der schwarzen), weil die Obstruktion Licht in den ersten Beugungsring verschiebt. Siehe dazu die Erklärung von Quanten in obigen astronomie.de Link.


    (5) Allerdings ist es auch so, daß man genau da, wo die Kurve "umspringt" ganz schnell an die Auflösungsgrenze unserer Augen kommt. Siehe dazu Gerd im selben Link. Es ist - wohl auch deshalb - ziemlich unbestritten, daß man bei einem Fangspiegeldurchmesser von unter 20% des Hauptspiegeldurchmessers den Kontrastverlust "nicht mehr sehen" kann (kleine Achse; ... da man ja den Fangspiegel auf 45 Grad kippt und der Fangspiegel im OAZ dann kreisrund aussieht, ist kleiner = großer Durchmesser). Siehe dazu und zu weiteren Details über die "ideale Fangspiegelgröße" (Achtung: ich rede nur von visuell, fotographisch sieht das ganz anders aus !) zwei Artikel von Gary Seronik und Alan Adler aus Sky&Telescope aus dem Jahr 2005 (?), die S&T dankenswerterweise auf dieser Seite (ganz unten) weiterhin als pdf zur Verfügung stellt:


    Hier der Direktlink zu den beiden Artikeln: https://s22380.pcdn.co/wp-cont…ds/GS-Adler-Secondary.pdf


    (6) Alan Adler hat zu seinem Artikel (beide sind im pdf) auch ein schönes Programm zur Berechnung der idealen Fangspiegelgröße geschrieben. Es heißt einfach nur "Sec" (für Secondary). Hier mal ein Screenshot von dem Programm für einen 8 Zoll f/6 Spiegel:



    Das Programm ist ein DOS-Programm, aber es ist überhaupt kein Problem es mit DOSBox auf Windows 10 zum Laufen zu kriegen.


    (a) "DOSbox 0.74-3" herunterladen und installieren. Es installiert sich automatisch in "C:\Program Files (x86)"

    (b) "Sec" (das Programm von Alan Adler) herunterladen und idealerweise einfach auch in "C:\Programm Files (x86)" verschieben (es besteht nur aus einer einzige Datei).

    (c) mit der rechten Maustaste auf das Desktop klicken und unter "Neu" eine Verknüpfung erstellen.



    In das Eingabefeld der Verknüpfung folgendes kopieren (den ganzen langen blauen Text inklusive den Abständen und den Anführungszeichen, der Zusatz - noconsole dient dazu das schwarze DOS-Fenster zu verstecken: "C:\Program Files (x86)\DOSBox-0.74\dosbox.exe" "C:\Program Files (x86)\sec.exe" -noconsole und auf "Weiter" klicken; dann der Verknüpfung einen Namen geben. ... Fertig.


    (Edit sorry, an der roten Stelle war ursprünglich ein Fehler)


    Die Eingabe im Programm (nach Klicken auf die Verknüpfung) ist: "Spiegeldurchmesser in Zoll - Komma - Öffnungsverhältnis"; für einen 8 Zoll f/6 Spiegel also: ... "8,6".

    Da das Ergebnis (Vorschläge für Fangspiegeldurchmesser) auch in Prozent des Hauptspiegeldurchmessers ausgegeben wird, stört die Angabe in Zoll ("inch") überhaupt nicht.


    (7) Jetzt stellt sich natürlich noch die Frage, welchen der 3 oder 4 Vorschläge, die das Programm macht, man nehmen soll. ... ... Dazu muß man zunächst die Obergrenze in Betracht ziehen, ab der man keinen Kontrastverlust mehr hat. Das wären so 20 bis 21 Prozent. Die Untergrenze hängt von der Länge des Okularauszuges und von persönlichen Vorlieben ab. Es gibt deshalb noch eine weitere wichtige Variable im Programm, das ist "L". (Wenn das Programm gestartet ist, kann man "L" verändern; die anderen weiteren Parameter sind nicht wichtig). In dem Artikel von Gary Seronik ist von L = 9 die Rede (im Programm voreingestellt). "L" ist der Abstand Fangspiegel - Mitte des Fokussierweges des OAZ. Den mißt man, indem man z.B. einen Holzkochlöffel in den auf die Mitte des Fokussierweges des OAZ gestellten OAZ steckt und den Abstand zum Fangspiegel mißt. "L" = 9 bedeutet, daß der (voreingestellte) Abstand 9 Zoll ist, also 9 x 25,4 = 228 mm. Hat man einen extrem kurzbauenden OAZ, kann der Abstand auch "L" = 7 sein.


    [Man kann den Abstand bei seinem Teleskop ungefähr abschätzen. Der halbe Hauptspiegeldurchmesser ist bei 8 Zoll = 8 x 25,4 / 2 = 203,2 / 2 = 101,6 mm. Dann muß man den - schmalen - Abstand zwischen Hauptspiegel und Tubus hinzurechnen, sagen wir 1,5 cm, also 15 mm. Dann sind wir bei 116,6 mm. Jetzt kommt der OAZ dazu (Mitte Fokussierweg). Sagen wir mal 55 mm (kurzbauender OAZ) + 20 mm = halber Fokussierweg. Dann sind wir bei 116.6 + 75 = 191,6 mm. Macht L = 7,5. Das sollte durchaus möglich sein. (Jetzt gibt es natürlich wieder Leute, die sagen, der Tubus sollte deutlich größer sein, als der Hauptspiegeldurchmesser, wegen Luftzirkulation und so; ... aber damit sind wir schon bei den persönlichen Vorlieben)].


    Das wichtigste bei den persönlichen Vorlieben, ist der Stern-Grenzgrößen-Verlust am Rande des Gesichtsfeldes. In dem Screenshot vom Programm weiter oben sieht man, daß kleine Fangspiegel das Feld nicht nicht voll ausleuchten und am Rande des Gesichtsfeldes Lichtverluste auftreten ("Illumination" auf der senkrechten y-Achse in %; die waagrechte x-Achse stellt das Feld dar). Die erste (mittlere) senkrechte Linie ist für das Gesichtsfeld von 1.25 Zoll Okularen, die zweite (rechter Rand) für 2 Zoll Okulare. Alan Adler sagt in seinem Artikel, daß man 1 mag Grenzgrößen-Verlust am Rande gar nicht bemerkt (= minus 25% am Rande der Kurve) und er persönlich 2 mag Licht-Verlust (50% Verlust am Rande der Kurve) auch nicht wahrnimmt.


    Mein Fangspiegel hat 17 % und ich habe einen Crayford-Auszug (kurzbauend). ... Ich muß aber die "Höhe" des Hauptspiegels dann schon so einstellen, daß Okulare mit extremen Foki (d.h. solche, die den Fokus ganz weit innenliegend haben = mein 16 mm Widescan, bzw. die den Fokus ganz weit außen liegend haben = mein 40 mm König Okular) gleichzeitig in den Fokus kommen.


    Voilà, viel Spaß beim Simulieren mit dem Programm !


    [Weiterführende Literatur, besonders zur MTF, siehe: Rutten /van Venrooij, Telescope Optics, Kapitel 18].


    Edit: Noch ein Hinweis: leider kann man nicht einfach einen kleineren Fangspiegel (das geht noch einfacher) und einen kurzbauenderen OAZ (da liegt das Problem) in seinen Tubus einbauen. Denn oft muß der "Abknickpunkt" des vom Hauptspiegel kommenden Lichtkegels (Spiegelung nach außen) im Tubus "nach vorne" verlegt werden. Das geht aber normalerweise nicht so einfach; es sei denn man kann den Hauptspiegel (durch längere Verstellschrauben ?) ausreichend "nach hinten" versetzen.

    Hallo Detlev,


    na das klingt ja nicht so toll. ... Habe wohl mit dem Messier Katalog (Catalogo Messier) verwechselt, den es für Android und für Windows Phone gibt:

    https://play.google.com/store/…m.eloraapps.messier&hl=fr

    https://apkpure.com/cat%C3%A1l….domobile.catalogomessier


    Für die NGC's gibt es aber notfalls (keine App, direkt via Internet) noch das hier von

    - Erdmann: http://ngcicproject.observers.org/dss/dss_ngc.htm

    oder das hier von

    - Seeligmann : https://cseligman.com/text/atlas/ngc00.htm#ngcic


    Man braucht aber eine Internet-Verbindung !


    Gruß

    Hi Maik,


    ich finde Dein "Oldie" sieht aber noch sehr gut aus !


    Du mußt die obere Achse, die (mit den Gewichten) auf Deinem Bild auf den Boden ziegt, mal waagrecht stellen, so daß das Teleskop auf der einen und die Gewichte auf der anderen Seite sind. Dann verstehst Du wozu die Gewichte sind: Teleskop und die Gewichte sollten sich so ausblancieren, daß die Achse in waggrechter Stellung "stehen bleibt", auch wenn die Festellschraube ganz locker / überhaupt nicht angezogen ist.


    Dasselbe gilt übrigens für die andere Achse. Die Rohrschellen sollten so "in der Mitte" am Teleskop sitzen, daß das Teleskop (mit Okular) bei glockerter Feststellschraube waagrecht stehen bleibt und weder nach vorne noch nach hinten kippt.


    Viel Spaß weiterhin


    ---


    P.S.: wollte noch was zu Deinem vorherigen Beitrag sagen (war bei meiner Antwort grad unterwegs):


    (1) also das mit dem "ein bißchen unheimlich" passiert mir heute auch noch (nach 48 Jahren Astronomie). Nimm 'ne gute Taschenlampe mit; deren Lichtstrahl reicht um die meisten "Geräuschemacher" zu erkennen und ggfls zu vertreiben (Igel, die "schnaufen"; Marder, die "stinken"; Katzen, Hunde mit "leuchtenden" Augen (manchmal rot); usw).


    (2) Also ich persönlich finde, die Andromeda-Galaxie sieht man immer besser im Fernglas als im Teleskop. Das liegt daran, daß der leuchtende Fleck der Galaxie so "breitgetreten" ist (sog. Oberflächenhelligkeit; die Andromeda-Galaxie hat ca 8 Vollmonddurchmesser am Himmel), daß das Licht der Aussenbezirke praktisch kaum zu sehen ist, so sehr ist das Licht "verdünnt". Man sieht im Teleskop - außer man strengt sich sehr an und versucht die Aussenbezirke zu "erahnen" - praktisch nur das Zentrum der Galaxie. Ähnliches gilt für die Dreiecksgalaxie M 33.


    (23) Zum 6 mm Plössl: Das Plössl muß nicht unbedingt Schrott sein, ... manchmal (schlechtes Seeing) ist 200-fache Vergrößerung schon zuviel, obwohl der Himmel (sehr) klar ist, z.B. bei Wind. Siehe auch meinen BB von letzter Woche: Kleiner Beobachtungsbericht von gestern abend


    Gruß